Parker kontert mit der Rückhand - Günter Dönges - E-Book

Parker kontert mit der Rückhand E-Book

Günter Dönges

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Beschreibung

Exzellent – das ist er im wahrsten Sinne des Wortes: einzigartig, schlagfertig und natürlich auch unangenehm schlagfähig. Wer ihn unterschätzt, hat schon verloren. Sein Regenschirm ist nicht nur sein Markenzeichen, sondern auch die beste Waffe der Welt. Seinem Charisma, Witz und Charme kann keiner widerstehen. Der exzellente Butler Parker ist seinen Gegnern, den übelsten Ganoven, auch geistig meilenweit überlegen. In seiner auffallend unscheinbaren Tarnung löst er jeden Fall. Bravourös, brillant, effektiv – spannendere und zugleich humorvollere Krimis gibt es nicht! Lady Agathas Auftritt in Wimbledon hätte nicht wirkungsvoller sein können. Sie trug einen knöchellangen Rock und eine züchtige Bluse, die am Hals fest geschlossen war. Auf ihrem eisgrauen Haar saß eine neckische Kappe, an der eine kleine Vogelfeder wippte. Sie hatte sich den Tennisschläger unter den linken Arm geklemmt und blieb für einen Augenblick überrascht stehen, als geradezu frenetischer Beifall der Zuschauer aufbrandete. Dann hatte sie sich sofort wieder unter Kontrolle, winkte huldvoll nach allen Seiten und marschierte energisch auf den Oberschiedsrichter zu, der vor Schreck wie gelähmt war. Lady Agatha bewegte sich mit der Selbstsicherheit einer Frau, die sich ihres Wertes voll bewußt war. Sie schien noch immer nicht bemerkt zu haben, daß sie einen völlig falschen Tennisplatz betreten hatte. Sie hatte vor, sich an einem Show-Match ihres Tennis-Clubs zu beteiligen, und wollte dabei die Mode einer längst vergangenen Zeit zeigen. Das sportlich eingestellte Publikum amüsierte sich königlich, zumal eine international nicht unbekannte Sportlerin nun ebenfalls auf dem Court erschien und ein wenig verwirrt war. Sie wußte schließlich, daß ihr eine andere Gegnerin gegenüberstehen sollte. »Sollten Sie vielleicht den falschen Platz betreten haben?« fragte der Oberschiedsrichter, der von seinem Hochsitz inzwischen heruntergeklettert war. Er bemühte sich um Höflichkeit. »Papperlapapp, junger Mann«, gab die ältere Dame unwirsch zurück. »Fragen Sie sich, ob Sie hier richtig sind.« »Hier wird die südenglische Meisterschaft gespielt«, lautete die Antwort. »An der ich mich umgehend beteiligen werde«, machte die ältere Dame deutlich und winkte der Sportlerin kollegial zu.

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Der exzellente Butler Parker – 56 –

Parker kontert mit der Rückhand

Günter Dönges

Lady Agathas Auftritt in Wimbledon hätte nicht wirkungsvoller sein können. Sie trug einen knöchellangen Rock und eine züchtige Bluse, die am Hals fest geschlossen war. Auf ihrem eisgrauen Haar saß eine neckische Kappe, an der eine kleine Vogelfeder wippte. Sie hatte sich den Tennisschläger unter den linken Arm geklemmt und blieb für einen Augenblick überrascht stehen, als geradezu frenetischer Beifall der Zuschauer aufbrandete. Dann hatte sie sich sofort wieder unter Kontrolle, winkte huldvoll nach allen Seiten und marschierte energisch auf den Oberschiedsrichter zu, der vor Schreck wie gelähmt war. Lady Agatha bewegte sich mit der Selbstsicherheit einer Frau, die sich ihres Wertes voll bewußt war. Sie schien noch immer nicht bemerkt zu haben, daß sie einen völlig falschen Tennisplatz betreten hatte. Sie hatte vor, sich an einem Show-Match ihres Tennis-Clubs zu beteiligen, und wollte dabei die Mode einer längst vergangenen Zeit zeigen.

Das sportlich eingestellte Publikum amüsierte sich königlich, zumal eine international nicht unbekannte Sportlerin nun ebenfalls auf dem Court erschien und ein wenig verwirrt war. Sie wußte schließlich, daß ihr eine andere Gegnerin gegenüberstehen sollte.

»Sollten Sie vielleicht den falschen Platz betreten haben?« fragte der Oberschiedsrichter, der von seinem Hochsitz inzwischen heruntergeklettert war. Er bemühte sich um Höflichkeit.

»Papperlapapp, junger Mann«, gab die ältere Dame unwirsch zurück. »Fragen Sie sich, ob Sie hier richtig sind.«

»Hier wird die südenglische Meisterschaft gespielt«, lautete die Antwort.

»An der ich mich umgehend beteiligen werde«, machte die ältere Dame deutlich und winkte der Sportlerin kollegial zu. Die junge, Dame war ein wenig konsterniert und verunsichert, winkte zurück und überspielte ihre Ratlosigkeit mit einigen Bällen, die sie übungshalber über das Netz fegte.

Damit animierte sie Agatha Simpson.

Die ältere Dame, groß, majestätisch anzusehen, ließ den Oberschiedsrichter einfach stehen und begab sich zurück an ihre Grundlinie. Dabei ignorierte sie einige Bälle, von denen sie passiert wurde.

Das sachkundige Publikum stöhnte vor Wonne und versprach sich eine kleine Sensation. Die Vergangenheit schien sich mit der Gegenwart ein Duell zu liefern. Lady Agatha winkte erneut huldvoll, als die Zuschauer im Chor ein Spiel verlangten.

Agatha Simpson hatte die Grundlinie erreicht und konzentrierte sich auf ihre Gegnerin. Sie warf ihren Ball hoch in die Luft und schlug dann kraftvoll zu. Da sie Golf spielte und auch den Sportbogen schoß, war ihre

Muskulatur keineswegs unterentwickelt.

Sie schlug also zu und ... verfehlte den Ball, der vor ihr auf den roten Aschenbelag auftippte. Lady Agatha ließ sich jedoch nicht verblüffen, wartete, bis der Ball wieder hochsprang und landete dann einen Treffer.

Der Tennisball nahm nämlich Fahrt auf und bewegte sich auf den Oberschiedsrichter zu, der auf dem Weg zur Grundlinie war. Der Mann des Regelwerks hatte sich einen Offiziellen mitgenommen, der zur Clubleitung gehörte.

Dieser Mann nun sah seriös aus, trug eine graue Flanellhose und einen dunkelblauen Blazer. Er hatte eindeutig vor, das improvisierte Spiel zu stoppen und gab sich sehr wichtig.

Das Publikum gluckste vor Vergnügen, als Myladys Geschoß ausgerechnet diesen Offiziellen erwischte.

Der total überraschte Mann wurde an der Stirn getroffen und absolvierte unter dem Eindruck des Treffers eine Art Hofknicks. Er ging hinunter auf sein linkes Knie, verlor das Gleichgewicht und, färbte sich die graue Flanellhose rot.

Lady Agatha präsentierte mit ihrem Schläger und spielte sich ein. Mit der Grazie einer etwas gealterten und ein wenig fülligen Gazelle tänzelte sie entlang der Grundlinie und servierte ihre Schläge. Manchmal traf sie, häufig nicht.

Sie änderte souverän die Spielregeln ab und schlug einige Bälle auch in Richtung Publikum, das sich vor Begeisterung kaum noch halten konnte. Immer wieder brandete Beifall auf, wenn sie einen Zuschauer getroffen hatte.

Ihre junge Gegnerin hatte sich in Sicherheit gebracht. Sie stand hinter dem Hochsitz des Oberschiedsrichters, der längst das Weite gesucht hatte. Mylady aber servierte all jene Bälle, die ihr die Balljungen begeistert zuwarfen. Sie schien in der Form ihres Lebens zu sein.

Sowohl ihre Rückhand als auch ihre Vorhand waren bemerkenswert. Das enthusiasmierte Publikum zeigte geradezu südländisches Temperament und skandierte immer wieder ein ›Olé‹, wenn Mylady wieder mal in Richtung der Sitzreihen geschmettert hatte.

Es gab allerdings zwei Ausnahmen – zwei Männer, die etwa fünfunddreißig und vierzig Jahre alt sein mochten. Als eine Rückhand Myladys in ihrer Nähe aufschlug, duckten sie sich und stahlen sich anschließend davon. Sie hatten den Eindruck, dieser Ball sei wohl absichtlich so und nicht anders plaziert worden.

Sie zogen daraus Schlüsse, die keineswegs richtig waren und setzten Dinge in Bewegung, die sich noch als unheilvoll erweisen sollten.

*

Josuah Parker war ein wenig unruhig geworden.

Lady Agatha, die er nach Wimbledon begleitet hatte, war bisher nicht auf dem Tennisplatz erschienen, obwohl man sie bereits mehrfach aufs Spielfeld gebeten hatte. Parker saß knapp vor dem Spielplatz in Höhe des Oberschiedsrichters und hatte sich bisher auf das angekündigte Match gefreut.

Lady Agatha, in deren Diensten er stand, hatte sich im Stil ihrer jungen Jahre gekleidet und sollte gegen eine inzwischen ebenfalls ergraute, aber noch sehr bekannte internationale Spielerin antreten.

Dies alles war als netter Gag gedacht und gehörte zum Festprogramm des ehrwürdigen Tennisclubs, dem Mylady seit Jahrzehnten angehörte. Auf den Hauptspielfeldern in unmittelbarer Nachbarschaft wurde zwar um die südenglische Meisterschaft gespielt, doch diese Veranstaltung störte nicht weiter.

Die Festspielleitung disponierte um, wie der Butler mitbekam. Da Lady Agatha noch immer nicht erschienen war, erklärte sich ein anderes Clubmitglied bereit, für Mylady einzuspringen. Parker erhob sich von seinem Sitz und verließ den Rand des Spielfeldes.

Langsam machte er sich nun wirklich Sorgen um seine Herrin. Sollte sie im Casino des Clubs ihren Einsatz vergessen haben? Es gab dort nämlich frische Erdbeeren, auf die sie bereits begehrlich geschielt hatte.

Butler Parker war ein etwas über mittelgroßer, altersloser Mann, den man als das Urbild eines hochherrschaftlichen englischen Butlers bezeichnen konnte. Er trug unter seinem schwarzen Covercoat einen ebenfalls schwarzen Zweireiher, einen altväterlieh gebundenen Regenschirm und eine Bowler, im Volksmund Melone genannt. Er strahlte selbstverständliche Würde und Autorität aus, sein Gesicht war glatt und ausdruckslos wie das eines professionellen Pokerspielers.

Parker stand seit vielen Jahren in Diensten der älteren Dame, über die er schützend und diskret seine Hand hielt. Mylady, verwitwet und immens vermögend, betrachtete sich als perfekte Kriminalistin und legte sich unentwegt mit der Unterwelt an. Das Schicksal wollte es, daß Vertreter dieser Szene immer wieder ihren Weg kreuzten und sich notgedrungen mit ihr anlegen mußten.

Agatha Simpson war eine unkonventionelle Dame, obwohl sie mit dem Blut- und Geldadel der Insel eng verschwistert und verschwägert war. Sie lebte ihr völlig eigenes Leben und trat mit Wonne in jedes nur erreichbare Fettnäpfchen. Sie sagte stets das, was sie gerade dachte, und sie sagte dies sehr deutlich. Ja, sie machte sich einen Spaß daraus, ihre Mitmenschen zu schockieren.

Josuah Parker, der den Tennisplatz verlassen hatte, konnte sich eines gewissen Unbehagens nicht erwehren, als er die Ovationen und Anfeuerungsrufe vom benachbarten Court hörte. Er dachte sofort an Lady Agatha, als immenser Beifall aufbrandete. -Er beschleunigte seine Schritte, ohne an Gemessenheit oder gar Würde zu verlieren und ... entdeckte dann Agatha Simpson, die aus einem Seiteneingang des Clubgebäudes kam. Sie schien leicht erhitzt und schwang ihren Tennisschläger durch die Luft.

Dann waren da noch zwei Männer, die ihr unmittelbar folgten, schneller wurden und sie einholten.

Der Butler ging hinter einer Reklametafel erst mal in Deckung, um der Dinge zu harren, die da vielleicht noch kommen mochten. Er hob aber bereits seinen altväterlich gebundenen Universal-Regenschirm und »entsicherte« ihn.

*

Sie nahmen Lady Agatha zwischen sich und hakten sich sogar vertraulich bei ihr ein.

Die ältere Dame wehrte sich gegen diese Zudringlichkeit, doch sie war nicht in der Lage, ihre Verehrer abzuschütteln. Josuah Parker hielt es deshalb für angebracht, einen ersten Blasrohr-Pfeil abzuschießen.

Angetrieben von komprimierter Kohlensäure, jagte ein stricknadellanger und bunt gefiederter Pfeil durch den hohlen Schirmstock, der als Blasrohr diente. Ungemein treffsicher landete dieses unheimlich-seltsame Geschoß im Oberarm des an der linken Seite gehenden Mannes.

Verständlicherweise zuckte dieser Verehrer zusammen, blickte zuerst ungläubig, dann aber entsetzt auf den Pfeil und ächzte mit einiger Verspätung. Er ließ Mylady sofort los und rief seinem Begleiter etwas zu.

Was dieser Mann jedoch schon nicht mehr verstand.

Mylady hatte an Bewegungsfreiheit zurückgewonnen und sich abgedreht. Sie langte jetzt mit der freien Hand energisch zu und verabreichte dem aufdringlichen Nebenmann eine ihrer gefürchteten Ohrfeigen. Die Finger rutschten an der Wange entlang und landeten auf der Nase des Mannes.

Damit hatte er bereits restlos verspielt.

Agatha Simpson riß sich los und benutzte ihr Racket, um den Mann völlig außer Gefecht zu setzen. Sie holte mit dem Tennisschläger aus und prüfte die Bespannung dieses Sportgerätes auf dem Kopf des Aufdringlichen.

Eine niederschmetterndere Wirkung hätte die passionierte Detektivin nicht erzielen können. Der Mann ging prompt in die Knie und breitete sich auf dem feinen Kies aus.

Der vom Blasrohrpfeil Erwischte lief inzwischen genau auf den Butler zu, wobei er bereits leichte Schwierigkeiten mit der Koordination seiner Bewegungsabläufe hatte. Das chemische Spezial-Präparat an der Pfeilspitze tat schon seine Wirkung. Der Mann hechelte und keuchte vor Aufregung, als er die Reklametafel erreichte. Dann tat er es nicht mehr.

Parker hatte mit dem bleigefüllten Bambusgriff seines Schirmes den Fluchtversuch beendet und blickte auf den Mann hinab, der es sich nun ebenfalls auf dem Kies bequem gemacht hatte. Der Butler beugte sich hinunter, barg den kleinen Pfeil und ließ ihn in den Falten seines Schirmes verschwinden.

»Mylady hatten Ungemach?« erkundigte er sich dann.

»Natürlich nicht«, gab sie mit Nachdruck zurück. »Ich war stets Herrin der Situation, Mister Parker.«

»Mylady waren wieder mal überzeugend.« Parkers Gesicht schien ohne Ausdruck. Als geschulter Butler zeigte er keine Reaktion.

»Kenne ich diese beiden Subjekte?« fragte sie ihn.

»Zur Zeit noch nicht, Mylady«, versicherte der Butler. »Aber aus Gründen der Sicherheit sollte man gewisse Ermittlungen anstellen.«

»Wahrscheinlich wollte man mich wieder mal ermorden«, vermutete sie ohne die geringste Panik.

»Oder vorerst nur entführen, Mylady«, wiegelte der Butler ab. Er beugte sich noch mal zu dem Mann hinunter und durchsuchte seine Taschen. Er fand eine Brieftasche mit Kreditkarten und einigen Visitenkarten, die alle auf den Namen Jess Thomson ausgestellt waren. Er steckte eine dieser Karten ein und widmete sich dann dem zweiten Begleiter Myladys. Auch hier fand er eine Brieftasche, die er schnell und gründlich durchcheckte.

Aus dem Inhalt dieser Brieftasche ging hervor, daß man es mit einem Ray Kidnay zu tun hatte. Welchem Beruf die beiden Männer nachgingen, hatte Parker nicht feststellen können.

»Sagen mir diese Namen etwas, Mister Parker?« wollte Lady Simpson wissen.

»Mylady müssen bedauern«, entschied Parker für die ältere Dame und für sich. »Man könnte die beiden Herren mit zurücknehmen in die City.«

»Sehr schön.« Sie lächelte versonnen. »Ich werde sie dann verhören.«

»Man könnte sie aber auch zu einem späteren Zeitpunkt aufsuchen, Mylady, zumal die Adressen bekannt sind.«

»Noch besser«, entschied sie in Parkers Sinn. »So erspare ich mir die teure Verpflegung dieser beiden Gimpel.«

»Haben Mylady die Absicht, nach Shepherd’s Market zurückzufahren?«

»Wo denken Sie hin, Mister Parker!« Sie sah ihn fast streng an. »In einer halben Stunde wird das kalte Büfett meines Clubs eröffnet. Warum, glauben Sie wohl, bin ich hierher nach Wimbledon gekommen? Etwa zum Tennisspiel? Das war doch nur als nette Abwechslung gedacht.«

Sie bedachte die beiden Männer auf dem Kies mit abfällig-geringschätzigen Blicken und marschierte dann energisch zu jenem Clubhaus, in dem man sie bereits sehnsüchtig erwartete. Mylady hatte inzwischen gemerkt, daß sie auf dem falschen Court gespielt hatte.

*

Sie waren wieder zu sich gekommen und schienen noch recht benommen.

Sie hatten sich vom Kies erhoben und wankten förmlich zum nahen Parkplatz. Der vom Pfeil Getroffene hatte sich bei seinem Begleiter untergehakt und machte einen alkoholisierten Eindruck. Seine Beine gaben immer wieder nach, ließen sich nicht durchdrücken.

Josuah Parker beobachtete den älteren Jess Thomson und den jüngeren Ray Kidnay aus der Distanz und nahm zur Kenntnis, daß sie neben einem dunkelgrünen Ford stehenblieben. Der Butler prägte sich das Kennzeichen ein, als sie in diesen Wagen stiegen. Beim Verlassen des Platzes sorgte der jüngere Fahrer für einige Schrammen an anderen Wagen. Er war noch nicht in der Lage, den Ford richtig zu bewegen.

»Konnte ich neue Erkenntnisse gewinnen, Mister Parker?« erkundigte sich Lady Simpson etwa zehn Minuten später. Der Butler war ins Kasino des Clubs gekommen und hatte mit wachem Blick festgestellt, daß Mylady sich bereits ausgiebig am Büfett bedient hatte. Sie balancierte auf der linken Handfläche einen Teller, der mit kleinen Köstlichkeiten üppig gefüllt war.

»Die beiden bewußten Herren verließen soeben den Parkplatz des Clubs, Mylady«, gab Josuah Parker zurück. »Mylady können jederzeit über das Kennzeichen des Wagens verfügen.«

»Nach dem Imbiß, Mister Parker.« Sie nickte und deutete dann mit dem Kinn auf die mit Spargel gefüllten Schinkenröllchen, auf diverse Scheiben Roastbeef mit Remouladensauce, auf kleine Filet-Scheibchen, deren Sauce Hollandaise kaloriengewichtig aussah, auf einige gefüllte Eier und etwas Kaviar. »Hoffentlich bringt dies alles meine Diät nicht in Unordnung.«

»Auf keinen Fall, Mylady.« Parker wußte, was Mylady hören wollte. »Zur Verbrennung dieser Kleinigkeiten muß der Organismus körpereigenes Fett verbrauchen.«

»Ich weiß, ich weiß«, fiel sie ihm prompt ins Wort. »Im Grund sorge ich hiermit nur für eine weitere Abnahme, nicht wahr?«

»So könnte man durchaus argumentieren, Mylady.«

»Die Käseplatte sieht recht anregend aus«, meinte sie, während sie dafür sorgte, daß ihr Körper kasteit wurde. »Ich glaube, ich werde später auch davon noch kosten.«

»Währenddessen werden Mylady sich fragen, wo jene Spielerin blieb, für die Mylady einsprangen.«

»Aha.« Sie stutzte ein wenig. »Ich habe bereits die ganze Zeit auf Ihren Hinweis gewartet, Mister Parker.«

»Mylady konnten bereits Erkenntnisse gewinnen?«

»Ich kann mich schließlich nicht um alles kümmern«, entgegnete sie grollend. »Gehen Sie inzwischen dieser Sache nach, Mister Parker. Sie sehen ja, daß ich hier voll beschäftigt bin. Zudem will mich Sir Rupert unbedingt sprechen. Der Gute scheint etwas auf dem Herzen zu haben.«