Das erste Jahr mit  Baby - Heidi Murkoff - E-Book

Das erste Jahr mit Baby E-Book

Heidi Murkoff

4,5

  • Herausgeber: mvg
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

Die Monate des Wartens, der Vorfreude, aber auch der Angst sind vorüber. Nun ist es da: das lang ersehnte Baby. Und mit ihm eine Vielzahl von Fragen – und einer noch größeren Zahl von Antworten, die junge Eltern häufig noch hilfloser zurücklassen als zuvor. Soll ich stillen? Und wie mache ich es richtig? Ab wann sollte ich zufüttern? Und wie kann ich mein Kind schon früh ans Töpfchen gewöhnen? Doch keine Angst, denn Das erste Jahr mit Baby ist wie ein persönlicher Arzt, der stets zur Stelle ist und auf alles eine Antwort weiß – egal ob es um selbst gemachte Babynahrung, Bindungsaufbau oder Schlaftraining geht. Der umfassende und illustrierte Ratgeber ist auf dem neuesten Stand der Forschung, randvoll mit fundierten Informationen, praktischen Tipps und wichtigen Hinweisen für frischgebackene Eltern. Monat für Monat begleitet er die großen Schritte des kleinen Erdenbürgers in diesem ersten Jahr. Das perfekte Handbuch für die manchmal anstrengende, aber unvergesslich schöne Zeit.

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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
[email protected]
1. Auflage 2015
© 2015 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
© 1989, 1996, 2003, 2010 by What to Expect LLC
What to Expect ® is a registered trademark of What to Expect LLC
Die englische Originalausgabe erschien unter dem Titel What to Expect the First Year.
Der deutschen Ausgabe liegt die aktualisierte und überarbeitete 4. Auflage zugrunde.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Übersetzung: Gabriele Burkhardt, Claudia Van Den Block, Katja Hald, Ines Klöhn, Gabriele Würdinger
Redaktion: Werner Wahls
Umschlaggestaltung: Pamela Machleidt, München
Umschlagabbildung: Shutterstock
Illustrationen: Judy Francis
Satz: Carsten Klein, München
E-Book: Daniel Förster, Belgern
ISBN Print: 978-3-86882-549-7
ISBN E-Book (PDF): 978-3-86415-715-8
ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-86415-716-5
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.mvg-verlag.de

Widmung

Für Erik, mein Ein und Alles

Für Emma, Wyatt und Russell, meine größten Erwartungen

Für Lennox, das wundervolle Baby des Babys, mit dem alles begann,

mein süßer Schatz, mit dem sich der Kreis schließt!

Für Arlene, in immerwährender Liebe

Für meine Leserinnen und Leser – Mütter und Väter mit ihren Babys allerorten

Dank Noch mehr Danksagungen (und Umarmungen)

Man sollte meinen, ich könnte inzwischen – nach all den Jahren des Schreibens und Überarbeitens der What-to-Expect-Bücher – alles allein machen, praktisch im Schlaf und (hey, warum nicht?) mit beiden Händen auf dem Rücken. Apropos Schlaf – wahrscheinlich habe ich mindestens ein- oder zweimal Termine verschlafen, aber ich habe immer beide Hände (allein schon wegen des Tippens) und jede Menge Unterstützung gebraucht. Ich könnte meine Arbeit nicht allein bewältigen – und ich möchte es auch nicht versuchen.

Ich bin so vielen zu Dank verpflichtet, aber in erster Linie möchte ich folgenden Personen danken:

Erik, der nicht nur die Saat für What to Expect gesät hat (und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn er ist der Vater von Emma, dem Baby, mit dem alles begann), sondern der mir auch dabei geholfen hat, mein »Baby« großzuziehen, zu hegen und zu beschützen – gewissermaßen als Vater des Projekts. Wie heißt es doch so schön? Je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleiben sie gleich. Seit dem Tag, an dem Emma auf die Welt kam und ich fast gleichzeitig den Plan für mein Buch What to Expect When You´re Expecting (Schwangerschaft und Geburt. Alles, was Sie wissen müssen) fasste, hat sich eine Menge in meinem Leben und in meiner Arbeit verändert. Aber etwas verändert sich zum Glück nicht (und wird nur ständig besser): der Mann, mit dem ich arbeite und zusammenlebe und den ich liebe, und unsere gemeinsamen Kinder, Emma und Wyatt, die mir schon längst über den Kopf gewachsen sind, aber die immer meine Freude bleiben werden (und nicht zuletzt mein Schwiegersohn Russell). Natürlich danke ich auch Lennox, der mich zur glücklichsten Großmutter gemacht hat, die man sich vorstellen kann, und der seinen Beitrag zu Das erste Jahr mit Baby geleistet hat (während ich das Buch schrieb, war er gerade im ersten Lebensjahr). Außerdem ist er das entzückendste Cover-Baby aller Zeiten, und das behaupte ich nicht nur in meiner Eigenschaft als Großmutter.

Arlene Eisenberg, meiner ersten und stets hochgeschätzten Co-Autorin bei What to Expect. Ihr Vermächtnis an Fürsorge und Mitgefühl ist auch weiterhin prägend und inspirierend und lebt natürlich in der nächsten Generation von What to Expect und darüber hinaus fort. Du wirst immer geliebt und niemals vergessen werden. Ich möchte meiner ganzen Familie danken, besonders Sandee Hathaway, Howard Eisenberg, Abby und Norman Murkoff und Victor Shargai.

Sharon Mazel, die, ohne zu zögern, bei der What-to-Expect-Mission eingestiegen ist, mir bei der dritten englischen Auflage von What to Expect When You’re Expecting zur Seite gestanden und mich, Gott sei Dank, nie im Stich gelassen hat, auch als die Arbeitstage (und die Register) immer länger wurden. Große Geister mögen zwar gleicher Ansicht sein, aber vermutlich waren sich nur wenige jemals so einig wie wir – und diese Tatsache lässt mich immer wieder lächeln und macht mich dankbar. Dank an dich sowie an Jay, Daniella, Arianne, Kira und Sophia, die ihre erstaunliche Ehefrau und Mutter mit mir teilen.

Suzanne Rafer, meiner Freundin und Lektorin, eine der wenigen, die von Anfang an mit mir zusammengearbeitet haben – zumindest bei diesem Projekt. Ich weiß nicht, ob dich das schon zu einer Masochistin macht, aber ich weiß, dass du zu einer überaus wichtigen Person in meinem Leben geworden bist. Bei den Auflagen und Verkaufszahlen habe ich mittlerweile den Überblick verloren, aber den Beitrag, den du für unsere Babys geleistet hast, habe ich nicht vergessen.

Peter Workman – ein Gigant im Verlagswesen, der seit dem Tag, an dem ich ihm zum ersten Mal begegnete, aus vielen Büroräumen herausgewachsen ist, aber der trotzdem nie seine verlegerischen Wurzeln und Werte vergessen hat. Ich danke auch allen anderen bei Workman für ihre große Unterstützung: Suzie Bolotin, Lisa Hollander, Beth Levy, Barbara Peragine, Jenny Mandel, Emily Krasner und all den vielen Mitarbeitern in Vertrieb und Marketing, die eifrig verkaufen, was ich schreibe.

Matt Beard, unserem Lieblingsfotografen (und einem der liebsten Freunde überhaupt), der Len­nox für unser Cover perfekt abgelichtet hat. Lynn Parmentier für ihre geniale Steppdecke und Karen Kuchar für die wundervollen Babys, deren süßen Duft man förmlich riechen konnte.

Dank an Dr. Mark Widome, Professor, Kinderarzt und Großvater – nicht nur für sein umfangreiches Wissen, sondern auch dafür, dass er in der Lage ist, dieses Wissen zu gleichen Teilen mit gesundem Menschenverstand, Fürsorge, Mitgefühl, Weisheit und Humor zu vermitteln. Meine Dankbarkeit dafür, dass er unser jüngstes Baby auf Herz und Nieren untersucht hat, lässt sich nicht in Worte fassen – schade nur, dass er zu weit weg praktiziert, um Lennox’ Kinderarzt zu sein. Zum Glück hat diese Aufgabe die beste Ärztin von L.A. übernommen, Dr. Lauren Crosby. Sie hat Lennox (und seinen Eltern) mit grenzenloser Energie und Empathie geholfen, endlose Kämpfe beim Füttern, eine Sepsis, Probleme mit Wachstumsverzögerungen, Reflux und mehr zu überstehen.

Ich danke der AAP und den Kinderärzten, Kinderkrankenschwestern, Hebammen und Assistenzärzten überall für ihren unermüdlichen Einsatz für die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Kleinen. Den engagierten Ärzten, Wissenschaftlern und Vertretern des öffentlichen Gesundheitswesens für absolut alles, was sie mit Leidenschaft und nie endender Hingabe tun. Ihnen ist es zu verdanken, dass es mit dem Gemeinwohl heute besser bestellt ist. Und 1000 Days – unserer gemeinsamen Vision (gemeinsam werden wir es schaffen!): gesunde Mütter, gesunde Babys und eine gesunde Zukunft, die schon vor der Geburt beginnt.

Ebenso gebührt mein Dank allen Freunden auf WhatToExpect.com (vor allem Michael Rose und Diane Otter sowie Ben Wolin und Scott Wolf, dem tollen Edit- und Product-Team), weil sie dafür sorgen, dass ich mich auf meiner Homepage wie zu Hause fühle. Ich liebe es, mit euch zu arbeiten, weil es sich nie wie Arbeit anfühlt. Ich danke meiner wunderbaren, reizenden und fürsorglichen Publizistin und Freundin Heidi Schaeffer und den ebenfalls wichtigen Männern in meinem Leben: meinem Agenten Alan Nevins und meinem Anwalt Marc Chamlin.

Der United Service Organizations Inc. (USO) danke ich für die Zusammenarbeit mit der What to Expect Foundation – und dafür, dass sie mir Gelegenheit gegeben hat, so viele Militärangehörige mit ihren Babys zu umarmen.

Vor allem aber danke ich den Müttern und Vätern, die ihren Schlaf, ihre Zeit unter der Dusche und ihre Mahlzeiten opfern, um die Babys zu versorgen, die wir alle so lieben. Ihr inspiriert mich jeden Tag aufs Neue. Liebe Grüße, insbesondere an meine Community auf WhatToExpect.com, Facebook und Twitter.

Seid alle umarmt, 

Inhalt

Widmung
Dank Noch mehr Danksagungen (und Umarmungen)
Inhalt
Vorwort Eine neue Baby-Bibel
Einleitung Ein ganz anderes erstes Jahr
Kapitel 1 Machen Sie sich bereit
Stillen, Fläschchen oder beides?
Auswahl des Namens
Holen Sie sich Hilfe
Die Auswahl des Arztes
Kapitel 2 Einkaufen fürs Baby
Babys Grundausstattung
Einkaufstipps
Kapitel 3 Rund ums Stillen
Startklar zum Stillen?
Das Einmaleins des Stillens
Häufige Fragen beim Stillbeginn
Kapitel 4 Ein Zeitplan für das erste Jahr
Das erste Jahr auf einen Blick
Meilensteine der Entwicklung im ersten Lebensjahr
Wachstumstabellen
Kapitel 5 Ihr Neugeborenes
Die ersten Momente im Leben Ihres Babys
Die Ernährung Ihres Babys: Startklar zum Fläschchengeben
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 6 Der erste Monat
Die Ernährung Ihres Babys im ersten Monat: Abpumpen von Muttermilch
Vorbereiten zum Abpumpen
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 7 Der zweite Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Mit dem Fläschchen zufüttern
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 8 Der dritte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Stillen trotz Job
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 9 Der vierte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Bedarf bei Säuglingsnahrung
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 10 Der fünfte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Schon Zeit für Beikost?
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 11 Der sechste Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Einführung der Beikost
Was Sie sonst wissen wollen
Kapitel 12 Der siebte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Fertignahrung oder selbst Gekochtes
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 13 Der achte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Aus dem Becher trinken
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 14 Der neunte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Mit den Händen essen
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 15 Der zehnte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Gesunde Ernährung für Anfänger
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 16 Der elfte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Weg von der Flasche
Was Sie sonst noch wissen wollen
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 17 Der zwölfte Monat
Die Ernährung Ihres Babys: Abstillen
Was Sie sonst noch wissen wollen
Kapitel 18 Mit dem Baby auf Reisen
Unterwegs mit dem Baby
Kapitel 19 Die Gesundheit Ihres Babys
Vorsorgeuntersuchungen – eine wichtige Basis
Schutzimpfungen
Rufen Sie den Kinderarzt, wenn ...
Fieber – was tun?
Die häufigsten Erkrankungen im ersten Jahr
Die häufigsten chronischen Grunderkrankungen
Kapitel 20 Verletzungen und Unfälle
Für den Ernstfall vorbereitet sein
Erste Hilfe im ersten Lebensjahr
Erstickungsnotfälle bei Babys
Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Kapitel 21 Babys mit geringem Geburtsgewicht
Das Füttern Ihres Babys: Die Ernährung von Frühchen oder Säuglingen mit geringem Geburtsgewicht
Was Sie sonst noch wissen wollen
NOTIZEN Das erste Lebensjahr: Besondere Momente und Meilensteine

Vorwort Eine neue Baby-Bibel

Das erste Lebensjahr ist mit keinem anderen vergleichbar – und es ist wohl das Jahr, das sich auf alle kommenden Jahre am meisten auswirkt: auf Gesundheit, Glück und sogar auf die Anzahl der Lebensjahre. Für die Kleinen ist das erste Jahr von prägender Bedeutung. Was das Wachstum betrifft, verdoppelt sich das Geburtsgewicht in den ersten 20 Wochen, und am ersten Geburtstag hat es sich schon verdreifacht. Die Körpergröße hat, wenn Ihr Kind mit einem Jahr auf seinen Beinchen steht, vielleicht um 50 Prozent zugenommen und das Gehirn (grob gemessen am Kopfumfang) ist um 30 Prozent gewachsen.

Einjährige erreichen schon 40 Prozent ihrer Erwachsenengröße und die Größe ihres Gehirns beträgt fast 80 Prozent eines Erwachsenengehirns. Wer außer einem Kind wächst schon 25 Zentimeter in einem Jahr? Das körperliche Wachstum ist jedoch nicht die auffälligste Veränderung. Bereits Minuten und Stunden nach der Geburt macht die Physiologie des Babys eine beachtliche Verwandlung durch. Gerade war es noch an das Leben im Mutterleib angepasst und im nächsten Moment kann es schon unabhängig überleben. Vor der Geburt gelangt der Sauerstoff nicht aus der Luft, sondern über den mütterlichen Blutkreislauf in die Plazenta. Auf demselben Weg werden ungeborene Babys ernährt, wobei ihr Verdauungstrakt umgangen wird. Dasselbe gilt für die Ausscheidung der meisten Stoffwechselprodukte. Aber sobald die Nabelschnur durchtrennt ist, verlagert sich die Durchblutung auf dramatische Weise von der Plazenta auf die Lunge und beim Atmen kommt es zum Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid. Und wenn das Baby kurz darauf zum Stillen an die Brust gelegt wird oder die Flasche bekommt, stellt sich auch der Verdauungstrakt auf seine neue Aufgabe ein.

Zum Glück müssen Eltern nicht viel tun, damit das alles funktioniert. Die Übergangsphase nach der Geburt geht meist automatisch, fehlerfrei und planmäßig vonstatten. Ohne die Herausforderungen von Schwangerschaft, Wehen und Geburt schmälern zu wollen, Mütter (und auch Väter) werden bald erkennen, dass noch größere Herausforderungen vor ihnen liegen: die Förderung der Entwicklung eines Neugeborenen.

Ein Großteil des Verhaltensrepertoires von Neugeborenen ist – um einen gängigen, aber unzureichenden Ausdruck zu verwenden – veranlagt. Gehirn und Nervensystem eines Neugeborenen sind vorprogrammiert, das zu tun, was Babys tun müssen, um zu überleben und zu gedeihen – zumindest anfangs. Babys sind darauf programmiert, zu schreien und zu saugen, zu erschrecken und beruhigt zu werden. Ohne nachzudenken, suchen sie den Augenkontakt zu ihren Eltern. Und sie sind dankenswerterweise darauf programmiert, zu lächeln. Babys muss man nicht beibringen, sich an den Stimmen und dem Gesang der Eltern zu erfreuen, und sie besitzen eine innere Uhr, um schließlich den täglichen Wach- und Schlafrhythmus der Eltern dem ihren anzupassen – obwohl diese Anpassung möglicherweise nicht sofort gelingt, wie viele von Ihnen bald erfahren werden.

Aber wieder zurück zu der Metapher vom »vernetzten« Gehirn eines Babys. In Bezug auf die Entwicklung in den ersten Monaten ist es wichtig zu wissen, dass es einen frühen und fortwährenden Prozess der Neu-Vernetzung gibt. Deshalb sind die Nervenbahnen im Gehirn des Babys außerordentlich formbar. Die Neu-Vernetzung (Feineinstellung) des Gehirns von Babys und Kleinkindern war eine wichtige und zentrale Erkenntnis der modernen Neurowissenschaft. Spracherwerb und motorische Fähigkeiten, die Entwicklung sozialer Kompetenzen, die Fähigkeit, neue Informationen durch Erkundung der Welt mit allen Sinnen zu verarbeiten, und insbesondere das Hören der menschlichen Stimme, all das trägt zur Vernetzung des kindlichen Gehirns bei. Vorgelesenen Geschichten lauschen und mit den Eltern auf dem Wohnzimmerfußboden spielen sind Beispiele für Neurowissenschaft im Live-Einsatz. Die Aufgabe der Eltern liegt weitgehend in der Neugestaltung und Feineinstellung der kindlichen Nervenbahnen. Obwohl die ersten drei Lebensjahre für die Entwicklung des Gehirns am wichtigsten sind, bilden die ersten zwölf Monate den entscheidenden Zeitraum. Eltern haben enormen Einfluss darauf, wie gut der ganze Vorgang gelingt – indem sie die physischen und psychischen Bedürfnisse ihres Kindes berücksichtigen, für seine Sicherheit und Gesundheit Sorge tragen und den frühkindlichen Lernprozess fördern.

Das alles klingt nach einer riesigen Verantwortung – nicht nach einer Aufgabe für einen Erwachsenen, sondern nach einem Job für einen Profi. Und wenn es sich um Ihr erstes Baby handelt, werden Sie nicht die einzigen Eltern sein, die sich manchmal der Aufgabe nicht gewachsen und überfordert fühlen. Wie kann es sein, dass die Verantwortung für die Überwachung dieses wichtigsten Jahres im Leben eines Kindes ausgerechnet den Eltern mit der geringsten Erfahrung übertragen wird – frischgebackenen Eltern?

Doch zum Glück sind Eltern, ebenso wie Neugeborene, mit ein paar wesentlichen Überlebenshilfsmitteln ausgestattet. Der elterliche Instinkt kommt dabei möglicherweise nicht so rasch und automatisch in die Gänge wie der eines Neugeborenen – aber das ist okay. Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Lücke schließt zwischen der Fürsorge, die Eltern selbst als Neugeborene erfahren haben, und der Fürsorge für das eigene Kind, wobei sie sich bei Freunden, bei der Familie, in Online-Communities und bei Experten Rat und Hilfe holen. Und es funktioniert.

Je mehr Sie über die bevorstehende Aufgabe wissen, desto schneller klappt es. Vor 25 Jahren, als die erste Ausgabe des vorliegenden Buches erschien, wurde es schnell zur »Bibel« der Babypflege – so wie mein 2.500 Seiten starkes pädiatrisches Lehrbuch als »Bibel« der Kinderheilkunde diente. Obwohl sich heute fast jeder über alle möglichen Fragen zur Elternschaft im Internet informieren kann, bin ich davon überzeugt, dass dieses Buch über das erste Lebensjahr frischgebackene Eltern in einer Weise an die Hand nimmt, wie es keine andere Quelle vermag. Nicht alle Eltern haben Zeit oder Lust, ein Buch wie dieses von vorne bis hinten durchzulesen, und zum Glück müssen sie das auch nicht. Sie können sich einfach die Informationen holen, die sie gerade brauchen. Dank des intuitiven Aufbaus des Buches können Eltern das erste Lebensjahr ihres Kindes Schritt für Schritt (und Monat für Monat) verfolgen. Jedes altersbezogene Kapitel beginnt mit einem kurzen Überblick über Schlaf, Ernährung und Spiel: drei Bereiche, die als mentales Rüstzeug dienen sollen für das, was Sie vielleicht erwartet. Anschließend geht es im Detail um die Ernährung des Babys und um vieles, was »gut zu wissen« ist. Immer wieder angesprochen werden auch relevante Themen zum Leben und zu den Bedürfnissen von Eltern – wie sie sich am besten in dieses notwendigerweise ganz auf das Baby fokussierte Jahr einfügen. Diese Abschnitte »Für die Eltern« widmen sich Themen wie postpartaler Depression, Zeit für Zweisamkeit, Rückkehr in den Beruf und Beziehung unter den Geschwistern.

Obwohl dieses Buch eine Menge praktischer Details enthält, insbesondere rund um das Stillen und das Füttern mit der Flasche, über die Behandlung von Verletzungen und Erste-Hilfe-Maßnahmen, die Arztwahl sowie über Schlafmuster und Schlafprobleme, wird vorbehaltlos anerkannt, dass Eltern heutzutage bei der Erziehung ihrer Kinder mehrere Informationsquellen nutzen. Natürlich werden Eltern ihr Wissen mithilfe elektronischer Mittel wie Websites, Chatrooms, Medizin-Portale und soziale Medien ergänzen – und das sollen sie auch. Aber in diesem elektronischen Zeitalter kommt mir ein bestimmtes Wort in den Sinn, das, wie ich glaube, bezeichnend dafür ist, was Heidi in diesem Buch geschickt realisiert hat. Das Wort heißt: verwalten. Heidi ist zur Verwalterin einer ungeheuren Menge an Informationen über Elternschaft und die Gesundheit von Kindern geworden, von denen nicht alle dieselbe Qualität und Gültigkeit haben. Sie hat die besten, relevantesten, nützlichsten und interessantesten ausgewählt und in einem Buch zusammengefasst, das Sie sich auf den Schoß legen, ins Regal stellen oder aufgeschlagen auf dem Küchentisch liegen lassen können. Es bietet verlässliche, präzise Informationen, Anleitungen und oftmals auch Bestätigungen. In jedem Kapitel wird informiert, instruiert oder erklärt. Was gehört in die Hausapotheke (Kapitel 2)? Wie lege ich einen Vorrat an Muttermilch an (Kapitel 6)? Lauflernhilfen oder Lauflernschuhe (Kapitel 11 und 16)? Soll ich Zeichensprache erlernen/beibringen (Kapitel 13)? Warum beißt mich mein Baby (Kapitel 15)? Ich mache mir Gedanken über die Sicherheit von Impfungen (Kapitel 19).

Eltern werden von der beträchtlichen Erfahrung profitieren, die Heidi in dieses Buch einbringt. Als Mutter und Großmutter ist sie nicht nur Expertin in Sachen Kindererziehung, als erfahrene Kommunikatorin hat sie vielmehr auch eine Antenne für die Bedürfnisse heutiger Mütter und Väter und dafür, wie sie vorzugsweise lesen. Das benutzerfreundliche Format beruht im Wesentlichen auf Info-Kästen, in denen wichtige Inhalte hervorgehoben werden, sowie auf dem vertrauten Frage-Antwort-Prinzip. In dem umfangreichen Register finden Sie ebenso schnell und effizient wie bei einer Suchmaschine (aber mit weit mehr verlässlichen Resultaten) alles, wonach Sie suchen. Dieses Buch wurde geschrieben, um Ratschläge und Informationen anderer Quellen, wie Verwandte, Freunde, Ärzte und – wohl oder übel – das unüberschaubare, nicht verwaltete Internet, zu ergänzen anstatt zu ersetzen.

Es ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, was Heidi geschaffen hat – nicht nur mit diesem Buch, sondern auch mit den Begleitbänden, zwischen die es eingebettet ist: Schwangerschaft und Geburt. Alles, was Sie wissen müssen und ihrem Buch über das zweite Lebensjahr. (Als frischgebackener Großvater habe ich die Vorteile von Verlässlichkeit und Kontinuität schätzen gelernt.) Das Erste Jahr hat einen Großteil seines Erfolgs seiner Verlässlichkeit zu verdanken – aber ebenso sehr oder mehr noch seiner Anpassungs- und Entwicklungsfähigkeit. Das Vertrauen der Eltern wurde in vollem Umfang belohnt. Ganz gleich, ob Sie als Eltern noch unerfahren oder schon alte Hasen sind, Sie werden in dieser neu überarbeiteten Ausgabe einen Begleiter finden, auf den Sie sich immer verlassen können.

Dr. Mark D. Widome, MPH

Professor für Kinderheilkunde

The Penn State Children’s Hospital

Hershey, Pennsylvania

Einleitung Ein ganz anderes erstes Jahr

Kennen Sie auch dieses ganze Gerede, wie es angeblich ist, Großmutter zu werden? Wie toll es ist … wie sehr es Ihnen gefallen wird … dass es das Beste am Muttersein ist – aber ohne den dazugehörigen Schlafmangel?

Nun, das beinhaltet noch nicht mal die Hälfte. Großmutter zu werden, wie ich am 12. Februar 2013, als Lennox zur Welt kam und ich ihn nur wenige Minuten später in den Armen hielt, war lebensverändernd, überwältigend, zu Herzen gehend – durch und durch spannend. Der Himmel öffnete sich und die Erde bebte. Die Liebe, die mich durchströmte, als ich dieses süße Bündel zum ersten Mal im Arm hielt, war unmittelbar, intensiv, ohne Scham – sie haute mich total um und riss mir praktisch den Boden unter den Füßen weg. Ich war völlig verzaubert.

Und ich wusste, wie ich ihn halten musste – 29 Jahre vorher sah das noch ein wenig anders aus. Babys, so sagt man, kommen nicht mit Gebrauchsanweisung auf die Welt (und: Ich hatte die Anleitungen noch nicht geschrieben, deshalb konnte ich sie auch nicht befolgen). Ratlos? Das wäre noch zu viel gesagt. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung. Ich wusste nicht, wie ich Emma halten, füttern, die Windeln wechseln, im Arm wiegen, Bäuerchen machen lassen oder gar mit ihr sprechen sollte. Ich wusste nur, dass ich sie liebte, aber ich war mir ziemlich sicher, dass dieses schreiende fremde Wesen mit dem roten Gesicht, das meine Brust beschnupperte, für mich nicht dieselben Gefühle hegte. Und wer konnte es ihm verübeln? Ja, vor der Geburt hatte ich Emma mit Leichtigkeit herumgetragen und ernährt – selbst die Geburt war ein Klacks gewesen (wenn man die dreieinhalb Stunden Wehen nicht mitrechnete). Aber was jetzt? Ich fingerte unsicher herum, während ich versuchte, ihren wackeligen Kopf zu stützen, stopfte ihre schlaffen Ärmchen in die Ärmel des Babyhemdchens und manövrierte meine Brustwarze in ihren unwilligen Mund. Mütterliche Instinkte, betete ich, lasst mich jetzt nicht im Stich (sie taten es trotzdem).

Mein bröckelndes Selbstbewusstsein verfolgte mich bis nach Hause. Hat man so was schon gehört? Ein frischgebackenes Elternpaar kommt mit einem schreienden Baby in seine Wohnung … und plötzlich wird den beiden klar, dass dieses schreiende Baby nicht nur ihr eigenes ist, sondern sie jetzt auch die volle Verantwortung tragen. Aufs Stichwort fing auch ich an zu weinen. Zum Glück kamen Eriks Instinkte schneller in Gang als meine und dank seines kühlen Kopfes und seiner verblüffenden natürlichen Begabung – und trotz meines hektischen Blätterns in dem zerfledderten Dr.-Spock-Exemplar meiner Mutter – fanden wir uns nach etlichen Windelpannen, verbockten Bädern, schlaflosen Nächten und nachmittäglichen Koliken irgendwie zurecht.

Was tat ich also als Nächstes? Ich tat, was nicht jede junge, naive und ratlose Mutter tun würde – da Muttersein erfinderisch macht, beschloss ich, ein Buch zu schreiben. Ein Buch, das anderen Eltern helfen sollte, dieses erste Jahr mit mehr Selbstvertrauen, mehr Wissen, mehr Freude und weniger Stress zu bewältigen (natürlich schrieb ich zuerst ein Buch über Schwangerschaft und Geburt, um damit werdenden Eltern zu helfen). Obwohl ich nicht meine eigenen Erfahrungen schilderte, die ehrlich gesagt nicht so weltbewegend waren, dass man über sie schreiben, geschweige denn sie veröffentlichen musste, schrieb ich aus Erfahrung. Ich war dabei gewesen, ich hatte es geschafft und ich hatte es überlebt, um darüber zu schreiben – das heißt, nachdem ich durch ständiges Erforschen alles gelernt hatte, was man darüber wissen musste. Und als ich dieses erste Jahr zum zweiten Mal durchmachte (nach der Geburt des kleinen Wyatt), hatte ich ein Buch, auf das ich zurückgreifen konnte, und mich selbst, eine glaubwürdige Mutter. Erfahrung und Know-how – ein starkes Gespann.

Und die Moral von der Geschichte? Obwohl Eltern heutzutage in Bezug auf Informationen über das erste Lebensjahr des Kindes definitiv im Vorteil sind, stellen Neugeborene immer noch eine riesige Herausforderung dar, vor allem für frischgebackene Mütter und Väter. Und trotz einer stetig wachsenden Anzahl von Ressourcen sammeln junge Eltern die meisten Erfahrungen noch immer direkt an der Babyfront – so wie Erik und ich vor dreißig Jahren. Doch je mehr Sie wissen, desto weniger müssen Sie lernen.

Nach zwei erfolgreichen Auflagen habe ich mein Buch über das erste Lebensjahr zu einem brandneuen Leitfaden über Babypflege für eine brandneue Generation von frischgebackenen Eltern aufgerüstet. Was ist neu? Das Buch ist leichter zu handhaben, weil man an bestimmte Infos schneller herankommt, sogar bei hektischem Blättern. Es ist so einfühlsam und beruhigend wie eh und je, weil wir alle eine Hand brauchen, die uns hält, eine Schulter, an der wir uns ausweinen können, aufmunternde Worte, wenn es hart auf hart kommt. Das Lesen macht noch mehr Spaß, weil wir alle auch etwas zum Lachen brauchen. Sie finden sowohl Grundsätzliches wie Windelwechseln als auch aktuelle Trends wie Allzweck-Stoffwindeln. Noch ausführlicher wird beschrieben, wie es mit dem Stillen funktioniert, zum Beispiel wenn man wieder in den Beruf zurückwill. Außerdem enthält es Infos über Babykurse, neue Technologien (iBaby?) und das Einkaufen für das Baby, damit Sie sich zurechtfinden in diesem Labyrinth von Babyprodukten, die um Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Geld buhlen.

Meilensteine in der Entwicklung des Babys können Sie anhand eines neuen Zeitplans noch besser nachverfolgen. Zudem gibt es für jeden Lebensmonat einen kurzen Überblick über Ernährung, Schlafen und Spielen. Auch praktische Tipps für heutige Eltern fehlen nicht, zum Beispiel wenn der Papa zu Hause bleibt, um das Baby zu umsorgen. Ein erweitertes Kapitel für Eltern von Frühchen umfasst auch ein Glossar medizinischer Fachbegriffe und Abkürzungen, mit denen sie auf der Neugeborenen-Intensivstation konfrontiert werden. Neue Strategien zur gesunden Ernährung und zum Schlafen werden ebenso angesprochen wie die Förderung der kindlichen Intelligenz (ohne jemals einen Lehrplan durchbüffeln zu müssen). Natürlich erhalten Sie auch aktuelle Informationen für den Fall einer Erkrankung, angefangen von Details über Krankheiten, die im ersten Lebensjahr vorkommen können, bis hin zu Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die erste Ausgabe dieses Buches habe ich kurz nach Emmas erstem Lebensjahr geschrieben. Dabei war die Erinnerung so frisch, dass ich noch den süßen Neugeborenen-Geruch in der Nase hatte, ganz zu schweigen von einer Menge anderer Babydüfte, die weniger angenehm waren. Die dritte Auflage habe ich während Lennox’ erstem Lebensjahr verfasst – sein süßer Duft war ganz in meiner Nähe, inspirierte mich, frischte meine Erinnerungen auf und lieferte nicht nur bergeweise neues Material, von Problemen beim Füttern über gastroösophageale Refluxkrankheit (GERK) bis hin zu einer Nabelinfektion, weswegen er ins Krankenhaus musste, sondern auch eine Fülle neuer Perspektiven.

All das und ein neues Cover habe ich Lennox, unserem neuen Cover-Baby, zu verdanken, dem wundervollen Baby, mit dem alles begann. Mit ihm schließt sich der Kreis – und er ist immer noch mein größter Stolz und meine größte Freude.

Und ich weiß, wie ich ihn halten muss. 

Kapitel 1 Machen Sie sich bereit

Neun Monate lang haben Sie gespannt die Ultraschallbilder betrachtet, Fußtritte und Faustschläge gezählt, dem Kind in Ihrem Bauch Kosenamen gegeben und von Ihrem Baby geträumt. Und dann erscheint endlich Licht am Ende des Tunnels: der errechnete Geburtstermin. Aber haben Sie sich vor diesem Tag X schon auf die Ankunft Ihres Babys eingestellt? Werden Sie bereit sein, wenn der große Moment – und dieses kleine Wesen – da ist?

Wahrscheinlich ist es unmöglich, hundertprozentig auf die Ankunft des Babys vorbereitet zu sein. Zwangsläufig wird es Überraschungen geben, vor allem wenn Sie zum ersten Mal Mutter werden. Doch schon während Sie auf Ihr Baby warten, können Sie Schritte unternehmen und Entscheidungen treffen, um den Übergang in die neue Lebensphase zu erleichtern. Angefangen von der Auswahl des richtigen Namens für Ihr Kind bis hin zur Suche nach einem geeigneten Arzt. Sie können überlegen, ob Sie stillen, die Flasche geben oder beides kombinieren möchten, sich erkundigen, wie es bei Ihnen vor Ort bei Bedarf mit der Stillberatung aussieht. Nicht zu vergessen: die Babyausstattung. Fühlen Sie sich von den vielen Vorbereitungen ein wenig überfordert? Dann betrachten Sie das Ganze einfach als gutes Training für Ihr neues hektisches Leben mit einem Neugeborenen.

Stillen, Fläschchen oder beides?

Keine Frage, füttern werden Sie Ihr Baby, und das sehr oft. Aber vielleicht sind Sie sich noch nicht sicher, auf welche Weise. Ein ganzes Jahr stillen, vielleicht noch länger? Nur anfangs stillen und später zu Babyfertignahrung übergehen? Vom ersten Tag an das Fläschchen geben? Ziehen Sie eine Kombination aus Stillen und Fläschchen in Betracht, um Ihrem Kind die Brust zu geben, aber gleichzeitig selber flexibler sein zu können? Sie haben noch keinen Plan? Keine Sorge. Um sich Klarheit zu verschaffen, halten Sie sich am besten an die Fakten und wählen die Methode aus, die Ihnen persönlich die meisten Vorteile bietet. Zunächst die Fakten:

Vorteile des Stillens

Welche Ernährung – und Verabreichungsform – ist die beste für Babys? Zweifellos ist Stillen bei Weitem das Beste. Nachfolgend nur ein paar Gründe, warum das so ist:

•Muttermilch ist maßgeschneidert. Sie ist auf die Bedürfnisse eines Babys abgestimmt und enthält mindestens hundert Bestandteile, die in Kuhmilch nicht vorhanden sind und die im Labor nicht synthetisch hergestellt werden können. Im Gegensatz zur Milchfertignahrung passt sich die Zusammensetzung der Muttermilch ständig automatisch den sich verändernden Bedürfnissen des Babys an: Sie ist am Morgen anders als am Spätnachmittag, zu Beginn des Stillens anders als am Ende, im ersten Monat anders als im siebten, für ein Frühchen anders als für ein reifes Neugeborenes. Sie schmeckt sogar verschieden, abhängig davon, was Sie zu sich genommen haben (so wie Ihr Fruchtwasser in der Schwangerschaft). Eine einzigartige Ernährung für Ihr einzigartiges Baby.•Muttermilch ist leichter verdaulich. Sie ist an das empfindliche Verdauungssystem des Babys ideal angepasst. Das in der Muttermilch enthaltene Eiweiß und Fett werden vom Säugling besser vertragen als das Eiweiß und das Fett der Kuhmilch und die wichtigen Mikronährstoffe sind leichter verdaulich. Fazit: Muttermilch ist die bessere Ernährung.•Muttermilch beruhigt den Magen-Darmtrakt. Sie ist nicht nur leichter verdaulich, sondern wird auch leichter wieder ausgeschieden. Gestillte Babys haben weniger Verdauungsprobleme, wie übermäßige Blähungen oder Milchspucken, und leiden fast nie unter Verstopfung, während Milchfertignahrung manchmal zu Verstopfung führen kann. Und obwohl gestillte Babys normalerweise einen ziemlich weichen Stuhl haben, haben sie nur selten Durchfall. Muttermilch scheint also das Risiko von Verdauungsproblemen zu senken, weil Krankheitserreger bekämpft werden und gleichzeitig die natürliche Keimbesiedelung des kindlichen Darms gefördert wird. Kennen Sie die vielgepriesenen Prä- und Probiotika, die manchen Milchfertignahrungen zugesetzt werden? Sie sind natürliche Bestandteile der Muttermilch.•Von Natur aus sicher. Sie können sicher sein, dass Muttermilch direkt aus der Brust stets perfekt zubereitet und niemals verdorben, verunreinigt oder abgelaufen ist oder vom Hersteller zurückgerufen wird.•Muttermilch ist praktisch allergenfrei. Babys sind fast nie allergisch auf Muttermilch, obwohl ein Säugling gelegentlich empfindlich auf gewisse Nahrungsmittel reagiert, die seine Mutter gegessen hat. Die Kehrseite von Flaschennahrung? Ungefähr zwei bis drei Prozent aller Babys entwickeln eine Allergie gegenüber Kuhmilchpräparaten. Und es gibt noch mehr gute Neuigkeiten an der Allergiefront: Es ist bewiesen, dass gestillte Kinder seltener an Asthma erkranken und Ekzeme entwickeln als Flaschenkinder.•Muttermilch riecht nicht. Der Windelinhalt gestillter Babys riecht angenehmer – zumindest solange, bis feste Beikost verabreicht wird.•Windelausschlag kommt seltener vor. Der angenehmer riechende Stuhl verursacht zudem weniger Hautausschläge, was einen niedlicheren und weicheren Po mit sich bringt.•Muttermilch beugt Infektionen vor. Mit der Muttermilch nimmt der Säugling eine gesunde Dosis Abwehrstoffe auf, die das kindliche Immunsystem stärken – manche Kinderärzte bezeichnen das Stillen gern als die erste Schutzimpfung des Babys. Erkältungen, Ohrenentzündungen, Infektionen der unteren Atemwege, Harnwegsinfektionen und andere Erkrankungen kommen bei gestillten Kindern im Allgemeinen seltener vor als bei Flaschenkindern, und im Krankheitsfall erholen sie sich schneller und haben weniger Komplikationen. Stillen kann die Immunreaktion auf bestimmte Schutzimpfungen verbessern. Außerdem bietet es vermutlich einen gewissen Schutz vor dem plötzlichen Kindstod.

Wenn Sie nicht stillen können oder dürfen

Für manche Mütter sind die Vorteile des Stillens kein Thema, weil ihnen bei der Ernährung ihres Babys gar keine Wahl bleibt aus Gründen, die sie nicht in der Hand haben, zum Beispiel:

•Der eigene Gesundheitszustand, zum Beispiel eine Nierenerkrankung oder eine Krankheit, die eine Einnahme von Medikamenten erfordert, die während der Stillzeit dem Baby schaden können.•Der Zustand ihres Kindes, zum Beispiel eine Stoffwechselstörung wie Phenylketonurie oder eine schwere Laktoseintoleranz, wobei nicht einmal Muttermilch vertragen wird, oder eine Lippen- und/oder Gaumenspalte, die das Saugen an der Brust verhindert oder erschwert.•Die Eigenheiten ihrer Brüste, zum Beispiel unzureichendes Drüsengewebe in den Brüsten, was nichts mit der Größe der Brüste zu tun hat, oder eine mangelhafte Nervenversorgung der Brustwarze durch Verletzung oder Operation oder eine hormonelle Störung.

Manchmal besteht jedoch die Möglichkeit, um ein komplettes Stillverbot herumzukommen. Ein Baby mit einer deformierten Lippe oder einem missgebildeten Gaumen kann zum Saugen beispielsweise ein spezielles Mundstück erhalten und/oder mit abgepumpter Milch gefüttert werden. Die Medikation der Mutter kann angepasst werden. Eine Mutter, die wegen einer hormonellen Störung oder einer Brust-OP (eine Brustverkleinerung verursacht wahrscheinlich eher Probleme als eine Brustvergrößerung) nicht ausreichend Milch für ihr Baby bildet, hat aber vielleicht genug, damit sich das Stillen lohnt, auch wenn zusätzlich Flaschennahrung erforderlich ist. Wenn Sie allerdings gar nicht stillen können oder dürfen (oder nicht wollen), brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Entwickeln Sie keine Schuldgefühle und machen Sie sich keinen Stress. Mit der richtigen Flaschennahrung gedeiht Ihr Baby ebenso gut – und mit der Liebe, die Sie ihm mit jeder Flasche geben.

•Muttermilch verursacht weniger Übergewicht. Gestillte Kinder sind nur selten zu dick. Das liegt zum Teil daran, dass beim Stillen der Appetit des Babys den Ton angibt – und seine Pfunde. Ein gestilltes Baby hört von selbst auf zu trinken, wenn es satt ist, während ein Flaschenkind oftmals genötigt wird, so lange zu trinken, bis die Flasche leer ist. Muttermilch hat zudem einen ausgewogenen Nährwert. Die kalorienärmere Vormilch (zu Beginn des Fütterns) dient in erster Linie als Durstlöscher. Die kalorienreichere Nachmilch (am Ende des Stillvorgangs) wirkt sättigend und signalisiert dem Baby, dass es Zeit ist, mit dem Trinken aufzuhören. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die fettmindernden Vorteile des Stillens über das Säuglingsalter hinaus – bis in die frühe Jugend – auswirken. Gestillte Kinder haben als Jugendliche weniger Gewichtsprobleme – und je länger sie gestillt wurden, desto geringer ist ihr Risiko, übergewichtig zu werden. Ein weiteres gesundheitliches Plus: Gestillte Babys haben als Erwachsene wahrscheinlich einen niedrigeren Cholesterinspiegel und neigen weniger zu hohem Blutdruck.•Stillen fördert die Intelligenz. Stillen scheint den IQ eines Kindes leicht zu erhöhen, zumindest bis zum 15. Lebensjahr und möglicherweise noch darüber hinaus. Das hängt vermutlich nicht nur mit den für die Entwicklung des Gehirns wichtigen Fettsäuren (DHA) in der Muttermilch zusammen. Eine Rolle spielt auch die enge Mutter-Kind-Beziehung, die beim Stillen aufgebaut wird und die intellektuelle Entwicklung eines Säuglings fördert. Eltern, die ihrem Baby die Flasche geben, können sich diesen Vorteil ebenfalls zunutze machen, indem sie beim Füttern engen Hautkontakt zu ihrem Kind halten.•Stillen verschafft größere Befriedigung beim Saugen. Es dauert länger, eine Brust leer zu trinken als eine Flasche, und das längere Saugen wirkt auf das Neugeborene beruhigend. Ein gestilltes Baby kann an einer fast leeren Brust zufrieden weiternuckeln, nicht jedoch an einer leeren Flasche.•Stillen begünstigt die Mund- und Kieferentwicklung. Die Brustwarzen der Mutter und Babys Mund sind optimal aufeinander abgestimmt – von Natur aus ein perfektes Paar. Kein noch so wissenschaftlich ausgefeilter Flaschensauger kann Kiefer, Zahnfleisch und Gaumen des Säuglings so stimulieren und damit eine optimale Entwicklung begünstigen – auch zum Vorteil für Babys künftige Zähne – wie die mütterliche Brust. Gestillte Babys haben als Kinder wahrscheinlich weniger Zahnprobleme.•Stillen ist praktisch. Muttermilch ist die praktischste Nahrung – immer vorrätig, gebrauchsfertig und richtig temperiert. Zudem ist sie eine schnell verfügbare Kost: keine Flaschenkost, die ausgehen kann, die man erst einkaufen und nach Hause schleppen muss. Man muss keine Fläschchen reinigen oder nachfüllen, kein Pulver anrühren und keine Mahlzeiten aufwärmen (ziemlich stressig, wenn Sie gerade ein wichtiges Telefonat führen und im Hintergrund das Baby schreit). Wo immer Sie gerade sind – im Bett, unterwegs, im Einkaufszentrum, am Strand –, Sie haben die Nahrung für Ihr Baby immer parat, ohne große Umstände, ganz unkompliziert.•Stillen spart Geld. Die besten Dinge im Leben kosten (fast) nichts, und dazu gehören auch die Muttermilch und das Stillen. Flaschennahrung hingegen kann recht teuer sein, wenn man an die Kosten für die Milchnahrung, Fläschchen, Sauger und Reinigungsutensilien denkt. Außerdem wird beim Stillen nichts vergeudet – die Milch, die das Baby bei einer Fütterung nicht trinkt, bleibt bis zum nächsten Stillen frisch.•Stillende Mütter erholen sich nach der Geburt schneller. Aus ganz natürlichem Grund gilt Stillen für Frauen, die gerade erst entbunden haben, als das Beste – schließlich ist es der natürliche Abschluss von Schwangerschaft und Geburt. Die Gebärmutter bildet sich schneller zurück und infolgedessen hört der Wochenfluss (die postpartale Blutung) früher auf, was den Blutverlust verringert. Außerdem verbrennen Sie durch das Stillen täglich zusätzlich 500 Kalorien und verlieren dadurch schneller Ihre noch vorhandenen überflüssigen Schwangerschaftspfunde. Einige dieser Pfunde wurden als Fettreserven speziell für die Milchproduktion angelegt, und jetzt haben Sie die Gelegenheit, darauf zurückzugreifen.•Eventuelle gesundheitliche Vorteile. Bei Frauen, die stillen, besteht ein etwas geringeres Risiko, dass sie an Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs und prämenopausalem Brustkrebs erkranken. Sie erkranken auch seltener an Gelenkrheumatismus als Frauen, die nicht stillen. Auch die Wahrscheinlichkeit, im fortgeschrittenen Alter Osteoporose zu bekommen, ist geringer als bei Frauen, die nie gestillt haben.•Ruhepausen für die Mutter. Ein Säugling verbringt jede Menge Zeit mit Trinken, das bedeutet, eine stillende Mutter verbringt jede Menge Zeit im Sitzen oder Liegen. Fazit? Ihr Baby zwingt Sie in diesen anstrengenden ersten Wochen, öfter Ruhepausen einzulegen, egal ob Sie gerade Zeit haben oder nicht. Die Stillmahlzeit als Ruhepause zu empfinden muss man allerdings erst lernen.•Nächtliches Füttern ist ein (relatives) Kinderspiel. Hat Ihr Baby um zwei Uhr morgens Hunger? Dann werden Sie es zu schätzen wissen, wie rasch Sie das Babybäuchlein füllen können, wenn Sie stillen. Sie müssen nicht schlaftrunken in die Küche wanken, um ein Fläschchen zuzubereiten, sondern brauchen nur Ihre warme Brustwarze in den warmen kleinen Mund zu schieben.•Einfaches Multitasking. Gewiss, beim Stillen Ihres Neugeborenen werden Sie beide Arme und eine Menge Konzentration benötigen. Aber wenn Sie und Ihr Baby erst mal Still-Profis sind, werden Sie zur selben Zeit alles Mögliche erledigen können – vom Abendessen bis zum Spielen mit Ihrem eventuell vorhandenen anderen Kind.•Mutter-Kind-Beziehung. Der Vorteil, den Sie wahrscheinlich am meisten schätzen, ist die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby, die beim Stillen gefördert wird. Bei jedem Füttern haben Sie Haut- und Augenkontakt und Gelegenheit, das Kind zu streicheln, zu wiegen und sanft mit ihm zu sprechen. Mütter (und Väter), die ihr Kind mit der Flasche füttern, können natürlich ebenfalls einen so innigen Kontakt mit ihm haben – allerdings müssen sie sich mehr darum bemühen.•Stillen und Verhütung. Bietet Stillen einen gewissen Schutz vor erneuter Schwangerschaft? Diese häufig gestellte Frage lässt sich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Bei stillenden Müttern kann sich der erste Eisprung nach der Geburt um ein paar Monate oder mehr verzögern. So könnte theoretisch das ausschließliche Stillen Ihres Babys für die Familienplanung von Vorteil sein und obendrein bleiben Sie von der Periode verschont. Doch wollen Sie dieses Risiko tatsächlich ohne Verhütungsmittel eingehen? Auf keinen Fall, es sei denn, Sie möchten kurz hintereinander schwanger werden. Da es schon vor der ersten Regelblutung nach der Geburt unbemerkt zum Eisprung kommen kann, ist die Dauer der durch das Stillen bedingten Empfängnisverhütung ungewiss – und Sie sind nicht vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt.

Das Stillteam

Zum Stillen gehören immer zwei, aber damit das Stillen ein Erfolg wird, können auch noch mehr daran beteiligt sein. Eine Stillberaterin kann für Ihr Still-Team unverzichtbar werden und vor allem besonders hilfreich sein, wenn Sie beim Stillen Probleme haben. Erkundigen Sie sich möglichst frühzeitig in der Klinik, in der Sie entbinden möchten, ob es dort spezielle Stillberaterinnen gibt und ob Ihnen nach der Geburt automatisch eine zur Seite gestellt wird. Teilen Sie auch Ihrem Gynäkologen und dem Kinderarzt mit, dass Sie schon gleich nach der Geburt Unterstützung beim Stillen haben möchten, und fragen Sie nach, ob sie Ihnen jemanden empfehlen können. Sprechen Sie mit Freunden und suchen Sie im Internet nach Stillberaterinnen in Ihrer Nähe. Wenn bei der Geburt eine Hebamme dabei ist, wird sie Ihnen wahrscheinlich helfen können, dass es mit dem Stillen von Anfang an klappt. Näheres über Stillberatung auf Seite 82.

Stillmythen

•Mythos: Mütter mit kleinen Brüsten oder Flachwarzen können nicht stillen.•Fakt: Brüste und Brustwarzen jeglicher Form, Größe und Beschaffenheit können ein hungriges Baby zufriedenstellen.•Mythos: Stillen macht viel Mühe.•Fakt: Sobald Sie den Bogen raushaben, ist das Stillen ganz einfach. Im Gegensatz zu Flaschennahrung ist Muttermilch immer parat, wenn das Baby Hunger hat. Sie müssen nicht daran denken, bloß nicht die Flasche zu vergessen, wenn Sie mal länger unterwegs sein wollen. Sie müssen keine Fläschchen in der Wickeltasche verstauen und sich Sorgen machen, dass die Milch darin in der warmen Sonne womöglich verdirbt. Sie müssen nur die Bluse aufmachen, die Brust hervorholen und das Baby stillen.•Mythos: Beim Stillen ist man angebunden.•Fakt: Stimmt, beim Stillen müssen Mutter und Kind zur selben Zeit am selben Ort sein. Sie können sich jedoch durchaus einen gewissen Freiraum verschaffen, indem Sie Ihre Milch abpumpen und ins Fläschchen füllen oder die Muttermilch durch Flaschennahrung ergänzen. Vielleicht müssen Sie ja zur Arbeit oder zur Schule oder Sie möchten sich einfach mal einen Abend freinehmen, um mit Freunden ins Kino oder mit Ihrem Partner zum Essen zu gehen. Zugleich können Sie als immer noch stillende Mutter Ihr Kind auch getrost im Auto, zum Wandern oder im Flugzeug mitnehmen, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, woher die nächste Mahlzeit kommt.•Mythos: Stillen ruiniert den Busen.•Fakt: Haben Sie Angst vor einem Hängebusen? Fakt ist, dass sich die Form oder Größe Ihrer Brüste oder die Farbe oder Größe des Warzenhofs bereits in der Schwangerschaft verändern und nicht durch das Stillen. Während der Schwangerschaft bereiten sich die Brüste auf die Milchbildung vor, auch wenn Sie am Ende gar nicht stillen – und diese Veränderungen sind manchmal dauerhaft. Zusätzliche Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, erbliche Faktoren (danke, Mama), Alter oder fehlender Halt (wenn Sie keinen BH tragen) können in der Schwangerschaft und darüber hinaus ebenfalls zu einem Hängebusen beitragen. Das Stillen trägt daran keine Schuld.•Mythos: Wenn es mit dem Stillen beim ersten Kind nicht funktioniert, klappt es nie.•Fakt: Selbst wenn Sie beim ersten Kind Probleme beim Stillen hatten, werden Sie, wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge, beim zweiten Kind wahrscheinlich mehr Milch produzieren und problemlos stillen können. Mit anderen Worten, auch wenn Sie beim ersten Mal keinen Erfolg hatten, versuchen Sie es immer wieder. Sorgen Sie dafür, dass Sie in dieser Zeit möglichst viel Hilfe und Unterstützung bekommen, damit das Stillen richtig in Gang kommt.•Mythos: Väter können keine Bindung zum Baby aufbauen, weil sie nicht stillen können.•Fakt: Väter können zwar nicht stillen, aber alle anderen Bereiche der Säuglingspflege stehen ihnen offen. Angefangen vom Baden und Windelwechseln übers Halten, Anziehen, Schaukeln und Spielen bis hin zum Fläschchengeben mit abgepumpter Muttermilch oder zusätzlicher Fertignahrung und schließlich zum Füttern mit fester Kost. Es gibt mehr als genug Gelegenheiten für Väter, eine Bindung zum Baby aufzubauen.•Mythos: Ich muss meine Brustwarzen abhärten, damit sie beim Stillen nicht wehtun.•Fakt: Weibliche Brustwarzen sind fürs Stillen vorgesehen. Und mit wenigen Ausnahmen sind sie für diese Aufgabe voll qualifiziert, ohne dass irgendwelche Vorbereitungen nötig wären.

Vorteile der Flaschennahrung

Obwohl die Fakten eindeutig für das Stillen sprechen, gibt es auch ein paar praktische Vorteile für diejenigen, die sich für Flaschennahrung entscheiden:

•Weniger häufiges Füttern. Säuglingsmilchnahrung aus Kuhmilch wird langsamer verdaut als Muttermilch und bewirkt dadurch ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Die Pausen zwischen den Mahlzeiten können deshalb schon früh auf drei bis vier Stunden ausgedehnt werden. Derart lange Zeiträume zwischen den Mahlzeiten sind für stillende Mütter nur ein Wunschtraum, weil sie viel häufiger füttern müssen. Muttermilch wird schneller und leichter verdaut und das Baby ist früher wieder hungrig. Diese häufigen Stillmahlzeiten haben einen praktischen Nutzen: Sie regen die Milchproduktion an und steigern den Milchvorrat. Allerdings können sie sehr zeitaufwendig und anstrengend sein, vor allem wenn es zulasten des eigenen Schlafpensums geht.•Leichte Kontrolle der Milchmenge. Flaschen besitzen, im Gegensatz zur Mutterbrust, eine Skala, mit deren Hilfe man die vom Baby aufgenommene Milchmenge messen kann. Eine Mutter, die ihrem Kind die Flasche gibt, sieht auf einen Blick, wie viel Milch es getrunken hat. Eine stillende Mutter kann das nur anhand der nassen Windeln und der Gewichtszunahme beurteilen. Der Vorteil der leichteren Kontrolle: weniger Stress, weil man sich keine Gedanken machen muss, ob das Baby beim Füttern zu viel oder zu wenig getrunken hat. Ein möglicher Nachteil: Die Eltern drängen das Kind vielleicht, das Fläschchen ganz leer zu trinken, obwohl es bereits satt ist.•Mehr Freiheit. Beim Stillen müssen Mutter und Kind zur selben Zeit am selben Ort sein. Bei der Flaschennahrung ist das nicht nötig. Eine Mutter, die ihrem Kind die Flasche gibt, kann tagsüber arbeiten, Freunde treffen, auf Geschäftsreise gehen oder übers Wochenende verreisen, ohne sich über die Mahlzeiten Ihres (gut betreuten) Babys Gedanken machen zu müssen. Natürlich hat eine stillende Mutter dieselben Freiheiten, wenn sie ihre Milch abpumpt oder sich für zusätzliche Milchfertignahrung entscheidet.•Mehr Ruhe. Frischgebackene Mütter sind häufig müde und erschöpft. Im Gegensatz zu stillenden Müttern können Mütter, die ihrem Kind die Flasche geben, zwischendurch mal ein Nickerchen machen oder mal eine Nacht durchschlafen, indem sie das Füttern dem Vater oder einer anderen Person überlassen. Obwohl Stillen wesentlich bequemer ist als die Ernährung mit der Flasche, insbesondere um drei Uhr morgens, ist es körperlich anstrengender.•Stärkere Einbeziehung des Vaters. Väter von gestillten Säuglingen besitzen nun mal nicht die Voraussetzungen, um ihre Kleinen zu füttern – es sei denn, sie geben ihnen zusätzlich Flaschennahrung oder abgepumpte Muttermilch. Flaschenkinder lassen sich übrigens gerne von ihrem Vater füttern.•Keine Modebeschränkungen. Stillende Mütter lernen schon früh, Funktionalität, sprich: einfacher, diskreter Zugang zu den Brüsten, über Form und Mode zu stellen. An einteilige Kleider, die sich vorne nicht knöpfen lassen, brauchen sie gar nicht erst zu denken. Bei einem Flaschenkind kann man alles anziehen, was im Kleiderschrank hängt.•Mehr Möglichkeiten bei der Empfängnisverhütung. Während für Frauen, die mit der Flasche füttern, die meisten Arten der hormonellen Empfängnisverhütung infrage kommen, ist dies bei stillenden Frauen nicht der Fall. Ihnen bleibt bei der hormonellen Verhütung lediglich die Einnahme der »Minipille«, die nur Gestagen enthält.•Keine Ernährungsbeschränkungen. Hinsichtlich der Ernährung gibt es während des Stillens weniger Beschränkungen als während der Schwangerschaft (Sushi und Hamburger sind wieder zugelassen). Trotzdem hat eine Mutter, die ihrem Kind die Flasche gibt, mehr Freiheiten beim Essen und Trinken. Sie kann sich einen zweiten Drink oder eine dritte Tasse Kaffee genehmigen und mit Hingabe Knoblauch essen (manche Stillkinder mögen keinen starken Beigeschmack in der Muttermilch). Außerdem muss sie sich keine Gedanken machen, ob die Medikamente, die sie einnimmt, ihrem Baby schaden. Sie darf ihre Gewichtsabnahme beschleunigen – in einem für eine erschöpfte Säuglingsmutter vernünftigen Rahmen. Eine stillende Mutter dagegen sollte es langsamer angehen, aber vielleicht nimmt sie am Ende leichter ab, weil bei der Milchproduktion so viele Kalorien verbrannt werden.•Weniger peinliche Momente. Stillen in der Öffentlichkeit wird leider nicht überall und nicht von jedem toleriert. Das heißt, eine stillende Mutter muss bedauerlicherweise mit unliebsamen Blicken rechnen, vor allem wenn sie sich dafür entscheidet, nicht »versteckt« zu stillen (was ihr gutes Recht ist). Eine Mutter, die ihrem Kind die Flasche gibt, kann dagegen beim Füttern buchstäblich zugeknöpft bleiben und muss nicht befürchten, dass ihr Baby mitten beim Füttern die als Blickschutz dienende Serviette wegstrampelt. Meisten legen sich Komplexe wegen des Stillens in der Öffentlichkeit ziemlich schnell – und so sollte es auch sein. Schließlich ist doch nichts dabei, ein hungriges Baby zu füttern – wo auch immer.•Vielleicht mehr Spaß im Bett. Stillhormone können bewirken, dass Ihre Vagina trocken und wund ist und der Sex nach der Geburt zur Qual wird (ein langes Vorspiel und ein Gleitmittel können Erleichterung verschaffen). Die Ernährung mit der Flasche kann die Rückkehr zu einem normalen Liebesleben beschleunigen, sofern Sie über möglicherweise bespuckte fleckige Laken und die Unterbrechungen durch das schreiende Baby hinwegsehen können.

Stillen und Ihre Gefühle

Wenn Sie bezüglich des Stillens immer noch Zweifel haben und unentschlossen sind, obwohl die Fakten Sie vielleicht überzeugt haben, hier ein paar Tipps, wie Sie negative Gefühle überwinden können:

Das Gefühl, dass es unpraktisch ist. Würden Sie gern einen Versuch wagen, haben aber Angst, das Stillen könnte sich mit einem anstrengenden Arbeitsplan nicht vereinbaren lassen? Wie viele Mütter bereits erfahren haben, muss selbst eine frühe Rückkehr in den Beruf das Stillen nicht ausschließen. Ganz egal, ob Sie letztendlich nur ein paar Wochen, ein Jahr oder länger stillen, ob Sie Ihr Baby ausschließlich mit Muttermilch oder in Kombination mit Flaschennahrung füttern – Stillen ist für Sie und Ihr Baby in jedem Fall von Vorteil. Mit etwas mehr Engagement und Planung (okay, möglicherweise einer ganzen Menge Engagement und Planung) werden Sie vielleicht feststellen, dass sich Beruf und Stillen viel leichter miteinander vereinbaren lassen, als Sie dachten.

Das Gefühl, dass es Ihnen nicht gefallen wird. Können Sie sich nur schwer mit einem Baby an der Brust vorstellen oder können Sie sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, zu stillen? Bevor Sie das Stillen ganz abschreiben, hier ein Vorschlag: Versuchen Sie es, vielleicht gefällt es Ihnen ja. Vielleicht werden Sie es sogar lieben. Stillen Sie drei bis sechs Wochen, so lange dauert es ungefähr, bis Mutter und Kind einen guten Stillrhythmus gefunden haben. Sollte es dann trotz aller Bemühungen nicht klappen, können Sie mit der Gewissheit abstillen, Ihrem Baby einen guten Start in ein gesundes Leben geschenkt zu haben. Das betrifft vor allem die Antikörper, die Sie Ihrem Kind mit der Muttermilch mitgeben und die sein Immunsystem stärken, insbesondere wenn Sie volle sechs Wochen gestillt haben. Für Ihr Baby zählt jede Stillmahlzeit, egal wie viele oder wie wenige am Ende zusammenkommen.

Das Gefühl, dass Ihr Partner Sie nicht unterstützt. Studien zeigen, dass Mütter viel eher beim Stillen bleiben, wenn der Vater des Kindes es befürwortet. Was sollen Sie also tun, wenn Ihr Partner dem Stillen nicht positiv gegenübersteht – entweder weil es ihn abtörnt oder verunsichert oder weil er den Gedanken als bedrohlich empfindet, Sie in dieser körperlichen Hinsicht teilen zu müssen? Versuchen Sie, ihn anhand der Fakten zu überzeugen, schließlich sind sie ziemlich einleuchtend. Ein Gespräch mit anderen Vätern von Stillkindern könnte ebenfalls dazu beitragen, dass er sich bei dem Gedanken wohler fühlt und hoffentlich zugänglicher wird. Oder schlagen Sie vor, probeweise zu stillen. Wahrscheinlich wird sich dabei seine Einstellung rasch ändern, und wenn nicht, dann verschaffen Sie immerhin sich und Ihrem Baby die bestmöglichen gesundheitlichen Vorteile – eine Tatsache, die auch er anerkennen muss.

Seien Sie zuversichtlich. Sollten Sie sich dazu entschließen, es mit dem Stillen zu versuchen – ganz gleich welche Fakten, Gefühle oder Umstände Sie zu dieser Entscheidung veranlasst haben und egal wie lange Sie im Endeffekt stillen –, es wird für Sie sicher eine lohnende Erfahrung sein. Von den emotionalen und gesundheitlichen Vorteilen einmal abgesehen, werden Sie vermutlich feststellen, dass das Stillen die einfachste und bequemste Art ist, Ihr Baby zu füttern. Wenn die anfänglichen Schwierigkeiten erst einmal überwunden sind, wird es Ihnen spielend von der Hand gehen.

Sollten Sie sich gegen das Stillen entscheiden, nicht stillen können oder nur für ganz kurze Zeit stillen wollen, müssen Sie deshalb keine Schuldgefühle entwickeln. Alles, was Sie für Ihr Kind tun, ist richtig, wenn es sich für Sie richtig anfühlt – und dazu gehört auch das Stillen. Beim Füttern mit der Flasche können Sie Ihrem Baby ebenso viel Fürsorge und Nähe schenken wie beim Stillen. Ein mit Liebe verabreichtes Fläschchen ist besser für Ihr Kind als die mit Vorbehalten angebotene Brust einer überforderten Mutter.

Auswahl des Namens

Vielleicht haben Sie sich ja bereits für den Namen Ihres Kindes entschieden, als Sie selbst noch klein waren. Vielleicht war Ihnen der Name Ihres Babys schon so klar wie ein 4-D-Ultraschallbild, als Sie erfuhren, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Oder vielleicht spielen Sie wie viele andere Eltern kurz vor dem Geburtstermin immer noch das Namensspiel.

Ganz gleich ob Sie einen klassischen, einen bedeutungsvollen, einen unkonventionellen, einen trendigen oder einen ganz ausgefallenen Namen suchen, die Entscheidung, wie Sie Ihr Baby nennen sollen, kann ziemlich beängstigend sein. Schließlich ist dieser Name nicht einfach ein Name, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Identität Ihres Kindes. Und es behält ihn meist ein Leben lang, angefangen von der Wiege über den Spielplatz und die erste Schulstunde bis hin zum Arbeitsplatz und weit darüber hinaus. Zu dieser enormen Verantwortung kommt noch die möglicherweise hitzige Debatte zwischen den Ehepartnern und eventuell auch anderen eigensinnigen Familienmitgliedern, wenn Sie sich über den Namen uneins sind. Vielleicht hat Ihre Schwester, die vor Ihnen entbunden hat, Ihnen Ihren Namensfavoriten weggeschnappt. Oder beide Großmütter plädieren für unterschiedliche Namen aus der Familientradition. Vielleicht bricht ein Arbeitskollege in schallendes Gelächter aus, nachdem er den von Ihnen gewählten Namen gehört hat. Oder Sie haben Angst, dass kein Lehrer jemals in der Lage sein wird, Ihren Namensfavoriten auszusprechen oder zu buchstabieren.

Machen Sie sich also bereit, das Alphabet (verschiedene Apps, Webseiten und Bücher) mindestens ein paar Dutzend Mal durchzugehen. Probieren Sie möglichst viel aus, bevor Ihr Baby kommt, und sortieren Sie Ihre gesammelten Namen nicht zu schnell aus. Man weiß nie, welcher Name Ihnen vielleicht doch noch ans Herz wächst. Es lohnt sich auch, darauf zu achten, wie Eltern in Ihrem Umfeld ihre Kinder nennen. Vielleicht lassen Sie sich davon inspirieren oder stellen fest, dass ein Name, den Sie in Erwägung gezogen haben, doch nicht den richtigen Klang hat – vor allem nachdem Sie ihn ein paar Dutzend Mal laut ausgesprochen haben. Hier noch ein paar Tipps zur Namenswahl:

Bedeutungsvolle Namen. Haben Sie einen Lieblingsschauspieler oder eine Lieblingsromanfigur? Gibt es ein Familienmitglied oder einen Vorfahren, mit dem Sie viel verbindet? Oder eine Sport- oder Musiklegende, die Sie verehren? Vielleicht lassen Sie sich aber auch lieber von der Bibel oder einer anderen spirituellen Quelle inspirieren. Oder von dem Ort, an dem Ihr Kind gezeugt wurde. Ein bedeutungsvoller Name kann, im Gegensatz zu einem beliebigen, das neue Leben mit einer speziellen Hintergrundgeschichte und einem historischen Kontext verbinden.

Weniger gängige Namen. Es ist nie leicht, in der Schulklasse einer von vielen mit demselben Namen zu sein. Wenn Ihr Kind sich also von der Menge abheben soll, dann entscheiden Sie sich für einen Namen, der im Jahr zuvor nicht unter den Top Ten war.

Gänzlich unbekannte Namen. Wollen Sie, wie manche Prominente, einen Namen erfinden? Einzigartige Namen können dem Kind das Gefühl geben, etwas ganz Besonderes zu sein – oder nicht dazuzugehören, vor allem wenn Ihr Kind nicht in einer Promi-Welt aufwächst. Denken Sie daran, ein Name bleibt für immer oder zumindest so lange, bis Ihr Kind alt genug ist, um ihn legal ändern zu lassen. Ein Name, der jetzt niedlich klingt, sieht auf einer Bewerbung für die Universität oder einen Arbeitsplatz vielleicht nicht so gut aus. Überlegen Sie es sich auch genau, bevor Sie einen eher geläufigen Namen durch eine ungewöhnliche Schreibweise aufpeppen.

Namen aktueller Promis. Bevor Sie Ihren kleinen Liebling nach einem aktuellen Film-, TV- oder Popstar benennen, denken Sie daran, dass solche Stars oft schnell wieder in der Versenkung verschwinden oder letztendlich Negativschlagzeilen machen.

Die Bedeutung des Namens. Die Bedeutung eines Namens kann Ihre Entscheidung definitiv beeinflussen. Vielleicht waren Sie sich bei dem Namen Annabella noch unschlüssig, bis Sie erfuhren, dass er »Anmut und Schönheit« bedeutet. Oder Cameron war ein Anwärter, bis Sie feststellten, dass Ihr Baby dann »Krummnase« hieße. Möglicherweise spielt die Bedeutung des Namens für Sie persönlich gar keine Rolle, aber vielleicht später für Ihr Kind.

Zurück zu den Wurzeln. Möglicherweise stoßen Sie bei der Ahnenforschung auf den Namen, den Sie gesucht haben. Wenn Sie wollen, können Sie den Familienstammbaum durchforsten, regionale Traditionen berücksichtigen oder sich auf Ihre religiösen Wurzeln besinnen – Sie werden bestimmt fündig.

Geschlechtsspezifische Namen. Sie wissen zwar, dass Ihr Chris ein Junge und Ihre Kim ein Mädchen ist – aber wissen die anderen das auch oder sind sie wegen des Namens eher verwirrt? Werden die Geschlechtergrenzen gar überschritten (oder verwischt) – und wenn ja, spielt das für Sie eine Rolle? Für viele Eltern ist ein geschlechtsneutraler Name (Unisex-Name) nicht von Belang.

Achten Sie auf den Klang. Sprechen Sie jeden Namen, der möglicherweise in Betracht kommt, laut aus. Wie klingt er, wenn Sie ihn quer über einen Spielplatz rufen? Und seien Sie vorsichtig bei der Kombination von Vor- und Nachnamen, die den Namen des Kindes zu einem Witz machen, zum Beispiel Niko Laus, Mark Ise oder schlimmer. Allgemein gilt die Regel, dass längere Vornamen besser zu kurzen Nachnamen passen (Isabella Schmidt) und umgekehrt (Tom Heinemann), während sich zweisilbige Vor- und Nachnamen in der Regel ergänzen (Stefan Müller).

Achten Sie auf die Initialen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Ihr kleiner Sohn heißt Stefan Andreas Unger. Dann sollten Sie bedenken, dass ihn diese Initialen leicht zur SAU machen können. Möchten Sie das?

Halten Sie den Namen geheim. Verraten Sie anderen den Namen nur, wenn Sie bereit sind, ihn zur Debatte zu stellen. Möchten Sie sich lieber eine Menge unerwünschte Ratschläge und Kommentare ersparen, halten Sie den Namen so lange geheim, bis Ihr Baby auf der Welt ist.

Bleiben Sie flexibel. Bevor Sie den ausgewählten Namen in Stein meißeln oder ihn auf die Tür des Kinderzimmers malen, überzeugen Sie sich, dass er auch wirklich zu Ihrem Kind passt. Wenn Sie Ihre süße Anna zum ersten Mal sehen, werden Sie vielleicht überrascht feststellen, dass sie eigentlich eher wie eine Sophia aussieht.

Holen Sie sich Hilfe

Neugeborene Babys sind hilflos, frischgebackene Eltern dagegen sollten es definitiv nicht sein. Sind Sie mit Ihrem Baby erst einmal zu Hause sind, werden Sie jede erdenkliche Hilfe brauchen. Allein mit den vielen Dingen, die Babys nun mal erfordern, sei es Windeln wechseln, Baden, Trösten, Füttern oder Bäuerchen machen lassen, haben Sie alle Hände voll zu tun. Hinzu kommen jedoch auch all die Tätigkeiten, für die Sie keine Zeit haben oder für deren Erledigung Sie zu erschöpft sind, wie Einkaufen, Kochen, Saubermachen und bergeweise Wäsche waschen.

Hilfe gesucht? Zuerst werden Sie herausfinden müssen, welche Art von Hilfe Sie benötigen. Welche Hilfe verfügbar ist und, falls Sie an bezahlte Hilfe denken (zumindest stundenweise), welche Art von Hilfe Sie sich leisten können und Ihnen angenehm ist. Wer soll Ihnen in diesen herausfordernden ersten Wochen und Monaten zur Hand gehen? Eine Großmutter (oder zwei)? Eine Freundin? Eine Doula? Eine Säuglingsschwester oder eine Kinderfrau mit entsprechender Ausbildung? Oder jemand, der sich um den Haushalt kümmert, während Sie mit sich und dem Baby beschäftigt sind?

Großeltern

Großeltern bringen meistens einen großen Schatz an Erfahrungen mit, sie stecken voller Enthusiasmus und als Lohn für ihre Arbeit genügt ihnen eine innige Umarmung. Obwohl manche vielleicht jede Menge Generationsballast mit sich herumschleppen und im Umgang mit Babys altmodische Ansichten haben, sind Großeltern für Dutzende Aufgaben zu gebrauchen. Sie können ein schreiendes Baby auf den Arm nehmen, ein richtiges Abendessen zubereiten, Einkäufe erledigen, Wäsche waschen und zusammenlegen – und das Beste daran: Sie können Ihnen die Ruhe verschaffen, die Sie brauchen, und das alles gratis.

Sollten Sie also das Angebot Ihrer Eltern oder Schwiegereltern annehmen, sich in den ersten Wochen um das Baby und den Haushalt zu kümmern? Das hängt davon ab, ob Sie mit ein wenig (oder viel) gut gemeinter, (meist) freundlicher Einmischung umgehen können – und wie Sie reagieren, wenn sich die »Hilfe« als hundertprozentige Machtübernahme entpuppt (was in den besten Familien vorkommt).

Sind Sie der Meinung, je mehr Generationen unter einem Dach leben, desto besser? Dann sollten Sie die Einladung auf jeden Fall annehmen und unter Umständen sogar verlängern.

Empfinden Sie zwei Generationen im Haus als angenehm, drei hingegen als stressig? Dann zögern Sie nicht, den künftigen Großeltern mitzuteilen, dass Sie die ersten Wochen nach der Geburt lieber alleine verbringen und dazu benutzen möchten, Ihren neuen Familienverband zu festigen und in Ihre neue Rolle als Eltern hineinzuwachsen. Versprechen Sie ihnen, kurze Besuche seien natürlich willkommen, und sobald sich alles eingependelt hat, könnten sie häufiger kommen oder (falls sie anreisen müssen) eine Zeit lang bleiben. Führen Sie tröstend ins Feld, dass das Baby bis dahin reaktionsfreudiger, interessanter und wacher sein und ihnen noch mehr Freude bereiten wird.

Für die Eltern: Wenn die Grosseltern sich einmischen

Haben Ihre Eltern und Schwiegereltern noch nicht voll akzeptiert, dass Sie jetzt selbst Eltern werden? Das ist kein Wunder – schließlich haben Sie diese Tatsache wahrscheinlich selbst noch nicht ganz begriffen. Ein allzu richtungweisendes Verhalten könnte jedoch ein Warnsignal sein, dass sich die Großeltern einmischen werden oder es bereits versuchen.

Zu einer Ihrer ersten Missionen als Eltern gehört es, mit Ihren Eltern über Ihre Vorstellungen zu sprechen und ihnen gleichzeitig dabei zu helfen, ihre neue Aufgabe als Großeltern ruhig anzugehen. Sie sollen Anteil nehmen und helfen, aber nicht die Hauptrolle übernehmen.