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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern, Note: 2,00, Karl-Franzens-Universität Graz, Veranstaltung: Unternehmensrechung und Budgetierung, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Thema dieser Arbeit ist das Erfahrungskurvenkonzept. Ziel ist es, den interessierten Leser mit dem Konzept der Erfahrungskurve vertraut zu machen. Zu diesem Zweck wird das Thema an Hand bekannter Standardliteratur grundlegend theoretisch erarbeitet und in weiterer Folge auch kritisch und detailreich betrachtet. Dabei werden zuerst die Herkunft und Ursachen des Phänomens und danach die Auswirkungen der Erfahrungskurve beleuchtet. Abschließende Fallbeispiele sollen die Anwendungsmöglichkeiten bzw. die Möglichkeit des Versagens des Konzepts praktisch ersichtlich machen.
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Veröffentlichungsjahr: 2011
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Das Erfahrungskurvenkonzept
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5.2 Preise 17
5.3 Wettbewerbsbeziehungen 21
5.4 Konsequenzen für die Unternehmensstrategie 25
5.5 Industrie-Erfahrungskurven 26
6 PRÄZISIERUNG DES ERFAHRUNGSKURVENKONZEPTS 27
6.1 Skaleneffekte 28
6.2 Lern- und Erfahrungseffekte 31
6.3 Sonstige Effekte 32
7 KRITIK AN DER ERFAHRUNGSKURVE 32
7.1 Preise vs. Kosten 32
7.2 Einzel- vs. Gesamterfahrungskurve 34
7.3 Individuelle und systembezogene Erfahrungskurve 34
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7.5 Die Erfahrungskurve als Linearhypothese? 35
7.6 Weitere Kritik an und Grenzen der Erfahrungskurve 36
8 FALLBEISPIELE DER ERFAHRUNGSKURVE 39
8.1 Die Erfahrungskurve und der Niedergang der britischen Motorradindustrie 39
8.2 Lockheed TriStar L-1011 40
9 ZUSAMMENFASSUNG 41
10 ANHANG A III
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Das Erfahrungskurvenkonzept: Kapitel 1 - Einleitung
Das Thema dieser Arbeit ist das Erfahrungskurvenkonzept. Ziel ist es, den interessierten Leser mit dem Konzept der Erfahrungskurve vertraut zu machen. Zu diesem Zweck wird das Thema an Hand bekannter Standardliteratur grundlegend theoretisch erarbeitet und in weiterer Folge auch kritisch und detailreich betrachtet. Dabei werden zuerst die Herkunft und Ursachen des Phänomens und danach die Auswirkungen der Erfahrungskurve beleuchtet. Abschließende Fallbeispiele sollen die
Anwendungsmöglichkeiten bzw. die Möglichkeit des Versagens des Konzepts praktisch ersichtlich machen.
Mit dieser zentralen Aussage eröffnete Bruce D. Henderson, Gründer der Boston Consulting Group, seine Abhandlung über die Erfahrungskurve. Übersetzt lässt sich dasKonzept der Erfahrungskurve also mit folgenden Worten zusammenfassen: „Die in derWertschöpfung eines Produktes enthaltenen Kosten scheinen um 20-30% abzufallen mit jeder Verdoppelung der kumulierten Produkterfahrung im Industriezweig als Ganzes, wieauch beim einzelnen Anbieter.“2
Besonders in der Kriegsindustrie, bei der Erzeugung von Kampfflugzeugen, fiel auf, dass die benötigten Arbeitsstunden für die Produktion einer Einheit, bei gleichartig wiederholter Tätigkeit, sanken.4Wright analysierte bereits 1936 den Zusammenhang der insgesamt produzierten Stückzahl von Flugzeugen mit der benötigten Arbeitsstundenzahl für eine Flugzeugeinheit.5Dieser Effekt wurde zu diesem Zeitpunkt als Lernkurve bezeichnet. Die
1Henderson (1974b), S. 1.
2Henderson (1974a), S.19.
3Vgl. Henderson (1974c), S. 1.
4Vgl. Vollmuth (1998), S. 312.
5Vgl. Wright (1936), S. 122-128.
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Das Erfahrungskurvenkonzept: Kapitel 2 - Entstehung des Konzepts der Erfahrungskurve
Lernkurve wird seit diesem Zeitpunkt bei der Vergabe von Rüstungsaufträgen in den USA bedacht.6Oft wird diese Lernkurve mit der Erfahrungskurve gleichgesetzt und verwechselt, die beiden Konzepte sind dennoch verschieden. Während die Lernkurve lediglich auf die direkte Arbeitszeit Anwendung findet, beschreibt die Erfahrungskurve das Sinken der Kosten und in weiterer Folge auch das Sinken der Preise.
Während des Zweiten Weltkrieges war es schwierig die genauen Auswirkungen der Erfahrungskurve aufzuzeigen. Die Boston Consulting Group konnte in den stabileren Bedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst eine Situation bei einem ihrer Klienten in der chemischen Industrie beobachten. Trotz mehrmaliger erfolgreicher Kostensenkungen blieb der Klient Grenzanbieter. Man führte dies auf die noch hypothetische Erfahrungskurve zurück. Der Klient in der chemischen Industrie folgte zwar dem größeren Mitbewerber auf der abfallenden Kostenkurve, konnte ihn aber nie einholen. Später untersuchte die Boston Consulting Group ein Phänomen, das auffallend unterschiedliche Kostensenkungsraten zwischen Bauelementen von
