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Eric Valon, freier Journalist und Autor für den 'Le Canard enchaîné', Frankreichs legendär satirische Wochenzeitung, erhält anonyme Post. Chouchou, Verfasser der Zeilen, verspricht ihm Informationen zu einem aufsehenerregenden Skandal. Wer verbirgt sich hinter Chouchou? Und lässt sich halten, wovon Chouchou glaubt, stichhaltige Beweise zu haben? Wenn ja, dann werden Köpfe rollen.
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Seitenzahl: 17
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Heike Pohl
Chouchou
Liebling muss sterben
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Donnerstag, 22. Dezember, Paris
Etwa drei Monate zuvor ...
Donnerstag, 22. Dezember, Paris
Impressum
Vorwort
Der 'Le Canard enchaîné' ist die bedeutendste satirische Wochenzeitung Frankreichs.
Das Blatt betreibt investigativen Journalismus in einem einmaligen Stil.
Der Canard bezieht seine Informationen hauptsächlich über anonym bleibende Informanten, die in Ministerien, Verwaltungen, bei der Armee oder in Chefetagen von Unternehmen arbeiten.
Mein Kurzkrimi ist der redaktionellen Unabhängigkeit und dem Schneid dieser Journalisten gewidmet.
Die Story und ihre Figuren sind allesamt frei erfunden.
Donnerstag, 22. Dezember, Paris
Die feuchte Kälte kriecht durch Baptistes Kleidung. Seine ungepflegten Haare hängen ihm in wirren Strähnen über Stirn und Wangen.
Die Heizung in seiner armseligen Behausung ist schon lange tot.
Seit sein Kumpel Luc weg ist, verbringt er die Tage wie im Delirium.
Von einem Schuss zum nächsten hält ihn das Heroin am Leben, um ihn über kurz oder lang doch zu töten.
Er wirft den kleinen Gasbrenner an und zieht die verschmutzte Matratze, die einmal das Lager von Luc war, von der eiskalten Ecke an der Wand weg in die wärmere Mitte des Zimmers.
Baptiste lässt sich auf die durchgelegene Schlafunterlage fallen, als er aus dem Augenwinkel etwas auf dem Boden liegen sieht, dort wo sich eben noch das Matratzenlager befand.
Ein Briefumschlag.
Er rutscht über den Linoleumboden, schnappt sich das Ding, hockt sich im Schneidersitz auf den Matratzenrand, dreht sich mit ungelenken, klammen Fingern eine Kippe. Dann öffnet er den Umschlag und überfliegt hastig den handschriftlichen Brief.
Mit jeder Zeile, die er liest, verliert sein ohnehin schon blasses Gesicht
zunehmend an Farbe.
Baptiste springt hoch und durchmisst das kahle Zimmer mit langen, aufgeregten Schritten. Seine zitternden Finger lassen den Umschlag flattern.
Eine Nacht und ein weiterer Tag vergehen, ehe der junge Bursche den Entschluss fasst, mit seinem Fundstück zur Polizei zu gehen.
***
