Business Ethics - Konzeption eines Lehrmoduls in englischer Sprache - Christoph Thiede - E-Book

Business Ethics - Konzeption eines Lehrmoduls in englischer Sprache E-Book

Christoph Thiede

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik, Note: 1,0, Westsächsische Hochschule Zwickau, Standort Zwickau, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung des Konzeptes sozialer Unternehmensverantwortung und erschließt das Forschungsfeld umfassend und ganzheitlich, um es der Hochschullehre zugänglich zu machen. Eine Vielzahl vorhandener Denkweisen und Ansaetze der Wirtschaftsethik und sozialen Unternehmensverantwortung (CSR) werden vorgestellt. In der Folge werden die Voraussetzungen für das zu konzeptionierende Lehrmodul diskutiert. Im dritten Teil wird der Vorschlag eines Lehrmoduls ausgearbeitet, welches sich in acht wöchentliche Lektionen unterteilt. Der Vorschlag schließt Diskussionsfragen und eine Vielzahl von Fallstudien mit ein.

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Veröffentlichungsjahr: 2008

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Corporate Social Responsibility - Bestandsaufnahme theoretischer
2.1 Erste Annäherung an das Themengebiet
2.2 CSR-Leitlinien und Konzepte
2.2.1 Ökonomisch-Instrumentelle Leitlinie
2.2.2 Politische Leitlinie
2.2.3 Sozial-Integrative Leitlinie
2.2.4 Ethische Leitlinie
2.3 Resümee und übergreifende Konzepte
2.4 Grenzen des CSR-Verständnisses
2.5 Zwischenfazit
3. Konzeption des Lehrmoduls Business Ethics
3.1 Didaktisches Modell und Kursstruktur
3.2 Ziel und Struktur des Kursbegleitmaterials
4. Vorschlag eines Kurshandbuches zum Online-Modul
Business Ethics
4.1 Lesson 1: Introducing and framing business ethics
4.1.1 Overview / Objectives
4.1.2 Required Readings
4.1.3 What are business ethics?
4.1.4 Why are business ethics important?
4.1.5 Globalization and Sustainability
4.1.6 Framing Business Ethics
4.1.7 Weekly Discussion
4.2 Lesson 2: Business ethics in theory and practice
4.2.1 Overview / Objectives
4.2.2 Required Readings
4.2.3 Normative ethical theories
4.2.4 Decision-making in business ethics
4.2.5 Tools of business ethics management
4.2.6 Weekly Discussion
4.3 Lesson 3: Employees and business ethics
4.3.1 Overview / Objectives
4.3.2 Required Readings
4.3.3 Employees as stakeholders
4.3.4 Ethical issues in Human Resource Management (HRM)
4.3.6 Employing people in the contexts of globalization and
4.3.7 Weekly Discussion
4.4 Lesson 4: Customers and business ethics
4.4.1 Overview / Objectives
4.4.2 Required Readings
4.4.3 Consumers as stakeholders
4.4.4 Ethical issues within the marketing mix
4.4.6 Weekly Discussion
4.5 Lesson 5: Shareholders and business ethics
4.5.1 Overview / Objectives
4.5.2 Required Readings
4.5.3 The shareholder as stakeholder of the firm
4.5.4 Ethical issues in corporate governance
4.5.6 Weekly Discussion
4.6 Lesson 6: Suppliers, competitors and business ethics
4.6.1 Overview / Objectives
4.6.2 Required Readings
4.6.3 Suppliers and competitors as stakeholders
4.6.4 Ethical issues with suppliers and competitors.
4.6.6 Weekly Discussion
4.7 Lesson 7: Civil society, NGOs, governments and business ethics
4.7.1 Overview / Objectives
4.7.2 Required Readings
4.7.4 The stake of CSOs and governments in the firm
4.7.7 Weekly Discussion
4.8 Lesson 8: Lessons learned, conclusions and future perspectives of
4.8.1 Overview / Objectives
4.8.2 Required Readings
4.8.3 The nature of business ethics
4.8.4 Globalization as a new context for business ethics
4.8.5 Sustainability as a new goal for business ethics
4.8.6 The contribution of normative ethical theories to business ethics
4.8.7 Influences on ethical decision-making
4.8.8 The role of management tools in business ethics
4.8.9 Weekly Discussion
5. Schlussbetrachtung
6.1 Printpublikationen
6.2 Internetbasierte Dokumente

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Abkürzungsverzeichnis

AA Affirmative Action Abb. Abbildung bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise BAT British American Tobacco CRM Cause-Related Marketing CRT Caux Round Table CSO Civil Society Organization CC Corporate Citizenship CFP Corporate Financial Performance CG Corporate Governance CSP Corporate Social Performance CSR Corporate Social Responsibility d. h. das heißt DJSI Dow Jones Sustainability Index et al e altri etc. et cetera EU Europäische Union / European Union e.g. exempli gratia FDI Foreign Direct Investment GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung GRI Global Reporting Initiative GSP Global Sullivan Principles HRM Human Resource Management inkl. inklusive Insb. Insbesondere IMF International Monetary Fund MBA Master of Business Administration M&A Mergers & Acquisitions M.a.W. Mit anderen Worten NGO Non-Governmental Organization PR Public Relations Q Question

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S. Seite h Stunde / hour TV Television UN United Nations UNGC United Nations Global Compact USA United States of America US Unites States u.a. unter anderem vgl. vergleiche vs. versus v. Chr. vor Christus WIC Women, Infants, and Children state program of Ohio, USA WWF World Wildlife Fund z.B. zum Beispiel z.T. zum Teil

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1. Einleitung

Wirtschaftsethik ist kein neues Thema. Schon Aristoteles (384-322 v.Chr.) beschäftigte sich mit Fragen des fairen und gesellschaftlich ausgewogenen Wirtschaftens.1Die heutigen Business Ethics sind jedoch größtenteils das Resultat einer akademischen Diskussion, die in den 1950er Jahren ihren Lauf nahm, als zum ersten mal in diesem Zeitalter explizit die gesellschaftlichen Verantwortungen des Geschäftsmannes thematisiert wurden. Seit dieser Zeit hat sich die Welt stark verändert. Die Liberalisierung der globalen Märkte, die technologische Revolution hinsichtlich der Transportmöglichkeiten und Informationsverarbeitung sowie der ökologische Grenzgang der globalen Gemeinschaft haben der Wirtschaftsethik breiten Raum und vielerlei Ansatzpunkte geschaffen.2Eine beachtliche Vielfalt von Konzepten, Erklärungsmustern und Argumentationslinien laufen alle in dem Punkt zusammen, dass Unternehmen nicht nur ökonomische Akteure sind, sonder auch in sozialer und politischer Hinsicht eine wichtige Rolle spielen und in vielerlei Hinsicht Verantwortung für ihr Umfeld tragen. Im Laufe der Zeit ist ein Begriff zum Synonym für die gesellschaftlichen Verantwortungen von Unternehmen geworden: Corporate Social Responsibility (CSR). Eine ausführliche Darstellung des Konzeptes und seiner Begründungsleitlinien erfolgt im ersten Teil der vorliegenden Arbeit.

Das Angebot an wissenschaftlicher Literatur zu den Bereichen Wirtschaftsethik und CSR hat bereits seit den 1970er Jahren spürbar und kontinuierlich zugenommen. Die Relevanz der Thematik für die Wirtschaftspraxis lässt sich allerdings erst gegen Ende des Jahrhunderts deutlich wahrnehmen. Als Indikatoren dafür lassen sich die Formulierung zahlreicher Initiativen und Unternehmenskodizes zur Förderung verantwortlichen unternehmerischen Handelns von Seiten Regierungsorganisationen wie der Vereinten Nationen und der Kommission oder Europäischen Union und Nicht-Regierungs-Organisationen sowie ebenso von Seiten der Unternehmer selbst heranziehen. Als eine sogenannte Multi-Stakeholder-Initiative wurde die Global Reporting Initiative 1997 ins Leben gerufen. Seither erarbeitet ein globales Netzwerk von Unternehmen, Regierungsorganisationen und eine große Vielfalt anderer Stakeholdergruppen

1Vgl. Garriga, E. /Melé, D. (2004), S. 62.

2Vgl. Schmitt, K. (2005), S. 1 f.

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Richtlinien, Prinzipien und Indizes, auf deren Basis Unternehmen ihre ökonomischen, sozialen und ökologischen Ziele formulieren, die Zielerreichung messen und über die Ergebnisse berichten können. Die GRI haben sich zum weltweit meistverbreiteten nicht-finanziellen Berichtsstandard entwickelt.1Am Beispiel GRI lässt sich bereits recht deutlich die enorme Streuung und Komplexität demonstrieren, mit denen Unternehmen und Autoren bei ihren Erwägungen zur Thematik konfrontiert werden. Die allermeisten international tätigen Unternehmen thematisieren CSR und ihre CSR-Maßnahmen inzwischen auch in ihrer Internetpräsenz und veröffentlichen Berichte zu Umwelt, CSR und Nachhaltigkeit.2

Das wichtigste Element ethischer Organisationen ist dennoch das Individuum. Und die wichtigsten ethischen Individuen eines Unternehmens sind die Führungskräfte.3Vor diesem Hintergrund scheint es vorteilhaft und notwendig, künftige Träger unternehmerischer Verantwortung bereits in der Ausbildung auf wirtschaftsethische Inhalte zu sensibilisieren. Der Fachbereich

Wirtschaftswissenschaften der Westsächsische Hochschule Zwickau nimmt sich dies in der Gestaltung und Konzeption des neuen Studienprogramms „Master International Business (MBA)“ zu Herzen. Das Programm wird als internetbasierter Executive-Master entworfen und beinhaltet unter anderem ein Modul zu Business Ethics, das im Rahmen der vorliegenden Arbeit entwickelt wird.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist somit die Konzeption und Erarbeitung des Lehrmoduls Business Ethics im Rahmen eines internetbasierten Master-Studienprogramms. Die Arbeit untersucht dazu zunächst die Entwicklungen des Themeninhaltes und den aktuellen Stand der einschlägigen

betriebswirtschaftlichen Diskussion. In Kapitel 2 wird ein begriffliches und konzeptionelles Verständnis für einen der Schlüsselbegriffe im Rahmen der wirtschaftsethischen Diskussion geschaffen: CSR. Die Arbeit wird eine Bestandsaufnahme dieses Praxis- und Forschungsfeldes vorgenommen. Da, wie sich zeigen wird, CSR sowohl als unmittelbar pragmatischer Instrumentenkoffer, als auch als Führungsphilosophie in Erscheinung treten kann, zieht es vielfältige Einflüsse und Konzeptideen an, die zu einer enormen Zerklüftung des CSR-Begriffsverständnisses führen können. Der erste Teil der Arbeit soll die

1Vgl. www.globalreporting.org (Stand 08.01.2008).

2Vgl. Perrini, F. (2005).

3Vgl. Cordeiro, W. (2003), S. 272.

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Konzeptvielfalt zum CSR anhand der jeweils zugrunde liegenden Leitlinien und Grundmuster systematisieren und somit einen einführenden Überblick zum Themengebiet ermöglichen.

Im zweiten Teil der Arbeit werden die Spezifikationen und Anforderungen eines internetbasiertes Lehrmoduls erläutert und auf das zugrunde liegende didaktische Modell eingegangen. In Kapitel 3 werden die spezifische Kursstruktur sowie die Zielsetzung des zu erarbeitenden Kursbegleitmaterials vorgestellt. Kapitel 4 beinhaltet das erarbeitete Kursbegleitmaterial, den sogenannten Study Guide, selbst.

2. Corporate Social Responsibility - Bestandsaufnahme

theoretischer Konzepte, Argumentationsmuster und

Erklärungsansätze

2.1 Erste Annäherung an das Themengebiet

Das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) als ein Teilgebiet der Wirtschaftsethik hat in seiner bereits über fünfzigjährigen Entstehungsgeschichte kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. In den ersten Dekaden der Auseinandersetzung mit Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen wurde die Diskussion hauptsächlich von theoretisch orientierten Wirtschaftsethikern geprägt. Zu dieser Zeit ernteten Unternehmen vor allem wegen ihrer Wohltätigkeit oder für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen Lob und Reputation; die Nichtbeachtung sozialer, ökologischer und ethischer Aspekte hatte in der Regel noch keine signifikanten Konsequenzen. Seit Beginn der 1990er Jahre wird jedoch zunehmend erwartet, dass Unternehmen über ökonomisches Handeln hinaus, auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. und ihre Geschäftstätigkeit mit den Erwartungen und Interessen aller relevanten Anspruchsgruppen in Einklang bringen. Eine Nichtbeachtung gesellschaftlicher (inkl. ökologischer) Interessen wird leicht zu einem Wettbewerbsnachteil. CSR erlangt damit zunehmend ähnliche Bedeutung wie Kundenorientierung oder

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Qualitätsmanagement und kann einem wichtigen oder gar entscheidenden Kriterium für den Unternehmenserfolg werden.1

Grundlegend basiert das Thema CSR auf der Idee, dass Unternehmen der Gesellschaft gegenüber über bloßes Profitstreben hinaus auch gewisse Verpflichtungen haben.2Seit Beginn der Diskussion in den 50er Jahren bieten Akademiker unterschiedlicher Fachrichtungen auf der Suche nach einer allgemeingültigen Begriffserklärung von CSR immer wieder andere und neue Definitionsvorschläge an. Um die Vielfalt und Bandbreite existierender Begriffsdefinition darzustellen ohne in eine seitenumfassende Aufzählung zu verfallen, werden als erste Annäherung im folgenden zwei exemplarische, aus völlig unterschiedlichen Zeiten stammende Definitionen für CSR vorgestellt:

Bowen hat 1953 CSR definiert als "die Verpflichtungen von Geschäftsleuten, eine solche Politik zu verfolgen, solche Entscheidungen zu fällen oder solche Betätigungsfelder zu ergreifen, die in Hinblick auf die Ziele und Werte der Gesellschaft wünschenswert sind"3.

Knapp 50 Jahre später wird CSR durch die EU-Kommission definiert als "Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“4.

An diesen unterschiedlichen Begriffsdefinitionen lässt sich der typische Charakter der CSR-Evolution bereits deutlich ablesen. Die ursprünglichen "Verpflichtungen" sind in eine "freiwillige Basis" mutiert. "Ziele und Werte der Gesellschaft" hingegen wurden durch "soziale Belange und Umweltbelange" präzisiert. Bereits dieser kurze und sehr oberflächliche Vergleich zeigt, warum die Diskussion um eine CSR-Definition bislang endlos ist.

Ziel dieses Teils der vorliegenden Arbeit ist es darum, eine Bestandsaufnahme theoretischer Konzepte, begrifflicher Fundamente, Argumentationsmuster und Erklärungsansätze zum Thema CSR vorzunehmen. Dabei werden nicht enumerativ sämtliche Veröffentlichungen zum Themenkreis wiedergegeben,

1Vgl. Burson-Marsteller (2007).

2Vgl. stellvertretend Godfrey, P. /Hatch, N. (2006), S. 87.

3Bowen, zitiert nach Falck, O. /Heblich, S. (2007), S. 248; eigene Übersetzung.

4Europäische Kommission (2001), S. 10.