Bittere Sünde - Liselotte Roll - E-Book

Bittere Sünde E-Book

Liselotte Roll

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Beschreibung

Als eine grausam misshandelte Leiche gefunden wird, tappt der ermittelnde Kommissar Kalo im Dunkeln. Erst ein Blick in die Vergangenheit des Opfers bringt dunkle Geheimnisse ans Licht. Ist Rache das Motiv für den Mord? Je näher Kalo der Wahrheit kommt, desto größer wird auch die Gefahr für ihn und seine Familie ...

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LISELOTTE ROLL

BITTERE SÜNDE

Kalo ermittelt

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Ulrike Brauns

Zu diesem Buch

Hast du schon einmal geträumt, dass du stirbst? Nein, hast du nicht. Du hast vielleicht gedacht, jetzt sterbe ich, hast noch einen tiefen Atemzug getan – und bist aufgewacht. Erst an dem Tag, an dem du wirklich stirbst, wirst du es erfahren. Aber dann wirst du niemandem mehr davon erzählen können …

An den Küchentisch gefesselt, mit einem Messer malträtiert und die Genitalien mit kochendem Wasser verbrüht – so grausam zugerichtet wird die Leiche von Erik Berggren in seinem Schrebergartenhäuschen gefunden. Das Opfer führte eigentlich ein zurückgezogenes Leben, und es existieren keinerlei Hinweise, dass Erik sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Kommissar Magnus Kalo steht vor einem Rätsel! Als auch Eriks Mutter auf ähnlich entsetzliche Art und Weise attackiert wird, beginnt Kalo, die Vergangenheit der Familie zu untersuchen, was erste Anhaltspunkte bringt: Eriks Vater soll zur Zeit der Militärjunta in Argentinien ein Mädchen gefoltert und vergewaltigt haben. Ist Rache das Motiv für die Taten? Kalo dringt immer tiefer in eine Welt aus Schmerz und Gewalt ein, während der Täter bereits weitere Pläne schmiedet. Er will Kalo da treffen, wo er am verletzbarsten ist: bei seiner Familie…

Für meine Familie, durch die ich immer wieder

über mich hinauswachse

Hast du schon einmal geträumt, dass du stirbst?

Nein, hast du nicht. Du hast vielleicht gedacht, jetzt sterbe ich, hast noch einen tiefen Atemzug getan – und bist aufgewacht. Den eigentlichen Moment des Todes aber und das, was danach kommt, hast du nicht erlebt. Denn in letzter Sekunde hast du die Augen aufgeschlagen, nach Luft geschnappt und warst erleichtert, dass dein Herz noch schlägt.

Noch nie hat jemand von seinem eigenen Tod geträumt und davon erzählen können. Wieso ist das so? Wieso kann der Traum nicht weitergehen? Der Fantasie sind doch keine Grenzen gesetzt. Aber vielleicht sollst du eben nicht wissen, wie es ist. Erst an dem Tag, an dem du wirklich stirbst, wirst du es erfahren. Aber dann wirst du niemandem mehr davon erzählen können.

Für manch einen kommt dieser Tag eher als erwartet.

PROLOG

Rücklings auf den Küchentisch gefesselt erwachte Erik Berggren aus dem letzten Rausch seines Lebens. Verwirrt blinzelte er in die absolute Finsternis, die ihn umgab.

Es war so dunkel, dass er nicht mal die Hand vor Augen hätte sehen können, wäre es ihm denn überhaupt möglich gewesen, sie zu bewegen. Tatsächlich waren seine Hand- und Fußgelenke fest an die vier Tischbeine geknotet. Erik schrie laut auf und blickte wild um sich. Doch egal, wie sehr er sich auch anstrengte, er konnte nichts erkennen … Aber er hörte etwas. Jemand atmete ganz in seiner Nähe. Beobachtete ihn. Musterte ihn.

Da er vom Gin noch ganz benebelt war, dauerte es eine Weile, bis er die richtigen Worte fand. Als sie endlich aus ihm herausbrachen, klang seine Stimme krächzend und schrill. »Was soll das? Wer sind Sie?«

Keine Antwort, nur Schweigen.

Und dann wurde ihm grob ein Stück Klebeband auf den Mund gedrückt. Ein scharfer Plastikgeruch drang ihm in die Nasenlöcher, und Panik überrollte ihn wie ein donnernder Güterzug.

Unbeholfen versuchte er, sich zu befreien, doch durch sein Zerren schnitten ihm die Fesseln nur noch tiefer in das vom Alkohol aufgedunsene Fleisch. Er wand sich. Keuchend rang er nach Atem, und seine blutunterlaufenen Augen füllten sich zum ersten Mal seit vielen Jahren mit salzigen, brennenden Tränen. Durch die Dunkelheit fühlte er sich wie in einem traumähnlichen Vakuum, wo nur der Schmerz real war. Es war mucksmäuschenstill, doch eine unbestimmte Gefahr schien im Raum zu schweben. Die Luft vibrierte geradezu.

Schüttelfrost ließ Eriks massigen Körper erzittern. Er wollte schreien, wollte damit bewirken, dass, wer auch immer bei ihm war, aufhörte, doch er konnte nicht. Kein Ton kam über seine Lippen, was nicht nur an dem Stück Klebeband lag.

Er war wie paralysiert vor Angst. Schweißtropfen perlten in seinen grauen Haaransatz. Der ganze Raum schien den Atem anzuhalten in Erwartung dessen, was als Nächstes geschehen würde.

Erik wollte nur noch, dass der schneidende Schmerz an den Gelenken nachließ. Nichts anderes zählte in diesem Moment, gar nichts. Er lauschte seinem eigenen Atem. Das schnelle, aufgeregte Pfeifen, das aus seiner Nase kam, glich einer lustigen Melodie. Irgendwie hatte dieses Geräusch sogar etwas Beruhigendes in dieser so stillen Finsternis.

Aber plötzlich kam noch etwas anderes dazu. Ein leises Knacken und ein … ein Rauschen? Er erstarrte. Das Geräusch wurde lauter, steigerte sich allmählich zu einem Heulen. Es klang, als würde jemand zu einem Wahnsinnschrei ansetzen, doch dann fing einfach nur etwas an zu kochen. Irgendwo inmitten der Finsternis platzten Blasen wie kleine Knallerbsen. Es dauerte, bis er zuordnen konnte, was er da hörte. Als es ihm bewusst wurde, zog sich sein Herz zu einem steinharten Klumpen zusammen.

Er unternahm einen letzten, trostlosen Versuch, sich loszureißen, setzte seinen Körper so sehr unter Spannung, dass er sich bogenförmig vom Tisch hob. Die Schmerzen waren unvorstellbar. Seine Gelenke hielten dem Druck fast nicht stand. Die Haut riss ein, doch die Nylonseile lockerten sich keinen Millimeter. Mit einem schmerzvollen Stöhnen landete sein schwerer Körper wieder auf der Tischplatte. Er hatte aufgegeben. Die Zeit hatte aufgehört zu existieren, es gab nur noch den Schmerz.

Er wartete.

Und da kam es. Das Wasser.

Das Gefühl, wie sich die Hitze durch seine Haut fraß, war so extrem, dass sein ganzer Körper zu zucken begann. Das Klebeband dämpfte zwar seine qualvollen Schreie, trotzdem klang es so, als würde er weinen.

Erik schloss die Augen und versank. Gegen seinen Willen versank er, fiel, wirbelte wie in Blatt verloren im Herbstwind. Er fror, doch der Dämmerzustand verschaffte Linderung. Statt Schmerzen tauchten nun Erinnerungen auf, tanzten wie Glühwürmchen durch das Zimmer.

Er war wieder auf dem Hof, schon oft hatten seine Träume ihn wieder hergeführt. Er stand dort auf dem Kies und betrachtete das rote Wohnhaus. Die schwarze Katze strich ihm sanft um die Beine. Der Nebel hatte sich zu einem dunklen grauen Schleier verdichtet, eine raue Kälte herrschte an diesem Tag im Spätherbst. Der Himmel über dem Haus war schwefelgelb verfärbt. Bald würde die Sonne untergehen. Zu dieser Jahreszeit ging sie sehr früh unter, manchmal sogar, bevor er überhaupt aus der Schule heimkam.

Erik beugte sich zu der Katze hinab und streichelte ihr über den Rücken. Es war eine sehr schöne, kleine Katze mit rundem Gesicht und Augen, die Ruhe ausstrahlten. Ganz anders als er, mit seinem kantigen Aussehen und dem unsteten Blick. Wäre er eine Katze, wäre er vermutlich ein verlauster Streuner, dachte Erik, während seine Hand durch das Fell des Tieres strich. Er ließ sich die flauschigen Haare durch die Finger gleiten. Wie weich sie war, wie Seide.

Die Katze schnurrte zufrieden mit halb geschlossenen Augen. Gerade, als er das Gesicht in dem kuscheligen Pelz vergraben wollte, hörte er etwas. Jemand weinte, da war ein leises, jammerndes Weinen. Einen Augenblick lang hielt er inne, dann folgte er langsam und zögerlich dem Geräusch.

Der Kies knirschte unter den Schuhsohlen, während er sich der Scheune näherte. Doch das bemerkte er gar nicht, weil seine Gedanken zu beschäftigt waren mit dem Weinen und der Unruhe, die an ihm nagte wie eine tollwütige Ratte. Was erwartete ihn wohl dort drinnen?

Erik holte tief Luft und legte die Hand auf den Türgriff. Reglos verharrte er einen Moment, dann schob er die Scheunentür vorsichtig einen Spaltbreit auf. Sicher ahnte er bereits, was ihn erwartete, aber er konnte es trotzdem nicht lassen.

Er zog Schwierigkeiten an wie das Licht die Motten. Alles andere wäre ihm auch seltsam vorgekommen, er hatte sich daran gewöhnt, dass der Alltag die Hölle war. Jeder Tag ein neues Fegefeuer.

In der Scheune war es zwar dunkel, aber weil Tageslicht durch die Lücken zwischen den Holzlatten drang, konnte man Umrisse ausmachen. Er musste ein paar Mal blinzeln, bis ihm klar war, was er dort sah.

Ein Mädchen saß auf einem Stuhl, das Gesicht nass von Tränen und Rotz. Er wäre so gerne einfach weggelaufen, aber er konnte seinen Blick von ihrem entsetzten Gesicht einfach nicht lösen und stolperte ein paar Schritte in die Scheune.

Dann traf ihn auch schon der Schlag, sofort schmerzte der Kopf und die Beine gaben unter ihm nach, als wären sie aus Papier. Er stürzte vornüber auf den schmutzigen Stallboden und schürfte sich die Hände auf. Er wusste, dass er nicht entkommen konnte. Aus den Augenwinkeln bemerkte er die wohlbekannte Silhouette, und sie machte ihm mehr Angst als alles andere.

»Du bleibst!« Hart und scharf schnitten die Worte durch die Dunkelheit.

Es war zu spät.

Erik hatte nie gewusst, wieso er so geworden war, wie er war. Jetzt, an diesen Tisch gefesselt, verstand er es plötzlich, und es machte ihn traurig. Er blinzelte. Die Szene in der Scheune verschwand dahin, woher sie gekommen war, und ein starker Lichtstrahl traf auf seine geschlossenen Lider. In seinem Kopf hämmerte es wie wild, und er fürchtete, sich übergeben zu müssen. Wer hatte ihm gestern die Tüte mit dem Schnaps auf die Stufen gestellt? Zwei Flaschen Gin, Gordon’s London Dry. Er hatte seinen Augen kaum getraut … aber wer machte denn so was? Er wusste es nicht.

Tief in ihm drin warnte ihn eine leise Stimme, die Augen besser nicht zu öffnen, sie lieber fest geschlossen zu halten. Aber sein benebelter Verstand wusste nicht, warum, und darum schlug er mühsam die Lider auf und blickte geradewegs in die Gartenlaube. Hinter ihm war eine Kerze angezündet worden, schwach zeichneten sich in ihrem Schein die Konturen des Mobiliars ab. Glücklich war er nie gewesen, doch nun, da sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hing, spürte er den starken Wunsch, weiterzuleben.

Seine Augen füllten sich mit Tränen, während sich im flackernden Licht eine Gestalt näherte. Eine andere Gestalt, eine andere Zeit, und doch war es die gleiche Szene. Jetzt war es gleich vorbei, mehr würde nicht kommen. Er sah den Wasserfleck an der Decke, als sein Herz durchstochen wurde. Und dann nichts mehr.

TEIL EINS

Donnerstag, 16. Oktober

1

Magnus und Linn kamen erst nach Mitternacht ins Bett. Und dann lagen sie lange schweigend wach und wälzten sich unruhig hin und her. Ab und zu strömte kühle Nachtluft durch das geöffnete Fenster und streifte sie wie eine erfrischende Brise. Magnus drehte sich auf die Seite. Er konnte Linns Anspannung spüren, wie sie da neben ihm lag. Gerade rührte sie sich zwar nicht, aber er wusste, dass sie wach war, das verrieten ihr schneller Atem und der verkrampfte Körper.

Er streckte die Hand aus und berührte sie. Ihr Nachthemd war warm und seidenweich. Vorsichtig ließ er seine Hand auf ihrer Hüfte ruhen, bevor er sie langsam streichelnd auf Entdeckungsreise über Linns Körper schickte. Sie murmelte schlaftrunken. Der Duft ihrer Haare erregte ihn. Er küsste ihren Mund, ihre Wangen, ihren Hals, und kurz darauf lagen sie einander zugewandt unter der Decke. Jeden Augenblick konnte eins der Kinder hereingerannt kommen und sie unterbrechen, trotzdem konnten sie es nicht lassen. Obwohl sie in den vergangenen Jahren viel durchgemacht hatten, war ihnen die Leidenschaft nie abhandengekommen.

Bald lagen sie erschöpft nebeneinander. Linn küsste Magnus auf die Wange. Seine Bartstoppeln pikten leicht. Mondlicht fiel durch die Jalousie auf sein attraktives Gesicht. Die großen, grünen Augen, die so entschlossen aussehen konnten, das strubbelige, dunkle Haar, das allmählich feine graue Strähnen bekam. Nichts ließ erahnen, dass er mal ein schmächtiger, kleiner Junge mit dicken Brillengläsern gewesen war. Er hatte alle typisch männlichen Attribute. Linns Mutter hatte ihn einmal als richtiges Mannsbild bezeichnet, und so wirkte er wohl auf die meisten. Linn sah in ihm einfach den Menschen, den sie liebte. Sie hatte sich nie sonderlich für Kategorien wie männlich oder weiblich interessiert.

»Schlaf jetzt, wir werden sicher bald wieder geweckt«, flüsterte er sanft.

»Hmm …« Linn hatte schon die Augen geschlossen, durch die feinen Lachfalten sah sie sogar im Schlaf fröhlich aus.

Magnus stellte den Wecker. Morgen musste er wieder zur Arbeit. Er seufzte enttäuscht. Jedes Mal, wenn er ein paar Tage am Stück zu Hause gewesen war, fiel es ihm schwer, wieder arbeiten zu gehen. Manchmal fühlte es sich so an, als würde er sich damit selbst Gewalt antun. Da war diese komische Enge in der Magengegend, die sich allmählich verstärkte, bis er einen leichten Druck auf dem gesamten Brustkorb spürte. Wo war seine Motivation geblieben? Er war schließlich einmal stolz darauf gewesen, Polizist zu sein, und hatte Freude daran gehabt, Menschen zu helfen. Mittlerweile kam es ihm so vor, als würde er durch einen Sumpf aus Dreck paddeln und sich nur noch Mühe geben, selbst nicht allzu schmutzig zu werden.

Alle seine Gefühle mischten sich zu einem klebrigen Brei. Die Enttäuschung und Wut über die Selbstsucht der Menschen vermengte sich mit dem Kummer, den er für alle Opfer empfand. Wie war es mit ihm, diesem Durchschnittstyp aus dem Vorort, bloß so weit gekommen? Seine Vorstellungen mussten wirklich naiv gewesen sein. Das Einzige, was ihn die Zeit gelehrt hatte, war, dass es nie besser wurde. Dem Bösen konnte man das Handwerk nicht legen. Ein bisschen war das, wie einen Apfelbaum zu beschneiden. Im nächsten Frühjahr erwarteten einen nur noch mehr Triebe als im Vorjahr. Gestörte Eltern würden weiterhin gestörte Kinder aufziehen, und so würde es bis in alle Ewigkeit weitergehen. Die Kriminellen, die ihre Straftaten nicht auf eine schwere Kindheit schieben konnten, waren sogar noch schlimmer. Das waren in der Regel richtig kaputte Gestalten. Doch welche Alternative gab es für ihn, wenn er den Polizeiberuf hinschmiss? Er hatte keine Ahnung.

Er schlang die Decke fester um sich und drehte sich entmutigt zu Linn. Eine blonde Strähne war ihr ins Gesicht gefallen, vorsichtig strich er sie ihr hinters Ohr. Wie schön, dass es sie gab. Sie war der richtige Mensch für ihn. Sie war intelligenter als er, doch das machte ihm nichts aus. Ihre wilden Launen und ihre immer wieder neuen Blickwinkel auf alles machten sein Leben spannend. Und er gab ihr die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Es war eine unausgesprochene Übereinkunft zwischen ihnen, und sie funktionierte.

2

»Moa und Elin sind krank.« Magnus hob entschuldigend die Hände. Er war zwanzig Minuten zu spät, und sein Kollege Roger Ekman warf ihm einen grimmigen Seitenblick zu, während sie das Institut für Rechtsmedizin betraten.

Magnus’ Haare standen in alle Richtungen ab, und er hatte dunkle Ringe unter den Augen. Irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, dass Roger sich darüber amüsierte.

»Was uns erwartet, ist nicht gerade lustig«, sagte Roger.

»Etwa noch schlimmer als sonst?«

»Leider ja. Du weißt sicher schon, dass die Leiche in einer Gartenlaube gefunden wurde, nehme ich an. Aber noch nicht, wie, oder? Gefoltert, mit Seilen an den Küchentisch gefesselt.«

»Aha.« Magnus schaute finster drein.

Roger hatte den Blick auf seine schmutzigen Turnschuhe gesenkt. »Bist du denn jetzt zurück … oder nimmst du noch mehr frei wegen der Kinder?«

»Nein, nein, Linn bleibt den Rest der Woche zu Hause.«

Magnus wurde mal wieder bewusst, wie satt er Rogers Launen hatte. Sie arbeiteten seit fast zwölf Jahren zusammen, und in all den Jahren hatte ihr Verhältnis extrem geschwankt. Roger konnte zwar ein richtig guter Freund sein, meist empfand Magnus ihn jedoch als anstrengenden Mistkerl, dem er am liebsten aus dem Weg ging. Aber so war das wohl mit zwischenmenschlichen Beziehungen bei ihm. Im Rückblick betrachtet liefen die nie wie geschmiert. Wenn ihm jemand zu nahe kam, reagierte er oft abweisend und unsicher, außer bei Linn natürlich.

Roger räusperte sich. »Gut, dann bringe ich dich mal auf den neusten Stand. Das Opfer heißt Erik Berggren, war gerade mal vierzig, Frührentner, Alkoholiker mit einer leichten Entwicklungsstörung. Es sieht so aus, als hätte er das ganze Jahr über in der Schrebergartenanlage von Eriksdalslunden gewohnt. Die Laube gehört seiner Mutter.«

Magnus nickte. »Was hielten denn die anderen Schrebergärtner davon?«

»Na, wirklich gestört hat er eigentlich niemanden. Allerdings gab es wohl Versuche, ihn loszuwerden.«

»Ach, manche Leute sind so verdammt kleingeistig. Darüber muss sich jetzt dann wohl keiner mehr Sorgen machen.« Magnus lächelte schief und drückte die Klinke der Tür zum Obduktionssaal hinunter.

Das Neonlicht war ungemütlich kalt, doch die Rechtsmedizinerin Eva Zimmer schenkte ihnen ein sonnig warmes Lächeln, als sie ihren Blick von der vor ihr liegenden Leiche hob. Dabei entblößte sie zwei Reihen reizend schiefer Zähne.

»Einen wunderschönen guten Morgen.«

Sie nahm einen großen Bissen von einer Zimtschnecke.

»Möchtet ihr auch? Ich hab noch ein paar.«

Doch weder Magnus noch Roger stand gerade der Sinn nach süßem Gebäck.

»Na, wie ihr wollt. Aber nur, dass ihr Bescheid wisst: Das sind keine von diesen trockenen Supermarktdingern, die hier sind vom Bäcker.«

Die beiden Kommissare mussten lächeln.

Die Rechtsmedizinerin legte die Zimtschnecke beiseite, wandte sich dem hinteren Obduktionstisch zu und riss mit einem dramatischen Ruck das Laken herunter.

Magnus wurde es kurz flau. Auf dem Tisch lag ein nackter Mann, die Haut übersät mit Brandblasen. An manchen Stellen hatte sie sich komplett gelöst und gab den Blick auf das rohe Fleisch frei.

»Furchtbarer Anblick, oder?« Eva schüttelte bekümmert den Kopf. »Der Täter hat ihn mit kochendem Wasser übergossen, noch bevor er tot war. Er wurde einfach verbrüht.«

Magnus zwang sich, seine Sinne auf den Leichnam zu konzentrieren, der bleich war wie eine Wachsfigur.

»Aber nur unterhalb der Gürtellinie …«, warf Magnus mit angewiderter Miene ein.

»Was ist das?«, fragte Roger und deutete auf eine Stichwunde im Brustkorb.

»Das ist vermutlich die Todesursache«, schlug Magnus vor.

»Ich meinte auch eher die Form der Wunde, die ist doch sehr ungewöhnlich.«

Eva legte den Kopf schief.

»Ich bin noch nicht dazu gekommen, sie mir näher anzusehen. Aber es stimmt schon, die Form ist ungewöhnlich. Ich melde mich bei euch, sobald ich mehr weiß. Auch zum Todeszeitpunkt. Bisher schätze ich, dass er ungefähr eine Woche tot war, bevor er gefunden wurde.«

Roger beugte sich über die Wunde und betrachtete sie genau. Seine Augen glitzerten interessiert hinter der breiten Brillenfassung.

Den Rest des Vormittags verbrachte Magnus mit Routineüberprüfungen. Er versuchte, Erik Berggrens Personalausweis und andere Papiere ausfindig zu machen. Unter normalen Umständen hätte er noch nachgeforscht, ob Kreditkarte oder Handy des Opfers benutzt worden waren, doch in Erik Berggrens Fall gab es weder das eine noch das andere. Erik schien ein Leben am äußersten Rand der Gesellschaft geführt zu haben.

Magnus hatte sich gerade wieder an den Schreibtisch gesetzt, als ihm bewusst wurde, dass das Kribbeln in seinen Beinen schlimmer war als sonst. Allmählich sollte er sich wirklich einen Termin beim Arzt holen und überprüfen lassen, was dahintersteckte. Aber obwohl ihn dieses unangenehme Gefühl bereits seit mehreren Monaten begleitete, konnte er sich noch immer nicht dazu aufraffen, zum Arzt zu gehen.

Er schielte zu seinem Handy, drei neue Nachrichten. Alle waren von Linn, ihre Stimme klang von Nachricht zu Nachricht angespannter. Am liebsten wäre er heimgefahren, um sie zu unterstützen, aber Roger würde vermutlich ausflippen, sollte er das nur andeuten, also riss er sich zusammen. Er war sich durchaus im Klaren darüber, dass er die Grenzen für angemessenes Verhalten bereits extrem strapazierte. Er kam fast immer zu spät, ging meist früh und machte noch dazu sehr lange Mittagspausen, um dem Büro zu entkommen. Es lag nicht daran, dass er ein schlechter Polizist war, er war einfach nur so unglaublich müde und erschöpft. Es grenzte an ein Wunder, dass Linn und er letzte Nacht überhaupt die Kraft für Sex hatten aufbringen können, dachte er. Ein wahres Wunder.

3

Um die Mittagszeit konnte man allmählich die Sonne hinter der dichten Wolkendecke erahnen. Magnus lief an ein paar voll besetzen Restaurants vorbei, bevor er sich für einen Inder in Kungsholmen entschied. Die farbigen Lichterketten an den Wänden versetzten ihn unmittelbar in eine Art Weihnachtsstimmung. Der Geruch starker Gewürze hing wie Nebel im Lokal, und das dumpfe Stimmengewirr war so dicht, dass man es fast hätte zerschneiden können. Magnus war zufrieden, selbst wenn er nach dem Essen wieder Magenschmerzen bekommen würde. Das lag am Chili, aber weil es so gut schmeckte, nahm er das in Kauf.

Obwohl er ständig alles Mögliche aß, hatte er immer Hunger. Das lag vermutlich an seinem Stoffwechsel. In der Schule war er bis zur Oberstufe der Kleinste und Dünnste gewesen. Die anderen hatten ihm deshalb den wenig schmeichelhaften Spitznamen »Skelett« gegeben. Wenngleich die Schulkrankenschwester ihm in Aussicht gestellt hatte, dass seine Wachstumskurve sich eher am unteren Ende der Skala orientieren würde, hatten Kakao und dick belegte Stullen ihre Wirkung nicht verfehlt, und so war er doch noch in die Höhe geschossen und letztendlich zwei Meter groß geworden. Einzig seine dünnen Waden verrieten, wie sein Körper ursprünglich einmal gebaut gewesen war.

Schon zitternd vor Hunger schob er seinen muskulösen Körper durch das gut gefüllte Restaurant und ließ sich an einem kleinen, runden Tisch im hinteren Bereich nieder.

Sein dampfendes Tikka Masala war gerade gebracht worden, als Roger anrief.

»Der Obduktionsbericht ist da. Wir haben jetzt sofort Lagebesprechung.«

»Aber … Mein Essen ist gerade gekommen.«

»Dann hau mal rein, die anderen sind nämlich schon da.«

Magnus massierte sich resigniert mit der freien Hand das Gesicht. »Gut, ich mache mich auf den Weg.«

Nach drei schnellen Bissen stand er auf und zahlte.

4

Magnus, Roger und die noch relativ frischgebackene Kriminalkommissarin Sofie Eriksson saßen zusammengezwängt in dem kleinen Besprechungszimmer, jeder eine dampfende Kaffeetasse vor sich, als Hauptkommissar Arne Norman hereinkam. Er sah zufrieden aus. Erst kürzlich war er aus dem Urlaub von den Kanarischen Inseln zurückgekehrt, und nun wirkten seine Haare fast weiß im Kontrast zu seiner tiefen Sonnenbräune.

»Herzlich willkommen. Der Konferenzraum war leider schon belegt, weshalb wir uns hier zusammenquetschen müssen, aber das wird schon gehen«, sagte Arne und lächelte.

Sofie warf ihm einen Blick voller Bewunderung zu, und Magnus fand, dass sie fast schon übertrieben viel Motivation an den Tag legte. Aber Arne stand auf Speichellecker, insofern hatte sie gute Chancen, seine Favoritin zu werden.

»Ich versuche mal, die Ausgangslage zusammenzufassen«, setzte Arne an. »Wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie bitte im Anschluss. Mich bringt es immer total raus, wenn ich unterbrochen werde. Zunächst möchte ich lobend erwähnen, dass von den Kollegen gestern bereits vortreffliche Vorarbeit geleistet wurde. Wir übernehmen eine solide Basis. Leider müssen wir zu viert klarkommen, alle anderen befassen sich mit dem Mord an dem ehemaligen Neonazi, der vergangene Woche in Nacka tot aufgefunden wurde. Ich versuche aber, so schnell wie möglich weitere Ermittler dazuzugewinnen.«

Arne nahm einen Stift in die Hand und schrieb Einzelheiten an das große Whiteboard an der Wand.

»Also, das Opfer heißt Erik Berggren. Er wurde vor etwas über einem Tag tot in der Gartenlaube seiner Mutter in Eriksdalslunden aufgefunden, und zwar von Lennart Wingedahl, einem pensionierten Informatiker. Ihm gehört das Nachbargrundstück, und mehr als Nachbarn scheinen die beiden auch nicht gewesen zu sein.«

Magnus hob eine Augenbraue. »Wie hat er ihn gefunden?«

»Wingedahl hat ausgesagt, dass die Tür zu Berggrens Laube ein paar Tage lang offen gestanden und im Wind geschlagen hat, deshalb wollte er mal nach dem Rechten sehen.«

»Wann genau?«

»Gestern Morgen. Eigentlich war er zur Schrebergartensiedlung gefahren, um Äpfel zu ernten, aber dann kam ihm das alles doch irgendwie verdächtig vor. Er fand das Opfer dort an den Küchentisch gefesselt vor. So steht es jedenfalls in seiner Zeugenaussage von gestern. Heute Nachmittag kommt er her, und da verhören wir ihn natürlich noch einmal.«

Arne sah Roger auffordernd an, der widerwillig brummte. »Ja, klar. Das übernehme ich.«

»Gut. Wingedahl hat nur ein paar Schritte in die Laube gemacht, sagt er. Das heißt, der Tatort könnte noch mehr zu bieten haben. Das gesamte Grundstück und ein Teil des angrenzenden Kieswegs wurden abgesperrt, und die Spurensicherung war natürlich schon vor Ort.«

Magnus trank einen Schluck von seinem Kaffee und gab sich Mühe, interessierter auszusehen, als er war. Dass Säufer das Zeitliche segneten, war nicht wirklich ungewöhnlich. Selbst wenn er sich das nicht eingestehen wollte, funktionierte das mit dem Mitleid bei ihm nach einer gewissen Rangfolge. Am schlimmsten fand er es selbstverständlich, wenn Kinder betroffen waren. Um verstorbene Süchtige im fortgeschrittenen Alter weinte er selten.

Arne fuhr fort: »Die Leiche lag seit ungefähr einer Woche dort. Laut Obduktionsbericht sieht es so aus, als habe der Stich in die Brust zu Eriks Tod geführt. Zuvor wurde er jedoch mit kochendem Wasser misshandelt, das ihm auf das Geschlechtsteil gegossen wurde. Dort weist die Haut schwere Verbrennungen auf. Ob er bei Bewusstsein war bevor er starb, lässt sich nicht sagen.«

»Sonst noch was?« Roger lehnte sich vor.

»Ja, es wurde Verwesungsflüssigkeit aus dem Auge untersucht. Der Alkoholgehalt war wahnsinnig hoch. Zum Teil beruht das wohl auf der Bakterienaktivität, die produzieren ja postmortal eine ganze Menge Alkohol.«

Magnus sah angewidert aus. »Wieso holen die das Zeug denn bitte aus dem Auge? Diese Flüssigkeit müsste sich doch auch noch an anderen Stellen sammeln?«

Arne zuckte mit den Schultern. »Da ist sie wohl am wenigsten verunreinigt. Wie dem auch sei, wir können jedenfalls davon ausgehen, dass Erik zum Zeitpunkt seines Todes stark alkoholisiert, um nicht zu sagen: sternhagelvoll war. Und Lennart Wingedahl behauptet, das war auch sonst keine Seltenheit.«

Arne ließ den Blick über seine Zuhörerschaft schweifen. Zu seiner Enttäuschung knibbelte Magnus desinteressiert an der Schreibtischkante und Roger starrte sehnsüchtig Richtung Ausgang.

Er seufzte laut.

»Außerdem hat Eva Zimmer die Stichwunde untersucht. Zwar konnte sie die Waffe noch nicht genau bestimmen, aber fest steht, dass es weder ein Messer noch irgendeine Art Schraubenzieher war. Sie meldet sich, sobald sie sich sicher ist. Und viel mehr wissen wir augenblicklich noch nicht. Die kriminaltechnische Untersuchung läuft noch. Ich schlage vor, nach weiteren Zeugen zu suchen.«

Er wandte sich an die kleine Gruppe. »Sofie, kannst du im Archiv ähnliche Fälle recherchieren und außerdem überprüfen, zu wem Erik Berggren privat Kontakt hatte?«

Sofie nickte.

»Roger, du verhörst Wingedahl, wie schon gesagt, und dann kannst du eigentlich gleich auch noch die anderen Schrebergärtner befragen, wenn du sowieso schon dabei bist.«

»Das wird ganz schön viel Zeit kosten, insgesamt stehen da rund hundertvierzig Lauben«, protestierte Roger.

»Hast du was Besseres vor?«

Roger schob heftig den Stuhl zurück und erhob sich. »Nein.«

»Dann ist ja gut.«

Arne bemühte sich, die Kontrolle über seine Gesichtszüge nicht zu verlieren. Er wollte unbedingt vermeiden, dass seine Kollegen sahen, wie nervös ihn kleine Rebellionen dieser Art machten.

»Magnus, würdest du die Mutter des Opfers über seinen Tod in Kenntnis setzen? Sie heißt Gunvor Berggren und wohnt in einem Altersheim namens Vårdbo in Åkersberga … Und frag sie mal ein bisschen aus. Vielleicht weiß sie ja irgendwas«, fügte er noch etwas lahm hinzu.

5

Obwohl die Sonne nun leicht schien, lag eine beißende Kälte in der Luft. So, als würde der Winter schon in Angriffsstellung verharren, um sich bei nächster Gelegenheit mit seinen eisigen Fingern auf den rot glühenden Herbst zu stürzen und ihm den Todesstoß zu versetzen. Magnus konnte sich nicht entscheiden, ob er sich auf den grauweißen Dämmerschlaf der Natur freuen oder sich sofort seiner alljährlichen Winterdepression hingeben sollte.

Er holte den Straßenatlas aus dem Handschuhfach und schlug die Seite mit Åkersberga auf. Das Altersheim Vårdbo lag direkt im Zentrum und würde nicht schwer zu finden sein. Die bevorstehende Aufgabe vermieste ihm jedoch die Stimmung.

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