Bau dein Hausboot - Frank Schäfer - E-Book

Bau dein Hausboot E-Book

Frank Schäfer

0,0
4,99 €

Beschreibung

Der Traum von einem anderen Leben. Wer kennt ihn nicht? Einfach die Hektik hinter sich lassen und in die Idylle der Natur abtauchen, um den eigenen Ursprung wieder zu entdecken. Eins mit der Natur sein und trotzdem nicht auf den für sich notwendigen Komfort zu verzichten. Oftmals genügt ein Anstoß, um sein eingefahrenes Leben zu verändern. Dieses Buch kann Ihnen vielleicht eine neue Perspektive aufzeigen. Scheinbar Unerreichbares durch das Entdecken der eigenen Fähigkeiten zu realisieren, das ist die Herausforderung. Dieses Buch ist eine erweiterte Neuauflage. Dieser Ratgeber ist kein Bauplan, er bietet vielmehr Vorschläge zur preiswerten Realisierung dieses Traums. Auch für den Laien verständlich geschrieben und mit Fotos anschaulich dargestellt. Vielleicht gibt dieses Buch den Anstoß dazu, einen lang ersehnten Wunsch endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 83




Frank Schäfer

Bau dein Hausboot

Ratgeber zum Eigenbau

Inhaltsverzeichnis
Vita
01.
Wohnen oder Ferien auf dem Hausboot
02.
Der optimale Standort
03.
Auflagen, Anmeldung, Bootsführerschein
04.
Die Suche nach dem geeigneten Schwimmkörper
05.
Die Frage nach dem idealen Aufbau
06.
Der Aufbau in Holzständerbauweise
07.
Fenster und Türen
08.
Innenausbau und Einrichtung
09.
Ein autarkes Leben
10.
Heizung
11.
Strom und Verbraucher
12.
Motorisierung
13.
Mit dem Hausboot durch den Eldekanal in Richtung Müritz-Region
Impressum

Vita

Der Autor Frank Schäfer arbeitete mehrere Jahre als Fachberater im Fertighausbereich. Neben dem Verkauf war er auch für die Planung und Visualisierung individuell gestalteter Häuser zuständig.

Mit Vorliebe segelte er in seiner Freizeit mit seinem Segelboot meist in holländischen Gewässern.

Heute lebt er in Mecklenburg-Vorpommern, um hier seinen persönlichen Lebenstraum zu verwirklichen: das Leben auf dem Wasser.

Hierbei kam ihm seine langjährige Erfahrung des energetischen Hausbaus, sein Interesse an technischen Details und seine Vorliebe mit Holz als Werkstoff zu arbeiten zugute. Natürlich war seine Leidenschaft für das Segeln und die Affinität zum Wasser ausschlaggebend für die Verwirklichung dieses Projektes.

01.

Wohnen oder Ferien auf dem Hausboot

Spätestens, wenn du um die 50. bist, fragst du dich, ob das bereits alles war, die Jahre vergehen immer rasanter. Du siehst es an den Älteren: Bald fehlt die Kraft und dir bleibt keine Zeit mehr, um die Dinge zu realisieren, die du dir einmal vornahmst.

So erging es mir, denn solange es beruflich lief, stellte ich mir diese Frage kaum, nur manches Mal, in einer stillen Stunde, beschlich mich dieser Gedanke, sollte das jetzt alles sein, im Leben?

Erst als es im Job überhaupt nicht weiter ging, ich mich ausgebrannt und leer fühlte, dachte ich ernsthaft über einen Ausstieg nach. Ich begriff, dass ich bislang in einem Hamsterrad feststeckte und dass es einer glücklichen Fügung zu verdanken war, dass ich aus diesem Spiel heraus geschleudert wurde und nicht länger mitmachen musste.

In der heutigen Zeit zwingt dich der Berufsalltag in eine Rolle hinein, die du oftmals nie so wolltest. Du stehst unter einem enormen Erwartungsdruck, alles muss schneller funktionieren und deshalb packt dich die Rücksichtslosigkeit, weil du automatisch dein eigenes Arbeitstempo auf die Leistungsfähigkeit deiner Mitmenschen überträgst. Irgendwann wirst du nicht mehr derselbe sein. Dir ist die Offenherzigkeit, das Vertrauen zu deinen Nächsten abhandengekommen, und auch deine Sanftmut, mit der du allen früher gegenübertratest. Du musst dir anhören, dass du dich verändert hast und diejenigen, die dich von damals her kennen, erkennen dich nicht mehr.

Ein solches Verhalten schafft Einsamkeit. Menschen sind sehr verletzlich. Arbeitsverhältnisse zerbrechen, Freundschaften dividieren sich oft schleichend auseinander und nicht zuletzt gehen Partnerschaften daran zugrunde.

Sobald dir klar wird, dass die eingeschlagenen Wege bereits ausgetreten sind und du beim Betreten lediglich im Schlamm stecken bleibst, irrst du auf der Suche zu einem neuen Pfad herum. Wenn dieser Moment für dich gekommen ist, gilt es, innezuhalten.

Greife nicht zur Flasche oder anderen Drogen, um die Leere zu betäuben, ziehe dich zurück und denk nach:

Stell dir vor, du sitzt in einem Flugzeug, das zu Boden stürzt. Als einziger Überlebender kommst du mitten im Dschungel zu Bewusstsein. Was machst du jetzt? Niemand wird dich suchen, weil sie dich nicht hier vermuten. Selbst wenn sie dich irgendwann finden, kann es längst zu spät sein. Es macht keinen Sinn, über die Bequemlichkeiten seines früheren Lebens nachzudenken, das hemmt nur den Gedankenfluss. Der Fokus muss auf dein Überleben gerichtet sein.

Also siehst du dich um, schaust, was du auf dem Weg durch die unüberschaubare Wildnis benötigst. Dann begibst du dich auf einen unbekannten Pfad. Ein Instinkt wird dir vorgeben, in welche Richtung du laufen sollst und diesem Impuls wirst du folgen. Wie bei diesem Beispiel gelingt es dir nicht, deinem persönlichen Crash zu entkommen. Du solltest dich lieber aufmachen, um Neues zu entdecken, und dabei wird dir dein innerer Kompass helfen.

Machen wir uns nichts vor: Bei den Meisten entsprach der Beruf niemals dem, was er dem Sinn entsprechend sein sollte, nämlich eine Berufung. Nach der Schule oder dem Studium ergriff man einen Job zur Existenzsicherung. Hinterher gründete man eine Partnerschaft und eine Familie und das bedeutete, Verantwortung zu übernehmen. Zudem gilt der Job in der heutigen Gesellschaft auch als Statussymbol.

Womit zeigt man dies am besten? Ich denke da an einen früheren Werbespot mit den beiden Männern, die sich gegenübersitzen: Einer haut die Fotos mit den Statussymbolen nacheinander auf den Tisch: mein Haus, mein Auto, meine Yacht. Irgendwann steht man genau dort, die Werbung suggeriert perfekt, worauf es in der heutigen Zeit angeblich ankommt und das saugen wir bedenkenlos auf.

Außerdem schaffen die materiellen Dinge auch Sicherheit. Aber was ist, wenn du trotzdem nicht glücklich bist? Oder sich dieser Sicherheitsgedanke irgendwann als Trugschluss erweist?

Wenn du das Vorgenannte mit »Ja« beantwortest, solltest du nicht länger zögern und ins Leben springen. Bewusst auf all das zu verzichten, kann tatsächlich inneren Reichtum bescheren und erfordert natürlich zunächst eine Einkehr zu sich selbst. Danach den Mut, das Vorhaben auch umzusetzen. Wenn ein Tier keine Nahrung mehr findet, wird es sein Revier verlassen und auf der Futtersuche weiterziehen, bis es eine Umgebung mit besseren Lebensbedingungen findet.

Begib dich auf den Weg, suche deine Stärken und finde deine wahre Berufung und entdecke dein verschüttetes Talent. Nur dann wirst du glücklich und nicht mit dem, was du notwendigerweise erlernt hattest, um die Existenz zu sichern.

Folge deinem Traum, indem du die Herausforderung annimmst.

Mir zum Beispiel schoss ein Gedanke durch den Kopf:

Wohin zog es mich in meiner Kindheit? Für das Ergebnis benötigte ich nicht lange, denn genau das, war mein Ziel und dies wollte ich mir jetzt im Alter suchen.

Bietet ein alternatives Leben abseits der Stadt die Lösung und Erfüllung?

Höchstwahrscheinlich kennen Sie die Geschichte von dem Mann, der inmitten einer wunderschönen Natur mit seiner Angel am Wasser sitzt. Ein Fremder tritt zu dem Einheimischen heran und fragt ihn, warum er nicht mehr aus dem Fischen macht. Der Angler dreht sich erstaunt herum und fragt, wie das gemeint sei. Darauf der andere: Er könnte viel effektiver mit einem Netz auf Fischfang gehen. Den Fisch verkaufen, um sich von dem verdienten Geld später eine große Fangflotte zu leisten.

Auf die Frage des Anglers, wozu das Ganze denn gut sein sollte, antwortet der Urlauber:

Damit du ab und zu hier Urlaub machen kannst, um zu angeln.

Daran sieht man: Weniger ist oftmals mehr.

Der eine träumt von der einsamen Berghütte oder einem Biobauernhof mit Vieh- und Landwirtschaft. Der Nächste möchte ein Baumhaus, oder träumt von einem Leben in einem anderen Teil dieser Welt, bei dem Nächsten ist es die Affinität zum Wasser.

So unterschiedlich, wie wir Menschen ticken, so anders wird das Ergebnis nach der Suche des richtigen Rückzugsortes sein.

Warum bei den Tätigkeiten nicht wieder auf altbewährte Handwerkstätigkeiten und Selbstständigkeit setzen?

Viele alte Schuhmacherbetriebe existieren nicht mehr. Das gute alte Handwerk gibt es kaum noch, da die Reparatur meistenteils genauso viel kostet, wie ein Paar in Billigproduktionsländern gefertigte neue Schuhe.

Aber die Zeiten ändern sich, bald wird sich diese Sache glücklicherweise wieder umkehren und es sich lohnen, das alte Paar zum Schuster zu bringen, oder das defekte Kleidungsstück zur Schneiderin.

Zum Glück, denn diese Wegwerfgesellschaft macht unser Planet nicht länger mit.

Weniger ist oftmals mehr und es steckt viel verschüttetes Potenzial in jedem Menschen, wir müssen nur unsere Kreativität entdecken.

In der Regel bringt ein kompletter Ortswechsel die Umkehr.

Nicht umsonst treibt es die meisten Urlauber zu den Orten, an denen sie sich am wohlsten fühlen. Wenn es auch nur ein paar Tage oder Wochen in den Ferien sind.

Bei mir war es die Affinität zum Wasser, in einem Boot, da fühlte ich mich immer am wohlsten, man sieht die Dinge plötzlich aus einer anderen Perspektive.

Und der Gedanke daran veränderte alles:

Ein Hausboot, das, wie der Name sagt, sowohl den Komfort eines Hauses und die Mobilität und Ruhe auf der Wasserfläche vereint, erschien mir ideal.

Der erste Sommer auf dem Hausboot

Es ist ein wunderbares Gefühl, sich aus der Betonwüste der Städte zu befreien, um sich als einen Teil dieser wundervollen Natur zu betrachten. Wer zurück zu seinen Wurzeln findet, der fühlt sich wie neugeboren.

Deshalb bedeutet ein Ausstieg aus dem bisherigen Dasein für mich, als ehemaligen Stadtmenschen aber nicht nur die lang ersehnte Entspannung.

Ein positiver Nebeneffekt im Einklang mit der grünen Umwelt zu leben, ist der, dass ich damit dem Klima unserer Erde helfe. Denn sobald man an Bord geht, verändert man sein Verhalten, spart Wasser, Energie und nicht zuletzt auch Geld und man entdeckt:

Man benötigt viel weniger zum Leben und verhält sich sparsamer mit Energie und Wasser an Bord.

Außerdem ist man in zu befürchtenden Krisenzeiten autark. Auch dies ist ebenfalls ein wesentlicher Vorteil: in der heutigen Zeit auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Einen Haken gibt es allerdings: Wenn man das Boot als dauerhaften Wohnsitz nutzt, muss man in Deutschland eine feste Meldeadresse angeben.

Ein Wohngefühl wie auf einem Hausboot empfindet man sonst höchstens auf einer großen, luxuriösen Yacht, aber wer kann sich dieses Leben schon leisten?

Im Verhältnis dazu ist ein Hausboot für ein schmaleres Budget durchaus erschwinglich, es vereint die Mobilität und die Flexibilität genauso wie den Wohnkomfort, auf den man nicht verzichten muss.

Trotz einer Verkleinerung des Wohnraumes lebt es sich nicht wie in der Steinzeit. Das fängt beim effizienten Aufbau inklusive Wärmedämmung an und geht weiter mit dem planvollen Einsatz der verschiedenen Energien, die je nach Möglichkeit genutzt werden können.

Ein kleines komfortables Domizil, von dem man alles aus einer anderen Perspektive betrachtet: Sobald man das Deck betritt, bleiben Lärm und Hektik fern.

Liegeplatz für den Winter

Ob man auf Dauer dort leben mag oder sich ab und zu Auszeiten auf dem schwimmenden Eiland gönnt, muss man in Ruhe überlegen.