Adolf Eichmann - Banalität des Bösen? - Joachim Beike - E-Book

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Joachim Beike

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Didaktik - Politik, politische Bildung, Note: 13, Fachhochschule Gießen-Friedberg; Standort Gießen (Studienfach Politik), Veranstaltung: Politik, Sprache: Deutsch, Abstract: „Mich reut gar nichts. Ich krieche in keinster Weise zu Kreuze. Das kann ich nicht, weil sich mir das Innerste sträubt zu sagen, wir hätten etwas falsch gemacht. Ich muss ihn in ganz ehrlich sagen: Hätten wir von den 10,3 Millionen Juden, die Korherr ( Richard Korherr, Inspekteur für Statistik beim Reichsführer ) ausgewiesen hat, 10,3 Millionen Juden getötet, dann wäre ich befriedigt und würde sagen: "Gut wir haben einen Feind vernichtet ! " 1 Diese eindeutigen Worte stammten von dem im argentinischen Exil lebende Adolf Eichmann, verantwortlich für die Deportierung von 5 Millionen Juden während der Zeit des NS-Regimes und einer der meist gesuchtesten Kriegsverbrecher überhaupt. Aufgenommen wurden dieses Tonprotokoll 1956 durch den ehemaligen holländischen SS-Mann Willem Sassen im Rahmen eines Interviews. 3 Menschen die Adolf Eichmann im Laufe seines Lebens kennen gelernt hatten, beschrieben diesen als einen -Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen 2 (Wilhelm Höttl, SS-MannGuido Knopp Seite 36), -Null und Feigling ( Isser Harel, Chef des Mossad3 (Knopp, Seite 71) oder nur -ganz gewöhnlichen Menschen.4 Adolf Eichmann bezeichnete sich selbst als gehorsamen SS-Mann, der getreu dem SS-Eid stets nur seine Pflicht getan habe, nichts weiter. 5 (Knopp Seite 29) In der folgenden Zusammenfassung soll nicht nur den Werdegang des Adolf Eichmann erläutert sondern auch gezeigt werden, dass er als Bürokrat wesentlich mehr getan hat, als seine Befehle lauteten. 1 1 Interview mit Wilhelm Sassen: Guido Knopp:Hitlers Helfer, Seite 2 Isser Harel über Eichmann: Guido Knopp, Hitlers Helfer, Seite 29 4 Gesamteindruck über das Buch „Eichmann in Jerusalem“ von Hanna Arendt 5 Guido Knopp: Hitlers Helfer, Seite 29

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Veröffentlichungsjahr: 2003

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Inhaltsverzeichnis
2. 1906-1932.
3.2 Die Ausbildung.
3.4 Referat II 112 und der Aufstieg.
4. 1938.
4.1 Versetzung nach Österreich.
4.2 Bildung der Zentralstelle für jüdische Auswanderung.
4.3 Der Erfolg und sein Ausbau.
5.2 Erste Deportation.
6. 1941.
6.3 Eichmanns Arbeit
6.4 Theresienstadt.
7. 1942-1943.
7.3 Ausschwitz.
8. 1944-1960.
8.3 Der Todesmarsch.
9. 1960-1962.
9.2 Prozessbeginn.
9.3 Beweisführung der StA.
9.4 Das Urteil.
9.5 Revision.
9.6 Hinrichtung.
10. Literatur.
einen Feind vernichtet "

Page 3

Menschen die Adolf Eichmann im Laufe seines Lebens kennen gelernt hatten, beschrieben diesen als

einen

-Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen2(Wilhelm Höttl, SS-MannGuido Knopp Seite 36), -Null und Feigling ( Isser Harel, Chef des Mossad3(Knopp, Seite 71) oder nur -ga nz gewöhnlichen Menschen.4

Adolf Eichmann bezeichnete sich selbst als gehorsamen SS-Mann, der getreu dem SS-Eid stets nur seine

Pflicht getan habe, nichts weiter.5(Knopp Seite 29)

In der folgenden Zusammenfassung soll nicht nur den Werdegang des Adolf Eichmann erläutert sondern auch gezeigt werden, dass er als Bürokrat wesentlich mehr getan hat, als seine Befehle lauteten.1

2. 1906-1931

2.1 Kindes-und Jugendzeit

Adolf Eichmann wurde am 19. März 1906 um 5:00 Uhr morgens in Solingen geboren. Er war das Älteste von fünf Kindern. Sein Vater war Buchhalter für die Straßenbahn- und Elektrizitätsgesellschaft in Solingen. 1914 wurde er als Direktor der gleichen Gesellschaft nach Linz versetzt. Seine Familie folgte ihm.

In Linz ging Adolf Eichmann auf die Kaiser-Franz-Staatsoberrealschule, wo er den Realabschluss nicht schaffte. Nebenbei sei erwähnt, dass Adolf Hitler 15 Jahren vorher die gleiche Schule besuchte und ebenfalls den Abschluss nicht schaffte.

Das spätere Studium in Maschinenbau (Polytechnikum) schloss Eichmann ebenfalls ohne Examen ab.

1Interview mit Wilhelm Sassen: Guido Knopp:Hitlers Helfer, Seite

2Isser Harel über Eichmann: Guido Knopp, Hitlers Helfer, Seite 29

4Gesamteindruck über das Buch „Eichmann in Jerusalem“ von Hanna Arendt

5Guido Knopp: Hitlers Helfer, Seite 29

Page 4

Eichmann schob das Scheitern gerne auf finanzielle Missgeschicke seines Vaters, da er es für ehrenhafter hielt, deshalb durchzufallen, als aufgrund seines Nichtkönnens.

2.2 Erste Arbeitsstätten

Während dieser Zeit machte sich Eichmanns Vater mit einem eigenen Geschäft (Bergbaugesellschaft) selbstständig, und stellte seinen Sohn als einfachen Arbeiter ein.

1925 fand Eichmann mit Hilfe seiner Stiefmutter, seine Mutter war 1910 gestorben, eine Stelle als Verkaufsbeamter in der Oberösterreichischen Elektrobau AG und zwei Jahre später bei der Ölfirma Vakuum Oil Company als Reisvertreter. Letztere Stellung bekam Eichmann wieder aufgrund verwandtschaftlicher Beziehung.

Sowohl dieser Beruf als auch der Vorherige, waren jedoch nicht in Eichmanns Sinn. Er schreibt in seinen späteren Memoiren, daß er nach der Aufgabe suchte, die seinem Leben einen Sinn gab. 3. 1932-1937 3.1 Eintritt in die NSDAP

Bei einer Versammlung der NSDAP am 1. April 1932 im Linzer Märzenkeller sollte Eichmann seinen Sinn finden. Bei Der Versammlung kam der spätere Reichssicherheitshauptmann Ernst Kaltenbrunner, damals ein Geschäftsfreund seines Vaters, auf ihn zu, und sagte: "Du kommst zu uns". Eichmanns einfach Antwort:

"Ja gut".6Eichmann wurde hierauf Mitglied der SS der NSDAP.

Page 5

Hierzu sollte gesagt werden, dass Eichmann nie ein politischer Mensch war. Die Entscheidungsgründe lagen eher darin, dass sich Eichmann schon seit seiner Jugendzeit in Gemeinschaften und Vereinen wohl fand. Desweiteren hatte er den Drang nach gesellschaftlicher Anerkennung und Karriere. Menschen wie ihm versprach Hitler ganz von vorne anfangen zu können. Ende 1932 musste Eichmann beruflich von Linz nach Salzburg ziehen, was ihm missfiel. Kurz darauf, wurde ihm die Arbeit bei der Ölfirma auch aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1933 gekündigt. Kurz nach seiner Entlassung aus der Oil Company wurde die NSDAP, als Folge der Machtergreifung in Deutschland, in Österreich verboten.

3.2 die Ausbildung

Kurzentschlossen siedelte Eichmann am 1. August 1933 nach Deutschland über und wurde gleich darauf von dem zuständigen Gauleitung Boleck zuerst in das SS-Ausbildungslager ins Kloster Lechfeld gesandt, wo er für die " österreichische Exil-Legion " gedrillt werden sollte, die im Aufbau begriffen war. Zwischendurch wurde er in das Ausbildungslager Passau und Dachau gesandt, kehrte aber danach wieder nach Lechfeld zurück.

Hinweise, die darauf deuten, daß Eichmann zu diesem Zeitpunkt Kontakt mit den dortigen Kz`s hatte, konnte ich nicht finden.

Aber auch in Lechfeld und Passau verfiel Eichmann in Langeweile. Eichmann wörtlich: " Mir war das Einerlei des Dienstes etwas, was mir wiederstrebte. Jeden Tag dasselbe, immer wieder