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Diplomarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Pädagogik - Allgemein, Note: 1,0, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Erfolg von Wirtschaftsunternehmen ist der Erfolg eines Landes und der Menschen, die darin leben. Diesen Erfolg dem Zufall zu überlassen, würde an Fahrlässigkeit grenzen und verantwortungslos sein. Es sollte vorausgesetzt werden, dass politisch engagierte wie wirtschaftlich orientierte Personen sowie Organisationen, Parteien, Vereinigungen, wissenschaftliche Einrichtungen dies in gleichem Maße wissen und beherzigen. Und es ist aufbauend auf dieser Annahme davon auszugehen, dass sie danach handeln. Aus der Notwendigkeit heraus, Wissenschaft, in meinem Fall die Pädagogik, in den Dienst der Wirtschaft zu stellen, entstand das Thema dieser Diplomarbeit „Coaching-Kompetenz – angeboren oder erlernt?“. Ausgangspunkt für das Thema und die damit verbundene Forschungsarbeit ist die Tatsache, dass einerseits die menschliche Effizienz wirksam gefördert werden soll, andererseits aber die Formen der Förderung inhaltlich und personell nur in Ansätzen wissenschaftlich standardisiert sind, dass es keine staatlich anerkannte Ausbildung des Personenkreises gibt, der fördernd in den Prozess eingreift (vgl. Rauen 2005, S. 22 u. S. 289ff). Dies mag unter anderem daran liegen, dass vielmals davon ausgegangen wird, Coaching-Arbeit sei in besonderem Maße von der Persönlichkeit des Coachs und von seinem „Talent“ abhängig. Talent aber könne man nicht erlernen, das besitzt man oder auch nicht.
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Veröffentlichungsjahr: 2009
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BAYERISCHE JULIUS-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT WÜRZBURG
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Diplomarbeit
August 2009
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Der Erfolg von Wirtschaftsunternehmen ist der Erfolg eines Landes und der Menschen, die darin leben. Diesen Erfolg dem Zufall zu überlassen, würde an Fahrlässigkeit grenzen und verantwortungslos sein. Es sollte vorausgesetzt werden, dass politisch engagierte wie wirtschaftlich orientierte Personen sowie Organisationen, Parteien, Vereinigungen, wissenschaftliche Einrichtungen dies in gleichem Maße wissen und beherzigen. Und es ist aufbauend auf dieser Annahme davon auszugehen, dass sie danach handeln. Aus der Notwendigkeit heraus, Wissenschaft, in meinem Fall die Pädagogik, in den Dienst der Wirtschaft zu stellen, entstand das Thema dieser]o}u]c}Z]vP-Kompetenz tangeboren oder erlerntM^. Ausgangspunkt für das Thema und die damit verbundene Forschungsarbeit ist die Tatsache, dass einerseits die menschliche Effizienz wirksam gefördert werden soll, andererseits aber die Formen der Förderung inhaltlich und personell nur in Ansätzen wissenschaftlich standardisiert sind, dass es keine staatlich anerkannte Ausbildung des Personenkreises gibt, der fördernd in den Prozess eingreift (vgl. Rauen 2005, S. 22 u. S. 289ff). Dies mag unter anderem daran liegen, dass vielmals davon ausgegangen wird, Coaching-Arbeit sei in besonderem Maße von der Persönlichkeit des Coachs und von seinemcdov^abhängig. Talent aber könne man nicht erlernen, das besitzt man oder auch nicht. Die Idee des Themas entstand jedoch nicht nur aus dem Zweck heraus die Pädagogik in den Dienst anderer Wissenschaften und/oder Bereiche zu stellen. Es sei vielmehr}vU}Z]vPo&}ucvÁv^À}vv(vPv]v']
Erziehungswissenschaften fällt. Nicht durch die Erwachsenenpädagogik, sondern auch die Elementarpädagogik, Sonderpädagogik und die Bereiche der außerschulischen Jugendbildung beschäftigen sich sowohl in Lehre als auch Praxis mit Beratung bzw.
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Coaching. Beratungtin unserem heutigen Sprachgebrauch oft oder hauptsächlich Coaching genannttist auf das Ziel ausgerichtet, dem Ratsuchenden mit Hilfe der Kompetenzen des Beraters (Coach), die Möglichkeit zu bieten, ein Leben in Autonomie und Mündigkeit zu führen.t] ]vPZµ]v ]vuµ(ÌcGutberaten sein.ÁZvv]oµvPoWl]lP}P]ZµvP^~îììñZ],stellt derdÆct]µ(loµvP^À}v<vc]vooZ]lo]]ÁZenenbildungals ein Problem gelingender Lebensführung und der gerechten Einrichtung einesÁoºPo]ZvµvDvZvµv]vv ]v vD]oµvlX^(Dörpinghaus 2005, S. 80f).
Das Problem der Menschen ist nun aufgedeckt, die Lösung klar vermittelt. Wie jedoch erreicht bzw. gelangt man zur Mündigkeit. Sie stellt sich keineswegs stillschweigend oder automatisch ein. Nein, Mündigkeit bedarf der Anstrengung und dem Anspruch, sein Leben moralisch gut und nach allen Regeln der Vernunft zu führen. Eben diesen Anspruch erfüllt pädagogische Beratung (vgl. Dörpinghaus 2005, S. 80f). Coaching und die, die diesen Teilbereich pädagogischer Beratung ausüben sollten sich diesem Anspruch verbunden sehen und ihn aufgrund ihrer Kompetenzen, welche es in dieser Arbeit zu betrachten gilt, an die Ratsuchenden weitergeben.
Die wissenschaftlich-praktische Relevanz des Themas liegt in der Situation begründet, die den Weiterbildungsmarkt im Allgemeinen und das Gebiet des Coachings im Besonderen betrifft. Die Tätigkeit des Coaches, des Trainers, des Beraters, des Supervisors, des Tutors, des Dozenten und des Weiterbildners gründet nicht auf einer staatlich anerkannten Ausbildung und einem entsprechend anerkannten Abschluss, sondern ist ein Produkt des freien Marktes. Somit bestimmen Angebot und Nachfrage Form, Dauer und Abschluss der Coaching-Ausbildung. Hinzu kommt, dass dieÌ]ZvµvPc}Z^l]v PZºÌµfsbezeichnungist und sich demzufolge jeder als Coach bezeichnen darf und als solcher arbeiten kann, auch ohne dass er eine entsprechende Ausbildung absolviert hat (Rauen 2005, S.22). Ob der Coach die Möglichkeit erhält, als solcher tätig zu sein, hängt allein vom Auftraggeber ab. Diesem obliegt es, an Hand von Lebenslauf und Referenzen zu überprüfen, ob von einer
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
qualifizierten Arbeit ausgegangen werden kann und ob eine erfolgreiche Erfüllung der gestellten Ziele zu erwarten ist. Unter diesem Aspekt, ist eine Abklärung des Sachverhaltes, welche Anforderungen Coaching beinhaltet und welche Kompetenz der Coach besitzen muss, um diesen gerecht zu werden, notwendig. Dies ist durchaus bereits geschehen und bildet die Grundlage der unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungspläne der verschiedenen Weiterbildungsinstitute. Inwieweit dabei zwischen angeborener und erlernter Kompetenz unterschieden wird, muss untersucht werden. Gleiches gilt für jene Teile des Coachings, welche an den medizinischen Bereich grenzen beziehungsweise in diesen gehören. Somit ist in der Diplomarbeit abzuklären oder zu definieren, was die Begriffeangeboren, erlernt, Kompetenzbeinhalten, gleichzeitig sind die Grenzbereiche zwischen Coaching und anderen Beratungsformen zu kennzeichnen. Auf der Grundlage gängiger oder selbst definierter Begriffe sind Untersuchungen durchzuführen, Ergebnisse zu dokumentieren, Erkenntnisse zu formulieren und Empfehlungen auszusprechen. Die oben genannte Vorgehensweise verlangt theoretische wie praktische Kenntnisse und die Fähigkeit, auf der Grundlage dieser Einheit zu Erkenntnissen zu gelangen. Meine Erfahrung auf dem Gebiet der Pädagogik, mein bisheriges Eingebundensein in die Prozesse des Coachings, der pädagogischen und psychologischen Beratung sollen die praktische Basis des Vorgehens bilden. Mein im Pädagogik-Studium erworbenes Wissen und Können soll die Objektivität der erhobenen Daten, der ermittelten Fakten und die Korrektheit der abgeleiteten Empfehlungen gewährleisten.Als Ergebnis der Diplomarbeit werden für folgende fünf Thesen und ihre Aussagen Verifizierung oder Falsifizierung angestrebt: These 1cvP}vbestimmt die wirksame Coaching-ArbeitX^
These 2cErlerntesist zwingend erforderlich, um in diesem Tätigkeitsfeld dauerhaft erfolg]Z̵]v^X
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
These 3c/voovCoaching-Bereichen sind erlerntes Wissen und Können unverzichtbar^X
These 4c](º(}o]Zvspezifischen KompetenzvuºvovÁv^XThese 5cCoaching-Arbeitbeinhaltet vorwiegend Problem- und Konfliktlösung und bedarf bei Grenzüberschreitung bzw. Überforderung der Unterstützung anderer&Z]Ì]o]vv^X
Die Fragestellung ist die Grundlage dieser Untersuchung und gleichermaßen die des Erkenntnisgewinns. Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, die Thematik zu strukturieren, das Vorgehen zu planen und die Ergebnisse in den Forschungskontext einzuordnen. Die folgenden Fragen sollen diesem Vorhaben dienen. Sie werden sowohl theoretisch, als auch empirisch untersucht werden.Fragenl}uoÆc}Z]vP-K}uvÌ^NWas bezeichnet man als Coaching-Kompetenz?
NWelche Aspekte der Coaching-Kompetenz sind als angeboren einzuordnen, welche als erlernt?
NWie hoch ist der Anteil angeborener Kompetenz gegenüber dem der erlernten?NGibt es erlernte Kompetenz, die zwingend auf angeborener Kompetenz beruht und ohne diese nicht auszuprägen ist?
NWelche angeborene Kompetenz ist unverzichtbar für den Coaching-Beruf?Fragenl}uoÆc}Z]vP-A]^
NFür welchen Bereich der Coaching-Arbeit fühlt sich der Coach gut gerüstet?NFür welchen Bereich der Coaching-Arbeit hat der Coach Bedarf an Wissenserwerb und an Könnensentwicklung?
NHinsichtlich welcher Anforderungen fühlt sich der Coach nicht zuständig?
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
NWie verhält sich der Coach bei Anforderungen, die anderen Fachdisziplinen zuzuordnen sind?
NWelche Unterstützung benötigt der Coach bei Anforderungen, die mit seinen spezifischen Kompetenzen nicht abzudecken sind?
Die Bearbeitung der Fragestellung und die Beantwortung der aufgeworfenen Fragen bedarf einer Herangehensweise, die sowohl die theoretische Basis der behandelten Problematik, als auch die auf Praxisdaten beruhenden Erkenntnisse zur Grundlage hat. Das Forschungsvorgehen, wie auch die schriftliche Darstellung desselben tragen diesem Anliegen Rechnung.
Das KapitelcooµvPhvµZµvP}ou]l^(1) soll die Praxisrelevanz des Themas aufzeigen und informiert über die angestrebten Forschungsergebnisse. Fragestellung, Fragekomplexe und Einzelfragen kennzeichnen den theoretischen und empirischen Inhalt der Forschungsarbeit. Die wissenschaftlich-praktische Herangehensweise wird erläutert.
Das Kapitelc}Z]vP^(2.1) beinhaltet die Auseinandersetzung mit dem Thema Coaching. Allgemeine und spezielle Definitionen werden genannt und auf deren Entstehung sowie Gebrauch untersucht. Coaching-Konzepte und Coaching-Methoden werden charakterisiert, Anwendungsgebiete erörtert, Möglichkeiten und Grenzen des Coachings aufgezeigt.
Das Kapitelc<}uvÌ^(2.2) befasst sich mit dem Kompetenz-Begriff im Allgemeinen und dem der Coaching-Kompetenz im Besonderen. Wissenschaftliche Betrachtung und praxisbezogene Erörterung bilden den Schwerpunkt. Der Aspekt, inwieweit Kompetenz angeboren oder erlernt ist, wird ebenfalls behandelt. Der bei der
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Coach-Befragung eingesetzte Fragebogen fußt überwiegend auf den in diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnissen.
<]oc}Z]vP-<}uvÌ^(2.3)befasst sich mit den Kompetenzen, welche ein Coach besitzen sollte, um seiner Berufung erfolgreich nachgehen zu können. Desweiteren befasst sich das Kapitelc}Z]vP-K}uvÌ^u]<vvÌ]ZvµvP,sprich Definition von Coaching-Kompetenz und geht auch der Frage nach, in welchen Teilen diese als angeboren oder als erlernt angesehen werden kann, beziehungsweise angesehen werden muss.
Das<]oc}Z]vP-K}uvÌ^]o v^ZÁµvl Z}]Zvd]ound die Grundlage für den empirischen Teil der vorliegenden Arbeit. In ihm wird der Kompetenz-Begriff im Allgemeinen und der, der Coaching-Kompetenz im Besonderen behandelt. Außerdem wird der Frage nachgegangen, inwieweit Coaching-Kompetenz erlernt oder aber angeboren ist. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sind, wie die Kompetenz-Definition, Bestandteil der empirischen Untersuchung.Das KapitelcDvZo}Ztder}ZoDvZ^(2.4) betrachtet denc]vuvZo]Zv^pektder Coaching-Tätigkeit. Es wird dem Menschenbild in seiner Entwicklung und Beurteilung nachgegangen, das Selbstverständnis des Coaches und seine Tätigkeit unter diesem Aspekt beleuchtet. Dabei bleibt nicht unbeachtet, inwiefern die bewusste oder unbewusste Entscheidung für den Coaching-Beruf aufcvP}v}Z]vP-<}uvÌ^̵ºl̵(ºZv]X
Das Kapitelcu]]ZhvµZµvP^(3.) beinhaltet den empirischen Teil der Arbeit. Die wissenschaftliche, personelle und praktische Vorbereitung der Datenerhebung wird dargestellt und Entwicklung und Einsatz des Fragebogens beschrieben. Ergebnisdarstellung und Dateninterpretation bilden den Schwerpunkt dieses Kapitels.
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1. Darstellung der Untersuchungsproblematik
Das KapitelcResümeeund Ausblick^(4) fasst die Ergebnisse der Forschungsarbeit zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden den angezielten Aussagen gegenübergestellt. Nunmehr Feststehendes wird definiert und noch nicht Bewiesenes charakterisiert. Mit der Beschreibung des praktischen Nutzens der Forschungsarbeit endet dieses Kapitel und die Arbeit als Ganzes.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Dieses Kapitel soll dazu dienen, den Begriffc}Z]vP^zu kennzeichnen und aus der Vielfalt der Meinungen zu einer für diese Forschungsarbeit gültigen Definition zu gelangen. Viele Autoren und Wissenschaftler unternahmen bereits den Versuch, eine einheitliche Definition zu finden und diese als Lehrmeinung zu etablieren. Pallasch undWv~îììñluv ̵ ]v]ZWct]Z Zµ ]vvmo]lº ]Angebote, Programme, Ansätze und Konzepte, die unter der Überschrift Coaching, firmieren, verschaffen möchte, steht vor einer Sisyphusarbe]X^ (Pallasch/ Petersen 2005, S. 70ff). Ebenso sah es Uwe Böning, er sieht CoaZ]vP]v]vucµvv^hu(oWc]] ]v Z]oondeRegenbogenlandschaft, in die man blickt, wenn man denP]((c}Z]vP^]vP( ̵ uZv ÀµZ µv ÀZv Á]ooU Á µv Pvµ ̵ ÀZv ]XY P]((µv ]vsÁvµvP]v v]Z PZºÌX^(Rauen 2005, S. 21). Coaching ist demnach ein Sammelbegriff, der sowohl in Seminarveranstaltungen der Astrologie, bis hin zur Zahnmedizin vertreten ist, aber auch in diversen Interneteinträgen: z. BXWc&oµPvP-}Z]vP^Ucv- }Z]vP^}cv-Coaching (Rauen 2005, S. 22) vorkommt.
Weiterhin ist es für die Beantwortung der Fraget ct]]vd]v̵ ]vv<}uvÌvl}uuM^ v}u µ(Zoµ]Z,den Begriff der Kompetenz zuoµvU cµ(l]Z,vovUl}vl^]µ]}vvµv]l]À]tätdes^µil^Àerweist(Hof 2002, S. 80).
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Ausgehend davon, dass die Definitionen für Coaching vielfältig und vielgestaltig sind, erscheint es angebracht, die Entwicklung des Begriffs von seinem Ursprung her zu verfolgen. Wortgeschichtlich, aus dem Englischen stammend,Ì]Zvc}Z^]Kutsche oder den Kutscher. Der Transport von einem Ort zum anderen ist hier bereits inhaltlich gegeben, wobei bei der Begrifflichkeit nicht zwischen Transportmittel und Transportierendem unterschieden wird. Beide Formen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Fortbewegung einer Person jedoch ist bereits jetzt gegeben. Dies mag auch die Ursache dafür sein, dass dieses Wort in späterer Zeit zur Kennzeichnung des Fortbewegens einer Person von einem Zustand A (Ist-Zustand) zu einem Zustand B (Soll-Zustand) verwendet wurde und sich als solcher etablierte. Der Begri((c}Z^ovPdurch die fachliche und psychologische Betreuung von Sportlern an Popularität und wurde in den USA auf den betrieblichen Bereich übertragen und entsprechend erweitert.
Der Coach bzw. das Coaching initiiert und begleitet die Veränderung einer Person. Wie dies zu geschehen hat, ist reglementiert und unterscheidet das Coaching von einigen anderen Formen der Beeinflussung des Menschen durch den Menschen. Allgemein formuliert, handelt es sich beim Coaching um eine Beratungsform, die auf Gleichberechtigung, partnerschaftlicher Zusammenarbeit, Personenzentriertheit, Professionalität, Ressourcenorientiertheit sowie Lösungsorientiertheit, Freiwilligkeit und gegenseitige Akzeptanz beruht. Diese Merkmale werden als Säulen des Coachings bezeichnet und finden sich in ihrer Gesamtheit oder in Einzelteilen in den verschiedenen Coaching-Definitionen wieder. Als Beispiel mögen die folgenden drei Begriffserklärungen dienen.
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Begriffserklärung mit Schwerpunkt: Beratung für den EinzelnenCoaching ist
Nceinpersonenzentrierter Beratungs- und Betreuungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann und zeitlich begrenzt ist(Rauen 2005, S. 26)^, (keine Rat-Schläge, sondern individuelle Prozess-Beratung im Sinne einer auch präventiven Hilfe zur Selbsthilfe und zur Selbstverantwortung)Nauf der Basis einer tragfähigen und durchgegenseitige AkzeptanzgekennzeichnetenBeratungsbeziehungin mehrerenfreiwilligen und vertraulichen Sitzungenabgehalten wird, (d.h. der Klient wünscht Coaching freiwillig von sich aus, und der Coach sichert ihm absolute Diskretion zu)Nfür einebestimmte Person(Gruppen-Coaching. für einegenau definierte Gruppevon Personen) mit ManagementaufgabenNdurch einen (oder mehrere) Berater mitpsychologischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sowie praktischen Erfahrungenbezüglich der thematischen Problemfelder (um die Situation des Klienten fundiert einschätzen und ihm qualifiziert helfen zu können)Nder auf der Basis eines ausgearbeitetenCoaching-Konzeptesagiert (um dem Klienten gegenüber sein Vorgehen und die verwendeten Interventionen erklären zu können und somit transparent und bewusstseinsfördernd zu arbeiten)^
Ziel ist immer die (Wieder-)Herstellung und/oder Verbesserung derSelbstregulationsfähigkeitendes Klienten, d.h. der Coach muss den Klienten derart beraten bzw. fördern, dass dieser den Coach nicht mehr benötigt (vgl. Beckermann und Unnerstal 1990, S. 26, zit. n. Rauen 2005).
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2. Literaturstudie zur Untersuchungsproblematik
Begriffserklärung mit Schwerpunkt: Wirtschaft/Beruf/UnternehmenCoaching ist die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung von Personen mit Führungs- und Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen und Organisationen. Das Ziel des Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern- und Leistungsprozessen bezüglich primär beruflicher Anliegen, Problemen und Aufgaben.
Als ergebnis- und lösungsorientierte Beratungsform dient Coaching der Steigerung und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit. Als ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmter Beratungsprozess unterstützt Coaching die Besserung der beruflichen Situation und das Gestalten von Rollen unter anspruchsvollen Bedingungen. Durch die Optimierung der menschlichen Potenziale soll die wertschöpfende und zukunftsgerichtete Entwicklung des Unternehmens/der Organisation gefördert werden.
Inhaltlich ist Coaching eine Kombination aus individueller Unterstützung zur Bewältigung verschiedener Anliegen und persönlicher Beratung. In einer solchen Beratung wird der Klient angeregt, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Coach fungiertZ]]octPÁ]^̵uErkennen von Problemursachen und dient daher zur Identifikation und Lösung der zum Problem führenden Prozesse. Der Klient lernt so im Idealfall, seine Probleme autonom zu lösen, sein Verhalten, sein Handeln und seine Einstellungen weiterzuentwickeln und effektive Ergebnisse zu erreichen. Eine grundsätzliche Eigenschaft des professionellen Coachings ist die Förderung der Selbstreflexion und -wahrnehmung und die selbstgesteuerte Erweiterung, bzw. Verbesserung der Möglichkeiten des Klienten bzgl. Wahrnehmung, Erleben und Verhalten (DBVC 2009).1
1http://www.dbvc.de/cms/index.php?id=361, Zugriff am 26.05.2009, Uhrzeit: 19:33
