Beruf Fotograf - Jens Brüggemann - E-Book
Beschreibung

Viele Entscheidungshilfen zum zukünftigen Berufsweg Tipps zu Ausbildungsmöglichkeiten, Investitionen in die Ausrüstung, Eigenwerbung, Verträgen, Honorarkalkulation, Rechtsfragen und Behördengängen Mit Erfahrungsberichten von Berufsfotografen mit dem unterschiedlichsten Background Spielen Sie mit dem Gedanken, ihr Hobby Fotografie zum Beruf zu machen? Haben Sie gerade die Schule abgeschlossen oder bereits ein gewisses Alter erreicht und möchten einen beruflichen Neustart wagen? Der renommierte Profi-Fotograf Jens Brüggemann zeigt in dieser aktualisierten Neuauflage die verschiedenen Wege in die Berufsfotografie und gibt Ihnen unzählige Praxistipps zur Selbstständigkeit als Fotograf. Er widmet sich ausführlich den Fragen der persönlichen und fachlichen Eignung sowie der nötigen Investitionen. Viele konkrete Vorschläge rund um die Eigenwerbung helfen Ihnen, sich bei Ihren Kunden bekannt zu machen. Mit dem nötigen Wissen zum Fotorecht, den Vertragsmustern und den Steuer-Infos kommen Sie Ihrem Traum einen großen Schritt näher. Eine ganz besondere Entscheidungshilfe bieten das Kapitel Berufsaussichten und die interessanten Erfahrungsberichte verschiedener Fotografen im Anhang des Buches. Aus dem Inhalt: Fotografen-Klischees und die Wirklichkeit Fotografische Eignung sowie sachliche und monetäre Voraussetzungen für den Berufsstart Verschiedene Wege in die Berufsfotografie: Praktika und Assistenzen, klassische Ausbildung, Studium, Private Fotoschulen und der Quereinstieg Hilfe bei der Positionierung und Zielsetzung als Fotograf Eigenes Studio versus Mietstudio Nötige Investitionen in Equipment und Datensicherung Behördengänge und Berufsverbände Werbemaßnahmen: Von der Visitenkarte über die Gestaltung der Internetpräsenz bis zur Werbung mittels Social-Media-Kanälen Basiswissen Fotorecht mit Musterverträgen Tipps zur Auftragsabwicklung vom Angebot über die Preiskalkulation bis zum Mahnwesen Steuerinfos für selbstständige Fotografen Wertvolle Erfahrungsberichte von Berufsfotografen aus den unterschiedlichsten Fotobereichen

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:367

Sammlungen



Inhaltsverzeichnis
Impressum
Vorwort
Kapitel 1: Wunschberuf Fotograf(in)
1.1 Persönliche Motiv​e
1.2 Foto-Klische​es – und die Wirklichkeit
1.3 Das Berufsbil​d Fotograf(in) & Co. der Bundesagentur für Arbeit
1.4 Die Ausbildung ​ als Fotograf(in) aus der Sicht von Ausbildung.de
Kapitel 2: Bin ich für den Beruf Fotograf geeignet?
2.1 Persönliche Eignun​g: »Macher« vs. Bedenkenträger
2.2 Fotografische Eignun​g
2.3 Sachliche Voraussetzunge​n
2.4 Monetäre Voraussetzungen
2.5 Unterstützendes Umfeld
Kapitel 3: Wege in die Berufsfotografie​
3.1 Praktika und Assistenzen
3.2 Die klassische, handwerklich geprägte Ausbildun​g
3.3 Das Fotografiestudiu​m
3.4 Private Fotoschule​n
3.5 Der Quereinstie​g
Kapitel 4: Positionierung und Zielsetzung​
4.1 Allrounder oder Spezialis​t?
4.2 Welcher Bereich der Fotografie ist der richtige für mich?
4.3 Tätigkeitsbereich​e
4.4 Stockfotografie
Kapitel 5: Fotografieren im eigenen Studio!?​
5.1 Eigenes Studio oder Mietstudi​o?
5.2 Studiogemeinschaften
5.3 Tipps zum Mietvertra​​g
5.4 Tipps zur Lage
5.5 Tipps zur Eignung und zur sinnvollen Einrichtung
Kapitel 6: Worauf sollte man beim Kauf einer Studioblitzanlage achten?​
Kapitel 7: Professionelle Datensicherung​
Kapitel 8: Behördengänge & Co​
8.1 Künstler oder Gewerbetreibender?
8.2 Anmeldung beim Finanzamt
8.3 Anmeldung eines Gewerbes
8.4 Anmeldung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer
8.5 Bewerbung bei der Künstlersozialkasse
8.6 Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
8.7 Anmeldung bei der VG Bild-Kunst
Kapitel 9: Erfolg versprechende Werbemaßnahmen
9.1 Die Methoden der Kundenakquisition
9.2 Zielgerichtete Werbung
9.3 Broschüre​n- und Fly​erwerbung
9.4 Visitenkarte
9.5 Facebook & Co.
9.6 Ihre Internetpräsen​z: Effektives Präsentationsmedium
9.7 Die sinnvolle Gestaltung des Schaufensters
9.8 Die Mappenpräsentatio​n bei Werbeagenturen und Verlagen
Kapitel 10: Fotografie und Recht
10.1 Basiswissen Fotorech​t
10.2 Fotos vor Urheberrechtsverletzunge​​n im Internet schützen
10.3 Muster-Verträge
Kapitel 11: Auftragsabwicklung​
11.1 Das Angebo​t
11.2 Die Auftragsbestätigun​g
11.3 Die Abwicklun​g des Fotojobs
11.4 Die Rechnun​g
11.5 Das Mahnwese​n
Kapitel 12: Steuer-Infos und -Tipps​
12.1 Umsatzsteue​r
12.2 Die Gewinnermittlun​g
Kapitel 13: Berufsaussichten in der kommerziellen Fotografie​
Anhang A: Berufsfotografen berichten​
Anhang B: Übungsaufgabe zur Umsatzsteuer-Voranmeldung mit kommentierten Lösungen
Anhang C: Hochschulen für angehende Fotografen in Deutschland​
Anhang D: Die wichtigsten privaten Fotoschulen in Deutschland​
Anhang E: Fotografen- und Interessenverbände
Weiterführende Links, nützliche Adressen und Literatur-Empfehlungen

Beruf Fotograf

Ein Leitfaden für angehende Berufsfotografen für einen erfolgreichen Start

Jens Brüggemann

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

ISBN 978-3-95845-214-5

2. Auflage 2015

www.mitp.de

E-Mail: mitp-verlag@sigloch.de

Telefon: +49 7953 / 7189 - 079

Telefax: +49 7953 / 7189 - 082

© 2015 mitp Verlags GmbH & Co. KG

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.

Lektorat: Katja Völpel

Sprachkorrektorat: Petra Heubach-Erdmann

Covergestaltung: Christian Kalkert

© alle Fotos: Jens Brüggemann (ansonsten stehen die Bildurheber in der Bildunterschrift)

electronic publication: III-satz, Husby, www.drei-satz.de

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Vorwort

Fotografie ist ein wundervolles Hobby! Die kreative Arbeit – und Arbeit ist Fotografie immer, wenn man herausragende Ergebnisse erzielen möchte – macht Spaß, ist also in höchstem Maße befriedigend. Wenn man dann irgendwann feststellt, dass man nicht mehr schlechter als viele Berufsfotografen fotografiert, sondern vielleicht sogar besser, wird der Wunsch geweckt, es diesen gleichzutun, also hauptberuflich mit der Fotografie seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Abb. 1: Hat man bereits einen guten Job, ein sicheres Einkommen und auf der Ausgabenseite feste monatliche Verpflichtungen, wie Mietzahlung, Frau und Kind oder Kredite abzustottern, so obsiegt allerdings häufiger das Verantwortungsbewusstsein, der Wunsch nach (finanzieller) Sicherheit. In diesem Fall beschränkt man sich dann am besten darauf, höchstens nebenberuflich mit der Fotografie ein paar Euro (»nebenbei«) zu verdienen.

Dieser Ratgeber ist für alle diejenigen engagierten Fotografen gedacht, die überlegen, mehr aus ihrem Hobby zu machen – sei es haupt- oder auch nur nebenberuflich.

Ich selbst habe mich – nach einer Ausbildung zum DV-Kaufmann und einem anschließenden Studium der Wirtschaftswissenschaften – 1998 als freier Werbefotograf selbstständig gemacht. Auch in mir hat der Wunsch gesiegt, die Fotografie zu perfektionieren und dauerhaft mit meinem Können Geld zu verdienen. Bis heute habe ich diesen Schritt als Autodidakt nicht bereut, auch wenn es immer wieder schwierige Situationen gab und ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte.

Doch Schwierigkeiten gehören zur Selbstständigkeit​ dazu, genauso wie Unsicherheit, ausstehende Rechnungen, großer persönlicher Einsatz, Fleiß, unternehmerisches Denken und Handeln, Akquise-Bemühungen, Risikobereitschaft​. Und das Ernten der Früchte: der Erfolg.

Die Arbeit als Berufsfotograf​ macht viel Spaß – und doch ist sie etwas völlig anderes als das, was die meisten Hobbyfotografen​ sich darunter vorstellen. Es ist ein riesiger Unterschied, ob man eine sich selbst gestellte fotografische Aufgabe löst (also ein Thema fotografiert, worauf man gerade »Bock« hat) oder ob man gehalten ist, mit der Fotografie seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Berufsfotograf muss man effizient arbeiten, um am Ende des Monats genügend Geld zur Verfügung zu haben, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können. Man kann nicht nach Belieben irgendwo herumstreifen und sich fotografisch einem Thema widmen, so lange, bis man zufrieden ist. Um es auf einen Punkt zu bringen: Fotografieren als Hobby ist ein wenig wie Meditation; während die berufsmäßig ausgeübte Fotografie (vor allem, wenn man als Freiberufler​ tätig ist) wie ein ständiger Kampf gegen die Zeit ist, mit der Konsequenz, niemals all das zu schaffen, was noch erledigt werden müsste: das Aktualisieren der Internetseite, die Werbung auf den Social-Media-Kanälen, das Kontakthalten zu wichtigen Kunden, Aufräumen, neue Requisiten und Locations suchen, Buchhaltung, Equipment warten, notwendige Reparaturen vornehmen etc.

Professionelle Fotografen haben daher – neben dem Beruf – auch noch das Hobby Fotografie: Sie widmen sich freien Arbeiten, die ohne Budget, ohne Zeitdruck und ohne Kundenanforderungen berücksichtigen zu müssen, realisiert werden können. Anders formuliert: Die Amateure beneiden die Profis, wie diese mit ihren umfangreichen (technischen) Möglichkeiten Fotos realisieren können, während die Profis die Amateure beneiden, wie diese ohne Stress in Ruhe und nach eigenem Belieben fotografische Projekte nach Herzenslust (und nicht nach Budgets) verfolgen.

Dieser Ratgeber soll Ihnen bei der Entscheidung über den Berufswunsch Fotografie helfen, Sie über Ausbildungsmöglichkeiten informieren und auch Wege aufzeigen, die Quereinsteiger gehen können. Dieses Buch soll Sie beim Einstieg in den Beruf über notwendige Schritte informieren (beispielsweise über unerlässliche Behördengänge oder überlebenswichtige Marketinganstrengungen), es soll Ihnen die Tätigkeit in den ersten Jahren erleichtern, indem es wichtige Tipps zur Honorarkalkulation und zur Auftragsabwicklung liefert oder über steuerliche Konsequenzen Ihres Handelns. Außerdem wird es Sie über fotorechtliche Sachverhalte aufklären, die ein Berufsfotograf unbedingt kennen sollte (denn gerade die Kenntnis der rechtlichen Seite beim Fotografieren und beim Veröffentlichen der Ergebnisse ist verdammt wichtig und diese werden von nahezu allen Hobbyfotografen gefährlich ignoriert). Darüber hinaus werden Fragen zum effizienten Marketing beantwortet und Entscheidungshilfen gegeben, ob – und für wen – sich die Anmietung eines eigenen Studios lohnt oder ob das Eingehen einer Studiogemeinschaft oder das fallweise Buchen von Mietstudios bessere Alternativen sind.

Erfahrungsberichte namhafter Fotografen der verschiedensten Bereiche geben Ihnen zum Abschluss des Buches noch persönliche Einblicke in deren berufliche Arbeit und damit ebenfalls nützliche Entscheidungshilfen darüber, welcher Weg der richtige für Sie ist.

Das detaillierte Literatur- und Linkverzeichnis im Anhang sorgt dafür, dass Sie sich gezielt noch weitere Informationen zu den einzelnen Themenbereichen beschaffen können, sofern nach der Lektüre dieses umfassenden Ratgebers noch Bedarf dafür besteht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihrem Einstieg in den Beruf Fotograf!

Jens Brüggemann (Werbefotograf und Diplom-Ökonom), im Juli 2015

Kapitel 1: Wunschberuf Fotograf(in)

1.1 Persönliche Motive

1.2 Foto-Klischees – und die Wirklichkeit

1.3 Das Berufsbild Fotograf(in) & Co. der Bundesagentur für Arbeit

1.4 Die Ausbildung als Fotograf(in) aus der Sicht von Ausbildung.de

DSLR

Nahezu alle Fotografinnen und Fotografen, die sich (vor allem als Autodidakten​) selbstständig machen, vereint ihre Leidenschaft zur Fotografie. Das Gefühl, das sich beim Fotografieren einstellt, wenn man auf kreativem Weg tolle Bilder geschaffen hat, ist schon berauschend. Doch reicht es aus, Spaß an der eigenen Arbeit zu haben, um auch erfolgreich am Markt bestehen zu können? Sind nicht andere Voraussetzungen viel wichtiger? Warum kommt kein Briefmarkensammler auf die Idee, sich mit seinem Hobby selbstständig zu machen? Nur ganz wenige Freizeit-Töpfer, Surfer, Golfer, Skifahrer, Hobbygärtner, Bergsteiger, Taucher, Skatspieler etc. machen ihr Hobby zum Beruf. Aber nahezu alle Fotografinnen und Fotografen streben die Vermarktung ihrer Fotos an, und sei es nur im Rahmen gelegentlicher Auftragsarbeiten im Bekanntenkreis (zum Beispiel Hochzeitsfotos für die Arbeitskollegin, Tier- und vor allem Menschen-Porträts etc.) oder Bildverkäufe (an die örtliche Tageszeitung, über eine der vielen Bildagenturen etc.).

Einer der viel wesentlicheren Gründe, mit den Fotos Geld zu verdienen, mag der Wunsch nach Anerkennung sein. Fotografen erzielen Ergebnisse, Bilder, auf die sie stolz sind (und oft genug auch wirklich sein können!); und – so der durchaus verständliche Gedanke – dass es schade wäre, wenn diese nach einmaligem Anschauen für immer in der Versenkung (respektive im Bildarchiv des Fotografen) verschwinden würden. Sicherlich gibt es jede Menge Communities​ für Fotografen im World Wide Web, doch wirklich befriedigend ist die allgemeine Lobhudelei, die dort geübt wird, auf Dauer nicht, denn kritische Anmerkungen unterbleiben meist ganz, weil jeder Kritiker befürchtet, aus Rache selbst vom Kritisierten ins Visier genommen zu werden.

Ebenfalls wird jeder schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass ein Lob schnell ausgesprochen ist – wenn es mit keinerlei Konsequenzen verbunden ist. Ein Lob kostet nichts, und deshalb kann man Bilder eines anderen loben, auch wenn man es vielleicht gar nicht so meint.

Ganz anders hingegen sieht es aus, wenn ein potenzieller Bildeinkäufer​ (zum Beispiel einer Zeitschrift oder eines werbenden Unternehmens) ein Foto zwecks Nutzung begutachtet. Der Bildeinkäufer wird nur bereit sein, finanziell Auslagen für das Foto zu tätigen, wenn er überzeugt ist, dass es wirklich gut und für seine Zwecke geeignet ist. Kurz: Nur wenn jemand bereit ist, ein angemessenes Honorar​ für die Verwendung eines Ihrer Fotos zu bezahlen, können Sie sicher sein, dass das Foto auch wirklich gut ist! Die Bezahlung für die Verwendung eines Fotos oder für eine fotografische Leistung eines anderen ist also die ehrlichste Art von Wertschätzung! Und genau diese Form der Anerkennung ist es, die viele (Hobby-)Fotografinnen und Fotografen umtreibt, ihr Hobby zumindest teilweise zu Geld machen zu wollen.

Nur, um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich sind genügend Fälle denkbar, dass jemand (beispielsweise auf www.fotocommunity.de) Ihre Arbeiten lobt und dies auch absolut ehrlich meint. Nur ist es weitaus befriedigender für einen Fotografen, wenn eines seiner Bilder so gut ist, dass es sogar gegen Zahlung eines angemessenen Honorars zum Beispiel in einer renommierten Zeitschrift wie der GEO abgedruckt wird. Jeder engagierte Fotograf mit entsprechend ausgestattetem Selbstbewusstsein möchte seine besten Fotos mit denen der Profis messen. Und es ist nun mal der »Ritterschlag« für jeden Hobbyfotografen​, monetär für eines (oder gar mehrere) seiner Bilder entlohnt zu werden.

Doch irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo man nicht mehr damit zufrieden ist, zwei- oder dreimal pro Jahr das eine oder andere Foto an die örtliche Tageszeitung zu verkaufen. Zumindest wenn man die Möglichkeit sieht, mehr aus der Fotografie herausholen zu können – würde man mehr Zeit investieren. Der »Spaßfaktor« beim eigenständigen Konzeptionieren und Fotografieren ist für engagierte (Hobby-)Fotografen so enorm hoch, dass es durchaus allzu verlockend erscheinen kann, zumindest neben-, wenn nicht gar hauptberuflich​ mit der Fotografie sein Geld zu verdienen.

Abb. 1.1: Ein Lob ist viel intensiver und bedeutender, wenn es gleichzeitig verbunden ist mit der Zahlung von Honorar; so wie der Bildeinkäufer eines Verlages ein Foto zur Veröffentlichung in einer Zeitschrift einkauft. Erst wenn jemand bereit ist, für ein Foto einen (kleinen) monetären Beitrag zu leisten, ist die Anerkennung auch ehrlich! Dann ist das Foto demjenigen, der bereit ist, dafür zu zahlen, auch etwas wert! Ich kann mich noch gut an meine erste verkaufte Fotostrecke in der Men’s Health vor mehr als 17 Jahren erinnern: ein tolles Gefühl!

Oftmals wird der Wunsch nach eigenständiger fotografischer Arbeit vom Frust über den derzeitigen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz flankiert. Gerade Quereinsteiger​ geben als Motiv nicht selten neben Spaß an der Fotografie auch Gründe wie Frust, Stress oder Mobbing am Arbeitsplatz an. So erscheint der Schritt in die fotografische Selbstständigkeit wie die Lösung aller beruflichen Probleme. Dass diese einseitig verherrlichende Sicht allerdings recht problematisch sein kann, liegt dabei auf der Hand, denn die meisten Berufseinsteiger kennen nur ihre eigenen Erfahrungen als Amateurfotografen sowie die rosarot gefärbten Klischees über den Beruf Fotograf. Wie der (oftmals harte) Berufsalltag​ aussieht, kennen nur diejenigen, die schon längst selbstständig sind oder einen engen Freund oder näheren Verwandten haben, der fotografisch selbstständig ist.

Abb. 1.2: Der Beruf Fotograf ist weitaus stressiger und anstrengender, als manche denken. Doch es gibt auch viele schöne Seiten, wie zum Beispiel das Fotografieren von hübschen Models vorm Sonnenuntergang auf einer exotischen Insel. Doch um auf Dauer erfolgreich zu sein, bedarf es schon einer gehörigen Portion an Fleiß und Durchhaltevermögen.

Doch bevor wir uns mit den Klischees und der Wirklichkeit auseinandersetzen, sei vorab ein kurzer Exkurs über die Motive gestattet, die Menschen antreiben, Fotografin oder Fotograf zu werden.

1.1 Persönliche Motiv​e

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie mit der Fotografie Geld verdienen wollen, warum Sie Ihr bisheriges Hobby als (Neben-)Beruf ausüben möchten? Wenn nicht, und davon gehe ich aus, sollten Sie an dieser Stelle das Lesen des Textes unterbrechen, sich festes Schuhwerk und einen warmen Mantel anziehen und während eines langen Spaziergangs darüber sinnieren, was Sie persönlich antreibt, Fotografin oder Fotograf werden zu wollen. Ich selbst habe mir erst nach dreizehn Berufsjahren, beim Schreiben der ersten Auflage dieses Buches, erstmalig ernsthaft und ausführlich Gedanken über meine Motive gemacht.

Bei den meisten, die beruflich in die Fotografie einsteigen wollen, brennt der Wunsch danach, Fotograf zu werden. Es ist wie eine Art Sehnsucht, ganz anders als bei der Überlegung, welches Studienfach aufgenommen werden oder ob man eine Lehre als Büro- oder Industriekaufmann beginnen soll. Wir Fotografen sind größtenteils Idealisten, wir entscheiden uns aus Leidenschaft für den Berufseinstieg.

Aber was genau fasziniert uns an der Fotografie? Ist es das Sendungsbewusstsein, dass wir anderen die Welt zeigen möchten, wie wir sie mit unseren Augen sehen? Oder ist es die Liebe zur Technik? Es ist ja auch schon beeindruckend, was alles heutzutage technisch machbar ist, gerade auch im Bereich Aufnahme- und Bildbearbeitungstechnik. Oder ist es unsere künstlerische Ader, unser Wunsch nach Gestaltung von Formen und Farben, der uns zur Kamera greifen lässt? Für viele verlockend mögen die Klischees sein, also die Vorstellung darüber, wie das Leben eines Fotografen aussieht zwischen Reisen, Ausstellungen, Modeshootings und Photokina-Besuch. Bei einigen mag der Wunsch hinzukommen, Anerkennung zu finden für ihre Arbeit, die ihnen vielleicht im bisherigen Beruf weitgehend versagt geblieben ist, während in der Fotografie erste Erfolge gefeiert werden können, sei es durch positive Resonanz auf Facebook oder bei einer Ausstellung, der Annahme eines Fotos bei einem Wettbewerb oder dem Erstellen von Porträtfotos erstmalig gegen Honorar. Es gibt viele Motive, die in einem den Wunsch wecken können, Fotografin oder Fotograf zu werden.

Nehmen Sie sich ruhig einmal die Zeit und erforschen Sie Ihre Beweggründe! Denn nur dann können Sie auch rational Überlegungen anstellen, ob Sie später, bei Ausübung des Berufes, auch wirklich Erfüllung finden werden oder ob es besser wäre, wenn Sie die Fotografie wie bisher »nur« als Hobby ausüben. Dieser Beitrag soll Ihnen hierbei helfen, eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, ob der Beruf Fotograf/-in die richtige Wahl für Sie darstellt.

Also: Jetzt erst mal Pause gemacht, Schuhe und Mantel anziehen und mindestens eine volle Stunde an der frischen Luft Gedanken machen über Ihre persönlichen Beweggründe, diesen Beruf ergreifen zu wollen!

1.2 Foto-Klische​es – und die Wirklichkeit

Die Klischees: Fotografen ...

... laufen ständig mit ihrer Kamera herum.

... arbeiten nur kreativ.

... sind immer von schönen Models umgeben.

... haben nur schwarze Klamotten.

... reisen ständig und lernen die Welt kennen.

... schlafen bis zehn Uhr morgens.

... haben immer das neueste Profi-Kameramodell.

... sehen überall tolle Motive (und teilen das auch gerne allen anderen mit), auch in ihrer Freizeit.

... sind auf jeder angesagten After-Show-Party dabei.

... können um elf Uhr schon shoppen gehen, wenn alle anderen noch arbeiten müssen.

... verdienen ein »Schweine-Geld«.

... fahren einen Sportwagen.

... sind eloquent, jung und dynamisch.

... haben meistens hässliche Profilfotos.

... sind immer gut gelaunt.

... kennen die Reichen und die Schönen.

... kneifen beim Fotografieren ein Auge zu.

... lassen sich in ihre Arbeit nicht reinreden, sind beratungsresistent.

... arbeiten eigenverantwortlich und mit großem Spaß, denn die fotografische Arbeit, das wissen alle Hobbyfotografen, ist ein kreativer Ausgleich, der zu großer Befriedigung führt, wenn man tolle Werke erschaffen hat.

... können sich stunden- oder gar tagelang mit einem Motiv beschäftigen und probieren so lange herum, bis sie die optimale Perspektive und Kameraeinstellung gefunden haben.

... sind exzentrisch.

Die Wirklichkeit: Fotografen ...

... haben nur selten ihre Kamera dabei, denn wer berufsmäßig fotografiert, wird in seiner wenigen Freizeit sich hüten, da auch noch zu fotografieren.

... arbeiten häufig gezwungenermaßen (und bei Fotojobs »auf Knopfdruck«) kreativ, doch die meiste Zeit wird mit absolut unkreativen Dingen verbracht wie Archivieren der Fotos, Angebotserstellung und Auftragskalkulation, Rechnungs- und Mahnwesen, Steuererklärung ausfüllen, Fotos bearbeiten, Werbung verschicken, sich zwecks Networking in sozialen Netzwerken tummeln, Studio aufräumen, archivierte Fotos für Kunden raussuchen (weil die ihre aus Versehen gelöscht haben, vermutlich auch, weil sie wissen, dass sie sich auf den Fotografen und seine Sammelwut verlassen können), Praktikanten anlernen, Bildretusche (ausflecken, Pickel wegstempeln) etc.

... sind wirklich immer von schönen Models umgeben. Aber auch von genügend »Normalos«, die mindestens genauso nett sind.

... tragen häufig schwarze Kleidung, weil diese zeitlos ist. Ein anderer Grund ist, dass sich farbige Kleidung bei Produktfotos in den Gegenständen widerspiegeln würde. Dies gilt vor allem bei glänzenden Oberflächen; aber auch bei matten Gegenständen besteht durchaus die Gefahr der farblichen Verfälschung.

... hetzen von einem Termin zum nächsten und lernen oft nur die Flughäfen und die Hotels am Set kennen. Bestenfalls noch die Schnellimbiss-Restaurants. Oder, mit viel Glück, auch den einen oder anderen guten Italiener.

... schlafen tatsächlich bis zehn Uhr morgens, weil sie wegen eines dringenden Abgabetermins bis 3:40 Uhr nachts gearbeitet haben.

... haben oft das alte Kameramodell noch nicht abbezahlt, wenn bereits das neueste angeschafft wird.

... sehen die Welt mit anderen Augen und sind dabei (in ihrem Mitteilungsbedürfnis) wie kleine Kinder, die die Welt entdecken.

... haben entweder keine Zeit, auf Partys zu gehen, oder sind zu müde dafür (oder beides). Ist man dann tatsächlich mal auf einer Party gelandet, so grübelt man die ganze Zeit über das neue Marketingkonzept oder ärgert sich über einen Kunden, für den man sich den A... aufgerissen und geniale Fotos abgeliefert hat und der seit zwei Monaten die Rechnung immer noch nicht bezahlt hat.

... müssen um elf Uhr shoppen gehen, weil noch dringend benötigte Accessoires für das Fotoshooting um 13 Uhr fehlen.

... überziehen regelmäßig ihren Überziehungskredit.

... fahren einen Sports Tourer (so heißt der Kombi bei Opel).

... sind anfangs eloquent, jung und dynamisch. Leider werden auch sie älter ... (was aber nicht soooo schlimm ist!)

... lassen sich selbst nur ungern fotografieren (denn sie wissen, wie unvorteilhaft Fotos aussehen können, wenn der Fotograf nicht aufpasst). Vertrauen daher lieber auf Selfies.

... sind nur dann so richtig gut gelaunt, wenn ausnahmsweise mal alle Kunden pünktlich zahlen. Das kommt aber eigentlich nie vor.

... kennen die Reichen und die Schönen und sind froh, wenn sie zwischendurch mal mit normalen Menschen zu tun haben. Von denen werden sie dann aber ständig nach den Reichen und Schönen ausgefragt ...

... stellen die Welt nur eindimensional dar.

... lassen sich von anderen nur ungern in ihre Arbeit reinreden, wenn sie von der künstlerischen oder fototechnischen Notwendigkeit überzeugt sind, die Arbeit so zu erledigen, wie sie es gerade tun.

... haben Vorgaben des Kunden zu erfüllen, spüren ständig den Erfolgsdruck, denn wenn man mit der Fotografie seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, kann man sich die Aufgabenstellung nicht immer selbst aussuchen, sondern muss in der Regel an Aufträgen annehmen, was reinkommt. Professionelle Fotografie und Fotografie als Hobby betrieben sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge!

... arbeiten nahezu immer unter Zeitdruck. Dies lässt große Kreativität und die optimale Erledigung eines Auftrages gar nicht zu, denn es muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen optimalem Ergebnis und knappem zur Verfügung stehenden Budget. Kein Kunde ist bereit, dem Fotografen die Anzahl an Tagessätzen zu bezahlen, die dieser braucht, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Im Gegenteil: Häufig gilt es, innerhalb kürzester Zeit so viele Motive zu fotografieren wie gerade möglich. Und oftmals zu gerade noch akzeptabler Qualität. So sieht man seine Arbeit zumindest als Perfektionist.

... sind (!) exzentrisch!

Abb. 1.3: Foto: E. Hodzic

Einige der oben genannten Klischees treffen auch auf mich zu. Ich hasse es, früh aufzustehen (weil ich meistens bis Mitternacht gearbeitet habe). Dennoch bin ich oft morgens schon um 05:30 Uhr wach, weil mein Gehirn anscheinend weniger Schlaf benötigt als mein Körper. Ich sehe auch jederzeit und überall tolle Motive (deshalb bin ich ja Fotograf geworden), und ich versuche auch, meine Begeisterung dafür mit meinen Mitmenschen zu teilen (halte aber nicht übermäßig viel von den sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook oder Twitter, bei denen das Erhaschen einer kurzen Aufmerksamkeit zwangsweise einhergeht mit Oberflächlichkeit). Und ich gehe auch schon mal montags, um elf Uhr morgens, wenn alle anderen auf der Arbeit sind, joggen (weil ich das ganze Wochenende über gearbeitet habe). Dass ich exzentrisch bin, wird mir auch manchmal nachgesagt – na und? Und mein Bestreben, immer die neueste Technik einzusetzen, liegt darin begründet, auch vonseiten meiner Ausrüstung her möglichst optimale Voraussetzungen für die bestmögliche Erledigung meiner Fotojobs zu schaffen.

1.3 Das Berufsbil​d Fotograf(in) & Co. der Bundesagentur für Arbeit

Sucht man bei der Arbeitsagentur im Internet auf BERUFENET (berufenet.arbeitsagentur.de) nach »Foto«, so erhält man 41 Treffer (Stand: Juli 2015). Allerdings sind nicht alle Treffer relevant, denn neben den für den Leser dieses Buches wichtigen Ergebnissen werden unter anderem auch »Fotomodell«, »Fachverkäufer/in« – »Foto/Video«, »Elektrotechnikermeister/in« oder »Solartechnikerin« aufgeführt. Im Folgenden sollen daher lediglich die für die Zielgruppe der Leser dieses Buches relevantesten Berufsbilder aufgeführt werden.

Im Vergleich von noch vor vier Jahren wurden die Berufsbeschreibungen immerhin aktualisiert – aber auch enorm gekürzt. Ob diese kurzen Berufsbeschreibungen dem interessierten Nachwuchs einen, wenn auch nur kleinen, Einblick in die Berufswelt geben können, sei bezweifelt. Ergänzend – um einen umfassenderen Einblick zu geben – wird daher angeraten, ein Praktikum zu absolvieren (siehe Kapitel 3: Wege in die Berufsfotografie).

Die Bildergalerien mit unterschiedlich vielen Making-of-Fotos (im Bereich Fotograf/in immerhin 20 Stück; beim Fotodesigner/in sind es 10 Stück; beim Fotografenmeister/in sind es ebenfalls 10 Stück) soll die Beschreibung der Bundesagentur für Arbeit ergänzen.

Die Fotos sind immerhin hilfreich untertitelt. So findet man bei den zehn Fotos zum Fotodesigner/in folgende Bildunterschriften: »1.: Messen des Umgebungslichtes am Aufnahmeort, 2.: Im Büro die digitale Laserbelichtung vornehmen, 3.: Entwickeln eines Gestaltungskonzepts, 4.: Recherchieren von Informationsquellen, 5.: Entwurfsbesprechung mit einer Kundin, 6.: Eine Kostenanalyse durchführen, 7.: Die fachgerechte Ausleuchtung sicherstellen, 8.: Anweisung zur Positionierung des abzulichtenden Motivs, 9.: Anfertigen einer Bildmontage, 10.: Bei der digitalen Farbbearbeitung einer Aufnahme.«

Der Beruf ist so abwechslungsreich, dass es schwer ist, ihn in so kurzen Impressionen (siehe oben) zu schildern. Immerhin fällt aber positiv auf, dass die ergänzend gezeigten Making-of-Fotos (größtenteils) zeitgemäß sind und die Bildunterschriften die eine oder andere offengebliebene Lücke in der Berufsbeschreibung füllen.

Allerdings sind nicht für alle Bereiche Bilder vorhanden. Bei den im Folgenden zitierten Berufsbildern sind für die Bereiche »Werbefotograf/in« und »Pressefotograf/in« beispielsweise keine ergänzenden Fotografien enthalten.

Die Bilder, die für den Bereich »Fotografenmeister/in« gezeigt werden, suggerieren allerdings, dass Fotografenmeister und -meisterinnen immer noch analog auf Film fotografieren, was allein schon aus Praktikabilitäts- und Kostengründen niemand mehr machen wird. Zumindest sollte an dieser Stelle nicht der Eindruck vermittelt werden, dass Handwerksmeister und -meisterinnen immer noch so rückständig arbeiten. Eine Aktualisierung und Ergänzung der Bilder auf der offiziellen Seite der Bundesagentur für Arbeit wäre also wünschenswert.

Im Folgenden also nun ausgewählt die wichtigsten Berufsbilder:

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=76789)

Hinweis

Hier handelt es sich um Auszüge aus der Berufsinformation der Bundesagentur für Arbeit​ für: Fotograf/in.

Die Tätigkeit im Überblick: »Fotografen und Fotografinnen halten mit der Kamera individuelle Eindrücke von Menschen oder der Natur, von Ereignissen oder von Gegenständen fest und bearbeiten die Ergebnisse anschließend am Computer nach. Sie arbeiten in den Schwerpunkten Porträtfotografie, Produktfotografie, Industrie- und Architekturfotografie oder Wissenschaftsfotografie.

Fotografen/Fotografinnen finden Beschäftigung in erster Linie in Fotostudios und in Verlagen.

Darüber hinaus finden sie auch Beschäftigung in Fotofachgeschäften, bei Pressediensten, -agenturen und Bildarchivdiensten, in Werbe- und Medienagenturen.«

Die Ausbildung im Überblick: »Fotograf/in ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf​ im Handwerk. Die Ausbildung erfolgt in einem der Schwerpunkte Industrie- und Architekturfotografie, Porträtfotografie, Produktfotografie, Wissenschaftsfotografie.«

Anmerkung des Autors: Die Realität sieht oftmals anders aus. Gerade bei Auszubildenden sind die häufigsten Tätigkeiten oft Handlanger-Dienste für die Studioleitung. Je nach Ausrichtung des Arbeitgebers gehört das Verkaufen von Speicherkarten, Bilderrahmen etc. zum langweiligen Alltag. Ist man hingegen bei einer Fotokette angestellt, so zwingen kalkulatorische Gründe (hohe Mieten in Top-Innenstadtlagen auf der Ausgabenseite versus niedrigste Dumpingpreise bei den Fotoshootings, um die Kunden anzulocken, auf der Einnahmenseite) zu einer Art moderner »kreativer Fließbandarbeit«. Denn dann steht Effizienz vor dem »Festhalten individueller Eindrücke von Menschen« (siehe oben). Standardisierte Arbeitsabläufe, standardisierte Lichtsetzungen, standardisierte Posen, standardisierte Hintergründe: Das ist der Alltag eines Fotografen oder einer Fotografin bei einer Fotokette. Wobei man dazu sagen muss: Anders geht ein solches Konzept auch gar nicht auf; und immerhin sorgen die Standards für eine gewisse fotografische Qualität, trotz knapper zur Verfügung stehender Zeit (für die einzelnen Fotoshootings).

Da ich mich selbst als Werbefotograf bezeichne, hat mich natürlich auch die Beschreibung zum offiziellen Berufsbild des Werbefotografen interessiert:

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=8581)

Hinweis

Hier handelt es sich um Auszüge aus der Berufsinformation der Bundesagentur für Arbeit​ für: Werbefotograf/in.

Die Tätigkeit im Überblick: »Werbefotografen und -fotografinnen fertigen Aufnahmen in den Bereichen Modefotografie, Still Life und Objektfotografie an.

Werbefotografen und -fotografinnen finden Beschäftigung in erster Linie in Werbe- und Medienagenturen und in Werbeabteilungen großer Unternehmen.

Darüber hinaus finden sie auch Beschäftigung bei Zeitschriftenverlagen, z.B. bei Modeillustrierten.«

Zugang: »Voraussetzung ist in der Regel eine fotografische Aus- oder Weiterbildung bzw. ein entsprechendes Studium.«

Anmerkung des Autors: Die meisten Werbefotografen, die ich kenne, sind Quereinsteiger. Sie sind nicht bei Werbeagenturen oder Verlagen beschäftigt; das ist die Ausnahme. Die weitaus meisten sind Freelancer, also freiberuflich fallweise für verschiedenste Auftraggeber, wozu auch Werbeagenturen und Zeitschriftenverlage gehören, tätig. Die Akquise neuer Aufträge ist daher einer der wesentlichsten Teile der Tätigkeiten.

Ebenfalls interessant dürfte das offizielle Berufsbild des Fotodesigners sein:

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=59257)

Hinweis

Hier handelt es sich um Auszüge aus der Berufsinformation der Bundesagentur für Arbeit​ für: Fotodesigner/in.

Die Tätigkeit im Überblick: »Fotodesigner/innen entwickeln nach Kundenwunsch Konzepte, z.B. für Werbekampagnen und Bildreportagen. Ihre künstlerischen Ideen setzen sie dabei in die jeweils passende Bildsprache um.

Fotodesigner und -designerinnen finden Beschäftigung in erster Linie im fotografischen Gewerbe, in Werbe- und Medienagenturen, in der Film- und Fernsehproduktion, in Presseagenturen, in Bildredaktionen von Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, in Grafikdesign-Büros und an Hochschulen.«

Zugang: »Vorausgesetzt wird ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Fotografie oder Mediendesign.

Führungspositionen, spezialisierte Aufgabenstellungen oder Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung erfordern meist ein Masterstudium, ggf. auch die Promotion oder Habilitation.«

Anmerkung des Autors: Auch hier entstand die Beschreibung des Berufsbildes wohl eher aus dem Erfordernis einer Katalogisierung. Da der Begriff des Fotodesigner​s nicht geschützt ist, kann auch nicht »... ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Fotografie oder Mediendesign« vorausgesetzt werden. Richtig ist, dass nach solch einem Studium der Titel »Fotodesigner/in« vergeben wird. Allerdings nennen sich auch viele Werbefotografen »Fotodesigner/in«; meist um zu betonen, dass sie ihre Arbeit überwiegend künstlerisch einschätzen. Oder um gegenüber dem Finanzamt ihre freiberufliche Selbstständigkeit rechtfertigen zu wollen und um einer Gewerbeanmeldung zu entgehen, mit all ihren Nachteilen wie Zwangsmitgliedschaft in den Handwerks- oder Industrie- und Handelskammern oder der Gefahr, bei größeren Gewinnen zur Zahlung von Gewerbesteuern herangezogen zu werden.

Hier noch das Berufsbild des/r Fotografenmeister/in:

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=8578)

Hinweis

Hier handelt es sich um Auszüge aus der Berufsinformation der Bundesagentur für Arbeit​ für: Fotografenmeister/in.

Die Tätigkeit im Überblick: »Fotografenmeister/innen planen, steuern und überwachen die Arbeitsprozesse im fotografischen Gewerbe und stellen die Qualität der Produkte sowie deren anschließende Vermarktung sicher.

Fotografenmeister/innen finden Beschäftigung in erster Linie in Fotostudios, in Fotogroßlabors und im Fotoeinzelhandel.«

Die Ausbildung im Überblick: »Fotografenmeister/in ist eine berufliche Weiterbildung. Die Meisterprüfung im zulassungsfreien Fotografen-Handwerk ist bundesweit einheitlich geregelt.

Für die Zulassung zur Prüfung ist die Teilnahme an einem Lehrgang nicht verpflichtend.«

Anmerkung des Autors: Der Meistertitel​ war bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, quasi »Jahrhunderte lang«, das Synonym für Qualität in der (handwerklichen) Arbeit. Und auch in der Fotografie bestimmte das Prinzip, dass derjenige, der den Handwerksmeistertitel besaß, auch vermutlich die beste Arbeit ablieferte und das beste Einkommen erzielte. Der Titel war also seit jeher vor allem auch ein gutes Marketinginstrument. Und natürlich ein Mittel, um missliebige Konkurrenz aus dem Markt rauszuhalten!

Nachdem die handwerkliche und technische Seite der Fotografie immer einfacher wurde und handwerkliche Fähigkeiten in den Hintergrund traten zugunsten von künstlerischem Schaffen, erübrigte sich auch die Notwendigkeit einer handwerklichen Ausbildung. Hinzu kam, dass durch die Vereinheitlichung von Marktregelungen und dem Abbau von länderspezifischen Marktzutrittsbarrieren durch das Wirken der Europäischen Union die Beschränkung des Markteintritts von ausländischen Fotografen (ohne Meistertitel) aufgehoben wurde, was zur sogenannten »Inländerdiskriminierung« führte. Diese besagte, dass EU-Ausländer in Deutschland auch ohne Nachweis einer handwerklichen Ausbildung beziehungsweise auch ohne Meistertitel sich in Deutschland als Fotograf/in niederlassen und tätig werden konnten – nur die Deutschen (ohne Meistertitel) durften das (zunächst) nicht. Daraufhin wurde der »Meisterzwang« zur selbstständigen Ausübung des Fotografenhandwerks 2004 abgeschafft, wobei allerdings auch schon vorher die Möglichkeit bestand, freiberuflich, zum Beispiel als Fotojournalist oder Fotodesigner, fotografisch tätig zu sein (aber dann eben in anderen, nicht mit der handwerklichen Ausübung konkurrierenden Bereichen).

Und so verlor auch der Meistertitel an Bedeutung. Hinzu kam, dass der Fotomarkt nunmehr auch viel mehr auf individuelle künstlerische Fähigkeiten des »Bilderlieferanten« abzielte. Für den B2B(Business to Business)-Bereich der fotografischen Arbeit ist der Meistertitel mittlerweile völlig unbedeutend geworden. Im B2C(Business to Consumer)-Bereich hingegen vermittelt er immer noch einen gewissen Glanz, wenngleich auch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Die jetzige Situation ist bestimmt durch einen enormen Run in den Beruf Fotograf (wovon die Handwerkskammern wiederum sehr profitieren, da die Pflichtmitgliedschaft für Fotografen, sofern sie den Beruf als handwerkliche Tätigkeit ausüben, nach wie vor besteht). Allerdings sind es nunmehr fast ausschließlich Nebenberufler und Kleinstunternehmer und nicht mehr hauptberuflich arbeitende Fotografen, die in diesem Beruf tätig sind. Geschätzt sind es zurzeit ca. 20.000 bis 25.000 handwerklich tätige Fotografen und fast noch einmal dieselbe Anzahl von Berufsfotografen, die ohne Eintragung bei der Handwerkskammer versuchen, in dem Beruf Geld zu verdienen.

Ich würde die Meisterprüfung in Zukunft daher als (durchaus sinnvolle) Fortbildungsmöglichkeit sehen, als Nachweis der eigenen Fähigkeiten. Die Ausrichtung der Prüfungsinhalte müsste sich ändern, zeitgemäßer werden. Und die Meisterprüfung sollte nicht den handwerklich tätigen Fotografen vorbehalten sein, sondern allen. Dann kann der Meistertitel auch wieder seine Funktion erfüllen als Nachweis besonderer Fähigkeiten und damit dann auch (wieder) als Marketinginstrument, als Qualitätssiegel. In der Folge dieser Reform würden dann auch die Handwerkskammern ihr »verstaubtes« Image verlieren. Als Prüfungsinstanz für besonderes fotografisches Wirken, mit Vergabe eines anerkannten Qualitätssiegels, was auch eine Alternative zum jahrelangen Studium mit anschließendem Abschluss oder dem Besuch von privaten Fotoschulen wäre.

Hoffen wir, dass diese Reform in der oben beschriebenen Form irgendwann durchgeführt wird, damit die Handwerkskammern bald wieder eine wirkliche Hilfe für beruflich tätige Fotografen sein können. Und hoffen wir, dass die Zwangsmitgliedschaft bei der Handwerkskammer für handwerklich tätige Fotografen aufgehoben wird zugunsten einer freiwilligen Mitgliedschaft für alle Fotografen, die eine moderne, effiziente Interessenvertretung suchen, um sich fortbilden zu können, um Unterstützung in Rechtsfragen zu erhalten und um – ganz allgemein – fit gemacht zu werden für die Anforderungen eines immer schwieriger werdenden Fotomarktes.

Abschließend das Berufsbild des Pressefotografen:

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=8591)

Hinweis

Hier handelt es sich um Auszüge aus der Berufsinformation der Bundesagentur für Arbeit​ für: Pressefotograf/in.

Die Tätigkeit im Überblick: »Pressefotografen und -fotografinnen fertigen im Auftrag von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, Presseagenturen, Bildredaktionen oder Fotoagenturen aktuelle, reproduktionsfähige Aufnahmen von Personen bzw. Ereignissen an.

Pressefotografen und -fotografinnen finden Beschäftigung in erster Linie bei Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, bei Presse- und Bildagenturen und bei Fernsehveranstaltern, z.B. für Nachrichtensendungen oder Reportagen.«

Zugang: »Voraussetzung ist in der Regel eine fotografische Aus- oder Weiterbildung bzw. ein entsprechendes Studium.«

Anmerkung des Autors: Viele hervorragende Pressefotografen haben keinerlei Ausbildung erhalten, sondern sind talentierte Quereinsteiger. Sie zeichnen sich nicht nur durch fotografisches Können aus, sondern auch durch ihr Gespür für Nachrichten-relevante Situationen, für zeitgeistiges Geschehen etc. Ihre Fotos zeichnen sich durch hohe Authentizität, Aussagekraft und Glaubwürdigkeit aus – auch und vor allem im Zeitalter der digitalen Manipulationen.

Hinweis

Diese Informationen zu den einzelnen Berufsbildern stammen aus dem Sommer 2015. Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung der Digitalfotografie und insbesondere den umfangreichen Möglichkeiten der Bildbearbeitung hat sich das »gelebte« Berufsbild in den letzten Jahren extrem verändert: (Chemische) Laborarbeiten wurden völlig zurückgedrängt zugunsten der digitalen Bildbe- und -verarbeitung, die bei den hier zitierten Berufsbeschreibungen allerdings viel zu kurz kommen. Auch das Verschmelzen von Fotografie und Film wird hier nicht erwähnt, ist aber Realität. Um eine wirkliche Hilfe zu sein, wären ständige Aktualisierungen auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit wünschenswert. Immerhin: Auf Kritik durch den Autor dieses Buches über unzutreffende Tätigkeitsbeschreibungen und veraltetes Bildmaterial wurde durch die Redaktion BERUFENET recht zügig reagiert und eine Aktualisierung versprochen:

»Unsere Sofortmaßnahme für die aktuell vorhandene Bebilderung in der BERUFENET-Beschreibung ›Fotografenmeister/in‹:

Wir werden das sogenannte ›idealtypische‹ Bild (das in der Rubrik ›Kurzbeschreibung‹ sowie im BERUFENET-Steckbrief angezeigte Bild) austauschen und statt des ›Umgangs mit analogem Filmmaterial‹ einen Bezug zur digitalen Bildbearbeitung herstellen. Darüber hinaus werden wir beim (derzeit noch verbleibenden) Foto, das analoges Material zeigt (›Fotos für die Weiterverarbeitung vorbereiten‹), die Bildunterschrift in geeigneter Weise ändern, um ebenfalls die Digitalisierung ins Spiel zu bringen.

Diese Änderungen werden Sie voraussichtlich im Laufe der KW 28 (2015) in der genannten BERUFENET-Beschreibung sehen können.«

1.4 Die Ausbildung ​ als Fotograf(in) aus der Sicht von Ausbildung.de

Auf der informativen Internetseite von www.Ausbildung.de findet man eine treffende Einschätzung über die Ausbildung:

»Fotos sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Auf Ausweisen, als Avatar in Internetprofilen, an der Pinnwand vom Urlaub oder von den Liebsten: Wir sind alle umgeben von Fotos. Zugegeben, viele Bilder sind Schnappschüsse oder gut gemeint, aber schlecht umgesetzt. Weil der Knipser von der Party neulich eure Gruppe mal wieder mit halb geschlossenen Augen erwischt hat. Oder der blaue Himmel eher grünlich schimmernd rüberkommt. In der Ausbildung zum Fotografen lernst du, wie du genau so was vermeidest und was der Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einer professionellen Fotografie ist. Du wirst lernen, wie wichtig die Vorbereitung einer guten Fotografie ist und wie konzentriert man arbeiten muss, damit man am Ende möglichst wenig zu korrigieren hat. Dabei ist der Kundenkontakt deine wichtigste Quelle der Inspiration, denn das Endresultat kann noch so künstlerisch wertvoll sein; wenn es den Geschmack deines Kunden nicht trifft, musst du von vorne anfangen.

In den drei Jahren der Ausbildung zum Fotografen wirst du allerhand über das Fotografieren und die fotografischen Verfahren lernen, die in deinem Berufsalltag zum Einsatz kommen. Du wirst die unterschiedlichen Bildformate, Objektive, Lichteinstellungen und Belichtungszeiten kennenlernen, den zentralen Bestandteilen der Fotografie. Dabei sind grundlegendes mathematisches Wissen und das Verständnis einiger Aspekte aus der Physik, insbesondere der Optik, notwendig, damit du deine Ausrüstung richtig einstellen und verwenden kannst.

Dein Wissen musst du dann je nach Auftrag unterschiedlich anwenden, denn in den vier Bereichen, in denen du später als ausgebildeter Fotograf arbeiten kannst, gibt es unterschiedliche Anforderungen an dein Können. In der Industrie- und Architekturfotografie musst du ein gutes Auge für Details haben, um Apparaturen und Gebäude buchstäblich aus dem richtigen Winkel zu treffen. In der Wissenschaftsfotografie wirst du vor allem Bildserien herstellen. Als Produktfotograf, zum Beispiel für die Werbeindustrie, musst du dein Motiv vor allem interessant in Szene setzen. Und in der Personenfotografie musst du, je nach Situation, immer das richtige Licht finden, damit sich deine Kunden auf dem Bild selbst wiederfinden. Letztlich gilt nämlich für alle Bereiche, dass der Kunde König ist und du daher sehr viel Kontakt mit deinem Auftraggeber während des Produktionsprozesses haben wirst, wenn du nach deiner Ausbildung zum Fotografen ins Studio gehst.

Es gibt jedoch auch noch andere Bereiche, in denen Fotografen tätig sind. Du kannst als Fotojournalist für die Presse arbeiten und dementsprechend nicht nur schöne, sondern auch relevante Fotos schießen, die für den Leser einer Zeitung oder eines Magazins informativ sind und zum jeweiligen Thema passen. Oder du gehst ins Labor und arbeitest an der Entwicklung der Fotos mit. Hier ist besonders viel Aufmerksamkeit gefragt, damit am Ende nicht ein gut belichtetes Bild durch eine schlechte Entwicklung komplett ergraut. Die dafür erforderlichen Kenntnisse in Chemie werden dir in der Ausbildung beigebracht.

Bei der aktuellen Ausbildungs- und Berufssituation für Fotografen raten viele davon ab, die Ausbildung zum Fotografen zu machen, wenn man es nicht zu 101 Prozent will. Viele Fotografen machen sich nach der Ausbildung selbstständig mit einem Studio und müssen viel Arbeit investieren, um möglichst viele und lohnenswerte Aufträge zu bekommen. Reich wird man in diesem Beruf nämlich nur in den seltensten Fällen. Doch wenn Geld für dich nicht die oberste Priorität hat und du die Fotografie liebst, dann ist die Ausbildung zum Fotografen vielleicht genau das Richtige für dich.

Du solltest Fotograf werden, wenn ...

... du kunstinteressiert bist.

... du in allem etwas Schönes siehst und das auch anderen durch deine Bilder zeigen möchtest.

... du dich für ein gutes Foto auch mal zum Beispiel auf den Boden legst oder länger als drei Minuten einfach nur still stehst und wartest.«

Autor: Jan-Gerrit Meyer

Quelle: http://www.ausbildung.de/berufe/fotograf/

Kapitel 2: Bin ich für den Beruf Fotograf geeignet?

2.1 Persönliche Eignung: »Macher« vs. Bedenkenträger

2.2 Fotografische Eignung

2.3 Sachliche Voraussetzungen

2.4 Monetäre Voraussetzungen

2.5 Unterstützendes Umfeld

Computer-Tastatur

Sind Sie sicher, dass die Selbstständigkeit (als Fotografin oder Fotograf) der richtige Weg für Sie ist? Denn neben dem fotografischen Können entscheiden noch ganz andere Dinge darüber, ob Sie erfolgreich als Fotograf(in) Fuß fassen werden. Auf die Frage der Zeitschrift ProfiFoto, was man beim Einstieg in die Werbefotografie beachten/mitbringen muss, hat der international tätige Fotograf Michael Schnabel geantwortet:

»Für den Einstieg in die Selbstständigkeit​sind ein enormes Durchhaltevermögen​, wenig finanzieller Anspruch und geringe Fixkosten​sehr hilfreich, mindestens in der Anfangszeit. Außerdem muss man wirklich gute Arbeit leisten und einen klaren Blick für die Realität haben und für das, was der Kunde braucht. Netzwerken​, Kontakte aufbauen und pflegen sind weitere wichtige Fähigkeiten im Geschäft heute.«

Damit hat der renommierte Werbe- und Kunstfotograf in drei kurzen Sätzen klar und präzise auf den Punkt gebracht, worauf es wirklich ankommt, wenn man sich selbstständig machen möchte. Fotografisches Können​ ist dabei eben nur eine der Bedingungen, um erfolgreich zu starten.

Hinweis

Die meisten professionell tätigen Fotografen in Deutschland sind beruflich selbstständig. Selbstverständlich gibt es auch einige, die den Status eines Angestellten besitzen, doch soll in diesem Kapitel der übliche Fall geprüft werden: ob die Selbstständigkeit​ der richtige Weg für Sie ist.

Man benötigt schon eine gewisse persönliche Reife und vor allem auch Fleiß​, die Fähigkeit zur Eigenmotivation, Flexibilität​, Zielstrebigkeit​ und Durchhaltevermögen, um erfolgreich als Selbstständiger Fuß zu fassen. Dies ist der Grund, warum die stetigen Berufsabbrecher es schwer haben werden, sich im Berufsleben – auch als Fotografin oder Fotograf – durchzuboxen. Oftmals sind sie unzufriedene »Unruhegeister«, die in ihrem jetzigen Beruf nicht glücklich sind und daher eine neue Herausforderung suchen. Sie möchten in der Hierarchie keine ungerechten Vorgesetzten mehr über sich haben, nicht morgens bis abends dem gleichen Trott verfallen, ausbrechen aus den Strukturen ihres bisherigen Berufslebens. Kurz: Sie möchten ihr Hobby zum Beruf machen, um sich all der Unzufriedenheit zu entledigen, die sich über Jahre angestaut hat. Viele haben mal hier, mal dort gearbeitet. Meistens in unqualifizierten Jobs und in der Regel nie lange. Unzufriedenheit führt sie in die fotografische Selbstständigkeit.

Doch es gibt auch eine andere Sorte von Quereinsteigern​: Sie waren nicht selten bereits in einem anderen Job erfolgreich tätig, sind hoch qualifiziert, standen fest im Berufsleben. Zielstrebigkeit und Eigeninitiative zeichnen sie aus. Sie werden sich eher im Beruf Fotograf etablieren, denn sie haben in der Vergangenheit bereits gelernt, worauf es ankommt. Unzufriedenheit haben sie nicht durch Aufgabe ihres Berufes gelöst, sondern durch Veränderung im Beruf. Der Schritt in die fotografische Selbstständigkeit ist wohlüberlegt, sie haben sich reichlich vorher informiert und überlassen nichts dem Zufall.

Zu welcher Gruppe gehören Sie?

2.1 Persönliche Eignun​g: »Macher« vs. Bedenkenträger

Wenn Sie sich in die Selbstständigkeit​ stürzen, bedeutet das, dass Sie sämtliche Sicherheiten aufgeben und ein ganz neues Leben beginnen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie vorher in einem anderen Job angestellt waren, mit festem Sozialgefüge und Gehalt​, Urlaubsanspruch​, definierter Wochenstundenzahl, sozialer Absicherung durch den Arbeitgeber etc. Es reicht also nicht, einfach »nur« begeisterter Hobbyfotograf zu sein oder Fotos zu machen, worüber alle Kollegen im Büro vor Neid erblassen.

Um als Selbstständiger nachhaltig Fuß zu fassen, bedarf es eine Reihe von persönlichen Voraussetzungen, wie zum Beispiel Durchsetzungsvermögen​, Fleiß​, Selbstbewusstsein, robuste Gesundheit, Verantwortungsbewusstsein​, Ausdauer, anpackendes Wesen, flexibles Denken und Handeln, Entscheidungsfreude​. »Macher« sind gefragt! Ebenso gehört ein großes Maß an kommunikativen Fähigkeiten dazu, wenn Sie in naher Zukunft als »Agent in eigener Sache« unterwegs sein werden. Und auch die Fähigkeit zur Selbstmotivation​ ist enorm wichtig, weil Sie Ihre Arbeitszeit​ größtenteils selbst frei einteilen werden. Jemand, der hin- und hergerissen ist, wie er seine zur Verfügung stehende Gesamt-Arbeitszeit einteilt, beispielsweise zwischen Kundenakquise und Online-Computerspielen, wird es auf Dauer schwer haben.

Abb. 2.1: Je nachdem, für welchen Bereich der Fotografie Sie sich entscheiden, gehört es zum Job dazu, viel zu reisen. Ein gewisses Maß an »Abenteuerlust« ist also durchaus nützlich.

Über Aufgaben- und Problemstellungen kann man stunden-, tage- oder gar wochenlang diskutieren, doch werden nur diejenigen Erfolg haben, die sich zum richtigen Zeitpunkt zum Handeln entscheiden, auch wenn vielleicht noch nicht alle Lösungen auch fürs kleinste Detail gefunden wurden. Die »Macher« sind es, die ihre Ressourcen (und vor allem ihre Zeit) effizient einsetzen und längst Lösungen präsentieren, während ihre Konkurrenten noch philosophisch alle Punkte der Fragestellung abhandeln. Nicht selten realisiere ich zwei verschiedene Varianten einer fotografischen Aufgabe, weil das meist schneller geht, als stundenlang darüber zu diskutieren, welche von beiden das bessere Ergebnis bringt. Und Bedenkenträger werden auch niemals die Ersten sein, die mit einer genialen Idee am Markt starten.

2.2 Fotografische Eignun​g

Ich gehe an dieser Stelle einmal fest davon aus, dass Sie schon einige Jahre intensiv fotografiert haben und dass Ihre Bilder mehr als nur überdurchschnittlich einzustufen sind. Sollte das nicht