Das Haus am Park - C. H. Illmann - E-Book

Das Haus am Park E-Book

C. H. Illmann

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Beschreibung

Der Schriftsteller Illmann leidet unter einer Schreibblockade und beschließt seinen Tagesablauf zu ändern und im Park zu joggen. Dabei sieht er eine alte, heruntergekommene Villa, die er schon in seiner Jugend bewunderte. Als er das "zu Verkaufen" Schild sieht, ruft er trotz seines schmalen Kontos an und ist überrascht, es zu einem Spottpreis von einem alten Mann zu erstehen, der sich auf seinen Altersruhesitz in Costa Rica zurückgezogen hat. Das Haus ist vollgestopft mit Antiquitäten, die die Inspiration des Autors beflügeln. Zunächst läuft alles genau nach den Vorstellungen von Illmann und er beginnt an einem neuen Projekt zu schreiben, doch dann gerät er immer tiefer in einen Strudel seltsamer Ereignisse und muss feststellen, dass die Szenen die er sich ausdenkt, und eine Reihe blutiger Morde irgendwie miteinander in Verbindung stehen. Bald muss Illmann sich die Frage stellen, ob er dem Wahn anheim gefallen ist, oder eine weitere Macht Schuld an den Schrecken ist, die sich rund um das Haus im Park ereignen.

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Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2013

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C. H. Illmann

Das Haus am Park

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort und Danksagung

1. Kapitel: ein vergessener Schatz

2. Kapitel: neue Heimat

3. Kapitel: coming home for Christmas

4. Kapitel: Polizei

5. Kapitel: Blick zurück

6. Kapitel: Zweifel

7. Kapitel: Therapie?

8. Kapitel: Conchita

9. Kapitel: Konfrontationen

Lazarus

Kopfkino

Impressum neobooks

Vorwort und Danksagung

Den Hauptteil dieses Buches macht die Novelle »Das Haus am Park« von Christoph Herbert Illmann aus, für das ich die Ehre hatte, die technische Seite des eBooks zu übernehmen und das sogenannte Editing durchzuführen.

Die Novelle bedient sich einiger bildhaft erzählter, grausamer und brutaler Szenen, die uns dazu bewogen haben, das Buch nur für Erwachsene zu veröffentlichen.

Im Anhang befinden sich als Bonus noch zwei Kurzgeschichten: »Lazarus« von C. H. Illmann und »Kopfkino« von mir. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Niels Rudolph

Mein herzlicher Dank gilt:

René Junge, Jeamy Lee, Brigitte Tholen, Andreas Adlon, Lena Glück, Maari Skog und Jörg Weber

sowie

Claudia Junger von Krimi & Co

und

Carmen Weinand von Horror and more

für die konstruktive Kritik

1. Kapitel: ein vergessener Schatz

Nervös trommelten meine Finger auf der Tischplatte. Ich griff zum Kaffeebecher und rieb mir die übermüdeten Augen, während ich auf die Buchstaben auf dem Display starrte. Sie begannen zu tanzen und bildeten keinen verständlichen Satz mehr. Hoffnungslos. Wovor sich jeder Schriftsteller fürchtet, passierte also jetzt mir: Schreibblockade. Es ging bereits seit Tagen so, dass ich über den ganzen Tag nur ein paar Sätze zustande bekam. Bei diesem Pensum würde es noch Jahre dauern, bis ich mein Buch fertig schrieb und der Verleger saß mir im Nacken. Ich hatte schon einen Vorschuss erhalten und nun rückte der Termin für die Abgabe immer näher. Es sollte der nächste Krimi einer erfolgreichen Serie werden, doch ich verrannte mich in Belanglosigkeiten und im Plot tauchten ein paar derbe Ungereimtheiten auf. So eine Schlamperei würden meine Leser sofort bemerken und wären zu Recht enttäuscht.

Früher war alles leichter. Da hat man einfach das Blatt aus der Schreibmaschine gerissen, es zusammengeknüllt und kunstvoll in den Papierkorb am anderen Ende des Zimmers geworfen. Diese Art der Frustbewältigung fehlte mir und auch der Versuch, einen Stapel Papier zu diesem Zweck neben den Laptop zu legen, erwies sich als nicht sonderlich befriedigend.

Erschwerend kam hinzu, dass mich dauernd diese kleinen leuchtenden Symbole in der Taskleiste ablenkten, die mir zu verstehen gaben, dass ungelesene Nachrichten in Facebook und Twitter auf mich warteten. Schöne neue Welt. Ich stand auf und wanderte rastlos im Zimmer auf und ab, wobei die Dielen der Altbauwohnung leise knarrten. Der erwartete Geistesblitz blieb jedoch aus. Nein, auf diese Art würde ich überhaupt nichts zustande bringen. Ich musste hier raus. Spazierengehen im Park, das hatte ich vor Jahren zuletzt getan.

»Ja! Etwas frische Luft wird mir gut tun«, redete ich mir selbst ein, klappte den Deckel des Laptops zu und schlüpfte in den Wintermantel. Draußen erwartete mich ein nebliger Dezembermorgen, kühl und ungemütlich, also mit perfekten Bedingungen zum Nachdenken. Ich zündete mir eine Zigarette an, schlug den Kragen hoch und den Weg zum Stadtpark ein. Vor mir lag ein Fußmarsch von etwa zwanzig Minuten, auf dem ich bei einer Bäckerei haltmachte, um mit einer Handvoll Brötchen den eigenen Hunger, sowie den der Enten im Park zu stillen.

Am Ententeich setzte ich mich auf eine Bank und ließ die Gedanken schweifen, während ich auf einem Croissant herumkaute. Eine Joggerin lief an mir vorbei und lächelte mir zu. Ich hob grüßend die Hand, blickte ihr versonnen nach und bewunderte ihre athletische Figur. Sie trug einen hautengen schwarzen Aerobicanzug und darüber ein neongelbes Höschen, das sich in der Spalte ihrer runden Arschbacken verbarg. ‚Arsch frisst Hose‘, dachte ich, doch bei ihr wirkte es sexy. Bei mir würde das schon ganz anders aussehen. Ich musste lachen, beschloss jedoch sogleich, auch mit dem Joggen anzufangen und etwas gegen meinen Waschbärbauch und die verflixte Schreibblockade zu tun. Ein Wechsel in der täglichen Routine wäre genau das Richtige, zumindest war ich fest davon überzeugt. Für den Moment begnügte ich mich damit, Brocken von einem Brötchen abzureißen und den Enten im Teich zuzuwerfen. Zunächst betrachteten sie die hellen Stücke im Wasser misstrauisch und aus sicherer Entfernung, dann begannen sie um die Wette darauf zuzuschwimmen und balgten sich um die besten Häppchen.

Auf der anderen Seite des Sees bemerkte ich ein Haus. Nein, fast schon eine Villa. Ich erinnerte mich an das Gebäude mit den kleinen Erkertürmchen. Als Jugendlicher hatte ich oft hier im Park mit Freunden gespielt und mir vorgestellt, einmal in so einem wunderschönen Haus zu wohnen, abends auf der Veranda zu sitzen, ein Glas edlen Scotch in der Hand. Leider würde ich mir so eine exklusive Wohnung wohl nicht leisten können. Aber das Gebäude schien heruntergekommen zu sein. Der gelborangefarbene Anstrich war blass und blätterte an vielen Stellen von den Holzwänden ab. Ich beschloss, es mir aus der Nähe anzusehen. Das Grundstück grenzte an die Straße, einer schattigen Allee aus Lindenbäumen, sowie den Park und von dieser Position der Grünanlagen konnte ich die Rückseite der Villa einsehen. Die Fenster reflektierten die Umgebung, doch bei einer war oben links ein dunkler Viertelkreis, etwas größer als ein Fußball, wo die Scheibe eingeworfen war. Der Garten war recht umfangreich, mit einigen Apfelbäumen und sichtschützenden Coniferen am hinteren Ende, doch das Gras war lang und hatte sich traurig und schwer von der Feuchtigkeit auf den Boden gelegt. Alles sah seit Langem unbewohnt aus. Was für eine Schande.

Mit gemischten Gefühlen machte ich mich auf den Weg zurück nach Hause. Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit neu gewonnener Inspiration einige Zeilen zu Papier zu bringen, doch irgendwie spukten mir zu viele Dinge im Kopf herum. Erinnerungen an meine Jugend, die Absicht morgens erst ein bisschen zu laufen, anschließend frische Brötchen zu holen und nach einem soliden Frühstück mit der Arbeit zu beginnen. Ich warf einen Blick in den Kleiderschrank. ‚Irgendwo muss ich doch noch einen alten Jogginganzug haben‘, dachte ich und zog ihn aus der hintersten Ecke hervor. Der hatte schon deutlich bessere Tage gesehen, die Farben waren verblasst und der Gummizug ausgeleiert. Enttäuscht warf ich das Bündel in den Abfalleimer. Ich wollte mein neues Leben nicht in so einem traurigen Aufzug begrüßen. Zeit, mal wieder shoppen zu gehen.

Ich nahm den Bus in die Innenstadt und überlegte, ob ich nicht auch meine Ernährung umstellen sollte, wenn ich schon mal dabei war. Bei mir gab es auffällig oft Pizza oder chinesisches Essen vom Lieferservice. Immer noch besser, als fetttriefende Fritten und Burger, versuchte ich mich stets vor mir selbst zu rechtfertigen.

»Mach mal halblang. Du solltest einen Schritt nach dem Anderen machen und nicht so einen Zirkus veranstalten, nur weil Du mal mies drauf bist, das geht uns doch allen so!«, meldete sich das allzeit grantige Teufelchen auf meiner linken Schulter zu Wort.

»Also mir nicht!«, antwortete sein hell gekleideter Gegenpart auf der Rechten gut gelaunt. »Körperertüchtigung und gesunde Ernährung sind der richtige Start für einen erfolgreichen Tag.«

Seufzend stieg ich aus und war fürs Erste geneigt, dem gehörnten Berater beizupflichten.

Am nächsten Morgen machte ich mich in brandneuer Sportbekleidung und leichtem Trab auf in den Stadtpark. Zigaretten und konsequente Sportvermeidung sorgten für eine schnelle Kurzatmigkeit, ich war jedoch fest entschlossen, diesen Zustand bald zu ändern. Nach ein paar Dehnübungen am Rande des Parks schlug ich die lange Strecke um den See ein. Ich fühlte mich ein wenig wie Amundsen oder Vasco da Gama. Heute würde ich meinen Seeweg durch den Park entdecken. Als ich den See halb umrundet hatte, bemerkte ich mehrere Polizisten mit Spürhunden, die in einer Kette das Gelände durchstreiften.

Etwas verunsichert lief ich weiter. In der Nähe von Ordnungskräften fühlte ich mich nie besonders wohl, auch wenn ich ein reines Gewissen hatte. Auf der anderen Seite war meine Neugier geweckt und ich wäre am Liebsten zu den Beamten hinübergelaufen, um mich zu erkundigen, was sie hier suchten. Schließlich bemühte ich mich dennoch um ein möglichst unverdächtiges Aussehen und setzte meinen Lauf fort.

Um einen Springbrunnen herum angeordnet, luden ein paar Parkbänke zum Verweilen ein. Auf einer bemerkte ich eine Zeitung, unter der ein paar Beine hervor ragten.

»Da ist Polizei!«, rief ich, wartete aber nicht weiter auf eine Reaktion. Warum ich den Penner warnte, wusste ich selber nicht genau. Wenn die Polizisten hierher kämen, wären Unannehmlichkeiten für ihn so gut wie sicher. Auf der anderen Seite konnte ich nicht sagen, ob der Kerl nicht vielleicht etwas damit zu tun hatte, was auch immer die Beamten hier suchten.

Eigentlich wollte ich mich länger im Park aufhalten, doch unter diesen Umständen war ich froh, als ich beim Bäcker meine Brötchen bekam und eine viertel Stunde später duschen konnte.

»Polizei« war das Einzige, das Dosen-Willy im Halbschlaf hörte. Frierend setzte er sich auf und sah den Jogger in Richtung des Eingangs zum Park verschwinden. Er rieb sich die Augen und sah sich verschlafen um, konnte jedoch keine Polizisten entdecken. Sie würden ihn zweifellos von hier verjagen, das taten sie immer. Niemand wollte einen Obdachlosen sehen. Davon gab es zwar genug in der Stadt und sie waren ausgegrenzt von der Gesellschaft. Jeder war sich dessen bewusst, was nicht hieß, dass man gern darüber nachdenken mochte. Willy faltete die Zeitung zusammen und griff sich seine Plastiktüte voller leerer Dosen und Flaschen, mit denen er sein Überleben sicherte und die ihm seinen Namen einbrachten. Er betrachtete es als gegenseitiges Abkommen mit den Menschen, zumindest sah er es so, um sich nicht völlig wertlos zu fühlen. Sie ließen ihm den Müll da, damit er was zu beißen hatte und er hielt die Stadt sauber. Im Sommer kam er auch relativ gut über die Runden. Es war heiß, die Leute tranken viel und es herrschte selten Mangel an Leergut. Die Nächte waren angenehm und er brauchte auch nicht so viel Nahrung. Doch jetzt begann die harte Zeit, bald wäre es zu kalt auf der Parkbank, dann müsste Dosen-Willy sich einen anderen Ort suchen, einen windgeschützten Hauseingang, von wo er viel öfter vertrieben wurde.

In der Ferne sah er die Beamten mit Hunden zwischen den Bäumen herumlaufen. Das sah nicht nach einer zufälligen Patrouille aus. Es war wohl besser, hier ein Loch in der Luft zu hinterlassen, wenn er es nicht auf ein Plauderstündchen mit ihnen abgesehen hatte. Willy dankte dem Jogger im Stillen für die Warnung und machte sich auf den Weg zum Supermarkt, um seine »Ware« gegen etwas Essbares einzutauschen.

Nach der Dusche und einem guten Frühstück konnte ich deutlich fühlen, wie die Inspiration zu mir zurückkehrte, leider nicht für mein aktuelles Projekt. Dennoch musste ich mir ein paar Notizen zu dieser neuen Idee machen. Es wäre schade, wenn so ein Musenkuss in Vergessenheit geriete. Der morgendliche Polizeieinsatz beflügelte mich zu einer Schlüsselszene, in der nach einem Mordopfer gesucht wurde. Ich stellte ein paar Szenen zusammen und entwarf Charaktere. Als sich mein Magen lautstark bemerkbar machte, war es bereits nach Mittag. Für ein paar Sekunden war ich versucht, zum Handy zu greifen.

»Nein, nein!«, schüttelte ich lächelnd den Kopf. »Lass uns mal selber etwas kochen. Einkaufen ist angesagt.«

Ich schob die Einwände meiner inneren Stimme beiseite, jetzt doch nicht einfach die Muse sitzen zu lassen, wo es gerade so gut lief, und fuhr mit dem Fahrrad zum Supermarkt. Dem schneeweißen Blumenkohl konnte ich nicht widerstehen. Dazu nahm ich Hähnchenschnitzel und Nudeln mit. Der Schwierigkeitsgrad der Zubereitung lag in einem Bereich, den ich mir noch zutraute. Lieber klein anfangen. Eine Flasche Rotwein fürs abendliche Brainstorming ergänzte die Einkäufe, schon war ich wieder auf dem Rückweg. Eine Sirene wurde schnell lauter und ließ mich am Straßenrand anhalten. Drei Polizeiwagen rasten vorbei und verschwanden hinter der nächsten Biegung. Was um alles in der Welt war denn hier los?

Sehr viel hatte ich nach meiner Kocherei gestern wirklich nicht mehr geschafft, doch es fühlte sich einfach gut an. Bis auf den Muskelkater, aber ich war nicht gewillt schon aufzugeben. Nach meiner Runde um den See folgte ich einer inneren Eingebung und schlug, statt nach Hause zu gehen, den Weg durch die Allee ein. Kurze Zeit später stand ich vor der Villa. Von dieser Seite sah sie nicht besser aus, als vom Park, doch irgendwie ging sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Schüchtern öffnete ich nach einer Weile das Gartentor und ging auf die Haustür zu. Das Haus sah verlassen aus, doch ich wollte mir sicher sein und zog an einem Klingelzug. Helle Glocken erklangen aus dem Inneren, sonst passierte nichts. Ich wartete eine Minute und versuchte es erneut. Mit demselben Ergebnis. Als ich mich zum Gehen umwandte, bemerkte ich ein Schild, das an der Seite in einem Blumenbeet steckte. »Zu Verkaufen« stand darauf, sowie eine 15-stellige Telefonnummer.

Nach einer Mobilfunk-Nummer sah das nicht aus, vielleicht Ausland? Ehe ich mir über mein Tun im Klaren war, hatte ich mein Handy aus der Tasche gezogen und war dabei, die Zahlenfolge einzugeben.

»Das kannst Du Dir niemals leisten«, empörte sich der Engel auf meiner Schulter.

Jemand hob ab und neben dem Rauschen und Knacken der Leitung ertönte eine dünne, greisenhafte Stimme leise: »Ja?«

»Guten Tag. Mein Name ist Illmann und ich stehe hier vor dem Haus in der ...«, ich suchte nach einem Straßenschild in der Nähe.

»Sind Sie daran interessiert, es zu kaufen?«, unterbrach mich die Stimme.

»Nun, ich bezweifle, dass ich es mir leisten kann. Aber ich dachte, ich erkundige mich einfach mal.«

»Hören Sie. Ich bin schon alt und habe keine Erben, außerdem ist einiges an dem Haus zu machen.« Der Greis machte eine Pause und nannte mir dann eine Zahl, die zwar fünfstellig war, aber in meinen Augen dennoch lächerlich gering. Mir wurde schwindelig. Diese Summe könnte ich tatsächlich aufbringen.

»Oh ... ich ... kann ich es mir überlegen? Eine Nacht drüber schlafen? Kann ich mir das Haus ansehen? Von innen, meine ich?«

»Ich fürchte, das wird nicht möglich sein. Ich wohne schon lange in Costa Rica, Altersruhesitz. Lassen Sie sich mein Angebot in Ruhe durch den Kopf gehen. Das Grundstück allein wäre den Betrag wert. Wenn Sie einverstanden sind, werde ich veranlassen die Besitzurkunde zu überschreiben, sobald das Geld auf meinem Konto eingegangen ist.«

Ich versprach, mir das Angebot durch den Kopf gehen zu lassen und mich wieder zu melden. Mit zitternden Fingern speicherte ich die Nummer in meinem Telefonbuch ab und ging in die nächste Bar. Ich brauchte einen starken Drink, damit ich ein Gefühl zurück in meine wackeligen Beine bekam. Fieberhaft überlegte ich, wie ich die Summe aufbringen könnte, denn der Alte hatte völlig recht. Selbst wenn das Haus eine Ruine war, das Grundstück allein war den Preis locker wert.

Meinen Vorschuss hatte ich beinahe aufgebraucht und bisher keine brauchbare Story geliefert. Doch vielleicht konnte ich meine Eltern überreden, mir ein Darlehen zu geben. Ich hatte mich lange nicht bei ihnen gemeldet, aber wenn ich zum Haus zurückging und ein paar Fotos von außen machte, war ich bestimmt in der Lage, den Wert dieses Anwesens zu dokumentieren.