Adam Coon Bd. 3 - Jane LaRoche - E-Book

Adam Coon Bd. 3 E-Book

Jane LaRoche

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2,49 €

Beschreibung

Dezember 2015. Wenn ein Moment alles vergessen lässt. Und das Verlangen nach etwas Menschen schlimmes tun lässt. Wenn neue Freunde und alte Feinde aus dem Untergrund auftauchen. Und Psychopathen aus den dunklen Schatten der Gesellschaft treten. Dann ist das Team des 17ten Reviers gefragt und wird auf die härteste Probe gestellt, die es je zu bewältigen hatte.

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WIDMUNG

Der Tod ist gewissermaßen eine Unmöglichkeit, die plötzlich zur Wahrheit wird.

- Johann Wolfgang von Goethe

An alle, die schon einmal jemanden Wichtiges in ihrem Leben verloren haben.

DER AUTOR

Jane LaRoche. Ein Pseudonym, hinter dem sich ein junger Schreiberling versteckt - im wahrsten Sinne. Denn Jane wurde 2002 in der kleinen Stadt Görlitz geboren. Im Jahre 2012 fand der Schreiberling die Liebe zur Literatur und Fremdsprachen und verfasst seither auch eigene Werke. Das bislang größte Projekt dabei ist die Buchreihe zu Adam Coon. Mit abertausenden Worten, Sarkasmus und schlechten Witzen wird das Leben des Coons mit Höhen und Tiefen gestaltet.

WERKE

Adam Coon - Der Tod serviert mit Essig

Adam Coon Bd. 2 - Der Tod im Klärwerk

Adam Coon Bd. 3 - Der Tod in Person

Inhaltsverzeichnis

PROLOG

KAPITEL EINS

KAPITEL ZWEI

KAPITEL DREI

KAPITEL VIER

KAPITEL FÜNF

KAPITEL SECHS

KAPITEL SIEBEN

EPILOG

PROLOG

Legt ihn um.

Legt. Verb. Infinitiv legen. Jemanden oder etwas in eine bestimmte Position bringen.

Ihn. Pronomen. Nominativ er. Bezeichnet eine maskuline Person oder Sache, die bereits bekannt ist.

Um. Hier Präfix in Verbindung mit einem Verb. Umlegen.

Eine Person skrupellos beiseiteschaffen.

Zusammengefasst. Ein einfacher Satz, der vieles ändern kann.

KAPITEL EINS

23. Dezember, 2015.

Sechsunddreißig Stunden zuvor.

„Komm schon, dein Geburtstag war vor fünf Tagen, Babe.

Wir müssen ihn endlich feiern", maulte Coon Grant an, während sie aus dem Fahrstuhl stiegen.

Es war ein Morgen wie jeder andere. Doch das Revier war wie ausgestorben. Kaum ein Detective war anwesend, es war nämlich der dreiundzwanzigste zwölfte. Weihnachten stand nicht mehr vor der Tür, sondern bequemte sich schon in den Wohnzimmern der Menschen.

„Wie oft noch? Ich feiere meinen Geburtstag nicht, Adam."

An ihrem Schreibtisch erwarteten sie O'Connor, Asustín und Nye. „Hey, Leute", grüßte der blondhaarige Lieutenant ihre Freunde und Kollegen. Asustín erwiderte die Begrüßung mit einem kurzen „Hi", O'Connor nickte und Nye umarmte Grant. Coon blieb im Hintergrund, fragte aber: „Ist Captain Permafrost schon da?"

„Ja, bin ich, Mr. Coon." Damit hatte sich die Frage erübrigt.

Ein Mann mittleren Alters mit pechschwarzem Haar spazierte grimmig aus dem Pausenraum. Er hieß Berry Black und war seit wenigen Wochen neuer Captain des 17ten Reviers, nachdem Farah Moreno zum Deputy Chief ernannt wurde. Kaum einer konnte ihn leiden. Coon hatte ihn anfangs belächelt und ihn nicht ernst genommen. Ihn immer wieder als quengelnden Gartenzwerg bezeichnet. Nun ja, nachvollziehbar war es. Der Frischling war mit einem Meter zweiundsechzig nicht gerade der Größte. „Coon, ich trete Ihnen heute mit einer Bitte entgegen. Und bevor Sie fragen, nein, ich brauche keinen Tritthocker für die oberen Regale. Es geht um die nächste Spende für die Rockefeller Foundation -"

„Bereits überwiesen, Sir, plus Erhöhung. Denken Sie etwa, ich will nochmal vor Gericht landen? Auch wenn es danach viel Publicity für mich und meine Firmen gab, und die Kurse in die Höhe geschossen sind." Black grinste zufrieden und zog sich in sein Büro zurück. „Macht er euch auch Angst, wenn er versucht zu lächeln?", fragte der Kanadier, bekam aber keine Antwort. Grant ließ sich in ihren Stuhl fallen und blickte neugierig in die Runde.

„Und, wo verbringt ihr die Feiertage? Tico sicherlich bei dir, Alexa?" Nye nickte und nahm die Hand ihres Verlobten.

Asustín hatte ihr die entscheidende Frage kurz nach Coons Freispruch im November gestellt. Sie hatte Ja gesagt und mittlerweile waren beide total im Hochzeitsfieber. „Max, du wieder bei deinem Bruder?"

„Nein, dieses Jahr bin ich bei Margareth, Leon und dem Rest der Ives Sippe. Was ist mit euch, Mel? Feiern du und Adam zusammen?"

„Ja." - „Nein."

„Wie jetzt Nein?"

„Ich feiere kein Weihnachten. Nie", antwortete Coon.

„Wieso? Etwa aus religiösen Gründen?", interessiert guckte Nye ihn an.

„Nein, aber meine Eltern waren schon immer wohlverdienende Leute - High Society und so. Was bedeutet, dass sie immer beschäftigt waren. Sie hatten nie Zeit für mich. Nicht einmal an den Feiertagen. Weihnachten war für Familie von Lixton also ein Fremdwort. Selbst zu Kates und Grace' Zeiten wurde Weihnachten nicht gefeiert. Nach dem Tod meiner Eltern wurde der ganze Kommerz-Scheiß nur noch makabrer für mich. Meine Nanny wollte einmal mit mir zelebrieren, da war ich acht, aber irgendwie kam ich damit nicht klar, also beließen wir es dabei. Zudem hofft man morgen Abend auf meine Anwesenheit auf dem Staatsbankett."

„Interessant, zu wissen, Mister Coon", grummelte Grant.

Der Kanadier stieg in das vermeintliche Spiel mit ein. „Sie sind herzlich eingeladen, Miss Grant."

Die Polizistin rollte mit den Augen.

„Anderes Thema", verkündete Nye, während sie sich aufrichtete und Asustín gleich mit sich zog. „Ich hab' tolle Neuigkeiten und bin froh, dass wir endlich mal alle zusammen sind.

Ihr wisst, es sind nur noch wenige Wochen, dann heiraten wir zwei -"

„Zwei Monate, aber ja", warf Coon ein. „Bitte, fahre fort."

„Danke." - „Gern geschehen."

„Adam!" - „Pardon."

„Hmpf, wie dem auch sei. Auf jeden Fall werden wir dann zu dritt vor dem Altar stehen." Alle hatten ein Fragezeichen im Gesicht. „Ich bin schwanger, Leute!" O'Connor, Grant und Coon beglückwünschten sie, nur Asustín stand wie versteinert da. „D-du bist was?", stotterte der Argentinier.

„Ich bin im zweiten Monat schwanger."

„Von wem?"

„Von dir, du Fisch."

„Huh?", überfordert kratzte er sich am Kopf.

„Du wirst Vater, Tico", erklärte Coon Schwachmaten sicher.

Asustíns Augen weiteten sich. „Ich werd' ... Oh, Mann." Ihm wurde schwarz vor Augen und seine Beine knickten weg.

„Hey, hey, er kommt wieder zu sich", grinste Coon und zog Asustín an den Armen nach oben. „Kleiner Tipp, spare dir die Ohnmacht bis zum Schwangerschaftskurs oder bis zur Geburt auf." Asustín ignorierte den Kommentar, stattdessen fragte er: „Wo ist Alexa?"

„Ein Toter wartet darauf, von ihr betatscht zu werden", antwortete O'Connor. „Du warst beinahe 'ne viertel Stunde weg."

„Um dein Wohlbefinden zu schützen, haben wir dich einfach auf dem dreckigen Boden liegen gelassen", ergänzte Coon.

Wütend knallte Grant ihr Telefon auf den Tisch. „Offenbar fallen die heiligabendlichen Depressionen dieses Jahr deutlich höher aus. Pod 39, neununddreißigste East."

„Keine Anzeichen von Gewalt- oder Waffeneinwirkung.

Dafür aber, unschwer zu erkennen, ein Fall von Suffokation", meinte Pathologin Dr. Elizabeth Stuart. Sie führte das Team zur blau angelaufenen Leiche und kniete sich hin. Behutsam öffnete sie den Mund des Mannes. Nicht gerade leicht, da sein Kiefer noch krampfte. Sie schob zwei Finger in den Rachen und verzog das Gesicht, sobald sie hatte, wonach sie suchte. Vorsichtig zog Stuart die Finger aus dem Mund.

„Was ist das?", wollte Grant wissen, als ein rosafarbenes Etwas zum Vorschein kam.

„Kaugummi mit irgendwas anderem Matschigen dran. Sieht nach Schorf aus."

Coon hielt sich die Hand vor den Mund. „Gott, ich glaube, mir wird schlecht."

„Keine Sorge, Adam", beschwichtigend hob Stuart die freie Hand. „Sie werden sich nicht weiter daran aufhalten müssen.

Wie bereits gesagt, handelt es sich hierbei um keinen Mord.

Der Kerl war lediglich zu dumm, 'nen Kaugummi zu kauen.

Tut mir leid, Melinda, Sie und Ihr Team sind einmal umsonst gekommen."

Grant und die Jungs traten auf den Bürgersteig.

Winter Wonderland nannte man etwas anderes. Knapp zwanzig Grad Celsius, Jogger in kurzen Hosen, Kleinkinder, die im Sandkasten spielen konnten. Mitte Dezember. In einer solchen Situation verspürte man durchaus Sehnsüchte nach dem Blizzard von 2014.

„Wenn das weiter so geht mit diesen sinnlosen Einsätzen, werd' ich noch zu Santa Depressiv", krächzte Asustín.

O'Connor klopfte seinem Partner auf die Schulter. „Bro, wenn du Santa Depressiv wirst, dann werd' ich bitte dein erstes Opfer."

„Wie wäre es, wir alle gehen unseren Kummer bei einem kleinen Lunch wegessen. Beim Mexikaner, zwei Straßen weiter", schlug Coon vor.

„Du willst jetzt schon Mittagessen? Es ist gerade mal halb elf."

„Oh, excusez-moi, mademoiselle. Verzeihen Sie meine missratene Wortwahl", sagte der Unternehmer mit frankokanadischem Akzent. „Ich meinte selbstverständlich brunchen, wie die Snobs -"

„Hey, ihr zwei Turteltauben! Entweder ihr nehmt euch ein Zimmer oder lasst das mit dem Vorspiel. Und ganz nebenbei, Tico und ich könnten wirklich 'ne Kleinigkeit vertragen." Die beiden Detectives liefen voraus und ließen Grant und Coon eiskalt stehen.

Der Kellner hatte gerade die Bestellungen aufgenommen, da kramte Coon wie wild in seiner Aktentasche. „Irgendwo hier müssen sie doch sein", nuschelte der Kanadier.

Grant runzelte die Stirn. „Kann ich dir behilflich sein?

Wonach -"

„Gefunden!", rief er und hielt mehrere Papiere und Schlüssel triumphierend in die Höhe. „Freunde, gestern habe ich mir einen Mercedes Maybach gekauft. Das heißt, ich besitze mittlerweile fünf Autos. Mir ist klar geworden, dass ich eh nie alle gleichzeitig nutzen kann. Daher herzlichen Glückwunsch an dich, Max. Du bist der neue Besitzer meines Lotus'. Und für dich, Ti, hätte ich einen familienfreundlichen Dodge Charger zu bieten. Mel, bevor du dich wunderst, sobald der Tesla aus L.A. hier eingetroffen ist, gehört er ganz allein dir.

Seht die Autos als kleines Weihnachtsgeschenk." Er überreichte jedem Fahrzeugpapiere und Zündschlüssel, danach nippte er an seinem Bourbon.

„Mann, was würden wir nur ohne dich tun, Adam", sagte Asustín und prostete ihm zu.

Lachend schüttelte Coon den Kopf. „Ihr würdet euer Essen selbst bezahlen." Aufs Stichwort servierte der Kellner die Bestellungen.

Coon legte genervt sein Besteck beiseite. Er hatte noch nicht einmal angefangen zu essen, schon vibrierte sein Telefon. „Sie sprechen mit dem einzigartigen COONMAN. Was kann ich für Sie tun? ... Ah ... Hm ... Ach, ist das so?.. Ja, ja ...

Ja, klar. Schönen Tag noch."

„Wer war das?", fragte O'Connor kauend.

„Meh, nur einer von der Einwanderungsbehörde. Ihr wisst ja, mein Visum läuft Ende des Jahres aus."

Grant musterte ihn fragend. „Und das lässt dich so kalt?"

Coon zuckte die Achseln. „Behörden sind wie Hunde, werfe ihnen einen Knochen zu und sie machen alles für dich. Doppelte Staatsbürgerschaft ich komme. Ich habe das mit dem Visum satt. Zeit, dass ich endlich ein richtiger Yankee werde."

„Du willst die echt bestechen?", wollte Asustín wissen. „Dir ist schon klar, dass das einen Straftatbestand darstellt."

„Mann, ich muss echt aufpassen, was ich euch erzähle. Ich vergesse immer wieder, dass ihr Cops seid. Ihr werdet das doch nicht melden, oder?"

O'Connor schüttelte den Kopf. „Nein, außer du kommst unserer Kleinen hier irgendwann mal blöd. Dann bist du geliefert."

„Verstehe. Neues Thema. Wann noch gleich soll die Hochzeit stattfinden?"

„Neunzehnter Februar", strahlte Asustín über beide Ohren.

Er war wirklich froh darüber, wie sich die Beziehung mit Nye entwickelt hatte. Er hatte es sich nie zu wünschen geglaubt, dass sie Ja sagen würde, nachdem der eigentliche Antrag mehr oder minder in die Hose gegangen war.

Der Antrag sollte etwas ganz Besonderes werden. Alles war perfekt inszeniert. O'Connor sollte Nye auf das Dach des Reviers lotsen, wo Asustín, umgeben von hunderten Kerzenlichtern und Rosenblättern, auf sie warten würde. Das Dach sah wunderschön aus. Der Sonnenuntergang und die leise Musik im Hintergrund verliehen dem Ganzen etwas noch Romantischeres und rundeten es ab. Der Detective hatte sich ebenfalls in Schale geworfen. Er hatte sich für sein Vorhaben extra einen Anzug maßschneidern lassen.

Als Nye dann endlich vor ihm stand, vergaß er alles um sich herum und konzentrierte sich auf das, was er ihr sagen wollte.

„Alexa, I-", doch seine Stimme versagte. Panik. Nervosität. Schwitzige Hände. O'Connor, der buchstäblich hinter seinem Kumpel stand, flüsterte: „Alter, sag was, sonst wird's peinlich."

„Also, ich ... i-i euh ... i-"

„Okay, ab hier übernehme ich lieber", sagte O'Connor und trat vor Asustín. „Was Mr. Stotteranfall sagen beziehungsweise dich fragen will", der Ire griff in die Hosentasche seines Partners und holte eine kleine samtene Box heraus, „Alexa, willst du die Frau von diesem smarten Latino hier werden?" Hoffnungsvoll blinzelte Asustín seine Angebetete an. Diese wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und ging auf ihn zu. Sie umfasste sein Gesicht mit beiden Händen und küsste ihn als Antwort. Leise und unauffällig stellte O'Connor die Ringbox ab und ließ die zwei allein.

Ein Fingerschnippen und sein Name rissen Asustín zurück in das Hier und Jetzt. „Hey, Tico."

Verdutzt schaute der Latino seine Freunde an. „W-was ist los?"

„Adam fragt, ob du schon die drei Ringe der Ehe kennst", erklärte Grant. Asustíns Ahnungslosigkeit wurde immer größer. Er hatte noch nie davon gehört. „Was sind die drei Ringe der Ehe?", fragte er also.

Coon grinste. „Na was wohl? Verlobungsring. Ehering. Augenring", zählte er an den Fingern ab. „Das Witzige dabei ist, das mit den Augenringen setzt bei dir mächtig früh ein. Bloß acht Monate lässt das Baby noch auf sich warten. Nicht mal die Flitterwochen werden so flitterig mit Braten im Ofen!", grölte Coon amüsiert. Asustín funkelte ihn grimmig an.

„Hey, komm schon, Ti. Ich will dich doch nur verarschen."

„Kein Problem, Mann. Du kannst ruhig weitermachen, so fällt es mir wenigstens leichter, zwischen dir und Max als Trauzeugen zu entscheiden", lachte der Detective. Klar, Coon hatte alle Spesen übernommen und eine Menge bei der Planung geholfen, aber O'Connor war nun mal sein bester Freund und riss keine dummen Sprüche auf Kosten Asustíns.

Während Coon weiterhin versuchte, das Gesagte zu überspielen, erhielt Grant eine Nachricht ihres Vorgesetzten.

Sie sollten unverzüglich bei ihm vorstellig werden.

„Wie stellst du dir das eigentlich vor, Adam?", fragte Asustín, als sie auf dem Revier ankamen.

„Was meinst du?"

„Na, das Bankett. Die letzte Woche bist du doch noch die ganze Zeit mit Gehstock herumgelaufen."

„Ach, ich schaffe das schon. Gestern und vorgestern habe ich ihn nicht gebraucht, heute auch nicht und morgen erst recht nicht. Nicht wahr, Mel?" Der Lieutenant nickte.

„Was hattest du überhaupt gemacht?" O'Connor drängelte sich zwischen Coon und Asustín vorbei.

„Ich war beim Sport", sagte Coon.

„Ah, das ist einleuchtend", feixte O'Connor. „Beim Bettsport sich 'nen Hüftschaden zugezogen."

„Nein, auf dem Golfplatz. Ich wurde vom Caddy unseres Bürgermeisters angefahren. Loch 15! Es war schmerzhaft, und ich konnte die Partie gegen Jared Cohen, den Immobilien-Tycoon, nicht zu Ende -"

„Lieutenant Grant!", brüllte Black quer durch die gesamte Etage und stürmte aus seinem Büro auf das Team zu. „Wo, verdammt nochmal, waren Sie vier? Wir haben drei neue Fälle reinbekommen. Wie Sie wissen, sind momentan aber nur zwei Teams anwesend. Ihr Team und das von Ripkens.

Ihretwegen musste ich zwei Fälle an das 12te abgeben."

„Adam hat uns doch nur zum Essen eingeladen", mischte sich O'Connor ein.

Black wurde immer wütender, sein Gesicht lief rot an. „Seit wann hat der Berater über das Team zu entscheiden?! Grant, ich warne Sie, machen Sie weiter so und Sie landen ohne Erbarmen in der Streife. Haben Sie das verstanden?"

„Ja, Sir", antwortete Grant kleinlaut mit gesenktem Kopf.

Black trat auf sie zu und kam ihr gefährlich nah. „Was ist das zwischen Ihnen und Coon? Man könnte fast meinen, dass Sie mehr Zeit in der Rückenlage verbringen als bei der Verbrechensbekämpfung."

„Bei allem Respekt, Sir, aber das geht zu weit." Schützend stellte sich Coon vor den Blondschopf.

„Was wollen Sie von mir, Coon? Denken Sie, ich seh' nicht, was hier vor sich geht? Halten Sie mich für einen Idioten?"

„Legen Sie Ihre Pistole weg, dann fragen Sie mich nochmal."

Black rümpfte verächtlich die Nase und versuchte sich größer zu machen, indem er seinen Brustkorb herausstreckte. „Auf meinem Revier will ich, gottverflucht, nur herausragende, qualitative Detectives. Ich brauch' hier also keine Hampelmänner, wie Sie es sind, Coon!" Die Standpauke des Captains wurde langsam, aber sicher zu einem Machtkampf der Testosteron gesteuerten Alphamännchen.

Der Kanadier verschränkte die Arme vor der Brust. „Ihr Name ist Berry. Berry Black. Beginnt man mit dem Zunamen ergibt das Black Berry. Oh, Ihre Mutter muss Sie echt gehasst haben, um Sie nach einer Telefonmarke zu benennen. Aber hey, sehen Sie es positiv. Wären Sie Asiate, würde es Sie wahrscheinlich noch schlimmer treffen."

„Ich verbitte mir diesen Ton, Mr. Coon!"

„Ich verbitte mir diesen Ton."

„Adam", schaltete sich Grant ein.

„Was? Er will effiziente Detectives? Dann sollte er erst einmal ein effizienter Captain sein und nicht so ein hochwohlgeborenes Arschloch!"

Black packte Coons linkes Handgelenk. Er starrte auf das goldene Wertstück an seinem Finger. „Warum tragen Sie noch immer diesen Ring? Um die Frauen auszusortieren, die auf eine feste Beziehung aus sind? Oder sind Sie nach wie vor davon besessen, sich für den Mord an Ihrer Familie zu rächen? Wachen Sie auf, Mann, der Kerl ist tot, die Sache ist gelaufen. Hätte ich damals in diesem Gerichtssaal gesessen, wären Sie längst in der Todeszelle gelandet. Hören Sie auf, diesen Ring zu tragen, es wirkt nämlich ziemlich lächerlich.

Glauben Sie mir, Coon, irgendwann müssen Sie's beenden, in den Himmel zu starren. Sonst schauen Sie sich eines Tages um und merken, dass Sie selbst längst davongeschwebt sind."