Cuckold. Was wir drei einander zumuten. - Clifford Chatterley - E-Book

Cuckold. Was wir drei einander zumuten. E-Book

Clifford Chatterley

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Beschreibung

Eine erotische Geschichte über Kontrolle, Hingabe und das Wagnis radikalen Andersseins. Gudrun liebt ihren Mann. Lena auch. Und Jürgen? Der weiß bald nicht mehr, wem sein Begehren gehört - oder ob es überhaupt noch ihm gehört. Was als prickelndes Spiel mit Grenzen beginnt, wächst sich aus zu einem Netz aus Lust, Macht und Vertrauen, das alle drei an ihre innersten Bruchlinien führt. Zwischen Keuschheit und Kontrollverlust, Eifersucht und Hingabe entsteht eine Beziehung, die sich jeder Konvention entzieht - und die nur gelebt werden kann, wenn alle drei bereit sind, einander alles zuzumuten. Auch das, was sie sich bis dahin nicht einmal zu denken gewagt hätten. Ein Roman über Liebe, Kontrolle - und den Mut, für die Liebe auf körperlichen Besitz zu verzichten.

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Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Eine erotische Geschichte über Kontrolle, Hingabe und das Wagnis radikalen Andersseins

Gudrun liebt ihren Mann. Lena auch. Und Jürgen? Der weiß bald nicht mehr, wem sein Begehren gehört – oder ob es überhaupt noch ihm gehört. Was als prickelndes Spiel mit Grenzen beginnt, wächst sich aus zu einem Netz aus Lust, Macht und Vertrauen, das alle drei an ihre innersten Bruchlinien führt.

Zwischen Keuschheit und Kontrollverlust, Eifersucht und Hingabe entsteht eine Beziehung, die sich jeder Konvention entzieht – und die nur gelebt werden kann, wenn alle drei bereit sind, einander alles zuzumuten. Auch das, was sie sich bis dahin nicht einmal zu denken gewagt hätten.

Ein Roman über Liebe, Kontrolle – und den Mut, für die Liebe auf körperlichen Besitz zu verzichten.

Clifford Chatterley

Clifford Chatterley hat sich aus Autor expliziter Cuckold-Erotik einen Namen gemacht. Das Pseudonym ist eine Reverenz an den Ehemann der Lady Chatterley, einem der bekanntesten Cuckolds der Weltliteratur.

Inhalt

Prolog – wie alles begann

Alte Freundinnen

Der Tag danach

Der erste Schritt

Der Fremde

Am nächsten Morgen

Carne Vale

Mittwoch

Der Saunaabend

Anfüttern

Es war doch nichts

Es ist kompliziert

Für ihn

Danach

Angekommen

Epilog

Explizite Erotik. Nur für Erwachsene.

Fiktionale Handlung. Wenn Sie das so nachspielen, tun Sie das auf eigene Gefahr.

Prolog – wie alles begann

Jürgen

Mir schwante nichts Gutes, als ich beim Heimkommen den roten Kleinwagen in unserer Einfahrt stehen sah. Ein roter Kleinwagen, der verdächtig ähnlich dem sah, denn meine jüngste Eroberung fuhr, die ich jetzt wohl schon ein halbes Jahr kannte. Nicht, dass ich die attraktive, dunkelhaarige Lena nicht gern getroffen hätte: Aber Lena war ein Umstand in meinem Leben, über die in meiner Ehe zumindest nicht gesprochen wurde. Und der Kleinwagen stand eben nicht dort vor der Tür, wo ich mit Lena verabredet war, sondern in der Einfahrt meines eigenen Hauses. Meines, und Gudruns, meiner Frau. Die Frage war also: Was machte Lena hier? Oder war es doch nur ein Zufall? Ich hatte mir nie die Mühe gemacht, mir Details wie eine Autonummer einzuprägen.

Nun, nichts, was ich im Augenblick tun konnte. Gudrun erwartete mich, wir hatten Nachmittag telefoniert, und ich hatte einiges eingekauft, was sie mir aufgetragen hatte: Wir würden Gäste zum Abendessen haben, und nicht die langweilige Sorte. Also hatte ich gebracht, was sie für besondere Anlässe schätzte: Lachs, Kaviar, Oliven, französische Baguettes und zwei Flaschen Champagner. Und zum Nachtisch diese sündhaft gute Orangencreme, die es in der kleinen Greißlerei im Nachbarort zu kaufen gab. Ich wusste, was Gudrun mochte.

Ich öffnete also mit der Fernbedienung das Tor zu unserer Doppelgarage. Der Kleinwagen stand zum Glück auf Gudruns Seite, sodass ich meinen Mercedes ungehindert einparken konnte. Ich nahm also die beiden Einkaufstaschen aus dem Kofferraum, holte noch einmal tief Luft und ging durch die innere Verbindungstüre ins Haus. Schon ein paar Sekunden später war ich sicher: Es war Lena, die bei uns zu Gast war. Ihr unverwechselbares Lachen drang aus dem Wohnzimmer, dazu Gudruns Stimme, die vermutlich wie immer 80 Prozent der Unterhaltung trug. Gudrun konnte immer weiter reden, ihr gingen niemals die Ideen aus.

Nur, dass ich keine Ahnung hatte, wie das zugegangen war, dass Lena jetzt gerade bei uns auf dem Wohnzimmersofa saß, mit Gudrun Likör trank und beide bester Laune miteinander plauderten. „Hallo Jürgen“, begrüßte mich Gudrun, ich beugte mich über sie und gab ihr den üblichen Begrüßungskuss.

„Hallo Lena“, sagte ich dann. Es schien mir lächerlich, so zu tun, als würde ich sie nicht kennen. Außerdem war ich gerade ein wenig geflasht, die beiden saßen nicht so da, wie man sich zwei alte Freundinnen beim Kaffee vorstellen würde. Sie waren beide so gestylt, als würden sie später noch ausgehen wollen. Meine blonde Gudrun trug einen schwarzen Mini, dazu halterlose Strümpfe, deren Saum im Sitzen unter dem Mini vorblitzte, und ein rotes Glitzertop. Ihr Haar trug sie offen, nur von einem Reifen ein wenig in Form gehalten. Und die dunkelhaarige Lena hatte ausgerechnet das Kleid an, das ich ihr auf unserer letzten Reise nach Oberitalien in Mailand gekauft hatte. Dazu die Heels, für die ich an die 300 ausgegeben hatte. Lena war eben noch einen Tick wilder als Gudrun. Ich musste schon fast wieder schmunzeln. Auch wenn ich momentan keine Ahnung hatte, was das hier werden sollte.

„Und ich krieg keinen Kuss?“, fragte Lena dann auch so, als ob wir einander zu zweit getroffen hätten. Ich schaute erst sie, dann Gudrun ein wenig hilflos an, Gudrun schien sich vor lauter unterdrücktem Lachen kaum halten zu können. „Komm, Jürgen, tu dir keinen Zwang an“, kicherte sie dann wie ein Schulmädchen. „Oder rennst du jetzt gleich wieder davon, weil ich nicht geschockt bin?“

Nun war unsere Ehe sicher nicht das, was man konventionell nennen konnte. Wir waren jetzt sieben Jahre verheiratet, standen beide fest im Beruf, und Gudrun hatte zumindest bis jetzt keine Ambitionen auf Kinder gezeigt. Wir hatten regelmäßigen und guten ehelichen Verkehr, aber unser Eheversprechen hatte gelautet: „Tue nichts, was die eheliche Beziehung für dich infrage stellen könnte, und belaste den anderen nicht damit.“ Das funktionierte ganz gut, Gudrun arbeitete im Wechseldienst in einem Spital und hatte daher regelmäßig Nacht- und Wochenenddienste, und ich war in Sachen meiner Firma immer wieder einmal tagelang auswärts unterwegs. Wir fragten einander nicht, und es wurde nicht darüber gesprochen. Ich nahm aber fest an, dass sie ebenso ihre Affären hatte wie ich. Und insgeheim erregte es mich immer ein wenig, wenn ich einen Abend allein zu Hause verbrachte und mit vorstellte, dass sie es gerade mit einem anderen tat. Ich mochte es schließlich, mit einer attraktiven Frau verheiratet zu sein, die auch anderen Männern gefiel.

Ich nahm die Aufforderung meiner Frau also für bare Münze, beugte mich über Lena, die die Situation sichtlich genoss und mich von unten her mit einem gekonnten Augenaufschlag und leicht geöffneten Lippen ansah, die noch vom Likör glänzten. Beherzt küsste ich also auch sie auf den Mund. Auch wenn die Situation gerade sehr unwirklich und für mich schwer einzuordnen war: Ich würde mich jedenfalls nicht mit schlechtem Gewissen erwischen lassen. Und Lena erwiderte den Kuss offen, legte mir sogar kurz ihre Arme um den Hals, ohne sich dabei groß um die Anwesenheit Gudruns zu kümmern. Und sie trug auch noch dieses Parfum, das mich weitere 100 gekostet hatte, in Zürich, nicht allzu lang her.

Ich beschloss also, keine Fragen zu stellen und vorerst mitzuspielen. Die beiden Frauen wirkten nicht so, als würden sie mir gleich eine Szene machen. Zumindest keine, die mir nicht gefallen würde. Und es kam ja dann auch so: Und doch auch wieder ganz anders, als ich es mir in diesem Augenblick ausmalte. Ja, wenn man mit dem Feuer spielt …

Gudrun

Na, das war ja dann besser gelaufen, als ich mir das erwartet habe. Auch wenn Jürgen cool war: So ganz sicher war ich mir nicht gewesen, dass er es nicht kaputtmachen würde in seiner momentanen Überforderung. Aber ich hatte meinen Jürgen wohl unterschätzt. Oder nicht überschätzt, wie immer man das sehen wollte.

Es war natürlich schon ein großer Zufall gewesen, dass ich Lena, meine alte Freundin und Mitbewohnerin im Schwesternwohnheim, wieder einmal getroffen hatte. Sie war gerade auf der Suche nach einem neuen Job, weil ihr das Dasein als Ordinationshilfe bei einem Gynäkologen nicht mehr gefiel, und hatte sich bei uns im Krankenhaus auf der Gyn-Station beworben. So waren wir in der Cafeteria ineinander gelaufen. Es hatte sofort wieder gefunkt, sie hatte dann die zwei Stunden abgewartet, bis mein Tagdienst endlich zu Ende war, und nachdem wir dann woanders ein paar Gläser miteinander getrunken hatten, waren wir dann langsam zu den intimeren Details dessen übergegangen, was wir beiden in den letzten Jahren erlebt hatten. Lena war immer noch Single, was mich nicht sonderlich wunderte, denn Lena hatte sich noch nie auf irgendetwas festlegen können. Und sie war auch hübsch genug, sich das leisten zu können. Hübsch und selbstbewusst: Das vor allem, sie wusste, was sie wollte, und wusste auch, wie sie es sich nehmen konnte.

Als wir dann genug Gläser gehabt hatten, zeigte sie mir Bilder ihrer letzten Eroberung. Und ich staunte nicht schlecht, dass sich diese letzte Eroberung ausgerechnet als mein Jürgen herausstellte. Ich überlegte eine Weile, ob ich ihr das offenlegen sollte, aber Lena kannte mich wohl gut genug, um mich zu fragen, ob mir gerade ein Geist erschienen sei. „Nein, kein Geist, aber mein Ehemann, das reicht wohl auch“, sagte ich zu ihr, vom Alkohol wohl schon ein wenig enthemmt. Lena saß einen Augenblick lang sprachlos neben mir: „Du entschuldige bitte, Gudrun, es tut mir jetzt ehrlich leid, ich weiß natürlich, dass er verheiratet ist, aber wenn ich gewusst hätte, dass es ausgerechnet dein Mann ist …“ – „Geh Schatz“, sagte ich zu ihr, „du brauchst dich bei mir am wenigsten entschuldigen, du konntest ja nicht wissen, wen du dir da geangelt hast. Und was das andere betrifft …“ Der Alkohol hatte mich wohl schon genug enthemmt, auch mit dem anderen nicht hinter den Berg zu halten. „Es gibt Dinge, über die zwischen Jürgen und mir nicht so genau gesprochen wird.“

„Bist du sicher?“, fragte Lena nach. Ich nickte. „Und außerdem, denk dran, was wir zwei schon alles miteinander erlebt haben …“ Lena kicherte schon wieder. Leider wurde es dann sehr spät, bis das Lokal dann endlich schloss und wir beide reichlich bedient nach Hause fuhren.

Lena

Na also. Ich hatte es von Anfang an gewusst, dass Jürgen kein Feigling war. Und dass die beiden es mit der ehelichen Treue nicht so genau nahmen, das hatte ich dann Gudrun schnell aus der Nase gezogen. Überhaupt schien sie sich nicht so sonderlich daran zu stoßen, dass ich ihren Mann meiner Sammlung lockerer Bekanntschaften einverleibt hatte. Ich verspürte damals, mit Anfang dreißig, noch keinerlei Bedürfnis, mich da auch nur irgendwie festzulegen. Ich lebte gern allein, aber ich hatte keinerlei Mühe, für all das passende Männer zu finden, was das Alleinsein ansonsten ein wenig mühsam gemacht hätte. Vor allem Urlaube: Ich mochte es absolut nicht, allein auf Urlaub zu fahren, und irgendwie waren Urlaubsgegenden auch kein besonders gutes Jagdrevier. Das hatte ich bald herausgefunden, dass man sich da besser selber etwas mitbrachte: Denn was es vor Ort gab, war immer entweder vergeben und – weil Urlaub – unter andauernder Aufsicht, oder der Mühe nicht wert. Manchmal auch beides.

Ich hatte auch nichts dagegen, neben einer festen Beziehung mitzulaufen, im Gegenteil, solche Männer klammerten dann nicht, aber für „nur mal schnell im Hotelzimmer“ hatte ich auch wieder nichts über. Es sollte schon möglich sein, sich auch außerhalb miteinander sehen zu lassen, zumindest gemeinsam essen zu gehen.

Mit Jürgen ging das alles ganz problemlos, vor allem nahm er mich gern immer wieder auf seine Dienstreisen mit. Klar, unter Tags musste er seine Kunden betreuen, aber die Abende hatten wir für uns, immer wieder auch mal ein Wochenende, und die Nächte sowieso. Und ja: Jürgen wusste, was er da tat. Und Jürgen wusste auch sehr genau, wie er mich bei Laune halten konnte. Er hatte nicht nur seine Kreditkarte bereit, wenn es für mich ans Einkaufen ging, sondern auch endlos Geduld, mich dabei zu begleiten. Es schien ihm wirklich Spaß zu machen, mich in all den sexy Outfits zu sehen, die er mir kaufte. Und natürlich dann auch ohne, später, in der Nacht. Ich hatte keine Illusionen, was er sich dafür erwartete, und ja: auch kein Problem damit. Wir harmonierten prächtig, wir spornten einander an, und ich brauchte dann immer ein paar Tage Erholungsphase, wenn wir von diesen gemeinsamen Ausflügen zurück waren.

Ob er die auch brauchte, darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. Bis ich eben jetzt wusste, dass er ausgerechnet meiner alten Kommilitonin Gudrun gehörte. Nun, Gudrun war schon eine Klassefrau, ich denke nicht, dass sie Probleme hatte, ihn dann wieder in Empfang zu nehmen und zu bekommen, was ihr gehörte. Nein, ich glaubte nicht, dass ich ihr da etwas weggenommen hatte: Jürgen stand in der Blüte seiner Manneskraft, ich hatte noch nicht erlebt, dass er diesbezüglich in Verlegenheit geraten war.

Nun, wie auch immer: Es hatte dann einziges Zureden gebraucht, bis Gudrun damit einverstanden gewesen war, in diesem speziellen Fall mit dem Versteckspiel aufzuhören. Eifersüchtig war sie ja nicht, aber die Idee, die ich ihr dann langsam eingepflanzt hatte, brauchte eine Weile. Gudrun hatte erst Angst davor gehabt. Was ich gut verstehen konnte, denn es brauchte schon viel Vertrauen mir gegenüber, wenn wir beide das durchziehen wollten, was ich ihr da löffelweise verkaufte. Doch schließlich hatte sie angebissen.

„Aber du musst mir schon dabei helfen, du hattest immer schon die besseren Ideen“, sagte sie noch. Ja, ja, kein Problem. Und ich wollte Jürgen zwar natürlich nicht verlieren, aber ihr ihn auf keinen Fall wegnehmen, was hätte ich auch mit einer fixen Beziehung angefangen? Nur ein bisschen Spaß haben. Ein bisschen mehr Spaß als bei meinen üblichen Affären. Ich hoffte halt, dass das so aufgehen würde. Aber andernfalls wäre er auf jeden Fall für mich verloren, also: Was hatte ich schon zu verlieren?

So kam es, dass ich sie auf die Idee gebracht hatte, Jürgen damit zu überraschen, dass wir beide einander kannten. Und ja, das hatte ja schon mal nicht so schlecht angefangen. Und machte Spaß, das war das allerwichtigste.

Jürgen

Es tat mir gut, ein wenig Zeit in der Küche verbringen zu können. Ich hatte angeboten, das Abendessen herzurichten, während die beiden Freundinnen weiter miteinander alberten. Ich dachte über den unglaublichen Zufall nach, dass es ausgerechnet Gudruns beste Jugendfreundin war, mit der ich mir da etwas angefangen hatte, in einer Zwei-Millionen-Stadt. Und dass das ein halbes Jahr schon so ging, ohne dass wir dahintergekommen waren.

Nun, es war, wie es war. Gudrun schien die Sache jedenfalls einmal mit Humor zu nehmen, so viel stand fest. Wer konnte schon sagen, was sich da noch ergeben würde, so aufgekratzt, wie die beiden gerade waren. Ich konzentrierte mich jetzt einmal darauf, die Köstlichkeiten anzurichten, die ich besorgt hatte, deckte denn den Esstisch, stellte den gekühlten Champagner bereit und bat die beiden zu Tisch. Sie erzählten mir bereitwillig, wie sie einander schon im Teenager-Alter an der Krankenschwesternschule kennengelernt hatten, dann drei Jahre lang ein Zimmer geteilt, und danach noch einige Jahre gemeinsam in einer kleinen Wohnung gewohnt hatten, unweit des großen Spitals, an dem sie damals beide arbeiteten. Lena und ich mussten einander damals nur um Monate verpasst haben: Als ich Gudrun kennengelernt hatte, lebte sie bereits allein in dieser Wohnung, erzählte mir nur vage von der Freundin, die hier soeben ausgezogen war, der Liebe wegen. Das war natürlich lang vor meiner Zeit gewesen, Lena musste damals so wie Gudrun Anfang 20 gewesen sein.

Lena

Es wurde dann langsam Zeit. Das Abendessen war aufgegessen, die himmlische Organgencreme lag uns noch im Magen, und die Frage stand immer mehr im Raum: Und was weiter? Wir hätten die Sache natürlich, wie Gudrun erst gemeint hatte, mit einem Dreier in ihrem großen gemütlichen Schlafzimmer zu Ende gehen lassen können. Doch ich hatte sie bald davon überzeugt, dass das nicht die beste aller Ideen war: Vor allem würde es die Frage aufwerfen: Und dann? – Wie ich die Sache einschätzte, würde das den beiden bald langweilig werden, und Jürgen würde früher oder später weiterziehen, weil halt Heimlichkeit einen großen Teil des Reizes für ihn ausmachte. Und wo würde das mich lassen?

Alte Freundinnen

Gudrun

Seine großen erstaunten Augen gingen mir noch eine Weile nicht aus dem Kopf, als wir beide schon im Taxi saßen. Ich hatte keine Ahnung, was Lena jetzt vorhatte. „Vertrau mir, ich weiß, was ich tue“, hatte sie mir nur gesagt. Also hatte ich halt brav meinen Part gespielt und Jürgen eröffnet, dass ich mit meiner alten Freundin jetzt noch ausgehen würde. Nein, er solle nicht auf mich warten, es könne schon spät oder auch erst morgen früh werden. „Viel Spaß“, hatte er uns beiden noch gewünscht, und hätte ich ihn nicht so genau gekannt, wäre mir der kleine schmerzliche Stich vollkommen entgangen, den ihm die Szene gerade gab. Ob wegen mir? Oder wegen Lena? – Ich wollte das in diesem Augenblick gar nicht so genau wissen.