Verlag: S. Verlag JG Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

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E-Book-Beschreibung ASKAN Der Schmied - Jürgen Wolf

Ein Junge wird geboren mitten in den Wirren des 10. Jahrhunderts. Er kann mit der Natur sprechen, wird gesagt. Er ist ein Hexer, sagen die anderen. Richtig ist, dass er eine Gabe hat. Während König Heinrich ein Bollwerk gegen die Horden der Ungarn baut, wächst Askan bei seinem Großvater auf. Am 10. August 955 greifen die Ungarn Augsburg an. Askan hilft mit, die Stadt auf die bevorstehende Belagerung vorzubereiten. Als der Angriff der Ungarn erfolgt und König Ottos Heer zu versagen droht, hat er einen Plan.

Meinungen über das E-Book ASKAN Der Schmied - Jürgen Wolf

E-Book-Leseprobe ASKAN Der Schmied - Jürgen Wolf

ASKAN

DER SCHMIED

Die Schlacht auf dem Lechfeld

Jürgen Wolf

© 2015 Jürgen Wolf

Illustration: S. Verlag JG

Verlag: S. Verlag JG, 35767 Breitscheid,

4.Auflage

ISBN: 978-3-95745-222-1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.

(Aldous Huxley)

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Ein Sommer im Jahr 933

Kapitel 2: Das Jahr 945

Kapitel 3: Eine Woche vor dem 10.August 955

Kapitel 4: Schwertkampf

Kapitel 5:  10. August 955

Kapitel 6 : Askans Gabe

Kapitel 7 : Am Ziel

Kapitel 1: Ein Sommer im Jahr 933

Es war ein warmer Sommermorgen im Grenzland des Jahres 933 n. Chr. Ein blauer, wolkenloser Himmel strahlte über den Harzhöhen. Von einem Hügel aus sah man herab auf Wiesen, die in fettem, saftig grünem Grass standen.

Längs dem Fluss Bode fanden sich gelbe Flächen voll von Schlüsselblumen. Wälder erstrecken sich soweit das Auge reicht über die Hügel und Hänge des Hartinggaues. Erlenbüsche und Birkengruppen zeichneten die Grenze von Lichtungen und sumpfigen Tälern.

Es lag der Geruch von Freiheit und Lebenslust über dem weitläufigen und unüberschaubaren Land, das sich von Norden bis in den Osten dehnte.

Ein alter, von Radspuren ausgefahrener Weg wand sich durch einen Nadelwald, der fast genau zwischen der Neusiedlung Wernigerode und der Festung Blankenburg lag.

Ein älterer und ein junger Mann zogen eine Holzkarre hinter sich her und waren bemüht, diesen nicht umkippen zu lassen.

Der Karren war schwer beladen. Auf ihm konnte man einen großen, eisernen Amboss erkennen.  

Es ging bergab und es benötigte viel Geschick und Kraft den Karren in der Spur zu halten.  

Jetzt gelangten sie an die gefährlichste Stelle des Weges, eine Klippe, die man die *Teufelsmauer* nannte.

Der Karren hielt an und die Männer verschnauften.

Elmar, der jüngere von beiden wischte sich den Schweiß vom Gesicht.

„Das ist eine verdammte Schufterei. Meinst du wirklich, Vater, dass sich das auszahlen wird?“

Er blickte den älteren vorwurfsvoll an.

„Ich habe das Schmiedehandwerk von meinem Vater gelernt“, sagte dieser. „Es braucht einen Schmied nicht nur am Hof des Hufners. Auch in den Dörfern um dein Land gibt es niemand, der mit Esse und Amboss umzugehen weiß.“

Sein Blick schweifte hinab ins Bodetal über die weißen Flecken der Sandsteinbrüche.

Vereinzelt konnte man das Knirschen der Steinsägen und den hellen Ton vom Schlagen der Meißel vernehmen.

„Wir leben in einer Zeit, wo Eisen ein wichtiges Werkstück geworden ist, mein Sohn. Zu jedem Hof gehören nun mal Werkzeuge, Nägel, Beschläge und Waffen. Und die hohen Herren verlangen nach Schwertern, Rüstungen und Spießen. Lass uns nicht wieder darüber streiten. Es war abgemacht, dass ich die erste Schmiede hier im Harzvorland für uns Bauern errichte.“

Askan, der ältere, richtete die Deichesel des Karrens wieder auf.

„Du wirst schon sehen, wie schnell die Denare und Kreuzer fließen werden.“

„Ist schon gut.“

Elmar ergriff ebenfalls die Deichsel. „Lass uns vorwärtsgehen, bevor uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht.“

Er zog den Karren kräftig an.

„Heute wird es nicht regnen“, sagte Askan sehr überzeugt.

Elmar blickte ihn etwas merkwürdig an.

„Ach, ist das wieder so eine Ahnung, die du hast, oder bist du wieder mit deinen merkwürdigen Kräften tätig gewesen?“

„Du sollst nicht über meine Fähigkeiten spotten. Nur weil du es nicht verstehst oder verstehen willst. Es gibt sowieso mehr zwischen Himmel und Erde, als du jemals verstehen kannst, glaube mir.“

Elmar schüttelte den Kopf und legte sich mit aller Gewalt nach hinten, gegen den Karren, der auf einmal viel zu schnell geworden war.

Gemeinsam bremsten sie ihn weiter ab. Noch etwa zwei Kilometer, dann hatten sie den Hang überwunden und waren auf freiem Feld angekommen.

Jetzt war es einfacher, den schwer beladenden Holzkarren weiter zu ziehen.

Vor ihnen lag ein offenes Feld. Etwas unbehaglich war es den beiden schon, ohne schützendes Gebüsch oder Bäume als Deckung, über das Land zu ziehen.

Erst vor einer Woche waren slawische Sorben und Obotriten mordend und plündernd drüben bei Duderstadt eingefallen und hatten mehrere Höfe niedergebrannt.

„Früher war alles besser“, Askan schaute sich sorgfältig nach allen Seiten um.

„Wie meinst du das denn?“

Sein Sohn zog die Augenbrauen hoch.

„Als Kaiser Karl noch gelebt hat, da waren wir sicher. An der östlichen Grenze des Reiches gab es überall schützenden Marken. Die dänische,  sächsische, thüringische, die bayrische Nordmark und Ostmark.“

„König Heinrich ist doch dabei, den Kampf um das Grenzland wieder aufzunehmen.“

„Ja, aber er ist kein Kaiser. Da ist kein Reich, das hinter ihm steht“, Askan zog kräftiger an der Deichsel.

„Heinrich ist König der deutschen Stämme. In Fritzlar haben sich die fränkischen und sächsischen Stämme zu ihm bekannt. Er ist der stärkste Fürst im Lande.“

„Elmar, lass uns nicht weiter streiten. Wir sind bald zu Hause.“

Etwas mürrisch willigte er ein.

Von Weitem konnte man bereits die Dächer der Gebäude erkennen.

Neben dem Wohnhaus gab es eine große Scheune und eine etwas kleinere Stallung, die zur Schmiede umgebaut werden sollte.

Elmar lebte dort mit seiner Frau Alrike, zwei Mägden und drei Knechten.

Das nächste Dorf war etwa drei Kilometer entfernt und der nächste Hof etwa fünf Kilometer.

Der Himmel war immer noch Blau, als sie am Kruzifix, das am Zugangspfad zum Hof stand, vorbei kamen. Alrike kam ihnen bereits entgegengelaufen.

Die letzten Meter rannte sie und fiel mit einem Aufschrei in die Arme von Elmar.

„Du sollst doch mehr auf dich achten. Du bist im achten Monat schwanger. Hast du das vergessen?“

Er schob sie ein Stück von sich aber hielt sie weiterhin an der Schulter fest.

„Nein, nein natürlich nicht. Aber ich habe mir halt doch schon Sorgen gemacht. Ihr wart schließlich über drei Tage weg. Ist denn alles zur Zufriedenheit verlaufen?“

Alrike schaute Askan dabei an.

Er nickt bloß und deutete auf die Ladefläche des Karren.

Seit dem Tod seiner Frau vor zwei Jahren hatte er ein eher verhaltenes Verhältnis zu Frauen entwickelt, leider auch zu seiner Schwiegertochter.

Gefühle jeglicher Art schienen für ihn nicht mehr zu existieren.

„Lass uns den Karren noch in die Stallung schieben. Dann können wir endlich was essen.“

Früh morgens am nächsten Tag war Askan bereits in der kleinen Stallung um die richtige Stelle für den Amboss festzulegen.

Wichtig war ebenfalls den Platz für die Esse und den Blasebalg zu finden.

Es würde nicht gerade einfach sein, hier in dem kleinen Raum die richtige Ausrichtung zu finden. Aber Askan war guten Mutes.

Es war das erste Mal seit Langem, dass er wieder eine Arbeit anging, die ihm Laune machte.

Versonnen blickte er auf die verschiedenartigsten Gesenke, die er von seinem Vater geerbt hatte.

Die zweiteiligen Hohlformen aus warmfestem Werkzeugstahl waren in jahrelanger Arbeit seines Vaters entstanden.

Mit ihnen ließen sich Beschläge, Nägel und allerlei anderes nützliches Werkzeug und Haushaltsgegenstände relativ zügig herstellen.

Askan war sich sicher, dass es reißend Absatz finden würde unter den Bauern und Dörflern der hiesigen Gegend. Sinnierend schaute er zu den verschiedenen Hämmern und Zangen, die er aus den hintersten Ecken des Gehöfts wieder hervorgeholt hatte.

Er hoffte mit Inbrunst, dass er in dem letzten Jahrzehnt nicht alles wieder verlernt hatte, was sein Vater ihm so mühselig beigebracht hatte.

Als nun Elmar mit den Knechten aus dem Haus zu ihm kam, um zu helfen, konnte der Amboss endlich seinen festen Platz beziehen.

Als die Knechte wieder gegangen waren, stand Elmar immer noch an gleicher Stelle und schaute Askan bei seiner Tätigkeit zu.

„Ich glaube immer noch nicht, dass uns das etwas bringt. Du vertrödelst deine Zeit mit dem Eisen, während auf dem Feld die Saat verfault.“

Askan schaute nur kurz auf und schüttete dann weiter Steinkohle in die Esse.

„Wir benötigen jede freie Hand auf den Feldern, das weißt du doch. Der Winter kommt bestimmt. Und gerade jetzt, wo Alrike wegen dem Kind ausfällt, musst du auch noch deine eigene Suppe kochen.“

Während die Kohle anfing zu brennen sagte er: „Du wirst mir noch dankbar sein. Wir benötigen Messer und Spieße, vielleicht sogar das ein oder andere Schwert. Wir sind hier draußen auf uns selbst gestellt und müssen notgedrungen statt zum Pflug zum Schwert greifen. Aber wir haben viel zu wenig davon.“

Elmar blickte ihn mürrisch an.

„Du weißt auch warum. Wir können uns solch teures Gerät nicht leisten.“

Als Askan weiter am Schmiedefeuer hantierte, verließ er ohne Gruß die Stallung.

Askan schaute ihm kopfschüttelnd nach. Kurz nur blickte er auf das Feuer, das nicht richtig brennen wollte.

Sein Blick schweifte zum Blasebalg. Er war noch nicht richtig ausgerichtet.

Auch benötigte so ein Blasebalg viel Kraft. Askan hatte eine bessere Idee.

Schnell schloss er die Stalltür und setzte sich vor die Esse. Sein Geist öffnete sich und umfasste die sich langsam bildende Glut.

Er benötigte nicht lange und ein wahrer Funkenregen erfasste die Esse und die Temperatur im Raum nahm rapide zu. Das Feuer loderte hoch und die Glut erreichte weit über 1000 Grad Celsius. Gerade gut genug um das erste Eisen zu schmieden.

Askan lächelte. Seine Gedanken schweifen in die Vergangenheit, während er das lange Stück Eisen in die Esse legte.

An der Glühfarbe des Eisens konnte er erkennen, wann es bearbeitungsreif war.

Damals, als sein Großvater ihn in ein streng gehütetes Geheimnis einweihte. Die Kraft, Naturgewalten zu beherrschen, wurde von ihm an ihn vererbt.

Aber diese Kraft auch richtig und nutzbringend einzusetzen, das war eine weitere Gabe, die man richtig trainieren musste.

Sein Großvater hatte sie ihm beigebracht. Aber man musste vorsichtig sein.

Es gab viel zu viel Neider und die Kirche wurde immer mächtiger. Was die Menschen nicht verstanden wurde zum Teufelswerk erklärt.

Deshalb setzte er seine Fähigkeiten auch nur noch selten ein. Selbst sein eigener Sohn verstand ihn nicht. Leider hatte dieser auch die Kraft nicht geerbt.

Vielleicht war er, Askan, ja der Letzte seiner Art. Wer wusste das schon genau.

Das gleichmäßige Hämmern schallte zum Wohnhaus hin. Es schallte weit über die Wiesen hinunter zu den Feldern. Askan, der Schmied hatte sein Handwerk wieder begonnen.

Am Nachmittag hatte Alrike ihm eine Vesper gebracht. Sie saßen beide vor der neuen Schmiede und aßen.

Von hieraus konnte man den Weg zum nächsten Dorf gut einsehen. Es gab nur wenige Wege zu den einzelnen Siedlungen.

Meist waren es mehr oder weniger nur Pfade. Askan hatte trotz seines Alters noch ein gutes Augenlicht.

Dort hinten, am Ende des Weges, wurde ein dunkler Fleck sichtbar, der sich bewegte. Auch Alrike wurde aufmerksam.

Dann konnte man bereits mit bloßem Auge die zwei Planwagen erkennen. Der fordere wurde von Pferden gezogen und am hintern Wagen war ein Ochsengespann eingespannt.

„Nanu, das werden doch wohl keine Händler und Kaufleute sein. Das wäre einige Wochen zu früh, um ihnen etwas von meinem Eisenwerk zu verkaufen.“

„Nein, Askan, das sieht mehr nach einem Dörfler aus.“

Außen an den Wagen hingen allerlei Küchengeräte und Handwerkszeug.

An den Enden der Wagen waren weitere zwei Kühe und ein Maultier angebunden. Es schepperte jetzt lauter, als sich die hölzernen Räder in den ausgefahrenen Wagenspuren vorwärts bewegten.

„Das ist doch Feit mit seiner Frau.“

Alrike war langsam aufgestanden und ging einige Schritte auf die beiden Fuhrwerke zu.

Auch Askan winkte jetzt Feit zu. Er kannte ihn aus dem Dorf Enrod, das weiter nördlich lag.

Dort hatte er von ihm schon mehrmals einige Hühner gekauft oder vielmehr eingetauscht.

Die Wagen kamen zum Stillstand.

„Hallo Feit, was bringt dich denn in unsere Gegend?“

Feit saß neben seiner Frau auf dem Kutschbock.

„Hallo Askan“, er nickte ebenfalls Alrike zu. „Wir sind auf dem Weg nach Augsburg. Ich habe unser Haus verkauft. War besser, jedenfalls solange es noch steht.“

Askan schaut ihn verdutzt an.

„Du ziehst mit deinem ganzen Hausstand weg von hier. Hast du dir das gut überlegt? So viel gutes Land wie hier bekommst du nirgends mehr.“

„Mir ist Sicherheit lieber. Seit König Arpad mit seinen wilden Magyaren Lancen, unser Nachbardorf, niedergebrannt hat, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auch bei uns einfallen werden. Und du weißt, Askan, die Häuser bestehen doch nur aus Holz und Stroh, die brennen wie Zunder.“

Er schaute kurz zurück.

„Richtig gemauerte findest du nur noch in den Burgen und den mauerbewehrten Städten aus Römertagen, in die sich die Landbevölkerung flüchten kann. Aber hier im Sachsenland, wo nie lateinische Legionen ihre Standplätze gehabt hatten, gibt es überhaupt keine gemauerten und getürmten Befestigungen. Mir sind der Leib und das Leben meiner Familie wichtiger, als gutes und freies Land. Ich verdinge mich lieber bei einem Lehnsherrn und bin unfrei, aber lebe.“

Er hatte sich etwas in Rage gesprochen.

Mit hochrotem Kopf sah Feit auf Askan herunter. „Nichts für ungut, Askan, aber wir müssen weiter. Noch ist es hell und wir kommen noch ein gutes Stück vorwärts.“

Er griff in die Zügel und beide Fuhrwerke ruckten an. Askan und Alrike sahen ihnen nach und hoben grüßend den Arm, als die beiden jungen Töchter von Feit aus dem zweiten Planwagen heraus ihnen zurückwinkten.

Askan ging nachdenklich zurück zu der Bank.

„Meinst du, da ist was Wahres dran, an dem, was Feit gesagt hat?“

Auch Alrike wirkte nachdenklich und schaute auf ihren dicken Bauch hinunter.

„Man hört so allerlei. Feit ist jedenfalls der Einzige, von dem ich weiß, dass er weggeht. Wir sollten uns aber trotzdem am Tisch zusammensetzen und reden.“

An diesem Abend waren alle etwas nervös. Vielleicht hing es ja auch mit dem Wetter zusammen.

Die Sonne hatte sich den ganzen Tag nicht gezeigt. Der Nebel wollte sich nicht verziehen und es nieselte unaufhaltsam.

Die Mägde räumten gerade den Tisch ab, an denen sie alle gemeinsam gegessen hatten, als man das Brüllen eines Maultieres hörte.

Askan und Elmar schauten sich an. Sie besaßen kein Maultier noch einen Esel am Hof.

Das bedeutete, dass jemand Fremdes angekommen war.

Als Elmar und ein Knecht durch die Zwischentür hinüber in den Stall eilen wollten, um dort Mistgabel und Pieke zu holen, schüttelte Askan nur den Kopf.

„Lasst es sein. Wenn uns jemand feindlich gesinnt wäre, hätten wir nichts gehört.“