Bangalore Masala - Karin Kaiser - E-Book
Beschreibung

Ein skrupelloser Plan, getrieben von Korruption, und eine junge Journalistin im Zwiespalt zwischen indischer Tradition und Moderne Die ehrgeizige Journalistin Anjali Mathur lebt in der indischen Millionenstadt Bangalore, dem "Silicon Valley" Indiens. Als alleinerziehende und berufstätige Mutter ist sie eine exotische Ausnahmeerscheinung in der traditionellen Kultur ihres Heimatlandes. Ihr Leben ist geprägt vom täglichen Spagat zwischen den tief verwurzelten hinduistischen Traditionen und dem modernen Indien. Gemeinsam mit der Aktivistengruppe »Action Green« kämpft Anjali gegen das wirtschaftliche und politische Großprojekt ISTO, dessen Initiatoren ein riesiges Gebiet geschützten Dschungels mit Skrupellosigkeit und Korruption in Bauland für einen gigantischen Technologiepark umgewandelt haben. Je näher sie bei ihren Recherchen den Machenschaften der ISTO kommt, desto größer wird die Bedrohung für ihr eigenes Leben. Als ihr dann noch ein entscheidendes Beweisstück in die Hände fällt, wird sie endgültig zur Zielscheibe - und ahnt dabei noch nicht, dass ihr das Wichtigste in ihrem Leben genommen werden wird. Bangalore Masala erzählt die Geschichte einer jungen, indischen Frau im Kampf gegen ein korruptes System, das weder Ehre noch Menschenleben achtet, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl:340

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

CONBOOK Verlag online

Wir informieren Sie gerne und regelmäßig über Neuigkeiten, Termine und Kuriositäten aus aller Welt und speziell aus der Welt des CONBOOK Verlags. Folgen Sie uns unter:

Facebook:www.facebook.com/conbook

Twitter: www.twitter.com/conbook

Pinterest:www.pinterest.com/conbook

Das Gesamtprogramm mit allen Informationen zu unseren Titeln und Autoren finden Sie auf der Verlagswebseite unter www.conbook-verlag.de

Bangalore Masala

Ein skrupelloser Plan, getrieben von Korruption, und eine junge Journalistin im Zwiespalt zwischen indischer Tradition und Moderne

Die ehrgeizige Journalistin Anjali Mathur lebt in der indischen Millionenstadt Bangalore, dem »Silicon Valley« Indiens. Als alleinerziehende und berufstätige Mutter ist sie eine exotische Ausnahmeerscheinung in der traditionellen Kultur ihres Heimatlandes. Ihr Leben ist geprägt vom täglichen Spagat zwischen den tief verwurzelten hinduistischen Traditionen und dem modernen Indien.

Gemeinsam mit der Aktivistengruppe »Action Green« kämpft Anjali gegen das wirtschaftliche und politische Großprojekt ISTO, dessen Initiatoren ein riesiges Gebiet geschützten Dschungels mit Skrupellosigkeit und Korruption in Bauland für einen gigantischen Technologiepark umgewandelt haben.

Je näher sie bei ihren Recherchen den Machenschaften der ISTO kommt, desto größer wird die Bedrohung für ihr eigenes Leben. Als ihr dann noch ein entscheidendes Beweisstück in die Hände fällt, wird sie endgültig zur Zielscheibe – und ahnt dabei noch nicht, dass ihr das Wichtigste in ihrem Leben genommen werden wird.

Bangalore Masala erzählt die Geschichte einer jungen, indischen Frau im Kampf gegen ein korruptes System, das weder Ehre noch Menschenleben achtet, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Widmung

Für Ben, Anantha und Marius

Sonntag

Die rosa getünchten Wände des hotels scheinen zu schwanken. Das Gedränge. Der Druck der Leiber. Die Bude in der engen Straße platzt vor Leuten. Von drinnen und von draußen drängen alle zum Fernsehgerät, das auf dem Pepsi-Kühlschrank über den Köpfen thront. Cricket. Die Bangaluru Knight Fighters gegen die Kolkata Black Riders. Nervös rutscht er hin und her. Die Menge hinter ihm schiebt ihn fast von der Bank. Er versteift seinen Rücken. Noch mehr Druck. Mit einem Fluch fährt er herum. Niemand achtet auf ihn. Alle fixieren den Spieler im blauen Dress auf dem Feld. Der lässt den Ball zweimal mit einer Drehung aus der Hand in die Höhe springen, fängt ihn lässig auf, geht dann in Ausgangsposition zum Bowlen. Mit federnden langen Schritten läuft er auf das Wickett zu. Pradeep Bandekar, bester Bowler der Bangaluru Knight Fighters.

Und jetzt? Verdammt! Was macht der denn? Ein Schrei wie aus einer einzigen Kehle: Aiiyyoo! Übertreten! Mit einem einstimmigen Seufzer quittieren die Versammelten den Punkteverlust. Er aber springt auf, stößt gegen den metallenen Krug vor ihm. Ein Schwall Wasser schwappt über den Tisch. Betrug! Betrug! Er hat es genau gesehen – das Zeichen. Mit der linken Hand hat Pradeep zweimal seine Nase berührt, bevor er geworfen hat. Na klar musste er den Wurf vermasseln! So war das abgemacht! Betrug! Beide Arme ausgestreckt, Handflächen nach oben, Finger gespreizt, zeigt er anklagend auf den Bildschirm. Hinter ihm schreien sie. »Hinsetzen!« – »Idiot!« Der Mann neben ihm zerrt ihn am Hemd zurück auf die Bank. »Da war nichts, Blödmann«, herrscht er ihn an. »Der Wichser hat einfach nicht genug trainiert.« Mit wutverzerrtem Gesicht setzt er sich wieder hin. Jetzt zeigen sie den Spielstand. Er beißt sich auf die Innenseiten seiner Wangen. Nein, nein das wird nichts. Niemals. Er schluckt schwer. Krakenarme würgen ihn. Seine letzte Chance. Damn! Damn! Genauso gut hätte er sein Geld draußen in die stinkende Abflussrinne werfen können. Er ist geliefert. Mit der Handkante schlägt er auf den Tisch und wischt die Pfütze über den Rand, sodass das Wasser hoch aufspritzt.

Montag

»Allah-hu-akbar! Allah-hu-akbar!« Fünf Uhr. Noch ist es dunkel. Der Ruf des Muezzin hallt blechern, von sphärischem Knistern untermalt, aus Lautsprechern über die schlafende Stadt Bangalore. In der Kühle dieser frühen Stunde atmet sie Lautlosigkeit und sammelt Kraft, bevor die alltägliche Welle der Explosion von Licht und Lärm über sie hereinbricht.

Das Gebet, das wie ein Schluchzen durch die geöffneten Fenster in Anjalis Traum eingedrungen ist, weckt sie auf. Sie zieht die Knie an den Körper. Etwas Schönes war geschehen. Was? Hinter ihren geschlossenen Lidern verblassen die Traumbilder zu ausgeblichenen Fotografien wie sie im Haus der Großmutter hängen, wo die Sonne ganze Familien zu wolkigen Ansammlungen gebleicht hat.

Sie setzt sich auf, wirft einen Blick hinüber zu ihrem Sohn, der am Fußende seiner Matratze schläft, eingerollt in ein Nest aus Decke und Kissen, aus dem dunkle Haarsträhnen wie Stacheln ragen. Nase an Nase mit einem plüschigen Löwen ruht dort die selbsternannte Superman-Spiderman-Shiva-Inkarnation, sechs Jahre alt – Ishaan. Anjali beugt sich vor, pustet einen Morgengruß hinüber. Er rührt sich nicht. Mit allen zehn Fingern fährt sie sich durch die Haare, streicht sie über den Kopf nach hinten, schüttelt die schwarze Woge über ihren Rücken und mit einem aus langer Gewohnheit vertrauten Griff schlingt sie sie zu einem Knoten. Mit einem Seufzer sinkt sie zurück, den Haarknoten wie ein Kissen unter ihrem Nacken.

In den Höfen zwischen den eng stehenden Häusern schallen die Schreie der Hähne von den Wänden. Anjali gähnt. ›Wichtigtuer‹, denkt sie schläfrig, ›ihr klingt doch, als ob ihr immer noch übt.‹ Sie zieht sich das Kissen über den Kopf, denn nun dudelt der Wecker im angrenzenden Haus mit einem filmi-Song los – und dudelt und dudelt. Anjali stöhnt auf – es ist viel zu früh für »ninidale, ninidale ... lalala« – und erwischt sich im selben Augenblick, wie ihre Finger den Rhythmus auf das Kissen trommeln.

Im Dunkeln zeichnen sich matt die Fensteröffnungen ab. Heute. Montag. Ihre Gedanken laufen dem neuen Tag entgegen, wollen Merkzettel in die violetten Schatten pinnen: nicht vergessen, Ishaan für den neuen Hockeykurs anmelden, den Antrag für die Installation eines Solarmoduls auf dem Dach ausarbeiten, einen neuen Wasserdestillator besorgen, dem mali Bescheid sagen, dass er den Rasen schneidet, und natürlich ihren Artikel über das ISTO-Projekt noch einmal durchgehen und die Unterlagen zusammenstellen. Und herrje, da ist immer noch das Gasflaschenproblem ... Ach, wäre sie doch eine Göttin mit vielen Armen wie Kali, Sarasvati und all die anderen Überfrauen!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!