Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2010

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E-Book-Beschreibung Chocolat - Joanne Harris

Ist Vianne Rocher eine Magierin? Sie verzaubert die Menschen mit ihren selbstgemachten Pralinés und Schokoladenkreationen. In dem französischen Städtchen, in dem sie sich niederlässt, gewinnt sie rasch Zugang zu allen Herzen. Mit einer Ausnahme: Pater Reynaud erklärt ihr, besorgt um das Seelenheil seiner Gemeinde, den Krieg.

Meinungen über das E-Book Chocolat - Joanne Harris

E-Book-Leseprobe Chocolat - Joanne Harris

Das Buch

Es ist Fastnacht, als Vianne Rocher mit ihrer kleinen Tochter Anouk in das französische Städtchen Lansquenet-sous-Tannes kommt und direkt am Kirchplatz einen Laden für Schokoladen und Pralinés eröffnet. Pater Reynaud, dem ortsansässigen Pfarrer, ist diese Art der »himmlischen Verführung« jedoch ein Dorn im Auge: Schokolade, und dazu noch in der Fastenzeit! Er erkärt Vianne Rocher den Krieg und untersagt den Mitgliedern seiner Gemeinde jeden Umgang mit ihr.

Doch Vianne hat ein besonderes Gespür für ihre Kunden: Für jeden weiß sie das Praliné oder die Schokoladensorte, die am besten seiner Persönlichkeit entspricht. Und so entwickelt sich ihr Laden schon bald zum geheimen Mittelpunkt des Ortes, zu dem jeder seine Sorgen, Hoffnungen und Träume trägt.

Viannes Pläne für ein großes Schokoladenfest an Ostern allerdings drohen das Dorf zu spalten. Ostern oder Schokolade? Die Aussicht auf den verführerischen Geschmack von Viannes selbstgemachten Schokoladenphantasien stellt die strengen kirchlichen Regeln auf eine harte Probe. In diesem Konflikt setzt Pater Reynaud alles auf eine Karte …

Die Autorin

Joanne Harris, geboren 1964, studierte Französisch und Deutsch am St. Catherine’s College in Cambridge. Sie lebt mit ihrer Familie in Barnsley, Yorkshire, wo sie an einem Gymnasium Französisch unterrichtet. Joanne Harris kennt Frankreichs Landschaften, über die sie schreibt, aus ihrer Kindheit und von vielen Verwandtenbesuchen und Reisen. Chocolat ist ihr dritter Roman.

Von Joanne Harris sind in unserem Hause außerdem erschienen:

Himmlische Wunder

Die blaue Muschel

Fünf Viertel einer Orange

Wie wilder Wein

Das Lächeln des Harlekins

Samt und Bittermandel

Schlaf, schöne Schwester

Das verbotene Haus

Joanne Harris

Chocolat

Roman

Aus dem Englischen

von Charlotte Breuer

Ullstein

Besuchen Sie uns im Internet:

www.ullstein-taschenbuch.de

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen,

wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung,

Speicherung oder Übertragung

können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

Ungekürzte Ausgabe im Ullstein Taschenbuch

Dieser Roman erschien bereits 2000 im

Ullstein Taschenbuchverlag unter dem Titel Schokolade

14. Auflage 2008

© für die deutsche Ausgabe

Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2005

© 2003 für die deutsche Ausgabe

by Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG

© 2001 für die deutsche Ausgabe by

Econ Ullstein List Verlag GmbH & Co. KG, München

© 1999 für die deutsche Ausgabe by

Paul List Verlag im Verlagshaus Goethestraße München

© 1997 by Joanne Harris

Titel der englischen Originalausgabe: Chocolat (Verlag Doubleday, London)

Umschlaggestaltung: HildenDesign, München

(nach einer Vorlage von Michael Löbel/Bezaubernde Gini, München)

Titelabbildung: Jacket Art © 2001 Miramax Films.

Mit freundlicher Genehmigung von Hyperion/Talk Miramax Books

eBook-Konvertierung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm

Printed in Germany

eBook ISBN 978-3-548-92114-3

Die Titelabbildung entstammt der Romanverfilmung Chocolat.

Nähere Informationen unter: www.senator.de

In Erinnerung an meine Urgroßmutter

MARIE ANDRÉ SORIN (1892-1962)

11. Februar

Fastnacht

Wir kamen zu Karneval an, mit dem warmen Februarwind, der den Duft von am Straenrand gebratenen Pfannkuchen, Wrstchen und sen Waffeln mit sich trug, whrend Konfetti von Mantelkragen und rmelaufschlgen rieselte und im Rinnstein herumgewirbelt wurde wie ein lcherliches Gegenmittel, mit dem der Winter vertrieben werden sollte. Es herrscht eine fieberhafte Aufregung unter den Menschen, die die enge Hauptstrae sumen und die Hlse recken, um einen Blick auf den mit bunten Girlanden und Papierrosetten geschmckten Wagen zu erhaschen. Einen gelben Luftballon in der einen und eine Spielzeugtrompete in der anderen Hand, steht Anouk neben einem traurig dreinblickenden braunen Hund und schaut mit groen Augen zu. Anouk und ich haben schon viele Karnevalsumzge gesehen; einen Zug von zweihundertfnfzig geschmckten Wagen letztes Jahr beim Mardi Gras in Paris, einhundertachtzig in New York, zwei Dutzend Blaskapellen in Wien, Clowns auf Stelzen, groe Pappmach-Figuren mit wackelnden Kpfen, Majoretten, die ihre glitzernden Stbe durch die Luft wirbeln lieen. Aber im Alter von sechs Jahren erscheint einem die Welt noch voller Wunder. Ein hlzerner Wagen, hastig geschmckt mit Goldfolie und buntem Kreppapier, Szenen aus einem Mrchen Ein Drachenkopf auf einem Schild, Rapunzel mit einer wollenen Percke, eine Meerjungfrau mit einem Schwanz aus Cellophan, ein Lebkuchenhaus aus mit Goldfolie berzogener Pappe, ber und ber mit Zuckergu bedeckt, eine Hexe in der Tr, die ihre langen, grnen Fingerngel nach ein paar stummen Kindern ausstreckt Mit sechs nimmt man noch Feinheiten wahr, die einem vielleicht schon ein Jahr spter nicht mehr zugnglich sind. Hinter dem Pappmach, dem Zuckergu, dem Plastik sieht sie immer noch die echte Hexe, den wahren Zauber. Sie schaut zu mir auf mit leuchtenden Augen, die so blaugrn schimmern wie die Erde aus groer Hhe.

Bleiben wir hier? Bleiben wir hier? Ich mu sie daran erinnern, Franzsisch zu sprechen. Bleiben wir denn? Ja? Sie klammert sich an meinen rmel. Ihr Haar ist vom Wind zerzauste Zuckerwatte.

Ich berlege. Dieses Dorf ist so gut wie jedes andere. Lansquenet-sous-Tannes mit seinen hchstens zweihundert Seelen ist kaum mehr als ein Klecks an der Autobahn zwischen Toulouse und Bordeaux. Einmal geblinzelt, und schon ist man vorbei. Eine Hauptstrae mit graubraunen, dicht zusammengedrngt stehenden Fachwerkhusern, ein paar Seitenstraen, die nebeneinander verlaufen wie die Zinken einer verbogenen Gabel. Eine Kirche, strahlend wei getncht, am Dorfplatz einige Lden. Ringsum vereinzelte Bauernhfe. Obstwiesen, Weinberge, Felder, alle nach den strengen Regeln der Landwirtschaft suberlich voneinander abgegrenzt: hier pfel, dort Kiwis, Melonen, Endivien unter schwarzen Plastikplanen, kahle Weinstcke, die in der bleichen Februarsonne wie tot wirken, aber in Wirklichkeit nur darauf warten, im Mrz zu neuem Leben zu erwachen Jenseits der Felder der Tannes, ein kleiner Nebenflu der Garonne, der sich durch das sumpfige Weideland schlngelt. Und die Menschen? Wie sie da am Straenrand stehen, scheinen sie sich nicht von all den anderen Menschen zu unterscheiden, denen wir bisher begegnet sind; vielleicht ein wenig bleich im ungewohnten Sonnenlicht, ein wenig verhrmt. Sie tragen Kopftcher und Baskenmtzen passend zur Farbe ihrer Haare, braun, schwarz oder grau. Die Gesichter sind zerfurcht wie pfel vom Vorjahr, die tief in ihren Hhlen liegenden Augen erinnern an Glasmurmeln, in alten Teig gedrckt. Ein paar Kinder, die leuchtend bunte Luftschlangen fliegen lassen, wirken wie Angehrige einer anderen Rasse. Eine dicke Frau mit einem breiten, unglcklichen Gesicht zieht ihren karierten Mantel fest um sich und ruft etwas in ihrem kaum verstndlichen rtlichen Dialekt. Auf dem von einem Traktor gezogenen, schwerfllig vorbeirumpelnden Wagen steht ein vierschrtiger Weihnachtsmann, der zwischen den Feen und Kobolden und Fabeltieren seltsam fehl am Platze wirkt, und wirft mit kaum verhohlener Aggressivitt Sigkeiten in die Menge. Mit einem entschuldigenden Blick hebt ein kleiner lterer Mann mit einem Filzhut anstelle der in der Region blichen Baskenmtze auf dem Kopf den traurigen braunen Hund auf, der zwischen Anouk und mir hockt. Ich sehe, wie seine dnnen, eleganten Finger das Fell des Hundes kraulen; der Hund beginnt zu winseln; im Gesicht seines Herrchens spiegeln sich Liebe, Besorgnis, Schuldgefhle. Niemand beachtet uns. Es ist, als wren wir unsichtbar; an unserer Kleidung kann man uns als Fremde, als Durchreisende erkennen. Die Leute sind hflich, ausnehmend hflich; niemand starrt uns an. Die Frau mit den langen Haaren, die sie unter ihre orangefarbene Jacke gesteckt hat, einen langen, bunten Seidenschal um den Hals; das Kind in den gelben Gummistiefeln und dem himmelblauen Regenmantel. Durch ihre Farben fallen sie auf. Ihre Kleider sind exotisch, ihre Gesichter sind sie zu bla oder zu dunkel?, ihre Haare verraten sie als Fremde, als auf undefinierbare Weise anders. Die Menschen von Lansquenet beherrschen die Kunst der verstohlenen Beobachtung. Ich spre ihre Blicke wie Atem in meinem Nacken, nicht feindselig, aber dennoch kalt. Fr sie sind wir eine Attraktion, ein Teil des Karnevals, befremdlich. Ich spre, wie ihre Blicke uns folgen, als ich an einen der Stnde trete, um eine zu kaufen. Das Papier ist hei und fettig, die dunkelbraune Waffel auen knusprig und innen weich und kstlich. Ich breche ein Stck ab und reiche es Anouk, wische ihr die geschmolzene Butter vom Kinn. Der Waffelverkufer ist ein korpulenter Mann mit Halbglatze und dicken Brillenglsern, sein Gesicht vom Dampf der Waffeleisen feucht und gertet. Er zwinkert Anouk freundlich zu. Mit dem anderen Auge registriert er jede Einzelheit, wohl wissend, da man ihn spter nach uns ausfragen wird.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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