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Das letzte Buch des im Oktober 2011 verstorbenen Jirí Gruša trägt den Titel "Beneš als Österreicher" und beschäftigt sich mit der zweifachen Kapitulation eines Mannes, der auch für die Homogenisierung der nationalen Struktur der Tschechoslowakei verantwortlich war. Sein Nachgeben Hitler gegenüber führte zum Komplex des Defätismus, mit dem die Tschechen bis heute Probleme haben. Sein Nachgeben gegenüber Stalin führte den Staat in das sowjetische Imperium. Grušas Buch hat Züge eines Faktenromans. Die Personen sind real, nicht fiktiv. Die Arbeit mit den Fakten ist wissenschaftlich, die mit dem Wort literarisch. Herausgekommen ist eine spannende Lektüre mit Konsequenzen für das tschechische Selbstbild von heute. Das Echo auf die tschechische Fassung deutet darauf hin, dass nun mit einem neuen Blick auf diese Persönlichkeit hingeschaut wird. Und der Versuch, Denkmäler für Beneš zu bauen, wird in Zukunft schwieriger sein. Für die deutsche und österreichische Leserschaft bietet sich hier eine Gelegenheit der Auseinandersetzung mit dieser "verhängnisvollen Gestalt", ganz ohne Vorverurteilung durch gewisse Nostalgiker.
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Seitenzahl: 201
Veröffentlichungsjahr: 2014
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GRUŠA • WERKAUSGABE BAND 9
JIŘÍ GRUŠAWERKAUSGABEDEUTSCHSPRACHIGE AUSGABEHERAUSGEGEBEN VON HANS DIETER ZIMMERMANNUND DALIBOR DOBIÁŠGESAMMELTE WERKE IN 10 BÄNDEN
Jiří Gruša
Ein Essay
mit einem Vorwortvon Hans Dieter Zimmermannund einem Nachwortvon Michael Frank
Die Herausgabe dieses Buches erfolgtemit freundlicher Unterstützung folgender Institutionen:
Wieser Verlag GmbH
A-9020 Klagenfurt/Celovec, 8.-Mai-Straße 12Tel. + 43(0)463 370 36, Fax. + 43(0)463 370 [email protected]
Copyright © dieser Ausgabe 2015 bei Wieser Verlag GmbH,Klagenfurt/CelovecAlle Rechte vorbehaltenLektorat: Josef G. PichlerISBN 978-3-99047-016-9
Vorwort
Einleitung
Tour d’Autriche
Die Kraft des Mütterleins
Eduard
Geschichten der Geschichte
Und es flogen die Fetzen
Mütterlein als Drache
Der Sozialismus wird national
Der junge Herr
Tour de France
Le secrétaire général
Anabasis
Der Tschechoslowakist
Hoch zu Ross
Die Erde schweigt
Fall und Aufstieg
Der Aktionist
Von Moskau nach Prag
Tribunal der Geschichte
Odsun
… und die Tribunale
Die Fertigstellung der Nation
Es stritt der Körper mit der Seele
Der Fall
Post scriptum
Anmerkungen
Nachwort:In hilflosem TrotzJiří Gruša und der Rechtsnihilismus dertschechischen Gesellschaft
Jiří Gruša wurde 1938 in Pardubice in Böhmen geboren. Als Kind lernte er noch die Schrecken der Besatzung und des Krieges kennen. Als die Kommunisten 1948 die Macht ergriffen, war er neun Jahre alt. Die stalinistischen Verfolgungen der fünfziger Jahre, die Schauprozesse gegen Demokraten, Priester und schließlich auch gegen Kommunisten erlebte er als Heranwachsender. Die leichte Lockerung in den sechziger Jahren ermöglichte es dem jungen Mann, seine ersten Texte zu veröffentlichen. Mit anderen gründete er 1964 die Zeitschrift Tvář (Gesicht), die erste nichtkommunistische Zeitschrift nach 1948; da war er 26 Jahre alt. Die Hoffnung auf menschlichere Verhältnisse im »Prager Frühling« wurde durch den Einmarsch der sowjetischen Truppen im August 1968 zunichtegemacht. Es folgte eine neue Repression. Gruša hatte Berufsverbot. Er unterzeichnete die Charta 77, die für die Bürgerrechte eintrat. Er wurde wegen seines Romans Der 16. Fragebogen, der in Toronto erschien, verhaftet und schließlich 1981 nach dem Westen abgeschoben.
Die lange Liste der Leiden in aller Kürze, um verständlich zu machen, dass Jiří Gruša zeit seines Lebens die Frage umtrieb, warum das alles geschehen war, warum dieses friedliche Land im Herzen Europas vom deutschen Nationalsozialismus und vom russischen Kommunismus so brutal unterdrückt wurde. Ein Versuch, diese Frage zu beantworten, ist dieses Buch über den nach Tomáš Garrigue Masaryk wichtigsten tschechischen Politiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Edvard Beneš. Und die schmerzliche Erfahrung des Autors mag die manchmal scharfen Urteile erklären und seinen gerechten Zorn.
Faschismus und Kommunismus hatten in der Tschechoslowakei nie viele Anhänger. In den dreißiger Jahren war sie die einzige Demokratie in Mittel- und Osteuropa. In der Generation, die der Grušas voranging, gab es wohl einige, die sich vom Kommunismus eine goldene Zukunft für das Land versprachen oder sich selbst eine solche Zukunft, wenn sie mitmachten. Er gehörte so wie sein Freund Václav Havel zu denen, die nur Opfer waren, nicht auch Täter. Sie gehörten wie alle Unterzeichner der Charta 77 auf den Müllhaufen der Geschichte, so tönte die kommunistische Presse. Es war die Ironie der Geschichte, die nach der samtenen Revolution von 1989 den einen zum Präsidenten der Republik machte und den andern zum Botschafter der Republik – in dem Land, in dem er als Emigrant lebte, nämlich in der Bundesrepublik Deutschland. Eine im Grunde tragikomische Situation von der Art, wie sie Havel in seinen Theaterstücken und Gruša in seinen Prosatexten konstruiert hatte. Gruša kam an die Spitze der Botschaft in Bonn, die ihn zuvor schikaniert und ausspioniert hatte.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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