Das magische Amulett #11: Herrin der Geisterinsel - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #11: Herrin der Geisterinsel E-Book

Jan Gardemann

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Beschreibung

Das magische Amulett Band 11 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 96 Taschenbuchseiten. Der Arzt Cliff Parker hat sich ein Haus an der Themse gekauft. Sein Freund Daniel und dessen Freundin Brenda, eine anerkannte Archäologin des Britischen Museums, kommen etwas verspätet zur Einweihungsparty, die bereits in vollem Gange ist, als sie eintreffen. Sarah Steel, Cliffs Freundin, teilt Brendas Eindruck, dass mit dem Haus etwas nicht in Ordnung ist. Einige seltsame Vorkommnisse noch während der Party entfachen Brendas Neugier, und sie beginnt, in alten Archiven zu recherchieren. Als Cliff Parker unter mysteriösen Umständen verschwindet, macht sie sich mit Daniels Unterstützung daran, die Geheimnisse um Cliffs Haus zu lüften...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 100




Jan Gardemann

Das magische Amulett #11: Herrin der Geisterinsel

Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Herrin der Geisterinsel

Das magische Amulett Band 11

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 96 Taschenbuchseiten.

 

Der Arzt Cliff Parker hat sich ein Haus an der Themse gekauft. Sein Freund Daniel und dessen Freundin Brenda, eine anerkannte Archäologin des Britischen Museums, kommen etwas verspätet zur Einweihungsparty, die bereits in vollem Gange ist, als sie eintreffen. Sarah Steel, Cliffs Freundin, teilt Brendas Eindruck, dass mit dem Haus etwas nicht in Ordnung ist. Einige seltsame Vorkommnisse noch während der Party entfachen Brendas Neugier, und sie beginnt, in alten Archiven zu recherchieren. Als Cliff Parker unter mysteriösen Umständen verschwindet, macht sie sich mit Daniels Unterstützung daran, die Geheimnisse um Cliffs Haus zu lüften...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

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Prolog

Das Licht ging aus. Dunkelheit breitete sich aus und ein gespenstischer Schatten schoss von hinten auf den Hausmeister zu. »Vorsicht!«, rief ich. Aber meine Warnung kam zu spät. Der Schatten riss dem alten Mann den Folianten aus der Hand. Entsetzt schrie der Hausmeister auf. Die gespenstische Gestalt versetzte ihm einen Stoß vor die Brust, so dass der alte Mann hilflos zurücktaumelte und mit dem Rücken gegen ein Regal prallte. Ich war vor Schreck wie erstarrt. Die nachtschwarze Gestalt erinnerte mich an den huschenden Schatten, der mir im Stadtarchiv von London aufgefallen war. Die Gestalt wirbelte blitzschnell herum...

1

»Hier irgendwo muss doch die Abzweigung sein, die zu Cliffs neuer Villa führt«, meinte Daniel. Er hatte sich über das Lenkrad seines eleganten Sportwagens gebeugt und schaute angestrengt nach draußen. Sein hellbraunes lockiges Haar schimmerte im Licht der untergehenden Sonne.

Wir befanden uns auf einer holprigen Landstraße östlich von London. Sie führte durch ein bewaldetes Gebiet, das mit undurchdringlichem Unterholz bewachsen war.

Die Abenddämmerung hatte sich über die urwüchsige Landschaft gesenkt. Kleine weiße Wolken, die rasch über den dämmerigen Himmel zogen und von der untergehenden Sonne angestrahlt wurden, huschten wie fahle Geister über das Firmament. Ein seichter Wind ließ die Wipfel der hohen Bäume wanken. Er fuhr durch das dichte Gestrüpp, das in dem abendlichen Zwielicht die bizarrsten Formen angenommen hatte.

Auch ich hielt nach der Abzweigung Ausschau. Aber der düstere Waldrand erschien mir wie eine undurchlässige Mauer. Plötzlich war die Straße zu Ende.

Ein niedriger Wall aus großen, mit wildem Wein überwucherten Steinen versperrte den Weg. Dahinter floss dunkel und träge ein breiter Fluss. Es handelte sich um einen Seitenarm der Themse, der weiter südlich in einen großen See mit vielen kleinen Inseln überging.

Daniel stoppte und sah mich schelmisch an.

»Ob Cliff uns nur reinlegen wollte?«, überlegte er scherzend. »Vielleicht hat Cliff sich in dieser Gegend gar keine neue Villa zugelegt. Seine Einladung zum Einweihungsfest war sicher nur ein Vorwand, um uns beide hier in die Einsamkeit zu locken, damit wir endlich mal wieder Zeit füreinander finden.«

Daniel legte mir zärtlich einen Arm um die Schulter und zog mich an sich. Ich schmiegte mich an ihn und unsere Lippen vereinigten sich zu einem langen leidenschaftlichen Kuss.

Ich seufzte sehnsuchtsvoll, als wir uns wieder voneinander lösten. Daniel hatte mit seiner Anspielung durchaus recht. Wir beide hatten in den letzten Wochen nur wenig Gelegenheit gehabt, uns ungestört unserer Liebe hinzugeben. Daran waren hauptsächlich unsere zeitaufwändigen Berufe Schuld.

Daniel war ein bekannter Arzt und Neurologe. Er arbeitete im St. Thomas Hospital in London, und der Schichtdienst, den er dort leisten musste, brachte es mit sich, dass er oft nächtelang in der Klinik war und am Tage schlief.

Aber auch mein Job forderte das äußerste von mir. Ich war Archäologin und arbeitete im British Museum. Professor Sloane, der Direktor des Museums, erwartete von seinen Mitarbeitern Hingabe und Kreativität bei der Verrichtung ihrer Arbeit. Eine Sache, die mir nicht schwerfiel, da ich meinen Job sehr liebte.

Ich genoss jetzt Daniels Zärtlichkeiten und schloss genießerisch die Augen. Ich fühlte, wie eine Woge der Leidenschaft meinen Körper umspülte und drängte mich noch dichter in Daniels Arme.

Da ertönte draußen plötzlich ein vernehmliches Rascheln und Knacken.

Beunruhigt öffnete ich die Augen. Mein Blick fiel in den Rückspiegel und ich erstarrte.

Der holprige Weg hinter uns, der von dichtem Farn und Gestrüpp gesäumt war, verlor sich irgendwo in der Ferne zwischen den mächtigen Bäumen in der Dunkelheit. Die Äste eines Gebüschs, das nur wenige Schritte hinter Daniels Wagen stand, wurden hin und her gerissen. Eine dunkle, gedrungene Gestalt war zwischen den Zweigen zu sehen.

Im ersten Moment dachte ich, es würde sich um ein wildes Tier handeln, das sich in dem Gebüsch versteckt hatte. Doch da brach die Gestalt plötzlich aus dem Busch hervor und rannte quer über die Straße.

Das, was ich für ein Tier gehalten hatte, bewegte sich auf zwei Beinen! Lange Arme baumelten an den Seiten und schlackerten auf befremdliche Weise hin und her. Der runde Kopf war haarlos, und ein paar geschlitzte gelbleuchtende Augen glühten daraus hervor.

Unwillkürlich versteifte ich mich in Daniels Armen.

»Was hast du?«, fragte Daniel irritiert.

»Du siehst ja plötzlich ganz bleich aus.«

»Da... da war eine seltsame Kreatur«, stammelte ich atemlos. Ich wandte mich in dem Sitz um und starrte durch die Heckscheibe.

Aber die gedrungene, kleine Gestalt war verschwunden.

Daniel sah mich von der Seite an.

»Bist du sicher, dass du nicht bloß ein Tier gesehen hast?«, fragte er vorsichtig. Daniel und ich hatten in der Vergangenheit viele mysteriöse Dinge erlebt, so dass er meine Worte nicht grundsätzlich anzweifelte.

Ich zuckte unschlüssig mit den Schultern. »Ich bin mir nicht sicher«, erwiderte ich gedehnt. »Das Wesen sah erschreckend aus. Etwas Vergleichbares habe ich noch nie gesehen. Es kann also durchaus sein, dass ich bloß einen Fuchs oder ein Wildschwein gesehen habe, es mir in der Dämmerung aber vorkam, wie ein... ein buckliges zwergenhaftes Wesen...«

Ich hielt inne und sah Daniel entschuldigend an.

»Es tut mir leid. Ich habe mit meinem albernen Verhalten unsere romantische Stimmung zerstört!«

Daniel lächelte verkniffen. Es war ihm anzusehen, dass er enttäuscht war. Unser unverhofftes Schäferstündchen war verdorben. Ich bedauerte es ebensosehr wie Daniel.

»Lass uns die Straße zurückfahren«, sagte er rau und schaltete den Motor wieder an. »Es wäre doch gelacht, wenn wir die Abzweigung zu Cliffs neuer Villa nicht finden würden. Er hat eine Menge Gäste zu seiner Einweihungsfete eingeladen. Irgendein Zeichen muss er doch angebracht haben, wenn er nicht Gefahr laufen will, dass seine Gäste hier irgendwo in der Wildnis spurlos verschwinden.«

Cliff Parker war Daniels bester Freund. Er war ein bekannter Chirurg und arbeitete ebenfalls im St. Thomas Hospital. Cliff war ein sympathischer Kerl, der eine große Schwäche für schöne Frauen hatte und der das Meer über alles liebte. Er besaß eine große Jacht und arbeitete in seiner Freizeit oft mit einer bekannten Umweltorganisation zusammen.

Daniel wendete den Wagen, was auf der engen, holprigen Fahrbahn nicht einfach war. Dann schaltete er die Scheinwerfer an und fuhr die Strecke langsam wieder zurück.

Ich ertappte mich dabei, wie ich den düsteren Büschen und dem gefiederten Farn am Straßenrand unbehagliche Blicke zuwarf. Erwartete ich etwa, dass sich die merkwürdige Gestalt ein zweites Mal zeigte?

Ich zwang mich, nicht mehr an die schreckliche Erscheinung zu denken und konzentrierte mich stattdessen darauf, die Abzweigung zu finden, die wir übersehen haben mussten.

Da entdeckte ich zwischen zwei buschigen Gestrüppen plötzlich einen engen Durchlass. Abgebrochene Zweige und die Spuren von Autoreifen, die sich auf dem dunklen Mutterboden zwischen den hohen Gewächsen abzeichneten, deuteten darauf hin, dass ich die Abzweigung gefunden hatte.

»Dort ist ein Weg«, rief ich und deutete auf die Büsche.

Daniel stoppte.

»Du hast recht. Der Weg führt direkt durch die Büsche in den Wald hinein. Einen abgelegeneren Ort hätte Cliff sich für seine neue Behausung kaum aussuchen können. Mich wundert nur, dass. er es seinen Gästen so schwer macht, ihn zu finden.«

Da sah ich plötzlich die Überreste eines Schildes, das abgeknickt zwischen den Zweigen des linken Gestrüpps hing.

Ich machte Daniel darauf aufmerksam. Er stieg daraufhin aus und klaubte das Schild zwischen den Zweigen hervor.

Ich wurde unruhig, weil ich wieder an die seltsame Kreatur denken musste. Mir wäre es lieber gewesen, Daniel wäre nicht ausgestiegen.

In diesem Moment wandte er sich zu mir um und hielt das Schild so, dass ich es sehen konnte.

Es war ein einfaches Holzschild, das die Form eines Pfeils hatte. Cliff Parker Villa, stand mit knallroten Lettern darauf geschrieben. Daniel rammte das Schild in den weichen Waldboden, so dass es nun wieder für jeden sichtbar war.

»Einer der Gäste muss das Schild beim Abbiegen gerammt haben«, erklärte er.

Dann bog er in den versteckten Waldweg ein. Die Dunkelheit zwischen den dicht stehenden Bäumen hüllte uns ein. Geisterhaft mutete das Scheinwerferlicht an, das über die schwarzen mächtigen Baumstämme und das undurchdringliche Dickicht huschte. Das ungute Gefühl, das mich in seinen Klauen hielt, seit ich das seltsame Wesen gesehen hatte, wurde immer übermächtiger. Unwillkürlich rückte ich auf meinem Sitz näher an Daniel heran...

2

Nach zwei Kilometern, die wir durch den finsteren Wald zurücklegen mussten, traten die Bäume plötzlich zurück. Eine große Lichtung lag vor uns.

Die Lichtung wurde von dem hohen, düsteren Wald fast vollständig umschlossen, der in der Abenddämmerung wie eine nachtschwarze Mauer wirkte. In dieser Mauer klaffte auf der gegenüberliegenden Seite ein großes Loch. Dort war ein Ausschnitt des Seitenarms der Themse zu sehen. Das Ufer war dicht mit Schilf und Sträuchern bewachsen.

In der Mitte der Lichtung stand ein imposantes zweistöckiges Haus. Die Mauern bestanden aus dunklen wuchtigen Feldsteinen, die mit Moosflechten überwuchert waren. Die Fenster waren hoch und bogenförmig und waren mit roh behauenen Steinen eingefasst. Das verwinkelte Gebäude wirkte auf befremdliche Art verwirrend. Es gab zahlreiche Vorsprünge und Anbauten. Hier und da ragten aus dem spitzwinkligen schiefergedeckten Dach schlanke hohe Schornsteine hervor. Der runde Turm neben dem überdachten Eingang hatte ein aufwändiges Kegeldach und oben auf der Spitze eine Wetterfahne, die an einen Zwerg mit überlangen Armen erinnerte.

Der Anblick der seltsamen Wetterfahne irritierte mich. Aber es gab noch so viele andere Dinge zu entdeckten, dass ich diese Kleinigkeit rasch wieder vergaß.

Daniel fuhr auf einen großen Vorplatz. Zwischen dem moosbewachsenen Kies wucherten Grasbüschel und Disteln. Aber im Vergleich zur verwilderten Wiese, wo das Kraut hüfthoch stand, sah der Vorplatz noch relativ gepflegt aus.

Mehrere Autos und der Lieferwagen eines Partyservice parkten auf dem Platz. Daniel stellte seinen Sportwagen zwischen den anderen Fahrzeugen ab. Wir stiegen aus.

Fröhliche Musik und Stimmengewirr drang an unser Ohr.

»Die Party ist schon voll im Gange«, bemerkte Daniel.

Ich hakte mich bei ihm unter. Daniel trug ein Paket unter seinem Arm: Das Einweihungsgeschenk für Cliff Parker.

Kaum waren wir um eine Hausecke gebogen, fanden wir uns auch schon einer ausgelassenen Gesellschaft gegenüber. Die Villa wies an dieser Stelle eine überdachte Veranda auf. Von dort fiel das Gelände zum Ufer hin leicht ab. Der Rasen war gemäht, und die Ziersträucher waren gestutzt worden, so dass in der wildwuchernden hüfthohen Wiese eine breite Schneise entstanden war, die von der Veranda bis zum Ufer hinabführte.

Weiße Gartenmöbel waren aufgestellt worden. Auf einem Barbecue brutzelten Steaks und Würstchen. Und auf einer überdachten Bühne standen drei Musiker und spielten flotte Tanzmusik.

Da löste sich ein junger Mann mit kurzen blonden Haar aus einer Gruppe von Menschen. Es war Cliff Parker. Ein freudiges Strahlen huschte über sein braungebranntes Gesicht, als er mit ausgebreiteten Armen auf uns zueilte.

»Brenda! Daniel! Da seid ihr ja endlich!«, rief er.

Cliff umarmte mich herzlich und drückte mir einen Kuss auf die Wange.

Nachdem er auch Daniel begrüßt hatte, bekam er sein Geschenk überreicht.

»Das war doch nicht nötig«, meinte Cliff geschmeichelt und riss das Papier auf. Eine alte Uhr, umrahmt von zwei hinreißenden Porzellannixen, kam zum Vorschein.

Cliff stieß einen erstaunten Pfiff aus. Die Uhr war sehr wertvoll. Daniel und ich hatten sie in einem Antiquariat in London gekauft.

»Wir dachten, dass du jetzt, wo du so weit von London entfernt wohnst, einen guten Wecker brauchen könntest, damit du auch rechtzeitig aus den Federn kommst und nicht zu spät im OP erscheinst.«

»Ich werde das gute Stück in meinem Schlafzimmer aufstellen«, versprach Cliff und zwinkerte verschmitzt.

»Ich hoffe, dass du dann nicht nur noch Augen für deine neue Uhr haben wirst«, sagte eine junge Frau, die neben Cliff getreten war und sich an ihn schmiegte.

Ihr Name war Sarah Steel. In ihren braunen Augen lag ein geheimnisvolles Leuchten.

Sarah war Mitarbeiterin der Umweltorganisation, für die auch Cliff hin und wieder tätig war. Cliff war sehr in sie verliebt. Ihre Beziehung währte nun schon knapp ein Jahr, was für Cliff, der seine Freundinnen in der Vergangenheit oft gewechselt hatte, ziemlich ungewöhnlich war.

»Keine Angst«, erwiderte Cliff und drückte Sarah einen Kuss auf die Wange. »In meinem Leben wird es nie etwas geben, was mich von dir ablenken könnte. Alle meine Sinne sind nur auf dich gerichtet.«

Sarah seufzte und lächelte geschmeichelt. Dann erst schüttelte sie uns zur Begrüßung die Hände.

»Es war sehr schwer, den Weg zu deiner neuen Behausung zu finden«, bemerkte Daniel. »Aber die Mühe hat sich gelohnt. Die Villa sieht aus, wie ein kleines Schloss. Wie bist du bloß auf diesen imposanten Bau aufmerksam geworden?«