Verlag: Carlsen Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

BookElements 2: Die Welt hinter den Buchstaben E-Book

Stefanie Hasse  

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E-Book-Beschreibung BookElements 2: Die Welt hinter den Buchstaben - Stefanie Hasse

**Pass auf, was du liest, denn du könntest dich plötzlich im Buch wiederfinden…**
Endlich ist alles so, wie es sein sollte: Die Buchhelden bleiben in ihren Romanen, die Leser verfügen frei über ihre Fantasie und die Wächter der Bibliotheca Elementara sind zu ganz normalen Menschen geworden. Doch dann verschwinden ausgerechnet die beiden Bücher, die den Anfang und das Ende aller Geschichten markieren. Lin ist außer sich. Als auch noch ihre Fähigkeiten wiederkehren und Buchfiguren mit ominösen Botschaften an die Wächter herantreten, wird ihr klar, dass die Buchwelt an Macht gewonnen hat. Doch es ist bereits zu spät. Auch Lin wird der Realität entrissen und befindet sich plötzlich in »Otherside«, dem Buch, das ihr Herz schon einmal durcheinandergebracht hat…

//Textauszug:
Was waren Jugendbuchzicken? Ich kannte Zicken wie Ophelia, die waren auch in meinem Land nicht gerade selten gewesen, aber Jugendbuchzicken? Was war ein Jugendbuch? Auch Maximilian und Ophelia hatten das Wort »Buch« erwähnt. Ich runzelte die Stirn. »Ty, was ist ein Buch?«, fragte ich, auch wenn mir das Wort Schmerzen bereitete. Ty schrak zusammen und hob den Finger vor den Mund. »Sag es nicht so laut«, ermahnte sie mich. »Es ist lange her, dass jemand darüber gesprochen hat. Es ist verboten.«//

//Alle Bände der fantastischen Bestseller-Reihe:
-- BookElements 1: Die Magie zwischen den Zeilen
-- BookElements 2: Die Welt hinter den Buchstaben
-- BookElements 3: Das Geheimnis unter der Tinte
-- BookElements: Alle drei Bände in einer E-Box//

Die BookElements-Reihe ist abgeschlossen.

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E-Book-Leseprobe BookElements 2: Die Welt hinter den Buchstaben - Stefanie Hasse

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Im.press Ein Imprint der CARLSEN Verlag GmbH © der Originalausgabe by CARLSEN Verlag GmbH, Hamburg 2015 Text © Stefanie Hasse, 2015 Lektorat: Elisabeth Mahler Umschlagbild: shutterstock.com / © Kjetil Kolbjornsrud / © Nikiparonak / © d13 Umschlaggestaltung: formlabor Gestaltung E-Book-Template: Gunta Lauck Schrift: Alegreya, gestaltet von Juan Pablo del Peral Satz und E-Book-Umsetzung: readbox publishing, Dortmund

Für alle, die für die Buchwelt kämpfen. Für alle, die dafür sorgen, dass die Fantasie grenzenlos bleibt. Für alle, die sich in Büchern verlieren. Für all die Fictionmates dort draußen.

Polog

Jeden Tag ging ich an der mehrfach gesicherten Vitrine vorbei, die im wahrsten Sinne des Wortes mein bisheriges Leben beinhaltete. Instinktiv griff ich mir dabei an das nach unten zeigende Dreieck an meiner Halskette. Das Symbol der Luft. Automatisch überkam mich ein Hauch von Melancholie.

Bis vor einem Dreivierteljahr war diese Kette noch magisch gewesen, wie so vieles andere in meinem Leben. Ich hatte einen Job, der auf ganz besondere Weise mit Büchern zu tun hatte: Offiziell war ich in der Stadtbibliothek für die Archivierung alter Bücher zuständig gewesen. In Wahrheit jedoch hatte ich mich mit meinem Team von Elementar-Wächtern Nacht für Nacht auf die Suche nach Vampiren, Werwölfen und allerlei anderen Fantasy-Gestalten gemacht, die aus ihren Büchern herausgelesen worden waren.

Direkt neben den ›Chroniken der Wächter‹ lag in einer weiteren Vitrine ein altes, in rotes Leder gebundenes Buch ohne Titel. Ich hatte es damals ›Otherside‹ genannt, nach der fiktiven Welt, in der die Geschichte des Helden Zac spielte. Mein Magen verkrampfte sich bei dem Verrat, den er an mir begangen hatte. Ich war mir damals so sicher gewesen ernsthaft in ihn verliebt zu sein – in eine Buchfigur! Als ich bemerkt hatte, dass ich einer jahrelang eingefädelten Intrige meiner vermeintlich besten Freundin Ty auf den Leim gegangen war, war es beinahe zu spät gewesen.

Im Laufe der Jahrzehnte hatte sich die Buchwelt verändert. Die Fantasie, die grenzenlos hätte sein sollen, war immer weiter eingeschränkt worden, hatte Grenzen bekommen. Nur aufgrund dieser Veränderung hatten wir Wächter überhaupt existiert – um einen weiteren Nebeneffekt der nun existierenden Grenzen wieder einzufangen: Buchfiguren, die Leser aus ihren Lieblingsbüchern herausgelesen hatten.

Doch die Buchfiguren waren nicht die einzigen, die diesen Zustand ausgenutzt hatten: Thyra, die Tochter des fünften Elements – genauer gesagt der dunklen Seite des fünften Elements! – hatte sich als meine beste Freundin Ty in mein Leben geschlichen und mich stetig manipuliert.

Ich schüttelte den Kopf und strich über die gläserne Vitrine von ›Otherside‹. Hätten wir es nicht im letzten Moment geschafft, die Menschen zum Lesen zu bringen und ihre Fantasie zu öffnen, wären die Realität und die Buchwelt kollidiert – und nur eine der beiden Welten hätte diesen Zusammenprall überlebt.

Nun war es an uns, den ehemaligen Wächtern, dafür zu sorgen, dass die Fantasie grenzenlos blieb. Jeder von uns hatte also einen neuen Job zugewiesen bekommen. Aber auch wenn uns das Lesen so viel Magisches und Übernatürliches bot, fehlte mir mein Element. Mir fehlte das Wesen, in das ich mich noch vor einem Jahr hatte verwandeln können. Als wäre ein Teil meiner Seele für immer verschwunden und nichts als Leere zurückgeblieben.

Ich ließ beide Hände sinken, der Dreiecks-Anhänger baumelte an meinem Dekolleté.

Eine sanfte Brise strich mir über die Haare. Ich seufzte beim Gedanken daran, dass diese nur noch von einem geöffneten Fenster und einem zarten Luftzug stammen konnte.

1. Kapitel

Es war eine schlechte Idee gewesen, für Lin einzuspringen. Eine ganz, ganz schlechte Idee. Ric starrte in die erwartungsvollen Gesichter einer Horde Drei- bis Fünfjähriger, die ihm mehr Angst machten als sämtliche Vampire, Dämonen und Werwölfe zusammen, die er in all den Jahren als Wächter bekämpft hatte.

Nachdem alle Wächter ihre magischen Fähigkeiten verloren hatten und nicht mehr auf die Jagd nach Seelenlosen gehen mussten, war vom Hohen Rat der Bibliothekare eine langfristige Umorganisation beschlossen worden: Nach wie vor katalogisierten sie Bücher, hielten sich auf dem Laufenden. Aber ihre Hauptarbeit bestand darin, die Fantasie zu fördern und weiterhin dafür zu sorgen, dass sie grenzenlos blieb. So dass nicht noch einmal dasselbe geschah wie im vergangenen Jahr.

Ric hatte sich vom ersten Moment an geweigert mit Kindern – oder überhaupt irgendjemandem – zusammenzuarbeiten. Die Kleinen heulten schon los, wenn er sie auch nur ansah, obwohl er sein freundlichstes Lächeln aufsetzte.

»Wenn du sie anlächelst wie das Biest Belle, kann das nichts werden«, hatte Lin lachend gesagt. »Du siehst aus, als würdest du sie fressen wollen.«

Wenn die Kinder Ric weiterhin so anstarrten, wäre das eine Überlegung wert. Er kniff die Augen zusammen und die Minis wichen instinktiv ein paar Zentimeter zurück. Irgendwie war das lustig. Er verkniff sich ein »Buh!«, und kramte das alte Märchenbuch hervor, das Lin ihm gegeben hatte. Heute stand »Dornröschen« auf dem Plan. Er setzte gerade zum »Es war einmal …« an, als sich ein kleines, in zu viel Rosa gekleidetes Mädchen räusperte.

Knurrend fixierte Ric sie. Seine Augen machten Kindern Angst. Sie waren golden, was sich auch nicht verändert hatte, als das Feuer ihn verlassen hatte. Das Mädchen schrak zurück. Er wollte ihr keine Angst machen, er war ja schließlich kein Kinderschreck, auch wenn Lin oder seine Schwester Natalia das oft behaupteten. Aber Ric konnte einfach nicht abschätzen, wie die Zwerge reagierten – ganz im Gegensatz zu einer wild gewordenen Bella oder einem Typen aus hellem Licht, die er binnen Sekunden zu Staub und Asche verwandelt und so in ihre Bücher zurückgeschickt hatte.

Das rosafarbene Mädchen hielt seinem Blick jedoch stand, was er als Herausforderung sah. »Lin trägt immer den Hut, wenn sie uns vorliest«, sagte sie mindestens fünf Oktaven zu hoch für seine Ohren.

»Was?«

»Den Hut!«, riefen nun alle anderen Zwerge wie eine wild gewordene Horde Monster. Während sie weiterhin »Hut, Hut, Hut« skandierten, sprang das rosa Mädchen auf und zog aus einem Schrank einen Spitzhut mit rosafarbenem Tüll.

»Niemals!«, sagte Ric kopfschüttelnd.

Das rosa Monster trat nun mit dem rosafarbenen Hut auf ihn zu und ließ sich selbst von dem Grollen, das in seiner Kehle aufstieg und klang wie der Motor seines Diabolos, nicht aufhalten.

Er sprang auf und die Luft knisterte. Wenn er sich nicht hundertprozentig sicher gewesen wäre, dass alle Elementarkräfte verloren waren, hätte er sein Auto darauf verwettet, dass er Kaminfeuer roch. Doch das war unmöglich.

2. Kapitel

»Bitte, Ric«, flehte ich beinahe. »Sei kein Drache.« Ich stand von seinem Bett auf und ging in Richtung Badezimmer, in dem sich mein Freund gerade befand.

Es fühlte sich auch nach all der Zeit noch komisch an, ihn so zu nennen. Wir hatten so viel durchgemacht und eigentlich hätte man eine eigene Bezeichnung für ihn erfinden sollen. Denn ganz gleich, wie viele Tausend Bücher ich gelesen hatte, keiner dieser Typen konnte mit ihm mithalten. Natürlich behielt ich dieses Geheimnis für mich. Denn an Selbstbewusstsein mangelte es Ric nach wie vor nicht und solche Neigungen sollte man nicht noch unterstützen.

»Nie wieder«, grummelte er stur, als er nur mit Jeans bekleidet aus dem Zimmer trat und sich mit einem Handtuch die Haare trocken rubbelte. Ich versuchte mich nicht zu sehr von seiner nackten Brust ablenken zu lassen, doch zu spät. Mein Blick klebte daran fest wie das Wort Julia an Romeo. Ich musste tatsächlich überlegen, was ich sagen wollte.

Ric warf das Handtuch achtlos auf den Boden und trat auf mich zu. Seine goldenen Augen hielten mich in ihrem Bann. Dort drin sah ich noch immer das Feuer, das er einst materialisieren konnte. Und es brannte für mich. Die Luft zwischen uns knisterte, und als seine Hände mein Gesicht umfassten, übertrug sich dieses Kribbeln auf meinen ganzen Körper. Seine Augen funkelten, sein Gesicht kam immer näher. Mein Herz hämmerte wie verrückt, und ich war nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu erwidern.

»Ich liebe dich, Lin.«

Dieser miese Drache wusste einfach, wie er mich zum Schweigen bringen konnte. Während mein Inneres noch schnulzige Ohs und Hachs von sich gab, versuchte ich meine fünf Sinne wieder einzusammeln: Riechen – nichts als Rics sportliches Duschgel. Sehen – gab es noch etwas anderes als Rics goldene Augen? Fühlen – pure Elektrizität, für die Ric gesorgt hatte. Hören – nichts als mein Herz, das voller Erwartung aus meiner Brust zu springen drohte. Schmecken – da war doch noch was!

»Ich liebe dich wirklich.«

Er kam immer näher, und auch der letzte meiner Sinne freute sich darauf, von ihm vereinnahmt zu werden. Widerstand war zwecklos, daher gab ich meinem verräterischen, Ric-umnebelten Körper nach und schloss die Augen. Die Zeit schien sich zu dehnen wie in den vielen Kussszenen aus Büchern. Ich spürte seinen Atem auf meinen schon leicht geöffneten Lippen, seine Wärme – die dann ganz plötzlich verschwunden war. Zusammen mit seinen Händen, was eine stechende Kälte an meinen Schläfen hinterließ.

Erschrocken öffnete ich die Augen.

Ric lächelte amüsiert.

Ich hingegen funkelte ihn an, und mir lagen schon die wildesten Beschimpfungen auf der Zunge, doch er kam mir zuvor.

»Ich liebe dich wirklich, aber wenn du mich noch einmal zwingst drachentötende rosa Monster zu unterhalten, gibt es Kussentzug.« Während ich innerlich kochte, lächelte er siegessicher.

»Wenn das so ist, dann darf derjenige heute in meinem Bett übernachten, der für mich einspringt.« Ich reckte das Kinn in die Höhe und unterdrückte ein Schmunzeln.

»Das würdest du nicht tun«, knurrte er, packte mich an den Oberarmen und warf mich aufs Bett.

Ich quiekte vor Schreck wie meine alte Elementargestalt, ehe der Laut von seinen Lippen erstickt wurde. Nur mein dünnes Top trennte mich von seinem nackten Oberkörper, als er sich langsam auf mich senkte. Ich spürte seine Brustmuskulatur, seinen Herzschlag direkt über meinem. Das Grollen in seiner Kehle war noch immer eine Mischung aus Drachen und Mann, und ich konnte ohne Elementarkraft einfach nicht genug Energie aufbringen, mich ihm zu widersetzen. Es war den Versuch nicht wert.

»Niemals«, rief ich lachend. »Ich würde niemals auch nur an einen anderen denken.«

»Das will ich hoffen«, grinste er überlegen und sah mich dabei eindringlich an. Etwas leiser fügte er hinzu: »Das hoffe ich wirklich.« Nun küsste er mich um des Kusses willen, und ich spürte, dass der letzte Satz nicht irgendwie so dahergesagt war. Er hatte sich diesen Schutzpanzer aus Überheblichkeit und Arroganz so viele Jahre nach dem Tod seiner Eltern aufgebaut, hatte all die Zeit gedacht, allen, die er liebte, würde etwas Schreckliches zustoßen. Dabei war auch daran meine »beste« Freundin Ty schuld gewesen.

Sein Kuss war nicht länger neckend, sondern voller widersprüchlicher Gefühle. Ich schmeckte den Schmerz über all die Verluste, das Verlangen, das Ric zu übermannen drohte, und genoss die bittersüße Mischung. Seine rechte Hand wanderte seitlich mein T-Shirt entlang bis zum Saum, während er sich mit der linken neben meinem Kopf abstützte. Gänsehaut breitete sich auf meiner Haut aus, als seine Hand unter das Shirt fuhr und seine Fingerspitzen über meine Taille strichen. Hatte ich mich ernsthaft wehren wollen?

Meine Hände wanderten gerade seinen muskulösen Rücken hinab, als es an der Tür klopfte. Ric richtete sich auf.

»Ich hätte ihr nie erlauben sollen hier einzuziehen«, knurrte er.

Ohne eine Antwort abzuwarten, öffnete Natalia die Tür und trat herein. Jeder Fremde hätte erkennen können, dass die beiden Geschwister waren, sie hätten sogar als zweieiige Zwillinge durchgehen können, trotz des Altersunterschieds. Natalia hatte lange, schwarze Haare und sah aus wie eine typische Italienerin, auch wenn ihre Familie vor mehreren Generationen ausgewandert war. Nur die Augen waren anders: Die Iris, deren Gold ich bei Ric von Anfang an so faszinierend gefunden hatte, war bei ihr ein helles Blau, das beinahe weiß erschien. Natalia war die Begabteste unter allen Elementaren gewesen, die lichte Seite des fünften Elements, das alle anderen Fähigkeiten in sich vereinte.

Nachdem sie damals verschwunden war, hatten Rics Eltern die Suche nach ihr mit dem Tod bezahlt. Ty/Thyra hatte nicht nur die beiden, sondern zuvor auch Natalia getötet. Was Ty glücklicherweise nicht gewusst hatte: Natalia hatte in ihren Elementen weitergelebt, bis Elizabeth – ihr dunkles Gegenstück in der Buchwelt – ihren Körper wieder aus der Kryostase geholt hatte. Nach dem Kampf um ebenjenen, den Natalia gewonnen hatte, war sie wieder ein Mensch wie jeder andere geworden. Nur mit dem Unterschied, dass sie die vergangenen Jahre als so etwas wie ein Geist verbracht hatte. Nun gab es einiges aufzuholen.

Was sich in der ganzen Zeit jedoch nicht verändert hatte, war ihr mieses Timing. Ich setzte mich auf, zog mein T-Shirt nach unten und strich mir mit den Fingern durch die Haare.

Mit einem Schnauben kommentierte Natalia die Röte auf meinen Wangen. »Habt ihr denn keine anderen Freizeitbeschäftigungen? Ihr verhaltet euch wie zwei schlechte Jugendbuchcharaktere!«

»Nur weil du nichts Besseres zu tun hast, als uns zu stalken, müssen wir nicht damit aufhören.« Ric zog mich fest an sich und gab mir demonstrativ einen langen Kuss, der meinen Kopf erneut umnebelte. »Du verdirbst mir den Sieg.«

»Sieg? Über Lin?« Nat schüttelte den Kopf.

»Es war kein Sieg … Ich wollte …« Da kam mir eine Idee. »Würdest du heute meinen Dienst übernehmen? Ich muss unbedingt zu meinen Eltern.« Nun sah ich Natalia flehend an.

»Ich bin heute zur Führung eingetragen«, antwortete sie kopfschüttelnd. »Tut mir leid.«

»Die würde Ric sicher gerne übernehmen.« Mit fragend erhobenen Augenbrauen sah ich meinen Freund an.

Der ließ sich nach hinten fallen und fuhr sich seufzend mit beiden Händen übers Gesicht. »Von mir aus.«

Gewonnen!, jubelte meine innere Stimme.

»Wollen wir zusammen fahren?«, schlug Nat ihrem Bruder vor. »Sonst ist ja nie Platz in deinem winzigen Auto.«

Oh, oh. Noch bevor Ric etwas dazu sagte, stellte sich mein Kopf den Feuergeruch vor, den er in einem solchen Moment immer verbreitet hatte. Es glich für ihn einer Beleidigung seiner Person, wenn man etwas Negatives über den Diabolo sagte. Der Duft nach Lagerfeuer wurde stärker. Erinnerungen konnten auf wirklich verblüffende Weise lebhaft sein …

»Winzig?« Rics Stimme überschlug sich fast. »Du bezeichnest einen Diabolo GT mit Sechslitermaschine, V12-Motor und 575 PS als ›winzig‹?« Er schnappte nach Luft. »Er war zu der Zeit der schnellste Seriensportwagen der Welt!«

Die Ungläubigkeit in seinem Gesicht wäre ein Foto wert gewesen. Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.

»Was nutzen dir über 500 PS, wenn du nicht einmal deine Schwester mit zur Arbeit nehmen kannst? Hm?« Ihr Kinn war herausfordernd nach oben gereckt. Was war ich froh, dass ich keine Geschwister hatte.

»Es reicht schon, dass du überhaupt im selben Haus wohnen darfst wie der Diabolo«, schnaubte Ric – wer etwas gegen seinen Wagen sagte, hatte es sich mit seinem Besitzer sofort verscherzt – und murmelte leise etwas von »unwürdig«.

Trotz all der Sticheleien liebte er seine Schwester, das wusste ich. Er hatte so viele Jahre damit verbracht, nach ihr zu suchen, weil er nie daran geglaubt hatte, dass sie tot war. Doch seit Natalia bei ihm eingezogen war, hatte sie alles durcheinandergebracht. Nicht zuletzt platzte sie stets dazwischen, sobald Ric und ich etwas Privatsphäre bevorzugten. Ihr Timing war einfach schrecklich, und je öfter sie uns bei jugendbuchuntauglichen Aktivitäten unterbrach, desto mehr ärgerte Ric sich über sein Angebot, Natalia könne vorübergehend bei ihm wohnen.

Leider dauerte dieses vorübergehend nun schon fast ein Jahr. Ich mochte Natalia wirklich gerne, aber irgendwann wollte ich meinen Drachen auch mal wieder für mich allein – nicht nur in meiner Wohnung, in der ich mich seit der Sache mit Ty nur ungern aufhielt. Ich beschloss Ric noch einmal darauf anzusprechen, dass er mit Natalia reden sollte, anstatt sie ständig giftig anzusehen.

Um die Zankerei der beiden vorerst zu unterbrechen, bedankte ich mich überschwänglich bei Natalia und drückte Ric zum Abschied einen schnellen Kuss auf den Mund. Ich wollte nicht länger warten und mich endlich meiner Familie stellen.

***

Es war schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal bei meinen Eltern gewesen war. Wenn möglich, beschränkte ich den Kontakt auf Telefonate. Seit ich den Elementartest bestanden hatte, war die Beziehung zu meiner Mutter konstant schlechter geworden. Natürlich war ich damals ein Teenager und wohl in dem Alter, das man als rebellische Phase bezeichnete. Wenn man dann jedoch auch noch eine Mutter hatte, die wirklich aus allem ein Drama machte, hatte man irgendwann die Nase voll. Ich war damals froh gewesen, endlich eine eigene Wohnung gefunden zu haben. Erst später hatte ich mir zusammengereimt, dass meine Mutter vielleicht gar nichts dafür konnte.

Außerdem war meine neue Aufgabe wirklich zeitintensiv, und ich scheute mich irgendwie davor, mich mit den Dramen der Realität auseinanderzusetzen. Den Anruf meiner Mutter hatte ich jedoch nicht verdrängen können. Ich wusste, dass es im letzten Jahr nicht sehr gut zwischen meinen Eltern gelaufen war, um es freundlich auszudrücken. Immer, wenn ich zu Besuch gewesen war, hatte eine Atmosphäre zum Davonlaufen geherrscht. Skeptische Blicke waren an meinem Geburtstag über meinen Kopf hinweg ausgetauscht worden. Ich hatte mich nicht einmischen wollen und nie nachgefragt, aber bemerkt hatte ich es durchaus.

Zögernd ging ich die paar Stufen zum Eingang des Zweifamilienhauses hinauf. Meine Haare, die ich immer offen trug, wenn ich zu meinen Eltern ging – irgendwie hingen sie an diesem Kleine-Mädchen-Look –, wehten in einer starken Böe, die aus dem Nichts gekommen war. Ich holte ein letztes Mal tief Luft und klingelte.

Von drinnen erklangen Schritte und kurz darauf öffnete meine Mutter mir die Tür. Sofort fielen mir die rot geschwollenen Augen auf, als hätte sie die letzten Tage nichts anderes getan, als zu weinen.

»Endlich bist du da«, flüsterte sie und zog mich in eine Umarmung und anschließend ins Haus.

Nach einer kurzen Begrüßung folgte ich ihr in die Küche. Dort sah ich mich um. »Wo ist Papa?«

Das war die falsche Frage gewesen, denn meine Mutter begann sofort zu schluchzen. Sie war eine Fictionmate, ein normaler Mensch, der eine besondere Verbindung zu Büchern hatte. Fictionmates, so hieß es, waren diejenigen, die instinktiv von Elementarfamilien angezogen wurden. Ric hatte mir erklärt, dass so gut wie jeder Mensch, der eng mit Elementarfamilien in Verbindung stand, in diese Kategorie fiel.

Die Reaktionen von Fictionmates waren jedoch nie vorhersehbar. Sie versetzten sich in Extremsituationen immer in irgendwelche Buchrollen, um sich selbst zu schützen. Bei meiner Mutter musste es in diesem Moment eine sehr dramatische Figur sein. Ich blickte zur Seite, damit sie mein Augenverdrehen nicht sehen konnte. Sie übertrieb immer so maßlos.

Früher – bevor mir Ric von den Fictionmates erzählt hatte – hatte ich vermutet, dass sie sich einfach in alles hineinsteigerte, hielt sie einfach für eine Dramaqueen. Seit ich die Hintergründe kannte, fand ich es einfach nur noch nervig. Ein weiterer Grund, nicht so oft bei meinen Eltern vorbeizuschauen, auch wenn das egoistisch war. Unbeholfen ging ich auf meine Mutter zu und umarmte sie.

Sie schluchzte erneut theatralisch, ihre Tränen benetzten mein T-Shirt und die Feuchtigkeit war schnell auf meiner Haut zu spüren.

»Dein Vater …«, setzte sie an und schluchzte ein weiteres Mal, so dass ich die Zähne fest zusammenpressen musste, um nichts Böses zu sagen. »Er ist gegangen.«

»Wohin?«, fragte ich nur dämlich, obwohl ich wohl genau das Richtige vermutete.

»Weg. Als ich heute Morgen aufgestanden bin, war er nicht mehr da.« Sie löste sich aus meiner Umarmung, straffte sich und ging zur Kaffeemaschine. Nun war sie offenbar in eine andere Rolle geschlüpft.

»Hat er wieder eine Nachricht hinterlassen?«, erkundigte ich mich vorsichtig. Es war leider nicht das erste Mal, dass wir dieses Gespräch führten. Schon zweimal hatte sie mich aufgrund des Verschwindens meines Vaters angerufen. Nachdem sie mir dann endlich von den Botschaften erzählt hatte, die er hinterlassen hatte, war es einfach gewesen, sie zu beruhigen.

Doch sie schüttelte langsam den Kopf und bereitete uns einen Kaffee zu. Wir setzten uns an den kleinen Küchentisch und tranken wortlos.

Irgendwann holte sie tief Luft und erzählte: »Seit letztem Jahr ist alles anders geworden zwischen uns. Von heute auf morgen war das gewisse Etwas verschwunden, das unsere Beziehung ausgemacht hatte, weißt du. Zuerst habe ich es darauf geschoben, dass es Herbst wurde. Da haben ja viele Menschen kleine Depressionen. Aber es wurde im Winter nicht besser, obwohl wir so oft spazieren gingen. Und auch nicht im Frühjahr, meiner liebsten Jahreszeit. Dein Vater hat es als Unsinn abgetan, er hat sich nicht anders verhalten als all die Jahre zuvor und doch fühlte es sich für mich anders an. Von jetzt auf gleich. Und dann ist er spurlos verschwunden, obwohl ich das Gefühl hatte, dass es seit dieser Woche endlich wieder bergauf ging.«

Ich nickte nur langsam, weil ich nicht wusste, was sie von mir erwartete. Doch in meinem Kopf ratterten die Zahnrädchen ohne mein Zutun, blieben an den Worten »von heute auf morgen«, »Herbst« und »das gewisse Etwas fehlt« hängen. Als es dann plötzlich Klick machte, schlug ich erschrocken die Hand vor den Mund.

Bei Aither! Vom Verschwinden der Elementare waren nicht nur wir Wächter betroffen. Mein Vater besaß selbst zwar keine Magie, die Kräfte hatten nicht ausgereicht, um eins der Elemente zu beleben. Aber in seinen Genen waren diese dennoch vorhanden. Schließlich hatte er sie an mich weitergegeben. Daher hatte sich meine Mutter auch immer zu ihm hingezogen gefühlt. Nun, da die Elemente aus unserer Welt verschwunden waren, war all den Fictionmates der Auslöser für ihre Zuneigung abhandengekommen.

Ich hatte die Beziehung meiner Eltern zerstört.

»Ist alles in Ordnung, Kleines?« Sofort schaltete meine Mutter in den Mama-Modus. »Ich wollte dir nur davon erzählen. Ich wollte nicht, dass du dir Sorgen machst. Er kommt sicher bald zurück, wie immer. Vielleicht braucht er nur Zeit für sich.« Sie nahm meine Hand und sah mich hoffnungsvoll an. »Es hat im letzten Jahr einige Hochs und Tiefs gegeben, aber wir haben sie alle gemeistert. Ich liebe ihn und das weiß dein Vater doch auch.«

Ich nickte träge. Was, wenn die Liebe meiner Eltern wirklich nur auf dieser besonderen Anziehung beruht hatte? Würden sie – und all die anderen gemischten Paare dort draußen – sich nun trennen? War es für einige von ihnen schon zu spät?

Kurz dachte ich darüber nach, das Thema meiner Mutter gegenüber anzusprechen. Da ihr emotionaler Zustand jedoch noch nie sehr stabil gewesen war, verwarf ich die Idee. Es hätte zu keinem Ergebnis geführt. Ich musste schnellstmöglich mit Ric reden. Und vielleicht sogar Perry einschalten. Immerhin war er weiterhin unsere Führungskraft, auch wenn er nicht mehr die nächtlichen Jagdeinsätze koordinierte.

»Danke, dass du es mir erzählt hast«, schloss ich das Thema. »Wenn du irgendetwas von ihm hörst, melde dich bitte gleich bei mir, in Ordnung?«

»Natürlich, mein Schatz.« Sie nahm die Hand von meiner und sammelte die Kaffeetassen ein.

»Ich … Ich muss dann jetzt auch zur Arbeit«, log ich und sprang vom Stuhl auf.

»Bis bald, Kleines.« Sie zwang mir noch eine Umarmung auf und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. »Ich freue mich immer, wenn du mich besuchst.«

»Ich mich auch, Mama«, log ich ein weiteres Mal. Ich würde in die Hölle kommen.

3. Kapitel

Zähneknirschend hatte Ric Natalias Anweisungen zur Führung durch die Bibliothek über sich ergehen lassen. Wer den Diabolo nicht zu würdigen wusste, hatte ihm rein gar nichts zu sagen. Sie hatte sich doch glatt beim Aussteigen beschwert, dass sie nun ein Dröhnen in den Ohren hatte!

Die Führungen durch die Bibliotheca Elementara, das früher am strengsten gehütete Geheimnis der Wächter, fanden regelmäßig einmal die Woche statt. Auch wenn die Sache mit den Elementen Geschichte war, erinnerte hier in diesen Räumen doch sehr viel daran. Überall an den Regalen konnte man die Schnitzereien erkennen. Die vier dreieckigen Symbole befanden sich auch in jedem einzelnen Buch, das in diesen schier unendlichen Hallen stand. Natürlich roch es nach wie vor nach Tinte, Papier und dem Leder der vielen alten Ausgaben, die in meterhohen Regalen die Bibliothek bewohnten. Aber es herrschte nicht mehr diese unheimliche, Ehrfurcht heraufbeschwörende Stille.

Heute war eine Gruppe von Kindern im Grundschulalter da, die Ric an den Bücherreihen vorbeischob und denen er die Sortierung erklärte. Freundlich lächelnd (Nat hatte ihn mehrmals daran erinnert) versuchte er ihre Fragen zu beantworten. Nun standen sie gemeinsam direkt vor der großen hölzernen Tür mit den vier Symbolen. Die Aufregung der Knirpse war greifbar und Ric ließ sie nur zu gerne ein wenig zappeln.

»Hinter dieser Tür, so heißt es, wurden früher die Kinder der Elementare auf ihre Fähigkeiten getestet.« Er flüsterte es beinahe, damit es wirkte, als wäre es ein großes Geheimnis. Die Reaktion kam prompt.

Er genoss die Uuuuhs und Aaaaahs der Kinder. Dieses Alter war ihm doch viel lieber als die Zwerge, die gleich losheulten. Frisch motiviert fuhr er fort: »Seht ihr diese vier Zeichen hier? Sie stehen für Feuer, Wasser, Erde und Luft.« Ric tippte im Uhrzeigersinn auf die Symbole, die ihren Himmelsrichtungen entsprechend angeordnet waren. Das nach unten schauende Dreieck mit dem Querstrich war das Symbol der Erde und befand sich oben, wo auf Karten Norden lag.

»Und soll ich euch was verraten?« Er machte eine dramatische Pause, um die Spannung zu steigern. »Die Zeichen wurden mit Drachenfeuer in das Holz der Tür gebrannt.« Er verzog kurz den Mund, als er an die Stärke seiner ehemaligen Elementargestalt dachte, an die ihn durchströmende Macht, die der Drache mit sich gebracht hatte.

»Gibt es diese Drachen immer noch?«, fragte ein blondhaariges Mädchen mit Zöpfen wie Pippi Langstrumpf.

Ric ballte die Hände zu Fäusten und schloss für einen Moment die Augen. »Nein, die Drachen gibt es nicht mehr.« Es auszusprechen schmerzte. Schnell öffnete er die Tür und führte die Gruppe weiter.

Mitten im Raum, zwischen etlichen weiteren Regalen, befand sich der große steinerne Tisch, auf dem auch heute noch die vier Schalen mit den Elementen standen. Ein kleines Feuer brannte in der ersten, Wasser war in der zweiten. Die dritte war mit Erde gefüllt. Die letzte war leer. Damals, bei Rics Eignungstest, hatte ein kleiner Tornado über dieser letzten Schale geschwebt. Nun musste die Luft, die sowieso allgegenwärtig war, ausreichen. Umso deutlicher konnte man dafür das Dreieck auf dem Boden erkennen. Das Zeichen der Luft, Lins Element. Er hing noch einen Moment seinen Erinnerungen nach, ehe er sich wieder an die Gruppe wandte, die ihn erwartungsvoll anstarrte.

»Wollt ihr vielleicht testen, ob auch ihr Elementarkräfte habt?«, fragte Ric die Standardfrage und natürlich antworteten alle mit einem lauten »Ja«. Die Kinder stellten sich in einer Reihe auf und fuhren mit ihren Händen über die Schalen. Ric stand auf der anderen Seite des Tisches, um dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder keinen Unsinn anstellten – oder Feuer fingen. Einer nach dem anderen ging am Tisch entlang und ließ die erhobene Hand über den Schalen entlanggleiten.

Es gab keinerlei Zwischenfälle, bis das Mädchen mit den Zöpfen an der Reihe war. Auch sie trat mit bereits erhobener Hand an den Tisch, und Ric sah in die erwartungsvollen und aufgeregten Augen der anderen, ob nicht dieses Mal etwas passieren könne, was ja irgendwie ganz niedlich war. Kinder gaben einfach nicht so schnell die Hoffnung auf. Da konnten sich einige Erwachsene ein Beispiel dran nehmen.

Dann lenkte ihn ein kurzer Schmerzenslaut wieder auf seine Aufgabe. Das Mädchen stand vor der ersten Schale. Hatte sie sich verbrannt? Sofort eilte er zu ihr und sah sich ihre Hand an. Es war nichts zu sehen. Vermutlich hatte sie die Hand nur zu tief über das Feuer gehalten und es war heiß geworden.

»Alles in Ordnung?«, fragte Ric und sie presste die Lippen fest aufeinander und nickte tapfer mit dem Kopf. Aber es war offensichtlich, dass nicht alles in Ordnung war. Sie war kreidebleich und auch die anderen waren unruhig geworden und traten nervös von einem Bein auf das andere.

»Vielleicht sollten wir für heute Schluss machen und weitergehen«, schlug er vor, und einige der Kinder, die noch nicht an der Reihe gewesen waren, nickten eifrig und irgendwie erleichtert.

»Dann zeige ich euch jetzt das Buch, in dem die ganze Geschichte von all dem hier«, er beschrieb mit seinen Händen einen großen Bogen, »geschrieben steht. Und es ist nicht irgendein Buch. Das Buch wurde von meiner Freundin handgeschrieben. Es ist das einzige Exemplar dieser Geschichte um einen mutigen Drachen und die anderen Elementare.«

Ric ging voran zur Seite des Raumes. An den hohen Wänden standen wie überall Bücherregale, die bis zum Tonnengewölbe reichten. Vor diesen Regalen hatten die Bibliothekare zwei Vitrinen aufgebaut, besser gesichert als sein Diabolo. Er bewegte sich rückwärts, um die Blicke der Kinder zu halten, die bei der nun folgenden Ansprache immer kamen.

»Hier hinter mir seht ihr ›Die Chroniken der Wächter‹ und das Buch, das für die Verbindung zwischen unserer Welt und der Buchwelt gehalten wird: ›Otherside‹.« Ric machte seine typische Pause, um die Achs und Ohs zu hören, doch es kam nichts. Er wiederholte seine präsentierende Geste, aber noch immer starrten ihn alle an, als hätte er sich direkt vor ihnen in einen Drachen verwandelt.

Dann zupfte ihn die blonde Pippi Langstrumpf am Shirt. Er beugte sich zu ihr hinab, wie Lin es ihm empfohlen hatte, und sie flüsterte mit gebrochener Stimme: »Da liegt kein Buch.«

Binnen eines Wimpernschlags hatte Ric sich umgedreht und die letzten Meter bis zu den Vitrinen überwunden. Er starrte so lange auf die leere Stelle, dass die ›Chroniken‹ eigentlich schon durch seine bloße Gedankenkraft hätten dort liegen müssen. Doch das taten sie nicht. ›Die Chroniken der Wächter‹ war verschwunden. Das Buch, das erzählte, wie alles endete. Und mit ihm ›Otherside‹, das Buch, mit dem alles begonnen hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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