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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,3, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Filmwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Allein im letzten Jahrzehnt wurde das Leben von Ray Charles, The Temptations, Jimmy Hendrix, Johnny Cash, Ian Curtis, Bob Dylan, The Notorious B.I.G., Eminem und Edith Piaf filmisch aufgearbeitet – um nur die bekanntesten Produktionen zu nennen. Wie hat sich dieser Trend entwickelt? Was macht die „Schaulust gegenüber dem unbekannten Bekannten“ aus? Und welchem Genre sind diese Filme zuzuordnen? Die folgende Arbeit widmet sich exemplarisch den Verfilmungen des Lebens und Schaffens von Bob Dylan (I’m not there), Ian Curtis (Control) und The Notorious B.I.G. (Notorious). Bei allen drei Filmen handelt es sich um aktuelle Produktionen, die innerhalb der letzten zwei Jahre erschienen sind. I’m not there und Control im Jahr 2007, Notorious zu Beginn diesen Jahres. Der Fokus der folgenden Arbeit liegt dabei auf der Verwendung und Funktion von Musik in den Filmen. Gezielt wurden dazu Produktionen ausgesucht, die sich mit Künstlern unterschiedlicher Musikstile beschäftigen. „Joy Division“ kann als eine der Vorreiterbands der englischen Post-Punk-Bewegung in den 80er Jahren gesehen werden. Bob Dylan ist musikalisch kaum einzuordnen. Von Folk über elektrische Gitarrenmusik bis hin zum Gospel bewegt sich das musikalische Repertoire Dylans’. Mit Notorious wurde ein Film ausgewählt, der sich mit dem US-amerikanischen Gangsterrapper The Notorious B.I.G. beschäftigt. Damit ist die musikalische Ausrichtung der im Folgenden behandelten Filme, innerhalb des zeitgenössischen popkulturellen Milieus, breit gefächert.
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Veröffentlichungsjahr: 2009
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„Popmusik hat eine unglaubliche Macht und erzählt so viel über die Vergangenheit, über unser Leben und unsere Gefühle und ist darin höchstens noch mit dem Kino vergleichbar. Sowohl Kino als auch Popmusik berühren unser Unterbewusstes und sind zugleich Produkte, die gekauft und konsumiert
werden.“1
Folgt man dem obigen Zitat von Todd Haynes, Regisseur des Bob Dylan-FilmsI’m not there,scheint die Symbiose aus Popmusik und Kino offensichtlich. Was läge da näher als das Leben und Schaffen eines Musikers in filmischer Form aufzuarbeiten? Haynes ist bei weitem nicht der Einzige, der gemeinsame Charakteristika in Popmusik und Film sieht. Der Trend, Musikhelden auf die Leinwand zu bannen, ist allgegenwärtig. Die Filmpublizistin Ines Walk spricht von Musikern als
„die neuen Götter. [...] Das Kino klopft diese neuen Helden nach ihren Schicksalsschlägen ab, um sie in Szene zu setzen und besonders Musiker haben es dabei zu wahren Filmhelden geschafft. Wenn sie mehrere weltweite Hits hatten, ist es nur eine Frage der Zeit, wann das Leben verfilmt
wird.“2
Allein im letzten Jahrzehnt wurde das Leben von Ray Charles, The Temptations, Jimmy Hendrix, Johnny Cash, Ian Curtis, Bob Dylan, The Notorious B.I.G., Eminem und Edith Piaf filmisch aufgearbeitet - um nur die bekanntesten Produktionen zu nennen. Wie hat sich dieser Trend entwickelt? Was macht die „Schaulust gegenüber dem unbekannten Bekannten“3aus? Und welchem Genre sind diese Filme zuzuordnen? Die folgende Arbeit widmet sich exemplarisch den Verfilmungen des Lebens und Schaffens von Bob Dylan (I’mnot there),Ian Curtis (Control) und The Notorious B.I.G. (Notorious). Bei allen drei Filmen handelt es sich um aktuelle Produktionen, die innerhalb der letzten zwei Jahre erschienen sind.I’m not thereundControlim Jahr 2007,Notoriouszu Beginn diesen Jahres. Der Fokus der folgenden Arbeit liegt dabei auf der Verwendung und Funktion von Musik in den Filmen. Gezielt wurden dazu Produktionen ausgesucht, die sich mit Künstlern unterschiedlicher Musikstile beschäftigen. „Joy Division“ kann als eine der Vorreiterbands der englischen Post-Punk-Bewegung in den 80er Jahren gesehen werden. Bob Dylan ist musikalisch kaum einzuordnen. Von Folk über elektrische Gitarrenmusik bis hin zum Gospel
1Interview mit Todd Haynes vom 20.02.2008: Die vielen Gesichter des Bob Dylan. Erschienen in der
Berliner Morgenpost. Online abrufbar unter:
http://www.morgenpost.de/printarchiv/kultur/article165037/Die_vielen_Gesichter_des_Bob_Dylan.html,
Zugriff: 02.03.2008. (Im folgenden zitiert als: Haynes 2008.).
2Walk, Ines (2008): Falco & alle anderen - Verdammt, sie leben noch. Veröffentlicht am 04.06.2008 bei
moviepilot.de. Online abrufbar unter:http://www.moviepilot.de/content/filmspot/articles/falco-alle-anderen-
verdammt-sie-leben-noch-100501,Zugriff: 06.03.2009.
3Taylor, Henry McKean (2002): Rolle des Lebens: die Filmbiographie als narratives System. Marburg.
S.379. (Im Folgenden zitiert als: McKean 2002.).
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bewegt sich das musikalische Repertoire Dylans’. MitNotoriouswurde ein Film ausgewählt, der sich mit dem US-amerikanischen Gangsterrapper The Notorious B.I.G. beschäftigt. Damit ist die musikalische Ausrichtung der im Folgenden behandelten Filme, innerhalb des zeitgenössischen popkulturellen Milieus, breit gefächert.
In den drei Filmen wird Musik als künstlerisches und narratives Mittel eingesetzt. Darüber hinaus steht Musik als gesellschaftliches Phänomen, als künstlerischer Prozess und das musikalische Produkt des jeweiligen Künstlers im Vordergrund. Musik ist nicht nur Stilmittel, sondern Inhalt. Durch diesen Fokus stellt sich die Frage, ob es sich bei den behandelten Filmen um Musicals handelt. Dorothee Ott definiert Musicalfilme als „Symbiose der drei Künste Schauspiel, Gesang und Tanz auf der Leinwand“4. Dem folgend fällt eine Einordnung in das Genre Musicalfilm schwer. Der tänzerische Aspekt fehlt in allen drei Produktionen gänzlich.
