Mach Dünger aus deinem Mist! - Georges Morand - E-Book

Mach Dünger aus deinem Mist! E-Book

Georges Morand

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Beschreibung

Klar, Fehler macht jeder. Niemand ist perfekt. Aber wehe, wenn dann wirklich etwas schiefgeht: Die Ehe scheitert, die Karriere einen Knick bekommt, das Kind krank wird … dann sind wir schnell dabei, Dinge schönzureden, uns zu verstecken oder Gott dafür verantwortlich zu machen. Georges Morand weiß: „Erfolgreiche Menschen sind nicht solche, denen alles gelingt. Das ist eine verheerende Lüge. Die Wahrheit lautet: Erfolgreiche Menschen haben gelernt, ihren Lebensmist zu recyclen, anstatt Energie darauf zu verschwenden, ihn zu verstecken.“ Deshalb: Wenn schon scheitern, dann richtig. Machen Sie Dünger aus Ihrem Mist und nutzen Sie die Fehler Ihres Lebens!

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Seitenzahl: 72

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN 978-3-86506-920-7

© 2016 der deutschsprachigen Ausgabe by

Joh. Brendow & Sohn Verlag GmbH, Moers

Einbandgestaltung: Brendow Verlag, Moers

Titelfoto: fotolia

Satz: Brendow Web & Print, Moers

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2016

www.brendow-verlag.de

INHALT

Cover

Titel

Impressum

Einleitung

Kapitel 1 Mein Lebensmist – Dünger oder Giftkloake?

Kapitel 2 Mist darf nicht sein – über unseren eigenartigen Umgang mit Fehlern und Schwächen

Kapitel 3 Mist darf sein – eine befreiende Ermutigung und wertvolle Ressource

Kapitel 4 Lassen Sie den Schmetterling fliegen

Schlussgedanken

Buchempfehlung

Fußnoten

EINLEITUNG

Es ist 28 Jahre her. Ich stehe als Jugendpfarrer vor 200 Heranwachsenden. Zum Einstieg meiner Predigt halte ich eine von meinem kleinen Sohn frisch gefüllte Windel in die Höhe. Ein Raunen geht durch die Reihen: Was macht der da? Ich öffne die Windel vor den Augen (und Nasen) meiner Zuhörer und beginne zu sprechen. Meine Botschaft an diesem Abend? Ganz einfach:

Mist ist normal.

Als Vater lasse ich doch meine Kids nicht in ihrem Mist liegen – warum sollte es dann Gott machen?

Vergebung gibt es für jeden Mist.

Heute, 28 Jahre nach diesem Abend, einer Zeit mit vielen Hochs und Tiefs, überzeugen mich meine damaligen Hauptaussagen noch immer.

Inzwischen ist aber eine vierte hinzugekommen, die ich damals noch nicht auf dem Schirm hatte:

4. Aus Mist mach Dünger – nutze den Mist aus deinem Leben.

Viele bleiben beim dritten Punkt, der Vergebung, stehen. Nicht falsch verstehen: Vergebung zu erhalten und selbst zu praktizieren ist im Leben von großer Bedeutung. Sie umfasst das Klären und Entsorgen. Vergebung klärt die Beziehungen und reinigt die Luft.

Aber manchmal ist es damit nicht getan. Mein Leben sagt mir, dass es Dinge gibt, die mit der Entscheidung zur Vergebung nicht erledigt sind. Für den psychischen Missbrauch und die physische Gewalt in meiner Kindheit war Vergebung nicht alles. Diese mussten aufgearbeitet werden, Stück für Stück. Dazu gehörte es, mit ihnen leben zu lernen, sie zu akzeptieren und in mein Leben einzugliedern. Das hat viel Zeit und therapeutische Unterstützung gebraucht.

Irgendwann habe ich dann festgestellt: Die Aufarbeitung meiner Geschichte war ein Sprungbrett zu neuen Erfahrungen und Möglichkeiten. Ein Recycling-Vorgang fand statt, bei dem die Schmerzen und die Wut nicht einfach verschwanden, sondern sogar etwas Wertvolles zurückließen. Es entwickelte sich bei mir ein Gespür für Ungesagtes und Schamvolles, was mir als Coach bis heute eine große Hilfe ist. Außerdem hat sich mein Gerechtigkeitsgefühl verstärkt: Ich kann nicht mehr einfach wegsehen, wenn Menschen einander Unrecht zufügen. Aber vor allem hat meine Aufarbeitung mich krisenfester und robuster gemacht. Wer so etwas durchsteht und verarbeitet, den haut so leicht nichts mehr um.

Wikipedia meint, dass beim Recycling (zu deutsch: Wiederverwertung) ein Sekundärrohstoff entsteht. Bezogen auf unser Thema könnte das heißen: Mist kann zu Dünger werden. Was in die Hose geht, ist wiederverwertbar. Jeder Mist in unserem Leben!

Oft gibt es einen Nutzen des Nutzlosen. Landwirte oder Gärtner nutzen Mist, also Kuh- oder Pferdescheiße, ganz selbstverständlich als Dünger, als Wachstumsförderer. Welchem Bauern käme in den Sinn, Mist und Jauche zu horten, anstatt auf dem Feld zu verteilen? Natürlich keinem. Er würde nicht nur wichtiges Potenzial verschwenden, sondern bald auch auf einem gigantischen Misthaufen sitzen, der bis zum Himmel stinkt. Wir wissen alle: Wer nicht gelegentlich ausmistet, hat zu wenig Raum zum Leben und Arbeiten.

Was wäre alles möglich, wenn wir die Energie, die wir ins Vertuschen und Verstecken unseres Scheiterns stecken, zum Recycling nutzen würden? Unmengen von neuen Ideen, Wegen und Handlungsweisen könnten entstehen. Und manch einer könnte nachts wieder ruhig schlafen.

Für gesunden Erfolg und gelingendes Leben sind zwei Dinge entscheidend: Talente und Fehler. Bei erfolgreichen Menschen beobachte ich Folgendes:

Eine gute Talententwicklung:

Ihre Talente und Fähigkeiten setzen sie an einem geeigneten Ort ein, blühen auf und leben mehr und mehr ihre Lebensaufgabe, ihre Berufung.

Eine gesunde Fehlerkultur:

Erfolgreiche Menschen lernen aber gleichzeitig, ihr Pech in Glück zu verwandeln, indem sie aus Fehlern lernen und Dünger aus ihrem Mist machen. Erfolgreiche Menschen sind nicht solche, denen alles gelingt. Das ist eine verheerende Lüge, die wir leider allzu oft glauben. Die Wahrheit lautet:

Erfolgreiche Menschen haben gelernt, ihren Lebensmist zu recyclen, anstatt Energie darauf zu verschwenden, ihn zu verstecken.

Über Talententfaltung wird viel geschrieben, und es war in den letzten 28 Jahren mein Lieblingsthema. Leidenschaftlich habe ich das Aufblühen von Menschen und Organisationen mit allen Mitteln, die mir als Coach und Berater zur Verfügung standen, unterstützt und gefördert.

Aber inzwischen hat sich mir ein weiteres Feld aufgetan: Die Widrigkeiten des Lebens! Im produktiven Umgang mit den Dingen, die wir am liebsten verstecken würden, liegt viel Nützliches. Fehler zu machen steht nicht hoch im Kurs. Begrenztheit wird meist tabuisiert. Misserfolge werden vertuscht und retuschiert.

Glück und Geschick hängen zusammen. Unser Glück hängt maßgeblich vom Geschick ab, wie wir mit Talenten einerseits und mit Scheitern und Tiefschlägen andererseits umgehen. Denn auch die Schattenseiten des Lebens haben ihren Wert. Es ist gut, sich von Erfolgen inspirieren zu lassen. Und wer zusätzlich von Fehlern lernt, sie nutzbar macht, dessen Leben wird gelingen. Solch ein Dasein riecht nach Zufriedenheit und nicht nach Mist.

Ihr erfolgreich gescheiterter Mist-in-Dünger-Umwandler,

Georges Morand

KAPITEL 1

Mein Lebensmist – Dünger oder Giftkloake?

In einer ländlichen Gegend wohnen zu können ist für mich ein Privileg. Ich liebe es, die Natur direkt vor der Haustür zu haben. Doch es hat auch Nachteile: Vor allem den Duft, wenn unser Nachbar die Jauche aufs Feld bringt. Ein echtes Problem, besonders für Dauerlüfter, die am Abend eine leicht parfümierte Wohnung vorfinden.

Absolut genial dagegen finde ich es, wenn nach einigen Tagen und Wochen die Felder der Gegend viel intensiver grünen als vorher. Nach dem Düngen kann man das Gras beinahe wachsen sehen. Wow, das ist ein echtes Wunder. Der scheinbar zu nichts zu gebrauchende Mist wird auf dem Feld in Dünger umgewandelt. Mist hat es in sich. Richtig eingesetzt besitzt er eine unverzichtbare Wachstumsenergie.

Unschönes gibt es in jedem Leben. Wir alle haben unsere Schattenseiten. Auch Sie. Wenn Ihnen gerade keine einfällt, fragen Sie mal Ihren Chef oder Ihre Freundin. Es gehört zum Leben, dass Dinge in die Hose gehen. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Manche nutzen es und wachsen daran, andere gehen zugrunde.

Immer wieder suche ich beim Lesen von Biografien außergewöhnlicher Menschen oder dem Durchsehen von Berichten über erfolgreiche Unternehmen nach dem Erfolgsfaktor. Und fast immer stelle ich fest, dass nicht die guten Voraussetzungen, also Talente oder Finanzen, ausschlaggebend waren für den Erfolg. Es ist die Art und Weise des Umgangs mit Niederlagen, mit Fehlern, mit Scheitern, mit schlechten Umständen, die entscheidend ist. In einem erfolgreichen Umfeld werden Umstände nicht ständig beklagt, ebenso wenig werden andere dafür beschuldigt. Stattdessen fokussiert man sich darauf, das Beste aus dem zu machen, was einem zur Verfügung steht. Und das ist weniger eine Typsache als vielmehr eine Entscheidung.

Der mittlerweile verstorbene Schauspieler Klaus Löwitsch würde das ganz sicher bestätigen. Er sagte mal: „Zum Glück gehört, dass man irgendwann beschließt, zufrieden zu sein.“

Britische Psychologen unterstreichen diese Aussage durch eine umfangreiche Untersuchung. Sie haben 5000 Menschen rund ums Thema Glück und Unglück befragt und dabei Folgendes herausgefunden:

Glückliche Zeitgenossen haben eine bewusste Entscheidung

gegen

das Unglücklichsein getroffen.

Glück kommt von innen, unabhängig von den äußeren Umständen.

Zufriedenheit scheint tatsächlich eine gestaltbare Größe zu sein und weniger eine passive Zufälligkeit. Diese Tatsache gibt mir viel Denkfutter für Spaziergänge und andere Auszeiten.

Ob der Mist unseres Lebens eine Giftkloake oder ein Düngemittel ist, ist eine Frage unserer eigenen Entscheidung. Klug entscheiden macht hier wohl Sinn, oder?

Unter dem Strich:

Lassen Sie sich auf eine kurze Rückschau ein?

Nehmen Sie sich eine ruhige Minute mit einem Kugelschreiber und einem leeren Blatt Papier. Notieren Sie Ihre spontanen Impulse zu den Fragen unten.

Wo sehen Sie Dinge in Ihrem Leben wachsen, wo vorher Mist war: also Scheitern oder Tiefschläge?

Gibt es Erlebnisse, die Sie als Mist betiteln würden, bei denen Sie noch keine Düngeranzeichen sehen?

Was meinen Sie zu dem Zitat von Klaus Löwitsch und den Ergebnissen der Untersuchung in England?

Mistgeschichten sind immer Hoffnungsgeschichten

Mistgeschichten sind immer Hoffnungsgeschichten!? Ist diese Aussage nicht etwas übertrieben?, wenden Sie möglicherweise ein. Vielleicht. Aber ich werde den Glauben nicht los, dass in Mistgeschichten zumindest auch ein kleiner Same für eine Hoffnungsgeschichte steckt. Vielleicht ist es eine Illusion, eine Dummheit von mir, das zu glauben. Das zu entscheiden, überlasse ich Ihnen. Auf alle Fälle motiviert und beflügelt mich dieser Gedanke, selbst beim Anblick der größten Misthaufen eine hoffnungsvolle Perspektive einzunehmen.