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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1,3, Ruhr-Universität Bochum, Sprache: Deutsch, Abstract: Bettelorden und ihre Frömmigkeitsformen waren eine neue Art, sich ab dem Hochmittelalter mit christlicher Religion zu beschäftigen. Besonders in urbanen Kontexten sammelten sich die Mendikanten an. Diese Arbeit verfolgt ihre Ansiedlung, ihren Umgang mit anderen städtischen Gruppen wie dem Adel oder dem alteingesessnen Klerus am Beispiele Nimwegens, das in diesem Bereich noch wenig erforscht ist.
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Veröffentlichungsjahr: 2011
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Wenn man heute durch Städte geht, die bereits im Mittelalter existierten, wie Frankfurt, Würzburg oder Paderborn, wird man auf Straßennamen wie „Dominikanergasse“ oder „Franziskanergasse“ stoßen. Sie stellen heutzutage meist die einzigen, stummen Zeugen einer vergangenen Kultur dar, deren Gebäude nicht mehr präsent sind.
Diese Kultur soll in dieser Arbeit beleuchtet werden. Wie das Thema der Arbeit impliziert geht es um Bettelorden in der städtischen Umwelt. Dazu wird im ersten Teil allgemein der Frage nachgegangen werden, wie sich Bettelorden in Städten niederließen, obgleich sie doch ihrer Ordensregel gemäß keinen Besitz haben durften1, aber trotzdem zu Gebäuden und Grundstücken kamen wie die Straßennamen bis heute eindeutig beweisen. Wer oder was ihnen dabei half, steht hier im Mittelpunkt der Untersuchung. Dabei werden die Hauptakteure des urbanen Lebens im Mittelalter, die Bürger, der Adel, der Bischof, der Klerus und die alten Orden systematisch nacheinander zu ihren Beziehungen zu den Mendikanten befragt werden. Dann wird herausgestellt, wie sie den Minderbrüdern gegenüber standen und ob sie ihnen jeweils halfen, eine Niederlassung zu gründen. Als zweite Fragestellung soll parallel dazu beleuchtet werden, welche Rolle die Bettelorden für die Stadt und andersherum die Stadt für die Bettelorden spielte.
Diese generellen Erkenntnisse werden dann auf eine der wichtigsten Städte des Reiches übertragen: Nimwegen. Diese Stadt war eine der größten des damaligen Reiches. In Nimwegen lebten um 1500 mehr als 10.000 Menschen. Zudem war sie Veranstaltungsort vieler Märkte. Die wirtschaftliche Größe wird zudem durch den Eintritt in die Hanse 1402 verdeutlicht.2Auf Grund der thematischen Ausrichtung des Seminars wird sich diese Arbeit vornehmlich auf das Spätmittelalter beschränken, und dennoch werden gewisse zeitliche Vorgriffe nicht ausbleiben können, weil ohne sie eine verknappende Darstellung der historischen Entwicklungen die Folge wären. Ein weiterer
1Kaspar Elm: Art. Bettelorden, in: LexMA, Bd. 1, Stuttgart 1999, Sp. 2089-2093.
2Klaus Flink / Bert Thissen: Gelderns Städte im Mittelalter. Daten und Fakten - Aspekte und
Anregungen, in: Stinner Johannes / Tekarth, Karl-Heinz (Hrsg.): Gelre - Geldern - Gelderland.
Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern, Geldern 2001, S. 204-206. Im Folgenden
zitiert als: Flink, Städte.
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Grund, der dafür spricht, ist, dass die meisten Gründungen von Bettelordenskonventen im Spätmittelalter in Nimwegen vollzogen wurden. Die Arbeit wird dabei eine vergleichende Betrachtung der Stiftungen der Konvente in und um Nimwegen vornehmen. Damit soll versucht werden, nachzuvollziehen, wer stiftete und aus welchen Gründen. In einem nächsten Schritt soll dies Rückschlüsse auf die Beziehung zwischen Bettelorden und städtischen Gruppierungen erlauben, also den Anschluss an die Leitfrage ermöglichen.
Im Schlussteil werden die Ergebnisse zusammengetragen und geprüft, welche Ergebnisse des allgemeinen Teils auf Nimwegen anwendbar sind.
Zum Thema Bettelorden und ihrer Geschichte gibt es unzählige Werke. Dennoch wurde meist nur historiographisch gearbeitet und vor allem in älteren Werken über die Entstehungszeit berichtet. Hier spielen die beiden größten Orden, die Franziskaner und Dominikaner, die wichtigste Rolle. Darüber hinaus beschäftigen sich die meisten Arbeiten mit den Bettelorden in Italien oder dem Reich.
