Albrechts Chroniken III - Friedrich S. Plechinger - E-Book

Albrechts Chroniken III E-Book

Friedrich S. Plechinger

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Beschreibung

Albrechts Reise ist nicht zu Ende. Es ist vielmals erwiesen, dass Phönizier und Nordmänner (Vikinger) die Neue Welt lange vor Kolumbus entdeckt hatten, doch die Theorie besteht ebenso, dass auch die Templer, aufgrund gefundener Dokumente und Chroniken, sich auf den Weg machten, um diese Länder zu finden. Sie hielten es geheim, denn die Kirche erlaubte nichts, was ihren Doktrinen widersprechen könnte. Albrechts Chroniken 3 ist die Fortsetzung der beiden vorher erschienenen Romane (Weg eines Templers und die schwarze Krone). Wissensdrang und Abenteuerlust drängt viele Menschen, sich in Gefahr zu begeben, um gleichzeitig ihre eigenen Grenzen zu erforschen. Die Neugier treibt viele nach vorn und es heißt hier, die Furcht beiseitezulegen, die einem viele Türen verschließt und deswegen widme ich das folgende Gedicht den Menschen, die sich, wie Albrecht, vor nichts zurückhielten, um eine bessere Welt und ein besseres Leben zu finden:

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Albrechts Chroniken III

1. Auflage, erschienen 1-2020

Umschlaggestaltung: Romeon Verlag

Text: Friedrich S. Plechinger

Layout: Romeon Verlag

ISBN (E-Book): 978-3-96229-896-8

www.romeon-verlag.de

Copyright © Romeon Verlag, Kaarst

Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung und Vervielfältigung des Werkes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks und der Übersetzung, sind vorbehalten. Ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Verlages darf das Werk, auch nicht Teile daraus, weder reproduziert, übertragen noch kopiert werden. Zuwiderhandlung verpflichtet zu Schadenersatz.

Alle im Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden vom Autor nach bestem Gewissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

FRIEDRICH S. PLECHINGER

ALBRECHTS CHRONIKEN III

ASTROLABIUM

WIDMUNG, VORWORTUND DANKSAGUNG

Mein Dank gilt allen, die sich an Albrechts Chroniken erfreuen und die mir gute wie auch weniger gute Kritiken gegeben haben und mich trotzdem motivieren, weiterzumachen.

Großer Dank an meine Frau Anita und meinem Sohn Angus, die mich wie immer unterstützen und mir mit Ratschlägen zur Seite standen.

Ich danke dem Romeon-Verlag, ohne dessen Hilfe ich meine Werke nicht hätte veröffentlichen können und der Buchhandlung Gernot Hykl in Frankenberg, die ebenfalls mit Rat und Tat mir zur Seite stand.

Ich mache weiter und werde versuchen mit Albrechts Chroniken den Leser in eine Welt zu versetzen, wo man selbst die Antwort auf nicht alltägliche Fragen stellen und finden darf. Der Mensch ist fähig, seine eigene Theorie und Meinung zu bilden bezüglich der Entwicklung dieser hier stattfindenden Ereignissen in unserer heutigen Zeit. War es vielleicht schon immer so und wir bemerkten es nur nicht oder hat uns das Zeitalter der digitalen Kommunikation geholfen, die Augen mehr zu öffnen und Tatsachen zu erkennen, die wir vielleicht nur allzu oft aus Bequemlichkeit oder gar Furcht ignorierten. Der Mensch soll erwachen und sich von dem Joch der Akzeptanz befreien.

Ich wünsche den Lesern viel Spaß bei Albrechts Chroniken 3 und hoffe, dass ich Euch mit diesem Werk Freude bereiten kann.

Euer

Friedrich S. Plechinger

INHALT

Widmung, Vorwort und Danksagung

Aller Anfang ist schwer

Hugues kommt

Vorbereitung und Schwierigkeiten

Adieu Ashkelon

Federico Pinzon

Marseilles in Sicht

Jacques der Katharer

La Rochelle

Isabella

Es ist so weit

Sturm voraus

Land in Sicht!

Eine neue Welt!

Wir gehen an Land

Auf nach Süden

Eine Hölle im Paradies

Wo ist das Gold?

Die Gefangennahme

Wohin führt uns der Norden?

Der kalte Norden

Nach Osten

Einfahrt in La Rochelle

Pinzon redet und Cortez flieht

Montsegur

Jerusalem ruft

Nach Akkon

Nur-A Din und der König

Akkon brennt

Die Rückreise nach La Rochelle und unerwarteter Besuch

Bringt mir Cortez

Die zweite Reise

Wir warten auf den Frühling

ALLER ANFANG IST SCHWER

ASHKELON, APRIL 1135

Das Rauschen des Meeres und die salzige Seeluft, die so allgegenwärtig hier wehte, versetzten meine Gedanken weit, weit weg, als ich aus dem Fenster, die ein- und ausfahrenden Koggen und Daus betrachtete. Der Hafen der Komturei war erst vor Kurzem fertiggestellt und schon befuhren es die Boote des Cortez in regelmäßigen Abständen, um Waren, Truppen und Güter nach Palästina einzuführen.

Ashkelon ist günstiger gelegen als Akkon, oder Caesarea, denn hier wird man nicht von Zollbeamten und anderen Verwaltungsorganen behelligt, die einem die Löschung der Fracht unnötig erschweren. Ich war zufrieden, mit dem, was ich geschaffen hatte und erntete endlich die Früchte meiner Saat, auch wenn es für mich am Ende, weder materiellen noch finanziellen Profit entstand, denn der Orden war der Einzige, der aus dieser Ernte profitierte, so war doch die Befriedigung darüber etwas Großes geschaffen zu haben, für mich unbezahlbar.

Ich erfüllte somit meinen Eid, doch tief in mir drin brannte dieser Wunsch, endlich selbst auf See fahren zu können, um die neuen Länder zu entdecken, von denen Eduardo Cortez so ausführlich einst erzählte und auch durch unsere damaligen Funde in Jerusalem, durch die phönizischen Fahrtenprotokolle, berichtet wurden. Heute war es denn endlich soweit. Heute würden Farid, der Flottenleiter des Ordens, zusammen mit Eduardo Cortez, in der Komturei eintreffen, um die letzten Besprechungen, bezüglich unserer so geheimen Expedition, zu halten. Hugues de Payns würde dann morgen aus Jerusalem selbst eintreffen, um unseren endgültigen Plan zu prüfen und hoffentlich auch zu genehmigen.

Viel zu lange habe ich auf diesen Moment gewartet und viel zu viel habe ich dafür geopfert. Von meiner Familie war ich nun acht Jahren getrennt und kein Brief und keine Botschaft erreichte mein so gequältes Herz. Es war ja am Ende mein eigener Entschluss, diesen Weg zu gehen, doch insgeheim hoffte ich auf Nachricht.

„Bruder, Farid und Cortez sind soeben eingetroffen!“

„Dank Dir, Otto. Lass sie eintreten!“

Otto verneigte sich und bat die zwei Herren in den Besprechungssaal. Farid und Eduardo verbeugten sich und trugen große, eingerollte Mappen mit sich. So zumindest hatte ich den Anschein.

„Nehmt Platz Brüder. Ich danke Euch, dass Ihr gekommen seid. Heute müssen wir einen endgültigen Plan fertigstellen, denn vieles hängt morgen davon ab, die Genehmigung des Großmeisters zu erhalten. Wir müssen noch einmal alles gemeinsam vergegenwärtigen und nichts dabei auslassen!“

„Ganz Deiner Meinung, Bruder!“, bestätigte mir Farid.

„Eduardo und meine Wenigkeit sind, auf dem Ritt hierher, noch einmal gedanklich den Aufbau des Planes durchgegangen und dabei haben wir einige Schwierigkeiten zu bewältigen, die Zeit in Anspruch nehmen werden! “

„Zeit ist etwas, mein lieber Farid, dass wir nicht mehr allzu viel haben. Wir müssen in See stechen, sonst überlegt es sich irgendeiner noch anders und dann ist es vorbei mit dem Vorhaben. Außerdem steht es nicht gerade zum Besten mit Hugues de Payns. Seine Gesundheit lässt zu wünschen übrig und sollte er vor unserer Abreise sterben, möge Gott dies verhindern, wissen wir nicht, wer sein Amt übernimmt und wie dann dieser Nachfolger zu der ganzen Sache stehen wird.“

„Es ist nicht die Planung, die Zeit kosten wird!“, meldete sich plötzlich Eduardo Cortez …

„Die Durchführung ist es, was uns Sorgen macht. Wir können die Straße Gibraltars nicht verwenden, denn diese ist verseucht mit den Booten der Mauren. Der Kalif wartet nur darauf, dass ein mit roten Kreuzen bestickter Segel, diese Meerenge durchquert und wie Du sicherlich weißt, wird der Großmeister unsere Expedition nur genehmigen, wenn die Symbole des Ordens, klar und deutlich, auf die Segel zu sehen sind!“

„Was schlägst Du also vor, Bruder Eduardo?“, fragte ich ihn etwas nervös.

„Nun, es wird Dir sicherlich nicht gefallen, doch im Moment ist es die einzige Option. Wir müssen den Hafen von La Rochelle verwenden, um die erste Expedition zu beginnen und um dorthin zu kommen, müssen wir zunächst nach Marseille und dann über dem Landweg dorthin …!“

„Nach La Rochelle?“, wollte ich bestätigt wissen.

„Ja!“

Cortez hatte recht. Dies gefiel mir überhaupt nicht, denn es würde alles andere ebenso verzögern.

„Und wenn wir einmal die Reise nach La Rochelle hinter uns gebracht haben, wie geht es dann weiter? Welche Koggen werden uns zu Verfügung gestellt und von wem? Von Dir Eduardo? Wir können ja schlecht die Boote, mit denen wir aus Ashkelon losgesegelt sind, über das Land zur anderen Seite ziehen!“, fragte ich leicht gereizt.

„Darüber mach Dir keine Sorgen Kommandant. Das werde ich alles organisieren. Ebenso die Besatzung!“

„Die Besatzung, mein Bester, werde ich aufstellen!“,

befahl ich.

„Denn ich will Männer, auf die man sich verlassen kann. Sie sollen mir bis zum Tod folgen und nicht nach drei Tagen zurück nach Hause wollen!“

„Ja, aber es müssen qualifizierte Seeleute sein Albrecht. Mit Soldaten allein kannst Du keine Kogge über solch eine unbekannte See fahren!“

„Das weiß ich nur zu gut, Farid, jedoch müssen es besondere Seeleute sein, die nicht nur Templer sind, sondern wirklich welche, die in ihrem Leben nichts mehr zu verlieren haben.“

Viel zu sehr wurde ich mit dem Gedanken gequält, wie ich denn, den von Bab Pha Med mir auferlegten Fluch, von den Männern geheim halten soll. Otto, Friedrich, Horst, Farid und Cortez wussten was aus mir, eine Stunde nach Mitternacht, wurde. Auch Hugues des Payns wusste es, doch Gnade einem Gott, wenn ein Unwissender damit konfrontiert werden würde, plötzlich einen schwarzen Engel vor sich zu haben, der einen nicht so engelhaft erscheint.

„… Die nächste Frage wäre, wie viele Koggen wir nun für die Expedition verwenden sollten?“

„Ich würde zunächst mal mit einer anfangen!“, riet Farid.

„Das erscheint mir zu wenig! Wenn dieser einen was passiert, werden allen gesammelten Kenntnissen dieser Reise, mit Ihr untergehen. Ich schlage zwei umgebaute Koggen vor!“, rief Eduardo überzeugt.

„Umgebauten?“, fragte ich neugierig.

„Ja. Einige Veränderungen sollten in Betracht gezogen werden. Wir wissen nicht genau, mit welchen Stürmen oder Tiefgängen wir es zu tun haben werden, also sollten wir Verstärkungen an den Masten und am Rumpf vornehmen lassen. Nur um sicherzugehen!“

„Würde das nicht Einbußen seitens Zuladung der Fracht nach sich ziehen?“, fragte nun Farid nicht gerade überzeugt.

„Nicht wirklich. Die Zahl wird vernachlässigbar klein sein und Sicherheit sollte hier vorgehen!“

„Finde ich auch mein bester Eduardo. Wir wollen ja auch zurückkehren, um unseren Erfolg den Orden kundzutun!“, stimmte ich ihm bei.

„Und außerdem würde dabei, das Boot stabiler das Wasser verdrängen!“, versicherte uns Eduardo Cortez.

„Nun gut. Da habe ich nichts hinzuzufügen!“, sagte Farid.

„… Doch zwei Koggen verlangen auch die doppelte Menge an Besatzung, die im Leben nichts mehr zu verlieren haben!“, rief Farid und sah mich dabei grinsend an.

„Das werden wir schon hinbekommen. Stellt sich nun die Frage, wer das Kommando der beiden Koggen übernehmen wird.“

„Nun ich stelle mich freiwillig zur Verfügung!“, rief Farid enthusiastisch.

„Ich kann leider nicht dabei sein“, unterbrach Eduardo Cortez.

„Jedoch würde ich einen Kapitän zur Verfügung stellen, der meiner Ansicht nach zu den Besten gehört und der sich mehrmals hinausgewagt hat, und zwar jenseits Gibraltar. Er fand Inseln weit draußen, die Euch mit Frischwasser und Nahrung für die Weiterfahrt versorgen könnten!“

„Hat er einen Namen?“

„Ja hat er! Federico Pinzon. Ein einfacher, aber sehr ehrlicher Mann. Verschwiegen und zuverlässig. Ich kann keinen besseren Begleiter für Euer Vorhaben empfehlen“, versicherte uns Eduardo Cortez.

„Und warum kannst Du nicht dabei sein?“, fragte ich daraufhin, wohlwissend, was die Antwort sein würde.

„Meine Abwesenheit, über einen längeren Zeitraum, würde auffallen und außerdem vertraue ich keinem meine Geschäfte an. Das musst Du verstehen, Bruder!“

„Das tue ich. Nun gut … dieser Federico Pinzon, ist er ein Templer?“

„Ja Kommandant. Er hat den Eid in der Komturei Valencias vor einem Jahr abgelegt. Ein gottesfürchtiger Mann!“

„Das eben bereitet mir Sorgen Eduardo. Ich werde ihn mir mal ansehen müssen. Glaubst Du, ich könnte ihn in Marseille oder La Rochelle treffen?“

„Er befindet sich in Jaffa, Bruder. Er könnte in wenigen Tagen hier sein, wenn Du es wünschst. Ein Wort und ich werde ihn kommen lassen!“

„Das trifft sich ja sehr gut. Ja, ich möchte ihn auf jeden Fall kennenlernen.“

Eduardo verneigte sich lächelnd und freute sich sichtlich über meine Zustimmung.

„Von welchen Koggen reden wir hier nun eigentlich und wie viel Mann Besatzung benötigen wir letztendlich?“, fragte ich, um wieder auf das Thema zu kommen.

„Nun, wenn wir zwei aus dieser Bootsklasse einsetzen, so kann ich nur die „Magdalena“ und die „Isabella“ empfehlen“, schlug Eduardo vor, doch Farid fuhr entsetzt hoch, als er „Isabella“ hörte.

„Bist Du des Wahnes Eduardo? Die „Isabella“ ist nicht tauglich für solche Fahrten!“

„Doch, das ist sie. Sie ist klein und reicht vollkommen als Ersatzboot aus, sollte der „Magdalena“ etwas ereignen!“

„Ich denke, vorher würde die „Isabella“ untergehen, und zwar kurz nachdem sie La Rochelle hinter sich gelassen hat. Sie ist eine kleine Nussschale mit kaum Frachtvolumen und Ihr Kiel ist irgendwie flach!“

„Und doch hat sie genügend Platz, um Soldaten aufnehmen zu können sowie etwas Fracht. Aber mach Dir keine Sorgen. Federico würde sie kommandieren. Du bekommst natürlich die „Magdalena“.“

„Darum geht es nicht. Es geht darum, Beute aus den neuen Ländern zu bringen und die Bäuche der Koggen zu füllen. In der „Isabella“ passt kaum etwas rein …!“

„Und doch schlugst Du vorhin vor, mit nur einer Kogge loszufahren. Die „Isabella“ hat Vorteile, bezüglich des Tiefgangs und sie ist schnell. Mit ein paar Ausbesserungsarbeiten wird sie die See wie ein Engel bezwingen. Glaub es mir Farid!“

Doch Farid war nicht überzeugt und schaute mich mit bettelnden Augen an die „Isabella“ nicht in Betracht zu ziehen.

„Ich muss Farid leider recht geben Eduardo. Ist unser Vorhaben nicht damit begründet, ebenfalls mit wertvollen Gegenständen zurückzukehren? Und zwar so viel als möglich?“

„Es wird, für Euch, die erste Fahrt da draußen. Ich war schon dort und habe es gesehen, mit was man konfrontiert werden kann. Größe allein macht den Erfolg dieses Unternehmens nicht aus. Wendigkeit und Geschwindigkeit kann aber lebensrettend sein. Ich schlage es nur für diese erste Fahrt vor. Danach könnt Ihr an die gesammelten Erfahrungen zurückgreifen!“

„Was meinst Du Farid?“, fragte ich ihn.

„Nun gut. Da ich ebenfalls diese Gewässer vorher nicht gefahren bin, werde ich den Vorschlag mich anschließen müssen. Möge Gott uns dabei gnädig sein!“

„Gott wird nicht der Kapitän auf diesen Fahrten sein. Ich muss mich auf Deine Kompetenz und Deinen Mut hier verlassen Farid. Ich werde auf der „Magdalena“ mitfahren und hoffe, dass Du mir dabei ein guter Mentor sein wirst, Bruder!“

„Das werde ich. Verlass Dich drauf Albrecht!“

„Ich sehe, Ihr habt was mitgebracht. Was sind das für Mappen? Ich will sie sehen!“

Eduardo Cortez rollte eine Karte über den Eichentisch aus und ich beschwerte die Seiten mit einem Kerzenständer und einem Zinnbecher, damit sich dieser nicht zurückrollte.

Vor mir lag eine wunderschöne, von Hand gezeichnete, Karte. Es zeigte Europa, ein Teil Afrikas, Palästina und ein Bereich, was das Hinterland Babylons darstellen sollte.

„Wo habt Ihr diese her? Ich habe sie schon einmal gesehen!“, rief ich überwältigt von der meisterhaft geführten Feder, die der Zeichner, bei der Erstellung, so perfekt verwendete.

„Hugues de Payns gab sie uns. Sie stammt aus der von Euch ausgehobenen Grube in Jerusalem.

Deswegen erkannte ich sie. Vater hatte sie damals, auf der Rückfahrt, 1127, zusammen mit Severinus, auf dem Boot studiert, als diese uns nach Rom brachte. Ich dachte damals nichts dabei, doch heute erkannte ich sie wieder.

„Wer war der Zeichner?“

„Ein Phönizier. Der Name steht unten rechts und kann nur als „Make“ identifiziert werden. Jedoch das besondere Merkmal sind die Zeichnungen links von unserem Kontinent aus gesehen. Siehst Du sie? Dies müssen Inselgruppen sein oder gar Länder. Es kann kein Irrtum von diesem „Make“ sein, denn Europa, sowie den Rest der Mappe, hat er sehr beeindruckend mit der Feder festgehalten!“, rief Cortez und ich spürte diesen unermesslichen Drang, sofort aufzubrechen, um diese Inseln zu entdecken, die schon dieser Phönizier anscheinend bereits entdeckt hatte. Doch warum hatte Hugues des Payns so etwas Kostbares, Eduardo Cortez in die Hand gedrückt? Er, der den Großmeister schon einmal belogen hatte mit der Anzahl seiner Boote, die er sein Eigen nannte? Elf Koggen hatte er angegeben und darunter befanden sich auch Daus. Doch hatte nicht Rondelli kurz vor seiner Hinrichtung, behauptet, Cortez hätte tatsächlich dreimal so viel?

„Diese Mappe bleibt hier und wird diese Mauern erst wieder verlassen, wenn wir Anker lichten werden, um zuerst nach Marseille zu segeln und das, meine Herren, unmittelbar nach Erhalt, der vom Großmeister erlangten Genehmigung. Ich dulde keinen Aufschub mehr und so beauftrage ich Euch beiden sofort mit der Planung, die Ihr aufs Papier festzuhalten habt. Morgen wir der Großmeister hier erscheinen und bis Morgen Mittag erwarte ich von Euch, diesen Plan fertiggestellt zu haben. Ich überlasse Euch diesen Raum und Ihr dürft alles, was Ihr dazu benötigt, verwenden … OTTO! …“

Die alte Tür öffnete sich knarrend und einen Augenblick später erschien Otto in seiner typischen, disziplinierten Haltung:

„Du hast gerufen Bruder?“

„Ja. Bruder Eduardo und Bruder Farid, werden den ganzen Tag und die ganze Nacht hier in diesem Raum verweilen und sie sollen alles bekommen, was sie benötigen. Speis und Trank ebenso. Kein anderer darf diesen Raum betreten und keiner darf diesen Raum verlassen. Nicht eher, bis sie diesen Plan fertiggestellt haben!“

„Ist das alles, Kommandant?“

„Nein! Erstelle eine Liste von all den Männern, die früher Seeleute waren und die Deiner Meinung nach zuverlässig und verschwiegen sind. Sie müssen absolut loyal und nur die, die Du für eine längere Seereise als geeignet siehst, kommen auf Deiner Liste. Und noch was. Suche Dir bitte welche aus, die nicht allzu gottesfürchtig sind, wenn Du verstehst, was ich meine!“

„Das tue ich in der Tat Bruder! Noch was?“

„Nein Otto. Das wars. Ich danke Dir!“

Otto verschwand und ich erkannte, dass den beiden, Eduardo und Farid, es nicht gefiel, wie ich über sie verfügte und ich sie quasi als meine Gefangene, in den Saal festhielt. Doch sie wussten auch, warum ich das tat und am Ende wollten sie es auch. Die Karte rollte ich vorsichtig wieder ein und nahm sie zu mir.

„Meine Herren. Ich überlasse Euch nun diesen Saal und hoffe auf Euren Einfallsreichtum. Ich erwarte von Euch, dass Ihr Hugues morgen überzeugen werdet!“

Ich verließ den Saal und spürte die Hilflosigkeit der beiden, als ich ihnen den Rücken zuwendete. Für mich gab es kein Zurück mehr und viel stand auf dem Spiel, sollten sie keinen überzeugenden Plan aufstellen können.

HUGUES KOMMT

Das Wetter schlug um sich, als Otto mich weckte und berichtete, dass Farid und Eduardo mit dem endgültigen Plan, für die Expedition, fertig wurden. Kein Hahn krähte an diesem Morgen, denn ein Gewitter, das Toten das Fürchten lehrte, tobte über Ashkelon, so als ob der Allmächtige mich vor irgendetwas warnen wollte. Doch ich würde mich von niemandem aufhalten lassen. Weder vom Universum noch von seinem Dienern, die sich göttlich oder teuflisch in ihren Rängen schwelgten. Eher soll mich die See in ihren Bauch verschlingen, als das ich mich noch von diesem, meinem Vorhaben abschrecken lassen würde.

So stand ich auf und eilte zum Saal, der auf der anderen Seite der Komturei, direkt an den Hafen derselbigen, befand. Es regnete Hunde und Katzen und die Blitze schlugen, nicht weit von uns entfernt, ein. Ich dachte an unseren Plantagen und den Obstgärten und lächelte, denn endlich würde der feuchte Boden, für ein paar Tage zumindest, die Wurzeln der Bäume nähren und tränken. Der Boden war matschig und rutschig und vollkommen durchnässt, erreichte ich endlich die Tür des Saales.

„Komm mit rein Otto, denn Du sollst natürlich darüber eingeweiht werden.“

Otto nickte und sagte kein weiteres Wort und als ich die Tür öffnete, sah ich die beiden noch über der Mappe beugend und diskutierend.

„So, meine Herren. Ich höre, Ihr habt es geschafft. Na, dann mal los. Erzählt!“

„Nun, die Sache ist eigentlich sehr simpel!“, fing Eduardo an.

„Für die Fahrt nach Marseille reicht eine Kogge. Vierundzwanzig Mann reichen ebenso voll aus und sollten im Verhältnis 14 zu 10 dann, auf den eigentlichen Booten, verteilt werden. Vierzehn auf der „Magdalena“ und zehn auf der „Isabella“.

„Warum dieses Verhältnis?“, fragte ich verwirrt.

„Die „Magdalena“ ist größer und glaub mir, für die „Isabella“ würden auch acht Mann reichen.“

„Und weiter?“

„Für die Überfahrt nach Marseille könnte der „Königsfischer“ verwendet werden. Sie hat genug Raum für Truppen, Pferde und Fracht“, riet Farid.

„Der Königsfischer segelt noch?“

Welche Erinnerungen kehrten zurück bei den Namen dieses Bootes. Welche Stürme hatten wir mit dieser gutmütigen und robusten Kogge schon bestanden! Meine allererste Fahrt zum Heiligen Land bestritt ich, oder besser gesagt wir, die Gründer des Ordens, auf diesem Kahn.

„Ja, sie segelt noch und ist im besten Zustand, obwohl sie schon ziemlich in die Jahre gekommen ist. Aber sie war und ist mein erstes, eigenes Boot und deswegen wird sie weiterhin verbessert und erneuert. Ich weiß, ich bin ein sentimentaler Hund!“

Ich musste lachen, denn Farid war so sentimental wie eine totgeglaubte Qualle. Er hatte gewiss viel Herz, doch wenn Profite ihm sicher waren, würde er die eigene Mutter verkaufen.

„Wir brauchen nicht viel auf dieser ersten Reise. Wenig Waffen und keine Pferde. Sobald wir in Marseille angekommen sind, stehen uns Pferde zur Verfügung und in La Rochelle würden fünfzehn Tage reichen, um das Notwendigste an Nahrung, Trinkwasser, Werkzeug, Waffen etc. an Bord der beiden Kähne zu hieven!“, fuhr Farid fort.

„Der erste Kurs …!“ Eduardo nahm nun das Wort „… wird uns in südliche Richtung führen. Auf diesem Kurs bleiben wir, bis wir die Küste Portucales links liegen lassen und dann und nur dann, werden wir uns auf West Kurs begeben. Laut Federicos Aufzeichnungen werden wir eine Inselgruppe erreichen, die unbewohnt ist, doch über reichlich Trinkwasser verfügt. Diese Fahrt wird lange dauern und es wird Euch so vorkommen, als ob wir schon das eigentliche Ziel erreicht hätten. Lasst Euch aber nicht täuschen Brüder. Das Ziel liegt jenseits dieser Inselgruppen und die Fahrt wird sich um das Vielfache ziehen, bis wir das finden werden, wonach wir suchen. Ich weiß es, denn ich war schon dort und sollte ich lügen mit dem, was ich gesehen hatte, so möge mich der Herr jetzt sofort erblinden!“

Ich war von Eduardos Ausführung, muss ich heute gestehen, sehr gerührt und eingenommen, doch wusste ich auch, dass man „Gottes Hilfe“ hier nicht zu erwarten hatte. Hier oblag es unserem Mut und unserer Entschlossenheit, diese Mission zu vollziehen. Hatte ich nicht schon als Kind eine unglaubwürdige Mission vollbracht und meinen Vater aus dem Heiligen Land zurück nach Deutschland gebracht? Hatte ich nicht eine Horde Mongolen besiegt, vor denen sich die ganze Welt fürchtete? Hatte ich nicht eine wahnwitzige Reise nach Äthiopien vollzogen und den mir gegebenen Befehl ausgeführt und unter großen Verlusten sogar letztendlich Ashkelon erreicht, um aus einer Wüste ein Paradies zu erschaffen, auf dem ich jetzt mit beiden Füßen stehe?

Nein. Da war kein Gott, der mir half. Da war nur ich. Ich allein und mein Wille, um all diese Wunder zu verwirklichen und so werde ich auch dieses Wunder vollbringen und die See entdecken und dort fahren, wo außer den Phöniziern und Eduardo und von mir aus auch dieser Federico Pinzon, sonst keiner gewesen ist und ich werde diese Routen dann in regelmäßigen Abständen von La Rochelle aus mit den mutigsten, verschwiegensten und besten Männern des Ordens befahren lassen. Sie sollen die Kammern des Ordens füllen und uns zur Macht führen, um aus dieser zerschundenen und verlogenen Welt eine bessere zu machen. Vielleicht kann man nur so die Absichten eines Mannes, mit Namen Jesus Christus, wieder der Menschheit in vollkommener Reinheit und vollkommener Wahrheit offenbaren. Wie sehr haben wir uns von ihm entfernt und wie sehr möchte ich an ihn wieder glauben oder ihn zumindest für seinen Mut, den er aufbrachte, ehren.

Doch hier, wie wir hier nun in diesem Saal stehen, galt es, mit diesem erstellten Plan zunächst die Genehmigung des Großmeisters einzuholen.

„Nun, Farid, Eduardo. Was noch? Das kann doch nicht alles sein? Wie können wir den Großmeister sonst noch überzeugen? Was für Güter können wir tatsächlich aus diesen Ländern zurückbringen und bitte kommt mir nicht mit Mais an, denn dieser allein reicht nicht als Argument aus. Gran Turko Sarazeno kann man schon in Spanien und Italien vorfinden und ist sehr einfach zu bepflanzen und die Saat ist so erfolgreich, dass die Ernte mehr als ergiebig sich schon in anderen Ländern durch dessen Verkauf ausbreitet. Wir brauchen mehr!“

„Gold, Albrecht. So viel Gold und Silber, dass man auch damit vorsichtig umgehen muss, um eine Wertminderung nicht herbeizuführen!“, rief Eduardo.

„Also gut. Damit kommen wir der Sache schon näher. Nur wohin damit? Nach Ashkelon oder Paris?“, fragte ich und in diesem Moment kam ein „… Nach Paris, meine lieben Brüder …!“

Wir drehten uns um und fühlten uns ertappt. Wer war es, der es wagte, uns hier auszuspionieren. Die Schwerter wurden gezogen und Otto hielt den Kerzenständer in die Höhe, denn der Saal war sehr groß und das Licht reichte nicht aus, um den gesamten Raum zu erleuchten. Aus einer Ecke stand ein Mann aus einem vergessenen Sessel auf und als er aus der Dunkelheit in das Licht trat, erkannten wir ihn. Hugues des Payns. Unser Großmeister. Doch wie in aller Welt konnte er unbemerkt in den Saal eintreten und es sich in der dunklen Ecke unbemerkbar bequem machen?

„Ich sehe, wie Euch der Schrecken auf den Gesichtern geschrieben steht und falls Ihr Euch fragt, wie ich hierherkam, so will ich Euch nicht weiter auf die Folter spannen. Doch steckt zunächst die Schwerter wieder ein, oder habt Ihr die Strafe für solch ein Vergehen vergessen? Man darf niemals das Schwert gegen einen Bruder ziehen und noch weniger gegen den Großmeister …!“

Beschämt und verwirrt steckten wir die Schwerter weg und begrüßten und umarmten unseren Bruder und Großprior.

Er aber lachte und erfreute sich über seine gelungene Hinterlist.

„Ich bin heute Nacht, oder sollte ich heute Morgen sagen, hier eingetroffen. Friedrich zu Reda empfing mich und ich bat ihn, mich in den Besprechungssaal zu führen. Ich wusste nicht, dass es auch einen Hintereingang gab, denn Friedrich, sehr wohl um meine Gesundheit bedacht, wollte nicht, dass ich durch dieses schreckliche Gewitter, das nun seit Stunden hier tobt, nass werde. Wie Ihr wisst, ist meine Gesundheit nicht gerade die Beste und als wir durch diese Geheimtür, … wie amüsant, denn ich wusste wirklich nicht, dass es diese gab …, eintraten, sah ich Farid und Eduardo, wie sie ein Nickerchen hielten. Ich wollte sie nicht wecken, als ich erkannte, dass Ihr beiden sehr lange und intensiv gearbeitet habt und deswegen nahm ich, auf diesem Sessel dort, der in der dunklen Ecke steht, Platz. Kein Mysterium und kein Zauber. Ich hoffe, Ihr seid nicht allzu enttäuscht!“, füget er sarkastisch hinzu.

In meiner Peinlichkeit entschuldigte ich uns noch einmal bei Hugues, denn auch ich wusste nichts von dieser Geheimtür. Friedrich würde ich mir nachher vorknöpfen, denn wie konnte es sein, dass er Bescheid wusste und ich, der Kommandant, nicht?

Farid und Eduardo begrüßten Hugues ebenso und ich war froh, dass wir unsere Unterhaltung zuvor wirklich nur auf das Wesentlichste beschränkten. Nicht auszudenken, wenn seeräuberische Vorschläge seitens Farids oder Eduardos zur Sprache gebracht worden wären. Am nächsten Baum hätte man uns aufgehängt.

„Du bist doch nicht etwa allein hierher geritten, mein Großmeister?“, fragte ich ihn.

„Nein. Wir sind zu fünft hierher geritten. Keiner, den Ihr kennt, ist diesmal dabei. Gondamer ist in Frankreich und übernimmt die Verwaltung des Tempels in Paris. Auch er kommt langsam in die Jahre und verdient eine weniger körperliche Tätigkeit. Die anderen sind hier und dort verstreut und helfen dem König, so gut sie können. Eine Katastrophe kann ich Euch nur sagen. Ich habe schon gehört, dass Du gute Männer verloren hast, wie diesen Ortega und Ramirez, als sie dem König in einem Hinterhalt zur Seite standen. Nun ja. Es werde noch mehr fallen in diesen noch kommenden Kriegen. Mögen Sie in Frieden ruhen. Nun, ich habe aus meiner Ecke dort drüben genug gehört, sodass ich Euch jetzt schon die Genehmigung für die Expedition erteilen werde. Ich vertraue Dir voll und ganz, Albrecht, und freue mich, dass Du noch in so vollem Tatendrang erstrahlst. Der Orden muss die Kassen füllen, damit es weitergeht und glaubt mir, wenn ich Euch sage, dass wir weiterhin wie die Ärmsten der Armen unser Leben bestreiten müssen. Dieses ganze Geld wird nur für eine Sache verwendet. Eines Tages eine neue Weltordnung zu erschaffen, aus der wir endlich wie die wahren Engel des Universums hervortreten werden. Genug davon. Lass mir den Schreiber kommen, sodass wir Deine Expeditionen mit dem Siegel des Ordens bestätigen können!“

Ich konnte es nicht glauben. Alles geschah so schnell an diesem Morgen und meine Freude war überwältigend. Ein wahrscheinlich noch müder Hugues de Payns wollte diese Expedition schnell genehmigen, entweder weil er ins Bett wollte, um sich von dem Ritt aus Jerusalem vollständig zu erholen, oder weil er wirklich an diese Expedition glaubte. Es war jedoch was anderes, das ihm ebenso bewegte.

Wissen und Geheimnisse waren die gefährlichsten Waffen unserer Zeit und diese musste er für sich und den Orden allein besitzen.

Geheimnisse über Quellen des unermesslichen Reichtums neuer Länder und kein Kaiser, König oder Papst darf über solches Wissen verfügen, denn nur so kann man eine Schlinge um die Hälse dieser Obrigkeiten zuziehen, damit man alles aus dem Hintergrund kontrollieren kann. Gold und Silber waren nur Mittel zum Zweck und das bewies auch die Lebensweise eines jeden Templers, einschließlich des ersten Großmeisters dieser Bruderschaft. Keusch und hinter kalten und dunklen Klostermauern lebend und sich selbst versorgend mit eigenem Anbau und eigener Viehzucht, sich den Notwendigkeiten des Überlebens zu stellen, wie er es sich vom Anfang an versprochen hatte. Es wurde, hinter den Mauern der Komtureien, produziert und hergestellt und nichts wurde verkauft, sondern den Armen und Bedürftigen verschenkt und für den Eigennutz verwendet. Das Ganze hatte zur Folge, dass mehr und mehr Menschen diesen Orden als die wahre Institution Gottes ansahen und dass viele halfen, das Wachstum dieser Organisation zu fördern, so auch Hoch- und Niedrigadel. Spenden flossen und viele gaben ihr weltliches Leben auf, um Teil dieser Gesellschaft zu werden und tatsächlich entstand somit eine Familie innerhalb dieses Kreises. Unerschütterlich war auch die Bereitschaft, für diesen Orden sein Leben auf dem Schlachtfeld und vielleicht auch bald auf See zu lassen.

Doch genug der Gedanken. Ich selbst war noch müde, denn ich vergaß zu erwähnen, dass auch ich, in dieser Nacht wie in jeder Nacht, vor einem nicht entfliehen konnte. Meiner Verwandlung, die als Fluch von Bab Pha Med über mich gelegt wurde. Auch in dieser Nacht musste ich meine schwarzen Schwingen strecken und mich durch die Zeit tragen lassen. Vieles habe ich sehen müssen, was ich nicht begriff und was mich in pures Entsetzen versetzte.

Des Öfteren versuchte ich, die Gabe, die mir diese Schwingen ermöglichten, auszunutzen, um in die Zeit zurück zu gelangen, als Jesus lebte. Doch das durfte ich nicht und so sehr ich es auch versuchte, folgten die Schwingen diesem Befehl nicht. Ich begriff, dass hier irgendetwas nicht stimmte und dass Bab Pha Med nicht so allmächtig war, wie er es mir einst prophezeite. Oder hatte Bab Pha Med etwa Angst? Angst davor, dass vielleicht sein wahres Gesicht sich offenbaren könnte und dass er doch, am Ende, Luzifer selbst war? Um den neu dazugekommenen Leser hier nicht zu überfordern, kann ich nur auf meine zuvor geschriebenen Chroniken hinweisen. Dort könnt Ihr mehr über diesen Bab Pha Med in Erfahrung bringen, der mein Leben sehr lange beeinflusste und mir auch viel Leid bereitete.

Doch weiter mit meiner Geschichte. Also kam der Schreiber, der niemand anders war als unser lieber Chaplain, Francis Rutherford. Groß war seine Überraschung, als er den Großmeister vorfand und genauso groß war seine theatralische Begrüßung. Hugues ließ es gewähren, denn er wollte die Gefühle des Chaplains nicht verletzen.

„Was kann ich für Euch tun, ehrwürdiger Großmeister?“

„Hast Du Schreibzeug dabei, Bruder?“

„Ja, natürlich. Ich bin bereit, alles festzuhalten!“

„Gut, dann schreib! Der Orden genehmigt hiermit die Seeexpeditionen, die geleitet und durchgeführt werden, von Kommandant Albrecht Viermundt, Templer des Ordens und Kommandant der Komturei Ashkelon.

Stellvertretend gehen selbige Privilegien an den Flottenleiter sowie an den Eigner der zur Verfügung gestellten Boote, Farid der Aramäer und Eduardo Cortez, im Todesfall des obenerwähnten Kommandanten. Es wird hiermit dem Kommandanten Albrecht Viermundt uneingeschränkte Autorität gewährt, ohne jedoch die Gesetze und Regeln des Ordens in jeglicher Weise zu verletzen. Des Weiteren werden alle aus diesen Expeditionen erbrachten und erzielten Güter sofort dem Besitz des Ordens übertragen.

Diese von mir, Hugues de Payns, an Albrecht Viermundt ausgehändigte Erlaubnis ist mit sofortiger Wirkung gültig und kann nur durch den Großmeister widerrufen werden.

Heute, Am Tage des Herren, 16ter April, 1135

Hugues de Payns

Magno Magistro Milicie Templi in Hierosolyma Milites Christi

Bruder Francis ging noch einmal das Geschriebene durch und als Hugues ihm seine Zustimmung zeigte, rannte der Chaplain aus dem Saal, um es auf bestem Pergament niederzuschreiben.

„So meine Chevalliers. Warum gibt es hier keinen Wein, um diesen Tag zu feiern? Denn schließlich betreten wir neues Gebiet und voller Erwartung werde ich täglich Eure Taten verfolgen, bis Ihr endlich La Rochelle verlassen werdet, um hoffentlich Euer Versprechen zu halten. Ich denke, Du musst einen würdigen Vertreter für die Verwaltung der Komturei Ashkelon aussuchen, Albrecht. Hast Du jemanden im Sinn?“

„Nein, noch nicht, ehrwürdiger Großmeister?“

„Gottfried Saint Omer wäre doch ein passabler und treuer Nachfolger und ich bin überzeugt, er wird Dein Andenken hier in Ehren halten. Was meinst Du, Albrecht?“

Ich dachte nach und musste Hugues recht geben. Gottfried war würdig, meinen Posten während meiner Abwesenheit zu übernehmen und ich wüsste keinen Besseren, der die Männer in Schach halten könnte.

„Einverstanden! Bruder Gottfried ist mir ein sehr würdiger Nachfolger! Ja, ich bin dafür!“

„Na prächtig. Er wird sich sehr darüber freuen, denn er lobt Deine Komturei über alle Maßen. Täglich nervt er mich, einen Posten, der ihn ebenfalls fern von Jerusalem halten würde, zu beschaffen. Ich werde ihm mit Freuden Deinen Entschluss übermitteln!“

Klug war er schon, unser Großmeister, denn sein Vorschlag, den er mir vorbrachte, war eigentlich schon beschlossene Sache gewesen. Doch warum hätte ich hier Widerstand leisten sollen? Gottfried Saint Omer war in der Tat eine gute Entscheidung.

„Otto, lass bitte etwas Wein bringen. Und zwar den Burgunder und auch was zum Essen. Ich denke, wir haben uns eine kleine Stärkung verdient!“

„Na, wurde aber auch Zeit!“, beschwerte sich Farid und sogar der Großmeister musste lachen, was immer seltener in seinen alten Tagen wurde.

Als Francis mit dem fertigen Pergament ankam und wir schon ein paar Kelche Wein genießen durften, ließ der Großmeister das heiße, rotverschmolzene Wachs auf die Rolle fließen und presste danach seinen Siegelring in die noch weiche Masse.

Nun war es offiziell und nichts konnte mich zurückhalten. Ich habe endlich meinen Traum erreicht und Hugues hatte sein Versprechen gehalten. Es waren mehr als die ausgemachten zwei Jahre vergangen, bis wir endlich so weit waren, loszulegen.

Es war für alle ein Freudentag und sogar Francis durfte einen Kelch Wein innerhalb dieser so erlesenen Runde zu sich nehmen und da er schon mal etwas von diesem Unternehmen mitbekam, beschloss ich, ihn mit in die Besatzung einzugliedern, denn auch auf See brauchte man einen Chaplain.

VORBEREITUNG UND SCHWIERIGKEITEN

20 MAY, 1135

Es wäre naiv von mir gewesen zu denken, dass alles ein Kinderspiel sein würde, denn auch nach einem Monat seit Erhalt der Genehmigung konnte Otto die Liste nicht vervollständigen und der „Königsfischer“ blieb in Caesarea wegen Reparaturarbeiten stecken. Eine Dau hatte diese im Hafen von Caesarea gerammt, da sie von einem noch unerfahrenen Steuermann geführt wurde. Der Schaden war zwar nicht allzu groß, doch wartete Farid auf dringend benötigte Holzbalken, die aus Byblos noch geliefert werden mussten und ohne diese konnten die Arbeiten nicht durchgeführt werden.

Otto, hatte ganz andere Schwierigkeiten. In der Komturei befand sich kein einziger Templer mit Seemannserfahrung. Tischler, Schmiede, Maurer und Söhne Adliger waren reichlich vorhanden, doch nicht ein einziger Seemann. Die Seemänner, die wir auf der Reise nach Äthiopien dabei hatten, überlebten keine zwei Jahre nach unserer Ankunft in Ashkelon. Zwei starben an der Ruhr und zwei sind in irgendeiner sinnlosen Schlacht gefallen. Sie wären zu diesem Zeitpunkt auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Es war zum Verzweifeln und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir klar, dass Farid recht hatte. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Ich konnte doch nicht einfache Seeleute außerhalb des Ordens anheuern und diese in einem streng geheimen Unternehmen einsetzen.

„Was können wir nur tun Männer?“, fragte ich meine drei Marburger Brüder, die sich in meiner Arbeitskammer aufhielten, als wir die Probleme durchgingen.

„Nun, wir könnten sie unterwegs zu Seemännern ausbilden, oder wir heuern 12 vollwertige Seeleute vom Hafen an, initiieren sie in den Orden und sie könnten die anderen 12 auf den Booten während der Reise einweisen!“

„Dein Vorschlag ist ja nicht schlecht, Friedrich, doch bedenke die Konsequenzen, wenn wir nach zwei oder drei Wochen immer noch kein Land antreffen werden. Diese Ungeweihten werden meutern und wir hätten einen Krieg auf hoher See.“

„Dann nur sechs von den Ungeweihten. Drei auf jedem Boot. So hätten wir sie im Griff und drei würden ausreichen, um pro Boot die Unsrigen auszubilden!“

„Ich bin immer noch nicht überzeugt, Otto! Hol mir Cortez und Farid, oder nur Cortez, falls Farid wegen der Reparaturarbeiten selbst in Caesarea sein sollte!“

„Jetzt sofort, Bruder?“

„Ja, jetzt sofort. Der treibt sich bestimmt in der Komturei am Hafen rum, um seine Barken von der Fracht zu löschen.“

„Zu Befehl!“

Otto verschwand und im Raum blieben Horst und Friedrich.

„Horst, hast Du irgendwelche Ideen?“

„Also, wenn Cortez keine Lösung zu diesem Problem findet, so stimme ich Ottos Vorschlag zu, verzeih mir Friedrich.“

Friedrich winkte ab,

„Drei erfahrene Seeleute auf die „Magdalena“ und drei auf die „Isabella“. Dann hätten wir noch Farid und dieser Federico Pinzon, die das Ganze überprüfen könnten und auf der vierzehntägigen Fahrt nach Marseille bleibt genügend Zeit, um die Unsrigen den Masten rauf und runter zu jagen, bis sie es beherrschen. Ich hoffe natürlich auf einen Vorschlag des Cortez!“

„Es ist zum Verzweifeln! Warum gelingt nichts auf Anhieb, ohne irgendwelche Probleme durchkauen zu müssen?“, schrie ich, als ich die Faust auf die Tischplatte schlug.

Es dauerte lange, bis Otto zurückkam, doch er brachte, Gott sei Dank, Cortez mit und anscheinend hatte Otto ihn darüber schon unterrichtet, worum es ging, was ich nicht für sehr klug hielt. Ja, Cortez war inzwischen ein Templer, aber nein, ich konnte ihm nicht vollständig vertrauen.

„Hier bin ich, Brüder. Es geht um die Besatzung, wie mir Otto schon berichtete!“

Otto bemerkte meinen verärgerten Blick und machte einen Schritt zurück, sein Gesicht nach unten richtend.

„Nun, Eduardo, wir müssen eine Lösung finden, denn in der ganzen Komturei Ashkelons befindet sich kein einziger Seemann. Ich will dieses Problem so schnell wie möglich lösen. Irgendwelche Vorschläge?“

„In der Tat, die hätte ich. Zwei meiner Landsleute, Spanier und wie es der Zufall so will, Templer, berichteten mir vor wenigen Tagen, dass der König Kastiliens, Alfonso, die gesamte Westküste Spaniens an die Burgunderfamilie abzugeben gedenkt. Sein Sohn Alfonso, hat irgendeine aus Burgund geheiratet, glaube ich, damit diese unnötigen Unruhen dort endlich aufhören …!“

„Kommt zum Punkt, Bruder. Was hat das mit unserer Sache zu tun, dass es so wichtig ist, dies zu erwähnen?“

„Seit diesen Unruhen, verehrtester Albrecht, wimmelt es dort vor arbeitslosen Seeleuten. Viele von ihnen, ehrliche und gute Christen, die alles annehmen würden, nur um wieder auf See fahren zu können. Mutige Männer, für die ich mich verbürgen würde!“

„Wie gläubig sind sie und würden sie in den Orden eintreten?“

„Sehr gläubig. Und ja, das würden sie. Wie gesagt, sie sind bereits Templer.“

„Würden Sie meutern, wenn sie Wochen an Bord verbringen müssen, ohne je Land zu sichten?“

„Nun, diese Frage ist zwar berechtigt, aber was macht Dich so sicher, dass Deine Auswahl an geweihten Templern nicht meutern würden, wenn sie ebenfalls kein Land für Wochen sehen?“

„Ich habe es auf meiner Reise nach Äthiopien miterlebt.

Sie sind für mich gestorben, Cortez! Also … Würden diese spanischen Männer meutern?“

Cortez wurde es unbehaglich bei dieser Frage, denn woher sollte er das wissen?

„Bei allem was mir heilig ist …!“

„Ich stelle die Frage anders. Als Du die fremden Länder entdeckt hattest, wie verhielten sich Deine Männer?“

Nun fing Eduardo an zu schwitzen, denn er hoffte, so eine Frage niemals gestellt zu bekommen.

„Mit Verlaub, diese Frage beantworte ich nicht!“

„Mit Verlaub, das musst Du aber, denn die ganze Expedition hängt davon ab, ob wir nach halber Strecke umkehren oder gar sterben müssen, nur weil Deine Iberer die Hosen voll bekommen!“

„JETZ REICHTS SENOR! Ich bin nicht hier, um mich beleidigen zu lassen. Es geht Euch einen schlichten Scheißdreck an, was auf meiner Barke passierte, denn diese Fahrt war eine unfreiwillige gewesen. Vom Sturm steuerlos nach Westen getrieben mit einem ramponierten Boot. Die Hälfte meiner Männer starb an Durst und ja, wäre das Schiff steuerbar gewesen, ich wäre der Erste, der die Heimreise wieder befohlen hätte, doch der Herrgott hatte was anderes mit mir vor. Er zeigte mir dieses Paradies. Glaubt mir. Uns allen stand die Furcht bis zum Hals und das täglich! Wir bekamen das Ruder, auf einer dieser Inseln und dank der Hilfe der dort lebenden Eingeborenen, repariert und den Masten ebenso. Mit etwas Glück und Intuition nahm ich dann Kurs nach Nordosten und ich fand Spanien wieder. Was auf der Rückfahrt an Bord vor sich ging, werde ich nicht erzählen. Nein … Ich kann nicht garantieren, wie sich die Besatzung auf Eurer Fahrt verhalten wird, Bruder und in dieser Angelegenheit werde ich Euch nicht anlügen. Es ist ein Risiko. Ein sehr hohes Risiko. Alles was ich tun kann, ist, die Besten auszusuchen und sie nach La Rochelle zu bringen, damit Ihr sie dort in Empfang nehmen könnt.“

„Wie schnell würde das gehen?“

„Morgen fährt eine meiner Barken nach Valencia und drei Wochen würde es danach dauern, bis die Männer an der Westküste verständigt werden können!“, antwortete Eduardo Cortez ruhiger.

„Könnte man sie in dem Orden vor Ort ein Verschwiegenheitsgelübde abnehmen lassen? Gibt es dort eine Komturei?“; fragte ich vom Wahn halb zerfressen.

„Ja! In Ponferrada. Der Kommandant dort heißt Enrique Tortosa. Ein junger Bursche, aber ein Held in Spanien!“

Meine Laune beruhigte sich ein wenig und ich versuchte, in meiner Verzweiflung und Ungeduld, meine Gedanken zu ordnen, denn ich wollte diese Fahrt so schnell wie möglich durchziehen. Nachts konnte ich schon nicht mehr schlafen, denn Träume jagten mich. Träume vom Scheitern dieses Unternehmens. Der Papst würde Wind davon bekommen und es verbieten, oder Hugues würde sterben und sein Nachfolger würde es ebenso verbieten. Was für ein Verlust wäre das gewesen.

„Dann veranlasst dieses bitte sofort. Wenn Euch hier nichts hält, Cortez, seid morgen an Bord dieser Barke, die nach Valencia fährt. Ich würde ruhiger schlafen, würde ich Eure Anwesenheit in Spanien wissen. Setzt diesen euren mir vorgetragenen Vorschlag durch. Ich erwarte Euch in La Rochelle in einem Monat. Was auch immer es kosten mag, es wird beglichen!“

„Dann werde ich mich morgen nach Valencia begeben, Kommandant! Verlasst Euch auf mich!“

Ich wollte mich nicht für meinen Wutausbruch entschuldigen, denn Schwäche wäre hier nicht angebracht, doch umarmten wir uns brüderlich und bezeugten unseren gegenseitigen Respekt. Mit einer Verbeugung verließ Eduardo Cortez die Arbeitskammer und Friedrich sowie Horst und Otto sagten kein Wort.

„Friedrich, suche Farid und bringe ihm folgende Botschaft! Der ‚Königsfischer‘ hat hier in zehn Tagen zu erscheinen, sonst heuern wir eine andere Kogge an. Wir verlassen Ashkelon nach Marseille in vierzehn Tagen. Er soll sich sputen, mehr sagst Du ihm nicht!“

Friedrich verbeugte sich und verließ ebenfalls die Kammer.

„Was Dich betrifft, Otto, so bin ich verwundert!“

„Verzeih, Bruder. Ich dachte, es würde die Sache vereinfachen!“

„Nun gut. Ich schaue noch einmal drüber hinweg. Aber bedenke und das gilt auch für Dich, Horst, sollte ich Euch losschicken, um jemanden zu holen, so hat keiner von Euch mit diesem Jemand ein Wort zu wechseln. Außer ich ordne es an, wie jetzt in diesem Fall mit Friedrich! Geht jetzt. Ich muss mich ausruhen!“

Die beiden verbeugten sich und verließen die Kammer. Mir tat es fast leid, so mit Otto umgesprungen zu sein, doch meine Laune war gereizt und ich duldete keine Hindernisse mehr. Meine Kopfschmerzen nahmen zu und schon dachte ich an diese kommende Nacht, wenn ich wieder als schwarzer Engel meine Runde fliegen musste. Diese Last, die ich täglich zu tragen hatte, und sollte ich gesehen werden, so wäre dies für mich zum größten Problem geworden. Irgendwann wird es mal schiefgehen. Irgendwann mal wird mich einer, der es nicht sehen sollte, so sehen. Ein Engel der Dunkelheit, der aus einem Fenster hinausfliegt und seine großen Flügel schwingt, die ihn irgendwo hintragen werden, damit er mal wieder irgendetwas ansehen musste, was sich in der Zukunft oder in der Vergangenheit abgespielt hatte oder sich noch abspielen wird. Wer war ich für Bap Pha Med? Doch die größere Frage ist und bleibt, wer ist Bab Pha Med?

Wahrlich, sein Fluch hatte gesessen. Diese nächtliche Stunde in der Gestalt eines Dämons zu stecken, quälte mich. Ich musste diesen Fluch von mir bringen und da wir sowieso eine gewisse Zeit in La Rochelle verbringen würden, bevor wir uns auf große Fahrt wagten, blieb vielleicht etwas Zeit, um den Katharer zu finden, der mich von diesem Fluch befreien könnte. Doch auch hier musste ich vorsichtig mit meinen Hoffnungen umgehen, um nicht allzu sehr enttäuscht zu werden, sollte er ebenfalls keine Lösung zu meinem Problem kennen.

Wenn das gelingen würde, würde ich selbst in den katharischen Glauben übertreten und vielleicht würde ich meiner geliebten Nadine damit eine Freude bereiten, sollte ich sie je wiedersehen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Die Tage vergingen schnell und tatsächlich legte der „Königsfischer“ am achten Tag in unserem Hafen an. Doch wie groß war meine Freude, als Farid die Kammer betrat und Gondamer an seiner Seite hatte. Ich konnte mein Glück nicht fassen, denn nur er wusste, wo ich den alten Katharer finden würde.

„Brüder, welche Freude bereitet Ihr diesem Haus mit Eurem Erscheinen und welche Freude, Dich hier zu sehen, Gondamer. Ich dachte, Du würdest keinen Fuß mehr hier auf Outre Mer setzen, jetzt wo Du die Verwaltung des Hauptquartiers in Paris übernommen hast!“

„Und doch bin ich hier, mon Petit, da ich eine Bittschrift aus Paris nach Jerusalem überbringen lassen musste, die so wichtig war, dass ich es persönlich an Hugues und den König überbrachte. Es kam mir zu Ohren, dass Du in zwei Tagen ablegen wirst. So kann ich ja mit Dir nach Frankreich zurücksegeln.“

„Glaub mir, Bruder. Dich schickt der Himmel. Doch tretet näher und nehmt Platz!“

Farid und Gondamer bequemten sich zum eckigen Tisch und Farid legte sofort los.

„Wir haben die Reparaturarbeiten rechtzeitig beendet und sind bereit, Kommandant. Alles, was wir zu tun haben, ist, die Kogge zu beladen und davonzusegeln. Ich hoffe, Du hast ebenfalls alles vorbereitet und die richtige Wahl getroffen, was die Männer betrifft!“

„Das habe ich in der Tat, Farid. Otto hat sie gründlichst ausgesucht, was die Soldaterei angeht. Die Seeleute werden wir in La Rochelle an Bord nehmen. Eduardo wird sie persönlich aus Spanien bringen lassen. Ich habe leider noch kein Lebenszeichen von Federico Pinzon erhalten. Er sollte bei mir erscheinen und das seit Tagen!“

„Er wird morgen zu uns treffen, Albrecht. Seine Barke wird hier in Ashkelon eintreffen!“

„Das hoffe ich doch! “

„Wie viele Soldaten hast Du bereitgestellt?“, fragte daraufhin Farid leise, um die Antwort besorgt.

„Dreißig Mann. Fünfzehn pro Boot. Ich denke, das wird reichen, da mir vierundzwanzig zu wenig erschien.“

„Sehr gut. Mehr dürfen wir nicht mitnehmen. Zumindest nicht auf dieser ersten Fahrt. Die Seeleute noch dazugezählt, … sonst wird kein Platz mehr verfügbar sein für die Waren, die wir in La Rochelle noch aufzuladen haben!“, rief er beunruhigt.

„Nun, ich hoffe, dass es reichen wird, denn schließlich fahren wir nicht, um eine Schlacht zu bestreiten. Wann können wir den ‚Königsfischer‘ beladen Bruder, wenn wir schon davon reden?“

„Heute Nacht. Übermorgen Nacht legen wir ab. Wäre das zu Deiner Zufriedenheit Kommandant?“

„Ja. Das wäre perfekt!“, bestätigte ich erfreut und würde es nach mir gehen, dann hätten wir noch in derselben Nacht abgelegt. Doch die Kogge musste entladen und neu beladen werden. Auch mit der Fracht, die nichts mit unserem Unternehmen zu tun hatte. Mit Handelswaren, die zurück nach Marseille gebracht werden mussten, denn schließlich war dies die beste Tarnung, um Neugierige keine Fragen stellen zu lassen.

„Mit Deiner Erlaubnis würde ich mich dann gerne zurückziehen, Albrecht, denn ich bin müde!“

„Ja natürlich, Bruder. Du siehst erschöpft aus. Wir sehen uns morgen in der Früh!“

Farid zog sich zurück und so hatte ich die Möglichkeit, mit Gondamer alleine zu sprechen.

„Bruder, ich brauche dringend Deine Hilfe!“

„Wofür Albrecht? Was hast Du denn schon wieder angestellt, du Lausebengel?“

„Ich muss den alten Katharer finden, den auch Severinus vor langer Zeit besucht hatte!“

„Mon Dieu. Wer weiß, ob er überhaupt noch lebt und ob er noch in Carcassonne weilt. Du musst wissen, diese Menschen wandern ständig und …!“

„Egal, Gondamer. Ich bitte Dich, bring mich zu ihm. Ich weiß, dass er noch lebt?“

„Du weißt es?“

Ich biss mich auf die Zunge, denn ich wollte mich nicht verraten. Gondamer wusste nichts von meinem Fluch und so sollte es auch bleiben. Doch bei einem meiner nächtlichen Flüge, vor nicht allzu langer Zeit, sah ich den Katharer. Zumindest dachte ich es, dass er es war, denn warum sollte er sonst meinen Weg kreuzen? Meine Flüge geschehen nicht zufällig. Sie werden gesteuert. Gesteuert von Bab Pha Med. Es sind seine Schwingen, die ich, eine Stunde nach Mitternacht, auf meinen Rücken trage. Sie folgen seinen Befehlen, denn sonst wäre ich schon längst auf Nimmerwiedersehen davongeflogen.

Ja, ich sah den alten Katharer, denn wenn es dieser Mann war, den ich suchte, so befand er sich auf dem Weg zu einer Burg. Einer Burg mit Namen Perypertuse. Was für ein eigenartiger Name, dachte ich mir noch. Er war nicht allein unterwegs, nein, denn ihn folgten um die acht seinesgleichen und sie trugen schweres Gepäck mit sich. Ja, ich erinnerte mich noch an manches Gesicht, als wir damals in Narbonne anlegten, von unserer Rückreise aus Jerusalem und Rom und all die Sachen entluden, die wir aus Jerusalem mitbrachten. Die entsetzten Gesichter dieser Katharer, als sie den Schrein, diesen elendigen Kasten, sahen, so als ob sie damals schon wussten, was dessen Inhalt ist. Nun, Gondamer musste mir helfen, wie auch immer!

„Ich bin überzeugt, dass er noch lebt, Gondamer, sagen wir es mal so! Wirst Du mir also helfen. Ich bitte Dich auf Knien Bruder!“

„Paris kann noch ein paar Wochen auf mich warten. Es gibt da eh nichts Wichtiges zu tun und für mich ist die Langeweile dort eine Bestrafung. Gut. Ich werde Dich zu ihm bringen!“

„Wie heißt er denn überhaupt und willst Du nicht wissen, warum ich ihn sehen will?“

„Nein, Albrecht, ich will es nicht wissen und keiner kennt seinen Namen. Er hat wahrscheinlich keinen. Diese Männer sind so weit von jeglicher Realität entfernt, dass man sie schon lange als Ketzer auf das Feuer werfen wollte. So Rom zumindest. Nein, ich will es nicht wissen, Albrecht … habe schon genug gesehen und erfahren müssen. Gönne einem alten Mann etwas Ruhe, mon Frère!“

„Ich danke Dir von Herzen, Gondamer! Du bist mehr wie ein Bruder für mich!“

„Das weiß ich, denn schließlich kannte ich Dich, als Du noch ’ne Rotznase warst. Wo ist die Zeit nur hin? Kannst Du Dich noch an die Hütte hoch in den Alpen erinnern? Als Du humpelnd angekrochen kamst? Mein Gott, was ist nur alles danach passiert. Ist alles viel zu schnell vergangen für mich. Ich muss mich zurückziehen, mein Junge, denn auch ich bin von der Reise erschöpft und brauche dringendst meinen Schlaf!“

„Ja, ich versteh Dich … natürlich Gondamer. Wir sprechen morgen!“

Wir umarmten uns und Gondamer verließ die Kammer. Er ist alt geworden, dieser Kampfbär. Sein Gang war langsamer und seine Haltung leicht gebückt. Auch sein Haar war inzwischen grau geworden, doch sein Herz blieb stark und groß wie eh und jäh. Wie leer wäre mein Leben, hätte ich ihn nie kennengelernt und als ich so in meinen Gedanken schwelgte, fiel mir ein, dass ich noch einiges zu tun hatte und so begab ich mich zum Schreibtisch und ging meiner Arbeit nach. In meine Arbeit vertieft, stellte ich fest, dass ich einen von den Marburgern, als rechte Hand des neuen Kommandanten, in der Komturei zurücklassen musste. Friedrich brauchte ich, denn er war ein Schmied und auf ihn konnte ich schlecht verzichten. Otto war ein Hauptmann und ich würde keinen besseren weit und breit finden. So blieb nur Horst übrig. Ein sehr guter Mann und einer der besten Bauern, den ich je kannte. Ich vergaß nicht, woher ich stammte, denn ich selbst war, vor meiner Templerzeit, ein Bauer. Die Anlagen, hier in Ashkelon, brauchten einen Mann wie Horst. Die Plantagen hatte er auf Vordermann gebracht. Das Vieh wurde von ihm bestens verwaltet und versorgt. Mein Entschluss stand fest. Ich würde Horst zum neuen Marschall der Komturei ernennen, um so seine Enttäuschung, nicht mitsegeln zu können, etwas zu lindern. Er würde es verstehen und Gottfried Saint Omer würde es sehr begrüßen. Doch wann würde er eintreffen? Egal. Horst würde ihn in Empfang nehmen und ihm meine Beschlüsse überreichen.

Dann war es plötzlich so weit. Ich bemerkte nicht, wie die Stunden verflogen und nur, weil Otto an der Türe klopfte, um nach den Rechten zu schauen, wurde ich aus meiner Arbeit herausgerissen.

„Soll ich Dir was zu essen bringen, Bruder?“

„Nein, Otto. Ich danke Dir. Hat sich dieser Pinzon gemeldet?“

„Nein, jedoch habe ich einen sehr jungen Sergeanten namens Ralf de Saddeley in unserer Truppe gefunden. Einen Engländer. Er behauptet, Seefahrer gewesen zu sein, was mir schwerfällt zu glauben, da er nicht älter als achtzehn Jahr sein dürfte.“

„Und? Was ist so Besonderes an diesem jungen Mann? Warum sollte er kein Seefahrer gewesen sein? Ich habe Vierzehnjährige schon in manchem Hafen an Barken arbeiten gesehen!“

„Er behauptet, sein Vater wäre Kapitän auf einer Barke hoch im Norden gewesen und dieser hätte Geschäfte mit ehemaligen Vikingern getrieben …!“

„Und?“

„Er behauptet, dass diese Nordmänner, also diese Vikinger, ebenfalls von fernen, fremden Ländern berichteten und mit Waren, wie Fellen, Hölzern und anderem handelten …!“

„WAS?“

Mir gefror das Blut in meinen Adern, als ich dies hörte, denn dies durfte nicht sein. Wäre dies denn möglich? Würde dies heißen, unser Geheimnis wäre jetzt kein Geheimnis mehr, sondern vielleicht schon beim Vatikan, von diesen verfluchten Nordmännern, auf dem Schreibtisch vom Papst, vorgetragen worden? Doch dann dachte ich nach. Diese Nordmänner, die inzwischen ebenfalls Christen waren, wüssten von der Bestrafung der Ketzerei, sollte man behaupten, die Erde wäre um viele Länder reicher als die in den Archiven eingetragenen Kontinente. Wir, die dem kleinen, inneren Kreis angehörten, hatten inzwischen vieles, aus den gefundenen Dokumenten studiert, die wir unter der Al-Aqsa-Moschee fanden. Dort haben die Phönizier schon unter mathematischen Berechnungen ausführlich bewiesen, dass die Erde, astrologisch gesehen, genauso rund war wie die Sonne, die Sterne und der Mond, die wir täglich hoch am Himmel sehen.

Würden diese inzwischen christlichen Nordmänner von diesen Ländern erzählen, würden sie am Scheiterhaufen lodern wir trockenes Stroh.

„Bring mir diesen Ralf de Saddeleye!“, schrie ich.

„Zu Befehl, Bruder!“

„Und, Otto, sollte dieser Pinzon auftauchen, so bring ihn ebenfalls zu mir!“

Otto verbeugte sich und verschwand und ich verspürte diese Kopfschmerzen, die mir sagten, ich sollte mich bereithalten. Bereit für den täglich auszuführenden Flug eines Dämons. Ich begab mich zum Fenster und schaute zum Himmel hoch. Kein Mond war zu sehen, kein Stern würde mir diese Nacht den Weg leuchten. Unfreundliche Wolken machten sich am Horizont breit und immer wieder dachte ich an Severinus. Welch ein Verlust sein Tod doch für mich bedeutete. Meine Schultern drohten zu platzen, als die Schwingen herausragten und so musste ich mich eiligst ausziehen, sonst wäre mein Gewand zerstört gewesen. Zerstört von dieser außergewöhnlichen Kraft, die ich als göttlich vernahm und nicht als teuflisch.

Dieser Ralf de Saddeleye musste sich gedulden. Otto würde sich um ihn während meiner Abwesenheit schon kümmern. Die Tür des Saales öffnete sich, als ich mich gerade zum Flug begab und ein verstörter Ralf de Saddeleye glaubte nicht, was er gesehen zu haben schien.

„Habt Ihr … habt Ihr das gesehen?“, fragte er todesbleich, doch Otto blieb unbeeinflusst gleichgültig und sagte:

„Was meint Ihr, Sergeant? Was soll ich gesehen haben?“

Zum Glück sagte der junge Engländer nichts weiter, denn man hätte ihn des Wahnes bezichtigen können und zu dieser Zeit wusste man nur zu gut, wo solche von Wahn Besessenen landen würden.

„Nichts, mein Marschall. Die Sonne war heute mal wieder zu heiß!“

„Wartet hier, Bruder, bis der Kommandant bereit ist, Euch zu empfangen!“

Ralf de Saddeleye nickte nur ängstlich und Otto verließ die Kammer.

Ich hingegen wusste nicht, wo mich heute diese Flügel hintragen würden. Ich sah Dinge, die mich bedrückten und begriff langsam, was Bab Pha Med damit bezweckte. Das, was ich sah, waren die Werke der Menschen. Ich sah, wie mächtige Männer noch mächtiger und reicher wurden und wie sie selbst einen kleinen, inneren Kreis gründeten, bestehend eben nur aus wenigen sehr reichen und herzlosen Individuen, die sich Bankiers nannten. Ich sah wie sie Könige, Herzöge und Regierende wie Schachfiguren hin und her bewegten und diese anwiesen, wie sie zu regieren hätten. Ich sah, wie arme Menschen noch ärmer wurden und wie sie ihrer Heimat entflohen, aus Furcht, getötet oder als Sklaven verkauft zu werden. Dann trugen mich die Flügel weiter in die Zukunft und ich vernahm weitere Kriege. Furchtbare und quälende Kriege, wo Millionen von Menschen starben. Kein Teufel war im Spiel und kein Gott. Dieses Elend wurde allein durch Menschen erschaffen, so erschien es mir zunächst und es ging nur darum, die Macht dieser Erde zu erlangen. Und dann sah ich in diese Gesichter. Die Gesichter dieser mächtigen Bastarde, und erkannte die Worte des Bab Pha Meds wieder:

„… Sie werden Euch wie Spielzeuge behandeln …! Ihr allein seid die Erschaffer eurer eigenen Hölle … Ihr habt jahrelang den falschen Gott gepriesen, doch Euch werden bald die Augen geöffnet …!“

War Bap Pha Med also tatsächlich ein Gott? Ein Gott, der durch seine eigenen Engel entmachtet wurde, als er für einen kurzen Moment nicht aufpasste und diese Verräter ihn dann überrumpelten? Durfte so etwas mit einem Gott geschehen?

Erzählt die Bibel nicht von seiner Allmächtigkeit? Wie konnte also so einer überrumpelt werden? Plötzlich trugen mich meine Flügel weiter hoch und ich merkte, wie sie mich nun in die Vergangenheit führten. Doch was war das für eine Vergangenheit? Mir erschien plötzlich, dass das was ich nun sah, nichts mit dem Leben auf unserer Erde zu tun hatte. Ich sah diese leuchtenden Gestalten, so wie Bab Pha Med mir einst erschien, als ich ihn aus dem Kasten befreite, den jeder für die Truhe der Bundeslade hielt. Ich sah auch Bab Pha Med selbst. Er saß oder schwebte über einem thronartigen Sessel. Ich sah, wie sich ein Streit zwischen Bab Pha Med und diesen anderen, ihm ähnelnden Gestalten, ausbrach. Sie unterhielten sich in einer sehr unbekannten Art. Einer Art, die eher als musikalisch zu beschreiben wäre. Der Streit entwickelte sich inzwischen so weit, dass sie sich des Bab Pha Med bemächtigten und ihn gefangen nahmen, wenn man es so darstellen konnte. Sie, schmolzen ihn regelrecht ein, doch Bab Pha Med konnte sich immer wieder befreien und als er endlich gänzlich überwältigt wurde, sperrte man ihn ein, indem man ihn mit etwas Zähflüssigem und Glühendem übergoss. Er schrie etwas in seiner Sprache, die ich natürlich nicht verstand und plötzlich entwich eine Kraft aus dieser Masse, worin er eingesperrt wurde. Eine Kraft so gewaltig das ich selbst, als schwarzer Engel, mich fürchtete.

Er, Bab Pha Med, wurde zur einer nicht zu beschreibenden, übermächtigen Energie, die so kein Mensch je sah und fähig der Beschreibung gewesen wäre. Plötzlich zerbrach alles. Ich sah, wie aus Bab Pha Med ein Feuerball wurde. Ein Planet, der eine Zerstörung erlebte. Eine Selbstzerstörung. War er ein Planet? War er vielleicht gar das Universum selbst? Glaubt mir, meine lieben Leser, wenn Ihr mich fragt, so hatte ich an diesen Tag die Entstehung allen Lebens selbst erlebt. Ich sah, wie Brocken heißen Gesteins durch das Universum flogen und meine Flügel trugen mich zu einem ganz bestimmten Stein. Was rede ich da. Ein Stein, der halb so groß wie der Mond selbst war. Ich flog neben diesem glühenden Feuerball und erkannte die Gestalt des Bab Pha Meds darin eingesperrt oder eingegossen. Ich kann es wirklich nicht anders erklären. Er sah mich an. Er rief mir aus seinem damals gefertigten Gefängnis zu.