Black Box Afrika - Hans Christoph Buch - E-Book

Black Box Afrika E-Book

Hans Christoph Buch

4,8

Beschreibung

Ruanda, Liberia, Sudan, Kongo. Die Hiobsbotschaften aus den Krisengebieten Afrikas überschlagen sich seit etwa zehn Jahren. Zwar sind die Täter und Opfer für gewöhnlich schnell ausgemacht. Zahl und Ziele sogenannter Befreiungsbewegungen aber sind kaum mehr identifizierbar, die Ursachen der kriegerischen Auseinandersetzungen bleiben meist dunkel. Hans Christoph Buch versteht es, die entscheidenden Faktoren der katastrophalen Entwicklungen aufzuzeigen, auch wenn sie oft erst im Rückblick transparent werden. Etwa in Ruanda: Kürzlich wurde die Black Box eines 1994 beim Landeanflug auf Kigali abgeschossenen Flugzeugs wiederentdeckt. Die Interpretation der darin gefundenen Daten wirft ein düsteres Licht auf den vom Westen gestützten früheren Anführer der Tutsi- Befreiungsfront und heutigen ruandischen Präsidenten Kagame. Der soll mit dem Abschuß der Maschine ein mögliches Friedensabkommen verhindert haben, das den Konflikt zwischen Hutu und Tutsi gegebenenfalls entschärft hätte. Mit Billigung der USA hat Kagame in den vergangenen Jahren die rohstoffreiche Kiwu-Provinz im Osten des Kongo unter Kontrolle gebracht und damit das benachbarte einstige Riesenreich nachdrücklich destabilisiert. Hans Christoph Buch hat die Krisenregionen Afrikas regelmäßig bereist. In 'Black Box Afrika' kann er daher aus unmittelbarer Anschauung über die Hintergründe der verheerenden Konflikte, u.a. in Kongo, Sudan, Liberia, berichten. Seine Reportagen und Essays bieten einen Schlüssel zum Verständnis der politischen und kulturellen Verwerfungen auf dem afrikanischen Kontinent.

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Hans Christoph Buch

BLACK BOX AFRIKA

Ein Kontinent driftet ab

© 2006 zu Klampen Verlag · Röse 21 · D-31832Springe

[email protected] · www.zuklampen.de

Umschlag: Matthias Vogel (paramikron), Hannover,

unter Verwendung eines Theaterplakats

zu Wole Soyinkas Bearbeitung

des Stückes »König Ubu« von A.Jarry

Satz: thielen VERLAGSBÜRO, Hannover

(Gesetzt aus der Linotype Aldus)

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2014

ISBN 9783866743465

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische

Daten sind im Internet über ‹http://dnb.ddb.de› abrufbar.

Hans Christoph Buch, Jahrgang 1944, Erzähler, Essayist und Reporter, lebt, wenn er nicht gerade auf Reisen ist, in Berlin. In den vergangenen Jahren sind von ihm erschienen: Blut im Schuh (2001), Wie Karl May Adolf Hitler traf (2003) und zuletzt, bei zu Klampen, Standort Bananenrepublik (2005).

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Hans Christoph Buch

Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit– Anstelle eines Vorworts

*

Kollateralschaden Kongo– Versuch, deutschen Lesern eine afrikanische Tragödie zu erklären

Trompeten der Nacht– Unterwegs im Herzen der Finsternis

Postskriptum: Der Kongo im Spiegel europäischer Reiseberichte

*

„Hier viele, viele Massaker…“– Burundi, Ruanda und der ungesühnte Völkermord

Postskriptum : Zur juristischen Aufarbeitung des Völkermords

*

„Sie finden immer einen Grund, dich zu töten…“– Augenschein in Liberia

Postskriptum: Licht am Ende des Tunnels?

*

Blinde Passagiere auf einem sinkenden Schiff– Eine Reise von Freetown nach Monrovia

Postskriptum: Hoher Besuch

*

Verfluchtes Land Sudan– Bericht aus dem Epizentrum des Hungers in Bahr El Ghazal

Postskriptum: Brüchiger Frieden

*

Bitte nicht ins Füllhorn tuten !– Warum Armutsbekämpfung keine Geldfrage ist

Vor den Menschen sterben die Tiere– Darfur und kein Ende

Postskriptum : Von der ethnischen Säuberung zum Völkermord

*

Nachbemerkung

*

Textnachweise

*

Fußnote

Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit

Anstelle eines Vorworts

1

Fünfzig Jahre nach Beginn der Entkolonialisierung fällt die Bilanz ernüchternd aus. Die hochfliegenden Träume der Vorkämpfer der Unabhängigkeit wurden nirgendwo auch nur im Ansatz verwirklicht, und die Einheit des Subkontinents blieb ein frommer Wunsch oder eine in Festreden beschworene Utopie. Trotz überreicher Ressourcen und seines gewaltigen Arbeitskräftepotenzials ist Afrikas Wirtschaft in einem so desolaten Zustand, daß Dritte-Welt-Experten das Wort Entwicklung aus ihrem Vokabular strichen und das Entwicklungshilferessort umtauften in Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die politisch korrekte Umbenennung ändert nichts an Daten und Fakten, die das Gegenteil des Einholens oder gar Überholens belegen, nämlich eine rückläufige Entwicklung, die Afrikas koloniale Vergangenheit, verglichen mit der Gegenwart, fast schon idyllisch wirken läßt.

Dabei stand die Entkolonialisierung zunächst unter einem guten Stern. Afrikas Politiker der ersten Stunde waren weitsichtige Staatsmänner, was man von ihren Nachfolgern kaum behaupten kann, und es ist bezeichnend, daß und wie viele von ihnen in Komplizenschaft mit der früheren Kolonialmacht ermordet oder kaltgestellt worden sind: Patrice Lumumba, Amilcar Cabral und Kwame Nkrumah– um nur drei Namen zu nennen. Letzter Überlebender dieser Generation ist Nelson Mandela, der den Widerstand gegen die Apartheid nicht bloß gepredigt, sondern glaubhaft vorgelebt hat: Ohne sein moralisches Engagement wäre Südafrika in Chaos und Bürgerkrieg versunken– die von Mandela geschaffene Wahrheitskommission ist der beste Beleg dafür.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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