BattleTech: Silent-Reapers-Zyklus 1 - Daniel Isberner - kostenlos E-Book

BattleTech: Silent-Reapers-Zyklus 1 E-Book

Daniel Isberner

4,7

Beschreibung

Die Söldner der Silent Reapers haben sich auf die Aufträge spezialisiert, die sonst niemand leisten kann - oder will. Kommandoeinsätze und Infiltrationen sind ihr täglich Brot und ein gutes Geschäft. Doch ihr neuester Auftrag testet die Grenzen dessen, was die Silent Reapers zu tun bereit sind und ihr Auftraggeber scheint eigene Pläne zu verfolgen - die das Überleben der Reapers nicht einschließen. ACHTUNG: Dieser Roman ist die erste Episode eines sechsteiligen Zyklus. Es gibt sowohl weitere Teile als kurze Ebooks, als auch einen Sammelband mit allen Episoden (gedruckt wie als Ebook).

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Über den Autor

Daniel Isberner wurde 1985 in Berlin geboren.

Seine ersten BattleTech-Erfahrungen sammelte er mit MechWarrior 3 (dem Computerspiel, nicht dem RPG) und dem RomanDer Kriegerprinzvon Michael Stackpole. Zum Tabletop kam er nach dem Erscheinen von MechWarrior 4.

Seit 2010 ist er im Master Unit List Team von CGL und feierte mitTechnical Readout Prototypesseinen Einstieg in die Autorenwelt von BattleTech, da allerdings noch auf Englisch. Mittlerweile zeichnet er sich für die Battle Values von neuen Waffen und neuer Ausrüstung sowie für die BV-Regeln für neue Einheitentypen verantwortlich.

2013 erschien mitSchattengalaxis I – Die letzten Tagesein erster Roman. Der zweite BandFeuertodschaffte es zwischenzeitlich sogar auf Platz 12 der deutschen Amazon Science-Fiction-Charts.

Während er für CGL noch an weiteren Technical Readouts beteiligt war (XTRO: Succession WarsIsowie in mehreren Teilen derTRO: 3145Reihe), ist der Silent-Reapers-Zyklus sein erstes komplettes BattleTech-Buch und sein erster geschriebener Beitrag zum Universum abseits von Einheitenfluff.

Daniel Isberner

Tödlicher Kontrakt

Silent-Reapers-Zyklus I

Originalausgabe

Impressum

Ulisses Spiele Band US41028EPUB

Titelbild: Janina Robben Lektorat: Michael Fehrenschild, Matthias Hess E-Book-Gestaltung: Michael Mingers

©2014 The Topps Company, Inc. All rights reserved.Wiege der Basilisken, Classic BattleTech, BattleTech, BattleMechand’Mechare registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.

Deutsche AusgabeUlisses Spiele GmbH, Waldems, unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.

Dramatis Personae

Al-Fuan, Soraya:Lanzenführerin der Mechlanze der Silent Reapers. Steuert einenFirestarterOmniMech.

Brantling, Peter:Ehemaliger ComStar-Adept. Hacker der Silent Reapers.

Dubois, Yves:MechKrieger der Silent Reapers. Steuert einenRyoken.

Farinadis, Cassandra:Gefechtsrüstungsträgerin in Anoris Einheit.

Hammilton, Lucas:Infiltrationsspezialist der Silent Reapers. Führt ihre Infanterietruppen an.

Jaunechose, Yves:ComStar-Präzentor auf Capra.

Likmekki, Jaakko:Gefechtsrüstungsträger in Anoris Einheit.

MacConolly, James:Versorgungsoffizier der Silent Reapers.

McFaris, Anori:Tochter von Juan McFaris, dem Gründer der Silent Reapers. Führt die Gefechtsrüstungen der Reapers an.

McFaris, Juan:Gründer und General der Silent Reapers. Kann aufgrund einer Beinverletzung nicht mehr aktiv an Einsätzen teilnehmen.

Miyus, Sakumoto:Stellvertreterin von Anori.

O‘Cavanagh, David:Kapitän des Landungsschiffes der Silent Reapers. Einem Intruder namensO‘Cavanaghs Gold.

Richards, Michael:Anoris AsTech.

Schubert, Konstanze:Juans Stellvertreterin.

Winchester, Jacob:MechKrieger der Silent Reapers. Steuert einenArctic Fox.

Zapatcondo, Maria:MechKriegerin der Silent Reapers. Steuert einenOwens.

Kapitel 1

Capra City, Capra

Präfektur Kaznejoy, Galedon Militärdistrikt, Draconis-Kombinat

23. Februar 3066

»Was soll das heißen, du hast das Ziel verloren?«, schrie Anori McFaris in ihr Mikrofon.

In der Enge des Helms ihrer Gefechtsrüstung hallte ihr Schrei laut genug wider, um ihr Schmerzen in die Ohren zu treiben. Sie war froh, dass der Helm den Schall nicht nach außen dringen ließ und ihre Position damit verborgen blieb.

»Das heißt, dass ich die Verbindung zu unserer Wanze verloren habe«, gab Peter Brantling über Funk in unbändiger Ruhe zurück. Er ließ sich von Anoris Ausbruch – wie schon oft zuvor – nicht beeindrucken. »Gib mir einen Moment, um die Verbindung wiederherzustellen.«

Sie wollte mit dem Fuß auf und ab wippen, um ihrer Ungeduld Luft zu machen, musste sich aber zügeln. Ihre siebenhundertfünfzig Kilo schwere Gefechtsrüstung würde dabei zu viel Lärm verursachen. Zudem würde es keinen guten Eindruck auf die drei anderen Mitglieder ihrer Einheit machen, die hinter ihr standen.

Sie alle vier trugen stark modifizierte Gray Death Scout Suits. Sie hatten die Sprungreichweite des Originals beschnitten, um im Austausch verbesserte Tarnkappenpanzerung und ein leichtes Maschinengewehr einzubauen. An der Hüfte trug jeder von ihnen eine schallgedämpfte Pistole. Anori hatte sich zusätzlich ein Minolta 9000 Scharfschützengewehr über den Rücken geschlungen. Das Logo der Silent Reapers, ein namensgebender Reaper (Schnitter) mit einer Sense in der rechten Hand und mit dem zur Ruhe anhaltenden, erhobenen Zeigefinger der linken vor dem Mund, prangte auf den vier Rüstungen. Es war dort, wo sich die Herzen der Söldner befanden. »Silent Reapers« war zudem auf einem Pergament unterhalb des Reaper graviert.

Sie glaubte nicht, dass sie das Gewehr brauchen würde, aber sie hatte es, aus reiner Gewohnheit, trotzdem mitgenommen. Man konnte ja nie wissen.

»Sir? Wie lange sollen wir warten?«, kam Sakumoto Miyus Stimme über Funk.

Sakumoto war ihre Stellvertreterin in der kleinen Einheit. Privat waren die beiden ein Paar, aber während eines Einsatzes bestand Sakumoto auf Förmlichkeit.

»Wenn Brantling das Ziel in zwei Minuten nicht gefunden hat, gehen wir wie geplant vor«, war ihre Antwort.

Zwar war es späte Nacht und sie standen in einer dunklen Seitengasse, aber sie wollte nicht riskieren durch einen dummen Zufall entdeckt zu werden. Das würde entweder bedeuten, dass ihre Mission gescheitert wäre oder dass sie einen Zivilisten töten müssten, der vielleicht nur betrunken war und einen stillen Ort zum Pinkeln gesucht hatte. Beide Aussichten fand sie wenig erbaulich.

Zu ihrer Beruhigung meldete Peter sich lange vor Ablauf der gesetzten Frist.

»Ich habe mich in das Kamerasystem von Capra City gehackt und das Ziel gefunden. Ihr habt bestenfalls zehn Minuten, bevor sie mich bemerken und rausschmeißen. Ihr solltet euch beeilen!«

An der rechten Seiten von Anoris HUD tauchte ein kleines Kamerabild auf und zeigte Yves Jaunechose, wie er im Gras an einem Fluss entlangwanderte.

Dass ihr Ziel denselben Vornamen hatte, wie einer ihrer MechKrieger hatte zu einer Reihe schlechter Witze innerhalb der Reapers geführt.

Läuft er barfuß?

Ein Blick auf die vier Leibwächter, die den, in weiße Roben gekleideten, fünfzigjährigen Mann mit zwei Metern Abstand umringten, bestätigte ihren Verdacht. Einer von ihnen hielt die Schuhe von Jaunechose in den Händen. Sie konnte es auf dem dunklen Bild schwer erkennen, hatte aber den Eindruck, dass die Schuhe tropften. Das würde erklären, warum sie den Kontakt zur Wanze verloren hatten.

Wenn die Schuhe, aus irgendeinem Grund, derart nass geworden waren, dass sie tropften, dann war die Wanze, die Lucas Hammilton in ihnen versteckt hatte, womöglich beschädigt worden.

Lucas hatte sich am Vorabend in das Fitnessstudio geschlichen, das ihr Ziel regelmäßig besuchte und die Ortungswanze im Schuh angebracht, als Jaunechose Badminton gespielt hatte. Die absolute und normalerweise unerschütterliche, immer gleiche Routine des Mannes kam ihnen sehr entgegen.

Hat er die Wanze entdeckt oder warum hat er die Schuhe nass gemacht?

Sie öffnete eine Verbindung zu Peter.

»Gibt es Anzeichen dafür, dass die Leibwächter Verstärkungen angefordert haben?«

»Nein. In ihrer Basis ist alles ruhig.«

»Danke.«

Dann schaltete sie zurück zu einer Verbindung mit ihrer Einheit.

»Zeit auszurücken. Denkt daran: Wir brauchen Jaunechose lebend.« Dann wartete sie einen Moment bevor sie hinzufügte: »Aber nicht unverletzt.«

Die vier Söldner setzten sich in Bewegung und sprinteten über die Straßen, die sie von ihrem Ziel trennten. Ihr ursprünglicher Plan war gewesen, den Mann aus dem großen Bürogebäude zu entführen, dass ihrer Warteposition gegenüber lag. Aber da Jaunechose seinen normalen Ablauf geändert hatte, war das keine Option mehr. Einen Tag später musste die nächste Phase ihres Einsatzes beginnen. Wenn sie den Präzentor nicht zuvor in ihre Gewalt bekamen, wäre ihr Auftrag gescheitert. Es hieß also: Jetzt oder nie.

Warum auch immer er von seiner Routine abgewichen war, würde warten können. Denn wenn er etwas ahnen würde, hätten seine Leibwächter Verstärkung angefordert.

Sie hatten die vergangenen Tage dazu genutzt sich, rund um ihr Zielgebäude, mit den Kameras von Capra City vertraut zu machen. Das Wissen nutzten sie nun, um außerhalb ihres Sichtfeldes zu bleiben. Niemand durfte wissen, dass sich eine Einheit in Gefechtsrüstungen durch die Stadt bewegte – noch nicht.

Als sie am Fluss ankamen öffnete Anori erneut eine Verbindung zu Peter, um ein einziges Wort durchzugeben.

»Blackout!«

Es war ihr vereinbartes Signal dafür, dass er die Kameras an ihrem Zielort abschalten sollte. Zwar hatten sie gehofft, dass das nicht nötig werden würde, aber es war immer gut, einen Plan B zu haben. Wenn seine ursprüngliche Zeitangabe darüber, wie viel Zeit sie hatten, bevor jemand bemerkte, dass er das Kamerasystem gehackt hatte, richtig war, dann blieben ihnen noch drei Minuten.

Ungebremst rasten die vier Söldner über die Wiese, die den Fluss umgab, vorbei an vereinzelten Bäumen und Sträuchern auf den Präzentor mit seiner Leibwache zu. Links von ihnen gab es einen betonierten Pfad, der tagsüber von Sportlern zum Laufen und Fahrradfahren benutzt wurde. Aber auf dem hätten die Schritte der vier gerüsteten Söldner ohrenbetäubend laut wiedergehallt – der weiche Untergrund der Wiese dämpfte den Lärm jedoch ein wenig. In der Stille der Nacht waren sie dennoch unüberhörbar.

Zwei der Wachen drehten sich mit gezogenen Waffen herum, als sie die anrückenden Angreifer hörten – aber wurden von Anori und Sakumoto mithilfe ihrer schallgedämpften Pistolen niedergeschossen, bevor sie selbst einen Schuss abgeben konnten.

Die anderen beiden Leibwächter reagierten, bevor auch sie niedergeschossen werden konnten und rollten sich zur Seite ab. Jaakko Likmekki und Cassandra Farinadis, die anderen beiden Mitglieder ihrer Einheit, hatten auf die beiden Verbliebenen angelegt, aber ihre Schüsse gingen fehl. Eines ihrer beiden Opfer schaffte es einen Schuss abzugeben, der in der Stille der Nacht laut wiederhallte und sicher über Kilometer zu hören war, jedoch wirkungslos von Anoris Panzerung abprallte, bevor Jaakko und Cassandra die verbliebenen beiden Leibwächter mit einer zweiten Feuersalve niederstreckten.

Die vier Söldner kamen vor Jaunechose zum Stehen, der sie kreidebleich anstarrte.

»Was wollt ihr?«, brachte er hervor.

Statt zu antworten schlug Anori ihm die gepanzerte Faust an die Seite des Kopfes und der Präzentor brach leblos zusammen. Aus dem Augenwinkel konnte sie sehen, wie Sakumoto die Schuhe des ComStar-Anführers, und damit auch ihre beschädigte Wanze, an sich nahm. Der ganze Kampf hatte keine dreißig Sekunden gedauert. Sie lagen gut in der Zeit.

Zurück in ihrer provisorischen Basis stiegen Anori und ihr Team aus dem engen Transporter, der sie aufgesammelt hatte, nachdem sie Jaunechose in ihre Gewalt gebracht hatten. Die Basis befand sich in einer umgebauten kleinen Lagerhalle am Stadtrand, fernab von zufällig vorbeikommendem Verkehr und Passanten.