Verlag: Emons Verlag Kategorie: Lebensstil Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

111 Orte in Trier, die man gesehen haben muss E-Book

Peter Bieg  

4.71428571428571 (14)

Erhalten Sie Zugriff auf dieses
und über 100.000 weitere Bücher
ab EUR 3,99 pro Monat.

Jetzt testen
30 Tage kostenlos

Sie können das E-Book in Legimi-App für folgende Geräte lesen:

E-Reader (w tym Kindle) für EUR 1,- kaufen
Tablet  
Smartphone  
Lesen Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Seitenzahl: 213

Das E-Book kann im Abonnement „Legimi ohne Limit+“ in der Legimi-App angehört werden für:

Android
iOS
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?

Das E-Book lesen Sie auf:

Kindle MOBI
E-Reader EPUB für EUR 1,- kaufen
Tablet EPUB
Smartphone EPUB
Computer EPUB
Lesen Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?
Hören Sie in der Cloud®
mit Legimi-Apps.
Warum lohnt es sich?

Leseprobe in angepasster Form herunterladen für:

Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung 111 Orte in Trier, die man gesehen haben muss - Peter Bieg

Wieso gibt es die einzigartige Porta Nigra doppelt? Wer spielt in der Klosterkirche Basketball? Wo steht das Klavier für Jedermann? Und weshalb hat eine Kirche Hakenkreuzfenster? Entdecken Sie 111 übersehene und unerhörte, verblüffende und verführerische Orte in Trier. Sie werden sich wundern – vor allem wenn Sie dachten, dort schon jeden Stein zu kennen … Trier ist mehr als uralt. Römer, Ruinen und Relikte sind nur ein Teil der Anziehungskraft der ältesten Stadt Deutschlands. Entdecken Sie architektonische Eigentümlichkeiten, skurrile Skulpturen, versteckte Parks und gastronomische Geheimnisse. »In Würde altern« bekommt in Trier eine neue Bedeutung. Sehen Sie die Stadt aus neuen Perspektiven.

Meinungen über das E-Book 111 Orte in Trier, die man gesehen haben muss - Peter Bieg

E-Book-Leseprobe 111 Orte in Trier, die man gesehen haben muss - Peter Bieg

111 Orte in Trier, die man gesehen haben muss

Peter Bieg und Maximilian Staub

emons: Verlag

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© Emons Verlag GmbH // 2016 Alle Rechte vorbehalten Texte: Peter Bieg © der Fotografien: Maximilian Staub, außer Kapitel 3, 38, 98, 101, 105: Patrick Beer © Covermotiv: depositphoto.com / Markovskiy Gestaltung: Emons Verlag Kartenbasisinformationen aus Openstreetmap, © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL ISBN 978-3-96041-055-3 E-Book der gleichnamigen Originalausgabe erschienen im Emons Verlag

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig über Neues von emons: Kostenlos bestellen unter www.emons-verlag.de

Inhalt

Vorwort

1_Die Abtei St. Maximin | »Mehr-Zweck-Halle«

2_Die Affen auf dem Brunnen | Hintergründige Abgründe

3_Die alte Reichsbahndirektion | Stattlich, staatlich, staatsanwaltschaftlich

4_Der Aquarienverein | Wo sich die Fische küssen

5_Die Bagelsisters | Leckereien mit Mut zur Lücke

6_Der barocke Lesesaal | Prächtige Lernatmosphäre im Priesterseminar

7_Die Bastion Südallee | Standhaft durch die Jahrhunderte

8_Der Bibliothekslöwe | Wie kommt Simba hierher?

9_Die Biewerer Turnhalle | Hier zog die NSDAP ihren Nachwuchs heran

10_Das Bilderhaus | Biblischer Comic in der Sternstraße

11_Der Bischof-Stein-Platz | »Ich bin mal kurz um die Ecke ...«

12_Der Bolzplatz | Kicken ohne Schnickschnack

13_Das bronzene Trier | Innenstadt zum Anfassen

14_Die Bronzetafel | Versteckter Mittelpunkt

15_Der Brunnenhof | Die schönsten Wände der Stadt

16_Das Burgeramt | Berliner Fleischklopse erobern Trier

17_Das Café Mohrenkopf | Mehr als 20 Kuchen seit mehr als 80 Jahren

18_Das Café Momo | Graue Männer unerwünscht

19_Der Caspary-Park | Erholung für Brauer, Bewohner, Bewegte

20_Das Castelnau-Gelände | Nur die Straßennamen sind noch in französischer Hand

21_Das Chibi-Ya | Tokioter Hausmannskost in der Trierer Fußgängerzone

22_Das CubiCulum | Fusionsküche – unterirdisch gut!

23_Das Delikat | Mehr als nur Frühstück

24_Das doppelte Panorama | Skyline mal zwei auf der »Bitburger«

25_Die Doppelvilla | Die falsche Porta Nigra

26_Das Drachenhaus | Verspätete Feuerspeier als Namensgeber

27_Das ehemalige Café Lübke | Dornröschen wartet auf einen solventen Prinzen

28_Das ehemalige Leprosorium | Letzte Heimat für Leprakranke

29_Der Eingang zum Dombering | Hinter diesem Tor galten eigene Regeln

30_Das Einzigart | Auswahl und Azubis als Alleinstellungsmerkmale

31_Die Eisenbüste | Zwangsversetzte Skulptur

32_Das eiserne A | Mahnmal gegen die Arbeitslosigkeit

33_Das Eiserne Haus | Stählern, grün, herausragend

34_Der Eremitenfels | Wohin ist der Einsiedler verschwunden?

35_Das Exzellenzhaus | Exzellente Bedingungen für Kunst und Kultur

36_Der Felsenpfad | Kilometerlang am Hang entlang

37_Das Franzensknüppchen | Küsse folgen auf Kanonen

38_Die Französische Siedlung | Schwarzwaldhäuser in Trier-Nord

39_Das Funky Abbey | Hochprozentig sündigen unter dem Jesuskreuz

40_Die Gassen am Dom | Krimikulisse mit historischem Hintergrund

41_Das Gasthaus Crames | Unverwüstlich gemütlich

42_Die Geel Box | Julius Cäsar wacht über steinerner Hose

43_H 725 | Ein Hinweis von ganz oben

44_Der Handwerkerbrunnen | Zünftiges Wasserspiel mit Liebe zum Detail

45_Das Herrenbrünnchen | Ur-Brunnen und Feierstube

46_Der Hochbunker | Düsteres Mahnmal neben dem Rathaus

47_Der Hospitienpark | Auszeit zwischen Bäumen und Geschichte

48_Die Jugendstil-Kellerei | Wer braucht schon Champagner?

49_Der Kaiserhammer Weiher | Verboten schön

50_Der Klavierraum | Piano für alle

51_Der Kreuzweg | Schleichweg mit Geschichte

52_Der Kulturkiosk | Mini-Museum »to go«

53_Die Kunstakademie | Im alten Schlachthof fließt heute Farbe statt Blut

54_Das Küsterhaus | Älter geht es kaum

55_Der Laokoon | Trauriger Wächter über den Campus

56_Die Lokrichthalle | Hier wurden Dinosaurier repariert

57_Das Long Vu | Hanoi und Mailand unter einem Dach

58_Die Löwen-Apotheke | Flughafenterminal mit Stuckdecke

59_Die Luke | Weise Worte und stählerner Schmuck

60_Der Lulustein | Ganz schön mysteriös

61_Das Lyrikfenster | Gedichte zum Mitnehmen

62_Das Maarviertel | Rosi und der Rest

63_Märklin Theisen | Tradition für große und kleine Kinder

64_Die Mäuse im Dom | Wer findet die Nager im Gotteshaus?

65_Moselkilometer 191 | Endlich mehr Leben am Fluss

66_Der Musikbunker | Bass statt Bombenhall

67_Der namenlose Brunnen | Anonymes Politikum neben dem Rathaus

68_Die Neue Regierung | Gar nicht so trockene Verwaltung

69_Das NewK3 | Eine Pommesbude am Himalaya?

70_Der Olewiger Obelisk | Ägyptisches Denkmal für einen deutschen Mathelehrer

71_Das Ossuarium | Fenster zu den Knochen

72_Das Pegelhäuschen | Ein ausgedientes Schmuckstück

73_Der Petrusbräu | Neues Bier nach alten Regeln

74_Das Pfalzeler Herz | Besonderes Grab eines besonderen Bürgers

75_Die Pfalzeler Viezkelter | Symbol alkoholischer Tradition

76_Das Piranha | Die schönste Garage der Stadt

77_Der Posthof | In die Breite gewachsener Prachtbau

78_Die Pyramidenkirche | Ungewöhnlich angepasst

79_Die Rosenvilla | Blumige Behausung des Trierer Gärtnerkönigs

80_Das Rote Haus | Trierer Stolz in lateinischen Lettern

81_Das Schammatdorf | Miteinander statt bloß nebeneinander

82_Das Schirmgeschäft | Bei Gisa-Schirm ist Langlebigkeit Trumpf

83_Die Siedlung Baltzstraße | Zeitreise ins rote Dorf

84_Das Sonnenblumenhaus | Alte Pracht in neuem Gewand

85_Die Spee-Gruft | Trier bedeutete die Pest für den berühmten Pater

86_St. Ambrosius | Von der Reithalle zur Garage zum Gotteshaus

87_St. Martin | Was machen die Hakenkreuze in der Kirche?

88_Die staatliche Weinbaudomäne | Warum so schüchtern?

89_Die Sternwarte | Glänzende Aussichten auf der Universität

90_Die Straßenbahnhaltestelle | Als Trier in Pallien zu Ende war

91_Das Studentenwohnheim | Ora et labora sind in St. Martin Vergangenheit

92_Das Tattoostudio Lonien | Es begann mit einer Prophezeiung

93_Die Theaterwand | Kleines Glied, große Wirkung

94_Thiels Burg | Mehrzweckfestung im Weinberg

95_Tiergarten- und Altbachtal | Keine Spuren mehr von Tigern und Leoparden

96_Der Trebetabrunnen | Weit gereistes Wasserspiel ohne Wasser

97_Der Treppenturm | Ein einstiges Hinterhaus drängt sich nach vorn

98_Der Trinkwasserbrunnen | Hintergründiges Multifunktionsgerät

99_Die Tür zur Winterkirche | Das Portal ist eine eingängige Attraktion

100_TUFA.topolis | Stadt mit Garten und eigenen Regeln

101_Das Uni-Sportgelände | Triers Olympiapark

102_Der Urban Place | Kleines Dreieck, unbegrenzte Möglichkeiten

103_Das Verkehrsmuseum | Das kleinste Museum der Stadt

104_Die Villa Wuller | Posen verboten

105_Das Waldstadion | Hier reckt und streckt sich vornehmlich Unkraut

106_Das Wasserband | Raum für Kreativität

107_Das Wasserkraftwerk im Kylltal | Romantisches Rauschen

108_Der Wasserturm | Blauer Blickfang

109_Der Weg der Monolithe | Steinernes Kunstwerk mit pädagogischem Anspruch

110_Das Weißebach-Denkmal | Krematorium statt Palastgarten

111_Die Zeder am Kornmarkt | Hort der Unabhängigkeit

Bildteil

Übersichtskarten

Vorwort

Römerstadt, Domstadt, älteste Stadt Deutschlands. Trier ist eine Stadt mit Geschichte und Geschichten. Aber nicht jede Geschichte ist auch historisch. Modern, großstädtisch, überraschend – auch das ist Trier. Die Auswahl der Orte in diesem Buch ist im besten Fall vor allem eines – charakteristisch. Wussten Sie, dass in der Universitätsbibliothek ein Löwe haust? Wissen Sie, wo das Herz eines Heimatverbundenen begraben liegt? Können Sie sich vorstellen, was eine steinerne Computermaus im Trierer Dom zu suchen hat?

Vor Ihnen liegt ein Potpourri von Brunnen, Plätzen, Straßen, Häusern, Lokalen, Kirchen und Kunstwerken. Entdecken Sie die Doppelgängerin der Porta Nigra. Feiern Sie ohne Spiegel und Smartphone in geheimnisvollen Gewölben. Schwitzen Sie im Trierer Olympiapark. Wandeln Sie auf den Spuren von Druiden und Einsiedlern. Steigen Sie in die Gruft eines berühmten Jesuiten.

Ob Ur-Trierer, Neu-Trierer, Bald-Trierer, Teilzeit-Trierer oder Gast-Trierer: Die folgenden Seiten sollen Sie überraschen und inspirieren. Entdecken Sie neue Seiten an vermeintlich Altbekanntem. Verlassen Sie alte Wege, um Neues kennenzulernen. Finden Sie unterwegs selbst unbekannte Orte, die mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Denn aller Sorgfalt in der Recherche und allem Bemühen um eine möglichst ausgewogene Auswahl zum Trotz bleibt diese Sammlung von Orten und Geschichten subjektiv, ohne Absolutheitsanspruch. Verstehen Sie dieses Buch weniger als letztgültiges Kompendium denn als Anregung für weitere, eigene Entdeckungen.

Viel Vergnügen!

Peter Bieg

Zum Vollbild

1_Die Abtei St. Maximin

»Mehr-Zweck-Halle«

weiter

Dass St. Maximin heute ganz offiziell eine »Mehrzweckhalle« ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn nichts anderes war das raumgreifende Gebäude in Sichtweite des Trierer Hauptbahnhofs schon immer – betrachtet man seine wechselhafte Geschichte, die mehr als 1.000 Jahre zurückreicht.

Die Wurzeln von St. Maximin liegen in der Antike: Das Gelände wurde schon im 4. Jahrhundert als Gräberfeld genutzt. Auch der spätere Namensgeber Maximinus liegt hier, wie viele andere ehemalige Trierer Bischöfe, begraben. Ein erstes Benediktinerkloster entstand im 6. Jahrhundert, wurde aber von Normannen zerstört. Wiederaufgebaut im 10. Jahrhundert, diente die ausgedehnte Abtei gegen Ende des 16. Jahrhunderts als Schauplatz viel beachteter Hexenprozesse. Auf mehrere hundert Jahre der Ruhe folgte die neuerliche Zerstörung durch französische Truppen im Jahr 1674. Nach dem erneuten Wiederaufbau wurde der Bau nicht mehr lange vom Klerus genutzt: Unter französischer Besatzung löste sich das Kloster auf und diente fortan militärischen Zwecken.

Info

Adresse Maximinstraße 18, 54292 Trier | ÖPNV Bus 2, 3, 4, 7, 13, 30 sowie 81–87, Haltestelle Hauptbahnhof | Öffnungszeiten nur von außen zu besichtigen, Besichtigungen des Gräberfeldes auf Anfrage bei der Dominformation, regelmäßige Konzerte | Tipp In der Roonstraße, auf einer Grünfläche vor St. Maximin, steht das Europadenkmal. 1980 gestaltete der Trierer Bildhauer Jupp Zimmer den stilisierten Stier mit der auf ihm sitzenden Europa für das hier ansässige Bundesvermögensamt.

Die Preußen nutzten die Gebäude später als Magazine, Pferdeställe und Kasernen, nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Notunterkünfte.

Heute zeugt nur noch die große ehemalige Hauptkirche von den einstigen Ausmaßen der Abtei. Die Westfassade mit den beiden Türmen war bis 1802 noch beeindruckender, damals hatte jeder Turm zwei zusätzliche Geschosse. Architekturhistoriker werten die rustikale Außenfassade mit großformatigen Steinquadern als Symbol für die Wehrhaftigkeit der mehrmals zerstörten Anlage.

St. Maximin diente über die Jahrhunderte als Gräberfeld, Klosteranlage und Militärgelände. Seit 1995 findet unter der hohen Decke mit den markanten Strebepfeilern neben zumeist klassischen Konzerten auch der Sportunterricht einer benachbarten Privatschule statt. St. Maximin bleibt eine echte Mehrzweckhalle.

In der Nähe

Das Long Vu (0.15 km)

Das ehemalige Café Lübke (0.24 km)

Die alte Reichsbahndirektion (0.3 km)

Die Neue Regierung (0.44 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

2_Die Affen auf dem Brunnen

Hintergründige Abgründe

zurück

weiter

Vordergründig ist der Petrusbrunnen ein Hort der Schönheit, Reinheit und Tugend. Vor einigen Jahren aufwendig renoviert, sprudelt im Herzen der Stadt das Wasser in dem pastellfarben strahlenden Becken. Löwen, Tauben, Schwäne und Putten tummeln sich auf den verschiedenen Etagen. Der achtseitige Brunnen ehrt Petrus, den Stadtpatron, der auf der zentralen Säule thront, und hält für die Bürger eine Botschaft bereit: »Glücklich das Gemeinwesen, wo die Klugheit das Zepter hält, wo die heilige Gerechtigkeit die Guten schützt und die Schuldigen mit dem Schwert richtet, wo der Starkmut im Unglück herrscht und die Mäßigung alles löblich lenkt« und weiter: »Aus diesen Tugenden fließt, dem Wasser aus der Quelle gleich, das Heil des Volkes und alles Gute für das Gemeinwesen.«

Die vier Kardinaltugenden sind auch als Figuren Teil des Brunnens: Justitia symbolisiert mit einer Waage und dem strafenden Schwert Gerechtigkeit. Fortitudo, Symbol der Stärke, stemmt eine zerbrochene Säule. Temperantia steht für Mäßigung, trägt Wasser und Wein. Klugheit wird von Prudentia verkörpert, mit Spiegel und Schlange versehen. Auf den ersten Blick ist der 1595 vom Trierer Bildhauer Hans Ruprecht Hoffmann geschaffene Brunnen ein tadelloses Werk.

Info

Adresse Hauptmarkt, 54290 Trier | ÖPNV Bus 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 13, 81, 82, 83, 85, 87, Haltestelle Treviris | Öffnungszeiten frei zugänglich | Tipp Eine schmale Pforte unterhalb zweier Fachwerkhäuser führt in die Judengasse, die von der Fußgängerzone abbiegt. Die Gasse war im Mittelalter Zentrum des jüdischen Viertels der Stadt, die umliegenden Fachwerkhäuser stammen aus der Renaissance. Eine Gedenktafel erinnert an das Schicksal der Trierer Juden, die 1418 vertrieben wurden.

Doch im Hintergrund der Tugenden tun sich Abgründe auf: Eine Gruppe von Affen verhält sich arg untugendhaft. Einer der Primaten genießt auf den ersten Blick bloß eitel seinen Anblick in einem Spiegel, den er in der rechten Hand hält. Mit der anderen Hand befummelt er sein bestes Stück. Ein anderer nutzt ebenfalls einen Spiegel – um in aller Ruhe sein eigenes Hinterteil zu inspizieren. Was der Dritte treibt, wird an dieser Stelle aus Jugendschutzgründen nicht weiter geschildert, aber zur persönlichen Betrachtung empfohlen. Wer die versauten Affen einmal entdeckt hat, geht nie mehr am Brunnen vorbei, ohne zu schauen, ob sie noch zu Gange sind.

In der Nähe

Die Löwen-Apotheke (0.03 km)

Das Rote Haus (0.05 km)

Das Bilderhaus (0.07 km)

Das Lyrikfenster (0.07 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

3_Die alte Reichsbahndirektion

Stattlich, staatlich, staatsanwaltschaftlich

zurück

weiter

Wie stattlich das ehemalige Verwaltungsgebäude der Reichsbahndirektion ist, sieht jeder auf den ersten Blick: Das Winkelgebäude am Balduinsbrunnen nimmt fast einen ganzen Block an der Ecke von Christophstraße und Ostallee ein. Rund 320 Räume enthält das Anwesen, gebaut von 1922 bis 1925. Nach dem Ersten Weltkrieg war Trier – im Gegensatz zu heute – ein wichtiger Standort der staatlichen Eisenbahn. Um die zahlreichen Bahnbeamten bahnhofsnah unterbringen zu können, entstand der Bau nach Plänen von Karl Albermann. Die Beamten arbeiteten nicht nur in der Reichsbahndirektion, zur Balduinstraße hin schließt der damalige Wohntrakt an das Hauptgebäude an. Die Bahner konnten von der Arbeit ins Bett fallen – und umgekehrt.

Doch die Zeit der Eisenbahndirektion war kurz: Schon 1935 wurde das Netz im Südwesten wieder von Saarbrücken aus verwaltet, das Gebäude hatte seinen ursprünglichen Zweck verloren. Zur NS-Zeit wurde es zum Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), die im Keller Gefangene folterte. Meist ging es für die Häftlinge von hier direkt weiter zum Güterbahnhof – zum Abtransport in ein Konzentrationslager. Zahlreiche Informationstafeln im Treppenhaus erinnern an diese Zeit des Schreckens. Ebenso beachtenswert sind die architektonischen Details: Kleine Äpfel an den eisernen Treppengeländern, das Foyer mit seinen achteckigen Säulen, Knaben mit Eisenbahnmotiven als Wandreliefs – im Vergleich zur eher schlichten Außenfassade wurde im Inneren nicht an Spielereien gespart.

Info

Adresse Christophstraße 1, 54290 Trier | ÖPNV Bus 2, 3, 4, 7, 12, 13, 30, 81, 82, 83, 84, 85, 87, Haltestelle Balduinsbrunnen/Hbf | Öffnungszeiten Café Balduin Mo–Fr 8.30–18.30 Uhr, So 9–12.30 Uhr | Tipp Auf der Grünfläche vor der Bahndirektion steht seit 1897 der Balduinsbrunnen zu Ehren des ehemaligen Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Balduin von Luxemburg.

Nach einer aufwendigen Renovierung im Jahr 2012 beherbergt das Gebäude heute unter anderem das Café Balduin und das »Mehrgenerationenhaus« als Sitz verschiedener sozialer Organisationen. Komplett hat das Haus seinen Charakter als Ort von Ordnung und Verwaltung aber nicht verloren: Im Obergeschoss befinden sich die Räumlichkeiten der Trierer Staatsanwaltschaft.

In der Nähe

Das ehemalige Café Lübke (0.09 km)

Die Neue Regierung (0.15 km)

Die Abtei St. Maximin (0.3 km)

Das Long Vu (0.36 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

4_Der Aquarienverein

Wo sich die Fische küssen

zurück

weiter

Wer die Räumlichkeiten des Aquarienvereins betritt, begibt sich auf eine Zeitreise in die 1970er Jahre: holzgetäfelte Wände, ein hölzerner Tresen, Fliesenboden mit – hölzernen – Tischen und Stühlen. Und natürlich ringsum die Aquarien, insgesamt zwölf Stück. Die Anlage steht auf dem Gelände einer ehemaligen Fischzuchtanstalt. Angler hätten im Außenbereich die Qual der Wahl. Weißfische, Karpfen, Goldfische, Schleien, Forellen, Rotaugen, Rotfedern – die Vielfalt in den Weihern, Biotopen und Becken ist beeindruckend. Doch zum Angeln betritt niemand die Anlage hinter dem Schild mit den sich küssenden Fischen.

Der Verein geht auf eine Annonce zurück. Ein einsamer Aquarianer suchte im Jahr 1950 nach Gleichgesinnten. Aus einer Interessengemeinschaft entstand der Verein, diverse Gaststätten waren bald zu klein für die Treffen. Anfang der 1970er Jahre pachteten die Aquaristen die Anlage im Aveler Tal. Aus der heruntergekommenen Immobilie haben sie ein vorzeigbares Objekt gemacht, in dem Gäste willkommen sind. Zu sehen gibt es neben Fischen wie den lebend gebärenden Schwertträgern oder Zahnkarpfen auch eine Auswahl von Muscheln und die kultigen mexikanischen Axolotl, eine Art der Schwanzlurche. Auf 12 bis 14 Mitglieder beziffert der Vorsitzende Günther Cillien den »harten Kern« des Vereins. »Insgesamt haben wir 50 Mitglieder, einer davon war schon bei der Gründung 1950 dabei«, sagt er. Dienstags treffen sich die Aquaristen zum Erfahrungsaustausch, pflegen und reparieren die Aquarien. Sonntags lädt die Ausstellung Interessierte zum »aquaristischen Frühschoppen«.

Info

Adresse Im Avelertal 14, 54296 Trier | ÖPNV Bus 3, 83, Haltestelle Im Avelertal | Öffnungszeiten Di 16–19 Uhr, So 10.30–12 Uhr, individuelle Absprachen sind unter Tel. 0179/4614733 möglich | Tipp Direkt hinter der Anlage des Aquarienvereins geht es hoch in den Weinberg, wo sich abseits des Verkehrslärms ein schöner Ausblick auf den nördlichen Teil der Stadt bietet.

Zu den Stammgästen im Haus, wo sich die Fische küssen, gehören vor allem Schüler und Kindergartenkinder, die sich stundenlang die Nasen an den Aquarien plattdrücken. Hoch her geht es bei der mehrmals jährlich stattfindenden Aquaristikbörse, wo so mancher Fisch im wassergefüllten Plastikbeutel den Besitzer wechselt.

In der Nähe

St. Ambrosius (0.83 km)

Das Wasserband (0.88 km)

Der Musikbunker (0.9 km)

Die Französische Siedlung (0.94 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

5_Die Bagelsisters

Leckereien mit Mut zur Lücke

zurück

weiter

»Die Idee ist mir in Berlin vor die Füße gerollt«, sagt Angelika Näckel lachend über ihre Anfänge als Bagelbäckerin im Jahr 2000. Zuvor hatte sie an gleicher Stelle einen Laden für japanische Futons betrieben – davon zeugt bis heute die asiatisch angehauchte Einrichtung. Doch die Frau mit den kurzen Haaren wollte nicht bis ans Ende ihrer Tage japanische Schlafutensilien verkaufen, etwas Neues musste her. Auf der Suche nach Inspiration fand sie in Berlin den Bagel, einen belegten Teigring. Ihren Weg nach Deutschland haben Bagels über die USA gefunden, ursprünglich stammen sie aus der jüdischen Esstradition. Das Backen von Bagels brachte sich Näckel kurzerhand selbst bei, um mit ihrer Schwester Gaby in Trier eine der ersten Bagelbäckereien Deutschlands zu eröffnen. Die »Bagelsisters« waren geboren.

»Meine Schwester hat mich im Stich gelassen«, sagt Angelika Näckel heute, und es ist schnell klar, dass diese Aussage nicht so ernst gemeint ist, wie sie klingt. Schwester Gaby war die Arbeit auf die Dauer zu hart, Angelika ist den Bagels treu geblieben. Ihre Bagels sowie alle Creamcheesesorten stellt sie täglich selbst her. Ein Zimt-Rosinen-Bagel mit weißer Schokolade? Der Spinat-Bagel mit Tomate-Basilikum-Creamcheese? Oder doch lieber Lachs, Salat und Kresse auf einem Chili-Bagel? Die Variationen auf der Speisekarte sind zahlreich, dazu kommen Suppen, Säfte und Süßigkeiten – alles hausgemacht.

Info

Adresse Pferdemarkt 8, 54290 Trier | ÖPNV Bus 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 13, 81, 82, 83, 85, 87, Haltestelle Treviris | Öffnungszeiten Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 9–16 Uhr | Tipp Wer Trier aus studentischer Perspektive kennenlernen möchte, ist am Pferdemarkt genau richtig: Im »Chrome« (tagsüber) und dem »Zapotex« (ab dem Abend) trifft sich die alternative Szene. In beiden Lokalen darf geraucht werden.

Mindestens 60.000 Bagels haben Näckel und ihre Belegschaft in dem kleinen Lokal seit dem Jahr 2000 gebacken. Die Bagelsisters sind experimentierfreudig, was vor allem bei den zahlreichen Stammgästen sehr gut ankommt. Meistens zumindest. Denn Näckels bisher wildeste Kreation fand nur wenige Abnehmer, wie sie lachend zugibt: »Das war ein Bagel mit Rote-Beete-Creamcheese und Wodka. Den habe ich nur einmal gemacht, weil ihn kaum jemand essen wollte.«

In der Nähe

Der Brunnenhof (0.23 km)

Das Chibi-Ya (0.27 km)

Das Rote Haus (0.27 km)

Der Trebetabrunnen (0.27 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

6_Der barocke Lesesaal

Prächtige Lernatmosphäre im Priesterseminar

zurück

weiter

Was zeichnet einen zweckdienlichen Lesesaal aus? Eine gute Beleuchtung. Möglichst kurze Wege zu den Nachschlagewerken. Arbeitstische mit bequemen Stühlen für langes, ausdauerndes Sitzen. Eine ruhige Atmosphäre, frei von Lärm und Ablenkung. All diese Kriterien erfüllt der Lesesaal des bischöflichen Priesterseminars mit Leichtigkeit – nur mit der Ablenkung ist das so eine Sache: Denn wer den großen Raum hinter der unauffälligen Glastür erstmals betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Unter einer reich verzierten Stuckdecke aus dem Spätbarock, getragen von drei mächtigen weißen Säulen, stehen gut 10.000 Bände verteilt auf zwei Stockwerke. Eine eiserne Wendeltreppe führt auf das obere Stockwerk und die umlaufende Galerie. Dort warten die Bücher in schlichten Holzregalen auf ihre Leser. Neben allgemeinen Lexika sind es vor allem Werke zur Kirchengeschichte, Bibelkommentare, Wörterbücher sowie Schriften zu Theologie und Philosophie, die den Lesesaal mit dem Wow-Effekt füllen.

Insgesamt verfügt die Bibliothek des Priesterseminars in ihren nicht zugänglichen Büchermagazinen über mehr als eine halbe Million Medien und ist damit eine der größten kirchlich-theologischen Sammlungen der Bundesrepublik. Hier finden sich Werke aus Geschichte, Kunst und Musik ebenso wie spezielle Sammlungen zur Geschichte des Trierer Bistums, zur Heilig-Rock-Wallfahrt, Nikolaus von Kues und Hildegard von Bingen.

Info

Adresse Jesuitenstraße 13, 54290 Trier | ÖPNV Bus 2, 7, 30, 33, 81, 84, Haltestelle Konstantin-Basilika | Öffnungszeiten Mo–Do 8–18 Uhr, Fr 8–17 Uhr, Tel. 0651/9484143 (Ausleihe) | Tipp An der Einmündung der Jesuitenstraße in die Fußgängerzone steht ein Granitfels auf einem speziellen Sockel. Wer von sich behaupten möchte, einen zwei Tonnen schweren Stein mit bloßer Muskelkraft gedreht zu haben, ist hier richtig.

Vor allem angehende Theologinnen und Theologen lernen an den 22 Arbeitsplätzen mit Internetzugang und eigenen Arbeitslampen. Doch die Bibliothek und ihr prachtvoller Lesesaal stehen während der Öffnungszeiten allen Bewohnern des Bistums offen. Wer unter einem besonders schönen Dach stöbern und lesen möchte, ist willkommen. Besichtigungen durch Einzelpersonen und kleine Gruppen sind nach Absprache mit dem Personal in der Ausleihe ebenfalls möglich.

In der Nähe

Die Spee-Gruft (0.03 km)

Das CubiCulum (0.07 km)

Der Handwerkerbrunnen (0.09 km)

Das Burgeramt (0.12 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

7_Die Bastion Südallee

Standhaft durch die Jahrhunderte

zurück

weiter

Auf Höhe der Kaiserstraße schmiegt sich ein Wehrturm der ehemaligen Stadtmauer in den Hang des Grünstreifens. Gebaut im 16. Jahrhundert, gehörte der Rundturm aus rotem Sandstein zum südlichen Teil der Mauer, die Trier bis ins 19. Jahrhundert umschloss. Fast 15 Meter durchmisst die Bastion, aus deren Schießscharten auf herannahende Eindringlinge gefeuert wurde. Mit ihrer Form bot die Anlage Schutz nach allen Seiten und kaum Angriffsfläche für Rammböcke. Im Untergeschoss des Turmes lagerten Kriegsgerät und Munition.

Die Bastion gehört zum jüngeren Teil der Trierer Stadtmauer, die eine lange und wechselhafte Geschichte erlebt hat. Gegründet im Jahr 17 vor Christus, wuchs Trier insbesondere auf der östlichen Moselseite bis ins 2. Jahrhundert so stark an, dass sich die Römer für eine Mauer entschieden. Die Porta Nigra entstand in dieser Zeit und bildete den Mittelpunkt des Walls im Norden. Sechs Meter hoch und drei Meter breit umgab der fertige Wall Trier auf einer Länge von rund sechseinhalb Kilometern. 45 Türme dienten zur Kontrolle und Verteidigung, durch fünf Tore war der Zugang möglich.

Info

Adresse Kaiserstraße, 54290 Trier | ÖPNV Bus 1, 3, 5, 6, 8, 10, 16, 81, 82, 83, Haltestelle Südallee/Kaiserstraße | Öffnungszeiten frei zugänglich | Tipp Schräg gegenüber steht die Trierer Synagoge, ein geschlossener, kubischer Bau. Auf der Kuppel zeigt ein weithin sichtbarer Davidstern die Stelle des Thoraschreins an. In diesem Schrein an der nach Jerusalem gerichteten Wand der Synagoge befindet sich die hebräische Bibel.

Trotz der Befestigung stürmten die Alemannen Trier im 3. Jahrhundert, nach dem Abzug der Römer zwei Jahrhunderte später beschädigten plündernde Volksgruppen Stadt und Mauer stark. Erst unter Erzbischof Bruno begann Anfang des 12. Jahrhunderts die Konstruktion einer neuen Stadtmauer. Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuerburg errichtete bis 1721 erneut eine Befestigung, nachdem Franzosen Brunos Mauer geschleift hatten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts blieb dieser Wall in Betrieb, doch schon 1777 entstand ein Vorläufer des heutigen Alleenrings um die Altstadt, und 1822 waren die Stadtgräben bereits mit Schutt aufgefüllt. Heute erinnern nur noch Überreste wie die Bastion, ein längerer Abschnitt am Schießgraben sowie am Palastgarten an die früheren Ausmaße der Wehranlagen.

In der Nähe

Der Hochbunker (0.16 km)

Die Jugendstil-Kellerei (0.21 km)

Der Kulturkiosk (0.21 km)

Der namenlose Brunnen (0.22 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

8_Der Bibliothekslöwe

Wie kommt Simba hierher?

zurück

weiter

Wer die Universitätsbibliothek betritt, muss sich auf Begegnungen mit sonderlichen Lebewesen einstellen: Zerstreut umherirrende Forscher aller Altersklassen, stundenlang konzentriert über Gesetzbüchern brütende Juristen, auch der eine oder andere Schwerenöter ist bisweilen auf den mit schalldämpfenden Teppichen überzogenen Fluren unterwegs. Aber gleich ein Löwe?

Nach Angaben langjähriger Mitarbeiter thront der Plüschlöwe – die einen nennen ihn »Simba«, die anderen schlicht »Leo« – nun schon seit 1998 auf seiner Säule nur wenige Meter unter dem Dach der weitläufigen Haupthalle.

Info

Adresse Universitätsring, 54296 Trier | ÖPNV Bus 3, 6, 13, 16, 30, 81, 83, Haltestelle Universität, Beschilderung zur Bibliothekszentrale folgen | Öffnungszeiten Mo–Fr 8–24 Uhr, Sa 8–19 Uhr, So 11–15 Uhr | Tipp Zahlreiche Studierende verbringen ihre Pausen im nahegelegenen »Übergang« (Im Treff 19), dem selbsternannten »Institut für Bierologie und Hektoliteratur«. Die Getränkepreise sind den finanziellen Verhältnissen des Zielpublikums angepasst.

Der Überlieferung nach wurde das Tier von Praktikanten als Talisman hinterlassen. Der Zeitpunkt der Überlassung des Löwen – hier sind sich die Quellen der Trierer Universitätsbibliothek uneinig – könnte eine Anspielung auf das Ausscheiden des damaligen Bibliotheksdirektors Dr. Laurenz Bösing sein: Bösing ist im August geboren – im Sternzeichen Löwe! 1998 vollendete er das 65. Lebensjahr und ging in Pension. Bestätigt ist dieser Hintergrund allerdings nicht. Die genaue Herkunft des Raubtieres bleibt auch für die Mitarbeiter ein Mysterium.

2002 erlebte Leo-Simba besonders schwere Stunden: Im Rahmen eines Projektes namens »Abenteuer Bibliothek« des Faches Medienwissenschaften wurde er Opfer einer Entführung. Der Löwe kehrte unbeschadet zurück, musste sich aber in der Waschmaschine einer Universitätsmitarbeiterin einer Generalreinigung unterziehen. Seither sitzt der wahre Wächter der Bibliothek wieder unaufgeregt auf seinem Sockel und staubt ein, das Treiben im Eingangsbereich immer im Blick. Von der höchsten Galerie der Bibliothekszentrale entgeht ihm nichts. Leo sieht alles. Und ebenso sicher ist die Verwunderung jedes Besuchers, der den tierischen Sonderling zum ersten Mal entdeckt. Ob sich eines Tages auch eine Abhandlung zur Herkunft des Löwen in der Bibliothek finden wird?

In der Nähe

Der Laokoon (0.09 km)

Die Sternwarte (0.1 km)

Die Eisenbüste (0.14 km)

Der Klavierraum (0.21 km)

Zur Online-Karte

Zum Kapitelanfang

Zum Vollbild

9_Die Biewerer Turnhalle

Hier zog die NSDAP ihren Nachwuchs heran

zurück

weiter