Aber Mutter weinet sehr - Wolfgang Brenner - E-Book

Aber Mutter weinet sehr E-Book

Wolfgang Brenner

3,8
13,99 €

oder
  • Herausgeber: Knaus
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2012
Beschreibung

Fatales Katz- und Maus-Spiel ...

Es ist der Alptraum aller Eltern: Der kleine Johann kommt eines Abends vom Spielen nicht nach Hause. Der Vater verständigt die Polizei, die Mutter fühlt sich wie gelähmt. Und hegt schon bald den Verdacht, dass das Leben ihres Jungen für die Polizei nicht oberste Priorität hat. Doch einer Mutter geht es nur um ihr Kind, eine Mutter tut alles, um es zurückzubekommen. Dafür trifft sie sich sogar heimlich mit dem Entführer. Ein fatales Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 350

Bewertungen
3,8 (59 Bewertungen)
18
23
7
11
0



Wolfgang Brenner

Aber Mutterweinet sehr

Psychothriller

Knaus

1. AuflageCopyright © 2012 beim Albrecht Knaus Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbHSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN 978-3-641-08350-2

www.knaus-verlag.de

1. Teil

1

Warum der Teich Mühlenteich hieß, wusste Marie nicht. Es gab weit und breit keine Mühle. Man hatte ihr gesagt, früher sei oberhalb des Teiches eine Mühle betrieben worden, gleich am Waldrand, wo jetzt der verkommene Spielplatz lag, auf dem nie ein Kind zu sehen war – nur streunende Hunde und die Säufer der Gegend. Die Mühle sei aber im Laufe der Jahre verfallen und beim Bau der Siedlung als Steinbruch genutzt worden. Aber was, so hatte sich Marie gefragt, sollte eine Mühle zweihundert Meter vom Mühlenteich entfernt?

Robert war mit dem Kommissar zu dem Teich gegangen. Marie hatte sie vom Küchenfenster aus beobachtet. Die beiden Männer hatten sich zwanglos unterhalten – als wären sie auf dem Nachhauseweg von der Arbeit.

Die Sonne brach durch das Geäst der noch kahlen Platanen, auf den umliegenden Feldern schimmerte ein weiches Grün. Es hätte ein schöner Vorfrühlingstag sein können. Das Licht war weiß und unschuldig, die Luft noch schwer vom langen Winter, hatte aber schon die Würze, die Marie so liebte.

Robert hatte Marie gebeten, im Haus zu bleiben. Er würde das erledigen.

Kommissar Fürbringer hatte nur ernst genickt. Aber Marie ließ sich nichts sagen, nicht jetzt. Auch nicht von Robert, der es ja gut meinte.

Es ging um ihr Kind. Robert war zwar der Vater. Aber sie hatte die gleichen Rechte wie er. Und noch mehr Pflichten, fand Marie.

Robert hatte tatsächlich die Haustür von außen abgeschlossen. Marie kochte vor Wut. Wut war gut, sie betäubte den Schmerz ein wenig, der sie seit Tagen peinigte. Was bildete dieser Kerl sich ein? Wollte er sich vor diesem Fürbringer als Herr im Haus aufspielen? Selbst Männer wie Robert neigten dazu, wenn einer in ihrer Nähe war, den sie bewunderten. Und Robert bewunderte Fürbringer, das spürte Marie.

Sie verachtete Robert deswegen. Nicht weil er einen hölzernen, alten Kriminalbeamten bewunderte. Nein, weil er sie damit zurücksetzte. Ausgerechnet jetzt, in der schwersten Stunde ihres Lebens, wie man früher sagte. Das hätte sie Robert nicht zugetraut.

Sie verließ das Haus über die Terrasse. In kleinen Schritten lief sie hinter den beiden Männern her, die nicht bemerkten, dass Marie ihnen folgte. Beide waren sich so sicher, dass sie der Vernunft gehorchen und im Haus bleiben würde.

»Das stehen Sie nicht durch, Frau Lieser«, hatte Fürbringer mit seiner aufgesetzt klingenden Bassstimme gesagt. Und Robert hatte ihn dabei verschwörerisch angesehen. Wenn es nicht so ernst gewesen wäre, Marie hätte sich schiefgelacht über dieses seltsame Paar. Der Freizeit-Biobauer und der alte Bulle. Eine Karikatur. Aber Marie war nicht zum Lachen zumute. Seit Tagen nicht. Seit Johann weg war. Manchmal glaubte sie, sie würde nie wieder lachen können.

Man hätte es für eine Übung der freiwilligen Feuerwehr halten können.

Männer in blauen Allwetteranzügen und hellgelben Helmen mit Visieren, die aussahen wie die Ritter in Johanns Playmobil-Sammlung, standen um ein rot lackiertes Fahrzeug. Ein Kompressor ratterte – nicht wirklich laut, eher gedämpft, die Anwohner der Siedlung sollten nicht gestört werden. Schließlich war es gerade erst zehn Uhr, manche Senioren saßen beim Frühstück.

Leere Schläuche, aus denen noch Wasser lief, lagen überall herum. Auch auf der Straße, die mit einer Plastikbarrikade abgesperrt worden war. Sie hatten das Wasser aus dem Teich einfach in die Gullis gepumpt. Die liefen nun über. Es stank nach Fäkalien.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!