Blut und Rüben - Uwe Voehl - E-Book

Blut und Rüben E-Book

Uwe Voehl

4,4
7,99 €

oder
Beschreibung

Der Engländer Oliver Dylan Dickens erbt eine Waldschänke im Teutoburger Wald, samt britischem Butler und lippischer Haushälterin. Die Schänke gehörte seinem Großonkel, den er nicht besonders gut kannte. Der Onkel scheint keines natürlichen Todes gestorben zu sein: Seine Leiche wurde am Ufer des Sees aufgefunden - und nun ist auch noch der Kopf verschwunden! Der Tod gibt allen Rätsel auf. Und kurz darauf taucht die nächste enthauptete Leiche auf. Gemeinsam mit dem Journalisten Moritz Morgenstern stürzt sich Dickens in die Ermittlungen. Bald stellt er fest, dass er einer bizarren Verschwörung auf der Spur ist, bei der es nicht nur um Köpfe und Rüben, sondern um Millionenbeträge geht ... Exklusiv mit einem kulinarischen 3-Gänge-Rübenmenü von dem bekannten TV-Koch Ralf Zacherl!

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 409




Uwe Voehl

BLUT

UND

RÜBEN

Lübbe Digital

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG erschienenen Werkes

Lübbe Digital in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG

Originalausgabe

Copyright © 2011 by Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln

Textredaktion: Monika Hofko, München

Lektorat: Ruggero Leò

Rezept am Ende des Buches: Ralf Zacherl

Titelillustration: © getty-images/Jonathan Kantor;

© shutterstock/Pablo H Caridad

Umschlaggestaltung: Gisela Kullowatz

Datenkonvertierung E-Book:

Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-8387-0489-0

Sie finden uns im Internet unter

www.luebbe.de

Bitte beachten Sie auch: www.lesejury.de

MEINER FAMILIE

»DER TEUTOBURGER WALDLIEGTNICHTAM ARSCHDER WELT – ABERMANKANNIHNSCHONSEHEN.«

(Zitat unbekannter Herkunft)

I. AUFSTELLUNG

Selig sind die geistig Armen,

denn sie stecken nie die Nase

in den Brunnenschacht des Lebens

voll gefährlich gift’ger Gase

(Christian Morgenstern)

»Hier isse, die Rübe!«, sagte der Dicke.

»Du bist so blöd wie ein Haufen Scheiße! Was soll das? Habe ich dir gesagt, du sollst ihn hierher bringen?«

»Dachte, du wolltest ihn dir mal angucken.«

»Reicht mir, dass ich ihn lebend schon nicht mehr ertragen konnte. Jetzt bringst du Idiotenschädel mir seinen Kopf!«

»Seine Rübe!«, kicherte der Dicke.

Das Glitzern in den Augen des Dicken gefiel dem anderen nicht. Es hatte etwas Unberechenbares. Er überlegte, ob es richtig war, ihn noch länger am Leben zu lassen. Zu großes Risiko. Und er hätte die Verwandtschaft des Dicken am Hals. Und wenn es aussah wie ein Unfall?

»Jetzt schaff den Kopf dorthin, wohin ich es dir aufgetragen habe!«

»Willst du ihn dir nicht erst angucken?«

»Hab ich doch gesagt: Nein!«

Der Dicke knallte die Tüte demonstrativ auf den Tisch. Es erzeugte einen platschenden Laut, so als würden sich darin ein paar Kilo Gehacktes befinden. Tatsächlich prangte auf der Plastiktasche der Name einer stadtbekannten Metzgerei.

»He, sei vorsichtig, den Kopf brauchen wir noch!«, sagte der andere. Allmählich hatte er es satt, sich mit dem Idioten abzugeben.

»Hackfresse!«, grinste der. »Dem macht nichts mehr was aus!«

»Hör zu, du bringst jetzt den verdammten Kopf weg!«

»Erst musst du ihn dir angucken.«

»Was ist das denn für ein Spiel?«

»Mein Spiel.« Das Grinsen war aus dem Gesicht des Dicken verschwunden.

»Und danach bringst du ihn weg, klar?«

»Klar.«

Der andere beugte sich über die Tüte. Der Gestank, der daraus entwich, war unbeschreiblich. Dennoch zwang er sich, einen Blick hineinzuwerfen.

Es war nicht viel zu erkennen: Es sah tatsächlich ein bisschen aus wie eine rohe Fleischmasse. Mit zwei Augen darin, die ihn irgendwie anstarrten. Aus der Wunde am Hals baumelte allerhand Zeug heraus.

Es ist nur Fleisch. Totes Fleisch, sagte er sich.

Aber er wusste, dass die Augen ihn noch lange verfolgen würden. Scheiße.

»So, das reicht, du Arschloch. Zufrieden?«

»Geht so.«

»Was heißt: geht so?«, äffte der andere ihn nach. »Jetzt verschwinde endlich!«

»Warum bringst du ihn eigentlich nicht zur Ruine hoch?«

»Ich? Bist du bescheuert?«

»Nein, im Ernst: Warum soll ich immer den ganzen Scheiß machen?«

»Weil wir das so abgesprochen haben.«

»Wir haben nichts abgesprochen.«

Der andere seufzte. Allmählich verlor er die Geduld. »Na schön«, sagte er schließlich, »mal hören, was die Polizei dazu meint, wenn sie dich mit dem Kopf aufgreifen. Die stecken dich in die Klapse – lebenslänglich ...« Er holte sein Handy hervor und tat so, als würde er eine Nummer wählen.

Der Dicke wurde plötzlich ganz friedlich. »Lass das, war doch nur ein Witz!«

»Ich mag solche Witze aber nicht!«

»Leg den Hörer weg!«

»Erst wenn du endlich abhaust. Mitsamt der Tüte.«

»Leg den Hörer weg!«

»Erst ...«

Der Dicke sprang los. Bevor der andere reagieren konnte, hatte sein Gegner ihm das Handy aus der Hand geschlagen. Dann spürte er dessen Faust im Magen. Er klappte zusammen. Ein weiterer Schlag traf ihn im Nackenwirbel. Er ging zu Boden, krümmte sich.

»Das machst du nie wieder, hörst du?«, heulte der Dicke. »Hörst du?«

Mit jedem »Hörst du?« trat er zu.

Der andere ächzte: »Hör auf! Ich mach es nicht wieder! Versprochen!«

Der Dicke ließ von ihm ab.

»Ich gehe jetzt«, sagte er. »Ich nehm die Tüte mit.«

»Ich danke dir.«

Erst als der Dicke gegangen war, rappelte der andere sich auf.

Das konnte schiefgehen. Das konnte verdammt schiefgehen.

Er hatte nicht gewusst, dass er es mit einem Irren zu tun hatte.

Er musste ihn aus dem Weg räumen. Bald.

Sehr bald.

1.

Die Störche waren zurückgekehrt. Trotz der Kälte, wie die stets fröhliche Steffi Klug von Teuto Eins verkündete. Sie hörte sich derart munter an, dass ich ihr den Hals hätte umdrehen können. Wir schrieben den kältesten April seit gefühlten tausend Jahren, und ich beschloss, dem Radiowecker zu trotzen und mich tiefer in meine Bettdecke zu kuscheln. Dennoch war ich gezwungen, mit halbem Ohr die weiteren Nachrichten mitzuhören.

In Bielefeld hatte ein sogenanntes Rollkommando, allesamt Bodybuilder aus dem Türstehermilieu, einen Rechtsanwalt bedroht.

In Petershagen hatte ein unter Mordverdacht stehender Schornsteinfegermeister ausgesagt, eine Stimme habe ihm befohlen, sein Opfer mit der Axt zu töten.

Das Hermannsdenkmal wurde für Touristen bis auf Weiteres gesperrt, da sich mehrere Steine gelöst hatten und Gefahr für Leib und Leben der Besucher nicht ausgeschlossen wurde.

Im Teutoburger Wald hatten Archäologen bei Ausgrabungen an der Falkenburg mehr als ein Dutzend Wolfsangeln gefunden ...

Meine Gedanken schweiften ab. Steffis neunmalkluge Stimme trat in den Hintergrund. Wolfsangeln, was war das noch einmal?

»... war geplant, die Wolfsangeln im Laufe des Jahres in Herne auszustellen, wo das LWL-Archäologiemuseum unter dem Motto ›Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen‹ die Ergebnisse der fünfjährigen Grabung auf der Stammburg der einstigen Edelherren zur Lippe in Detmold präsentiert ...«

Ich war drauf und dran, aufzustehen und einen anderen Sender einzustellen, als Steffi Klug endlich zur Sache kam und in ihrem munteren Ton darüber plapperte, dass man die Wolfsangeln doch nicht weitergegeben habe. Zwei waren nämlich abhandengekommen.

Steffi stutzte. Aber nur kurz, bevor sie fortfuhr:

»Hier ist noch eine brandneue Meldung hereingeflattert ...«

In den Morgenstunden hatte man Ludwig L. aufgefunden. Das heißt, seinen Kopf. Die gute Steffi verkaufte sogar diese Meldung wie einen besonders fröhlichen Guten-Morgen-Gruß. Trotzdem war ich jetzt hellwach.

»Die Polizei ermittelt zurzeit. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Teuto Eins, bleiben Sie dran!«

Es folgte Lena Meyer-Landshut mit Satellite, und damit war der Morgen für mich endgültig gelaufen.

Das Telefon klingelte. Es war mein Vetter Armin.

»Hast du das eben im Radio gehört? Sie haben Ludwigs Kopf gefunden!« Er klang aufgeregt. Aufgeregt und am Boden zerstört zugleich.

»Ich habe es gehört, aber vielleicht ist er es ja gar nicht.« Ich wusste nicht, was ich weiter sagen sollte.

Mein Beileid? Dazu war es vielleicht noch etwas zu früh. Noch stand ja gar nichts fest. Es war nur eine Meldung im Radio ...

»Er ist tot!«, sagte Armin. Es klang wie eine düstere Prophezeiung und in diesem Fall schien sie bereits eingetroffen zu sein.

»Soll ich zu dir kommen?«, fragte ich.

»Nein, aber du musst dich darum kümmern. Ich muss wissen, ob es wirklich sein Kopf ist, den man gefunden hat. Du warst doch früher Journalist.«

Journalist, was hieß das schon? Die Zeiten waren lange vorbei.

»Warum rufst du nicht selbst bei der Polizei an«, schlug ich vor.

Er lachte auf. Es klang nicht fröhlich. »Ich und die Polizei. Du weißt genau ...«

»Also schön, ich kümmere mich darum. Aber ich kann nichts versprechen.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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