Das große Buch der Fußball-Rekorde - Omar Gisler - E-Book

Das große Buch der Fußball-Rekorde E-Book

Omar Gisler

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Beschreibung

Schneller, höher, weiter - Rekorde und Bestleistungen faszinieren seit Menschengedenken, und im Fußball vergeht kaum ein Monat, in dem nicht neue nationale oder internationale Superlative vermeldet werden. Bisher allerdings gab es weder auf deutsch noch in einer anderen Sprache ein Werk, das alle Fußball-Rekorde systematisch auflistet. Selbst das "Guinness-Buch der Rekorde" widmet dem Fußball pro Ausgabe meist nicht mehr als zwei Seiten. Welcher Fan aber ging die dämlichste Fußball-Wette ein? Wer verursachte die bislang skurrilsten Dopingfälle? Welche Fußball-Größen traf sich beim unbestritten teuersten Kaffeekränzchen? Wer verübte das gemeinste Foul? Und was waren die fragwürdigsten Schiedsrichter-Entscheidungen? Diese und zahllose andere interessanten Fragen beantwortet die 4. Neuauflage von "Das große Buch der Fußball-Rekorde" - eine unterhaltsame und oftmals verblüffende Zusammenstellung von Superlativen, Kuriositäten und Sensationen in neun Kapiteln: Tor! Tor! Tor! - Spiele - Wettbewerbe - Teams - Die Bosse - Fairplay - Fans - Geld - Stars und Sternchen

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Seitenzahl: 592

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Vollständige eBook-Ausgabe der im Copress Verlag erschienenen Printausgabe (4. Auflage 2012; ISBN: 978-3-7679-1080-5).

Lektorat und Bildredaktion: Pierre Sick

Alle Abbildungen: SVEN SIMON

Redaktionsschluss: 1. August 2012

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2012 Copress Verlag

in der Stiebner Verlag GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten.

Wiedergabe, auch auszugsweise,

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags.

Gesamtherstellung: Stiebner, München

ISBN 978-3-7679-1085-0

www.copress.de

Inhalt

Zu diesem Buch

Tor! Tor! Tor!

Spiele

Wettbewerbe

Teams

Bosse

Fairplay

Fans

Geld

Stars und Sternchen

Zu diesem Buch

Schneller, weiter, höher – das Streben nach Bestleistungen ist seit der Antike die Antriebsfeder des Sports. Im Fußball geht es jedoch nicht unbedingt darum, Bestmarken zu übertreffen. Es genügt, einen Treffer mehr als das gegnerische Team zu erzielen. Rekorde und Superlative ergeben sich dabei von selbst. Angefangen bei den Toren: Wer hat die meisten erzielt? Wer die wenigsten zugelassen? Nach wie vielen Sekunden fiel der schnellste Treffer? Welcher Verteidiger verursachte die meisten Eigentore? Wer ist der treffsicherste Elfmeterschütze? Auf diese und viele weitere Fragen versucht das vorliegende Buch eine Antwort zu geben.

Aufgelistet werden jedoch nicht nur dürre Zahlen und Statistiken. Denn der Begriff »Rekord« beinhaltet viel mehr. Er stammt vom lateinischen Verb »recordari«, was so viel bedeutet wie »sich merken« oder »sich erinnern«. So werden in diesem Buch unter anderem auch Spiele aufgelistet, die erinnerungswürdig sind – im positiven wie im negativen. Das spannendste, langweiligste oder hässlichste Spiel zu küren, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Wer eine Auswahl trifft, löst automatisch Kritik aus – davon kann jeder Trainer ein Liedchen singen. Denn wer sich für etwas entscheidet, spricht sich gleichzeitig gegen etwas anderes aus. Wir haben trotzdem versucht, die schönsten Tore, die verrücktesten Präsidenten oder die größten Transferflops zu küren, mit einem Augenzwinkern und im Wissen darum, dass es sich um eine Spielerei handelt, die alles andere als objektiv ist.

Auch in anderen Bereichen ist es schwierig, hieb- und stichfeste Beweise für die Einzigartigkeit eines Vorfalls oder einer Leistung aufzutreiben. Trotz intensiven Recherchen fand sich beispielsweise kein europäischer Trainer, der häufiger entlassen wurde als Peter Neururer. Auch dürfte es schwierig sein, eine dreistere Ausrede vorzubringen als Mohamed Sissoko, der sein Schwänzen des Trainings mit einem Länderspieleinsatz für Mali gegen Kenia begründete – einem Spiel notabene, das gar nicht stattgefunden hatte.

Sissoko wurde denn auch aufgenommen in dieses Buch, in dem über zweitausend Höchstleistungen, Superlative und Einzigartigkeiten aus der Welt des Fußballs zusammengetragen sind. Im Vergleich zur zweiten Ausgabe, die vor drei Jahren erschien, gab es zahlreiche Neuerungen. Der Ägypter Ahmed Hassan beispielsweise stellte einen neuen Länderspiel-Rekord auf. Der Italiener Antonio Martorella erzielte im Mai 2012 einen Treffer für den Provinzklub Torre Alex Cepagatti, womit er zum einzigen Fussballer avancierte, der in jeder Spielklasse seines Landes mindestens einmal als Torschütze in Erscheinung trat. Damit sicherte er sich ebenso einen Eintrag in diesem Buch wie Alania Wladikawkas. Der russische Verein schaffte das Kunststück, sich für den Europapokal zu qualifizieren, ohne ein einziges Tor erzielt zu haben. Während es an dieser Tatsache nichts zu rütteln gibt, sind andere Beurteilungen und Wertungen des Autors durchaus diskussionswürdig. Damit sind wir wieder beim Wesen des Fußballs. Denn dieser lebt nicht in erster Linie vom Streben nach Rekorden, sondern von den Diskussionen um das Geschehen auf und neben dem Platz.

Omar Gisler

Castel San Pietro, im Juni 2012

Tor! Tor! Tor!

Die elf schönsten Tore

1. Diego Armando Maradona,Argentinien – England, 1986

Das »Tor der Tore« erzielte der Argentinier Diego Armando Maradona am 22. Juni 1986 im WM-Viertelfinale gegen England. Jeder Fußball-Fan hat die zehn Sekunden in Erinnerung, in denen Maradona in der eigenen Platzhälfte mit einer Drehung zwei Gegenspieler aussteigen ließ und daraufhin zu einem Solo mit elf Ballberührungen ansetzte. Die Engländer Beardsley, Reid, Butcher, Fenwick und Torwart Shilton versuchten vergeblich, ihn zu stoppen.

Bei einer Internet-Umfrage der FIFA wurde Maradonas Treffer mit großem Abstand zum schönsten Tor in der Geschichte der WM gewählt. Auch eine 13-köpfige Jury der italienischen Tageszeitung »La Repubblica« kürte den Sololauf zum Tor des Jahrhunderts (dem Gremium gehörten Experten wie Giovanni Trapattoni, Paolo Maldini, Christian Vieri und Pierluigi Collina an).

Das erstaunlichste an diesem Tor enthüllte Maradonas Mitspieler Jorge Valdano Jahre später in einer Kolumne in der spanischen Zeitung »El País«: »Diego erzählte mir unmittelbar nach dem Spiel, als er noch keine TV-Bilder gesehen hatte, dass er mir den Ball habe zuspielen wollen. Aber er habe keine Lücke gefunden.« Auf Valdanos ungläubige Blicke antwortete Maradona: »Du bist parallel zu mir auf der Höhe des zweiten Pfostens gelaufen. Aber ich konnte dir nicht passen.« Valdano schreibt, dass er die Szene tausend Mal analysiert habe. Womit ihn Maradona gesehen hat, ist ihm bis heute schleierhaft. »Die Augen können es nicht gewesen sein.«

Der krönende Abschluss: Diego Maradona schießt den Ball im Fallen ins Tor, nachdem er zuvor fünf Engländer hatte stehen lassen.

Ein anderer Aspekt gibt Valdano ebenfalls Rätsel auf. So habe Maradona in der Kabine erzählt, dass er ursprünglich den zweiten Pfosten anvisiert habe. Doch dann sei ihm während des Dribblings in den Sinn gekommen, dass er sieben Jahre zuvor bei einem Freundschaftsspiel gegen England im Wembley-Stadion in einer ähnlichen Situation das weite Ecke knapp verfehlt habe. Deshalb habe er sich entschlossen, Torhüter Shilton zu umspielen. Wie Maradona bei seinem Sololauf Zeit zum Nachdenken fand, kann sich Valdano nicht erklären. Sein Fazit: »In diesen zehn Sekunden war die fußballerische Intelligenz absolut frei.«

2. Pelé, Fluminense – Santos, 1961

Das vermutlich schönste seiner insgesamt 1281 Tore erzielte Pelé am 5. März 1961 beim 3:1-Sieg von Santos gegen Fluminense. Nachdem er im eigenen Strafraum den Ball erobert hatte, setzte er zu einem Sololauf über 70 Meter an. Sechs Fluminense-Spieler – Valdo, Edmilson, Clóvia, Altair, Pinheiro und Jair Marinho – versuchten vergeblich, ihm das Leder abzujagen. Zu guter Letzt umspielte er elegant Nationaltorwart Castilho. Am Tag danach wurde im Maracaná-Stadion eine bronzene Tafel montiert: »Am 5. März 1961 schoss Pelé das schönste Tor, das je in diesem Stadion erzielt wurde.«

3. Zico, Kashima Antlers – Tohoku Sendai, 1993

Der Brasilianer Zico von den Kashima Antlers schoss 1993 im Finale der japanische Meisterschaft gegen Tohoku Sendai das schönste Tor seiner Karriere. Der Ball wurde von der rechten Seite in den Strafraum geflankt. Zico rannte los. Als er merkte, dass der Ball hinter ihm auf den Rasen fallen würde, schlug er einen Salto. In der Luft schwebend, mit dem Gesicht nach unten, trat er den Ball mit der Hacke. Das war ein umgekehrter Fallrückzieher.

4. Fritz Walter, Wismut Karl-Marx-Stadt –

1. FC Kaiserslautern, 1956

Bei einem Freundschaftsspiel am 6. Oktober 1956 zwischen Kaiserslautern und dem frisch gekürten DDR-Meister Wismut Karl-Marx-Stadt (5:3) hatte Fritz Walter zu früh zum Flug angesetzt, um eine Flanke mittels Hechtkopfball ins Tor zu befördern. Bäuchlings in der Luft liegend, erwischte er den Ball mit der Hacke. Genau auf dem Fersenrücken kam die Lederkugel auf, beschrieb eine hohe Bogenlampe ins rechte obere Eck, unerreichbar für Torwart Steinbach. Lang gestreckt landete Walter auf dem Rasen, sah den Ball im Netz zappeln, hörte den Aufschrei der 100 000 Zuschauer im Leipziger Zentralstadion. »Es war das schönste Tor meiner Karriere«, sagte Fritz Walter später. »Ab und zu hatte ich das im Training aus Spaß probiert. Im Spiel war mir das aber noch nie gelungen.«

5. Garrincha, Brasilien – AC Fiorentina, 1958

Vor der WM 1958 in Brasilien bestritt die brasilianische Nationalelf ein Testspiel gegen die AC Fiorentina. Rechtsaußen Garrincha drang in den Strafraum ein und dribbelte dort der Reihe nach drei italienische Verteidiger aus. Als er auch den Torwart verladen hatte, stellte er fest, dass noch ein gegnerischer Verteidiger auf der Torlinie stand. Garrincha tändelte, zögerte, tat dann so, als wolle er den Ball ins Eck schießen – der bemitleidenswerte Verteidiger sprang mit dem Kopf gegen den Pfosten. Da fing der Torwart wieder an, Ärger zu machen. Garrincha spielte ihm den Ball zwischen den Beinen durch ins Tor. Danach nahm er den Ball unter die Arme und brachte ihn unter dem Beifall des Publikums an den Mittelkreis zurück. Bei der WM in Schweden wurde Brasilien Weltmeister.

6. Klaus Fischer,Deutschland – Schweiz, 1977

Die Schalke-Ikone Klaus Fischer traf am 16. November 1977 im Länderspiel gegen die Schweiz per Fallrückzieher zum 1:0. Waagrecht mit dem Rücken zum Tor in der Luft liegend visierte er eine Flanke von Abramczik an, riss den rechten Fuß hoch und traf den Ball voll. Torhüter Burgener sah gebannt zu, wie das Leder ins Netz flog, und Fischers Gegenspieler Bizzini meinte anschließend: »Phantastisch – so ein Tor habe ich noch nie gesehen.« Die Zuschauer der ARD wählten diesen Treffer zum »Tor des Jahres«, zum »Tor des Jahrzehnts« und schließlich sogar zum »Tor des Jahrhunderts«.

7. Marco Van Basten,Niederlande – Sowjetunion, 1988

Am 25. Juni 1988 um 16.44 Uhr erlebte die Europameisterschaft im Münchner Olympiastadion ihren Höhepunkt: Arnold Mühren, der 37-jährige Senior im Team von Holland, schlug von der linken Seite einen Pass über vierzig Meter Richtung Strafraum der Sowjetunion. Dort stand Marco Van Basten in schier unmöglichem Winkel zum Tor. Doch dieser fackelte nicht lange: Er nahm den Ball direkt aus der Luft und drosch ihn aus 14 Metern ins Tor – 2:0 für Holland. »So ein Tor schießt man als Fußballer nur einmal im Leben«, sagte Bondscoach Rinus Michels.

8. Roberto Carlos,Frankreich – Brasilien, 1997

Der 1,63 Meter kleine Brasilianer Roberto Carlos setzte 1997 beim Tournoi de France sämtliche ballistischen Gesetze außer Kraft. Sein Bananenfreistoß um die französische Vier-Mann-Mauer wechselte zweimal die Richtung und erreichte eine Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern, ehe er im Tor des verdutzten Fabien Barthez einschlug. Roberto Carlos erzielte in seiner Karriere noch mehrere Freistoßtore. Doch ein solcher Kunstschuss gelang ihm nie mehr.

9. Diego Armando Maradona,Argentinos Juniors – River Plate, 1972

Diego Maradona war gerade zwölf und der jüngste auf dem Platz, als er im Endspiel des Evita-Turniers gegen die Junioren von River Plate ein unglaubliches Tor erzielte. Er hatte den Ball vom eigenen Torwart bekommen. Zum Auftakt trickste er den gegnerischen Mittelstürmer aus. Dann spurtete er los. Mehrere Spieler versuchten vergeblich, ihn zu stoppen. Einem spielte er den Ball über den Kopf, dem anderen zwischen den Beinen hindurch, den dritten umspielte er mit einem Hackentrick. Dann ließ er die Verteidiger stehen und den Torwart zu Boden gehen und spazierte gemütlich mit dem Ball ins Tor. Sieben Gegner hatte er ausgespielt. Das ganze Land bekam die Heldentat mit, denn Maradonas Team Los Cebollitas (»die Zwiebelchen«) von den Argentinos Juniors war über hundert Spiele lang ungeschlagen geblieben und hatte dadurch die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. »Wenn ich nach einem Vorgänger für das berühmte Tor suche, das ich gegen die Engländer gemacht habe, dann war es dieses; ich habe sieben Gegenspieler umspielt und ihnen das Ding reingesetzt«, schreibt Maradona in seiner Autobiographie »Yo soy el Diego«.

10. Jay Jay Okocha,Eintracht Frankfurt – Karlsruher SC, 1993

Die Begegnung zwischen Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher SC vom 31. August 1993 war fader Bundesliga-Durchschnitt – bis auf den Treffer zum 3:1-Endstand von Jay Jay Okocha in der 87. Minute. Der eingewechselte Nigerianer kam nach einem Konter im Strafraum der Badener an den Ball, wurde jedoch von Keeper Oliver Kahn Richtung Grundlinie abgedrängt. Chance vertan, maulten einige. Doch es war der Beginn eines unvergesslichen Dribblings, das vom Fachblatt »Kicker« später als »Wahnsinnstanz« bezeichnet wurde. Der 20-jährige Okocha hielt mit etlichen Haken, Finten und angetäuschten Schüssen die KSC-Verteidiger Bilic, Reich und Schmidt zum Narren, ehe er Kahn mit einem lässigen Schuss vom Elfmeterpunkt aus bezwang. Nicht nur die Fans im Waldstadion waren aus dem Häuschen, sondern auch SAT1-Reporter Jörg Dahlmann. »Liebe Zuschauer! Die Zeit für meinen Bericht ist zwar abgelaufen, aber egal. Ich zeig’ Ihnen dieses Tor jetzt noch hundertmal. Sollen sie mich rausschmeißen deswegen«, rief Dahlmann ins Mikrofon.

11. Stanley Mortensen,Italien – England, 1948

Der englische Angreifer Stanley Mortensen traf am 16. Mai 1948 im Freundschaftsspiel gegen Italien in der vierten Minute aus einer unmöglichen Position. Sein Gegenspieler Grezar hatte ihn bis auf die Grundlinie abgedrängt und dachte, der Ball rolle ins Aus. Mortensen nutzte diese Unaufmerksamkeit. Sein Schuss von der Grundlinie der Strafraumgrenze schlug im nahen Lattenkreuz ein, obwohl Torhüter Bacigalupo die entsprechende Ecke abdeckte. Mortensen wollte nichts von einem Zufallsprodukt wissen. Er habe in England schon öfter von der Grundlinie aus getroffen, diktierte er den italienischen Journalisten nach dem Spiel in die Notizblöcke.

Das erste Tor

Das erste »offizielle« Tor in der Geschichte des Fußballs erzielte ein gewisser Jarvis Kenrick. Der spielte für die Clapham Rovers, die am 11. November 1871 im FA-Cup bei Upton Park antraten. Er traf in diesem historischen Spiel sogar zweimal – zwei Tage vor seinem 19. Geburtstag. Später sollte er mit dem Wanderers FC London noch drei Mal das Cup-Finale gewinnen, 1876, 1877 (ein Tor Kenrick) und 1878 (zwei Tore Kenrick). Jarvis Kenrick starb am 29. Januar 1949 in Blatchington, Sussex. Er wurde 96 Jahre alt.

Das kollektivste Tor

Brasiliens Treffer zum 4:1 im WM-Finale von 1970 gegen Italien war das perfekte Mannschaftstor. Alle elf Brasilianer berührten den Ball, ohne dass ein Italiener dazwischengekommen wäre, ehe Carlos Alberto ihn als letzter der Stafette ins Netz hämmerte.

Das Tor mit dem längsten Anlauf

Gut neunzig Meter legte der Liberianer George Weah am 8. September 1996 innerhalb von 14 Sekunden mit dem Ball am Fuß zurück, ehe er zum 4:1 für Milan traf. Der Mittelstürmer half vier Minuten vor Schluss in der eigenen Verteidigung aus, als die Spieler von Verona einen Eckball ausführten. Im eigenen Strafraum kam er in Ballbesitz; bei seinem Sololauf über den ganzen Platz des Meazza-Stadions ließ er vier Gegenspieler (Caverzan, Bacci, Fattori und Corini) stehen, ehe er aus 16 Metern abzog. Torhüter Gregori hatte keine Chance, den Ball zu parieren.

Das außergewöhnlichste Tor

»Renatooooooo, gooooool de barriga«, schrien die Radio- und TV-Moderatoren 1995 aufgeregt in ihre Mikrofone, nachdem Fluminenses Angreifer Renato Gaucho im Derby gegen Flamengo Rio de Janeiro den entscheidenden Treffer markiert hatte. Der 43-malige Nationalspieler hatte einen Flankenball von rechts mit dem Bauch (portugiesisch »barriga«) ins Tor gelenkt. Die Szene und der darauf folgende Jubel ist in brasilianischen Sportsendungen heute noch fast täglich zu sehen.

Das umstrittenste Tor

30. Juli 1966, Wembley-Stadion, WM-Finale, England gegen Deutschland. 101 Minute sind gespielt, es steht 2:2. Der Originalkommentar der ARD von Rudi Michel: »Achtung, Achtung, heiiiii, nicht im Tor, kein Tor – oder doch? Jetzt entscheidet der Linienrichter. (Pause). … Tor!« Was war geschehen? Der Engländer Geoff Hurst hatte aufs Tor geschossen. Der Ball prallte von der Latte auf, vor oder hinter die Torlinie, ehe ihn Weber ins Aus köpfte. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst stand nach dem Konterangriff zu weit weg. Er fragte deshalb den russischen Linienrichter Tofik Bachramow. Der Physiklehrer aus Aserbaidschan entschied auf Tor. Die Vorentscheidung. England gewann schließlich 4:2.

Die längsten Sololäufe

Im Jahr 2001 schrieb Hurst in seinem Buch »1966 and All That«, er müsse »zugeben, dass es aussieht, als ob der Ball die Linie nicht überschritten hätte«. Doch der Mythos des »Wembley-Tores« bleibt. »Was the ball behind the line?« (Dienst zu Bachramow) – Wir werden es wohl nie definitiv wissen.

Das schönste Wiederholungstor

Der Brasilianer Zizinho hatte bei der WM 1950 gegen Jugoslawien einen Treffer erzielt, dem der Schiedsrichter aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung verweigerte. Kaum bot sich ihm die Gelegenheit, wiederholte Zizinho die Aktion: Er drang an der gleichen Stelle in den Strafraum ein, umspielte mit der selben Eleganz wie zuvor den gleichen gegnerischen Verteidiger und knallte das Leder in genau dieselbe Ecke. »Der Schiedsrichter begriff, dass Zizinho in der Lage war, das gleiche Tor noch zehnmal zu wiederholen, und es blieb ihm nichts anderes übrig, als es anzuerkennen«, schreibt der uruguayische Fußball-Poet Eduardo Galeano.

Das glücklichste Tor

Georg genannt »Katsche« Schwarzenbeck, des Kaisers Adjutant, erzwang 1974 im Europapokal-Finale gegen Atlético Madrid in der letzten Minute der Verlängerung mit einem Verzweiflungsschuss aus 25 Metern ein Wiederholungsspiel. Flach sauste der Balls ins Tor zum 1:1. Atlético-Torwart Reina konnte nicht reagieren, da ihm die Sicht verdeckt war. Schwarzenbecks Kommentar: »Do hätt’ net amoi da Pele zielen kenna.« Die traumatisierten Spanier konnten zwei Tage später nicht mehr Schritt halten – vor allem nicht mit dem entfesselten Uli Hoeneß, der wie Gerd Müller zwei Tore erzielte. Die Bayern sicherten sich auch noch 1975 und 1976 den Europapokal der Landesmeister. Doch ohne den Glücksschuss von Schwarzenbeck wäre dieser Titel-Hattrick nicht möglich gewesen.

Das zufälligste Tor

Nach einem Dribbling an der Strafraumgrenze drückte der Italiener Raimundo Orsi 1934 im WM-Finale ab. Der Ball flatterte ins Lattenkreuz, Tschechiens Supertorwart Planicka war machtlos. Dusel? Nein, Können, erwiderte Orsi den Journalisten nach dem Spiel. Am nächsten Tag wollte er dies beweisen. Etliche Photographen waren erschienen, um die Wiederholung des Treffers für die Nachwelt festzuhalten. Doch nach zwanzig Versuchen gab Orsi entnervt auf. Dabei hatte nicht einmal ein Torhüter zwischen den Pfosten gestanden.

Das umjubeltste Tor

Als Pelé 1969 im Spiel gegen Vasco da Gama nach einem Dribbling kurz vor dem Torschuss von den Beinen geholt wurde, pfiff der Schiedsrichter sofort. Elfmeter für Santos. Pelé, der Gefoulte, wollte nicht selber schießen, denn der Elfmeter ist »die feigste Form, ein Tor zu erzielen«. Doch die über hunderttausend Fans im Maracaná drängten ihn, indem sie seinen Namen skandierten. Als sich Pelé den Ball zurechtlegte, wurde es mucksmäuschenstill. Sekunden später explodierte das Stadion in einem Freudenschrei. Torhüter Andrade hatte den Ball zwar noch berührt, konnte den Treffer aber nicht verhindern. Es war Pelés tausendstes Tor. Im ganzen Land läuteten Kirchenglocken, das Postministerium druckte umgehend eine Sonderbriefmarke und die Kinder bekamen für einen Tag schulfrei.

Das größte Tamtam um ein Tor

Monatelang rannte der Brasilianer Romário seinem 1 000. Tor nach. Am 20. Mai 2007 war es so weit: Im Spiel gegen Recife verwandelte er in der 47. Minute einen Elfmeter halbhoch zum 3:0. Dann brach das Chaos aus. Um 19.17 Uhr unterbrach der TV-Gigant Globo sein Abendprogramm und zeigte, wie der Jubilär auf dem Platz in Tränen ausbrach. Verwandte und Reporter stürmten auf den Rasen, wo der Weltmeister von 1994 eine Pressekonferenz gab: »Dies ist ein historischer Moment für mich und den Weltfußball.« Während der 41-Jährige eine Ehrenrunde absolvierte, gratulierte ihm Staatspräsident Lula da Silva per Telefon zu »o milésimo«, zum Eintritt in den Tausender-Klub. Nach der Zählweise der FIFA hatte Romário de Souza Faria allerdings erst 902 Tore erzielt. Doch der ehemalige Europa-Legionär (Eindhoven, Barcelona, Valencia) zählte auch 77 Tore in Jugendbegegnungen und 21 Treffer in Benefizspielen dazu.

Das verhängnisvollste Tor

18. Juni 2002. Daejon. WM-Achtelfinale. Südkorea gegen Italien. Es steht 1:1. Dann die 117. Minute. Plötzlich fliegt der Kopfball von Ahn Jung Hawn an Italo-Keeper Buffon vorbei – 2:1. Während Südkorea seinen größten Fußball-Sieg der Geschichte feierte, versank Italien in eine Depression. »Italiens Henker« nannten die internationalen Blätter Ahn nach der WM. Bei seinem Arbeitgeber, der AC Perugia, war er nach seinem Treffer unten durch. Klubpräsident Luciano Gaucci kündigte an, dass Ahn nie mehr für Perugia spielen werde. Begründung: »Ahn ist ein zartes Ding. Er hat für uns nie seine Beine riskiert, sondern die ganze Saison offensichtlich nur als Trainingslager für die WM gestaltet.« Ahn war in Perugia, das für den antrittsschnellen Stürmer einst drei Millionen Euro ausgegeben hatte, tatsächlich nicht mehr erwünscht. Die japanische Agentur Professional Management musste ihn im September 2002 für 3,1 Millionen Dollar freikaufen, damit er kurz vor Transferschluss noch zu Shimizu in die J-League wechseln konnte.

Das schnellste Tor

Etliche Spieler haben unmittelbar nach dem Anstoß getroffen. Als schnellster Torschütze kann sich der Uruguayer Ricardo Olivera rühmen. Sein Treffer für Rio Negro gegen Soriano vom 26. Dezember 1998 wurde von TV-Kameras festgehalten. Olivera sah, dass der gegnerische Schlussmann zu weit vor seinem Kasten stand und schoss sofort, als er beim Anstoß von seinem Mitspieler den Ball erhielt. 2,8 Sekunden nach dem Anpfiff zappelte der Ball bereits im Netz.

Weitere verbürgte Blitz-Tore

4 Sek.:

Bradfords Jim Fryatt traf am 25. April 1964 gegen die Tranmere Rovers bereits nach vier Sekunden – der schnellste Treffer im englischen Fußball.

5 Sek.:

Carlos Dantón Seppaquercia erzielte das schnellste Tor im argentinischen Fußball: Er traf am 20. März 1979 nach fünf Sekunden zum 1:0 für Gimnasia y Esgrima gegen Huracán.

6 Sek.:

Albert Munday von Aldershot benötigte im Oktober 1958 im Viertligaspiel gegen Hartlepool sechs Sekunden, um seine Elf in Führung zu bringen. Barrie Jones von Notts County stellte die damalige Bestmarke im März 1962 in einem Drittligaspiel gegen Torquay United ein. Auch Keith Smith von Crystal Palace traf im Dezember 1964 in einem Zweitligaspiel gegen Derby County bereits nach sechs Sekunden.

6 Sek.:

Felix Suárez von Alianza Lima schoss 1976 das schnellste Tor in der Geschichte der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League: Er traf gegen Santa Fé (Kolumbien) nach sechs Sekunden.

8 Sek.:

Acht Sekunden dauerte es, bis das schnellste Länderspieltor der Geschichte fiel. Erzielt wurde es von … San Marino! Geschehen gegen Fußball-Lehrmeister England beim 1:7 in der WM-Qualifikation am 16. November 1993. Das englische Fernsehen war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht zugeschaltet, so dass der Kommentator die Nation mit den Worten »Herzlich willkommen, es steht 1:0 für San Marino« empfangen musste.

8 Sek:

Der französische Rekordschütze ist Michel Rio vom SM Caen. Er brachte seine Elf am 15. Februar 1992 beim 3:1-Sieg gegen Cannes nach acht Sekunden in Führung.

8 Sek:

Das schnellste Tor in der Primera División schoss Joseba Llorente von Valladolid. Er traf im Januar 2008 beim 2:1 gegen Espanyol nach 7,82 Sekunden. Bis dato war Dario Silva (Malaga) spanischer Rekordhalter gewesen. Er hatte im Dezember 2000 gegen Valladolid nach 8,1 Sekunden getroffen.

9 Sek.:

Das schnellste Tor in der Serie A schoss Piacenzas Angreifer Paolo Poggi. Er traf am 2. Dezember 2001 im Spiel Fiorentina-Piacenza (2:1) nach 8,9 Sekunden. 9,01 Sekunden benötigte Marco Branca beim 4:0-Sieg von Udinese gegen Fiorentina, 9,97 Sekunden Gianfranco Matteoli bei Inters 1:0 gegen Cesena.

10 Sek.:

Salzburgs tschechischer Angreifer Patrik Jezek legte in der Saison 2007/08 einen Blitzstart hin: Bereits nach zehn Sekunden traf er am ersten Spieltag gegen Altach (4:1). Bis dato hatte Gerd Wimmer, der am 14. März 1998 auswärts gegen Austria Lustenau nach 13 Sekunden per Kopf das 1:0 für Rapid erzielte hatte, die Bestmarke für den schnellsten Treffer in der österreichischen Bundesliga gehalten.

10 Sek.:

Real Madrids Roberto Carlos vertändelte am 7. März 2007 gegen Bayern München direkt nach dem Anstoß den Ball, Hasan Salihamidzic zog auf der rechten Seite auf und davon, flankte auf Roy Maakay, der Iker Casillas nach exakt 10.03 Sekunden mit einem Schuss in die lange Ecke überwand – das schnellste Tor in der Geschichte der Champions League. Valencias Jonas verpasste diesen Rekord nur um einen Wimpernschlag, als er am 1. November 2011 zum 1:0 gegen Leverkusen traf. Gespielt waren 10,5 Sekunden.

11 Sek.:

Im Spiel um Platz drei bei der WM 2002 gegen Südkorea glückte dem Türken Hakan Sükür ein Blitztreffer nach elf Sekunden. Er erzielte damit das schnellste WM-Tor. Sükür war vier Sekunden schneller als der bisherige Rekordinhaber Vaclav Masek, der 1962 bei der WM in Chile gegen Mexiko nach 15 Sekunden getroffen hatte.

11 Sek.:

Der Schweizer Mauro Lustrinelli von Sparta Prag erzielte im April 2006 das schnellste Tor in der Geschichte der tschechischen Meisterschaft. Nach elf Sekunden profitierte er von einem missglückten Abschlag von Jablonecs Torhüter und schoss aus 22 Metern das 1:0. Sparta gewann 3:0.

11 Sek.:

Giovane Elber vom FC Bayern erzielte am 31. Januar 1998 den schnellsten Treffer der Bundesliga: Nach exakt 11,4 Sekunden hatte er das Leder im Tor des HSV versenkt. Leverkusens Ulf Kirsten kam diesem Rekord am 30. April 2002 ganz nah: Er traf gegen Kaiserslautern nach 12,3 Sekunden.

Das späteste Tor

Der Italo-Argentinier Renato Cesarini traf am 13. Dezember 1931 in letzter Sekunde zum 3:2 gegen Ungarn. Noch bevor die Ungarn den Ball aus dem Netz holen konnten, pfiff der Schweizer Schiedsrichter Mercet die Partie ab. Da Juve-Spieler Cesarini zuvor bereits in einigen Meisterschaftsspielen kurz vor Abpfiff reüssiert hatte, erfanden Radio-Reporter den Begriff »Zona Cesarini«. Dieser Ausdruck hat seitdem einen Stammplatz in der italienischen Sprache. Er bezeichnet generell ein Ereignis, das in letzter Minute eintritt.

Hat gut lachen: Lukas Podolski. Insgesamt zehn Mal wählten die Zuschauer der ARD einen Treffer von ihm zum »Tor des Monats«.

Das am meisten ersehnte Tor

Sieben Jahre lang war der Queen’s Park FC Glasgow ohne Gegentreffer geblieben, ehe am 16. Januar 1875 der damals 21-jährige Robert Paton den Bann brach. Der Stürmer von Vale of Leven FC Alexandra erzielte den ersten Gegentreffer gegen das Super-Team der Fußball-Steinzeit.

Das überflüssigste Tor

Mit einem herrlichen Volleyschuss traf Brian Savil im Januar 2002 in der Regionalmeisterschaft von Essex ins Tor von Earls Colne. Es war der Ehrentreffer für die Gäste aus Wimpole, das 1:18. Savil hätte besser auf diese Einlage verzichtet, denn er war der Schiedsrichter der Partie. Der englische Verband war denn auch »not amused«. Referee Savil wurde wegen seines Treffers für sieben Wochen gesperrt.

Die meisten »Tore des Monats«

Lukas Podolski ist Deutschlands Kunstschütze par excellence. Insgesamt zehn Mal wählten die Zuschauer der ARD einen Treffer von »Prinz Poldi« zum »Tor des Monats«. So auch jenen, den er am 7. September 2005 im Länderspiel gegen Südafrika zum 1:0 (Endstand: 4:2) erzielte. Mit seinem siebten Tor des Monats stellte er den Rekord von Jürgen Klinsmann ein. Während Klinsmann seine sieben Treffer zwischen 1986 und 1999 erzielt hatte, benötigte Podolski bloß 27 Monate, um diesen Rekord zu brechen. Für folgende Tore wurde Podolski geehrt:

Januar 2004:

Den einzigen Treffer im Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund.

Mai 2004:

Das 1:0 für Köln gegen Bayern (Endstand 1:2).

Oktober 2004:

Das 1:1 für Köln gegen Oberhausen (Endstand 3:2).

Januar 2005:

Bei Kölns 5:3-Sieg gegen Cottbus traf Podolski viermal. Sein Treffer zum 4:2 wurde zum »Tor des Monats« gewählt.

März 2005:

Den Lupfer bei Kölns 3:0-Heimsieg gegen Saarbrücken.

Juni 2005:

Das 1:0 im Konföderationen-Cup gegen Mexiko.

September 2005:

Das 1:0 für die Nationalelf gegen Südafrika.

April 2006:

Der indirekte Freistoß im Spiel Köln gegen Schalke.

Juli 2008:

Das 1:4 im Test gegen Urawa Red Diamonds. Sein einziges Tor des Monats im Trikot des FC Bayern.

Februar 2011:

Den einzigen Treffer im Spiel gegen den SC Freiburg: ein Lupfer in der 88. Minute vom Strafraumeck.

Die meisten »Tore des Jahres«

Dreimal wählten die Zuschauer der ARD einen Treffer von Klaus Fischer zum »Tor des Jahres«: 1975, 1977 und 1982. Fischers Spezialität waren Fallrückzieher. Jener im Länderspiel gegen die Schweiz vom 16. November 1977 wurde später zum »Tor des Jahrzehnts« und danach gar zum »Tor des Jahrhunderts« gewählt. Ebenfalls zum »Tor des Jahres« erkoren wurde sein Fallrückzieher im WM-Halbfinale von 1982, das wichtige 3:3 in der Verlängerung gegen Frankreich. Dass er den Fallrückzieher auch im hohen Alter noch beherrschte, zeigte er am 30. Juli 2003 im Münchner Derby der Altstars: In der 6. Minute traf der 53-Jährige per Fallrückzieher zum 1:0 für die Löwen (Endstand 4:4). Dafür bekam er erneut eine Ehrung für das schönste Tor des Monats.

Der schmerzhafteste Torjubel

Paulo Diogo hatte bei Servettes 4:1-Sieg in Schaffhausen im Dezember 2004 zwar keinen Treffer erzielt. Doch zum 3:1 hatte er den entscheidenden Pass gegeben. Vor Freude kletterte er auf das Absperrgitter vor den Genfer Fans. Dabei verhakte sich sein Ehering. Beim Sprung zurück auf den Boden riss es ihm den halben Finger ab. Obwohl das abgetrennte Glied gefunden wurde, konnte es nicht mehr angenäht werden, da es zu stark zerfetzt war. Am Tag nach dem Spiel wurde dem 29-jährigen Portugiesen der Ringfinger amputiert. Wenig Fingerspitzengefühl hatte übrigens der Schiedsrichter gezeigt. Schiri Florian Etter zückte wegen übertriebenem Torjubel die gelbe Karte.

Der tragischste Torjubel

Der 1:0-Siegtreffer in der Nachspielzeit war zu viel für das Herz von Yakov Shapiro, den Trainer des weißrussischen Klubs Torpedo Zhodino. Als er im Juli 2004 im Spiel gegen Neman Grodno dem Torschützen Igor Trukov gratulieren wollte, brach er auf dem Platz zusammen. Die Einlieferung ins Krankenhaus kam zu spät. Shapiro erlag den Folgen seines Herzstillstandes.

Der obszönste Torjubel

Der Franzose Pascal Nouma von Besiktas Istanbul feierte am 20. April 2003 einen Treffer im Derby gegen Fenerbahçe, indem er mit der rechten Hand in den Block der Fener-Fans winkte, während er sich mit der linken ans Geschlecht griff. Nouma musste diese Geste teuer bezahlen. Besiktas schmiss ihn raus, weil er eine »absolut unangemessene Aktion« begangen hatte, die »mit der Moral des Sports nicht vereinbar ist«, wie der Klub festhielt. Der türkische Verband sperrte ihn überdies für sieben Monate. Begründung: Nouma habe die türkischen Werte- und Moralvorstellungen verletzt.

Der dämlichste Torjubel

Als Liverpool-Stürmer Robbie Fowler im April 1999 im Derby gegen Everton einen Elfmeter verwandelt hatte, kniete er an der Torauslinie nieder und tat so, als ob er die Kreide wie Kokain schnupfen würde. Fowler war zuvor von Everton-Fans wegen seines angeblichen Kokainkonsums verspottet worden. Der englische Verband fand die Reaktion von Fowler nicht witzig und sperrte ihn für sechs Spiele.

Die meisten Tore

Mit 1 329 Pflichtspiel-Toren stellte der dunkelhäutige Brasilianer Artur Friedenreich, Sohn einer brasilianischen Wäscherin und eines Hamburger Kaufmanns, wohl einen Rekord für die Ewigkeit auf. Friedenreich, wegen seinen grünen Augen und seiner Torgefährlichkeit El tigre genannt, war der erste Star des südamerikanischen Fußballs. Er kickte zu einer Zeit, als Fouls gegen Farbige nicht geahndet wurden. Nur wegen seiner deutschen Wurzeln durfte er als erster Schwarzer für Brasilien spielen. Mit der Seleção wurde er 1921 und 1922 jeweils Südamerika-Meister. Zudem holte er mit seinen Klubs Paulistano und São Paulo sechs nationale Titel. Dank seiner Schnelligkeit, Eleganz, Schusskraft und Abschlussstärke war Friedenreich komplett wie kein anderer Torjäger seiner Ära. Diese endete erst 1931, als Friedenreich 39 Jahre alt war.

Friedenreichs Bestmarke von 1 329 Toren am nächsten kommen dessen Landsmann Pelé mit 1 281 Toren, der Ungar Ferenc Puskas (1 176 Tore) sowie der Österreicher Franz »Bimbo« Binder, der mit 1 006 Treffern zu Buche steht.

Die wenigsten Tore

Verteidiger müssen in erster Linie Tore verhindern. Früher oder später gelingt es jedoch den meisten Abwehrspielern, sich unter die Torschützen einzutragen. Den meisten, aber nicht allen. In jedem Land gibt es Defensivkünstler, die vor dem gegnerischen Tor harmlos wie eine Blindschleiche sind.

Der ungefährlichste Spieler der Bundesliga ist Markus Schuler. Bei der 0:6-Niederlage von Arminia Bielefeld in Dortmund im Mai 2009 brach er den Negativ-Rekord: In seinen 181 Bundesliga-Spielen war ihm kein einziger Treffer gelungen. Damit überholte er den Mönchengladbacher Thomas Eichin, der 180 Spiele ohne Treffer geblieben war. Ebenfalls harmlos vor des Gegners Tor waren Hans-Jürgen Ripp (kein Tor in 177 Spielen für den HSV) und Ferdinand Wenauer (kein Tor in 168 Spielen für Nürnberg). Max Eberl wiederum beendete im Frühjahr 2004 seine Karriere bei Mönchengladbach nach 102 Bundesliga- und 111 Zweitliga-Spielen, ohne dabei einen einzigen Treffer erzielt zu haben.

Eine kleine Übersicht über die harmlosesten Verteidiger in der Serie A

Die torgefährlichsten Verteidiger

In England wiederum ging Rob Jones als einer der ungefährlichsten Spieler in die Geschichte ein. Er bestritt 243 Spiele für den FC Liverpool, traf aber kein einziges Mal. Richard Shaw wiederum lief 233 Mal für Coventry auf. Tore? Fehlanzeige. Ebenfalls für Coventry kickte Steve Whitworth. Er bestritt zwischen 1969 und 1979 399 Partien, in denen er einen Treffer erzielte. Und was für einen! Das Tor des Tages im Charity Shield von 1971 gegen Liverpool (1:0 für Coventry). Dem Schweizer Stephane Henchoz blieb ein solches Erfolgserlebnis vergönnt. Er bestritt auf der Insel über 240 Spiele für die Blackburn Rovers, Liverpool, Celtic Glasgow und Wigan. Unter die Torschützen konnte er sich aber nicht ein einziges Mal einreihen …

Seine Spezialität waren ruhende Bälle: Ronald Koeman. Kein Verteidiger erzielte mehr Tore als der Holländer.

Nirgends sind die Verteidiger jedoch harmloser als in Italien. Alessandro Costacurta beispielsweise bestritt bis zu seinem Rücktritt im Mai 2007 663 Spiele (davon 458 in der Serie A) für die AC Milan. In den Saisons 1989/90 und 1991/92 traf er je einmal. Danach herrschte fünfzehn Jahre lag Torflaute. Sein dritter Treffer für Milan war ein Abschiedsgeschenk seiner Mitspieler: Bei der 2:3-Pleite gegen Udinese am 18. Mai 2007 durfte »Billy« per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:2 ausgleichen. Danach gab es eine Standing Ovation …

Nebst Costacurta gibt es in Italien noch eine ganze Reihe weiterer Verteidiger, welche die Mittellinie nur alle Schaltjahre einmal überschritten - allen voran Franco Julich (siehe Übersicht auf S. 15).

Der torgefährlichste Verteidiger

Kein Verteidiger auf der Welt hat so viele Meisterschaftstore erzielt wie der Niederländer Ronald Koeman: Er steht mit 193 Toren in 533 Spielen zu Buche. 33 Mal traf er in den ersten drei Jahren seiner Karriere in Groningen, 23 Mal für Ajax Amsterdam, 51 Mal für den PSV Eindhoven, 67 Mal in den sechs Jahren bei Barcelona und noch 19 Mal für Feyenoord Rotterdam. Auf Rang zwei folgt der Argentinier Daniel Passarella. Der Weltmeister von 1978 erzielte in 451 Spielen 134 Tore: 99 für River Plate, 26 für die Fiorentina und neun für Inter Mailand. Rang drei belegt Real-Legende Fernando Hierro, der zwischen 1987 und 2005 in 541 Begegnungen 110 Mal über einen eigenen Treffer jubelte.

Der beste Distanzschütze

Der Spanier Roger García erzielte innerhalb eines Jahres drei Tore mittels Distanzschüssen aus der eigenen Platzhälfte. Im Oktober 2002 überlistete der Mittelfeldspieler von Espanyol Barcelona den Torhüter von Recreativo Huelva mit einem Lob, sechs Monate später den Schlussmann von Rayo Vallecano. Der dritte Streich folgte kurz nach seinem Wechsel zu Villarreal, als er im UEFA-Cup den Torhüter von Galatasaray Istanbul wiederum mit einem Distanzschuss aus der eigenen Platzhälfte überwand. »Wenn man sich einmal entschlossen hat, den Versuch zu wagen, kann man nur noch beten, dass es gut geht. Denn wenn es nicht klappt, steht man als Depp da«, erklärte der Weitschussspezialist. Alle drei Tore hatte er übrigens mit seinem linken Fuß erzielt.

Das Kopfball-Tor aus der grössten Distanz

Mittelfeldspieler Jone Samuelsen von Norwegens Erstligist Odd Grenland köpfte im September 2011 im Spiel gegen Tromsö aus 57 Metern den 3:1-Endstand. Als der Tromsö-Keeper kurz vor Schluss in den gegnerischen Strafraum geeilt war, traf Samuelsen per Kopf ins leere Tor: »Ich habe gar nicht gesehen, dass der Torhüter nicht da war.«

Die meisten Tore in einem Spiel

In Frankreich gab es im Kriegsjahr 1942 Wichtigeres als Fußball. Gekickt wurde trotzdem. Unvergessen bleibt der 32:0-Heimsieg des Racing Club Lens im Pokal gegen Auby-Asturies vom 13. Dezember 1942. Allein Stürmer Stephan Stanis traf 16 Mal. Die Kicker von Lens gingen übrigens hochmotiviert in die Partie. Denn für jeden Treffer war ihnen ein Matjeshering versprochen worden.

Anekdoten ranken sich auch um den polnischstämmigen Stanis, der am 15. Juli 1913 in Marten als Stefan Dembicki geboren wurde. Es gibt Leute, die behaupten, dass Lens-Trainer John Galbraith den Angreifer in Stanis umtaufte, weil ihm die Aussprache des Namens Dembicki zu viel Mühe bereitete. Andere behaupten, dass Dembicki bereits bei Harnes und Sallaumines eine Spielerlizenz beantragt hatte und deshalb für Lens unter einem Pseudonym auflief.

Weniger Legenden ranken sich um den Zyprioten Panagiotis Pontikos, der im Mai 2007 ebenfalls 16 Tore in einem einzigen Spiel erzielte. Dem 28-jährigen Angreifer von Olympos Xylofagou gelang dieses Kunststück in einem Spiel der dritten Liga gegen Ayios Athanasios. Durch einen 24:3-Sieg sicherte sich die Elf von Pontikos den Aufstieg in die zweite Liga.

Die meisten Tore in einem Länderspiel

Gottfried Fuchs stellte 1912 einen Rekord auf, der fast ein Jahrhundert lang Bestand hatte. Der Torjäger vom Karlsruher FV erzielte beim olympischen Fußball-Turnier in Stockholm beim 16:0 über die Auswahl Russlands, die eher unbedarfte Studenten aus St. Petersburg bildeten, zehn Tore. Das Zarentum war über die Klatsche nicht sehr erfreut: Russische Fußballer blieben internationalen Turnieren anschließend jahrelang fern. Zehn Tore in einem Spiel – dies hatte zuvor nur der Däne Sofus Nielsen geschafft: Er hatte sich 1908 beim 17:1-Sieg gegen Frankreich ebenfalls als zehnfacher Torschützen feiern lassen können.

Seit dem 11. April 2001 liegt die Messlatte jedoch höher. Archie Thompson stellte an jenem Tag bei Australiens 31:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Amerikanisch Samoa einen neuen Rekord auf: 13 Tore! Thompson war übrigens nur in die Stammelf gerückt, weil es der australische Verband nicht für nötig gehalten hatte, den in der englischen Premier League beschäftigten Topstar Harry Kewell eigens für dieses Spiel einzufliegen …

Australien – Amerikanisch Samoa 31:0 (16:0)

11. 04. 2001, International Sports Stadium, Coffs Harbour, 3 000 Zuschauer. Schiedsrichter: Ronan Leaustic.

Australien: Petkovic, Muscat, Moore, Popovic (45. De Amicis), Tony Vidmar (45. Miller), Aurelio Vidmar, Zdrilic, Horvat, Boutsianis, Colosimo, Thompson.

Samoa: Salapu, Leututu (50. Mariko), Falimaua, Fatu, Faaloua, Sinapati, Mulipola, Feagiai, Falaniko (84. Ioane), Savea, Im Min.

Tore: 10. Boutsianis 1:0; 12. Thompson 2:0; 13. Zdrilic 3:0; 14. A. Vidmar 4:0; 17. Popovic 5:0; 19. Popovic 6:0; 21. Zdrilic 7:0; 23. Thompson 8:0; 25. Zdrilic 9:0; 27. Thompson 10:0; 29. Thompson 11:0; 32. Thompson 12:0; 33. Zdrilic 13:0; 37. Thompson 14:0; 42. Thompson 15:0; 45. Thompson 16:0; 50. Boutsianis 17:0; 51. Colosimo 18:0; 55. De Amicis 19:0; 56. Thompson 20:0; 58. Zdrilic 21:0; 60. Thompson 22:0; 65. Thompson 23:0; 66. Zdrilic 24:0; 78. Zdrilic 25:0; 80. A. Vidmar 26:0; 81. Colosimo 27:0; 84. Boutsianis 28:0; 85. Thompson 29:0; 88. Thompson 30:0; 89. Zdrilic 31:0.

Die meisten Spiele in Serie mit Torerfolgen

Zwischen dem 27. September 1969 und dem 3. März 1970 war Gerd Müller nicht zu stoppen: Bayerns Tormaschine traf in 16 aufeinander folgenden Partien, erzielte dabei 23 Tore. Er stellte damit die Bestmarke des polnischen Stürmers Teodor Peterek ein. Dieser war in der Saison 1937/38 ebenfalls während 16 Spielen in Folge für Ruch Chorzow erfolgreich gewesen. Allerdings fiel seine Torausbeute um einen Treffer geringer aus als jene von Gerd Müller.

Die meisten Tore in verschiedenen Wettbewerben

Seinen Weg pflastern Tore. An allen Wettbewerben, an denen der Italiener Filippo Inzaghi teilnahm, trat er auch als Torschütze in Erscheinung. Er traf in der Serie C (13 Tore für Leffe), in der Serie B (28 Tore für Verona und Piacenza) und in der Serie A (157 Tore für Parma, Atalanta, Milan und Juventus). Dazu kommen noch 16 Tore im italienischen Pokal und 2 Treffer im nationalen Superpokal. Mit der italienischen Nationalelf traf er bei der EM 2000 und der WM 2006. Außerdem traf er in der Champions League, im UEFAPokal, im mittlerweile abgeschafften Europapokal der Pokalsieger, im Intertoto-Cup und im europäischen Supercup. Als Inzaghi im Dezember 2007 auch noch zwei Tore im Spiel um den Weltpokal gegen Boca Juniors erzielte, zog Milan-Boss Adriano Galliani den Hut: »Jetzt ist Inzaghi unsterblich.«

Die meisten verschiedenen Torschützen in einem Spiel

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Bei Liverpools 11:0-Heimsieg im Europapokal gegen die Amateure von Stromsgodset Drammen reihten sich am 17. September 1974 neun verschiedene Spieler unter die Torschützen: Nebst den beiden Doppeltorschützen Boersma und Thompson trafen noch Lindsay, Heighway, Cormack, Hughes, Smith, Callaghan und Kennedy. Im Rückspiel konnten die Norweger den Schaden in Grenzen halten. Dank eines Treffers von Kennedy siegten die Reds »bloß« mit 1:0.

Fünfzehn Jahre später gelang Liverpool in der Meisterschaft ein ähnliches Teamwork: Beim 9:0-Heimsieg gegen Crystal Palace im September 1989 reihten sich acht verschiedene Spieler unter die Torschützen: Steve Nicol, Steve McMahon, Ian Rush, Gary Gillespie, Peter Beardsley, John Aldridge, John Barnes und Glen Hysen, der seinen ersten Treffer für Liverpool erzielte.

Liverpool – Crystal Palace 9:0 (3:0)

12. 09. 1989, Anfield Road, 35 779 Zuschauer. Schiedsrichter: Ashby.

Liverpool: Grobbelaar, Hysen, Burrows, Nicol, Whelan, Hansen, Beardsley (66. Aldridge), Gillespie, Rush, Barnes, McMahon (79. Mölby).

Crystal Palace: Suckling, Pemberton, Burke, Gray, Hopkins, O’Reilly, McGoldrick, Thomas, Bright, Wright, Pardew.

Tore: 7. Nicol 1:0; 15. McMahon 2:0; 45. Rush 3:0; 56. Gillespie 4:0; 61. Beardsley 5:0; 67. Aldridge (Pen.) 6:0; 79. Barnes 7:0; 82. Hysen 8:0; 90. Nicol 9:0.

Die kurioseste Torfolge

Nachdem Jamie Bates von den Wycombe Wanderers am 23. September 2000 per Freistoß das 1:0 gegen Peterborough erzielt hatte, pfiff der Schiedsrichter zur Pause. Dies wäre an sich nicht der Rede wert. Dennoch ging diese Begegnung der englischen Second Division in die Geschichtsbücher ein: In der zweiten Halbzeit führte Wycombe den Anstoß aus, und neun Sekunden später traf Jermaine McSporran zum 2:0 – Wycombe hatte damit zwei Tore erzielt, ohne dass der Gegner zwischendurch am Ball war.

Die meisten Tore in einer Saison

Die meisten Meisterschaftstore in einer einzigen Saison erzielte ausgerechnet ein Spieler aus dem Land, wo Fußball seit jeher eine Mauerblümchenexistenz fristet: Der gebürtige Schotte Archibald McPherson Stark (1897–1985) traf in der Saison 1924/25 für Bethlehem Steel in 44 Spielen 67 Mal. Auf Rang zwei folgt der Ungar Ferenc Deak von Szentlörinci mit 66 Toren in 34 Spielen, erzielt in der Saison 1945/46. Den drittbesten Wert bedeuten die 60 Treffer, die Everton-Idol Dixie Dean 1927/28 in 39 Begegnungen erzielte. Ebenfalls 60 Tore ließ sich 1975 der Argentinier Héctor Horacio Scotta von San Lorenzo de Almagro gutschreiben.

Mit 55 Toren führt die Statistik den Iren Fred Roberts von Glentoran Belfast. Dies ist jedoch bloß die halbe Wahrheit – im wahrsten Sinne des Wortes. »Big Fred« erzielte in der Saison 1930/31 zwar tatsächlich 55 Tore in der Meisterschaft. Dazu kamen aber noch etliche Treffer in anderen Wettbewerben. Im letzten Spiel der Saison, im Charity Cup gegen Distillery, traf er zweimal. Es waren die Treffer Nummer 95 und 96, die er sich in insgesamt 47 Spielen gutschreiben ließ. Roberts überbot damit den Rekord von Linfields Joe Bambrick, der in der Saison 1929/30 auf insgesamt 94 Treffer gekommen war.

Die meisten Meisterschaftstore in einer Saison

Die meisten Tore für verschiedene Klubs

Der Italiener Nicola Amoruso ist ein Wanderarbeiter in Sachen Tore. In der Serie A lief er für insgesamt dreizehn Vereine auf. Als Torschütze in Erscheinung trat er bei Sampdoria (3 Treffer), Padova (14), Juventus (9), Perugia (11), Napoli (10), Como (6), Modena (5), Messina (5), Reggina (40), Torino (4), Parma (5) und Atalanta (1). Lediglich für Siena, wo er in der Saison 2008/09 für ein halbes Jahr unter Vertrag stand, reüssierte er nicht. Dennoch ist seine Bilanz einzigartig: Kein anderer Spieler hat für zwölf verschiedene Vereine in der höchsten Spielklasse getroffen.

Zum Vergleich: In der Premier League ist Les Ferdinand der Rekordhalter. Er traf für QPR, Newcastle, Tottenham, West Ham, Leicester und Bolton. Gar für sieben verschiedene Vereine traf in der Bundesliga Michael Spies: Stuttgart, KSC, Mönchengladbach, Rostock, HSV, Dresden und Wolfsburg.

Die meisten Tore in verschiedenen Spielklassen

Zehn Spielklassen gibt es in Italien: Die Skala reicht von den Niederungen der Terza Categoria bis hoch zu den Profis der Serie A. Rechtsaussen Antonio Martorella hat in jeder Spielklasse eine Duftmarke in Form eines Treffers hinterlassen. In der Serie A traf er im Mai 1993 beim legendären 5:1-Sieg von Pescara gegen Juventus Turin. Nachdem er im Mai 2012 in der Anonymität der Promozione-Liga für Torre Alex di Cepagatti getroffen hatte, bereiteten ihm hundert Zuschauer eine Standing Ovation. Der 42-Jährige, mittlerweile als Regionalpolitiker tätig, hatte soeben seine fussballerische Karriere gekrönt: Es war der Treffer, der ihm noch fehlte. Martorella ist der einzige Spieler, der in jeder Spielklasse seines Landes mindestens einen Treffer erzielte. Seine Torbilanz im Detail:

– Serie A: 1 Tor für Pescara (1992-93)

– Serie B: 3 Tore für Pescara (1989-1992)

– Serie C1: 11 Tore für SPAL Ferrrara, Brescello und Savoia (1993-1998)

– Serie C2: 2 Tore für Rimini und San Marino (1998-2002)

– Serie D: 2 Tore für Moncalieri (1999-2000)

– Eccellenza: 1 Tor für Sulmona (2002-2003)

– Promozione: 1 Tor für Torre Alex Cepagatti (2011-12)

– Prima Categoria: 4 Tore für Pescara Nord (2010-11)

– Seconda Categoria: 10 Tore für Pescara Nord (2009-2010)

– Terza Categoria: 12 Tore für Pescara Nord (2008-2009)

Die beste Trefferquote in der Nationalelf

Der am 18. August 1933 in Marrakesch (Marokko) geborene Just Fontaine bestritt zwischen 1953 und 1960 insgesamt 20 Länderspiele für Frankreich. Dabei erzielte er dreißig Tore, was einer Trefferquote von 1,50 entspricht. Viermal gelang ihm ein Hattrick, und im Spiel um Platz drei bei der WM 1958 gegen Deutschland traf er viermal. Mit insgesamt 13 Toren wurde er Torschützenkönig des Turniers in Schweden. Mehr Tore hat noch kein Stürmer an einer einzigen WM-Endrunde erzielt. »So geradlinig, so wuchtig, so entschlossen ist weder vorher noch nachher kaum je ein Torjäger zu Werke gegangen«, schwärmt der französische Sportjournalist Jacques Boulanger. Ins WM-Aufgebot der Franzosen war Fontaine übrigens nur deshalb gerückt, weil sein Reimser Teamkollege René Bliard wegen einer Verletzung absagen musste. Wegen eines doppelten Beinbruchs musste Fontaine seine Karriere 1962 vorzeitig beenden.

Die Nationalspieler mit der besten Trefferquote*

* es wurden nur Spieler mit mindestens zehn Länderspielen berücksichtigt, deshalb fehlt beispielsweise George Camsell, der in neun Länderspielen für England 18 Tore erzielte.

Der Torschützenkönig mit der besten Trefferquote

Der Albaner Refik Resmja sicherte sich 1951 die Torjägerkrone in seinem Land. Der Stürmer von Partizan Tirana erzielte in 23 Spielen 59 Tore. Damit kam er auf eine Quote von 2,57 Treffern pro Spiel. Dreimal erzielte er sieben Tore in einer Partie, einmal sechs. Trotz der Treffsicherheit von Resmja stand Partizan am Ende mit leeren Händen da: Sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal triumphierte Lokalrivale Dinamo.

Die Torschützenkönige mit der besten Trefferquote

Die meisten Erstliga-Tore

Wenn nach dem besten Fußballer aller Zeiten gefragt wird, kommt man an Edson Arantes do Nascimento, genannt Pelé, nicht vorbei. In unzähligen Ranglisten, Umfragen und Statistiken belegt »O Rei« ("der König”) den ersten Platz. Auch die von der Internationalen Organisation der Fußball-Historiker (IFFHS) geführte Rangliste der erfolgreichsten Erst-Liga-Torschützen führt er mit 541 Toren an:

Sagenhafte Torquote: In 560 Erstligaspielen erzielte die brasilianische Fußball-Legende Pelé 541 Treffer.

Die meisten Länderspieltore

Der 1969 geborene Iraner Ali Daei ist derjenige Spieler, der die meisten Länderspieltore erzielte. In 149 Länderspielen traf er 109 Mal für sein Land. Einen perfekten Lauf hatte er 1996, als er insgesamt 22 Treffer erzielte. In jenem Jahr wurde er mit acht Treffern (vier davon gegen Südkorea) Torschützenkönig der Asienmeisterschaft. Seinen letzten Treffer im Nationaltrikot konnte der ehemalige Bundesliga-Stürmer (Bielefeld, Bayern, Hertha) am 1. März 2006 beim 3:2 gegen Costa Rica bejubeln. Bei den Weltmeisterschaften 1998 und 2006 ging Daei dagegen leer aus.

Die Plätze zwei und drei hinter Daei belegen die Fußball-Legenden Puskas (84 Tore, 85 Länderspiele für Ungarn sowie vier Länderspiele ohne Torerfolg für Spanien) und Pelé (77 Tore in 92 Einsätzen für Brasilien).

Die meisten Länderspieltore

Der effizienteste Torjäger

Der in Angola geborene Torjäger Fernando Peyroteo (1918–1978) war der erste große Star des portugiesischen Fußballs. Bei Sporting Lissabon bildete er in den 1940er Jahren zusammen mit Jesus Correia, Vasques, Albano und José Travassos eine Sturmreihe, die als os cinco violinos – »die fünf Violinen« – in die Geschichte einging. Peyroteo ragte aus dem Ensemble heraus: 330 Tore erzielte er in 197 Spielen, was einen mathematischen Durchschnitt von 1,68 Toren pro Spiel ergibt – wohl ein Rekord für die Ewigkeit.

Die effizientesten Torjäger

Der Spieler, der sich am häufigsten die Torschützen-Krone sicherte

Romário ist der König der Könige. Insgesamt 14 Mal sicherte sich der brasilianische Angreifer die Torjäger-Krone in einer nationalen Meisterschaft. Erstmals 1986, als er in der Meisterschaft von Rio de Janeiro 20 Tore für seinen Stammverein Vasco da Gama erzielte. Im so genannten Campeonato Carioca war er insgesamt sieben Mal der erfolgreichste Goalgetter. Dazu gewann er einmal die Pichichi-Trophäe als bester Torjäger in Spanien, vier Mal die holländische und zwei Mal die brasilianische Torjägerkanone – letztmals im Jahr 2005 im Alter von knapp 40 Jahren.

Romário stellte mit seinem Rekord Josef Bican in den Schatten, der zwischen 1933 und 1950 in Österreich und der Tschechoslowakei insgesamt 12 Mal Torschützenkönig geworden war. Der große Pelé sicherte sich diese Auszeichnung elf Mal.

Der außergewöhnlichste Torschützenkönig

Der Italiener Igor Protti ist der einzige Stürmer, der in Europa in allen drei Profiligen eines Landes Torschützenkönig geworden ist. In der Saison 1995/96 sicherte er sich in Diensten der AS Bari mit 24 Toren die Krone in der Serie A. Mit Livorno wurde er in der Saison 2001/02 in der dritthöchsten Spielklasse (Serie C) mit 27 Treffern Torschützenkönig. In der darauf folgenden Saison traf er in der Serie B 23 Mal, was ihm erneut das Prädikat "Capocannoniere” einbrachte.

Der effizienteste Torschützenkönig

Klaus Allofs schaffte es in einem Spiel, Torschützenkönig eines ganzen Turniers zu werden. Bei der EM 1980 erzielte er im Gruppenspiel gegen Holland alle Treffer für den 3:2-Sieg der DFB-Elf. Dieser Hattrick genügte, um am Ende im Torschützenklassement die Nase vorn zu haben. Die Krone musste er sich allerdings mit Horst Hrubesch, Kees Kist und Zdenek Nehoda teilen, die ebenfalls auf drei Treffer kamen.

Der umstrittenste Torschützenkönig

Der rumänische Stürmer Rodion Camataru von Dinamo Bukarest erhielt 1987 für seine 44 Tore in 34 Meisterschaftsspielen den goldenen Schuh für Europas besten Torschützen. Suspekt war jedoch, dass er in den letzten Partien nicht weniger als zwanzig Mal traf: drei Tore gegen Corvinul Hunedoara und Otelul Galati, zwei Tore gegen Flacara Moreni, vier gegen Sportul Studentesc, fünf gegen Jiul Petrosani und nochmals drei gegen Rapid Bukarest. Dank dieser Torflut gelang es Camataru, den Österreicher Toni Polster von Austria Wien (39 Treffer) zu übertreffen. Aus Verärgerung über diese mutmaßliche Manipulation lehnte es Polster ab, nach Monte Carlo zu reisen, um den »Silbernen Schuh« für Europas zweitbesten Torjäger in Empfang zu nehmen.

Der erste Hattrick

Walter Tait vom FC Burnley erzielte den ersten Hattrick in einem Liga-Spiel. Er traf am 15. September 1888 am zweiten Spieltag der ersten Saison im Auswärtsspiel gegen Bolton drei Mal. Burnley gewann 4:3 und beendete die Saison auf dem 9. Rang. Der erste Hattrick in einem Länderspiel ging ebenfalls auf das Konto eines Briten: Der für Österreich auflaufende Charles Stansfield steuerte am 9. Oktober 1904 in Wien vier Treffer zum 5:4-Sieg gegen Ungarn bei.

Der schnellste Hattrick

Der Schwede Magnus Arvidsson beantwortete im November 1995 die Frage nach dem schnellsten Hattrick auf eindrucksvolle Art und Weise. Beim 5:3-Sieg seines Vereins IFK Hässleholm gegen BOIS Landskrona in der zweiten schwedischen Liga erzielte er in nur 89 Sekunden einen klassischen Hattrick.

Bis dato hatten der Ire Jimmy O’Connor und der Argentinier Andres Maglioni den schnellsten Hattrick jeweils für sich beansprucht. O’Connor hatte am 19. November 1967 zwei Minuten und 13 Sekunden benötigt, um im Derby zwischen Shelbourne und den Bohemians Dublin drei Tore zu erzielen. In Südamerika wird behauptet, dass der Argentinier Eduardo Andres Maglioni noch schneller war. Der Angreifer von Independiente soll am 18. März 1973 im Spiel gegen Gimnasia y Esgrima de la Plata drei Tore innerhalb von einer Minute und 51 Sekunden erzielt haben.

Weiter sind folgende Zeiten für einen Hattrick verbürgt:

2 Minuten und 20 Sekunden: James Hayter (Bournemouth) am 24. Februar 2004 gegen Wrexham.

2 Minuten und 30 Sekunden: Ephraim Dock (Blackpool) am 28. Februar 1942 gegen die Tranmere Rovers.

2 Minuten und 30 Sekunden: Jimmy Scarth (Gillingham) am 1. November 1952 gegen Leyton Orient.

2 Minuten 42 Sekunden: Der 17-jährige Finne Joel Pohjanpalo von HJK Helsinki erzielte am 21. April 2012 bei seinem ersten Einsatz von Beginn an den schnellsten Hattrick der Veikkausliiga, der höchsten Liga des Landes. Sein Klub HJK Helsinki lag gegen IFK Mariehamn bis zur 71. Minute 0:1 zurück, ehe der Shootingstar sein Können zeigte: den ersten Treffer erzielte er mit dem Kopf, den zweiten mit dem linken und den dritten mit dem rechten Fuss. Ein lupenreiner Hattrick!

2 Minuten und 57 Sekunden: Ägyptens Abdelhamid Bassiouny im Juli 2001 beim 8:2 gegen Namibia – der schnellste Hattrick in einem Länderspiel.

3 Minuten: Valentino Mazzola (Torino) am 20. April 1947 gegen Vicenza.

3 Minuten: Hans Krankl in der Saison 1976/77 bei Rapids 11:1-Sieg gegen den GAK.

3 Minuten und 15 Sekunden: Der Japaner Masashi Nakayama benötigte am 16. Februar 2000 im Qualifikationsspiel für den Asien-Cup gegen Brunei drei Minuten und 15 Sekunden für seinen Hattrick. Er traf in der 1., in der 2. und 3. Minute.

3,5 Minuten: Der englische Internationale Willie Hall traf am 16. November 1938 im Old-Trafford-Stadion im Länderspiel gegen Nordirland insgesamt fünf Mal. Drei Tore erzielte er innerhalb von dreieinhalb Minuten.

5 Minuten: Der schnellste Hattrick in der Bundesliga: Michael Tönnies. Der Stürmer vom MSV Duisburg traf 1991 gegen den KSC dreimal innerhalb von fünf Minuten. In der 2. Bundesliga hält der polnische Stürmer Jacek Janiak vom VfL Osnabrück den Rekord: Er traf am 15. Oktober 1999 innerhalb von vier Minuten dreimal gegen Holstein Kiel.

Die meisten Hattricks in Folge

Der Japaner Masashi Nakayama hatte im Frühjahr 1998 einen unglaublichen Lauf. Am 15. April erzielte der Angreifer von Jublio Iwata fünf Tore gegen Cerezo Osaka. Im darauf folgenden Spiel gegen Sanfrecce Hiroshima traf er viermal, ebenso wie gegen Avispa Fukuoka am 25. April. Vier Tage später jubelte er zudem noch über ein Dreierpack gegen Consadole Sapporo. Innerhalb von zwei Wochen erzielte Nakayama also 16 Tore.

Die meisten Hattricks in einer Saison

Für eine Transfersumme von 600 Pfund, überwiesen an Durham City, sicherte sich Middlesborough im Oktober 1925 die Dienste des Angreifers George Henry Camsell. Dieser schlug ein wie eine Granate. In der Saison 1926/27 traf der ehemalige Grubenarbeiter in 37 Spielen nicht weniger als 59 Mal. Neunmal jubelte er dabei über einen Hattrick. Es wäre für Camsell ein Leichtes gewesen, noch mehr Tore zu erzielen. Doch das Ausführen von Strafstößen überließ er großzügig seinen Mitspielern. Zehn Jahre lang war er der Topscorer von Middlesborough, für das er in 453 Spielen insgesamt 345 Tore (darunter 24 Hattricks) erzielte. Für England war er in neun Länderspielen 18 Mal erfolgreich. Camsell verstarb 1966 im Alter von 63 Jahren.

Die meisten Hattricks in Länderspielen

Dem Brasilianer Pelé und dem Ungarn Sandor Kocsis gelangen in ihrer Länderspiel-Karriere je sieben Hattricks. Dabei ist Hattrick in der international gebräuchlichen, der britischen Definition verstanden: drei Tore in einem Spiel (die deutsche Zählweise sieht drei Tore in einer Halbzeit in ununterbrochener Reihenfolge vor).

Die meisten Hattricks in verschiedenen Ligen

Eine ganz große Karriere blieb Robert Earnshaw versagt. Trotzdem sicherte sich der walisische Stürmer einen Ehrenplatz in der Fußball-Historie: Denn er erzielte in allen vier englischen Profiligen sowie im FA-Cup und im Liga-Pokal mindestens einen Hattrick, und sogar in einem Länderspiel traf er dreimal! Doch der Reihe nach: In der Premier League schaffte er einen Hattrick gegen Charlton (2004/05), in der First Division gegen Gillingham (2003/04), in der Second Division gegen QPR (2002/03) und in der Third Division gegen Torquay (2000/01). Im Liga-Pokal traf er gegen Leyton Orient dreimal (2003/04) und im FA-Cup gegen Bristol City (2000/01). International gelangen ihm gegen Schottland drei Tore in einem Match (2004).

Der sonderbarste Hattrick

Dass ein Verteidiger ein Hattrick schafft, ist an sich schon außergewöhnlich. Alvin Martin, einem Abwehrspieler von West Ham United, gelang dieses Kunststück am 21. April 1986 gegen Newcastle United. Das Kuriose war, dass bei jedem der Tore ein anderer Keeper zwischen den Pfosten stand, beim dritten Treffer war es Stürmer Peter Beardsley, der sich das Torhüter-Trikot übergestreift hatte.

Gegen drei verschiedene Torhüter hatte zuvor bloß David Herd von Manchester United getroffen: Er erzielte im November 1966 einen Hattrick gegen die drei Sunderland-Keeper Montgomery, Hurley und Parker. 5:0 lautete das Endergebnis.

Die kuriosesten Hattricks

Frank Mill und Matthias Herget erzielten am 13. September 1980 zwei lupenreine Hattricks, und zwar im selben Spiel und für den selben Verein. Mill schoss Rot Weiß Essen im Zweitligaspiel gegen Holstein Kiel in der 9., 25. und 30. Minute mit 3:0 in Führung. Herget verdoppelte den Spielstand in der zweiten Halbzeit mit drei Elfmeter-Treffern (57., 65. und 85. Minute) auf 6:0. Bei diesem Ergebnis blieb es.

Der wichtigste Hattrick

Am letzten Spieltag der Saison 2000/01 trafen in der Primera División mit Barcelona und Valencia diejenigen Klubs aufeinander, die sich um den letzten Platz für die Champions League stritten. Während Valencia ein Unentschieden genügte, benötigte Barça unbedingt einen Sieg. Der Brasilianer Rivaldo brachte die Katalanen zweimal in Front, zweimal glich Ruben Baraja aus. In der letzten Spielminute drosch Frank de Boer einen Ball Richtung gegnerischen Strafraum. Rivaldo stand mit dem Rücken zum Tor. Mit einem Fallrückzieher von der Strafraumgrenze aus gelang ihm das 3:2. Hätte sich das hoch verschuldete Barça nicht für die Champions League qualifiziert, dann hätte vermutlich die Insolvenz gedroht. Der Jubel über das 3:2 kannte keine Grenzen: Erstmals stürmten die Fans im Nou-Camp-Stadion auf das Feld, um ihre Helden zu feiern. Vor allem natürlich Rivaldo. Valencias Doppeltorschütze Baraja sagte: »Heute Nacht trug Gott Rivaldos Trikot.«

Das erste Tor nach einem Eckball

Bis 1924 wurden direkt verwandelte Eckbälle nicht anerkannt. Nachdem Hector Scarone bei den Olympischen Spielen in Paris zweimal vom Eckpunkt direkt getroffen hatte, beantragten die Uruguayer eine Regeländerung. Diese wurde schließlich am 1. Oktober 1924 eingeführt. Einen Tag später verlor Uruguay gegen Argentinien 1:2, wobei Cesar Onzari in der 10. Minute eine Ecke von links mit dem rechten Fuß direkt verwandelte. Dass es sich dabei um kein Zufallstor handelte, bewies Onzari 1925 bei einer Europatournee mit den Boca Juniors: In Paris und Leipzig schoss er zwei weitere Eckball-Tore.

Die meisten Eckball-Tore in einem Spiel

Der Portugiese Luis (»Gita«) Barroso vom FC de Famalicão verwandelte am 2. Juli 1946 in einem Pokalspiel gegen den SC Olhanense zweimal einen Eckball. Das selbe Kunststück gelang 1953 auch dem Nordiren Charlie Tully von Celtic Glasgow: In einem Pokalspiel gegen Falkirk traf er direkt von der Eckballfahne. Der Schiedsrichter kannte den Treffer jedoch nicht an, weil er dachte, dass der Ball durch ein Loch ins Netz gelangte. Er ordnete eine Wiederholung des Eckballs an. Und siehe da: Tully verwandelte den Eckball erneut direkt. 1952 hatte er bereits in einem Länderspiel gegen England (2:2) einen Eckball-Treffer erzielt; insgesamt erzielte er elf Eckball-Tore.

Die meisten Eckball-Tore insgesamt

Der Türke Sükrü Gülesh, der zwischen 1940 und 1954 für Beyogluspor, Besiktas, Palermo, Lazio und Galatasaray spielte, soll 32 seiner insgesamt 226 Tore direkt von der Eckfahne aus erzielt haben. Sein Landsmann Mustafa Denizli war ähnlich talentiert: Er traf 18 Mal direkt per Eckball.

In Deutschland heißt der Eckball-Spezialist Bernd Nickel: Der Eintracht-Spieler verwandelte insgesamt vier Eckstöße, und zwar am 22. November 1975 bei Frankfurts 6:0-Sieg gegen Bayern, am 19. April 1980 beim 3:5 gegen Kaiserslautern, am 14. November 1981 beim 9:2 gegen Bremen und am 15. Mai 1982 beim 4:0 gegen Düsseldorf.

Der Italiener Massimo Palanca wiederum verwandelte in der Serie A insgesamt drei Eckstöße: Am 3. Dezember 1978 im Spiel Catanzaro-Lazio (3:1), am 4. März 1979 in der Partie Roma-Catanzaro (1:3) sowie am 10. März 1981 beim 2:2 zwischen Catanzaro und Bologna. Mit Schuhgröße 37 war der 1,70 Meter große Palanca im übrigen einer der Profis mit den kleinsten Füßen. Das Erfolgsgeheimnis für die Eckballtore ist jedoch ein anderes: »Es ist wichtig, dass ein Spieler den gegnerischen Torwart während des Eckballs behindert«, erklärte Palanca einmal.

Das erste Torhüter-Tor

Der Schotte James McAulay (Dumbarton FC) war der erste Torhüter, der über einen eigenen Treffer jubeln konnte. Er wurde am 25. März 1882 im Länderspiel gegen Wales kurzfristig als Mittelstürmer aufgeboten und steuerte ein Tor zum 5:0-Sieg bei. In seinen nachfolgenden acht Länderspielen hütete der Ingenieur stets das schottische Tor, bevor er 1887 seine Laufbahn vorzeitig beendete, da er aus beruflichen Gründen nach Burma übersiedelte.

Als erster Torhüter, der mittels Abschlag einen Treffer erzielte, ging Charlie Williams in die Geschichte ein: Der Keeper von Manchester City überwand am 14. April 1900 dank Rückenwind seinen Kollegen J. E. Doig von Sunderland. Beim schottischen Liga-Spiel Third Lanark gegen Motherwell reihten sich 1910 erstmals beide Torhüter unter die Torschützen. Dies blieb bis am 2. August 2000 einzigartig, als José Luis Chilavert von Veléz Sarsfield und Roberto Bonano von River Plate in einem Spiel um die Copa Mercosur je einmal für ihre Teams trafen.

Das blamabelste Torhüter-Tor

Englands Nationaltorwart Paul Robinson gelang im März 2007 beim 3:1 in der Premier League gegen Watford ein ganz spezieller Treffer: Der Tottenham-Keeper bezwang seinen vier Jahre jüngeren Kollegen Ben Foster mit einem Freistoß aus 88 Metern zum 2:0. Er schlug den Ball aus der eigenen Platzhälfte, als lange Vorlage gedacht, in den gegnerischen Strafraum. Dort sprang der Ball zwölf Meter vor dem Tor auf und über Foster hinweg ins Netz. Der von »ManU« ausgeliehene Watford-Keeper hatte den aufspringenden Ball völlig falsch eingeschätzt.

Das wichtigste Torhüter-Tor

Carlisle United benötigte am 8. Mai 1999 unbedingt einen Sieg im letzten Spiel gegen Plymouth Argyle, um dem Abstieg aus der Football League zu entgehen. In der 95. Minute stand es 1:1, als Carlisle noch einen Eckball treten konnte. Torwart Jimmy Glass nutzte die Gelegenheit, traf per Kopf zum 2:1. Danach musste er erfahren, dass Undank der Welten Lohn ist: Obwohl er den Klub auf Kosten von Scarborough vor dem Abstieg bewahrt hatte, verlängerten die Bosse von Carlisle den Vertrag von Glass nicht. Dieser war erst drei Wochen zuvor auf Leihbasis von Swindon Town übernommen worden.

Die meisten Torhüter-Tore