Charterführer Mecklenburgische Ostseeküste - Tom Logisch - E-Book

Charterführer Mecklenburgische Ostseeküste E-Book

Tom Logisch

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Beschreibung

Alte Hansestädte, stille Boddengewässer, quirlige Badeorte, unberührte Natur – die Mecklenburgische Ostseeküste hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Dieser Charterführer enthält alle benötigten Informationen für die Erkundung dieses abwechslungsreichen Reviers. Im Anschluss an eine allgemeine Einführung inkl. Chartermöglichkeiten, Wetter, nautischen Unterlagen etc. werden die schönsten Häfen, Marinas und Ankerplätze mit detaillierten Plänen und Fotos vorgestellt. Zusammen mit den Tipps zu Versorgungsmöglichkeiten und zur Freizeitgestaltung ist man so für seinen Törn bestens gerüstet. Im Buch beschriebene Teilreviere: • Wismarbucht, Salzhaff und Poel • Mecklenburger Bucht • Fischland-Darß und Boddengewässer • Rund Rügen und Strelasund • Hiddensee • Greifswalder Bodden • Usedom Alle Highlights des Reviers kompakt auf einen Blick!

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Seitenzahl: 136

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Tom Logisch

CHARTERFÜHRER

MECKLENBURGISCHEOSTSEEKÜSTE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Edition Maritim

 

Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben und Daten wurden von dem Autor nach bestem Wissen erstellt und von ihm sowie vom Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Gleichwohl können wir keinerlei Gewähr oder Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen. Die hier zur Verfügung gestellten Pläne dienen lediglich zur Orientierung und nicht zur Navigation; sie ersetzen also keine See- bzw. Sportbootkarten oder andere offizielle nautische Unterlagen, deren Mitführung in aktueller Fassung wir dringend empfehlen.

Wir hoffen, dass Ihnen dieses Buch viel Freude bereitet. Falls Sie Anregungen haben sollten, was wir in Zukunft noch besser machen können, schreiben Sie uns bitte an [email protected] Korrekturen veröffentlichen wir im Interesse aller Leser unter www.delius-klasing.de auf der jeweiligen Produktseite.

 

Auflage 2017© Edition Maritim im Verlag Delius Klasing & Co. KG, Bielefeld

Folgende Ausgaben dieses Werkes sind verfügbar:ISBN 978-3-667-10946-0 (Print)ISBN 978-3-667-11010-7 (Epub)

Hafenpläne: Arne Wittkugel, bearbeitet von Planstelle Jens Rademacher, HamburgKarten: Planstelle Jens Rademacher, HamburgFotos: Tom Logisch, außer

Alexander Failing: S. 98Thorsten Heller: S. 132mauritius images: Christian Bäck S. 59; Roy Conchi/Alamy S. 15; imageBROKER/Wolfgang Diederich S. 17; Yvonne Duffe/Alamy S. 54; Roland T. Frank S. 56; Johan Furusjö/Alamy S. 30; Kuttig ∙ Travel ∙ 2/Alamy Cover; Torsten Krüger S. 40 u.; image BROKER/Siegfried Kuttig S. 9, 40 o., 141; Edith Laue S. 5 (2. v. u.)+ 27; Detlev van Ra venswaay S. 134 u.; Westend61/Frank Röder S. 5 (1. v. o.)+ 50; Jean Schwarz S. 28; Udo Siebig S. 97 u.; Novarc/Hans P. Szyszka S.143; United Archives S. 85 o.; imageBROKER/Wilfried Wirth S. 62Touristik Service Kühlungsborn: S. 5 (2. v. o.), S. 25, S. 34/35, S. 52

Symbole: dockspot: Dockspot UK Ltd.; Marina Verbund Ostsee: Marina Verbund Ostsee e.V.Lektorat: Christine SiedleUmschlaggestaltung: Buchholz. Graphiker, HamburgLayout: Gabriele EngelLithografie: Mohn Media, Gütersloh

Datenkonvertierung E-Book: HGV Hanseatische Gesellschaft für Verlagsservice, München

Alle Rechte vorbehalten! Ohne ausdrückliche Erlaubnis des Verlages darf dasWerk, auch Teile daraus, nicht vervielfältigt oder an Dritte weitergegeben werden.

www.delius-klasing.de

Inhalt

Vorwort

Einführung

Die besten Segelrouten im Revier

Rund Rügen

Rund Usedom

Große Wiek und Barther Bodden

Die Langstrecken

Bornholm

Charterbasen

Die Anbieter von West nach Ost

Reiseinformationen

Anreise

Wind und Wetter

Häfen und Ankerplätze

Bootspapiere und Formalitäten

Navigation und Seemannschaft

Seekarten und Literatur

Flora und Fauna

Unterwegs mit Kids

Wismarbucht, Salzhaff und Poel

YachtWelt Weiße Wiek Boltenhagen

Wismar

Westhafen Wismar

Wasserwanderrastplatz Wismar

Kirchdorf

Timmendorf-Strand

Rerik

Mecklenburger Bucht (Nordost)

Kühlungsborn

Warnemünde

Alter Strom Warnemünde

Hohe Düne Warnemünde

Marina im Stadthafen Rostock

Fischland-Darß und Boddengewässer

Nothafen Darßer Ort

Barhöft

Wasserwanderrastplatz Zingst

Wasserwanderrastplatz Prerow

Anleger Wieck

Wasserwanderrastplatz Born

Sportboothafen Ahrenshoop/Althagen

Ostseebad Wustrow

Barther Yacht Service

Rund Rügen und Strelasund

Citymarina Stralsund

Schaprode

Wiek/Rügen

Yachthafen Vieregge

Breege

Ralswiek

Wasserwanderrastplatz Hafen Glowe

Wasserwanderrastplatz Lohme

Stadthafen Sassnitz

Marina Neuhof

Naturhafen Gustow

Hiddensee

Marina Kloster

Seglerhafen Vitte-Langeort

Fährhafen Vitte

Wasserwanderrastplatz Neuendorf

Greifswalder Bodden mit den Inseln Ruden und Greifswalder Oie

Insel Ruden

Greifswalder Oie

Zickersches Höft und Thiessow

Hagensche Wiek und Marina Gager

IM JAICH Marina Lauterbach

Seedorf

Wasserwanderrastplatz Bollwerk Baabe

Greifswald

Marina Yachtzentrum (Holzteich)

Ankern im Greifswalder Bodden

Usedom, Peenestrom, Achterwasser und Haffgewässer

Bootswerft Freest

Baltic Sea Resort – Marina Kröslin

Karlshagen

Stadthafen Wolgast

Naturhafen Krummin

Wasserwanderrastplatz Zinnowitz

Lagunenstadt Ueckermünde

Register

 

EXKURSE

Per Rad

Nimm zuerst ein kleines Boot

Buchungs- und Rabattsysteme

Netiquette beim Chartern

Brücken und UKW-Stationen entlang der Küste

Päckchenliegen

Robben an der Ostseeküste

Segeln mit Kindern

Ankern im Salzhaff

Der Eiserne Vorhang auf der Ostsee

Mitten im Getümmel

Das berühmte Hotel Neptun

Von Rostock nach Rügen

Segelevents in Rostock

Die Posse vom Darßer Ort

Die Zeesen der Ostseeküste

Kap Arkona

Zeugen der Vergangenheit

Klaus Störtebeker

Das Seebad Binz und Prora

Tipps zur Inselbesichtigung

Kurtaxenhinterzieher aufgepasst

Der Vilm

AKW Lubmin

Peenemünde

Die drei Kaiserbäder

Vorwort

Der idyllisch gelegene Seglerhafen Langer Ort auf Hiddensee

Die Ostsee ist für die meisten deutschen Segler das Ziel Nummer eins. Aber nicht nur Dänemark und Schweden haben ihre Reize, auch die über 2000 km lange Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat viel mehr zu bieten, als mancher Skipper erwartet.

Über 25 Jahre nach Grenzöffnung und Mauerfall ist hier längst eine maritime Infrastruktur gewachsen, die ihresgleichen sucht. Neben großen Luxusmarinas von Boltenhagen bis Warnemünde locken vor allem die Gewässer rund Rügen – mit Hiddensee, Darß und weiter südlich der Insel Usedom als weiteren Reisezielen. Die Natur bietet hier alles: Vom weißen, feinsandigen Strand bei Binz über die Kreidefelsen bei Sassnitz bis zu den verwinkelten Boddengewässern ist alles dabei; hier findet jeder Skipper sein Revier. Was sich wirklich lohnt und was man lieber auslässt, welches die schönsten Ankerplätze sind und ob man auf die Greifswalder Oie oder auf den Ruden gelangt, davon handelt dieser Segelführer.

Tom Logisch

Kleinmachnow

Einführung

Mecklenburg-Vorpommern ist sicher das Urlaubs- und Segelparadies in Deutschland – mit fast 2000 km Küstenlinie, über 2000 Seen und unzähligen Flüssen ist es natürlich auch das Wassersportrevier schlechthin. Schon seit Jahrhunderten ist die Region vom Schiffbau und seit dem 19. Jahrhundert auch vom Tourismus geprägt. Hafenstädte wie Rostock und Warnemünde, mondäne Badeorte wie Binz oder Heringsdorf sowie neuentstandene Urlaubsparadiese wie Kühlungsborn haben die Region weltbekannt gemacht. Aber auch die zahlreichen Inseln – mit Rügen und Usedom sogar die beiden größten deutschen Inseln – sind unter Touristen außerordentlich beliebt.

25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der sich hier besonders dramatisch ausgewirkt hatte, ist die Region geprägt von modernsten Yachthäfen, neuen und teils luxuriösen Hotelkomplexen und zahlreichen Ferienanlagen, die zum Glück in den meisten Fällen behutsam in die bestehende Landschaft integriert worden sind. Urlaubern und insbesondere Seglern bietet sich eine kaum beschreibbare Fülle von Freizeitmöglichkeiten, die sich längst nicht mehr auf Baden, Strand und Wassersport beschränken. Schon in den 90er-Jahren haben die Tourismusverbände erkannt, dass die in manchen Sommern recht kurze Badesaison nicht ausreicht, um die Investitionen zu refinanzieren. Deshalb wurde überall mit Erfolg versucht, ein umfassendes Freizeitangebot für jeden Geschmack, für jedes Alter und für jeden Geldbeutel anzubieten. Letzteres ist natürlich schwierig, da auch hier wie überall die erste Reihe direkt an den schönsten Badestränden auch die teuerste ist. Aber schon etwas abseits vom Trubel findet man hier zahlreiche schöne und vor allem noch preiswerte Plätze. Aufgrund der großen Vielfalt des Wassersportreviers finden sich Segelmöglichkeiten sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Salzbuckel, für Fahrtensegler im Folkeboot genauso wie für Regattaprofis. Und für jede Art von Segelurlaub werden auch alle Yachttypen von zahlreichen großen und kleinen Charterbetrieben angeboten – siehe das Kapitel »Charterbasen« weiter unten. Egal, ob Einhandsegler, Ehepaar, Großfamilie oder Männercrew – für alle wird sich hier der geeignete Charterurlaub finden, und auch mehrere Segelsommer reichen nicht aus, um das gesamte Revier kennenzulernen. So groß sind das Angebot und die Vielfalt, dass mancher Skipper hier niemals wieder wegmöchte, oder, wie im Fall von Hiddensee, ihn die Insel nicht mehr loslässt. Schon so mancher Urlauber kam für ein paar Tage und blieb für immer.

Stralsund mit Nikolaikirche und Blick auf Strelasund und Rügen

Nachtstimmung in Rerik

Dieser Revierführer beschreibt, geordnet von West nach Ost, nicht nur die allseits bekannten Badeorte und Seebäder mit ihren neuen Luxusmarinas, sondern vor allem auch ruhige Plätze zum Ankern, Erholen und für Familien zum richtig Urlauben. Zahlreiche nützliche Informationen und Exkurse runden den Reiseführer ab.

PER RAD

Wer die Küste und das Hinterland genauer erkunden will, tut dies am besten per Fahrrad. Viele Urlaubsorte sind mittlerweile auf Radtouristen eingestellt, und es gibt fast überall Mietfahrräder. Diese werden, ähnlich wie die Räder der Deutschen Bahn, oft über automatisierte Selbstbedienungsstationen angeboten. Hier zahlt man dann für die Dauer der Entnahme und kann das Rad auch woanders wieder abgeben. In Kombination mit dem sehr gut organisierten Nahverkehr ist eine Fahrradmitnahme kein Problem. Selbst die historischen Dampfzüge haben Gepäckwagen, und viele Buslinien fahren in der Saison mit extra Fahrradanhängern. Insbesondere auf Usedom und dem Darß ist ein Rad sehr hilfreich, wenn man die Landschaft kennenlernen möchte. Auch viele Marinas bieten daher Leihräder an.

Die besten Segelrouten im Revier

Der »Rasende Roland« auf Rügen

Für einen Charterurlaub in Mecklenburg-Vorpommern bieten sich grundsätzlich folgende Reiserouten an – je nachdem ob man eine oder mehrere Wochen Zeit hat.

Rund Rügen

Der Klassiker unter den Wochentörns mit Start in Kröslin, Lauterbach, Greifswald, Stralsund oder Breege. Entscheidend für die Rundungsrichtung ist bei Starts in Breege und Stralsund der Wind zu Beginn der Charterwoche. Wenn es aus dem westlichen Sektor weht, sollte man im Uhrzeigersinn segeln, damit man, ggf. nach einem Abstecher nach Hiddensee, das Kap Arkona mit achterlichem Wind runden kann. Wer von einer der anderen Charterbasen lossegelt, sollte prüfen, wie der Wind Mitte der Woche wehen wird: Dann steht nämlich hier die Kaprundung an, die bei stärkerem Westwind sehr zeitraubend werden kann. In dem Fall sollte man lange Kreuzschläge weit auf die Ostsee hinaus einplanen, die effektiver sind als das Kreuzen gegen die Strömung entlang der Nordküste. Wer gut plant, kommt mit einer Wende weit nördlich Rügens aus und segelt dann einen Anleger zur Ansteuerung Hiddensees. Man darf aber keinesfalls zu früh wenden, denn die strömungsbedingte Abdrift kann groß sein, sodass man dann zu früh wieder auf die Küste trifft. Am besten steuern Sie immer den Leuchtturm Dornbusch an und fallen erst ganz am Schluss ab. Gute Stationen auf der Rundreise sind Glowe, Lohme, Sassnitz, Gager, Seedorf, Lauterbach und natürlich unbedingt Stralsund. (Hier reicht ein Tag, und abends segelt man dann weiter gen Norden oder durch den Strelasund gen Osten.) Die Ansteuerung der Gewässer um Hiddensee sollte unbedingt bei Tageslicht erfolgen; zu gefährlich sind die Untiefen neben den schmalen Baggerrinnen.

Der schöne Strand von Hiddensee

Der kleine Hafen Born auf dem Darß

Rund Usedom

Wenn man es beschaulicher und naturnah mag, oder wenn es im Herbst auf der Ostsee schon zu stürmisch ist, kann man auch Usedom umrunden oder eine Kombination aus Greifswalder Bodden und Stettiner Haff planen. Hier gibt es dann keinerlei Passagen auf offener See, und damit eignet sich diese Runde auch für sensible Naturen. Die Fahrt über den Greifswalder Bodden kann wegen der kurzen Wellen bei Starkwind allerdings auch anspruchsvoll sein, sie dauert aber nicht lange. Zur Not, wenn es zu heftig weht, bleibt man einfach binnen im Peenestrom und im Haff.

Große Wiek und Barther Bodden

Ebenfalls gemütliche Segelei erwartet einen in den Boddengewässern am Fischland-Darß, die sich vor allem für kleinere Yachten eignen. Hier kann man am besten mit maximal 1 m Tiefgang segeln. Dafür wird man von teils unberührter Natur und im Herbst von Tausenden Kranichen empfangen.

Die Langstrecken

Wer längere Schläge segeln möchte oder mehr Zeit hat, kann ab Heiligenhafen bzw. Wismar oder ab einem der östlichen Häfen chartern und die gesamte Küste entlangsegeln. Es bieten sich Zwischenstopps in Kühlungsborn und Warnemünde ein; das längste Teilstück ist dann von Rostock nach Rügen, Hiddensee oder Barhöft mit mindestens 50 sm. Wer über die Barhöfter Rinne in die Gewässer nach Stralsund einlaufen will, sollte dies nur bei mäßigem Westwind wagen, und Ungeübte sollten die Passage unbedingt im Restlicht des Tages in Angriff nehmen.

Sommersonnenwende

Es geht natürlich auch bei Nacht, wenn man die vielen Leuchttonnen genau beachtet oder nach Karte und Plotter segelt. Mein Tipp: den Tag in Kühlungsborn oder Warnemünde genießen und kurz vor Sonnenuntergang auf See gehen. Dann erlebt man die schwindende Sonne mit einem fantastischen Blick achteraus und segelt in die Nacht hinein. Bis auf die gut sichtbaren Schiffe im Seekanal nach Rostock ist meistens alles frei, nur ab und zu sieht man Fischerboote oder den Bundesgrenzschutz. Wer optimal startet, kommt genau zur Ausfahrt eines der Kreuzfahrtschiffe an Rostock vorbei – stets ein imposanter Anblick. Die Abfahrtszeiten der Urlaubsriesen findet man unter den Stichworten »Kreuzfahrtschiffsanläufe Warnemünde« jederzeit im Internet, und auf den Frequenzen von Warnemünde Traffic hört man schon lange vorher die Ankündigungen des Auslaufens. Zum Ablegen muss dort nämlich der Seekanal kurzzeitig gesperrt werden, was sich auf die gesamte Schifffahrt von und nach Rostock auswirkt. Deshalb werden diese Abfahrten und auch die Ankünfte schon im Voraus mitgeteilt. Die Cruiser legen immer zwischen 19:30 und 24:00 Uhr ab, wohingegen sie immer ganz früh gegen 6 Uhr einlaufen.

Nach einer Nacht auf See erreicht man Barhöft oder Hiddensee bzw. Rügen am Vormittag, wo sich dann auch die Liegeplatzsituation entspannt. Gerade wer mit Kindern segelt, gewinnt durch diesen Nachtschlag einen Strandtag auf Hiddensee, und der Skipper kann dann ausruhen. Die Gewässer im Revier sind alle hervorragend betonnt und befeuert, und zahlreiche Leuchttürme weisen den Weg. Eine Nacht auf See, mit den Frachtern in der Kadettrinne und vielen Schiffen am Horizont, wird allen Crewmitgliedern meist in guter Erinnerung bleiben.

Von Lauterbach nach Bornholm

Bornholm

Wer noch mehr Zeit mitbringt, kann bei gutem Wetter einen Abstecher nach Bornholm unternehmen, der dänischen Sonneninsel mitten in der Ostsee. Gute Absprunghäfen sind Glowe, Lohme und Sassnitz oder direkt ab Kröslin bzw. Greifswald/Lauterbach. Auch hier bietet sich wegen der Entfernung von 50 bis 80 sm das Nachtsegeln geradezu an. Unterwegs gibt es bis auf die Messstationen nahe der Oderbank wenig zu beachten, und es gibt nichts Schöneres, als den ersten Blink eines der Bornholmer Leuchttürme im Morgengrauen zu entdecken. Dann dauert es allerdings immer noch ein paar Stunden, denn die Türme stehen sehr hoch und strahlen damit sehr weit. Erst kurz vor Rönne ist wegen der Schnellfähren wieder die volle Aufmerksamkeit des Skippers gefragt. Für jede Rückfahrt im Revier gilt die goldene Regel, dass man immer im ersten Drittel der Urlaubszeit am Umkehrpunkt angekommen sein sollte, sodass für die Rückreise 2/3 der Reisezeit bleiben. Wenn das Wetter beständig bleibt, kann man immer noch einen Zwischenstopp einlegen. Das Ganze hat natürlich auch psychologische und physiologische Gründe, denn anfangs ist die Crew noch frisch und verkraftet längere Schläge besser als nach einer Urlaubswoche.

Charterbasen

Spinnaker und Gennaker verursachen meist Extrakosten.

Die deutsche Ostseeküste bietet neben Mallorca sicher die größte Dichte an Charterunternehmen, die Yachten aller Größen und Preisklassen anbieten, inklusive einiger kleinerer Nischenanbieter, die klassische oder sportliche Yachten anbieten. Je nachdem, woher man anreist, bieten sich Charterbasen von Heiligenhafen im Westen bis Usedom im Osten an, um das Revier zu erkunden. Viele Anbieter haben mittlerweile mehrere Stützpunkte und können so neben attraktiven Überführungstörns zu Saisonbeginn und -ende auch Oneway-Törns anbieten. Die Rabattsysteme ähneln sich, und alle großen Anbieter verfügen über eigene Flotten, die sie auch direkt vermarkten. Man muss also keinen Umweg über Agenturen nehmen, wie das im Ausland fast immer Usus ist.

Die Rabattmöglichkeiten sind mittlerweile so vielfältig, dass man die Internetangebote des jeweiligen Anbieters bei der Buchung sorgfältig vergleichen sollte. Zu beachten ist in jedem Fall, dass je nach Abfahrtshafen noch teils recht erhebliche Parkgebühren hinzukommen können, die natürlich in den Charterpreisen nicht genannt werden. Um eine Vergleichbarkeit der Angebote zu gewährleisten, müssen die Anbieter Endpreise nennen, also inklusive Endreinigung und sonstiger obligatorischer Nebenkosten. Jedoch fallen für jegliches Zubehör, das man gern mit anmietet, Zuschläge zum Wochen- oder Gesamtpreis an. Insbesondere jegliche bunten Vorsegel, aber auch Beiboote und Außenborder sind fast immer aufpreispflichtig, sodass sich ein Vergleich lohnt. Eine Gesamtrechnung sollte daher wie folgt aussehen:

Charterpreis abzgl. aller Rabatte

+ Endreinigung

+ eventuelle Bettwäschemiete (nicht immer vorhanden, auch Decken teils zu bezahlen)

+ Nebenkosten (meistens Gas)

+ Spinnaker/Gennaker

+ Beiboot/Außenbordmotor

= Gesamtmietpreis

+ Parkplatzgebühr

+ Anreisekosten

= Gesamtkosten

NIMM ZUERST EIN KLEINES BOOT …

Das Segelrevier ist geprägt von großen, fast geschlossenen Wasserflächen wie den Bodden- und Haffgebieten. Dazu kommen viele ehemals kleine Fischereihäfen, die nun zu Marinas ausgebaut wurden. Aufgrund der großen Nachfrage an den Hotspots sowie den oft kurzen Strecken und dem im Sommer doch meistens schönen Wetter ist man hier mit einer kleinen Yacht besser aufgehoben. Insbesondere wen es in den Bodden zwischen Darß und Festland zieht oder wer ins Haff bei Usedom bzw. den Peenestrom hinauf möchte, der braucht am besten ein Boot mit max. 1 m Tiefgang. Ideal sind Jollenkreuzer und Folkeboote, aber auch mit 10-m-Yachten kommt man überall noch gut zurecht. Bei größeren Schiffen, erst recht wenn deren Tiefgang über 1,80 m beträgt, ist zumindest in den Flachwassergebieten absolute Fahrwassertreue angesagt, sonst sitzt man sofort auf. Wo der einheimische Segler seine Abkürzungen nimmt, sollte man immer auf dem vorgeschriebenen Kurs bleiben. Aufgrund der Bodenstruktur gibt es zwar oft Sandboden, aber auch viele Steine und Schlick, die schlimmstenfalls für einen kapitalen Kielschaden oder den Einsatz eines Helfers zum Herausschleppen sorgen können.

Diesen Gesamtpreis kann man dann unter den Anbietern vergleichen. Tendenziell haben die marktführenden Anbieter wie 1. Klasse Yachten und MOLA mehr neuere und damit teurere Yachten im Programm, während Ecosail