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Studienarbeit aus dem Jahr 1996 im Fachbereich Latinistik - Literatur, Note: 1,0, Technische Universität Dresden (Klassische Philologie), Veranstaltung: Cato als politischer Schriftsteller und politische Leitfigur, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit wird auf der Frage das Hauptgewicht liegen, ob den Origines des älteren Cato eine Gesamtkonzeption zugrunde liegt und, falls dem so ist, wie diese ausgesehen haben kann. Nepos macht in seiner Cato-Biografie hierzu nur ungenaue Feststellungen. Im Laufe dieser Untersuchung soll also nach einer kurzen Darstellung der Überlieferung der Origines auf ihre Struktur eingegangen werden; nach einer Bearbeitung der dafür zugrundeliegenden Quellen geht es um Catos Methoden und Zielsetzungen, bevor dann versucht werden soll, Cato als Geschichtsschreiber zu bewerten.
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Veröffentlichungsjahr: 2008
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Als M. Porcius Cato Censorius (234-149)1dieOriginesverfaßte, schrieb er gleichsam das erste römische Geschichtswerk in lateinischer Sprache und machte so die Sprache der Römer auch zu derjenigen der römischen Geschichtsschreibung.2Schon allein diese Tatsache zeigt die Wichtigkeit dieses Werkes für die römische Literatur, aber auch für die Persönlichkeit Catos selber, auf.
"(M.Porcius Cato Censorius) senex historias scribere instituit. earum sunt libri septem. primus continet res gestas regum populi Romani, secundus et tertius unde quaeque ciuitas orta sit Italica, ob quam rem omnes Origines uidetur appellasse. in quarto autem bellum Poenicum est primum, in quinto secundum. atque haec omnia capitulatim sunt dicta. reliquaque bella pari modo persecutus est usque ad praeturam Seruii Galbae, qui diripuit Lusitanos: atque horum bellorum duces non nominauit, sed sine nominibus res notauit. in iisdem exposuit quae in Italia Hispaniisque aut fierent aut uiderentur admiranda: in quibus multa industria et diligentia comparet, nulla doctrina."3
Diese Textstelle ist das "by far the most important of the ancient statements"4über dieOriginesCatos. Es wurde geschrieben von Cornelius Nepos, der seineVita Catonisetwa 36 v.Chr. verfaßte5. Nepos, dessen hier vorliegende Inhaltsangabe derOriginesalles andere als genau und eindeutig ist6, kommentiert dieses Werk bei seiner kurzen Erwähnung als mit Fleiß und Sorgfalt, aber ohne "doctrina" abgefaßte Bücher, geht dabei jedoch in keiner Weise auf ihren Wert für die römische Geschichtsschreibung bzw. die römische Literatur im allgemeinen ein.
Über die Interpretation von "doctrina" in diesem Zusammenhang besteht übrigens Unklarheit7, die es an dieser Stelle jedoch nicht ausführlich zu diskutieren gilt; der Verfasser schließt sich der Auffassung Timpes an, "doctrina" sei die wissenschaftliche Aufarbeitung
1 A.E. Astin: Cato the Censor, Oxford 1978 (künftig zitiert als Astin), 1.
2 D. Timpe: Le "Origini" die Catone e la storiografia latina, in: Atti e Memorie dell´ Academia Pataviana di
Scienze, Lettere ed Arti 83, 1970/71, III (künftig zitiert als Timpe), 7.
3 Cornelius Nepos: Exerptum e libro Cornelii Nepotis de latinis historicis. M. Cato 3, 3-4, in: Cornelii Nepotis
vitae cum fragmentis, ed. P.K. Marshall, Stuttgart Leipzig 1991 (künftig zitiert als Nep.Cat.) 4 Astin 212.
5 O. Schönberger: M. Porci Catonis scripta quae manserunt omnia. Marcus Porcius Cato Vom Landbau.
Fragmente. Alle erhaltenen Schriften, Darmstadt 1980 (künftig zitiert als Schönberger), 387. 6 So urteilen beispielsweise R. Meister: Zu römischen Historikern, in: Anzeiger der österreichischen
Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse, 1964, 1 (künftig zitiert als Meister), 2, D.
Flach: Einführung in die römische Geschichtsschreibung, Darmstadt21992 (künftig zitiert als Flach), 69 ff.,
Astin 212 ff. und M. Chassignet: Caton Les Origines (Fragments). Introduction, Paris 1986 (künftig zitiert
als Chassignet I), 10 ff. 7 Timpe 18, Anm. 62.
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des vorhandenen Materials8. Im Gegensatz dazu behauptet Meister9mit Leo10, "nulladoctrina"sei die Nichtberücksichtigung griechischer Quellen, desgleichen heißt es für Knoche11"sonder Buchwissen".12
In der vorliegenden Arbeit wird auf der Frage das Hauptgewicht liegen, ob diesem Werk eine Gesamtkonzeption zugrunde liegt und, falls dem so ist, wie diese ausgesehen haben kann -auch hierzu macht Nepos nur ungenaue Feststellungen. Im Laufe dieser Untersuchung soll also nach einer kurzen Darstellung der Überlieferung derOriginesauf ihre Struktur eingegangen werden; nach einer Bearbeitung der dafür zugrundeliegenden Quellen geht es um Catos Methoden und Zielsetzungen, bevor dann versucht werden soll, Cato als Geschichtsschreiber zu bewerten.
Dagegen soll eine stilistische und sprachliche Untersuchung und damit die für diesen Aspekt ausschlaggebende Caedicius-Passage13weitestgehend beiseite gelassen werden14, da diese ohne Relevanz für die Leitfrage ist; weiterhin das Fortwirken derOrigines,eine sicherlich auch für diese Arbeit interessante Frage, die aber deren Rahmen sprengen würde, und schließlich die (mindestens) zwei eigenen, in dieOrigineseingebauten RedenPro Rhodiensibus15undIn Servium Galbam,deren Bearbeitung Aufgabe einer Arbeit über Cato als Redner ist.
