15,99 €
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1,3, Universität Leipzig (Historisches Seminar), Veranstaltung: Innenpolitische Probleme der Bismarckzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Drängende Probleme, die sich aus der komplexen wirtschaftlichen und sozialen Dynamik des 19. Jahrhunderts ergaben, konnten in der bis 1866 selbständigen Provinz Hannover scheinbar erst unter preußischer Ägide überwunden werden. Diese Gleichzeitigkeit von wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Zäsur wird häufig mit der wirtschafts- wie allgemeinpolitischen Reformfähigkeit der jeweiligen Systeme gleichgesetzt. Wegen der spürbaren, nahezu konstant zunehmenden Verbesserung der allgemein- und in der Regel auch individualwirtschaftlichen Situation wird der weitgehend liberalisierenden Wirtschaftspolitik Preußens nicht nur für Hannover eine besonders hohe Integrationsleistung zugeschrieben. Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich dieser scheinbare Gegensatz zwischen fortschrittlichem preußischen Liberalismus und reaktionär-kurzsinniger welfischer Wirtschaftspolitik bei näherer Betrachtung regionaler und (inter-) „nationaler“ ökonomischer wie politischer Rahmenbedingungen aufrecht erhalten lässt und worin sich eventuelle Bestätigungen begründen. In einem ersten Abschnitt soll hierzu die wirtschaftliche und demographische Ausgangssituation am Vorabend der Annexion mitsamt der welfischen Wirtschaftspolitik vorgestellt werden. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der preußischen Integrationspolitik im Allgemeinen und mit der Liberalisierungspolitik in Hannover im Speziellen. Letztere soll an hand dreier Reformbeispiele von besonders großer politökonomischer Bedeutung dargestellt und auf ihre Kontinuität bzw. Andersartigkeit mit der welfischen Wirtschafspolitik untersucht werden. Das dritte Kapitel versucht schließlich, den Einfluss des Dargestellten an der insgesamt positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der Provinz Hannover zu isolieren sowie dafür verantwortliche innen- und außenpolitische, binnen- und weltkonjunkturelle Rahmenbedingungen zu beleuchten. Die Erforschung der hannoveranschen Wirtschaft in Königreich und Provinz hatte, gemessen an der Zahl der Publikationen, ihren Höhepunkt Anfang/Mitte der 1980er Jahre. Wesentliche Neuerungen ergaben sich seither erst wieder in letzten zehn Jahren mit eher spezialisierten Studien. Als besonders wertvoll für die historische Wirtschaftsforschung dürften sich statistische Daten-sammlungen erweisen, die seit kurzer Zeit auch für das hannoversche Königreich vorliegen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2008
Impressum:
Copyright (c) 2013 GRIN Verlag GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.
Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.
Jetzt beiwww.grin.com
Gliederung der Arbeit
Einleitung
1. Wirtschaft und Wirtschaftspolitik in Hannover bis 1866
1.1Wirtschaftliche, soziale und demographische Situation am Vorabend der Annexion
1.2. Die welfische Wirtschaftspolitik im Königreich Hannover – Ein Überblick
2. Reformfähiges Preußen vs. reformunfähiges Hannover?
2.1. Grundzüge preußischer Integrationspolitik in Hannover
2.2. Projektbezogener Vergleich in drei Beispielen
2.2.1. Die Gewerbepolitik
2.2.2. Die Eisenbahnpolitik
2.2.3. Die Bauernbefreiung
3. Aufschwung durch überlegene Wirtschaftspolitik?
3.1. Preußische Liberalisierungspolitik und wirtschaftlicher Aufschwung
3.2. Weitere Erklärungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Provinz Hannover
Fazit
Literaturverzeichnis:
Drängende Probleme, die sich aus der komplexen wirtschaftlichen und sozialen Dynamik des 19. Jahrhunderts ergaben, konnten in der bis 1866 selbständigen Provinz Hannover scheinbar erst unter preußischer Ägide überwunden werden. Diese Gleichzeitigkeit von wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Zäsur wird häufig mit der wirtschafts- wie allgemeinpolitischen Reformfähigkeit der jeweiligen Systeme gleichgesetzt. Wegen der spürbaren, nahezu konstant zunehmenden Verbesserung der allgemein- und in der Regel auch individualwirtschaftlichen Situation[1] wird der weitgehend liberalisierenden Wirtschaftspolitik Preußens nicht nur für Hannover eine besonders hohe Integrationsleistung zugeschrieben.[2] Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich dieser scheinbare Gegensatz zwischen fortschrittlichem preußischen Liberalismus und reaktionär-kurzsinniger welfischer Wirtschaftspolitik bei näherer Betrachtung regionaler und (inter-) „nationaler“ ökonomischer wie politischer Rahmenbedingungen aufrecht erhalten lässt und worin sich eventuelle Bestätigungen begründen. In einem ersten Abschnitt soll hierzu die wirtschaftliche und demographische Ausgangssituation am Vorabend der Annexion mitsamt der welfischen Wirtschaftspolitik vorgestellt werden. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der preußischen Integrationspolitik im Allgemeinen und mit der Liberalisierungspolitik in Hannover im Speziellen. Letztere soll an hand dreier Reformbeispiele von besonders großer politökonomischer Bedeutung dargestellt und auf ihre Kontinuität bzw. Andersartigkeit mit der welfischen Wirtschafspolitik[3] untersucht werden. Das dritte Kapitel versucht schließlich, den Einfluss des Dargestellten an der insgesamt positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der Provinz Hannover zu isolieren sowie dafür verantwortliche innen- und außenpolitische, binnen- und weltkonjunkturelle Rahmenbedingungen zu beleuchten. Die Erforschung der hannoveranschen Wirtschaft in Königreich und Provinz hatte, gemessen an der Zahl der Publikationen, ihren Höhepunkt Anfang/Mitte der 1980er Jahre.[4] Wesentliche Neuerungen ergaben sich seither erst wieder in letzten zehn Jahren mit eher spezialisierten Studien.[5] Als besonders wertvoll für die historische Wirtschaftsforschung dürften sich statistische Daten-sammlungen erweisen, die seit kurzer Zeit auch für das hannoversche Königreich vorliegen.[6]
In diesem Kapitel sollen einführend die wirtschaftliche Entwicklung und die welfische Wirtschaftspolitik bis 1866 dargestellt werden. Ziel des Abschnitts ist es, die Startbedingungen zu skizzieren, die den preußischen Annektoren 1866 gegenübertraten sowie einen problemorientierten Eindruck von den Grundsätzen welfischer Politik zu gewinnen.
