Behind the pain - Rhiana Corbin - E-Book

Behind the pain E-Book

Rhiana Corbin

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  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2021
Beschreibung

Gesamtausgabe aller drei Teile: Behind the pain, Out of the light, Dacing in the dark Inhalt: Grace flüchtet vor ihrem alten Leben nach Newport, Oregon. Als sie Fletcher Hayes begegnet, ist mit einem Schlag alles wieder präsent. Ihre Begierde, das Verlangen nach Schmerz und Unterwerfung. Sie will Fletcher aus dem Weg gehen, doch will Fletcher das auch? Oder sieht er etwas in Grace, das seine Gier stillen kann? Ruby Abbot will tanzen und das in Las Vegas. Doch ein Bänderriss macht ihrer Karriere ein schnelles Ende. So wird sie Verkäuferin in einem Laden für Intimschmuck und Sextoys, obwohl sie davon keine Ahnung hat. An dem Tag, als sie Dawson Tate begegnet, ändert sich ihr Leben. Er hat sich in den Kopf gesetzt, Ruby in die Welt von BDSM einzuführen, auch wenn sie dem skeptisch gegenübersteht. Als Ruby eine neue Welt kennenlernt, sieht sie Dawson plötzlich mit anderen Augen, doch ist er ein Mann für die Liebe? Im letzten Teil treffen Grace und Ruby zusammen. Ihre Geschichten sind ähnlich, doch enden sie auch so? Dies ist ein erotischer Roman. Das Buch enthält eindeutige Beschreibungen und sollte nur von Lesern ab 18 Jahren gelesen werden.

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Seitenzahl: 157

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Behind the pain

Rhiana Corbin

Kajsa Arnold Edition

Inhalt

Behind the pain

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Out of the light

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Dancing in the dark

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Danksagung

Leseprobe

Hinweis zu Urheberrechten:

Sämtliche Inhalte dieses E-Books sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechtsverstöße schaden den Autoren und ihren Werken, deshalb ist die Weiterverbreitung, Vervielfältigung oder öffentliche Wiedergabe ausdrücklich untersagt und kann zivil- und/oder strafrechtliche Folgen haben. Bei Verstoß wird dies zur Anzeige gebracht.

Hinweis:

Das Buch enthält eindeutige Beschreibungen und sollte nur von Lesern ab 18 Jahren gelesen werden.

Dieses Buch enthält die drei Kurzgeschichten:

Behind the pain

Out of the light

Dancing in the dark

Deutsche Erstausgabe

Copyright © 2017, Rhiana Corbin

Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet

1. Auflage

Covergestaltung: Andrea Wölk

Unter Verwendung folgender Fotos:

© Victoria Andreas by Bigstock

Kajsa Arnold Edition

www.kajsa-arnold.de

Erstellt mit Vellum

Behind the pain

Kapitel 1

Hallo, mein Name ist Fletcher und ich bin sexsüchtig.«

Dieser Satz hallt noch immer in meinem Kopf wider, obwohl es schon Minuten her ist, dass er ihn ausgesprochen hat. Ich habe auch nichts anderes erwartet. Dieser Typ, der so zielstrebig durch die Tür tritt, als gehöre ihm die Welt, ist eindeutig ein Dom. Er sieht weder alkoholkrank noch drogensüchtig aus. Dieses selbstbewusste Auftreten lässt nur eine Annahme zu – er ist dominant und steht auf SM. Genau wie ich. Das versuche ich jedoch, so weit wie möglich zu vertuschen. Offiziell bin ich ein Mobbingopfer und deshalb in dieses Kaff am Ende der Welt gezogen. Newport, Oregon, in der Nähe von Portland. Für ein Mädchen von der Ostküste ist das schon ein Riesenschritt – zurück. Hier ticken die Uhren langsamer. Was nicht unbedingt schlecht sein muss. Doch in diesem Moment hoffe ich, dass das Treffen der AA’s (Anonymen Abhängigen) so schnell wie möglich ein Ende nimmt. Ich muss hier raus. Sofort.

Einmal in der Woche nehme ich an diesen Treffen teil, die meine Freundin Amy leitet. Durch sie bin ich zu der Gruppe gestoßen. Es tut gut, sich auszutauschen, dabei habe ich noch nicht viel dazu beigetragen, außer mich vorzustellen. Doch hier wird niemand gezwungen und das tut eben gut. Dabei ist das genau mein Ding: gezwungen werden.

Doch ich muss davon loskommen, bevor es mich kaputtmacht. Bevor ich daran zugrunde gehe. Deshalb habe ich mein altes Leben hinter mir gelassen. Hier fange ich neu an. Und nun das.

»Hallo Fletcher«, antworten wir alle im Chor. Ein Ritual, eines von vielen.

»Möchtest du uns etwas über dich erzählen?«, fragt Amy und ihr läuft der Sabber fast aus dem Mund. Mit den Augen zieht sie ihn aus und es wundert mich nicht. Er sieht heiß aus, trägt ausgeblichene Jeans, ein kariertes Hemd, das offen steht, und darunter ein weißes enges Shirt. Die Jeans sitzt so eng, dass sein Schwanz sich deutlich darunter abzeichnet. Angeber.

Sein Blick geht in die Runde und bleibt an mir hängen. Er lächelt wissend und ich schlage die Augen nieder. Er weiß es. Er weiß wer und was ich bin. Verdammt. Ich habe nicht alle Brücken hinter mir abgebrochen, um dem nächstbesten Dom in die Arme zu fallen. Das darf einfach nicht wahr sein.

»Klar, Amy. Ich habe eine Therapie gemacht und bin vor einigen Wochen nach Newport gezogen. Ich habe meine Sucht im Griff und hoffe, auf diesem Weg ein wenig Anschluss zu finden.« Er lächelt in die Runde, übergeht mich diesmal beflissen.

Ich kann nichts weiter tun, als auf meine Hände starren, die leicht zittern.

Amy wendet sich Berry zu. »Berry, möchtest du uns heute von deinen Fortschritten erzählen?«

Berry ist Alkoholiker und seit acht Monaten trocken. Er hat meine Hochachtung. Könnte ich nur auch so standfest sein. Doch genau in diesem Moment spüre ich mein Verlangen, nicht nach Berry, sondern nach dem Mann, der mich anscheinend nicht aus den Augen lassen kann.

Ich spüre seine Blicke, registriere sie aus dem Augenwinkel.

Fletcher schaut mich die ganze Zeit an und sein Blick scheint mir ein »Ich will dich ficken« zuzurufen. Verflucht, und meine Pussy schreit zurück: »Komm rüber und nimm mich.«

»Okay, die Stunde ist um. Ich danke allen und wir sehen uns nächste Woche wieder.« Amy erhebt sich und alle spenden Beifall zum Abschied. Auch ein Ritual.

Ich werfe Amy einen Blick zu, der besagt: »Wir sehen uns!«

Schnell verlasse ich den Gemeindesaal, laufe zur Hintertreppe, die direkt zum Parkplatz führt. Ich fahre einen alten Käfer, den ich billig erstanden habe, als ich in Newport angekommen bin. Vor lauter Hektik lasse ich den Schlüssel fallen. So ein Mist. Bevor ich danach greifen kann, hat ihn schon jemand aufgehoben und hält ihn in die Höhe.

»Kann ich dir irgendwie behilflich sein?«

Seine tiefe, wohlklingende Stimme lässt mich innerlich aufstöhnen.

»Nein, danke. Ich komme zurecht.« Meine Stimme kratzt und ich muss mich räuspern.

Er reicht mir die Schlüssel, berührt dabei meine Hand. Oh Gott, ich will ihn. Hier sofort.

NEIN! Eine innere Stimme, die drohend den Zeigefinger hebt, verbietet es mir. Ich fange das nicht wieder an. Ich werde mich nicht wieder auf irgendetwas einlassen und dieser Mann ist definitiv auf der Suche.

»Du warst auch bei dem Treffen«, stellt er fest. »Warum bist du da?« Er stützt seinen Arm am Autodach ab, sodass ich die Tür nicht öffnen kann.

»Ich bin ein Mobbingopfer«, erkläre ich kurz, ohne ihm in die Augen zu sehen.

»Warum glaube ich dir nicht?«, fragt er und fixiert mich mit einem Blick, der Löcher in die Haut brennen könnte.

»Keine Ahnung. Das ist dein Problem. Ich würde gern fahren.« Ich höre mich extrem unfreundlich an, aber ich darf nicht schwach werden. Reicht man dieser Art von Männern den kleinen Finger, nehmen sie dich mit Haut und Haar.

»Und ich würde mich gern etwas länger unterhalten.« Er lässt das Auto nicht los, schaut über meine Schulter zu dem Coffeeshop auf der anderen Straßenseite. »Wie wäre es? Einen Kaffee oder was immer du willst.«

Was ich will? Ihn! Nur steht er leider nicht auf der Speisenkarte.

»Warum?«, frage ich desinteressiert.

»Weil ich Kontakte knüpfen will. Ich bin neu hier.«

»Du weißt, dass Kontakte unter den Teilnehmern nicht gern gesehen sind.«

»Aber auch nicht verboten.«

Er hat hellblaue Augen. Solch eine Farbe habe ich noch nie gesehen. Da er um einiges größer als ich ist, schaut er auffordernd auf mich herunter. Seine schwarzen Haare glänzen in der Sonne und ein angenehmer Duft weht mir zu. Das gibt den Ausschlag. Ich gehe mit, obwohl ich es besser nicht tun sollte. Aber was kann ein Kaffee schon anrichten?

Wir nehmen Platz und er bestellt zwei Tassen Kaffee. Beide trinken wir ihn schwarz.

»Wie ist dein Name?«, fragt Fletcher.

Ich bin im Vorteil. Ich kenne seinen, er meinen noch nicht.

»Sarah«, antworte ich schnell. Zu schnell.

»Das ist gelogen. Ich kenne mich gut mit Körpersprache aus und deine sagt mir, dass du lügst. Was mich wiederum fragen lässt, warum du das tust.«

»Hör mal, Fletcher. Ich bin nicht interessiert, okay? Danke für den Kaffee. Aber ich sollte jetzt wirklich gehen.« Ich erhebe mich.

»Setz dich hin«, meint er leise mit ernster Miene.

Und ich gehorche. Auch wenn ich es nicht will. Ohne dass ich es steuern kann, hat er Macht über mich. Ich kann nichts dagegen tun. Ich werde immer instabiler, als wäre ich ein radioaktives Teilchen, das langsam zerfällt.

»Was willst du?«, frage ich leise. Diesmal schaffe ich es, seinem Blick standzuhalten.

»Dich.«

»Warum?«

»Weil ich in deinen Augen sehe, was du bist.« Er spricht leise, behutsam, als wolle er mich nicht verschrecken.

Seine Stimme verschafft mir Lust, ohne dass er mich berührt. Allein der Blick ist so eindringlich, dass mir heiß wird.

»Dann schieß mal los. Ich bin gespannt«, fordere ich ihn heraus.

Er lächelt. »Wenn ich richtigliege, bekomme ich den Rest des Tages mit dir.«

»Und wenn du bei einer Sache falschliegst? Was bekomme ich dann?« Ich rühre in meinem Kaffee und lecke das Stäbchen ab. Es ist eine herausfordernde Geste, ich weiß, doch ich kann nicht anders. Dieser Druck in meinem Körper macht aus mir eine völlig andere Person.

»Wenn ich falschliege, lasse ich dich in Ruhe. Für immer.«

Er rutscht auf der Bank tiefer und stellt seine langen Beine neben meinen ab.

»Große Worte. Dann leg mal los.«

»Der Deal gilt?«

Ich nicke, blicke aus dem Fenster auf das Meer hinaus und trinke einen Schluck.

Erst als ich ihn wieder ansehe, beginnt er: »Du bist kein Mobbingopfer. Du nimmst an dem Gesprächskreis teil, weil du das gleiche Problem hast wie ich.«

»Ich bin nicht sexsüchtig.«

»Ich weiß, ich auch nicht.«

»Aber du hast gesagt …«

»Ich habe gelogen.«

»Warum?«, will ich wissen.

»Ich wollte dich kennenlernen. Ich habe dich beobachtet, wie du ins Gebäude gegangen bist, und ich bin dir gefolgt. Ich wusste ja nicht, wohin mich das führt.«

»Machst du das öfter? Frauen verfolgen?«

»Nein, nur wenn ich eine Frau finde, die das Gleiche will wie ich.«

»Woher bist du dir so sicher, dass ich die Richtige bin?«

Seine Finger streichen langsam dem Becher entlang. »Du bist gern unterwürfig, du magst es, dominiert zu werden. Es macht dich an, wenn dein Partner dich quält. Du stehst auf Schmerz. Er macht dich an, zumindest bis zu einem gewissen Grad, und jetzt gerade presst du deine Schenkel zusammen, weil du bereits nass bist.« Den letzten Satz flüstert er leise und beugt sich zu mir vor, schaut mir direkt in die Augen. »Du bist eine Sub und hast Angst, dass es jemand erkennt.«

Kapitel 2

Er kennt mich. Er kennt mich besser als ich mich selbst. So scheint es zumindest. Auf keinen Fall will ich eingestehen, dass er recht hat. Doch ich muss es nicht zugeben, er weiß es ohnehin schon.

»Wollen wir?«, fragt er und legt einen Geldschein auf den Tisch. Er nimmt meinen Rucksack und geht zur Tür.

»Hey!« Ich laufe ihm hinterher, folge ihm bis zu meinem Wagen.

»Ich bin zu Fuß hier. Du musst fahren.«

»Wo willst du mit mir hin?«, frage ich kurzatmig. Ich bin aufgeregt. Nicht nur, weil ich mit seinen schnellen Schritten mithalten muss, sondern weil es mich erregt, dass ich einem Fremden folge. Diese Erregung habe ich lange unterdrückt. In einem Teil meines Gehirns weggesperrt, doch jetzt hat sie die Tür aufgebrochen und kriecht langsam wieder hervor. Sie nimmt ganz langsam meinen Körper in Besitz und ich stehe dem machtlos gegenüber, kann mich nicht wehren, will es auch gar nicht. Denn dieses Gefühl der Ohnmacht, sich nicht wehren zu können, macht mich an. Es schenkt mir den Kick, den ich verdrängt habe, seit ich die Ostküste verlassen habe. Ich wollte ein neues Leben, doch wie sich herausstellt, kann man seine Gewohnheiten nicht ablegen wie einen alten Mantel. Nein, sie sind immer noch da, hatten sich nur eine Weile versteckt.

»Wir fahren zu dir«, bestimmt Fletcher.

»Nicht, bevor ich nicht deinen vollen Namen kenne«, versuche ich es mit ein wenig Gegenwehr.

Er bleibt vor meinem Käfer stehen. »Fletcher Hayes.«

»Das soll ich dir glauben?«

»Wie ist dein richtiger Name?« Er blickt mich so eindringlich an, dass klar wird, dass er mir Sarah nicht abgenommen hat.

»Ich heiße Grace«, gebe ich leise zu und schlage die Augen nieder.

»Und wie weiter?«

»Grace Gonzales«, sage ich leise.

»Nun, das war zur Abwechslung mal die Wahrheit«, murmelt er und ich sehe ihm in die Augen. Er lächelt und berührt sachte meine Wange. Dieser Kontakt löst ganze Feuerwerke in mir aus. Ich habe keine Vorstellung, wie das hier enden wird, wenn schon so eine kleine Berührung diesen Prozess in mir hervorruft.

Wir steigen ein und ich fahre die Küstenstraße entlang. Es ist nicht weit bis zu meinem Haus. Eigentlich hätte ich laufen können, doch ich hatte etwas ganz anderes mit diesem Tag vor. Mein gemietetes Haus steht in erster Strandreihe, mit Blick auf den Ozean. Es gehört zu einer ganzen Reihe von Häusern, die alle auf die gleiche Art erbaut wurden. Einfache Holzhäuser mit genügend Platz für zwei Personen. Fein nebeneinander aufgereiht wie Perlen an einer Kette.

Wir betreten das Haus und Fletcher sieht sich um. »Du wohnst noch nicht lange hier?«, fragt er neugierig.

»Nein, ich … wir sollten keine Informationen austauschen«, meine ich sachlich.

»So? Und warum nicht?«

»Es ist besser so.«

Ich stehe hilflos in meinem Haus und schaue ihn an. Fletcher erwidert diesen Blick, dann geht er zu den Fenstern, die alle auf den Strand hinaus zeigen, und zieht die Rollos herunter.

»Ich mag zwar Zuschauer, aber wir wollen es langsam anfangen«, erklärt er.

Mein Herz hämmert wie wild in meiner Brust. Vor Aufregung und Neugier. Der nun abgedunkelte Raum schafft eine intime Sphäre, das Sonnenlicht ist gedimmt, aber es ist immer noch hell genug, dass man die Hand vor Augen sehen kann.

»Komm her zu mir.« Seine Stimme hat einen besonderen Klang angenommen. Tiefer, dunkler, dominant. »Um für deine Sicherheit zu sorgen, werden wir ein Safeword festlegen. Sag mir etwas, das dich glücklich macht.«

Ich beiße mir auf die Unterlippe, denn es fällt mir nichts ein. Mein Kopf ist wie leer gefegt, nur das Pochen meines Herzens dröhnt darin laut, als würde es von den Wänden immer wieder abprallen.

»Komm schon, etwas muss es doch geben, das dich glücklich macht.«

»Strafe«, flüstere ich. »Wenn ich bestraft werde, das macht mich glücklich«, gebe ich zu und erröte. Meine Wangen glühen vor Scham.

Er lächelt. »Das ist in diesem Fall kein so glückliches Wort. Was hat dich als Kind glücklich gemacht?«

»Luftballons«, sage ich spontan. Ja, Luftballons habe ich als Kind geliebt, wenn sie mit Helium gefüllt unter der Decke hingen und sich vom Windhauch treiben ließen.

»Welche ist deine Lieblingsfarbe?«

»Rot.«

»Gut, dann wird Roter Luftballon dein Safeword sein. Sag es und in diesem Moment lasse ich von dir ab und ich werde dich niemals mehr berühren. Ich werde aus deinem Leben verschwinden, so wie ich hineingetreten bin. Ohne eine Spur zu hinterlassen. Das muss dir klar sein. Also benutze es nur, wenn du es wirklich willst. Nicht einfach nur aus einer Laune heraus. Hast du das verstanden?«

Sein eindringlicher Blick lässt mich nicken. Ja, natürlich habe ich das verstanden. Ich mache das ja nicht zum ersten Mal. Ich bin keine Neunzehn mehr. Mit fast dreißig Jahren weiß ich, worauf ich mich einlasse.

»Gut.« Sein Daumen fährt über meine Lippen. »Du bist wunderschön und ich kann es nicht abwarten, dich mir zu unterwerfen.«

Kapitel 3

Wo hast du es versteckt?«, fragt Fletcher und lässt mich nicht aus den Augen.

»Was meinst du?«

»Ich bin mir sicher, du hast ein ganzes Arsenal an Spielzeug, das uns eine Menge Spaß verschaffen wird. Also, wo ist es?«

»Ich habe nichts«, stammele ich verlegen und werde rot. Schon wieder.

»Das ist deine erste Lüge und dafür werde ich dich später bestrafen müssen. Du vergisst, dass ich sofort erkenne, wenn du lügst. Mach das nie wieder.« Er greift in mein brünettes Haar, das mir lose über die Schultern hängt. Ich habe sie heute Morgen an der Luft trocknen lassen, sodass sie sich leicht kringeln. »Sag es mir. Wo versteckst du es?«, zischt er.

Mein Blick geht Richtung Schlafzimmer, ohne dass ich etwas sage.

Er schiebt mich sanft in die Richtung.

»Ah, das Schlafzimmer.« Er lässt mich los und zieht auch hier die Jalousien herab. Es entsteht diese intime Stimmung, die mich weiter anfeuert.

Fletcher zieht die Schubladen der Kommode raus, durchwühlt meine Wäsche. »Also gut, hier ist nichts.« Er wandert weiter durch das Zimmer, schaut unter dem Bett nach. Auch hier bleibt er erfolglos. Dann öffnet er die Tür des Kleiderschranks, geht in die Hocke und mein Herz bleibt einen Augenblick stehen. Er wühlt sich an den Schuhen vorbei nach ganz hinten. Einige Schuhe fallen heraus, doch das stört ihn nicht, er lässt die Unordnung einfach liegen und zieht einen Geschenkkarton hervor.

Ich schließe die Augen, stöhne leise auf. Ein Prickeln ergießt sich über meinen Körper, als er den Deckel hebt und die Sextoys erblickt. Mein Kleinod, mein Schatz, den ich wie ein Geheimnis hüte. Ich habe ihn nicht mehr berührt, seitdem ich in Newport gestrandet bin vor mehr als vier Monaten.

»Wusste ich es doch«, murmelt er und hebt den Karton hoch, trägt ihn zum Bett. »Darum kümmere ich mich später, jetzt werde ich erst einmal dafür sorgen, dass du mich nie wieder anlügst.« Der Tonfall seiner Stimme macht mir ein wenig Angst. Er ist so ruhig. Zu ruhig.

»Zieh dich aus und zwar ganz langsam.«

»Fletcher, ich …«

»Ab sofort wirst du mich Master nennen. Hast du verstanden? Ich werde nichts anderes dulden.«

»Ja … Master«, setze ich schnell hinzu, um nicht eine weitere Strafe zu riskieren. Ich knöpfe langsam die Bluse auf, einen Knopf nach dem anderen, und blicke dabei demütig zu Boden. Fletchers Atem ist das Einzige, was ich wahrnehme. Er atmet angestrengt ein und wieder aus. Es erregt ihn, was er sieht, ich kann es förmlich riechen.

»Ja, so ist gut. Jetzt den BH.«

Ich gehorche, so wie ich es immer tue. Zögerlich streife ich die Träger von meinen Schultern.

»Gott, bist du schön«, murmelt er andächtig. »Weiter, ich will dich nackt sehen.«

Ein wenig schneller schlüpfe ich aus den Schuhen, ziehe meine Jeans aus.

»Grace, du bist eine Überraschung, du bist meine Überraschung«, murmelt Fletcher und tritt näher an mich heran. »Du bist ohne Unterhöschen unterwegs. Wer hätte das gedacht?« Er schmunzelt und ich freue mich, dass ich ihn habe verblüffen können.

Er streckt die Hand aus und fährt meine Scham entlang. »Du bist feucht. Das gefällt mir. Mache ich dich an? Wirst du geil, wenn ich in deiner Nähe bin?«, raunt er mir ins Ohr.

»Ja, Master«, gebe ich zu und meine Antwort kommt einem Stöhnen nah. Es ist nicht gelogen. Dieser Mann ist so sexy, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft.

Er wandert um mich herum, lässt seine Hände über meine Haut gleiten, als würde er jede Struktur, jede Vertiefung aufnehmen. Er summt dabei eine kleine Melodie, die mir ins Ohr geht. Hinter mir bleibt er stehen, legt die Hände auf meine Brüste und knetet sie. Dabei drückt er seinen Körper an meinen und ich spüre den erigierten Schaft an meinem Po. Wann hat er die Hose geöffnet? Ich kann es nicht sagen. Als ich mich ein wenig mehr zurücklehne, spüre ich, dass auch sein Oberkörper nackt ist. Wie hat er das nur gemacht? War ich in den letzten Minuten so gefangen, dass ich nicht mitbekommen habe, dass er sich ausgezogen hat? Ich bin verwirrt.

Als ich etwas Raues an meinen Händen spüre, zucke ich zusammen. Er bindet mir die Hände auf dem Rücken zusammen. Es ist das Seil, das er in meiner Schatzkiste gefunden hat.