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Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Umweltwissenschaften, Note: 1,0, Universität Stuttgart (Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden Kunststoffe zu einem wesentlichen Material des industriellen Fortschritts und des modernen Konsums. Der heutige Konsument ist informiert über Umweltprobleme, wobei unter den verschiedenen Themen des Umweltschutzes die Abfallwirtschaft als eines derjenigen wahrgenommen wird, das scheinbar noch nicht über durchweg gesellschaftlich konsensfähige Lösungen verfügt. So erscheint die Fülle an Kunststoffabfällen als ein Problem, wobei es sich im Haushaltsabfall vorwiegend um kurzlebige Verpackungsmaterialien handelt. Mit der Bereitstellung von gezielt abbaubaren Materialien wurde eine Werkstoffgruppe direkt im Hinblick auf ihre Entsorgbarkeit entwickelt. Abbaubare Kunststoffe bergen ein großes Potential, da sie einerseits Stoffkreisläufe schließen können und andererseits dem Konsumenten ein gutes Gefühl vermitteln. In Anlehnung an die den Abbau auslösenden Einflüsse können abbaubare Kunststoffe als wasserlöslich, photochemisch abbaubar sowie biologisch abbaubar klassifiziert werden. In der vorliegenden Arbeit, die im Jahr 2000 als Seminararbeit an der Universität Stuttgart eingereicht wurde, werden insbesondere biologisch abbaubare Kunststoffe näher betrachtet. Nach einem Überblick über Arten sowie Rohstoffquellen zur Herstellung von biologisch abbaubaren Kunststoffen werden bereits bestehende sowie grundsätzlich geeignete Einsatzbereiche dargestellt.
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Veröffentlichungsjahr: 2003
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In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stieg die Produktion von Kunststoffen und synthetischen Fasern rapide, so dass das gesamte weltweite Produktionsvolumen von Kunststoffen das von Stahl heute überschreitet //Guillet 1997//. Kunststoffe wurden zum wesentlichen Material des industriellen Fortschritts und des modernen Konsums, beispielsweise bei Elektrogeräten, im Flugzeugbau, bei Haushaltsgeräten, Tragetaschen, Containern und verdrängten zum Teil gleichzeitig traditionellere Werkstoffe wie Stahl, Aluminium, Papier und Glas.
Der heutige Konsument ist informiert über Umweltprobleme, wobei unter den verschiedenen Themen des Umweltschutzes die Abfallwirtschaft in der Öffentlichkeit als eines derjenigen wahrgenommen wird, das scheinbar noch nicht über durchweg günstige und gesellschaftlich konsensfähige Lösungen verfügt. Die Öffentlichkeit möchte umweltgerechte recyclingfähige oder abbaubare Materialien, wobei als besonderes Problemfeld die Fülle an Kunststoffabfällen erscheint. In Westeuropa machen heute Kunststoffe im Haushaltsabfall zwar lediglich ca. 5 Gew.% aus, dies entspricht aber immerhin 25-30 Vol.% des Abfallstroms //C.A.R.M.E.N. 1998//, folglich also einen gut sichtbaren Anteil, wobei es sich vorwiegend um kurzlebige Verpackungsmaterialien handelt.
Mit der Bereitstellung von gezielt abbaubaren Werkstoffen wurde erstmals im Lauf der industriellen Entwicklung eine Werkstoffgruppe direkt im Hinblick auf ihre Entsorgbarkeit entwickelt. //Schroeter 1997//. Abbaubare Kunststoffe sind heute aus wirtschaftlicher Sicht noch weitgehend unbedeutend, bergen aber ein großes Potential, da sie einerseits aus Sicht der Abfallwirtschaft geeignet sind, Stoffkreisläufe zu schließen und andererseits dem Konsumenten ein gutes Gefühl vermitteln.
Bei Kunststoffen war die Eigenschaft der Abbaubarkeit ursprünglich unerwünscht, da sie ja gerade mit der Zielsetzung einer möglichst hohen Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit, Wärme, UV-Licht, entwickelt wurden. Testmethoden zur Kunststoffprüfung zielten primär auf den Nachweis ihrer Resistenz gegenüber Mikroorganismenbefall. Ein Abbau wurde negativ besetzt mit dem Begriff der „Biokorrosion“, der herangezogen wurde zur Beschreibung von mikrobiellem Bewuchs, aber auch von physikalischen Veränderungen des Materials, beispielsweise Verfärbung, Versprödung, Verminderung der mechanischen Festigkeit //Witt 1997//.
