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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit, Note: 1,7, Universität Regensburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Unterschiedliche Wahrnehmung des Bioterrorismus: Terrorismus und Biowaffen stellen in der heutigen Zeit eine der größten Bedrohungen für die internationale Sicherheit dar. Der Alptraum wäre aber eine Kombination dieser beiden Bedrohungen und dies scheint – laut Aussage von Präsident George Bush – eine reale Möglichkeit zu sein: „Bioterrorismus ist eine wirkliche Bedrohung für unser Land. Er ist eine Bedrohung für jede Nation, die die Freiheit liebt. Terroristische Gruppen bemühen sich um den Besitz biologischer Waffen; wir wissen, dass einige Schurkenstaaten bereits über sie verfügen (...) Biologische Waffen sind die potenziell gefährlichsten Waffen auf der Welt (Geißler 2003: 1). Neben der Befürchtung eines Einsatzes von nuklearen Waffen durch Terroristen ist seit den neuesten Entwicklungen in der Molekular- und Gentechnologie auch die Angst vor einem Bio – Waffenanschlag gestiegen. Seit den Anschlägen der AUM Sekte 1995 in Tokio, der Al Quaida auf das World Trade Center 2001 sowie den darauf folgenden Milzbrand – Attentaten geht es nicht mehr um die Frage ob sich Terroristen der Bio – Waffen bedienen werden, sondern nur noch um das wann und wie eines solchen Anschlages. Andererseits gehören die Biowaffenforschung der AUM Sekte und die Milzbrandbriefe zu den Ausnahmen und blickt man zurück, so war es das Ziel der Terroristen, dass viele Menschen hinschauen aber jedoch nicht, dass viele Menschen sterben (vgl. Kelle / Schaper 2001:I). Auch die Flugzeuganschläge auf das World – Trade Center verdeutlichen, dass Terroristen noch nicht über die möglichen Techniken verfügen, Massenvernichtungswaffen effizient einzusetzen und somit in erster Linie auf konventionelle Waffen zurückgreifen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Ansichten will ich in meiner Hausarbeit die Frage erörtern wie hoch die Bedrohung eines terroristischen Anschlages mit Bio – Waffen einzuschätzen ist. Zuerst werde ich die Ursachen für die neue Wahrnehmung der bioterroristischen Bedrohung aufzeigen und darauf aufbauend die getroffenen Präventionsmaßnahmen näher erläutern. Danach werde ich aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse eine Einschätzung über das Risiko und die Auswirkungen eines Anschlages geben und mögliche Lösungsansätze zur Bekämpfung des Problems erläutern.
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Veröffentlichungsjahr: 2007
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Universität Regensburg Wintersemester 06/07
Lehrstuhl für Politikwissenschaft Hauptseminar:
Sicherheitspolitik im Zeitalter der Globalisierung: Herausforderungen und Strategien in Deutschland und der Europäischen Union
Bioterrorismus - eine neue
Torsten Klimpel
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Terrorismus und Biowaffen stellen in der heutigen Zeit eine der größten Bedrohungen für die internationale Sicherheit dar. Der Alptraum wäre aber eine Kombination dieser beiden Bedrohungen und dies scheint - laut Aussage von Präsident George Bush - eine reale Möglichkeit zu sein: „Bioterrorismus ist eine wirkliche Bedrohung für unser Land. Er ist eine Bedrohung für jede Nation, die die Freiheit liebt. Terroristische Gruppen bemühen sich um den Besitz biologischer Waffen; wir wissen, dass einige Schurkenstaaten bereits über sie verfügen (...) Biologische Waffen sind die potenziell gefährlichsten Waffen auf der Welt (Geißler 2003: 1).
Neben der Befürchtung eines Einsatzes von nuklearen Waffen durch Terroristen ist seit den neuesten Entwicklungen in der Molekular- und Gentechnologie auch die Angst vor einem Bio - Waffenanschlag gestiegen. Seit den Anschlägen der AUM Sekte 1995 in Tokio, der Al Quaida auf das World Trade Center 2001 sowie den darauf folgenden Milzbrand - Attentaten geht es nicht mehr um die Frageobsich Terroristen der Bio - Waffen bedienen werden, sondern nur noch um daswannundwieeines solchen Anschlages. Andererseits gehören die Biowaffenforschung der AUM Sekte und die Milzbrandbriefe zu den Ausnahmen und blickt man zurück, so war es das Ziel der Terroristen, dass viele Menschen hinschauen aber jedoch nicht, dass viele Menschen sterben (vgl. Kelle / Schaper 2001:I). Auch die Flugzeuganschläge auf das World - Trade Center verdeutlichen, dass Terroristen noch nicht über die möglichen Techniken verfügen, Massenvernichtungswaffen effizient einzusetzen und somit in erster Linie auf konventionelle Waffen zurückgreifen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Ansichten will ich in meiner Hausarbeit die Frage erörtern wie hoch die Bedrohung eines terroristischen Anschlages mit Bio - Waffen einzuschätzen ist.
Zuerst werde ich die Ursachen für die neue Wahrnehmung der bioterroristischen Bedrohung aufzeigen und darauf aufbauend die getroffenen Präventionsmaßnahmen näher erläutern. Danach werde ich aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse eine Einschätzung über das Risiko und die Auswirkungen eines Anschlages geben und mögliche Lösungsansätze zur Bekämpfung des Problems erläutern.
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„Eine biologische Waffe ist eine Waffe, deren Waffenwirkung auf der Freisetzung eines biologischen Kampfstoffes beruht. Ein biologischer Kampfstoff ist ein Bakterium, Virus oder Toxin, dessen Waffentauglichkeit auf seiner biologischen, nämlich krankmachenden, Wirkung beruht“ (Schäfer 2002: 7). Während Viren und Bakterien die Fähigkeit zur Selbstproduktion haben, sind Toxine, hochgiftige Substanzen, die auf organischem Ursprung aufbauen (Schlangen- und Pflanzengifte).
Terroristen haben aus zwei Gründen den Einsatz von Biowaffen bisher gemieden: Erstens fehlten ihnen die technischen Möglichkeiten, um Kampfstoffe effizient herzustellen und zweitens lag es nicht im Interesse von terroristischen Organisationen, andere Gesellschaften auszulöschen. Warum sich diese zwei Aspekte gewandelt haben, werde ich im folgenden näher erläutern.
Der Wunsch, biologische Waffen militärisch effizient einzusetzen, war zu Zeiten des zweiten Weltkrieges am stärksten vorhanden, jedoch erkannte man schnell, dass solche Kampfstoffe große Unzulänglichkeiten aufwiesen. Dabei gaben zwei Gründe den Hauptausschlag für das Scheitern von Biowaffen in der Vergangenheit.
