BattleTech: Silent-Reapers-Zyklus 4 - Daniel Isberner - E-Book

BattleTech: Silent-Reapers-Zyklus 4 E-Book

Daniel Isberner

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Beschreibung

Sakumoto ist verschwunden und Gerüchte über einen Angriff von Blakes Wort auf Outreach sorgen für Unruhe unter den Silent Reapers. Während Anori ganz Laurieston auf den Kopf stellt, um ihre Freundin zu finden, hat der Verräter innerhalb der Reapers eigene Pläne, die die Zukunft der Einheit für immer verändern werden. Unterdessen schließt Lucas einen Pakt mit einem unwahrscheinlichen Verbündeten, um die Wahrheit über das Komplott gegen die Reapers zu erfahren. Aber kann er den Sandovals trauen?

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Seitenzahl: 81

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Über den Autor

Daniel Isberner wurde 1985 in Berlin geboren.

Seine ersten BattleTech-Erfahrungen sammelte er mit MechWarrior 3 (dem Computerspiel, nicht dem RPG) und dem RomanDer Kriegerprinzvon Michael Stackpole. Zum Tabletop kam er nach dem Erscheinen von MechWarrior 4.

Seit 2010 ist er im Master Unit List Team von CGL und feierte mitTechnical Readout Prototypesseinen Einstieg in die Autorenwelt von BattleTech, da allerdings noch auf Englisch. Mittlerweile zeichnet er sich für die Battle Values von neuen Waffen und neuer Ausrüstung sowie für die BV-Regeln für neue Einheitentypen verantwortlich.

2013 erschien mitSchattengalaxis I – Die letzten Tagesein erster Roman. Der zweite BandFeuertodschaffte es zwischenzeitlich sogar auf Platz 12 der deutschen Amazon Science-Fiction-Charts.

Während er für CGL noch an weiteren Technical Readouts beteiligt war (XTRO: Succession WarsIsowie in mehreren Teilen derTRO: 3145Reihe), ist der Silent-Reapers-Zyklus sein erstes komplettes BattleTech-Buch und sein erster geschriebener Beitrag zum Universum abseits von Einheitenfluff.

Daniel Isberner

Verraten und verkauft

Silent-Reapers-Zyklus IV

Originalausgabe

Impressum

Ulisses Spiele Band US41031EPUB

Titelbild: Janina Robben Lektorat: Michael Fehrenschild, Matthias Heß E-Book-Gestaltung: Michael Mingers

©2015 The Topps Company, Inc. All rights reserved.Classic BattleTech, BattleTech, BattleMechand’Mechare registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.

Deutsche AusgabeUlisses Spiele GmbH, Waldems, unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.

Dramatis Personae

Al-Fuan, Soraya:Lanzenführerin der Mechlanze der Silent Reapers. Steuert einenFirestarterOmniMech.

Balaswala, Arjun:Gefechtsrüstungsrekrut der Silent Reapers und Sohn zweier ihrer Techs.

Brantling, Peter:Ehemaliger ComStar-Adept. Hacker der Silent Reapers.

Dubois, Yves:MechKrieger der Silent Reapers. Steuert einenRyoken.

Farinadis, Cassandra:Gefechtsrüstungsträgerin in Anoris Einheit.

Hammilton, Lucas:Infiltrationsspezialist der Silent Reapers. Führt ihre Infanterietruppen an.

MacConolly, James:Versorgungsoffizier der Silent Reapers.

McFaris, Anori:Tochter von Juan McFaris, dem Gründer der Silent Reapers. Führt die Gefechtsrüstungen der Reapers an.

McFaris, Juan:Gründer und General der Silent Reapers. Kann aufgrund einer Beinverletzung nicht mehr aktiv an Einsätzen teilnehmen.

Miyus, Sakumoto:Stellvertreterin von Anori.

O‘Cavanagh, David:Kapitän des Landungsschiffes der Silent Reapers. Einem Intruder namensO‘Cavanaghs Gold.

Richards, Michael:Anoris AsTech.

Schubert, Konstanze:Juans Stellvertreterin.

Winchester, Jacob:MechKrieger der Silent Reapers. Steuert einenArctic Fox.

Zapatcondo, Maria:MechKriegerin der Silent Reapers. Steuert einenOwens.

Kapitel 22

Jägerstadt, Laurieston

Provinz Skye, Lyranische Allianz

05. Oktober 3067

Blut. Überall Blut!

Der Anblick war zu viel für Anori. Sie drehte sich um und rannte vom Wohnzimmer zur Kellertür.

Vielleicht ist es nicht Sakumotos Blut. Vielleicht wartet sie im Keller und…

In ihrer Panik dachte sie gar nicht daran, die restlichen Zimmer zu überprüfen oder sich ruhig zu verhalten. Sie trat einen, im Weg liegenden, zerbrochenen Stuhl lautstark aus dem Flur in eines der anderen Zimmer und kam dann an der Kellertür an. Ohne nachzudenken zog sie an der Türklinke – und bekam die Tür zuerst nicht auf. Dann erinnerte sie sich, dass es sich um eine Stahltür mit Holzverkleidung handelte, und sie zog deutlich kräftiger. Und zwar kräftig genug, um die schwere Tür gegen die Wand des Flurs zu donnern. Das Krachen war laut genug, um sie aus ihrer panischen Trance zu befreien.

Scheiße!

Ruckartig fuhr sie herum, ihre Serrek Arms 7875D Autopistole im Anschlag – aber es war niemand da. Das Haus war entweder komplett verlassen oder niemand hatte bemerkt, wie geistesabwesend sie war.

Oder sie warten darauf, dass ich in den Keller gehe, um dann die Tür hinter mir zu verschließen und mich einzusperren.

Mit einem sehnsüchtigen Blick nach unten nahm sie Abstand vom Keller, holte ihr Funkgerät hervor und schaltete es ein.

»Alpha Eins an Basis.«

Es dauerte ein paar Sekunden, bis eine Antwort kam, da niemand mit einem eingehenden Funkspruch rechnete. Sie hatte die Basis schließlich auf eigene Faust und unbemerkt verlassen.

»Basis hier, Alpha Eins. Was treibst du denn in der weiten Welt?«, die fröhliche Stimme von Max Farinotti, einem ihrer AsTechs, machte Anori wütend.

»Halt die Klappe und hör mir zu!«, fauchte sie ihn an. »Beta und Gamma sollen sich einsatzbereit machen. Ich will Alpha und Lucas Leute in zehn Minuten bei mir sehen – in ziviler Kleidung, aber bewaffnet.«

»Jawohl!«, antwortete Max mit militärischer Zackigkeit und sie gab ihm die Adresse.

Als sie das Funkgerät wieder weggesteckt hatte, tat es ihr leid, dass sie den AsTech angeschnauzt hatte. Er konnte schließlich nicht wissen, dass Sakumoto verschwunden war, und außerhalb von Einsätzen war der fröhliche Funkverkehr für ihre Leute ganz normal.

Arjun und Cassandra trafen, zusammen mit drei Männern und zwei Frauen aus Lucas‘ Black Ops Einheit, sogar schon nach sieben Minuten ein. Anori vermutete, dass weitere von Lucas‘ Leuten sich in der Umgebung verteilt hatten und als Wachposten dienten.

Wegen den langen Mänteln, die Cassandra und Arjun trotz der Hitze trugen, vermutete sie, dass die beiden darunter größere Waffen versteckt hatten.

Mit knapp über zwei Metern und Muskeln, die einem Bodybuilder Konkurrenz machen konnten, stach Cassandra Farinadis aus der Gruppe hervor und zog sicher einige Blicke der Nachbarn auf sich, aber das war Anori egal. Sie wirkte beinahe wie eine Clan Elementarin, tatsächlich fehlten ihr dazu aber noch ein paar Zentimeter.

»Sakumoto hatte unseren Gefangenen in dem Haus hinter mir untergebracht«, begann Anori ohne jede Einleitung. »Das Haus scheint verlassen, und das Wohnzimmer ist voller Blut. Der Gefangene sollte sich im Keller befinden, ich konnte jedoch nicht nachsehen, da ich niemanden zum Sichern der Tür hatte.«

Sie machte eine Pause, um sich mental darauf vorzubereiten, was sie als nächstes sagen müsste.

»Ich gehe nicht davon aus, dass es im Haus Überlebende gibt. Entweder werden wir Sakumotos Leiche finden oder sie wurde gefangengenommen. Wir müssen davon ausgehen, dass das Blut von ihr ist. Wenn sich im Haus etwas bewegt gilt: Erst schießen, dann Fragen stellen. Gibt es Anmerkungen?«

Es war Jim Morgenstern, ein unauffälliger Mann Mitte vierzig, mit Glatze und einem Meter achtzig Körpergröße, der ein lockeres Khakihemd mit kurzen Hosen trug, der sich meldete.

»Gibt es einen Lageplan des Hauses?«

»Nein, aber ich kann euch das Innere kurz beschreiben.«

Anori gab daraufhin kurz den Innenbereich des Hauses wieder, dann betraten sie das Haus. Als sie drinnen und dem Blick von neugierigen Nachbarn entzogen waren, zog Arjun ein Maxell PL-10 Lasergewehr hervor.

Sie besaßen lediglich acht der teuren Gewehre und gaben sie nur im Notfall heraus. Selbst Anori hatte es schwer eines davon in ihre Finger zu bekommen, wenn sie keinen guten Grund vorweisen konnte. Dann fiel ihr wieder ein, dass Arjun der Sohn zweier ihrer Techs war.

Er kennt die Sicherheitscodes für den Waffenschrank und keiner der Techs würde zwei Mal fragen, wenn er an den Schrank geht.

Trotz ihrer Angst um ihre Geliebte stahl sich ein kurzes Lächeln auf ihre Lippen. Ihr wurde zum ersten Mal bewusst, dass die Techs besseren Zugriff auf ihre gesamte Ausrüstung hatten als sie, die Tochter des Gründers der Silent Reapers.

Ein kurzes und leises Summen ertönte, als Arjun die Waffe einschaltete und die Energiezellen anfingen todbringende Energie in den Lauf zu speisen. Ein PL-10 konnte selbst einem Clan Elementar gefährlich werden, das leise Summen fand Anori daher mehr als angebracht.

Während Max und seine Leute das Erdgeschoss und den ersten Stock sicherten, gingen Anori, Cassandra und Arjun direkt zur Kellertür. Während der junge Söldner an der Tür wartete und darauf achtete, dass niemand sie hinter ihnen zuschlug, gingen Anori und Cassandra nach unten. Die Hünin hielt ihre Mauser 1200, ein Geschenk von Blakes Wort, im Anschlag, was ihre Muskeln sichtbar zur Anspannung brachte. Mit elf Kilogramm war die Waffe alles andere als leicht und normalerweise Gefechtsrüstungen vorbehalten. Cassandra schien sie jedoch auch ohne die zusätzliche Kraft ihrer Rüstung tragen zu können.

Mit einem Schnappen fuhr sie die Klinge aus, die an der Vorderseite des Gewehrs angebracht war. Als Anori ihr einen fragenden Blick zuwarf, zuckte sie, trotz des Gewichts der Waffe, mit den Schultern. ‚Man weiß ja nie‘ sollte die Geste wohl ausdrücken.

Mit lediglich ihrer kleinen Autopistole fühlte Anori sich mit einem Mal ausgesprochen schlecht bewaffnet.

Der Keller war verlassen. Die Ketten, die ihren Gefangenen an der Wand gehalten hatten, lagen offen auf dem Boden. Blut oder andere Kampfspuren konnte Anori jedoch nicht entdecken. Wer auch immer ihre Geisel befreit hatte, hatte sich nicht mit dem Mann anlegen müssen.

Mit gesenktem Kopf und einem immer stärker werdenden Gefühl der Bedrohung ging Anori wieder nach oben. Dass Cassandra ihr stumm folgte, merkte sie kaum. Die Sorgen um Sakumoto waren alles, was Anori wahrnahm.

Hoshizukiyo Motel

Capra City, Capra

Präfektur Kaznejoy, Galedon Militärdistrikt, Draconis-Kombinat

05. Oktober 3067

Lucas hatte noch immer Probleme, wenn er sich bewegen musste. Die Kugel, die er bei seiner Flucht vor den Sandovals abbekommen hatte, hatte seine inneren Organe nur knapp verfehlt. Ein paar Millimeter weiter zur Seite und sie hätte seine Leber zerfetzt.

Um seine Verletzungen behandeln zu lassen, war er in eine Tierklinik eingebrochen und hatte den diensthabenden Arzt gezwungen, die Wunde zu versorgen. Die Arbeit war sogar unter dem Niveau der normalen Unterweltärzte gewesen, aber er hatte keine Wahl gehabt. Er musste davon ausgehen, dass die Sandovals die bekannten Unterweltkliniken im Auge hatten. Wenn er dort auftauchte, wäre er schneller wieder in Gefangenschaft oder tot gewesen, als ihm lieb gewesen wäre.