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Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte, Note: 1, Universität Wien (Institut für Politikwissenschaften), Veranstaltung: Proseminar aus internationaler Politik, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Ausgangspunkt für meine Betrachtungen ist die Hypothese, daß sich die meisten Individuen in westlichen Gesellschaften nach wie vor über ihre Stellung im Produktionsprozeß, also ihren Arbeitsplatz definieren. Ein Großteil der persönlichen Identität wird am Arbeitsplatz geschaffen. In einer "flexibilisierten" Welt, die gekennzeichnet ist durch ständigen Jobwechsel und Verlust, kommt es dann zu Veränderungen der Identität, wenn nicht gar zu Identitätsverlust (z.B. Arbeitslosigkeit). Die Auflösung traditioneller Erwerbsbiographien bewirkt auch eine Veränderung und Ausdifferenzierung der Lebensstile. Der Wandel der Struktur der Beschäftigung und ihre Auswirkungen auf den Einzelnen ist also das Thema. Die Befindlichkeiten in dieser Übergangsphase zu untersuchen ist das Anliegen dieser Arbeit. Mir ist klar, daß diese Betrachtung eurozentristisch ist, da die Menschen der südlichen Hemisphäre tiefgreifendere vor allem ökonomische Probleme haben und ja immer atypisch beschäftigt waren in einem westlichen, wohlfahrtsstaalichen Sinn. So geht es hier, provokant gesagt, um das Leid der vom Wohlfahrtsstaat verwöhnten "Wessis", und um die Frage welche Opfer der Wandel fordert. Zuerst werde ich versuchen die Beschäftigungssituation in Österreich darzustellen, dann werde ich auf die psychischen Auswirkungen anhand Bourdieu und Sennet eingehen und schließlich sollen einige Alternativen beleuchtet werden, die helfen könnten die Arbeitsgesellschaft in dieser Form zu überwinden. [...]
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Veröffentlichungsjahr: 2002
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Eigentlich hätte die Arbeit einen ganz anderen Titel haben sollen, da Befindlichkeiten im Kapitalismus doch eine sehr diffuse Sache sind. Man kann ja wirklich alles darunter verstehen. Seit der Lektüre Sennets geht mir dieser Titel nicht mehr aus dem Kopf.
Der flexible Mensch Sennets erschien mir zunehmend als gehetzter Mensch, der sich durch die permanente Unsicherheit, durch strukturelle Veränderungen und durch die Auflösung von Raum und Zeit immer weniger zurecht findet, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.
Die Frage wie sich struktureller Wandel in Wirtschaft und Arbeitswelt auf einzelne Individuen auswirkt und die Frage nach dem warum wurden für mich immer interessanter.
Persönlich bin ich von dem Thema insofern betroffen, da ich als Student mit einem „unsicheren“ Studium selbst noch keinen Platz in der Arbeitsgesellschaft „erobert“ habe und auch nicht so recht weiß, wie ich es anstellen werde. Daß der Platz, sofern er sich findet, anders aussehen wird als in der Generation zuvor, ist klar. Offen gestanden macht mich die Unsicherheit selbst unsicher ...Sorge und Angst sind die Folge. Deshalb fand ich mich bei Sennet wieder. Ich erwähne das nur aus dem Grund, um meine eigene Motivation für diese Arbeit offenzulegen und um zu zeigen, daß ich mich nicht als außenstehender Betrachter, sondern vielmehr als Teil des „kapitalistischen Räderwerks“ sehe.
