Das Krinar-Exposé - Anna Zaires - E-Book
Beschreibung

Was in einem Sexklub von Außerirdischen passiert, bleibt auch in einem Sexklub von Außerirdischen, richtig? Na ja … nicht, wenn du ein Exposé über den Ort schreibst. Und schon gar nicht, wenn du dabei die Tatsache auslässt, dass die Erlebnisse in dem Artikel deine eigenen sind. Oder wenn der Krinar, mit dem du Sex gehabt hast, der Besitzer des Klubs ist, dessen viele Vorlieben auch Erpressung und Psychospielchen beinhalten. Für eine junge Journalistin, die sich beweisen will, geht es darum, die nächste große Story zu landen. Bis sich auf einmal alles darum dreht, dass sie Penthouse-Bett eines besitzergreifenden Außerirdischen landet. HINWEIS: Dieses Buch ist eine neue, erweiterte Version des bereits veröffentlichten Kurzromans Der X-Club, jetzt allerdings in voller Romanlänge.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl:307

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Beliebtheit


Das Krinar-Exposé

Ein Krinar-Chronik-Roman

von

Anna Zaires und Hettie Ivers

♠ Mozaika Publications ♠

Contents

Teil I

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Teil II

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

Kapitel 29

Kapitel 30

Teil III

Kapitel 31

Kapitel 32

Epilog

Auszug aus der Mein Peiniger

Über die Autorin

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Geschäftseinrichtungen, Ereignissen oder Schauplätzen wären zufällig und nicht beabsichtigt.

Copyright © 2018 Anna Zaires

https://www.annazaires.com/book-series/deutsch/

Alle Rechte vorbehalten.

Kein Teil dieses Buches darf reproduziert, gescannt oder in gedruckter oder elektronischer Form ohne vorherige Erlaubnis verbreitet werden. Ausnahme ist die Benutzung von Auszügen in einer Buchbesprechung.

Veröffentlicht von Mozaika Publications, einer Druckmarke von Mozaika LLC.

www.mozaikallc.com

Aus dem Amerikanischen von Grit Schellenberg

Lektorat: Fehler-Haft.de

Cover by Najla Qamber Designs

www.najlaqamberdesigns.com

e-ISBN: 978-1-63142-425-0

Print ISBN: 978-1-63142-426-7

Teil Eins

Kapitel Eins

Zwei Jahre nach der Invasion.

Ich konnte nicht glauben, dass schon zwei Jahre seit der Invasion vergangen waren und wir immer noch fast nichts über die Außerirdischen wussten, die sich auf der Erde niedergelassen hatten.

Frustriert nahm ich die Brille ab und rieb mir die Augen, die müde davon waren, den ganzen Tag auf den Computerbildschirm zu starren. In den letzten zwei Wochen, seit ich mich dazu entschieden hatte, mich zu beweisen, indem ich einen aufschlussreichen Artikel über die Eindringlinge schreibe, habe ich nach einer Menge Informationen im Internet geforscht, aber alles, was ich bis jetzt hatte, waren Gerüchte, eine Reihe unzuverlässiger Augenzeugenberichte, einige pixelige YouTube-Videos und so viele unbeantwortete Fragen wie zuvor.

Zwei Jahre nach dem K-Day waren die Krinar fast so geheimnisvoll wie damals, als sie ankamen.

Mein Computer gab das Geräusch einer eingehenden Mail von sich und lenkte mich von meinen Gedanken ab. Als ich auf den Bildschirm blickte, sah ich, dass es eine E-Mail von meinem Redakteur war. Richard Gable wollte wissen, wann ich den Artikel über die zusammengewachsenen Welpenzwillinge für ihn parat haben würde.

Zumindest war es nicht wieder eine dieser Der-Himmel-stürzt-ein-E-Mails von meiner Mutter.

Seufzend rieb ich mir wieder die Augen und schob die Gedanken über meine verrückten Eltern, die mich ablenkten, beiseite. Es war schon schlimm genug, dass meine Karriere noch nicht begonnen hatte. Ich hatte keine Ahnung, warum alle anspruchslosen Artikel auf meinem Schreibtisch landeten. So war es schon, seit ich vor drei Jahren bei der Zeitung angefangen hatte, und ich hatte es satt. Im Alter von vierundzwanzig Jahren hatte ich ungefähr so viel Erfahrung damit, über echte Neuigkeiten zu schreiben, wie ein Praktikant.

Jetzt reichte es, hatte ich letzten Monat entschieden. Wenn Gable mir keine echte Arbeit zuweisen würde, würde ich selbst eine Geschichte finden. Und was könnte interessanter oder umstrittener sein als die mysteriösen Wesen, die die Erde erobert hatten und nun inmitten der Menschen lebten? Wenn ich etwas – irgendetwas – Wissenswertes über die Krinar aufdecken könnte, wäre das ein entscheidender Beweis dafür gewesen, dass ich in der Lage war, größere Geschichten zu bewältigen.

Ich setzte meine Brille wieder auf und schrieb schnell eine E-Mail an Gable, in der ich um ein paar zusätzliche Tage bat, um den Welpenartikel fertigzustellen. Meine Ausrede war, dass ich den Tierarzt interviewen wollte und Schwierigkeiten hatte, ihn zu erreichen. Das war natürlich eine Lüge; ich hatte sowohl den Tierarzt als auch den Besitzer interviewt, sobald ich den Auftrag erhalten hatte, aber ich wollte für ein paar Tage keinen weiteren seichten Artikel bekommen. Die Pause würde mir Zeit geben, ein interessantes Thema zu erforschen, auf das ich heute während meiner Nachforschungen gestoßen war: die sogenannten X-Klubs.

»Hey, Kleine, irgendwelche Pläne für heute Abend?«

Ich blickte zur vertrauten Stimme auf und grinste Jay an, meinen Kollegen und besten Freund, der gerade in mein winziges Büro gekommen war. »Nein«, sagte ich fröhlich. »Ich werde etwas Arbeit nachholen und dann auf meiner Couch rumhängen.«

Er seufzte dramatisch und warf mir einen gespielt vorwurfsvollen Blick zu. »Amy, Amy, Amy … Was machen wir nur mit dir? Es ist Freitagabend, und du bleibst zu Hause?«

»Ich erhole mich immer noch vom letzten Wochenende«, erwiderte ich, und mein Grinsen wurde breiter. »Also denk nicht, dass du mich so schnell wieder rauszerren kannst. Eine Nacht pro Monat im Jay-Stil feiern zu gehen reicht mir.«

Party im Jay-Stil war ein unvergleichliches Erlebnis, das sich aus mehreren Wodka-Shots am frühen Abend, gefolgt von mehreren Stunden Klub-Hopping und einem Abendessen sowie Frühstück in einem koreanischen 24-Stunden-Diner zusammensetzte. Ich hatte nicht gelogen, als ich sagte, dass ich mich immer noch erhole – die Kombination aus Wodka und koreanischem Essen hatte mir einen Kater beschert, der sich eher wie ein schlimmer Fall von Lebensmittelvergiftung anfühlte. Ich konnte am Montag kaum aus dem Bett kriechen, um zur Arbeit zu gehen.

»Ach, komm schon«, bat er, und seine braunen Augen ähnelten denen eines Welpen. Mit seinen dichten Wimpern, dem lockigen braunen Haar und den feinen Gesichtszügen war Jay für einen Mann fast zu hübsch. Ohne seinen muskulösen Körperbau hätte er feminin gewirkt. Doch so zog er Frauen und Männer gleichermaßen an – und genoss beide mit gleicher Begeisterung.

»Tut mir leid, Jay. Vielleicht an einem anderen Wochenende.« Worauf ich mich jetzt konzentrieren musste, war mein Artikel über die Krinar … und die geheimnisvollen Klubs, die sie angeblich führten.

Jay seufzte noch einmal. »In Ordnung, wie du willst. Woran arbeitest du gerade? Am Welpenartikel?«

Ich zögerte. Ich hatte Jay noch nichts von meinem Projekt erzählt, vor allem deshalb nicht, weil ich nicht dumm wirken wollte, sollte ich keine gute Geschichte finden. Jay bekam auch nicht viele anspruchsvolle Aufträge, aber es machte ihm nicht so viel aus wie mir. Sein Ziel im Leben war es, sich zu amüsieren, und alles andere – seine Journalistenkarriere eingeschlossen – kam danach. Er dachte, Ehrgeiz sei etwas, was nur in Maßen nützlich sei, und setzte ihn nicht mehr als nötig ein.

»Ich will einfach kein kompletter Versager für meine Eltern sein«, hatte er mir einmal erklärt, und diese Aussage fasste seine Einstellung zur Arbeit perfekt zusammen.

Ich hingegen wollte mehr als kein Versager sein. Es störte mich, dass der Redakteur einen Blick auf meine erdbeerblonden Haare und puppenartigen Gesichtszüge geworfen und mich dauerhaft im Land der seichten Reportagen angesiedelt hatte. Ich hätte gedacht, dass Gable sexistisch ist, aber er hat das Gleiche mit Jay gemacht. Unser Redakteur hat keine Frauen diskriminiert, er hat nur Annahmen über die Fähigkeiten der Menschen aufgrund ihres Aussehens getroffen.

Ich beschloss, mich endlich meinem Freund anzuvertrauen, und sagte: »Nein, nicht der Welpenartikel. Ich habe ein eigenes Projekt recherchiert.«

Jay zog seine perfekt geformten Augenbrauen hoch. »Ach?«

»Hast du schon mal von X-Klubs gehört?« Ich blickte mich kurz um, um sicherzustellen, dass wir nicht belauscht wurden. Glücklicherweise waren die Büros um mich herum weitgehend leer, und nur ein Praktikant arbeitete auf der anderen Seite der Etage. Es war fast 16 Uhr an einem Freitag, und die meisten Leute hatten eine Ausrede gefunden, um an diesem sommerlichen Nachmittag früher zu gehen.

Jays Augen wurden groß. »X-Klubs? Wie in Xeno-Klubs?«

»Ja.« Mein Herzschlag beschleunigte sich. »Hast du von ihnen gehört?«

»Sind das nicht die Orte, an denen diese Leute, die verrückt nach Außerirdischen sind, sich mit den Krinar treffen?«

»Genau die.« Ich grinste ihn an. »Ich habe heute erst von ihnen erfahren. Kennst du jemanden, der in einem war?«

Jay runzelte die Stirn, ein Gesichtsausdruck, der auf seinem normalerweise fröhlichen Gesicht fehl am Platz aussah. »Nein, nicht wirklich. Ich meine, es gibt immer diesen ›Freund eines Freundes eines Freundes eines Freundes‹, aber niemanden, den ich persönlich kenne.«

Ich nickte. »Genau. Und du kennst halb Manhattan, also sind diese Klubs, wenn sie existieren, ein streng gehütetes Geheimnis. Kannst du dir die Story vorstellen?« Mit meiner besten Sprecherstimme kündigte ich dramatisch an: »Alien-Klubs im Herzen von New York City? Die neuesten Nachrichten über die Krinar vom The New York Herald!«

»Bist du dir da sicher?« Mein Freund sah skeptisch aus. »Ich habe gehört, dass diese Klubs in der Nähe der Siedlungen der Krinar sind. Willst du etwa sagen, dass es in New York City welche gibt?«

»Das denke ich. Es gibt einige Gerüchte im Internet über einen Klub in Manhattan. Ich will ihn finden und sehen, was es damit auf sich hat.«

»Amy … Ich weiß nicht, ob das eine so tolle Idee ist.« Zu meiner Überraschung schien Jay mehr beunruhigt als aufgeregt zu sein, und sein untypisches Stirnrunzeln vertiefte sich. »Du willst dich nicht mit den Krinar anlegen.«

»Niemand will sich mit ihnen anlegen – deshalb wissen wir ja immer noch nichts über sie.« Meine frühere Frustration kehrte zurück. Es störte mich, dass alle noch so eingeschüchtert von den Eindringlingen waren. »Alles, was ich tun will, ist, einen sachlichen Artikel über sie zu schreiben. Konkret … über einige Orte, die sie angeblich häufig besuchen. Das wird ja wohl erlaubt sein. Wir haben in diesem Land immer noch Pressefreiheit, oder nicht?«

»Vielleicht«, antwortete Jay. »Oder vielleicht auch nicht. Ich persönlich denke, dass sie alle Informationen löschen, die sie nicht veröffentlicht haben wollen. Früher war es so, dass wenn eine Sache im Internet war, sie für immer da war, aber das ist nicht mehr so.«

»Glaubst du, sie könnten meinen Artikel irgendwie unterbinden?«, fragte ich besorgt, und Jay zuckte mit den Achseln.

»Ich habe keine Ahnung, aber wenn ich du wäre, würde ich mich auf den Welpenartikel konzentrieren und die Krinar vergessen.«

Es war fast acht Uhr abends, als ich auf sie stieß: eine Beschreibung der Lage des X-Klubs in einem obskuren Online-Sexforum. Es war in dem langen – und ziemlich unwahrscheinlich klingenden – Bericht von jemandem über seine Sexabenteuer mit einer Gruppe von Krinar verborgen. Das Gefühl der Ekstase, das der Mann beschrieb, klang für mich verdächtig wie ein drogeninduziertes High, obwohl ähnliche Geschichten das Netz überfluteten, was zu allerlei Gerüchten über die Invasoren führte … einschließlich Vampirismus.

Ich habe es nicht geglaubt, da ich dank der Besessenheit meiner Mutter von verrückten Verschwörungstheorien ein natürliches Misstrauen gegenüber Gerüchten habe. Ich mochte Fakten; deshalb war ich in den Journalismus gegangen, anstatt Romane zu schreiben.

Nach Angaben dieses Mannes war er gleich nach seinem Abendessen im Meatpacking District in den Klub gegangen. Er nannte das Restaurant, in dem er zu Abend gegessen hatte, und dann schrieb er, dass der Klub direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite sei.

Und einfach so hatte ich eine Spur.

Ich sprang auf die Füße, packte meine Tasche, eilte aus dem Büro und nickte dem Hausmeister zu, der auf dem Gang unterwegs war.

Es sah so aus, als würde mein Freitagabend gleich viel aufregender werden.

Kapitel Zwei

»Du musst ja nicht mitkommen«, wiederholte ich zum fünften Mal und warf Jay einen verärgerten Blick zu. Ich hatte den Fehler gemacht, ihm eine SMS mit meinen Plänen zu schreiben, und er tauchte zwanzig Minuten später vor meiner Haustür auf, gekleidet für den Klub, aber mit dem Ziel, mich vom Dahingehen abzubringen.

»Wenn du gehst, gehe ich auch«, entgegnete er hartnäckig. »Ich denke zwar nicht, dass einer von uns beiden das tun sollte, aber, Kleine, du bist verrückt, wenn du glaubst, dass ich dich alleine gehen lasse.«

»Du willst doch nur, dass dein Name unter dem Artikel steht«, scherzte ich und schwang meinen Kopf mit dem schulterlangen Haar nach unten, um Styling-Mousse einzuarbeiten. Meine rotblonden Haare waren von Natur aus fein und glatt, aber wenn ich genug festigende Produkte benutzte, konnte ich ein paar sexy Wellen hineinkneten. Sexy war kein Look, den ich normalerweise wollte, aber in diesem Fall war er wichtig. Die Krinar sahen nicht einfach nur menschenähnlich aus, sondern waren geradezu umwerfend … und nach dem, was ich online gelesen hatte, wollten sie, dass ihre menschlichen Sexualpartner fast so gut aussahen wie sie.

Ich war mir ziemlich sicher, dass ich dieses Kriterium nicht erfüllte, aber ich hoffte, dass ich mit genügend Make-up und Kontaktlinsen statt Brille hübsch genug aussehen würde, um in den Klub hineingelassen zu werden.

»Unsere Namen werden die Geschichte sein«, sagte Jay dunkel. »Ich kann es schon jetzt sehen: Zwei vermisste Journalisten, zuletzt gesehen bei der Jagd auf Außerirdische im Meatpacking District.«

»Ach, bitte.« Ich richtete mich auf und begann, Wimperntusche auf meine langen braunen Wimpern aufzutragen. »Seit wann hast du Angst, in einen Klub zu gehen? Du machst die ganze Zeit verrückte Sachen …«

»Ja, aber ich tue es aus Spaß, und nicht, um mich vor unserem idiotischen Boss zu beweisen. Und kein Trinken oder Feiern, egal wie heftig, ist vergleichbar mit dem Versuch, einen Sexklub von Außerirdischen auszuspionieren. Du kannst den Unterschied zwischen zur Entspannung ein bisschen Gras rauchen und dem hier auch sehen, oder nicht?«

»Ja, ja, ja«, murmelte ich und trug Rouge auf meine blassen Wangen auf. »Wie ich dir schon sagte, habe ich dir nur eine Nachricht geschickt, damit jemand weiß, wo ich bin. Du musst nicht mitkommen.«

»Doch, das muss ich.« Jay warf mir einen Komm-mal-klar-Blick zu. »Du bist mein einziger weiblicher Freund. Denkst du, ich würde dich auf einem Raumschiff entführen lassen?«

»Sie leben in Siedlungen auf der Erde, Dummerchen.« Ich grinste ihn im Spiegel an. »Warum sollten sie mich auf einem Raumschiff mitnehmen?«

»Wer weiß?«, sagte er und ließ sich auf meine Couch fallen. »Vielleicht mögen sie süße, grünäugige Blondinen, die eine Brille tragen, um klüger zu wirken.«

»Mmm, ja. Dann bin ich genau ihr Typ.« Lachend fuhr ich mit meinen Händen an meinem blauen, körperbetonten Kleid hinunter. Mit meinen ausladenden Hüften war ich nicht gerade ein Modeltyp, obwohl ich mit meiner Figur im Allgemeinen zufrieden war. Es half, dass meine Ex-Freunde einen runderen Po sehr gemocht hatten; einer von ihnen behauptete sogar, es sei sein Lieblingsteil meines Körpers.

»Man kann nie wissen«, beharrte Jay. »Ernsthaft, Amy, ich wünschte, du würdest es dir noch einmal überlegen. Ist dir klar, dass sie in diesem Klub absolut alles mit dir machen können, ohne dass irgendjemand sie daran hindert? Unsere Gesetze gelten für sie nicht. Sie können dich töten, und niemand würde auch nur blinzeln, Vertrag hin oder her. Das verstehst du, oder?«

»Natürlich tue ich das.« Ich hatte langsam genug von diesem Gespräch. Manchmal konnte Jay wie ein Hund mit seinem Knochen sein. »Ich bin doch nicht von gestern. Ich weiß, wie gefährlich die Krinar sein können. Ich habe diese Videos gesehen, in denen Menschen in Stücke gerissen wurden, und ich habe die Augenzeugenberichte gelesen. Aber wir sind Journalisten. Wir sollten Dinge erforschen, wichtige Wahrheiten aufdecken und ans Licht bringen, auch wenn damit ein Risiko verbunden ist. Wir haben diesen Beruf nicht gewählt, damit wir über Welpenzwillinge oder gesellschaftliche Hochzeiten schreiben oder was auch immer Gable uns zuweist. Wir müssen echte Berichterstattung machen, Jay – und das ist unsere Chance.«

Ich hielt inne und sah ihn ruhig an. »Ich mache das – und du kannst entweder mitkommen oder nach Hause gehen.«

Kapitel Drei

»Okay, das ist das Restaurant«, sagte ich, als unser Taxi vor einem schick aussehenden Hotel stehenblieb. Laut Google befand sich das Restaurant auf dem Dach des Gebäudes. »Was jetzt?«

»Jetzt gehen wir in ein paar echte Nachtklubs und vergessen diesen Wahnsinn«, sagte Jay, stieg aus dem Taxi und öffnete die Tür für mich. »Du hast dich ja bereits in Schale geworfen, es ist also perfekt. Wir werden einen Riesenspaß haben, genau wie letztes Wochenende.«

Ich stieß einen verärgerten Atemzug aus. »Ich werde das letzte Wochenende für lange Zeit nicht wiederholen. Das habe ich dir schon gesagt. Und wir sind nicht hier, um zu feiern, wir sind hier, um zu beobachten.«

»Richtig, natürlich.« Jay klang mürrisch. »Wir werden nur einige Außerirdische beobachten, denen es nichts ausmacht, dass wir ihre Geheimnisse veröffentlichen wollen.«

Ich ignorierte ihn und versuchte herauszufinden, wo der Klub »gegenüber, auf der anderen Straßenseite« sein könnte. Um mich herum wimmelte es von schönen Menschen. Meatpacking war das Klubviertel von Manhattan. Models, Prominente, Wall Streeters und alle anderen vermischten sich auf den Kopfsteinpflasterstraßen und in angesagten Klub-Lounges und versuchten, sich mit Designertaschen und -kleidung gegenseitig zu übertreffen. Musik dröhnte aus mehreren offenen Türen, und betrunkene Mädchen stolperten in himmelhohen Absätzen herum, kicherten und flirteten mit jedem Mann in Sichtweite.

Ich musste zugeben, dass die Krinar clever waren, ihren Klub hier anzusiedeln; bei all den glitzernden Menschenmassen konnte sogar ein Krinar unbemerkt bleiben.

Während ich das Gebäude auf der anderen Straßenseite betrachtete, sah ich eine Gruppe großer, langbeiniger Frauen, die sich einer bescheidenen braunen Tür näherten. Es gab kein Schild über ihr, nichts, was verriet, um welche Art von Einrichtung es sich handelte. Eine der Frauen klopfte an, und die Tür schwang auf, um die Gruppe hereinzulassen. Dann schloss sich die Tür sofort wieder.

Meine Große-Story-Instinkte wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. »Da«, sagte ich, packte Jays Arm und schleifte ihn praktisch über die belebte Straße.

»Woher weißt du das?« Seine Stimme hatte einen ängstlichen Unterton. »Hast du einen von ihnen gesehen?«

»Nein.« Ich ignorierte das Hupen von Taxis, als ich vor mehrere Autos lief, die bremsen mussten. »Aber ich glaube, ich habe ein paar Frauen gesehen, die ihr Typ sein könnten.«

»Ihr Typ?«

»Krinarartig«, erklärte ich und schlängelte mich durch die Menschenmassen auf dem Bürgersteig. »Groß, wunderschön … wie Supermodels.«

»Das hat nichts zu bedeuten …«

»Wir probieren das einfach mal«, unterbrach ich ihn und blieb vor der braunen Tür stehen. Ich wandte mich Jay zu und fragte: »Bereit?«

»Nein«, sagte er mürrisch, aber ich klopfte schon an die Tür.

Ein paar Sekunden lang passierte nichts. Dann öffnete sich die Tür leise und gab den Weg in einen schmalen Flur frei.

»Okay, weiter geht’s«, flüsterte ich Jay zu und trat ein.

Er folgte mir ohne ein weiteres Wort.

Als wir leise durch den Flur gingen, spürte ich, wie mein Herzschlag schneller wurde. War es möglich, dass ich sie tatsächlich persönlich treffen würde? Die Eindringlinge, die ich bisher nur im Fernsehen gesehen hatte?

Der Flur endete vor einer weiteren Tür – einer in einer metallisch grauen Farbe. Sie war verschlossen, also klopfte ich wieder an, da ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte.

Dann wartete ich.

Und wartete.

Und wartete.

»Ich glaube nicht, dass sie uns reinlassen werden«, flüsterte Jay nach einer Minute. »Vielleicht sollten wir gehen.«

»Noch nicht«, flüsterte ich zurück. Ich wollte es nicht zugeben, aber jetzt, da wir hier waren, wurde ich auch langsam nervös. Das volle Ausmaß dessen, was wir taten, fing langsam an, mir zu dämmern. Wenn dies tatsächlich der X-Klub war, von dem ich gehört hatte, dann waren auf der anderen Seite dieser Tür Wesen von einem anderen Planeten – von einer alten Zivilisation, die angeblich das Leben auf der Erde gesät hatte.

Mein Herz pochte jetzt in meinem Hals.

Ich sammelte meinen ganzen Mut, klopfte wieder an und rief: »Hallo?«

Jay schluckte hörbar neben mir, und sein Gesicht erblasste.

»Hallo?«, rief ich noch einmal, diesmal lauter. Nervös oder nicht, ich wollte nicht gehen, bis ich alles versucht hatte.

»Amy, lass uns gehen …«

Die Tür glitt leise auf.

Ein Mann stand da, und seine große, breitschultrige Gestalt nahm den größten Teil der Tür ein. Im schlechten Licht konnte ich von seinem Gesicht nur hohe Wangenknochen und einen Kiefer sehen, der aussah, als sei er aus Granit geschnitzt. Seine Augen glitzerten dunkel unter dicken Augenbrauen, und seine Kleidung war hell, fast weiß.

Überwältigt starrte ich ihn an. Könnte es sein …? Könnte er …?

Der Mann lächelte, und seine Zähne blitzten in seinem gebräunten Gesicht weiß auf. »Willkommen«, sagte er leise, trat beiseite und bedeutete uns mit einer Handbewegung, einzutreten.

Kapitel Vier

Mein Herz raste wie verrückt in meiner Brust, als ich mit Jay auf den Fersen durch die Tür trat.

Im Inneren war ein großer Raum, der schwach beleuchtet und völlig leer war. Keine Möbel und keine Menschen – außer dem Mann, der uns die Tür geöffnet hatte. Er stand ruhig da und betrachtete uns mit seinem dunklen Blick.

Die Tür hinter uns glitt zu.

Ich wischte heimlich meine verschwitzten Handflächen an der Vorderseite meines Kleides ab und hoffte, dass der Mann meine nervöse Geste nicht bemerkte.

»Hallo«, sagte Jay und trat nach vorn, um sich neben mich zu stellen. Zu meiner Überraschung war die Stimme meines Freundes ruhig, und er hatte ein kokettes Lächeln im Gesicht. »Wir haben gehört, dass hier eine Party stattfindet. Stimmt das?«

Der Mann antwortete einen Moment lang nicht und ließ meine Angst ansteigen. Dann sprach er, und seine tiefe Stimme klang amüsiert. »Das könnte man so sagen.«

»Großartig.« Jay strahlte ihn an. »Genau dafür sind wir hier.«

Ich spürte eine Welle der Bewunderung für meinen Freund. Ich hatte immer gewusst, dass Jay eine tolle soziale Kompetenz hatte, aber das hier war alles andere als eine typische Partyumgebung. Trotz all seiner Abneigung, hier zu sein, zeigte sich Jay eindeutig von seiner besten Seite.

»Ihr beide?«, fragte der Mann und klang immer noch amüsiert.

»Ja.« Ich zwang ein strahlendes Lächeln auf meine Lippen. Wenn Jay das tun konnte, konnte ich es auch. »Wir sind sehr … neugierig.«

»Ah.« Der Mann lachte, ein tiefer, sinnlicher Klang, der mir einen Schauer über den Rücken schickte. »Neugierig, also. Dann folgt mir.«

Er drehte sich um und begann, zur anderen Seite des Raumes zu gehen. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Wie die Krinar, die ich im Fernsehen gesehen hatte, ging der Mann nicht einfach, vielmehr glitt er, und jede seiner Bewegungen war von unmenschlicher Kraft und Anmut erfüllt.

Es gab keinen Zweifel mehr.

Ich hatte gerade meinen ersten Krinar kennengelernt.

Jay berührte meinen Arm, und mein Blick richtete sich auf ihn. Auf seinem Gesicht konnte ich die gleiche Ehrfurcht und Aufregung sehen, die ich empfand. »Oh, mein Gott«, formte ich lautlos mit meinen Lippen, und er nickte, mit vor Schock weit aufgerissenen Augen.

»Komm schon«, sagte ich wieder lautlos, deutete mit meinem Kinn in Richtung des Krinar, und wir beide eilten ihm nach, wobei wir fast rennen mussten, um mit ihm Schritt zu halten.

Der Krinar blieb am anderen Ende des Raumes vor einer Wand stehen und machte eine kurze winkende Handbewegung. Ungläubig sah ich dabei zu, wie sich die Wand auflöste und eine ovale, mannshohe Öffnung entstand. Ich konnte gerade noch ein Keuchen unterdrücken. Ich hatte natürlich gewusst, dass die Krinar über eine fortschrittlichere Technologie verfügen, aber ich hatte sie noch nie live gesehen.

Das würde ich definitiv in meinen Artikel aufnehmen.

Als ich gerade den ersten Abschnitt meiner Geschichte im Kopf verfasste, trat der Krinar durch die Öffnung und verschwand dahinter. Da ich ihn nicht verlieren wollte, ging ich ihm nach, und Jay folgte mir.

Wir kamen in einen abgedunkelten Flur. Nachdem wir etwa vier Meter gegangen waren, standen wir vor einer weiteren Wand. Der Krinar wartete darauf, dass wir aufholten, und dann schuf er eine zweite Öffnung, durch die ich mehrfarbige Lichter sehen und pulsierende Musik hören konnte.

»Hier sind wir«, sagte er, und sein Englisch war so perfekt wie das eines Amerikaners. Ich hatte mich schon immer gefragt, woher die Außerirdischen die Sprachen der Erde so gut kannten. Es wurde spekuliert, dass sie eine Art neuronale Sprachimplantate hatten, aber niemand wusste das mit Sicherheit.

Das war eine weitere Sache, der ich heute Abend vielleicht nachgehen könnte.

»Wow, wie cool«, rief Jay aus und spielte seine Rolle als verrückter Partygänger bis zur Perfektion. »Ich liebe es, wie ihr das macht, Mann.«

Der Krinar hob seine Augenbrauen an, würdigte diese Aussage aber nicht mit einer Antwort. Stattdessen ging er hinein, wieder mit dieser bemerkenswerten animalischen Anmut. Jay, der seinen Vorsichtigkeitszauber gebrochen zu haben schien, folgte ihm, ohne zu zögern. Nach einer kurzen Pause ging ich ihnen nach, und mein Herz klopfte mit einer Mischung aus Angst und Aufregung.

Wir waren offiziell in einem X-Klub.

Das erste, was mir auffiel, war die Musik. Außerhalb der Öffnung hatte ich nur den pulsierenden Beat wahrgenommen, aber sobald ich hineinkam, konnte ich die weinerlichen Untertöne eines unbekannten Instruments hören, das mit schärferen Vibrationen vermischt war. Die Musik war nicht besonders laut, aber sie umhüllte mich, so dass ich mich von der Melodie umschlossen fühlte.

Über die Musik hinweg konnte ich Lachen und das Stimmengewirr von Gesprächen hören. Der geräumige Raum war mit Menschen gefüllt – obwohl ich mir nicht sicher war, ob Menschen der richtige Begriff war, da viele der anwesenden Personen Krinar waren. Die Außerirdischen waren leicht zu erkennen: Sie waren alle groß, dunkelhaarig und hatten die atemberaubende Schönheit, die man normalerweise bei Supermodels sieht. Eine Weile hatte es Gerüchte gegeben, dass die Krinar überhaupt keine biologischen Wesen seien, und ich konnte verstehen, wie diese Gerüchte entstanden waren. Die Krinar waren nicht nur unglaublich stark und schnell, sondern auch fast zu perfekt, um echt zu sein.

Oder zumindest zu perfekt, um menschlich zu sein.

Der Raum selbst war mit den runden Tischen in jeder Ecke spärlich ausgestattet. Sie schienen die krinarische Version von Bars zu sein. Ich konnte sehen, wie sich sowohl Menschen als auch Krinar in der Nähe dieser Tische aufhielten und Gläser mit verschiedenen Getränken holten.

Die Beleuchtung im Raum war weich, und mehrere Farbtöne warmer Farben vermischten sich. Es schmeichelte der hellen Kleidung der Krinar. Die Kleidung selbst war nicht besonders exotisch – helle, wallende Kleider für Frauen, und Shorts mit ärmellosen Hemden für Männer – aber sie passten zu den Außerirdischen und betonten ihren goldenen Hautton und ihre passenden anmutigen Körper.

Bevor ich weitere Details aufnehmen konnte, drehte sich der Krinar, der uns hergebracht hatte, um, um mich anzuschauen. Auf seinen vollen, perfekt geformten Lippen war ein spöttisches Halblächeln zu sehen.

»Neugierde befriedigt?«, schnurrte er, während er mich anblickte, und mein Atem blieb mir im Hals stecken, als ich ihn zum ersten Mal genau ansah.

Der Krinar, der vor mir stand, hatte eine dunkle, satyrhafte Schönheit, die sowohl verlockend als auch verstörend war. Sein schwarzes Haar war glänzend und glatt und lang genug, um seine Ohren zu bedecken und ungebändigt über seine Stirn zu fallen. Mit seiner männlichen Nase und seinem starken Kiefer hätte er auf einem Werbeplakat für Rekrutierungen der Armee posieren können – nur, dass kein Soldat einen Mund hatte, der so frevelhaft sinnlich war, oder Augen, die eine derart fleischliche Lust versprachen.

Wunderschöne schwarzbraune Augen mit dichten Wimpern, die schon jetzt mit unverschämtem männlichen Interesse über meine Kurven fuhren.

Zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben errötete ich. Ich konnte nichts dagegen tun. Es fühlte sich an, als würde mich der Krinar mit seinem Blick ausziehen und mich nackt und verletzlich dastehen lassen. Mein Körper fühlte sich unangenehm warm an, meine Atmung wurde schneller, und mein Puls beschleunigte sich.

Der Krinar sah mich nicht nur an; er verschlang mich mit seinen Augen – und mein Körper reagierte auf seinen Blick wie auf eine körperliche Berührung. Meine Brustwarzen verhärteten sich, und flüssige Hitze begann, sich zwischen meinen Oberschenkeln zu sammeln. Die Luft war so dick vor sexueller Anspannung, dass ich sie praktisch schmecken konnte. Als die Augen des Krinar auf meinem Gesicht lagen, konnte ich ihn nur anstarren, hoffnungslos gefangen von diesem dunklen, alles verschlingenden Blick.

»Und wer ist das, Vair?« Die Stimme einer Frau brach den Zauber und drang in die sinnliche Blase ein, die sich um mich und dem Krinar gebildet zu haben schien.

Dankbar für die Unterbrechung holte ich einen zittrigen Atemzug, riss meine Augen von dem Krinar los und wandte mich dem Neuankömmling zu.

Es war ein weiterer Krinar. Die Frau lächelte verführerisch, und ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf Jay – der sie mit der gleichen hilflosen Faszination anstarrte, die ich gerade erlebt hatte.

Mist. Das war nicht gut. Das war überhaupt nicht gut. Jay war nicht gerade für seine Selbstbeherrschung in Bezug auf Versuchungen bekannt – und die neben ihm stehende krinarische Frau war Verlockung pur.

Sie trug ein kurzes weißes Kleid und war fast ein Meter achtzig groß, mit braunen, muskulösen Beinen, die endlos lang zu sein schienen. Ihr Körper war perfekt proportioniert, schlank und feminin zugleich, mit einer Taille, die für ihren Körper fast zu schmal war. »Alien-Barbie« war der Gedanke, der mir in den Sinn kam.

Eine sehr sexy Alien-Barbie.

»Das sind ein paar Streuner, die ich im Flur gefunden habe«, antwortete der Krinar – Vair – auf die Frage der Frau. Seine üppigen Lippen formen sich zu einem ironischen Lächeln, als er sagte: »Shira, darf ich vorstellen: neugieriges Mädchen und neugieriger Junge. Lecker, nicht wahr?«

Bevor ich herausfinden konnte, wie ich auf diese beleidigende – und eher alarmierende – Aussage reagieren sollte, trat Jay vor und streckte seine Hand aus. »Ich bin Jay«, sagte er mit einer heiseren Stimme. »Es freut mich, dich kennenzulernen … Shira, richtig?«

Die Frau lachte mit leiser, kehliger Stimme. »Ja, das stimmt, mein Süßer. Ich bin Shira. Warum zeige ich dir nicht alles?« Und damit ergriff sie Jays ausgestreckte Hand mit ihren langen Fingern und führte meinen Freund zu einer der Bars, wobei sich ihr Körper so geschmeidig bewegte wie der einer Katze.

Jay ging ohne zu protestieren mit ihr mit, anscheinend zu fasziniert, um sich an seine früheren Bedenken zu erinnern – oder an die Tatsache, dass er hier war, um mir bei der Story zu helfen, nicht um das Sexspielzeug von K-Barbie für eine Nacht zu sein.

»Keine Sorge«, sagte Vair, so als könne er meine Gedanken lesen. Seine Stimme war erfüllt von dunkler Belustigung. »Shira wird sich gut um ihn kümmern.«

Widerwillig drehte ich mich zu ihm um, und mein Herzschlag beschleunigte sich, als sich unsere Augen erneut trafen. »Ich mache mir keine Sorgen«, konnte ich ihm gerade so antworten. »Wir sind ja schließlich hier, um Spaß zu haben.«

»Natürlich bist du das, mein Liebling.« Vairs Zähne funkelten weiß. »Und Spaß sollst du auch haben. Möchtest du etwas trinken oder lieber tanzen?«

Ich blinzelte ihn an. »Tanzen?« Die Musik hatte ein gutes Tempo, aber sie hatte nicht gerade die Tanzflächenlautstärke. Und niemand um uns herum tanzte.

Ganz zu schweigen davon, dass ich mich nicht in Vairs Reichweite begeben würde, wenn ich es verhindern konnte. Der Klub mochte ein Ort sein, an dem man sich mit Krinar treffen konnte, aber das war nicht das, wofür ich hier war.

»Ja, tanzen.« Sein Lächeln wegen meines ungläubigen Blicks wurde noch breiter. »So.« Er machte eine kleine Geste mit der Hand, und plötzlich verdunkelte sich der Raum, und das sanfte Licht nahm einen rötlich-violetten Farbton an. Die Musik wurde schneller und lauter, und der pulsierende Beat erfüllte meinen Körper. Um uns herum spürte ich, wie sich die Energie des Raumes änderte, während sich die Gespräche abschwächten und aus Gruppen Paare wurden, die begannen, sich in unverkennbaren Tanzbewegungen zu bewegen.

Erschrocken trat ich zurück. »Was? Wie …«

»Mir gehört dieser Klub«, murmelte Vair und kam näher. »Habe ich vergessen, das zu erwähnen?«

Ich schluckte. »Ähm, ja. Ich glaube, das hast du.« Heilige Scheiße. Das war der Klubbesitzer – und er schien mich aus irgendeinem Grund zu wollen. Das war entweder ein großes Problem oder eine große Chance.

»Wie lange gehört er dir schon?«, fragte ich, da mein innerer Reporter entschied, dass es Letzteres war. Das war eine ausgezeichnete Gelegenheit, Informationen zu erhalten – auch wenn es bedeutete, dass ich die sexuellen Annäherungsversuche eines Außerirdischen ertragen musste.

Die nicht annähernd so unwillkommen waren, wie ich es mir gewünscht hätte.

»Eine Weile.« Vair trat noch näher an mich heran und hielt weniger als einen halben Meter von mir entfernt an.

Ich saugte tief Luft ein und neigte meinen Kopf nach hinten, um zu ihm hochzuschauen. Es war, als würde man den Gipfel eines Berges sehen wollen. Ich hatte natürlich gewusst, dass er groß war, aber mir war nicht klar gewesen, wie verdammt groß. Der Krinar war weit über ein Meter achtzig groß, mit Muskeln, die einen Bodybuilder stolz gemacht hätten. Er ragte über meine etwas mehr als ein Meter fünfzig, weshalb ich mich neben ihm so klein wie ein Kind fühlte. Selbst für einen Menschen wäre er unglaublich stark gewesen, und die Krinar waren dafür bekannt, dass sie viel, viel stärker als Menschen waren.

Mein Bauch zog sich vor Angst und Erregung zusammen, als ich über die Tatsache nachdachte, dass er alles tun konnte, was er wollte. Alles. Wie Jay gesagt hatte, standen die Krinar im Grunde genommen über dem Gesetz.

»Wie lange ist eine Weile?«, fragte ich nach und tat mein Bestes, um meinen explodierenden Puls zu ignorieren. »Seit ihr angekommen seid?«

Er lachte. »Nein. Erst, als sich die Dinge beruhigt hatten.«

Ah. Endlich kamen wir weiter. Ich vermutete, dass »als sich die Dinge beruhigt hatten« eine Umschreibung für das Ende der Großen Panik waren – die dunklen Monate, die nach der Ankunft der Krinar auf der Erde folgten. Zu diesem Zeitpunkt war der Klub also weniger als achtzehn Monate alt.

Ich notierte mir diesen Leckerbissen und schenkte Vair ein ermutigendes Lächeln. »Unglaublich. Und wie bist du dazu gekommen, einen in New York zu eröffnen? Ich dachte, dass ihr unsere Städte nicht mögt …«

»Warum sollte ich eure Städte nicht mögen?« Er zog seine Augenbrauen in die Höhe.

»Nicht du persönlich. Ich spreche von euch allgemein. Den Krinar.«

Er sah amüsiert aus. »Ich kann nicht für alle Krinar sprechen, mein Liebling, genauso wie du nicht für die gesamte Bevölkerung der Erde sprechen kannst. Ich bin nur ein Individuum, und zufällig gefällt mir diese Stadt. Ich finde sie sehr … anregend.« Seine Augen wanderten wieder über meinen Körper und ließen keinen Zweifel daran, an welche Art der Anregung er dachte.

Eine tückische Hitze ließ meine Wangen erröten, als mein Körper wieder auf diesen Blick reagierte. »Das stimmt natürlich«, murmelte ich und durchforstete mein Hirn nach einer Möglichkeit, das Gespräch auf ein weniger sexuell aufgeladenes Thema zu lenken. »Also, warum …«

»Warum tanzen wir nicht?«, unterbrach mich Vair, und ich erkannte, dass sich fast jeder um uns herum im Rhythmus der Musik bewegte – einschließlich Jay und seiner Barbie auf der anderen Seite des Raumes.

Und bevor ich mir überlegen konnte, wie ich ablehnen sollte, kam Vair ganz dicht an mich heran und zog mich in seine Umarmung.

Kapitel Fünf

Als sich Vairs kräftige Arme um mich schlossen und mich gegen seinen muskulösen Körper zogen, wurde meine Atmung schnell und unregelmäßig. Ich konnte seine Wärme spüren, seinen sauberen männlichen Duft riechen, und eine Welle von Hitze breitete sich in mir aus, und meine inneren Muskeln spannten sich vor Verlangen an.

Geschockt und beschämt über die Intensität meiner Reaktion, versuchte ich, mich wegzudrücken, indem ich meine Handflächen auf Vairs Brust legte, um ihn auf Distanz zu halten. »Warte, ich kann nicht gut tanzen …«

»Das musst du auch nicht.« Er lächelte mich an und ignorierte meine schwachen Versuche, ihn wegzustoßen. »Ich führe.«

»Aber …«

»Entspann dich einfach, mein Liebling«, murmelte er und begann, sich mit dem pulsierenden Beat zu bewegen. Die stahlharten Muskeln in seiner Brust spannten sich unter meinen Fingerspitzen an, und sein Oberschenkel streifte meine Beine und ließ meinen Herzschlag ansteigen. »Ist es nicht das, wofür du hierhergekommen bist?«

Ich atmete zitternd ein, und meine Gedanken rasten, als ich auf seinen dunklen, sinnlichen Blick starrte. Nein, wollte ich schreien. Nein, das war es nicht.

»Ich wollte nur sehen, wie es ist«, flüsterte ich stattdessen und hoffte, dass ich durch die Halbwahrheit nicht rausgeschmissen werden würde. Meine Stimme klang so atemlos, als ob ich eine Meile gelaufen wäre. »Ich hatte noch nie einen von euch persönlich gesehen, und ich war neugierig, genau so wie ich es dir gesagt habe …«

»Ach, ja, deine berüchtigte Neugierde.« Sein Lächeln wurde leicht spöttisch. »Du weißt, wofür dieser Ort da ist, nicht wahr, kleiner Mensch?«

Ich befeuchtete meine Unterlippe und ließ meinen hektischen Herzschlag langsamer werden. »Natürlich. Aber ich möchte es mir dieses erste Mal nur ansehen. Ich hoffe, das ist kein Problem.« Wenn es ein Problem wäre, müsste ich jetzt gehen, da ich nicht mit jemandem schlafen würde, um eine Story zu bekommen.

So sehr verfolge ich meine Karriere dann doch nicht.

Bei meiner Antwort verdunkelten sich Vairs Augen, und das Lächeln auf seinen Lippen verblasste. »Ich verstehe.«

Ich wartete darauf, dass er noch etwas anderes sagte, aber das tat er nicht. Stattdessen hielt er mich weiterhin fest und ließ mir keine andere Wahl, als mich mit ihm zur Musik zu bewegen. Seine Hände lagen sanft auf meiner Taille, aber jedes Mal, wenn ich versuchte, mich zurückzuziehen, wurde sein Griff fester, was mir zeigte, dass er nicht bereit war, mich gehen zu lassen. Nach ein paar Versuchen, mich diskret aus seiner Umarmung zu befreien, gab ich auf, weil ich keine Szene machen wollte.

Nur ein Tanz, sagte ich mir. Es ist nur ein Tanz. Ich war mit einem Tanz einverstanden, solange er nicht auf mehr bestand – und das schien er zumindest für den Moment nicht zu wollen. Er hielt mich in einer vorsichtigen Entfernung, nah genug, dass ich mir seines warmen, muskulösen Körpers bewusst war, aber nicht so nah, dass ich gegen ihn gedrückt wurde. Ein paar Mal dachte ich, ich würde etwas Hartes an meinem Bauch spüren, aber ich war mir nicht sicher, da der Kontakt kurz war.