Ausgetickt - Lothar Seiwert - E-Book

Ausgetickt E-Book

Lothar Seiwert

4,5
15,99 €

oder
Beschreibung

Vom Zeitexperten zum Zeitweisen

Lothar Seiwert, Bestseller-Autor und »Deutschlands führender Zeitmanager« (FOCUS), beherrscht die gesamte Klaviatur des Zeitmanagements. Doch warum haben manche Menschen überhaupt kein Problem mit Stress und Burn-out, obwohl sie täglich und lebenslang Höchstleistungen vollbringen? Was Menschen wirklich ausbrennen lässt, hat nichts mit der Arbeitsbelastung zu tun, sondern mit dem Grad an Fremdbestimmtheit im Leben. Lothar Seiwert zeigt, dass wir unsere Einstellung gegenüber Zeit und unseren Aufgaben radikal ändern müssen, um wieder Herr über unser Leben zu werden. »Ausgetickt« ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben.

Ständiges Verfügbarsein-Müssen, dringende Termine, Rückrufanfragen: es lastet enormer Druck auf uns und unser Leben scheint völlig fremdbestimmt, wodurch sich die Burn-out-Fälle häufen. Selten fühlen wir uns frei in unseren Entscheidungen und agieren eher wie Marionetten anderer – ein fataler Kreislauf, der uns Energie raubt. In seinem ermutigenden Aufruf zu mehr Selbstbestimmung geht Lothar Seiwert der spannenden Frage nach, warum gerade vielbeschäftigte Erfolgsmenschen ihre Aufgaben spielend zu meistern scheinen, und kommt zu der bestechenden Erkenntnis: Wer den Mut hat, seine Zeit unabhängig und frei einzuteilen und seine Prioritäten nach eigener Überzeugung zu setzen, hat sein Leben selbst in der Hand und kann uneingeschränkt über seine Ressourcen verfügen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 421




»Deine Zeit ist begrenzt, verschwende sie nicht damit, das Leben eines Anderen zu führen.

Lass nicht zu, dass ein Dogma dich beherrscht — dass also die Ansichten Anderer dein Leben bestimmen.

Lass deine eigene innere Stimme nicht vom

Gelärme der Meinungen Anderer übertönen.

Und, was das Wichtigste ist: Hab den Mut, deinem Herzen und deiner Intuition zu folgen.

Irgendwie wissen diese bei den immer schon, wozu du eigentlich werden willst.

Alles andere ist nebensächlich.«

Steve Jobs, Gründer, Visionär und früherer CEO von Apple

Für Andrea

Inhaltsverzeichnis

WidmungI. Teil - Bürde
Überflieger, Glückskinder und Multitasker
Drei stressige GeschichtenDas Märchen vom Multitasking und die Floskel vom FleißDie Elf der Eigensinnigen
Copyright

I. Teil

Bürde

Manche Menschen scheinen jedesTempo mühelos mitgehen zu können.Sie bringen permanent Spitzenleistungen,erreichen immer irgendwie ihre Ziele,bleiben stets gelassen und behalten immerden Überblick. Und sie bekommen nie imLeben einen Burnout.

Wie schaffen die das nur?

Ist das genetisch bedingt? Muss man,um so zu sein wie diese Menschen, einfachnur völlig egozentrisch sein? Oder radikalselbstlos? Angstfrei? Hemmungslos?Kann man das lernen? Oder sieht das nurso aus, als ob die alles im Griff hätten,während in Wahrheit unter der Oberflächealle Warnlampen auf Rot stehen?

Überflieger, Glückskinder und Multitasker

I believe that we are fundamentally the same and have the same basic potential.

2:47 a.m. Jun 5th via web

»We are fundamentally the same« – wir bringen alle das gleiche Potenzial mit auf die Welt. Das glaube ich auch. Wer hat das getwittert? Ich schaue nochmal genauer auf mein iPhone: Der Tweet kommt vom Twitterkonto DalaiLama:

NameDalai LamaOrtDharamsala, IndiaWebhttp://dalailama.comBiografieWelcome to the official twitter page of the Office of His Holiness the 14th Dalai Lama.

Obwohl wir gemäß Seiner Heiligkeit alle vom ersten Tag an die besten Voraussetzungen haben, ragen trotzdem aus der Masse der Menschen manche heraus, denen offenbar alles gelingt. Fast alles. Was sie auch anpacken, es klappt. Mühelos scheinen sie jedes Tempo mitgehen zu können, auch wenn die Welt um uns herum sich immer schneller dreht wie ein Karussell im Zeitraffer. Mühelos bringen sie Spitzenleistungen. Sie gehören zu den Reichen, zu denen mit den tollen Jobs, zu denen, die immer oben und immer vorne stehen, die sich nie hinten anstellen, die immer einen Ausweg finden, die immer weiterwissen, die alles Neue immer als Erste durchschauen, ständig mehrere Bälle in der Luft halten, in zig Töpfen ihre Kochlöffel haben und alles immer unter einen Hut bekommen. Zumindest sieht es so aus.

Ich meine Menschen wie Richard Branson oder Franz Beckenbauer oder Bill Clinton oder Steve Jobs oder ... den Dalai Lama. Diese Überflieger und Glückskinder üben auf uns alle eine ungeheure Faszination aus. Wie machen die das nur?

Der Buchmarkt ist ein schöner Spiegel für die Themen, die die Menschen bewegen. Bücher wie Kompass für die Seele von Jack Canfield oder Sieben Wege zur Effektivität von Stephen Covey oder Rich Dad, Poor Dad von Robert Kiyosaki oder Das Power-Prinzip von Anthony Robbins oder eben Überflieger von Malcolm Gladwell sind Weltbestseller. Warum? Weil wir uns alle mehr oder weniger heimlich Erfolg, Reichtum und Glück wünschen – und zwar ohne uns den Buckel krumm schuften zu müssen. Wir wollen das Geheimnis des Erfolgs wissen – und lesen deshalb The Secret von Rhonda Byrne. Wir wollen herausfinden, wie es die Leute auf der Sonnenseite des Lebens angestellt haben, sich dorthin zu mogeln. Und von diesen Büchern erhoffen wir uns die Antwort.

Trotz all derRückschläge: DasStrahlen bleibt.

Vor allem: All diese bedeutenden, erfolgreichen Menschen sehen (oder sahen zu ihren Lebzeiten) immer aus wie das blühende Leben. Während viele sich mit Ringen unter den Augen und fahlem Gesicht aus dem Bett und zur Arbeit quälen, strahlen diese Sonnenkinder um die Wette und sind so robust, dass sie scheinbar nichts umwerfen kann: keine Krebserkrankung, keine Todesfälle in nächster Umgebung, keine Wirtschaftskrisen, Jobverluste, Affären, Niederlagen oder sonst welche schlimmen Ereignisse, die diese Glücklichen genauso treffen wie alle anderen Menschen auch. Trotz all der Rückschläge: Das Strahlen bleibt. Nochmal: Wie machen die das nur? Was machen diese Gewinnertypen anders?

Im Gegensatz zu ihnen verzweifeln viele Menschen vor der Komplexität unserer Umgebung, die immer weiter zunimmt. Die großen Verkaufserfolge von Simplify your Life, dem Buch, das ich zusammen mit meinem geschätzten Freund Tiki Küstenmacher veröffentlicht habe, oder von Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling spiegeln unter anderem die große Sehnsucht der Menschen wider, mit dieser Komplexität, Dynamik und Unübersichtlichkeit klarzukommen – oder zumindest abzuhauen, einfach »mal weg« zu sein und seine Ruhe vor all dem wirren Getriebe zu haben.

Burnout ist derzeit die Volkskrankheit schlechthin. Stress wird als Gesundheits- und Wertschöpfungskiller Nummer 1 gesehen, Tendenz weiter steigend. Kein Wunder. Die Realität in vielen Jobs ist furchtbar stressig. Die Informatikerin Gloria Mark hat im Rahmen einer Studie in Kalifornien errechnet, dass Büroarbeiter alle elf Minuten bei ihrer primären Tätigkeit unterbrochen werden: Ein Anruf, eine Frage der Kollegin, ein Anruf, eine dringende Anforderung per E-Mail, ein Anruf, eine SMS, ein Anruf, ein Meeting und so weiter. Dabei dauern diese Unterbrechungen im Durchschnitt länger als 20 Minuten. Im Klartext: Die Unterbrechungen nehmen doppelt so viel Zeit in Anspruch wie die eigentliche Arbeit.

Typische Wissensarbeiter in der IT-Branche erhalten nach dieser Studie im Durchschnitt 50 bis 100 E-Mails am Tag (wobei dabei der Datenmüll an Spam- und Werbe-Mails bereits abgezogen ist). Sie verwenden mehr als die Hälfte ihrer kompletten Arbeitszeit darauf, E-Mails zu lesen und zu schreiben. Dabei sind ein Drittel davon für ihre Arbeit nicht relevant.

Ein Anruf, eineFrage der Kollegin,ein Anruf, eine dringendeAnforderungper E-Mail, einAnruf, eine SMS,ein Anruf, ein Meetingund so weiter.

Das bedeutet nichts anderes, als dass die Leute furchtbar beschäftigt sind, aber am Ende des Tages mit dem Gefühl nach Hause gehen, nichts geschafft zu haben. Das ist Stress!

Können Sie sich vorstellen, dass der Dalai Lama einen Burnout bekommt? Ha! Er würde sich kringeln vor Lachen über diese Frage. Warum sollte er auch gestresst sein? Nur weil von seinem verantwortlichen Denken und Handeln das Schicksal des tibetischen Volkes und der tibetischen Kultur abhängt? Nur weil sein Heimatland von den Chinesen beansprucht, besetzt und dominiert wird? Nur weil er das geistliche und weltliche Oberhaupt eines Volkes von 6 Millionen Menschen ist, deren Recht auf politische, ethnische, kulturelle und religiöse Selbstbestimmung gewaltsam unterdrückt wird? – Na klar, 99 Prozent der Menschen wären in einer solchen Lage sehr gestresst. Er nicht. Warum eigentlich nicht?

Das Symbol für Nicht-gestresst-Sein ist für mich der Dalai Lama. Ich habe mich gefragt, woher dieser außergewöhnliche Mensch seine Gelassenheit nimmt – ein weiterer Blick auf sein TwitterKonto liefert eine heiße Spur:

02.260.010FollowingFollower

Das muss ich erklären. Beim Internetdienst Twitter veröffentlichen Millionen Menschen kurze Nachrichten von maximal 140 Zeichen Länge, die so genannten Tweets, auf deutsch: Gezwitscher. Wer die Nachrichten eines bestimmten Menschen oder einer Institution so interessant findet, dass er sie quasi abonnieren möchte, trägt sich mit wenigen Klicks in die Liste der so genannten Follower ein, das heißt, er folgt dieser Spur aus Kurznachrichten und bekommt sie aus der Datenflut herausgefiltert, zum Beispiel auf sein Handy geliefert. Normalerweise sind die Twitterer selbst Follower einer gewissen Anzahl von Twitterern und haben ihrerseits wiederum Follower. Ich zum Beispiel habe derzeit knapp 2.000 Follower, während ich selbst 105 Twitterern folge, darunter dem Dalai Lama. Der hawaiianische Unternehmer und Technologie-Guru Guy Kawasaki, um ein anderes Beispiel zu nennen, hat im Moment fast 400.000 Follower und folgt selbst ungefähr 303.000 Twitterern. Und der Dalai Lama, dem über 2 Millionen Menschen auf Twitter folgen? Er folgt niemandem.

Können Sie sichvorstellen, dass derDalai Lama einenBurnout bekommt?Ha! Er würde sichkringeln vor Lachenüber diese Frage.

Das finde ich spannend. Tendzin Gyatsho, wie der 14. Dalai Lama als Mönch heißt, hat es nicht nötig, den Gedanken Anderer im Internet zu folgen! Er folgt nur sich selbst und äußert seine Gedanken, damit andere ihm folgen. Auf der einen Seite ist das ein Ausdruck von geistiger Führerschaft. Auf der anderen Seite ist das Ausdruck von maximaler Selbstbestimmung: Der Dalai Lama behält seinen Geist bei sich und lebt aus sich selbst heraus, in sich ruhend.

Ja, natürlich ist mir klar, dass Seine Heiligkeit nicht selbst die Tasten eines BlackBerrys bedient. Natürlich steckt hinter den Tweets eine Redaktion im indischen Dharamsala, dem Exilort des Dalai Lama. Das ändert aber nichts. Dass er twittert und wie er twittert, hat er selbst entschieden.

Umgekehrt betrachtet kann uns das Twitterkonto DalaiLama eine Lehre sein: Können Sie sich vorstellen, dass jemand, der jeden Tag hunderte Äußerungen hunderter anderer Menschen liest, sich also einen Großteil des Tages geistig außerhalb seines eigenen Kopfes aufhält und sich mit dem beschäftigt, was andere umtreibt, dass so jemand aus sich selbst heraus leben kann und mit sich selbst im Reinen ist?

Drei stressige Geschichten

Eines Abends hatte ich einen Vortrag in Düsseldorf. Mein Kalender sagte mir: Du hast zwar morgens noch einen Termin in Salzburg, nämlich einen Vortrag bei Red Bull. Dieser Auftritt war mir sehr wichtig und ließ sich auf keinen Fall verschieben. Und normalerweise hätte ich das auch locker geschafft. Mein Plan war, mit einem Teilnehmer mitzufahren, der ohnehin noch am Mittag mit dem Auto nach München fuhr. Von dort wollte ich dann mit dem Flieger kurz nach Düsseldorf jetten. Keine große Sache für einen wie mich, der ständig unterwegs ist. Das Problem: ein Wintereinbruch mit starkem Schneefall und entsprechendem Verkehrschaos.

Nichts ging mehr auf der Autobahn, alles vereist. Wir haben es nach meinem Vortrag am frühen Nachmittag gerade noch mit dem Auto bis zum Münchner Flughafen geschafft. Kurze Zeit später saß ich im Flugzeug – allerdings flog das Flugzeug nicht, sondern es stand. Auf dem Rollfeld. Insgesamt 5 Stunden lang. Ich bin fünf Stunden lang in dieser Flugzeugkabine auf meinem Sitz gesessen und beinahe wahnsinnig geworden, während die Uhr tickte und Düsseldorf in immer weitere Entfernung zu rücken schien. Ständig wechselte die Situation: Warteliste Platz 2. Dann wieder Platz 14, dann 21. Es ging voran. Dann wieder nicht. Der Flugkapitän hielt uns tapfer auf dem Laufenden, was die Flugkontrolle in Brüssel so bastelte und stoppelte, aber das änderte nichts daran, dass ich immer noch knapp 600 Kilometer Luftlinie von meinem Vortragstermin bei der Mercedes-Benz-Niederlassung in Düsseldorf entfernt war. Was mich beinahe verrückt gemacht hat: Ich konnte nichts machen, ich fühlte mich völlig machtlos und hilflos. Das Einzige, was ich tun konnte, war, verbotenerweise per Handy meiner Assistentin Instruktionen zu geben, so dass wir einen Ersatzreferenten für Daimler organisieren konnten, der für mich einsprang. Das war natürlich sehr unbefriedigend für mich, ich wollte ja selbst dort auf der Bühne stehen.

Und der Dalai Lama,dem knapp zweiMillionen Menschenauf Twitter folgen?Er folgt niemandem.

Was mich an dieser Situation am meisten stresste, war das Gefühl vollkommener Abhängigkeit. Ich konnte nichts an dieser Situation verändern, hatte keinerlei Alternativen, die Flugkabine war zu, ich konnte nicht raus. Am Ende hob das Flugzeug dann doch noch ab. Und wir haben es hinbekommen, der Ersatzreferent musste nicht einspringen. Von unterwegs gab ich durch: »Ich komme. Gebt den Leuten noch ein bisschen was zum Essen und zum Trinken, lasst sie noch ein wenig warten, ich bin gleich da.« Ich kam an, baute schnell die Technik auf und los ging es. Mit nur ein wenig Verspätung. Kaum einer hatte etwas bemerkt.

In einer ähnlichen Situation ging es ebenfalls knapp zu, sogar noch spektakulärer, aber ich war lange nicht so gestresst. Das finde ich interessant. Was war der Unterschied? Bringt mich das auf die Spur, warum manche Menschen furchtbar gestresst sind, während andere spielend zurechtkommen?

Das war so: Ich war von Heidelberg aus auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt. Auf allen fünf Spuren bei Darmstadt: totaler Stau. Der Flieger, der mich nach Wien bringen sollte, würde nicht endlos auf mich warten. Ich musste irgendwas tun. Schließlich ist es ziemlich unangenehm, als Redner zu einem Vortrag zu spät zu kommen, wo dann ein paar hundert Menschen auf einen warten müssen. Allerdings ist es nicht nur unangenehm, sondern praktisch ein Waterloo, zu spät zu kommen, wenn Sie mit dem Etikett »Zeitmanagement-Papst« angekündigt werden – das kann ich Ihnen verraten!

Nichts ging mehrauf der Autobahn,alles vereist.

Ich sagte mir: Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wir sind in Deutschland, da zählen durchgezogene Striche auf der Fahrbahn noch was, aber ich scherte trotzdem aus und zog mit kalkuliertem Risiko auf der Standspur am Stau vorbei. Natürlich musste dann irgendein blöder LKW-Fahrer Polizist spielen und die Standspur zufahren, aber ich habe ihn ausgetrickst und kam vorbei. Ständig war ich auf der Hut: Ist irgendwo Polizei? Es ging ja auch nur um 2 oder 3 Kilometer und ich fuhr nicht schnell. Aber ich fuhr! Völlig abgehetzt kam ich zum Valet Parking. Hier der Schlüssel. Mein Name ist Seiwert. Schnell durch die Security. Und auf den letzten Drücker war ich drin im Flieger. Natürlich ziemlich abgehetzt. Und mit schlechtem Gewissen. Aber trotzdem einigermaßen fröhlich. Und gar nicht so sehr gestresst. – Warum? Na klar, ich hatte was tun können. Ich war nicht ausgeliefert, sondern konnte mein Schicksal noch selbst beeinflussen.

Stress scheint also dann besonders groß und belastend zu werden, wenn wir uns von anderen Menschen oder den Umständen beherrscht fühlen, wenn wir unsere Selbstbestimmung geopfert haben. Fremdbestimmung macht Stress.

Wenn ich das überprüfe und mir die Situation in Erinnerung rufe, in der meine Selbstbestimmung minimal und das Ausgeliefertsein maximal war, dann kann ich das damit bestätigen. Das war der stressigste Moment meines Lebens. Es wäre beinahe auch der letzte Moment meines Lebens geworden.

Ich schwamm im Indischen Ozean vor Sri Lanka. Das Rausschwimmen war herrlich. Beim Versuch, wieder zurückzuschwimmen, merkte ich schnell: Verdammt, ich komme nicht voran. Ich strampelte und zog meine Arme durch das Wasser, aber der Strand, den ich im Blick hatte, kam einfach nicht näher. Schon merkte ich, wie die Kräfte nachließen. Das konnte doch nicht sein, dachte ich. Ich strengte mich an, so gut es ging, aber ich hatte keine Chance. Es wurde zu einem Albtraum. Ich schluckte Wasser. Sollte es das gewesen sein? Ich war nicht einverstanden. Aber ich konnte nichts tun. Es war die Erfahrung völliger Ohnmacht.

"Fremdbestimmung macht Stress – Selbstbestimmung ist ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Erfolg.«

Lothar Seiwert

Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich mir sicher war, es nicht mehr zu schaffen. Mir war klar: Ich würde absaufen. Es war furchtbar. Nicht dass ich am Durchdrehen war. Es war einfach die nackte Verzweiflung. Mir fehlen die Worte, um diese Hilflosigkeit zu beschreiben. Der Stress war so groß, dass mir Kopf und Herz beinahe zersprungen wären – so fühlte es sich an.

Da ich hiervon berichten kann, ist klar: Ich wurde gerettet. Ein Boot kam, ich wurde aus dem Wasser gezogen. Hinterher habe ich erfahren, dass in dieser starken Strömung schon so mancher Urlauber ums Leben gekommen ist. Seitdem schwimme ich nicht mehr raus aufs Meer.

Das also ist meine Vermutung: Selbstbestimmung, Fremdbestimmung – hierin muss einer der entscheidenden Faktoren liegen, der darüber entscheidet, ob wir gestresst sind und auf den Burnout zusteuern oder nicht. Leben die Überflieger und Glückskinder überwiegend selbstbestimmt oder fremdbestimmt? Und leben die Gestressten und Unzufriedenen, die Sorgenvollen, die Jammerer und die Zaghaften überwiegend selbstbestimmt oder fremdbestimmt? Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen. Nur: Was ist Ursache und was ist Wirkung? Leben die Erfolgreichen auf der Sonnenseite des Lebens, weil sie selbstbestimmt sind, oder ist es einfach nur leicht, selbstbestimmt zu sein, wenn das Bankkonto gut gefüllt ist? Kommt die Selbstbestimmung also automatisch mit wachsendem Erfolg? Das werde ich herausfinden.

Was mich an dieserSituation am meistenstresste, war dasGefühl vollkommenerAbhängigkeit.

Machen Sie sich klar, was diese These bedeutet: Die komplette Diskussion in der Öffentlichkeit über das Thema Burnout und Stress rankt sich um die Frage, wie wenig Arbeit und wie viel Freizeit wir brauchen, um unsere Work-Life-Balance ins Gleichgewicht zu bekommen. Ob die Arbeitsmenge und -intensität nicht vielleicht so groß sind, dass die Arbeit uns kaputt macht.

Was aber, wenn diese stillschweigende Vorannahme Unsinn wäre? Wenn also die Weniggestressten durchaus riesige Arbeitspensen bewältigen, vielleicht sogar mehr und intensiver als die Gestressten? Wenn es gar nicht Menge und Intensität der Arbeit sind, die Stress verursachen? Wenn der Druck und die Verantwortung, die auf den Menschen lasten, überhaupt nicht entscheidend sind für die Stressbelastung? Wenn diejenigen, deren Welt noch komplexer als die des Durchschnittsbürgers wäre, überhaupt nicht diejenigen sind, die gestresster als der Durchschnitt sind? Sondern wenn es etwas mit dem Grad von Selbstbestimmung zu tun hätte, mit der inneren Haltung, ob wir stresskrank werden oder nicht? – Dann würde die öffentliche Debatte völlig ins Leere laufen.

Das Märchen vom Multitasking und die Floskel vom Fleiß

Der Eine hat’s, der Andere nicht. Erinnern Sie sich an zwei deutsche Bundestrainer: Franz Beckenbauer hat es, Berti Vogts hat es nicht. Jeder wird mir zustimmen. Dabei frage ich mich: Was genau hatte Kaiser Franz, was Berti nicht hatte?

In den Spitznamen steckt bereits einiges: Respekt nämlich. Der ist im einen Fall hoch, im anderen Fall niedriger. Einem Kaiser tritt man eben anders gegenüber als einem Berti. Beide waren als Spieler 1974 Weltmeister. Beide waren Spielführer der Nationalmannschaft. Beide wurden mit ihren Bundesligamannschaften jeweils fünfmal Deutscher Meister. Beide waren später Bundestrainer. Franz Beckenbauer wurde mit der von ihm gecoachten Nationalmannschaft 1990 Weltmeister. Berti Vogts wurde mit seinem Team 1996 Europameister. Beide also waren sowohl als Spieler als auch später als Trainer überragend. Weltklasse. Berti Vogts erzielte als Trainer einen Punkteschnitt pro Spiel von knapp 2,2 – ein überragender Wert, der von keinem anderen Bundestrainer erreicht wurde, von keinem Sepp Herberger, von keinem Helmut Schön – auch von keinem Franz Beckenbauer. Warum aber wurde der eine Kaiser, der andere Berti? Wodurch hat sich Franz Beckenbauer den Respekt verdient, den Berti Vogts nie genießen durfte?

Das war der stressigsteMoment meines Lebens.Es wäre beinahe auchder letzte Moment meinesLebens geworden.

Die Antwort liegt nicht in den Ergebnissen – da waren beide top. Sie liegt vielmehr in der Art und Weise, wie diese Erfolge errungen wurden. Berti Vogts ist der Inbegriff des deutschen Fleißes. Mit Verbissenheit und Akribie hat er aus einem mäßigen Talent das Beste herausgeholt. Man nannte ihn den »Terrier«, denn wenn er sich in einen Gegenspieler verbiss, ließ er ihn nicht mehr laufen – bis er den Ball hatte. Unbändige Willenskraft, Disziplin und Ausdauer haben ihn ganz nach oben gebracht. Eine großartige Leistung. Was auf der Strecke blieb: Grandezza. Souveränität. Charisma. Leichtigkeit. Berti Vogts wirkte nie befreit, immer wie ein Getriebener. Immer ernst. Immer irgendwie unsicher. Tiefe Falten haben sich im Laufe der Jahrzehnte in sein Gesicht gegraben. Das ständige Ackern und Wühlen hat Spuren in seiner Physiognomie hinterlassen. Bei seinen Pressekonferenzen als Trainer bei Europa- oder Weltmeisterschaften wirkte er immer wie einer, der sich rechtfertigte, der von den Journalisten gehetzt wurde. Er wirkte schwach. Ungeschickt. Bei allem Fleiß, bei allen Erfolgen. Und das war nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit so. Auch in Schottland, wo Vogts von 2002 bis 2004 Nationaltrainer war, wurde er von Fans und Journalisten gehetzt, geschmäht und belästigt, bis hinein in die Privatsphäre, so dass er sich am Ende zum Rücktritt genötigt sah.

Leben die Erfolgreichenauf der Sonnenseitedes Lebens, weil sieselbstbestimmt sind,oder ist es einfach nurleicht, selbstbestimmtzu sein, wenn das Bankkontogut gefüllt ist?

Franz Beckenbauer dagegen wirkte stets wie einer, der absolut alles im Griff hat und Herr der Lage ist. Er ist der Inbegriff der Souveränität. Das Wort »souverän« kommt wie so viele Wörter unserer Sprache aus dem Lateinischen und bedeutet »sich darüber befinden«, »überlegen sein«, man könnte auch sagen »über den Dingen schweben«. In der Rechtswissenschaft bezeichnet »Souveränität« die Fähigkeit einer Person zu ausschließlicher Selbstbestimmung. In der Politik ist der Souverän der Ausgangspunkt der Staatsgewalt – sei es ein König oder das wählende Volk, es ist die Institution, die sich im Endeffekt von niemandem etwas vorschreiben lässt, sondern selbst vorschreibt.

Für mich eine Schlüsselszene im Schauspiel des eindrucksvollen Lebens von Franz Beckenbauer ist die Niederlage gegen die DDR in der Vorrunde der Fußballweltmeisterschaft 1974, als Jürgen Sparwasser vom 1. FC Magdeburg am 22. Juni 1974 im Hamburger Volksparkstadion in der 77. Minute den im Zentrum vor dem Strafraum aufprallenden Steilpass mit dem Kopf annahm und geschickt an Horst-Dieter Höttges und Berti Vogts gegen deren Laufrichtung vorbeilegte, um den Konter dann mit einem Heber über den herausstürzenden Sepp Maier unhaltbar abzuschließen. Als so das einzige Aufeinandertreffen der bei den deutschen Auswahlmannschaften aus Ost- und Westdeutschland zu Gunsten der DDR ausging, da dachte jeder im Westen: Die WM ist gelaufen. (West-)Deutschland war zwar als Gruppenzweiter für die Zwischenrunde qualifiziert, aber die Moral schien gebrochen.

Nach allem, was man aus verschiedenen Quellen weiß, war es Franz Beckenbauer, der nach dem Spiel noch in der Kabine das Heft in die Hand nahm. Er soll anschließend Mannschaftsaufstellung und Taktik bestimmt, dabei den Trainer Helmut Schön sanft zur Seite geschoben haben, ohne ihn zu demontieren. In diesem kritischen Moment, als es darauf ankam, stieg er zum Kopf und unumschränkten Anführer der Mannschaft auf. Mit 29 Jahren. Franz Beckenbauer mochte es nicht hinnehmen, dass irgendjemand über ihn bestimmte und ihn möglicherweise in den Misserfolg dirigierte. Das kann einem geborenen Anführer nicht passieren. Dass eine solche Revolution nicht in einen Eklat münden muss, sondern dem hilflosen Trainer ermöglicht wurde, das Gesicht zu wahren, spricht für die menschliche Größe Beckenbauers. Ihm ging es bei seinem Einschreiten nicht um die Außenwirkung, er wollte den Erfolg nicht für sich beanspruchen, er wollte einfach nur gewinnen. Es folgten ein 2:0 gegen Jugoslawien, ein 4:2 gegen Schweden, ein 1:0 gegen Polen und im Finale das berühmte 2:1 gegen die Niederlande – Deutschland war Weltmeister!

Franz Beckenbauerhat es, Berti Vogtshat es nicht.

Berti Vogts war fleißig. Franz Beckenbauer übernahm Verantwortung. Die urdeutsche Floskel »Ohne Fleiß kein Preis« trifft auf Berti Vogts zu. Auf Franz Beckenbauer gemünzt müsste der Spruch heißen: »Ohne Verantwortung kein Kaiser.« Denn in der Übernahme von Verantwortung zeigte sich die Selbstbestimmung Beckenbauers, auch später, als er die WM 2006 als Funktionär nach Deutschland holte.

Also, was hat ein Franz, was ein Berti nicht hatte? Wie wird man zu einem, dem scheinbar mühelos gelingt, was Anderen Stress macht und sie scheitern lässt? Fleiß, Disziplin, viel Arbeit – das ist offenbar nicht der Punkt.

Wer glaubt, dass Erfolg immer harte Arbeit voraussetzt, der wird zeit seines Lebens hart arbeiten. Wie Berti Vogts. Aber der wird niemals ein Überflieger und Glückskind, ein vom Erfolg Verwöhnter, ein Strahlemann.

Außer der Floskel vom Fleiß gibt es beim Thema Erfolg noch das Märchen vom Multitasking. Viele Leute glauben ganz offensichtlich, man müsse nur möglichst viele verschiedene Dinge gleichzeitig tun können, um effektiver zu sein als die Anderen. Je mehr Bälle man jonglieren und gleichzeitig in der Luft halten kann, desto mehr bekäme man erledigt, desto größer müsse am Ende der Erfolg sein. Heraus kommt dann der Prototyp des modernen Managers, der Börsenkurse, wichtige Verhandlungen, Mitarbeitergespräche, den Hochzeitstag seiner Frau und seinen BlackBerry jederzeit parallel im Griff hat, das Ganze am besten auch noch, während man auf dem Laufband im Büro schwitzt, weil man ja zusätzlich zu allem anderen auch noch den eigenen Körper unter Kontrolle behalten muss.

Das kann einemgeborenen Anführernicht passieren.

Dabei geht Multitasking gar nicht. Gründliche Forschungen haben ergeben, dass die Spezies Homo sapiens eine großartige Leistung vollbringen kann: Sie kann exakt zwei Dinge gleichzeitig tun. Zwei! Nicht sieben!

Beispielsweise haben Etienne Koechlin und Sylvain Charron aus Paris Hirnscans an Probanden durchgeführt, die verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu erledigen hatten. Sie haben nicht nur herausgefunden, dass die Kapazität des Gehirns mit zwei gleichzeitig angestrebten unterschiedlichen Handlungszielen maximal ausgeschöpft ist, sondern auch, warum das so ist. Die Antwort ist ganz einfach: Der Mensch hat zwei Gehirnhälften. Muss ein Gehirn zwei Aufgaben gleichzeitig lösen, teilen sich die bei den Hälften die Arbeit. Das haben Koechlin und Charron mit ihren Hirnscans nachweisen können. Sie haben sogar das Areal im Gehirn identifiziert, das die Aufteilung der Denkarbeit organisiert: Im so genannten präfrontalen Cortex, also der Großhirnrinde direkt hinter der Stirn, liegt der entwicklungsgeschichtlich relativ junge Teil des Gehirns, der es uns immerhin ermöglicht, während eines Telefonats den Bonsai zu trimmen, ohne weder das Gespräch noch das Bäumchen zu verstümmeln. Mehr geht leider nicht.

Außer der Floskelvom Fleiß gibt esbeim Thema Erfolgnoch das Märchenvom Multitasking.

Alles andere ist Schummelei. Wer glaubt, im Multitaskingmodus zu laufen, arbeitet in Wahrheit die scheinbar parallelen Aufgaben nacheinander ab. Und was noch viel schlimmer ist: Wer sich nicht auf eine Aufgabe voll konzentriert, sondern sich permanent im scheinbaren Multitaskingmodus von allem Möglichen unterbrechen lässt, wer also seine Aufmerksamkeit häufig breit streut und nicht auf eine Sache fokussiert, der schwächt auf Dauer seine Fähigkeit zur Konzentration. Es ist, als ob es einen »Fokusmuskel« gäbe, der erschlafft, wenn er nicht regelmäßig trainiert wird: Die Konzentrationsspannen werden verkürzt, die geistige Ausdauer erlahmt, der Wunsch nach kurzfristigen »Belohnungen«, also nach Erfolgserlebnissen, nimmt zu, die Bereitschaft, auf exzessive Weise sich immer zu viel auf einmal aufzuladen, steigt – die Gefahr der Arbeitssucht nimmt zu, aus dem Multitasker wird ein Workaholic. Und Workaholics sind erwiesenermaßen wenig leistungsfähig, sie kompensieren ihre geringe Effektivität allein über die Dauer der Arbeit, über massiven Zeiteinsatz.

Den Nachweis dieses Phänomens erbrachte der Neurowissenschaftler Gary Small von der University of California. Er wies nach, dass intensives Surfen im Internet die Kommandozentrale im präfrontalen Cortex des Gehirns schwächt. Die permanente Datenflut sorgt für rege Tätigkeit im Gehirn, aber die Kontrolle geht verloren. Die Fähigkeit zu selektiver Aufmerksamkeit, also zur Fähigkeit, langfristige Ziele zu verfolgen, ganz bei sich zu bleiben und bei dem, was man eigentlich will, diese Fähigkeit geht immer mehr verloren, je mehr wir uns mit vielen Dingen gleichzeitig befassen und je länger wir uns nicht auf eine Sache fokussieren. Man könnte das so zusammenfassen: Immer mehr reaktive Aufmerksamkeit, immer weniger proaktive Aufmerksamkeit – Multitasking und Informationsflut machen fremdbestimmt. Oder andersherum: Wer sich stets auf eine Sache konzentriert, wird immer selbstbestimmter.

Interessant an den aktuellen Forschungsergebnissen ist hierbei noch der so genannte Flynn-Effekt und was mit ihm derzeit passiert. Der neuseeländische Politologe James R. Flynn stellte bereits vor knapp 30 Jahren fest, dass die Ergebnisse von IQ-Tests weltweit stets anstiegen. Demnach wurde die Menschheit immer schlauer. In den Industrieländern betrug die Zunahme der IQ-Werte pro Jahrzehnt recht konstant 3 IQ-Punkte. Der dänische Psychologe Thomas Teasdale zeigte dann aber, dass der Flynn-Effekt in den Industrieländern in den 1990er-Jahren stagnierte und seit der Jahrtausendwende sogar wieder rückläufig ist.

Insbesondere die Fähigkeit, neue Informationen schnell zu verarbeiten, nimmt seit einiger Zeit wieder ab. Auf den Punkt gebracht sieht es heute so aus: Die Welt wird komplexer, und das macht uns dümmer.

Deutschlands führender Intelligenzforscher Siegfried Lehrl, Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining und Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen, ist der Meinung, dass die Ursache dafür unter anderem darin bestehe, dass die Menschen heute geistig passiver seien als früher, Informationen, die auf sie einprasseln, nicht aktiv selbstständig überdächten, sondern sich berieseln ließen. Das bestätigt aus meiner Sicht: Wer sich fokussiert, der wird im Fokussieren mit der Zeit immer besser. Und wer sich zerstreuen lässt, der wird mit der Zeit immer zerstreuter. Nun ist Fokus aber die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.

... aus demMultitasker wirdein Workaholic.Und Workaholicssind erwiesenermaßenwenigleistungsfähig.

Was Fokus heißt, kann ich erleben, wenn ich Kenneth H. Blanchard treffe. Er ist einer der Menschen, die ich bewundere. In den USA ist dieser Unternehmer und Managementautor ein Star. Ihm bin ich bereits ein paar Mal begegnet, und jedes Mal stelle ich mich in die Schlange, um mir ein Buch von ihm signieren zu lassen. In diesen 30 bis 60 Sekunden, in denen Sie bei ihm stehen und sich kurz mit ihm unterhalten, gibt er Ihnen das Gefühl, der wichtigste Mensch der Welt zu sein. Das ist keine Attitüde, kein So-tun-als-Ob, das ist echte menschliche Wärme und Zuneigung. Wie ein Vater, der seine Kinder und Enkel empfängt. Ich bin jedes Mal völlig fasziniert, wie dieser Mensch nicht nur rational, sondern auch emotional auf den Punkt konzentriert ist. Er tut genau eine Sache: Er schaut Ihnen in die Augen. Dann tut er genau eine Sache: Er hört Ihnen zu. Dann tut er genau eine Sache: Er lacht freundlich und reagiert aufrichtig auf das, was Sie gesagt haben. Dann tut er genau eine Sache: Er schreibt einen treffenden Spruch auf die Titelseite des Buches und schreibt seinen Namen darunter. Dann tut er genau eine Sache: Er bedankt sich aus ganzem Herzen bei Ihnen. Und wenn Sie sich verabschiedet haben, wendet er seine hundertprozentige Aufmerksamkeit dem Menschen zu, der hinter Ihnen in der Schlange steht. Was für eine Präsenz! Was für eine Gegenwärtigkeit! Seine Ausstrahlung ist von solcher Kraft, man kann sich dem nicht entziehen.

Blanchard ist die Ruhe selbst, er hat definitiv keinen Stress. Und er hat weltweit enormen Einfluss. Seine One-Minute-Manager-Bücher hat er weltweit 7 Millionen Mal verkauft, sie wurden in über 20 Sprachen übersetzt und öffnen Millionen von Lesern die Augen über ihr eigenes Führungsverhalten. Eines seiner Erfolgsrezepte: Tue eine Sache. Aber die richtig. Von wegen Multitasking!

Übrigens: Franz Beckenbauer wurde in einem Interview der Wochenzeitung Die Zeit einmal gefragt, ob er denn nie ins Internet schaue. Seine Antwort: »Ich brauche das nicht. Sehen Sie, mein Assistent schaut andauernd in seinen BlackBerry, um E-Mails zu lesen. Wir waren in Moskau und in Abu Dhabi, aber er hat fast gar nichts gesehen. Vom Flughafen bis in die Innenstadt schaut er pausenlos auf sein Gerät, Nachrichten checken. Ich schaue zur selben Zeit aufs Meer hinaus, entspanne mich, meine Gedanken fließen. Was bitte schön ist wichtiger?«

Die Welt wirdkomplexer, und dasmacht uns dümmer.

Die Elf der Eigensinnigen

Ein Kennzeichen der Menschen, die deutlich mehr leisten als Andere, ohne dabei gestresst und angespannt zu wirken, scheint also die Fähigkeit zu sein, selbst zu bestimmen, was gut und richtig für sie ist. Sie scheinen sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können und robust zu sein gegenüber Ablenkungen jeder Art. Eine Führernatur lässt sich nicht so leicht vom Weg abbringen, ob es der Weg zum Endspiel ist oder der Weg zum momentanen Gesprächsziel. Die Sonnenkinder des Lebens bleiben ganz bei sich. Sie scheint auszuzeichnen, dass sie in jeder Situation Verantwortung für ihr eigenes Geschick übernehmen. Und sie werden nie im Leben einen Burnout bekommen. Für wen gilt das?

Mir fallen in diesem Zusammenhang elf Leute ein, eine komplette Fußballmannschaft: Drei der Spieler habe ich schon genannt: Den Dalai Lama, Franz Beckenbauer und Ken Blanchard. Die anderen Positionen: Bill Clinton, Anthony Robbins, Jack Welch, Steve Jobs, Ronald Reagan, Uli Hoeneß, Richard Branson, Helmut Schmidt. Das ist natürlich eine wilde Mischung; ich will erklären, was diese außerordentlichen Erfolgsmenschen jeweils auszeichnet und was sie gemeinsam haben.

Der Dalai Lama steht für: In-sich-Ruhen. Franz Beckenbauer: Souveränität, Ken Blanchard: Fokus. So weit war ich schon.

Bill Clinton? Bei einer Sonderveranstaltung des Alpensymposiums in Zürich durfte ich direkt vor ihm sprechen, ich war sozusagen seine Vorgruppe. Danach, beim Get-together im kleineren Kreis, hatte ich die Gelegenheit, kurz mit ihm zu sprechen. Ich ging also auf ihn zu, wurde ihm vorgestellt – und war so beeindruckt, dass ich kurz gar keine Luft bekam. Was für eine Ausstrahlung! Clinton war ganz ruhig, leise, freundlich, völlig ohne Allüren. Wir unterhielten uns einen Moment, ich drückte ihm eines meiner Bücher in die Hand, er guckte erstaunt. Mit großer Lässigkeit parlierte er und stand dabei dermaßen im Zentrum der Aufmerksamkeit jedes einzelnen Menschen im Raum, dass die Luft um ihn herum zu brennen schien. Ein geborener Leader, eine Führernatur mit unglaublichem Charisma. Ein Alphatier mit natürlicher Autorität. Und was bedeutet Autorität? Dass sich Andere freiwillig in ihrem Denken und Handeln nach dieser Person richten. Und nicht umgekehrt. Autorität ohne Selbstbestimmung ist nicht möglich.

Was für einePräsenz!

Also, Bill Clinton: Charisma.

Anthony Robbins? Ich war dreimal bei ihm, dem derzeit wohl bekanntesten Erfolgstrainer und -autor der USA. Bei einem für seine Verhältnisse kleinen, beinahe schon intimen Seminar mit nur 100 Teilnehmern bot ich ihm an, das Vorwort für sein zweites deutsches Buch zu schreiben, was wir dann auch so gemacht haben. Beim letzten Mal, als wir uns gesehen haben, war es nur ein flüchtiges Abklatschen. Aber am beeindruckendsten für mich war der Seminartag auf Hawaii am 11. September 2001. Das Seminar hieß Life Mastery, es war der dritte Tag.

Gegenüber New York ist Hawaii vier Stunden in der Zeit zurück. Ich war schon früh auf, denn ich hatte bei einem Fitnesscoach eine Session gebucht. Plötzlich hörte ich im Radio: »America at War!« Ich hörte gar nicht richtig hin, vielleicht war ich noch nicht ganz wach, ich ging zurück ins Hotel. Alle guckten komisch. Mir wurde klar: Hier stimmt was nicht. Dann sah ich auf meinem Zimmer ins TV: Die Szenen, die jeder kennt. Die brennenden Türme des World Trade Center. Ich dachte nur: Mein Gott! War so fassungslos wie jeder andere. Um 10 Uhr ging ich wie 2.000 andere Teilnehmer auch völlig gedämpft und niedergeschlagen, verstört, gleichzeitig alarmiert hinüber in den Seminarraum. Die Halle wurde geschlossen, und was ich dann erlebte, werde ich nie vergessen.

Autorität ohneSelbstbestimmung istnicht möglich.

Die Stimmung war schlimm. Viele weinten ununterbrochen. Fast jeder hatte Verwandte oder Bekannte in New York City, jeder war direkt oder über Ecken persönlich betroffen. Tony kam. Nach etwa anderthalb Stunden Verspätung ging es los. Und Tony holte uns aus der Watte, mit der wir uns unbewusst abgedämpft hatten. Es war real! Hier waren 2.000 Leute in Hawaii, am Boden zerstört. Die Emotionen kamen hoch. Bestürzt. Wütend. Entsetzt. Traurig. Verzweifelt. Voller Angst. Die volle Palette. Nach kurzer Zeit war auch klar: Wir konnten von der Insel nicht weg. Der komplette Luftraum war gesperrt. Wir spürten alle unmittelbar: Jetzt ist Krieg. Und wir sind mittendrin. So ist das also!

In dieser Situation die Seminarführung zu übernehmen, die Verantwortung zu tragen, die völlig entgleisten Emotionen von 2.000 Menschen aufzufangen, ihnen am Ende wieder Mut zu geben, ihnen zu helfen, gerade jetzt das umzusetzen, was wir in den zwei Tagen zuvor gelernt hatten – das war eine der größten Führungsleistungen, die ich in meinem Leben bislang erlebt habe.

Was Tony machte, war unerhört. Mit Erlaubnis eines Teilnehmers spielte er die Aufnahme der Voicemail von dessen Verlobter vor – aus einem der Flugzeuge, das auf New York zustürzte: Wir sind entführt! Ich liebe dich! Gleich geht alles zu Ende! Dann Schreie. Tumult. Die Verbindung reißt ab ... Sie hören das gemeinsam mit 2.000 geschockten Menschen. Da sind Sie fertig!

Und in dieser Situation macht er dann eine Intervention, den Versuch, den Anderen zu verstehen. Das Grundthema: Glaubenssysteme. Es liegt an uns selbst, mit welchen Glaubenssätzen wir aus der Situation herausgehen. Er holt zwei Menschen auf die Bühne. Einen Juden und einen Araber. Auf diese riesige Bühne. Am einen Ende steht der Eine, der Andere ganz auf der anderen Seite. Die bei den schauen sich feindlich an. Am liebsten würden sie sich an die Gurgel gehen. Ich stelle bei mir selbst unermessliche Wut fest. Der Saal kocht. Durch diese Stellvertreterkonfrontation auf der Bühne kommen als Erstes bei allen die Aggressionen hoch. Heftig!

Bestürzt. Wütend.Entsetzt. Traurig. Verzweifelt.Voller Angst.

Tony beginnt, mit den bei den über Glauben zu sprechen. Er spricht über die Werte, die allen Religionen gemeinsam sind: Toleranz, Liebe und so weiter. Er holt Beistand ein von uns paar Deutschen: Hitler, Nazi-Deutschland, sagt, seid ihr alle so? Nein? Und Baader-Meinhof, die Terroristen der Rote-Armee-Fraktion? Seid ihr Deutschen alle so? Bist du so? Nein? Nur wenige Extremisten? Ist das, was da in New York passiert, repräsentativ? Ist das, was in Palästina passiert, repräsentativ? Für alle Moslems? Für alle Juden? Für alle Christen?

Und so webt Tony langsam und vorsichtig ein Band des Verständnisses und der Gemeinsamkeit zwischen allen im Saal, auch zwischen den bei den Kontrahenten auf der Bühne. Einen ganzen Tag arbeitet er an den Glaubenssystemen.

Am nächsten Tag holte er die bei den nochmal auf die Bühne – da standen sie dann ganz nahe beieinander. Und gemeinsam haben wir dann für den Weltfrieden gebetet. Da haben wir alle geweint. Das mag kitschig klingen. Aber bedenken Sie die Situation! Und als wir dann aus Hawaii abreisten, waren wir voller Zuversicht und Mut, der Schock und die Verzweiflung waren vertrieben.

Tony Robbins ist für mich ein Leitstern in Sachen Geistesgegenwart und mentaler Stärke. Er ist für mich einer, der über den Dingen steht. Selbst wenn »Dinge« der Einsturz des World Trade Centers mit über 3.000 Toten oder ein Kriegsausbruch sind. Und das mit damals nur 41 Jahren! Er hält die Fäden in der Hand, lässt sich die Agenda nicht von den Weltereignissen diktieren, bewahrt geistig und emotional den Überblick und hat die Fähigkeit, die unterschiedlichsten Weltsichten der unterschiedlichsten Menschen zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren – eine der wichtigsten Eigenschaften des FlexFlow-Prinzips, dem ich weiter hinten im Buch noch ein ganzes Kapitel gewidmet habe (siehe S. 190).

Am liebsten würdensie sich an die Gurgelgehen.

Also, Anthony Robbins: Geistesgegenwart.

Jack Welch? Für mich der beste Manager aller Zeiten und Vorbild in Sachen Konsequenz. Seine Maxime war: Wo wir mit unserem Unternehmen nicht Nummer 1 oder 2 im Markt sind – oder es demnächst werden: Bereich verkaufen oder dichtmachen. Oder: Es gibt drei Mitarbeiterkategorien: A, B und C. Von C-Mitarbeitern musst du dich trennen. Und er trennte sich von ihnen. Mit dieser Konsequenz machte er in den 20 Jahren an der Spitze von General Electric aus einem Jahresumsatz von 27 Milliarden US-Dollar 130 Milliarden und aus einem Jahresgewinn von 1,8 Milliarden US-Dollar 12,7 Milliarden.

Dreimal durfte ich ihm begegnen. Genauso wie Bill Clinton ist er auf liebenswerte Weise freundlich und in keinster Weise arrogant. Dieser »Neutronen-Jack«, wie er genannt wurde, weil er als Chef von General Electric so knallhart und konsequent seine Linie durchzog, lächelte mich an, war gelassen und völlig unaufgeregt – er war der Star des Abends, das war ihm klar –, er hatte eine völlig offene Körpersprache, keinerlei Imponiergehabe, redete mit allen Anwesenden auf Augenhöhe und war ganz präsent. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass Konsequenz und Unfreundlichkeit zwei Paar Stiefel sind.

Also, Jack Welch: Konsequenz.

Steve Jobs? Ihm bin ich leider noch nicht persönlich begegnet. Er ist offenbar genauso konsequent wie Jack Welch. Und er kann nach allen Berichten, die es so gibt, recht herrisch und sehr unbequem sein. Aber faszinierend ist für mich, wie er mehrfach aus dem Nichts so unglaubliche, wunderbare und schöne Dinge entwickelt hat. Wie er immer wieder aufsteht, wenn er Rückschläge erleidet, ob er nun im Alter von 30 Jahren aus seiner eigenen Firma gemobbt wird, ob er eine Krebserkrankung niederkämpfen muss oder ob er sich einer Lebertransplantation unterzieht: Er kommt zurück. Wie er gnadenlos seinen Kopf durchsetzt und jeden Produktentwurf zurück in die Überarbeitung schickt, der ihm nicht simpel genug oder nicht schön genug ist. Wie er dem Markt immer eine Nasenlänge voraus ist und nicht die Dinge tut, die man vom ihm erwartet. Ganze Märkte schauen wie gebannt auf den nächsten Schachzug aus Cupertino in Kalifornien.

Ein wunderbaresBeispiel dafür,dass Konsequenzund Unfreundlichkeitzwei Paar Stiefelsind.

Also, Steve Jobs: Eigensinnigkeit.

Ronald Reagan? Ein amerikanischer Präsident, der bei seiner zweiten Amtszeit von 49 der 50 Bundesstaaten wiedergewählt wird. Was für eine Leistung! Besonders beeindruckt hat mich die Konsequenz und Eigensinnigkeit, mit der er sich zu Beginn seiner Amtszeit Autorität verschafft hat. Vielleicht erinnern Sie sich an den Fluglotsenstreik: 13.000 der 17.000 gewerkschaftlich organisierten Fluglotsen streikten in den USA 1981 für höhere Gehälter und geringere Arbeitszeiten. Reagan war gerade einmal ein halbes Jahr im Amt und hatte das Attentat eines Geistesgestörten überlebt. Die Gewerkschaft war siegessicher, denn durch den Streik konnten die Fluggesellschaften den Flugverkehr nur mit einer Kapazität von 70 Prozent fahren, und die durch die lange Rezession unter Präsident Carter angeschlagene Wirtschaft würde einen längeren Streik nur schwer verkraften. Eine klare Erpressungsstrategie also, und dabei hatten die vom Staat beschäftigten Fluglotsen bei Amtsantritt einen Eid geleistet, nicht zu streiken. Die Gewerkschafter wähnten sich auf der sicheren Seite, hatten sie doch Reagans Präsidentschaftswahlkampf unterstützt. Aber da hatten sie die Rechung ohne den Wirt gemacht.

Ganze Märkteschauen wie gebanntauf den nächstenSchachzug ausCupertino inKalifornien.

Reagan schlug einen Pflock ein: »Niemand hat nirgendwo und zu keiner Zeit das Recht, gegen die öffentliche Sicherheit zu streiken!« In Cowboy-Manier setzte er den Streikenden ein Ultimatum von 48 Stunden, um an die Arbeit zurückzukehren. 48 Stunden später waren die meisten Fluglotsen der USA fristlos gefeuert. Die Reagan-Administration überbrückte den Fluglotsenengpass innerhalb kürzester Zeit, zum Teil mit Militärpersonal und mit jedem, der irgendwie für den Job qualifiziert war. Schnellausbildungsprogramme wurden aus dem Boden gestampft. Der Flugverkehr wurde umgehend wieder in Gang gebracht, die Sicherheit gewährleistet und kein einziger Unfall ereignete sich. Die ganze Welt, einschließlich der damals noch feindlichen Sowjetunion, konnte sehen: Don’t mess with Ronald Reagan!

Nach und nach richtete sich der angeschlagene Stolz der Nation wieder an ihm auf. Er gilt nicht umsonst bei den Amerikanern als einer der besten Präsidenten der USA. Bei seiner Beerdigung 2004 wurde das über alle politischen Lager hinweg deutlich. Er hatte die Fähigkeit, die Menschen zu berühren und ihnen aus dem Herzen zu sprechen.

Bekannt ist Reagan auch dafür gewesen, dass er sich nicht totgearbeitet hat. Er arbeitete »from nine to five« und hat nie Akten gelesen. Dafür hatte er sich die richtigen Leute geholt. Er hatte die Fähigkeit, sich auf das Wesentlichste seines Jobs zu konzentrieren: Kommunikation. Sich verkaufen. Dabei strahlte er immer größte Souveränität und Gelassenheit aus, wirkte immer relaxt.

Also, Ronald Reagan: Autorität.

Uli Hoeneß? Der wirkt nicht immer relaxt. Eher bisweilen aggressiv. Ich habe den langjährigen Manager und heutigen Präsidenten des größten deutschen Fußballclubs FC Bayern München trotzdem in diese merkwürdige Elf aufgenommen, weil er ein mir furchtbar sympathisches, leidenschaftliches Kampfschwein ist, ein Stier vor dem roten Tuch, einer, der alles gibt für seinen geliebten FC Bayern. Ein Selberdenker von allergrößter Loyalität und Liebenswürdigkeit. Könnten Sie sich vorstellen, dass Uli Hoeneß für einen lukrativen Vertrag zum Hamburger SV gewechselt wäre? Unvorstellbar! Bei all der Leidenschaft und all der Lautsprecherei – er wirtschaftete stets grundsolide, erzielte immer positive Ergebnisse, sportlich wie wirtschaftlich, machte aus dem FC Bayern einen der profitabelsten und gesündesten Fußballvereine weltweit. Bei aller Weißbier-Festzelt-Rhetorik ist er stets seinen Überzeugungen treu geblieben, und bei all den Wutausbrüchen ist er vom Herzinfarkt so weit entfernt wie das Trainingsgelände in der Säbener Straße von Gelsenkirchen – weil er nie ein Getriebener ist und stets sein Ding macht.

Don’t mess with Ronald Reagan!

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

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Illustrationen: Wolfgang Pfau ∣www.pfau-design.deSatz: Christiane Schuster www.kapazunder.de

eISBN 9783641063603

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