Albert Andakawwa (1). Schlamassel im Schlammsee - Patricia Schröder - E-Book

Albert Andakawwa (1). Schlamassel im Schlammsee E-Book

Patricia Schröder

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Beschreibung

BOING!! Mitten in der Nacht landet ein Känguruh auf Albert Andakawwas Dachterrasse! Doch das Tollste kommt noch: Es hat eine Botschaft für Albert dabei! „Lieber Albert! Willkommen im Club der allergeheimsten Geheimagenten der Welt“; steht da, und: „Demnächst erhältst du deinen ersten Auftrag.“ WIE BITTE?? Zum Glück hat Albert einen mächtigen Verbündeten. Der versorgt ihn immer wieder mit den verrücktesten Hilfsmitteln, darunter ein Schrumpfkorn und ein Gedankenleser. Ziemlich praktisch. Und seine Freunde Max und Sofie lassen Albert sowieso niemals im Stich!

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Seitenzahl: 55

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Patricia Schröder

ALBERT ANDAKAWWA

Geheimster Geheimagent aller Zeiten

SCHLAMASSEL IM SCHLAMMSEE

Zeichnungen von Horst Klein

 

 

 

 

 

 

 

 

Patricia Schröder,

1960 geboren, lebt mit ihrem Mann auf einer Warft an der Nordsee. Ein Känguru besitzt sie zwar nicht – geschweige denn, dass sie auf einem reiten könnte –, dafür aber eine ganze Reihe anderer Tiere. Ihr „richtiger“ Beruf ist Textildesignerin, noch lieber aber als Muster für Krawatten oder Unterhosen denkt sie sich Geschichten aus, und so hängte sie ihren ersten Beruf vor einigen Jahren kurzerhand an den Nagel. Inzwischen sind zahlreiche Kinder- und Jugendromane veröffentlicht. Mehr über die Autorin unterwww.patricia-schroeder.de.

Horst Klein

wurde 1965 im Bergischen geboren, verbrachte aber prägende Jahre in Ostfriesland, bevor er 1989 für sein Studium in visueller Kommunikation nach Krefeld zog. Dort ist er dann auch kleben geblieben und arbeitet heute als Illustrator und Grafiker für Verlage und Zeitschriften, Hans und Franz. Er hat eine Frau und zwei Kinder. Die heißen aber anders.www.malenfuerzahlen.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Auflage 2014 © Arena Verlag GmbH, Würzburg 2014 Alle Rechte vorbehalten Einband und Illustration: Horst Klein ISBN 978-3-401-80345-6

www.arena-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

KAPITEL 1: GEHEIMNISVOLLE POST

KAPITEL 2: DREI DINGE IM AAL

KAPITEL 3: ALBERT ZWO

KAPITEL 4: KÄNGURU ÜBER DER STADT

KAPITEL 5: SCHWIMMEN VERBOTEN

KAPITEL 6: GEHEIME GEDANKEN

KAPITEL 7: GUT GESCHRUMPFT, IST HALB GEWONNEN

KAPITEL 8: SCHLAMASSEL IM SCHLAMMSEE

KAPITEL 1:GEHEIMNISVOLLE POST

 

 

 

Ich schlage die Bettdecke zurück und taste nach meiner Brille, die wie immer auf dem Nachttisch liegt. Ich setze sie mir auf die Nase, husche zur Tür und luge durch den Spalt. Das Arbeitszimmer meines Vaters, A. A. Senior, befindet sich am anderen Ende des Flurs und besitzt den einzigen Zugang zur Dachterrasse. Von dort aus kann ich mir am besten ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe machen. Leider ist es so dunkel, dass ich die Spinnweben erst sehe, als deren fette Besitzerin mir bereits auf der Nase hockt und die Zähne fletscht.

Stille kriecht durch alle Ritzen. Man könnte das Gerippe eines Flohs klappern hören.

Ich schlage die Spinne weg und überlege. Vielleicht habe ich das mit dem Knall ja bloß geträumt.

Plötzlich ertönt ein Poltern in A. A. Seniors Arbeitszimmer. Ich zucke zusammen. Mein Blick fliegt zur Schlafzimmertür gegenüber. Ob Mama das auch gehört hat?

Das dunkle Brüllen eines Grizzlybären erschüttert die Wände, kurz darauf ertönt das fröhliche Zwitschern eines Vögelchens. Alles klar! Mama schläft so tief und fest wie ein Murmeltier und schnarcht sich mal wieder einen ganzen Zoo zusammen.

Todesmutig tappe ich weiter. Ich taste mich an der Wand entlang und meine Finger finden zum Glück nicht die Steckdose, sondern gleich den Lichtschalter.

Die Tür von A. A. Seniors Arbeitszimmer steht wie immer einen Spaltbreit offen. Da poltert es wieder. Jetzt klingt es allerdings eher wie ein Rumsen. Und es ist ziemlich laut.

Hinter mir höre ich noch immer Mamas Zoogeräusche.

Ich stelle das Atmen ein und tappe auf Zehenspitzen bis zur Arbeitszimmertür. Langsam drücke ich sie auf. Mein Herz wummert mittlerweile wie ein Presslufthammer.

Und dann sehe ich es: das Känguru. Es nimmt Anlauf und springt mit Vollkaracho gegen das Fenster.

Wieder und immer wieder. Die Scheibe zittert und plötzlich fällt das Känguru wie ein in Pfefferminztee getränkter Mehlsack zu Boden.

„Jumpie!“, rufe ich entsetzt, hechte durch A. A. Seniors Arbeitszimmer und reiße die Tür zur Dachterrasse auf. Meine beste Freundin Jumpie liegt rücklings und mit total verdrehten Augen auf dem Boden. Ich fürchte, sie sieht haufenweise Sternchen, und schon rutscht mir das Herz vor Angst um sie in die mit bunten Watschelenten bedruckte Pyjamahose.

Ogottogott! Was mache ich jetzt bloß? Jumpie einen Eisbeutel auf die Stirn legen? Oder ihr eine verweste Maus unter die Nase halten?

Mit Mund-zu-Mund-Beatmung bei Kängurus kenne ich mich nämlich leider nicht aus.

„Jumpie!“, rufe ich. „Was sollte das denn?“

Nur ein Volltrottel rennt freiwillig mit dem Schädel gegen eine Fensterscheibe. Jumpie ist aber kein Volltrottel, sondern die klügste Känguru-Dame der Welt. Irgendetwas muss sie so sehr erschreckt haben, dass sie ihr Gehirn in ihrem Gehege am Ende unseres Gartens vergessen hat. Moment mal. Wie hat sie es überhaupt bis auf die Dachterrasse geschafft? Leute, die liegt 400 Zentimeter über dem Meeresspie… äh Erdboden! Kein Känguru kann so hoch springen. Nicht einmal Jumpie.

Mit einem Satz bin ich bei ihr. „Beim großen Manitu der Stabhochsprungkängurus! Hast du Sprungfedern unter den Pfoten?“

Jumpie knurrt leise. Ihr rechtes Augenlid klappt zu. Als sie es wieder öffnet, guckt das Auge mich direkt an. Und zwar ziemlich vorwurfsvoll. „Okay, ich gebe zu, das war nicht witzig“, sage ich leise und strecke meine Hände aus. Vorsichtig streiche ich durch Jumpies Fell. „Hast du dir sehr wehgetan?“

Sofort schnellt ihr Kopf hoch.

Jumpie presst ihre Nase gegen meine und durchbohrt mich mit ihrem Blick, als wollte sie bis tief in meinen Magen hinunterschauen und dort nach etwas Essbarem suchen.

„Entschuldigung“, stammle ich. „Das war eine ziemlich dusselige Frage. Natürlich hast du dir wehgetan.“

Meine Hände wandern von ihrem Bauch in Richtung Brust.

Ich spüre ein extrem beunruhigendes „Verdammt, du hast nicht nur Sprungfedern unter den Füßen, sondern auch mindestens ein halbes Dutzend davon verschluckt!“, stoße ich erschrocken aus.

Mein Känguru guckt mich an, als hätte ich nicht mehr alle Latten am Zaun und verpasst mir einen kräftigen Stupser gegen die Stirn. Ich gerate aus dem Gleichgewicht und lande rücklings auf meinem Hintern.

Unterdessen springt Jumpie auf die Hinterfüße. Sie stößt ein leises Keckern aus und sieht mich mit rollenden Augen an.

Himmel, Hirn und Krötenfurz – so habe ich sie ja noch nie erlebt!

„Was ist bloß los mit dir?“, murmle ich, während ich mich langsam aufrapple. Da fällt mein Blick auf Jumpies Bauch. Ich stutze. Bin ich jetzt total plemplem oder lugt aus dem pelzigen Beutel tatsächlich die Ecke eines weißen Briefumschlags hervor?

Ich strecke die Hand danach aus und zum Glück hält Jumpie ganz still, als ich den Umschlag aus ihrem Beutel ziehe. A. A. Junior steht vorne drauf. Sonst nichts.

A. A. Junior – wer soll das denn sein? Ich kenne nur A. A. Senior, meinen Vater. Aber der ist vor acht Jahren mit einem Flugzeug über dem Amazonas-Dschungel abgestürzt.

Der Umschlag ist nicht zugeklebt. Mit zitternden Fingern ziehe ich einen Brief heraus. Ich lasse mich auf den Hintern zurückfallen, falte den Brief auseinander und fange an zu lesen.

Wie bitte?? Geheimagent? – Mein Vater? Oder meinen die etwa mich?

Mein Blick fliegt zur Unterschrift am Ende des Briefes. Sie erinnert mich an ein zerquetschtes Insekt. Komplett unleserlich. Kopfschüttelnd sehe ich mein Känguru an.

„Jumpie, altes Mädchen, wer hat dir bloß diesen Brief zugesteckt?“