Arbeit macht Lust auf mehr! - Kastor Aldebaran - E-Book

Arbeit macht Lust auf mehr! E-Book

Kastor Aldebaran

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  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2021
Beschreibung

Die Arbeitswelt ist schnelllebig. Heute hier, morgen dort, keiner kann mehr davor sicher sein, den Arbeitsplatz zu wechseln. Mir ging es nicht anders. Am Zielort angekommen, wurde mir schnell klar, dass es in der neuen Umgebung nicht nur darum ging, zu arbeiten. Andere, interessantere Möglichkeiten taten sich auf, die ich gerne in Anspruch nahm.

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Seitenzahl: 183

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Kastor Aldebaran

Arbeit macht Lust auf mehr!

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Impressum

Arbeit macht Lust

 

 

 

Kastor Aldebaran c/o Block Services Stuttgarter Str. 106 70736 Fellbach

 

[email protected]

 

Cover Gestaltung: Kastor Aldebaran

 

Bild: Pixabay.com

 

Pixabay License

 

Homepage: http://www.kastor-aldebaran.com/

 

Auf meiner Homepage, einmal pro Monat, nach Anmeldung, einen kostenlosen Newsletter inclusive einer exklusiven Kurzgeschichte, nicht im Internet zu bekommen.

 

You Tube: https://www.youtube.com/results?search_query=kastor+aldebaran

 

Kapitel 1

 

Jeder wird es kennen oder kennenlernen. In dieser schnelllebigen Zeit, in der wir uns befinden, ist der Wechsel nichts Besonderes mehr. Vorbei die Ära, in der man mit seinem Arbeitgeber verheiratet war. Lehre machen, bei dem Lehrbetrieb bleiben, dort sein Arbeitsleben verbringen und mit der Rente auszuscheiden, ist ein auslaufendes Arbeitsmodell. Sicher erstrebenswert, aber nur selten realisierbar, zumindest im Dienstleitungssektor.

Mir geht es nicht anders. Wenn ich eine Stelle habe, heißt das noch lange nicht, dass sie morgen noch dort ist. Planungssicherheit, über drei Monate hinaus, ist zur Utopie geworden.

Vor diesem Problem stand ich einmal mehr. Meine Firma war der Meinung, dass eine Zentralisierung ein Einsparpotenzial beinhalten würde. Hatte es auch, da nicht jeder bereit war, Gewachsenes aufzugeben, um der Firma hinterher zu reisen oder in ein neues Betätigungsumfeld umzuziehen. Das Problem hatte ich zum Glück nicht.

Nicht gebunden, kein Eigenheim, keine Altlasten. Man sollte denken, der ideale Mitarbeiter. Wenn man es sich aber von der Arbeitgeberseite betrachtete, genau das Gegenteil. Ich besaß die Frechheit, der Arbeit hinterher zu reisen, also dort anzukommen, wo sie war. Dabei hätte man gerne auf meine Arbeitskraft verzichtet. Freiwillig, was sonst.

Den Gefallen tat ich ihnen nicht. Im Gegenteil, ich saß auf gepackten Koffern und wartete darauf, wohin es gehen sollte. Erstaunlicherweise dauerte es mehr als ein Jahr. In diesem Jahr musste erst ein passendes Gebäude gefunden werden, da es bei der Ankündigung der Maßnahme noch gar nicht feststand. Immerhin wusste man ja nicht, wie viele der Mitarbeiter dem Aufruf folgen würden, ihren neuen Arbeitsplatz anzusteuern. Erfahrungsgemäß war es nicht einmal die Hälfte. Viele wurden zuvor abgefunden oder in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. In dieser Art wurde man eine ganze Menge nicht mehr benötigte Arbeitskraft los. Für den Rest, darunter auch ich, wurde endlich ein Gebäude gefunden und innerhalb einer Rekordzeit für unsere Ansprüche umgestaltet.

Der Startschuss kam schneller als erwartet, was mir aus verständlichen Gründen nichts ausmachte. Eine neue Wohnung in dem strukturschwachen Gebiet war schnell und günstig gefunden und ich war sehr neugierig darauf, was mich erwarten würde. Eigentlich sollten wir unsere Arbeit mitnehmen, aber davon war zum Schluss nichts mehr gesagt worden. Durch die Umstrukturierung war unsere Arbeit verlagert worden und wir würden einen neuen Wirkungskreis erhalten. Warum nicht, man muss dem Neuen aufgeschlossen entgegen treten.

Eine Woche Umzug wurde uns gegönnt, danach sollte es nahtlos weitergehen, was an sich eine seltsame Sache war, denn wie sollte das vonstattengehen, wenn die Arbeit nicht mehr vorhanden war. Ich wusste es nicht, war gespannt darauf.

Der Tag kam und ich machte mich auf den Weg. Zum Glück hatte ich es nicht weit von meiner Wohnung aus und war eine viertel Stunde später am Zielort angekommen. Ein großes Bürogebäude, in dem mehrere Firmen ansässig waren. Es gab sogar eine Kantine.

Wir waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen und schon nach wenigen Minuten und Gesprächen mit alten sowie neuen Kollegen wurde uns klar, das nichts klar war. Keiner kannte seine weitere Verwendung, keiner wusste mehr über das was kommen würde als der andere. Also warteten wir gespannt darauf, was passieren würde.

Etwa eine Stunde später wurden wir in eines der Großraumbüros gebracht, wo uns unser neuer Chef, in diesem Fall eine Chefin, vorgestellt wurde. Eine resolut wirkende Frau Mitte vierzig im Kostüm und streng nach hinten gekämmtem, schwarzem Haar, welches in einen dicken, langen Pferdeschwanz auslief.

Sie stellte sich als Frau Schmidt vor und hatte eine etwas tiefere Stimme, als ich gewöhnlich von Frauen kannte. Sie sah sich selbstsicher in der Runde um, schaute jedem kurz und tief in die Augen und begann einen längeren Monolog darüber, wie sie sich die Zusammenarbeit mit uns vorstellte. Basics, wie sie es nannte. Nichts was man nicht schon gehört hätte. Alles Selbstverständlichkeiten und man kam sich vor, wie ein kleines Kind, dem man erzählte, wie man sich in der Sandkiste zu verhalten hatte. Gut, bei einem Kind wäre es wenigstens nicht die X-te Wiederholung gewesen und vielleicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Hier entlockte es uns ein müdes Gähnen.

Während dieses Vortrags sah ich mich mehrmals vorsichtig in der Runde um und betrachtete meine neuen Mitarbeiter. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen, ohne besondere Merkmale. Fast jedes Alter schien vertreten zu sein. Auch in geschlechtsspezifischer Hinsicht, war keine Eigentümlichkeit zu entdecken. Vielleicht ein leichter Überhang an weiblichen Mitarbeitern. Bei überwiegender Bürotätigkeit, nichts Ungewöhnliches.

Ich war nicht alleine mit meinen Beobachtungen. Die Langeweile über den Vortrag machte seine Runde und ich konnte mehrere Köpfe sehen, die sich unauffällig wie möglich drehten, um ihre Umgebung und damit die anderen Mitarbeiter zu betrachten.

Als die Blicke einer früheren Kollegin von mir und meiner sich kreuzten, mussten wir beide grinsen, besonders als sie ein Gähnen nicht unterdrücken konnte. Ich nickte ihr wissentlich zu und wir waren für diesen kleinen Moment Verbündete im Geiste.

Das Fazit der Veranstaltung war seltsam. Unsere neue Chefin konnte uns zwar ihre Vorstellungen unterbreiten, eine konkrete Aussage zu unserer neuen Arbeit, war jedoch nicht darunter. Überall sah ich fragende Gesichter, die ähnliche Gedanken hegten, wie ich sie hatte.

Besonders große Fragezeichen tauchten auf, als Frau Schmidt ihren Monolog beendete und der Frage aus dem Weg ging, was unsere weitere Tätigkeit betraf.

„Falls es jemand noch nicht gesehen hat, weise ich darauf hin, dass auf dem Flur ein Plan aufgehängt wurde, auf dem ihr Platz eingezeichnet ist. Bitte begeben sie sich zu dem aufgeführten Platz. Weitere Instruktionen werden sie dort erhalten. Das wäre es für den Moment!“, sagte sie mit einer strengen Stimme, die einen Einwand oder eine erneute Frage nicht zuließ. Sie drehte sich demonstrativ um und ging aus dem Büroraum, ohne sich umzudrehen.

Wir standen alle einen Moment ratlos herum und es wurde ein Murmeln lauter. Es wurde getuschelt über die undurchsichtige Situation, was nichts brachte, denn niemand im Raum hatte weiterführende Informationen. Also schlurfte ich in den Flur, suchte auf dem Plan meinen Namen und ging zu dem mir zugewiesenen Platz.

Großraumbüro, wenn auch modern eingerichtet. Schreibtisch, Stuhl, zusätzlicher Rollcontainer und ein Bildschirm nebst Tastatur, Rechner unter dem Tisch aufgehängt. Was tut man in einer solchen Situation als Erstes.

Auf den Stuhl setzten, sich diesen soweit einrichten, dass er bequem ist. Natürlich nicht ergonomisch, denn das ist nicht bequem. Danach den Bildschirm einschalten und den Rechner hochfahren. Man ist schließlich neugierig, was für Software aufgespielt ist. Hierüber konnte man vielleicht die neue Aufgabe erkennen.

Leider war das nicht gegeben. Die Benutzeroberfläche war blank geputzt, leuchtete mir jungfräulich entgegen und war bis auf die Betriebsprogramme sauber. Keine spezifische Anwendung.

Sofort kochte wieder dieselbe Frage hoch. Was sollten wir hier tun.

Als ich mich erneut im Kreise umsah, blickte ich in dieselben fragenden Gesichter, wie bei der ersten Zusammenkunft. Ähnlich wie ich, hatte alle anderen die Rechner angemacht und ebenfalls festgestellt, dass sie nicht schlauer wurde.

Die ersten Grüppchen bildeten sich und die relative Stille, die zuvor noch geherrscht hatte, wurde durch Unterhaltungen unterbrochen. Auch ich stellte mich zu einer der Gruppen, denn alleine herumzusitzen, war nicht mein Ding.

„Wisst ihr, was wir hier machen sollen?“, war die vorherrschende Frage, die ein Kopfschütteln hinter sich herzog. Keiner war darüber informiert. Also kamen die ersten Vermutungen auf den Tisch, die zwar auf keinerlei Wissen beruhten, aber einen wahren Kern beinhalten konnten.

„Ich glaube!“, sagte Rolf, ein ehemaliger Kollege von mir, „die wissen das selber nicht. Wahrscheinlich machen die sich erst jetzt Gedanken darüber, da sie jetzt wissen, wie viele von uns hier angekommen sind, und müssen erst überblicken, welche Tätigkeiten für uns infrage kommen. Die zweite Möglichkeit ist, dass wir hier in einem Leichenzimmer sitzen, das sehr groß ist. Ihr habt selber gesehen, dass die Rechner leer sind. Kein Leben drin. Auch das Internet funktioniert nicht, selbst ein Kartenspiel ist nicht installiert. Die Oberfläche ist blank wie ein Kinderarsch!“

Seine Theorie war nicht von der Hand zu weisen. Selbst der Begriff Leichenzimmer war mir bekannt. Er definierte einen Raum oder Ähnliches, wo man nicht mehr gebrauchte Arbeitnehmer, vorzugsweise Beamte, hinsetzte, für die man keine Verwendung mehr hatte. Sie bekamen keine Arbeit mehr, sollten durch die Langeweile mürbegemacht werden, damit sie ihren Hut nahmen.

Allerdings hatte ich das in diesem großen Stil noch nicht gesehen. Ganz konnte ich mir das also nicht vorstellen. Immerhin waren wir geschätzte siebzig Personen auf mehrere Büros verteilt. Nur die Hierarchie stand bereits fest. Oben residierte Frau Schmidt als Chefin. Ihr unterstanden zwei Abteilungsleiter, die uns von Frau Schmidt vorgestellt wurden, als sie später noch einmal durch die Büros ging. Sie erkundigte sich bei uns, ob wie unsere Plätze gefunden hätten und ob etwas fehlen würde.

„Arbeit!“, meinte einer auf die Frage, die Frau Schmidt geflissentlich überhörte. Stattdessen stellte sie Frau Kaiser und Herrn Mizikowski vor, unsere direkten Vorgesetzten bzw. Abteilungsleiter. Frau Kaiser war für mich zuständig und ich sah sie mir genauer an.

Wie Frau Schmidt in den Vierzigern. Normal gebaut. Was auffiel, waren ihre Haare und der Mund. Sie hatte einen Haarschnitt, der nicht oft getragen wurde, einen Bob. Dieser war so exakt geschnitten, dass es unnatürlich wirkte. Auch die Farbe war zu einheitlich, dass es keine natürliche Farbe sein konnte.

Für mich gab es dafür nur zwei Erklärungen. Entweder färbte sie dieses sehr oft und hockte laufend beim Friseur, oder sie waren nicht echt, eine Perücke. Unter dem Haar war ein helles Gesicht angesiedelt, welches wenig Sonne gesehen hatte. Um diesem blassen Äußeren einen Akzent zu geben, stachen ihre Lippen hervor. Sie waren in einem derartig knalligen Rot gehalten, dass man mit den Augen daran kleben blieb. Sie bildeten das Zentrum in ihrem Gesicht. Alles andere darum herum, verschwand wie in einem Nebel, wenn man sich auf ihre Lippen konzentrierte.

Sie sagte ein paar Worte, nicht viel, trotzdem verstand ich nicht was sie erzählte, denn ich sah nur ihre roten Lippen, wie sie sich bewegten. Nichts anderes. Erst als sie ihren kurzen Spruch abgelassen hatte, also das allgemeine Willkommen etc., erwachte ich wie aus einem Traum. Ob es anderen ähnlich gegangen war, konnte ich nicht sagen.

Das Trio verschwand schnell wieder, ohne dass Herr Mizikowski etwas sagte, denn für dieses Büro war es nicht verantwortlich.

Gut, immerhin hatten wir nun eine Führung, die ebenso wenig wusste, was sie thematisch führen sollte. Die Personen waren anwesend, die Arbeit nicht.

Also hatten wir, die arbeitende Bevölkerung, viel Zeit, sich bekannt zu machen. Wir unterhielten uns miteinander, erkundeten uns darüber, wer woher kam und welcher Tätigkeit er vorher nachgegangen war.

Um es kurz zu sagen, wir hatten keine einheitliche Struktur. Die Buchhaltung war neben dem Einkauf vertreten, der sich vollkommen vom Callcenter Agent unterschied. Ein bunter Haufen, der keine Richtung erkennen ließ, in die es eventuell gehen konnte. Jede Menge Fachleute auf ihrem Gebiet ohne Zusammenhang. Man hätte aus uns eine unabhängige Firma machen können, alles, was man dafür an Wissen brauchte, war hier konzentriert.

Wir waren aber nicht nur in unseren Tätigkeiten unterschiedlich, sondern auch menschlich.

Das zeigte sich wenig später, als der erste Punkt auf die Liste trat, der besprochen werden musste. Es kam das ewig leidige Thema Lüftung auf den Plan. Jeder kennt es. Dem einen ist es zu kalt, dem anderen zu warm, der Dritte bekommt Kopfschmerzen bei schlechter Luft, der nächste ist der Meinung, dass bereits viele erfroren sind, aber keiner erstunken. Das konnte nicht gut gehen. Was diese Frage betraf, gab es jemanden, der sich sehr seltsam hervortat.

Karin, eine frühere Kollegin von mir trieb es auf die Spitze.

Selbst jetzt in der kalten Jahreszeit lief sie sehr luftig bekleidet herum. Sie trug zumeist eine leichte Bluse mit floralem Muster und einen kurzen Rock sowie leichte Stoffschuhe, manchmal sportliche Treter. Im Sommer ein angebrachtes Outfit, nicht jetzt im Winter. Besonders wenn jetzt jemand die Dreistigkeit hatte, ein Fenster zu öffnen, wurde sei hellwach. Ihre hohe Stimme drang an unsere Ohren: „Fenster zu. Das kann doch kein Eisbär aushalten!“

Ich kannte den Anblick von früher. Sie saß wie ein Häufchen Elend auf ihrem Stuhl, war rundherum in eine übergroße Decke eingewickelt, die sie an ihrem Platz deponierte. Nur die Arme und der Kopf schauten noch hervor und gaben ihr das Aussehen, eines Michelinmännchens. Ein lustiger Anblick, der noch unterstrich, dass sie nicht die Größte war. Ein laufender Meter fünfzig in der Höhe und durch die Decke genauso breit.

Wenn man das nicht kannte und sie sich aus ihrer Decke wickelte, hatte man den Eindruck, dass sie sich wie eine Raupe in einen Schmetterling verwandelte.

Normalerweise kam ich gut mit ihr klar, was dem geschuldet war, dass wir früher wenige Berührungspunkte hatten, was die Arbeit betraf. Sicher war sie ein Hingucker, wenn sie an mir vorbeilief, aber mehr als ein freundliches Hallo oder guten Tag, wurde nicht ausgetauscht.

Doch schon bald sollte sich das ändern. An diesem Tag geschah nichts Außergewöhnliches mehr, sieht man davon ab, dass wir nichts zu tun hatten. Geld fürs Rumgammeln hatte ich noch niemals für einen Tag bekommen. Normalerweise ließ sich etwas finden.

Zu meiner Überraschung blieb es für die nächsten Tage bei diesem Beschäftigungskonzept. Wenigstens bekam die IT es hin, dass wir ins Internet kamen und das ohne Beschränkung. Entweder hatten sie es vergessen oder es war gewollt. Immerhin hatten wir jetzt was zu tun, surften auf Kosten der Firma im Netz und das sogar mit Erlaubnis unserer Chefetage. Da wir inzwischen Mails empfangen konnten, war es eines der ersten Rundschreiben, die uns erreichten. Darin wurde von Frau Kaiser darauf hingewiesen, dass solange keine Beschäftigung vorhanden war, es erlaubt wurde, dass wir uns im WWW aufhielten. Etwas was mir zuvor noch niemals untergekommen war.

Durch diese Maßnahme wurde es ruhiger. Die Mitarbeiter waren damit beschäftigt jeden Winkel des Internets zu durchforsten oder sich damit zu vergnügen, Mails an die anderen Kollegen zu schicken. Wenn man darüber nachdachte, konnte man nur mit dem Kopf schütteln, aber solange es erlaubt war, warum nicht. Es verkürzte den Tag ungemein.

Kapitel 2

Dann kam der Tag, den ich nicht vergessen werde.

Es war an einem kalten Wintertag. Nachts unter minus 10 Grad. Tagsüber nicht viel Wärmer. Der Himmel war tiefgrau und ließ wenig Licht durch. Einer dieser Tage, die niemals richtig hell werden, ein Tag, wo man im Dunklen zur Arbeit fährt und im Dunklen wieder Zuhause ankommt. Dazu roch es nach Schnee.

Gegen acht Uhr war das Büro voll besetzt, sofern man diejenigen abzog, die krank waren. Wieder ging die leidige Sache mit dem Lüften durch die Reihen und es war nicht verwunderlich, dass sich irgendwann jemand darüber beschwerte. Ich hörte auf einmal eine weibliche Stimme durch den Raum schallen, die mir gut bekannt war. Es war Karin, die aufgestanden war und auf einen ihrer Kollegen herunter sah, der wahrscheinlich nicht wusste, wie ihm geschah.

„Sag mal, spinnst du?“, kam es laut und deutlich an mein Ohr. „Ich friere mir hier den Hintern ab und du reißt die Fenster auf. Geht es noch? Kein wunder, dass hier alle krank werden. Außerdem zieht es hier. Wenn auf der anderen Seite die Fenster auf sind, muss das doch nicht sein, oder?“

Die Antwort hörte ich nicht, sah nur, wie mein Kollege aufstand und wie ein begossener Pudel, die Fenster auf seiner Seite wider schloss.

Ich musste grinsen. Karin hatte ich noch niemals ausrasten sehen. Sie war nicht auf den Mund gefallen, aber normalerweise waren es eher witzige Dinge, die sie von sich gab. Um sie herum war eine Aura der Freude, wenn man es in der Art nennen konnte. Doch jetzt konnte man genau heraushören, dass sie fuchsteufelswild war. Sie schnaubte noch einmal, warf ihre Decke beiseite und ging mit wütendem Gesicht aus dem Raum.

Es war inzwischen kurz vor Mittag und ich musste etwas kopieren. Es kam selten vor, aber musste selbst im papierlosen Büro, ab und zu sein. Also stand ich auf und ging aus dem Büro, zu dem Raum, im dem unter anderem zwei Kopierer und diverse Drucker standen, die zu viel Lärm machten. Im Büro war es ohnehin laut genug, da musste man das nicht noch verstärken. Besonders einer der Kopierer war sehr laut, allerdings zuverlässiger als der andere. Sozusagen als Ausgleich.

Ich öffnete die Tür zu dem Raum, der abseits lag, und blieb wie angewurzelt stehen, denn mit diesem Anblick, hatte ich nicht gerechnet.

Karin war im Raum und der laute Kopierer war wie wild, am arbeiten. Wieder und wieder spie er Doppel aus, die sich im Auffangbehälter sammelten. Das war natürlich nicht das, was mich erstarren lies, sondern was Karin machte. Sie hatte sich vor den Lüfter gestellt, aus dem die warme Abluft kam. Dabei stand sie jedoch so, dass sie mich nicht sehen konnte, bekam nicht mit, dass ich hier stand. Dafür war das Gerät viel zu laut.

Sie hatte ihre Bluse aus dem Minirock gezogen und hielt die Öffnung mehrmals über den Lüfter, ließ die warme Abluft darunter strömen. Hatte sie für den Moment genug davon, griff sie sich an den Saum des Röckchens und hob ihn ebenfalls an.

Mehrmals wackelte sie mit ihrem Hintern und schien sich wohl zu fühlen, denn ab und zu stieß sie einen jauchzenden Ton aus, genoss die Wärme, die sie umspülte.

Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Eigentlich hätte ich mich leise verziehen sollen, hätte getan, als wenn nicht geschehen war. War es auch nicht. Aber etwas hielt mich davon ab, dabei war mir die Gefahr nicht bewusst, dass ich entdeckt werden könnte.

Das kam schneller als erwartet, denn Karin drehte sich auf einmal um und wollte wahrscheinlich ihren Rock hinten heben, um auch dort in den Genuss zu kommen. Doch sie erstarrte in der Bewegung, als sie mich an der Tür sah.

Wir starrten uns einen Moment lang in die Augen, wussten beide nicht, was wir jetzt tun oder sagen sollten. Das Einzige was geschah war, dass Karin langsam roter im Gesicht und mir mulmig wurde. Dass sie laut werden konnte, wusste ich bereits, schließlich war es erst Minuten her, dass sie es bewiesen hatte.

Irgendwer musste jetzt das Eis brechen und derjenige war ich.

„Ähhhm!“, kam von mir „Tschuldigung. Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich mal eben eine Kopie mache?“

Mehr fiel mir nicht ein. Alles andere hätte dümmer geklungen.

Das brach das Eis. Karins Mund verzog sich zu einem schmalen Lächeln und sie stellte sich gerade hin, ließ den Rock los.

„Natürlich, sicher, geht klar!“, stammelte sie und man konnte ihr gut ansehen, wie verlegen sie war.„Aber mach die Tür zu. Es zieht ein wenig!“

Gesagt, getan. Ich schloss hinter mir die Tür, ging zum anderen Kopierer und legte meine Vorlage unter den Deckel. Sofort begann das Gerät, seinen Dienst zu tun. Währenddessen versuchte ich nur den Kopierer anzustarren, wollte Karin nicht noch weiter in Verlegenheit bringen.

„Sag mal?“, fing Karin an und durchbrach damit das Schweigen, „wie lange hast du dort gestanden Mike?“

Eigentlich heiße ich Michael, aber da es noch einen davon bei uns gab, nannten mich alle Mike.

„Lange genug würde ich sagen! Übrigens, nettes Outfit, leider zu dieser Jahreszeit nicht angebracht!“

„Findest du? Ich selber würde sagen, dass es zu jeder Zeit passt. Es vertreibt den blöden Winter.“

Ich sah Karin schräg von der Seite an und musste grinsen, als ich die heraushängende Bluse sah.

„In einem hast du recht!“, meinte ich und musste ebenfalls grinsen, „es vertreibt vor allem den Männern die Kälte aus den Knochen!“

Karin sah mich erst komisch an, brach dann aber in schallendem Gelächter aus. Sie bekam sich kaum noch ein und es dauerte länger, bis sie sich wieder äußern konnte.

„Es vertreibt den Winter aus den Knochen oder meinst du nicht eher, aus dem Knochen?“

Dass Karin nicht auf den Mund gefallen war, wusste ich, von daher wunderte mich diese Anspielung nicht.

„Bei einigen Männern vertreibt es sicher auch die Kälte aus dem Knochen!“, sagte ich und grinste Karin breit an.

„Und wie ist es bei dir? Wirke ich bei dir positiv?“

Eine Frage, die mir mehr Blut, sowohl in den Kopf, als auch woanders hineinströmen ließ.

Ich drehte mich frontal zu ihr und sah sie mir von oben bis unten an. Nicht wie sonst im Vorbeigehen, sondern auf eine scannende Art. Mein Blick wanderte über ihren Körper und nahm jede Einzelheit auf. Wenn ich sie unter dem Aspekt betrachtete, den sie vorgab, konnte ich es anerkennend bestätigen.

„Also wenn du so direkt fragst, würde ich sagen, dass ich dich nicht von der Bettkante stoßen würde!“

Es war eher scherzhaft gemeint und ich sagte es mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

„Ah ha, nicht von der Bettkante stoßen!“, meinte Karin und ich konnte einen Unterton in ihrer Stimme vernehmen, die meine Nerven in Alarmstimmung brachten. Die Schwingungen hörten sich anders an, wobei ich nicht sagen kann, in welcher Art.

„Also macht dich das an?“, fragte sie, ging zum Kopierer ihrer Wahl und legte neues Papier ein, welches ausgegangen war. Dabei beugte sie sich übertrieben weit herunter, drückte dabei ihren Rücken durch.

Prall stand ihr fester Hintern mit zwei wunderbaren Halbkugeln in der Luft und wackelten ein paar Mal hin und her. Dabei zog sich der Stoff des Röckchens weiter hoch als zuvor, ließ mich Karins Weiblichkeit sehen, die sich überdeutlich im überdeckenden Stoff abzeichneten. Dabei glaubte ich, einen feuchten Fleck zu erkennen. Jedoch blieb Karin nur kurze Zeit in dieser Position, von daher konnte ich es nicht genau erkennen.

Sehr langsam, wie in Zeitlupe kam Karins Oberkörper wieder hoch, und als sie aufrecht stand, drückte sie erneut auf den Startknopf des Kopierers.

Zuerst stellte sie sich mit dem Rücken zum Gerät, hob den Rock höher als zuvor, klemmte ihn zwischen sich und dem Kopierer ein. Jetzt hatte sie beide Arme frei und damit auch ihre Hände. Diese wanderten höher, legten sich auf ihre von der Bluse bedeckten Brüste und begannen sie zu bearbeiten, während sie ihren Unterleib seitlich hin und her bewegte.

Ich wusste nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Auf ihre walkenden Hände, bei denen ich mir gut vorstellen konnte, was sie dort anrichteten, oder auf ihren entblößten Unterleib, der von einem schmalen Höschen verdeckt wurde, welches den Name nicht verdiente.

Karin rekelte sich mit schlangenhaften Bewegungen an dem Kopierer, wurde von hinten mit der Abluft erwärmt, von vorne von meinem starrenden Blick.

„Sag mal!“, haucht sie zu mir herüber, gerade laut genug, um den Krach des Gerätes zu übertönen.„Wie groß bist du?“

„Eins neunzig!“, sagte ich wie im Taumel zurück, ohne darüber nachzudenken.

„Einen Mann in deiner Größe hatte ich noch nicht. Kann es sein, dass bei dir alles passend in der Größe ist?“