Keine Suchergebnisse
Bernd F. Lunkewitz, Jahrgang 1947, lebt heute mit seiner Familie in Kalifornien. In seiner Studentenzeit hatte er gegen die rechtsradikale NPD und für den Sieg der Vietcong demonstriert und neomarxistische Theorien propagiert, aber nach dem Praktikum bei einem Immobilienunternehmen sein Studium abgebrochen und als Entwickler von Gewerbeimmobilien beträchtlichen Wohlstand erworben. Einen Teil seines Vermögens verwendete Lunkewitz zur Unterstützung kultureller Institutionen und als Sammler moderner Kunst. In den Achtzigerjahren galt er als »ein Paradiesvogel der Kulturszene« in Frankfurt am Main. Er regte den Wiederaufbau der Alten Bibliothek für das Literaturhaus Frankfurt an und scheiterte mit dem Vorschlag zum Bau eines Musical-Theaters. Er nutzte seinen Einfluss, um dem Englischen Theater, dessen Beirat er angehörte, einen dauerhaften Standort zu sichern. Auch war er im Stifterrat der Stiftung Lesen tätig. Der langjährige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann leitete diese Stiftung und fragte Bernd F. Lunkewitz im Frühjahr 1991, ob er nicht Lust hätte, für den bedeutendsten belletristischen Verlag der DDR »ein bisschen Geld zu geben«. So begann die Karriere des Verlegers Bernd F. Lunkewitz und die erstaunliche Renaissance des Aufbau-Verlages, der ohne seinen Einsatz untergegangen wäre.