Andere warten auf das Christkind - Sandra Wolf - E-Book
Beschreibung

Und wenn man nur die leiseste Ahnung davon hätte, wie gewaltig und erdrückend die Lücke ist, die ein Mensch hinterlässt, wenn er für immer geht – dann hätte man ebenso große Angst vor jedem neuen Tag. Denn jeder Tag kann der letzte sein auf Erden. Für jeden von uns.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl:119

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Bibliografische Informationen der Deutschen Bibliothek:

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detailliert Dateien sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

Impressum:

© by Verlag Kern, Bayreuth

© Inhaltliche Rechte beim Autor

Autorin: Sandra Wolf

1. Auflage / 2014

Lektorat: Felix Haenlein

Sprache Deutsch,

Layout / Satz: Brigitte Winkler, www.winkler-layout.de

Titelfoto: Rose ganz auf Schnee – http://www.torange.biz

ISBN: 9783957160546

ISBN E-Book: 9783957160676

www.verlag-kern.de

SANDRA WOLF

Andere warten auf das Christkind

Für Oma Ines

Inhaltsverzeichnis

Cover

Impressum

Titel

Widmung

Vorwort

Rückblick

20. Dezember 2013

21. Dezember 2013, Tag 1

22. Dezember 2013, Tag 2

23. Dezember 2013, Tag 3

24. Dezember 2013, Tag 4, Heilig Abend

25. Dezember 2013, Tag 5, 1. Weihnachtsfeiertag

26. Dezember 2013, Tag 6, 2. Weihnachtsfeiertag

27. Dezember 2013, Tag 7

28. Dezember 2013, Tag 8

29. Dezember 2013, Tag 9

30. Dezember 2013, Tag 10

31. Dezember 2013, Tag 11

1. Januar 2014, Tag 12

2. Januar 2014, Tag 13

17. Januar 2014

Was war in der Zwischenzeit geschehen?

26. 01.2014

Wie geht es nun weiter?

W ie fühlt sich ein Kind, wenn die Weihnachtszeit immer näher rückt?

Es ist voller Vorfreude, innerlicher Unruhe. Es sieht glänzende Lichter überall, die die Kinderaugen selbst erstrahlen lassen wie funkelnde Sterne. Es sieht geschmückte Häuser und Straßen, die das kleine Herzchen vor Vergnügen hüpfen lassen. Es sieht in Schaufenstern Unmengen von Spielzeug, die es sich alle merken will, um alles, wirklich alles, auf den Wunschzettel malen oder schreiben zu können. Es backt mit Mama Plätzchen; nascht den rohen Teig, sitzt gespannt vor dem Ofen und verziert mit kleinen klebrigen Fingern, die auch immer wieder ordentlich sauber gemacht, also abgeleckt, werden, die fertigen Teilchen zu kleinen Kunstwerken. Es liebt Geschichten zu hören vom Christkind und vom Weihnachtsmann und mit jedem Tag wächst die Ungeduld. Es fragt Papa, wann denn endlich der Weihnachtsmann kommt und woher er weiß, welches Kind artig war. Und mit jedem Tag kommt gewiss auch eine kleine Portion Angst dazu: War ich artig? Was ist, wenn ER mich vergisst?

Wie fühlt sich eine Mama, wenn die Weihnachtszeit immer näher rückt?

Sie bastelt für ihre Kinder einen Adventskalender – vielleicht aus Sperrholz, in Form eines Bäumchens oder eines Schneemannes, geschmückt mit Lichtern und Glitzerstaub. Sie bastelt mit den Kindern ein hübsches Adventsgesteck oder einen Kranz. Sie freut sich über die strahlenden Kinderaugen. Sie liebt es, Geschenke auszusuchen, zu verpacken und zu verstecken. Sie schmückt liebevoll die Fenster, hört dabei Weihnachtslieder und denkt – mit einem lachenden und einem weinenden Auge – an vergangene Feste. Sie gibt sich mit ganzem Herzen dem Weihnachtsstress hin, plant 4-Gänge-Menüs und quält sich durch Supermärkte. Sie ärgert sich über leergekaufte Backzutatenregale. Sie ärgert sich über sich selbst, dass sie es wieder einmal verpasst hat, zeitiger ganze Mandeln zu besorgen. Sie backt mit den Kindern Plätzchen und verstaut sie ordentlich in Keksdosen. Ganz mutige Mamas versuchen sich daran, Stollen oder Lebkuchen selbst zu backen, stets dessen bewusst, dass, wenn es nicht schmecken sollte, diese Naschereien wohl bis Ostern zum Kaffee am Nachmittag gereicht werden.

Vielleicht kauft sie sich auch selbst etwas Neues, Festliches zum Anziehen, damit sie ihren Lieben zum Fest besonders gut gefällt. Sie schreibt mit Hingabe Weihnachtskarten, packt kleine Päckchen für Verwandte und Freunde in der Ferne.

Und schließlich freut sie sich auf das Weihnachtsfest und vergisst, wenn sie ihre glücklichen Kinder anschaut, alle Sorgen und das ganze vorweihnachtliche Chaos.

Wie fühlt sich ein Kind, wenn die Weihnachtszeit immer näher rückt und Mama im Koma auf der Intensivstation liegt?

Leer. Schrecklich leer. Quälend leer.

Das Kind ist selbst Mama, doch die eigenen Kinder erfreuen sie nicht, und mögen deren Funkelaugen noch so sehr glitzern.

Es sitzt vor dem Weihnachtsbaum, an dem nur die Kerzen hängen, weint selbst über diesen Anblick, ist aber antriebslos und kann die Kugeln nicht dran hängen. (Die Freude darüber, dass die vierjährige Tochter diese Aufgabe als Überraschung für die traurige Mama übernimmt, ist groß, wenigstens nach außen.)

Es läuft wie ferngesteuert durch geschmückte Straßen, sieht die Lichter, aber ohne Wärme im Herzen.

Es sucht Weihnachtsgeschenke aus und verpackt diese, weil es getan werden muss. (Einige Geschenke fahren stets im Kofferraum mit, denn wer weiß, wo die Bescherung stattfinden wird.) Es bereitet den Plätzchenteig vor und ist dankbar, dass Papa mit den Kindern die Plätzchen bäckt.

Es liest den Kindern Weihnachtsgeschichten vor und unterdrückt die Tränen dabei. Es ist mit den Gedanken und Gefühlen nie ganz zu Hause. Ein Teil ist stets woanders.

Es hat ein schlechtes Gewissen den Kleinen gegenüber, denn mit ihnen zu spielen fällt so unendlich schwer – doch sie können ja nichts dafür.

Es hat ein schlechtes Gewissen dem Ehemann gegenüber, denn er kümmert sich fast allein um die Kinder. Dafür empfindet es tiefe Dankbarkeit.

Es hat ein schlechtes Gewissen der schwerkranken Mutter gegenüber, wenn es dann doch einmal lacht und für wenige Sekunden diese schrecklichen Gedanken verdrängen kann.

Es hofft, dass die Weihnachtstage möglichst schnell vergehen.

Und das ohne schlechte Nachricht aus dem Krankenhaus.

Rückblick

Es ist Januar 2001. Eine rauschende Feier ist im Gange, der vierzigste Geburtstag meiner Eltern. Ausgelassen wird mit Freunden und der Familie gefeiert. Es gibt gutes Essen, Spiele und es wird getanzt. Die Stimmung wird nicht einmal getrübt, als auf der Rechnung steht, wir hätten 99 Gläser Bier getrunken – bei geschätzten 30 Gästen, davon 13 männlich, hätte dies einen durchaus lebensbedrohlichen Alkoholkonsum bedeutet. Aber nun gut. Die Feier war schön.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!