Beschreibung

Die gewaltigen Fayroo Weltenspringer-Portale sind Relikte des Alten Reiches, einem Zeitalter der Mythen und Legenden. Sie werden noch immer gebraucht, um zu den fernen Sternsystemen zu reisen, und gehören zum Alltag der Bewohner Asgaroons. Dennoch sind die Portale Objekte voller Geheimnisse. Noch nie gelang es jemandem, in diese Tore einzudringen, geschweige denn, sich ihnen auch nur zu nähern - viele hatten es versucht, es aber mit dem Leben bezahlt. Doch Nea will den Rätseln und Gerüchten auf den Grund gehen ... (11.373 pgz)

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Allan J. Stark

ASGAROON

Ein dunkles Geheimnis

www.papierverzierer.de

Vollständige E-Book-Ausgabe des mehrteiligen ASGAROON-Zyklus‘

Ein dunkles Geheimnis

Copyright©2015 Allan J.Stark

Deutsche Erstausgabe 2015 by Papierverzierer Verlag, Essen

Covergestaltung:©Allan J. Stark

Lektorat, Herstellung: Papierverzierer Verlag

ISBN 978-3-944544-71-7

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Inhaltsverzeichnis
ASGAROON - Ein dunkles Geheimnis
Impressum
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Allan J. Stark

Ich suchte nach einer Offenbarung

und erwachte aus einem Alptraum.

(unbekannt)

Kapitel 1

Nea zog den Sicherheitsgurt enger. Das Ende der Torpassage kam näher und sie meinte spüren zu können, dass sich das Tempo bereits verringerte. Allerdings konnte das nur Einbildung sein. Innerhalb des Bereiches zwischen den Portalen gab es so etwas wie Geschwindigkeit nicht, wenn man dem Großteil der Physiker glauben schenken wollte. Was auch immer sich in diesem Tunnel zwischen den Welten abspielte, entzog sich den Gesetzmäßigkeiten der vertrauten Realität. Sonden, die man während der Passage auf den Weg brachte, verschwanden oder lieferten keine brauchbaren Daten. Es gab kein bekanntes Messgerät, das erfolgreich Informationen sammeln konnte. Man wusste rein gar nichts über diese seltsame Zwischenwelt.

Knapp einundzwanzig Stunden zuvor war Nea noch im Patory System gewesen. Mit ihrem Schiff, der Nova, eingereiht in eine schier endlose Kolonne verschiedener Raumschiffe, die vor dem Fayroo Portal auf ihren Transport warteten, starrte sie auf das riesenhafte Tor. Ein goldener Ring von riesigen Ausmaßen. Sie hatte gespürt, wie die unsichtbaren Finger des Torlenkers nach ihren Gedanken tasteten. Suchend, forschend, bis sie den Namen des Zielsystems flüsterte und die Nova, in die geöffnete Passage gezogen wurde. Wie sehr sie dieses Gefühl hasste, wenn sich der Korridor zwischen den Welten öffnete. Es fühlte sich an wie ein Tritt ins Leere. Als verfehle man eine Treppenstufe, gefolgt von einem Sturz in die Unendlichkeit … vorbei an Millionen von Sternen.

Die leuchtenden Schlieren, die die Nova während der Passage eingehüllt hatten, verblassten. Im nächsten Moment war das Schiff wieder umgeben vom tiefen Schwarz des Raumes und den sanft schimmernden Sternen, die sich urplötzlich um sie herum materialisierten. Der Austritt aus dem Tunnel war genauso unsanft, wie ihn Nea in Erinnerung hatte. Sie hatte alle Mühe das taumelnde Schiff abzufangen. Diesmal war Nea jedoch besser darauf vorbereitet. Vier Jahre zuvor, als sie das erste Mal an diesem Ort gewesen war, hatte sie die riesenhafte Rimmon des Captain Zebulon Greenwood gesteuert und das mächtige Schiff hatte sich vehement gegen Neas Versuche gewehrt, es wieder auf Kurs zu bringen.

Ogo, der neben ihr saß, machte sich wie üblich an seine Arbeit, ohne ein Wort über ihre Ankunft zu verlieren. Mit maschineller Routine überprüfte er die Umgebung und den Status des Schiffes.

»Ist doch gut gegangen«, sagte Nea, aber der große Roboter kümmerte sich nicht um die junge Frau, sondern widmete sich emotionslos den Bedürfnissen der Nova. »Ich will dich noch einmal warnen«, schnarrte der Roboter und kippte ein paar Schalter. »Was du tun willst, ist dumm.«

»Es ist eher eine Art Neugier«, korrigierte ihn Nea amüsiert. »Und ohne diese menschliche Eigenschaft gäbe es dich nicht. Neugierige Menschen sind meistens gute Menschen, denn sie bringen die Dinge in Bewegung und damit die Menschheit voran. Also lass mich einfach in Ruhe. Ich bin mir bewusst, dass ich ein Risiko eingehe.«

»Was für ein großes Wort«, gab Ogo zurück.

Nea bremste das Schiff bis zum völligen Stillstand ab und wendete den Transporter.

Vor dem Cockpitfenster ragte nun das Tor auf, durch das sie gerade gekommen waren. Schwerelos leuchtete es im hellen Sonnenlicht. Ein Ring aus schimmerndem, funkelndem Gold, wie das Fayroo-Gegenstück im Patory System, eingebettet in das tiefe Schwarz des Weltraums. Beinahe makellos sah es aus. Lediglich an einigen wenigen Stellen war die Farbe leicht verblasst. Nea fühlte sich nie gut, wenn sie sich einem der Fays näherte, wie man die Fayroo-Portale an vielen Orten nannte. Ihr waren diese Relikte aus einem längst vergangenen Zeitalter unheimlich. Und mit ihrer Angst war sie nicht alleine. Unzählige Bewohner Asgaroons, ob nun Menschen, Oponi oder Akkato, fühlten sich unbehaglich in Gegenwart der Tore. Nur wenige suchten die Nähe der Fays und noch weniger genossen das Gefühl, wenn der Torlenker in ihren Gedanken herumtastete. Eine Gänsehaut überzog Neas Unterarme und für einen Moment bereute sie es, hier hergekommen zu sein.

»Bedenken?«, vermutete Ogo richtig. Seine Sensoren konnten Veränderungen in Neas Biofunktionen registrieren, was es ihm ermöglichte, Rückschlüsse über ihr Befinden zu ziehen.

Nea wusste, er würde es sofort erkennen, wenn sie log. Daher sagte sie nichts. Stattdessen drückte sie den Schubhebel ein wenig nach vorne und zog ihn sofort wieder zurück. Eine winzige, kaum sichtbare Flammenzunge loderte in den zwei Triebwerken der Nova auf und schob das Raumschiff vorwärts. Allmählich rückte der glänzende Reif näher. Ogo entsicherte die Waffensysteme der Nova und gab einen Alarmstatus an die schlichte Schiffs-KI aus, die sie im Ernstfall unterstützen konnte, sollten die Wachschiffe des Tores ausschwärmen, die für gewöhnlich die ungebetene Annäherung an ein Fay verhinderten. Doch nichts geschah. Alles blieb ruhig und unbewegt vor dem dunklen, sternübersäten Himmel. Das System lag so weit außerhalb von Asgaroon, dass der Spiralnebel hinter dem Fayroo fast zur Gänze das Blickfeld einnahm. Ein atemberaubender Anblick, den man auf nur wenigen Welten hatte, da sich die meisten bewohnten Planeten innerhalb der Hauptscheibe befanden. Aber Nea war zu aufgeregt, um dieses eindrucksvolle Bild zu genießen.

Die Oberfläche des Tores zeigte ein unregelmäßiges Muster, das aus zahllosen Metallplatten aus unterschiedlichen Gold- und Kupferfarbtönen gebildet wurde. Ausleger, Antennen und Türme erhoben sich an mehreren Stellen des Fayroo und ragten Hunderte von Metern in den Raum hinein.

Die Nova glitt an ihnen vorüber, wie ein winziger Fisch an einer gewaltigen Korallenbank, näherte sich dabei unbeirrt dem ringförmigen Hauptkörper des Weltenspringer-Portals. Es war keines der riesenhaften Tore, wie man sie gewöhnlich in den zivilisierten Systemen vorfand. »Selbst das kleinste Fayroo in Sculpa Trax war mindestens dreimal so groß wie dieses hier«, informierte sie Ogo, der gleichzeitig damit beschäftigt war, ihre Exkursion aufzuzeichnen und zu überwachen. Je näher die Nova heranschwebte, umso mehr verdichtete sich der Eindruck fortgeschrittenen Verfalls. Hier und da zeigten sich Risse und Löcher in der Oberfläche, als hätten Meteoriten sie durchschlagen. Und es gab mehr glanzlose Bereiche, wo die intensive Strahlung der Sonne das Metall angegriffen hatte, als zuvor in der Ferne erkennbar gewesen waren.

Ogo schnarrte laut, aktivierte einige verborgene Waffen des Schiffes und stufte die Stärke der Schilde hoch. Er übermittelte Nea einen kurzen telepathischen Impuls.›Nur zur Vorsicht‹, interpretierte Nea die Empfindung, die sie erhielt.

»In Ordnung«, antwortete sie. »Aber halt dich zurück. Ich will keine Probleme mit dem Ding. Es ist schon freundlich genug, dass uns das Fay so nah ranlässt.«