Aller Tage Abend - Simon R. Green - E-Book
Beschreibung

Privatdetektiv John Taylor hat Walker, die frühere Stimme der Autoritäten, getötet und ist nun so etwas wie das inoffizielle Oberhaupt der Nightside. Dann wird ihm per Post das legendäre Schwer Excalibur zugestellt. Um herauszufinden, wie es dazu kam, muss er sich an die letzten Verteidiger Camelots wenden, eine Gruppe von Rittern, die von der Tafelrunde abstammen und an einem Ort leben, der weit furchterregender ist als die Nightside und an dem John aus gutem Grund seit Jahren nicht mehr war: In London ... Blut fließt rot und golden, als Taylor sich mit König Artus zusammentut und mit Merlin, Elfenadligen, verräterischen Rittern, Söhnen des Teufels, der Dame vom See und verschiedenen Bewohnern der Nightside mit ausgesprochen wohlklingenden Namen aneinandergerät. Da hilft nur eins: John Taylors wohlbekannter, unerschütterlicher Sarkasmus.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl:475

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Sammlungen



Autor: Simon R. Green

Deutsch von: Jana Gengnagel

Lektorat: Oliver Hoffmann

Korrektorat: Solveig Tenckhoff und Oliver Graute

Art Director, Satz und Gestaltung: Oliver Graute

© Simon R. Green 2011

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2013

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-166-3

Originaltitel: A Hard Day’s Knight

Aller Tage Abend ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Simon R. Green 2011. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Simon R. Green.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Dinge, die Sie wissen müssen

1. Die Nightside ist das rätselhafte, geheimnisvolle, düstere, vom Rest der Welt unbemerkte Herz Londons, wo Magie greifbarer ist, als man ertragen kann, wo Leben und Seelen und alles, was Ihnen so einfällt, immer zum Verkauf bereit stehen und all Ihre schlimmsten Träume in fremden Körpern in der Öffentlichkeit umherlaufen. Es ist immer dunkel in der Nightside, immer drei Uhr morgens – die Stunde, die die Seele der Menschen in Versuchung führt. Grelles Neonlicht funkelt in regennassen Straßen, Kneipen und Clubs schließen nie, und Götter und Monster schreiten Hand in Hand vorbei. Sie können alles, wovon Sie je geträumt haben, in der Nightside finden; aber nehmen Sie sich in Acht. Es könnte Sie zuerst finden.

2. Ich bin John Taylor, Privatdetektiv. Ich trage einen weißen Trenchcoat, aber lassen Sie sich davon nicht täuschen. Ich mache keine Scheidungen, und ich erkenne keinen Hinweis, auch wenn ich darüber stolpern würde. Ich habe allerdings eine spezielle Gabe, nämlich alles und jeden zu finden, egal, wie gut es sich versteckt. Ich gebe mein Bestes, die Wahrheit für meine Klienten herauszufinden, aber die Erfahrung zeigt, dass sie nicht glücklich macht und nicht befreit. Gehen Sie die Straßen der Nightside entlang, und Sie werden eine Menge Schlechtes über mich hören. Das meiste davon ist wahr. Ich bleibe in der Nightside, weil ich hierher gehöre. Zu all den anderen Monstern.

3. Walker ist tot. Die einzige Stimme der Autoritäten, der Verantwortliche der Nightside, sofern jemand das war oder sein könnte … der einzige, der uns dazu bringen konnte, alle schön zusammen zu spielen, ist tot. Ich habe ihn getötet. Ich hatte gute Gründe, aber tot ist tot. Also muss ich jetzt Walker sein. Seine Rolle übernehmen und als Repräsentant der neuen Autoritäten handeln. Die Strafe muss immer zum Vergehen passen.

4. Etwas sehr Altes und Mächtiges ist in die Nightside gekommen. Das uralte, legendäre Schwert Excalibur. Es ist nicht das, was Sie denken, und das war es auch nie. Puck hat mir das erzählt, aber jeder weiß, dass man keinem Elfen trauen kann. Sie lügen immer – es sei denn, die Wahrheit tut mehr weh.

5. Zu guter Letzt … als ich, nachdem ich Walker getötet hatte, endlich nach Hause kam, als ich nur noch erschöpft in einen Stuhl fallen und meine vergrämte Seele pflegen wollte … da fand ich ein langes, schwertförmiges Paket, das auf dem Wohnzimmertisch auf mich wartete. An manchen Tagen findet man einfach keine Ruhe.

1

Es kam mit der Post

Ich stand in der Küche, schon so müde und ausgezehrt, dass ich mich selbst in einen Sarg gelegt hätte, wenn der als einziges verfügbar wäre … und betrachtete das in braunes Papier eingewickelte Paket auf dem Tisch vor mir. Als ich heimkam, hatte es im Wohnzimmer auf mich gewartet. Suzie kam herein und trat neben mich. Sie legte einen Arm um meine Taille, und ich küsste sie abwesend auf die Wange. Meine Suzie, auch bekannt als Flintensuzie oder „Oh verdammt, sie ist es! Rennt!“. Meine große, blonde Walküre in schwarzem Leder, eine Kopfgeldjägerin, die alle tot zurückbringt, weil dann weniger Papierkram zu erledigen ist. Meine Liebe, mein Leben, mein einziger Daseinsgrund, die die größte Bombe seit Jahren auf mich geworfen hatte, indem sie dieses schreckliche, bedeutende Paket angenommen hatte …

Ich rückte von Suzie ab und ging zögernd um den Küchentisch, wobei ich das Bündel von allen Seiten beäugte. Es weigerte sich stur, nach etwas anderem als einem verdammt großen Schwert auszusehen. Ich hatte absolut nicht die Absicht, dieses Ding schon jetzt zu berühren. Suzie sah mich neugierig an, schwieg aber. Sie sah, dass ich arbeitete. Probleme zu lösen war mein Job. Ich beugte mich über den Küchentisch, während ich das in braunes Papier eingewickelte Paket vom Knauf bis zur Spitze untersuchte. Es gab nirgends Briefmarken und keine Adresse – nur meinen Namen, perfekt in eine Kupferplatte graviert. Was bedeutete, dass das Paket nicht mit der Post gekommen sein konnte. Es musste durch einen Boten zugestellt worden sein.

„Wann ist das angekommen?“, fragte ich Suzie.

Sie horchte auf, als sie den Ernst in meiner Stimme erfasste. „Vor zwei, drei Stunden. Ich hörte ein Klopfen an der Tür, sah nach draußen, und da war es. Lehnte an der Wand. Erst dachte ich, es sei für mich, weil es so offensichtlich eine Waffe war, aber dann sah ich deinen Namen darauf, also legte ich es für dich zur Seite, bis du heimkommst.“

„Überleg mal“, sagte ich. „Normalerweise würdest du ein seltsames, unerwartetes Paket nicht in unser Haus bringen und es dort liegen lassen, ohne zuvor eine ganze Reihe von Sicherheitschecks zu machen, oder?“

„Nein“, entgegnete Suzie in einer Art und Weise, die klar machte, dass sie davor noch nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet hatte und sich nun ziemlich verärgert fragte, warum nicht. „Es fühlte sich … richtig an. Als gehöre es hierher. Warum zur Hölle fand ich das nicht verdächtig?“

„Weil das Paket es nicht wollte“, antwortete ich.

Wir funkelten das braune Paket an.

„Könnten irgendwelche Arten von Zwang oder Fluch daran befestigt sein?“, fragte Suzie.

„Ich denke, wir sind in größeren Schwierigkeiten als das“, sagte ich. „Ich bekomme ein eindeutiges Gefühl von Schicksal.“

„Scheiße.“

„Ja“, sagte ich. „Nächste Frage: Wie kam unser mysteriöser Wohltäter unversehrt durch unsere ganzen Sicherheitssysteme? Wir haben Jahre damit zugebracht, die Verteidigungen um dieses Haus aufzubauen, um uns vor unseren Feinden zu schützen und die Paparazzi zu entmutigen. Unser Briefträger hat eine spezielle Befreiung davon: Dieser Typ sollte es nicht einmal bis zu unserer Haustür geschafft haben.“

„Oh, das schreit geradezu Schicksal“, meinte Suzie. „Lass uns fliehen.“

„Du hast niemanden gesehen, als du das Paket aufgehoben hast?“

„Nicht wirklich, nein, und ja, ich fand das verdächtig. Das vermaledeite Paket muss in meinem Kopf herumgepfuscht haben.“

„Das Paket oder sein Absender …“ Ich machte ein so bitterböses Gesicht, dass meine Stirn schmerzte. „Hüte dich vor unsichtbaren Fremden, die Geschenke bringen.“

Ich hob mein Geschenk hoch und öffnete mein inneres drittes Schnüfflerauge. Ich studierte das Paket mit meiner Sicht, die mir all die Wunder und Schrecken der verborgenen Welt zeigte, und untersuchte es nach Sprengfallen oder versteckten Nachrichten. Ich hatte kaum genug Zeit, mich zu versichern, dass es keine versteckten Extras gab, als ich vor Schmerz schrie und zurückwich, als das, was sich in dem Paket befand, ein heftiges, magisches, spirituelles Licht aufflammen ließ, dass mich blendete. Mein inneres Auge schloss sich abrupt, als mein Verstand vor etwas zurückzuckte, das direkt anzusehen er nicht ertragen konnte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!