Das magische Amulett #2: Die schwarze Witwe - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #2: Die schwarze Witwe E-Book

Jan Gardemann

0,0

Beschreibung

Das magische Amulett Band 2 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 99 Taschenbuchseiten. Nachdem das British Museum die bedeutende Bibliothek des kürzlich verstorbenen Lord Chelmsie geerbt hat, machen sich die junge Archäologin Brenda Logan und Professor Sloane, der Direktor des Museums, auf den Weg, um die wertvollen Bücher aus dem Schloss abzuholen. Dort machen sie eine seltsame Entdeckung: Wände, Fenster und Türen sind mit merkwürdigen hieroglyphenartigen Schriftzeichen besprüht ... Der anschließende Einbruch zweier junger Mädchen in das Museum, die ungewöhnliche Amulette tragen und wie ferngesteuert wirken, und der Diebstahl eines handgeschriebenen Wörterbuchs der Chelmsies über Okkultismus und Spiritismus geben Brenda Logan noch mehr Rätsel auf. Hinzu kommt, dass sie scheinbar von einem mysteriösen, unsichtbaren Wesen, das sich der "Passulant" nennt, heimgesucht wird. Als dann ihr Freund Dr. Daniel Connors spurlos verschwindet, ahnt sie Schreckliches …

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 102

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS



Jan Gardemann

Das magische Amulett #2: Die schwarze Witwe

Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Die schwarze Witwe

Das magische Amulett Band 2

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 99 Taschenbuchseiten.

 

Nachdem das British Museum die bedeutende Bibliothek des kürzlich verstorbenen Lord Chelmsie geerbt hat, machen sich die junge Archäologin Brenda Logan und Professor Sloane, der Direktor des Museums, auf den Weg, um die wertvollen Bücher aus dem Schloss abzuholen. Dort machen sie eine seltsame Entdeckung: Wände, Fenster und Türen sind mit merkwürdigen hieroglyphenartigen Schriftzeichen besprüht ... Der anschließende Einbruch zweier junger Mädchen in das Museum, die ungewöhnliche Amulette tragen und wie ferngesteuert wirken, und der Diebstahl eines handgeschriebenen Wörterbuchs der Chelmsies über Okkultismus und Spiritismus geben Brenda Logan noch mehr Rätsel auf. Hinzu kommt, dass sie scheinbar von einem mysteriösen, unsichtbaren Wesen, das sich der »Passulant« nennt, heimgesucht wird. Als dann ihr Freund Dr. Daniel Connors spurlos verschwindet, ahnt sie Schreckliches …

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

1

»Brenda«, ertönte ein unheimliches Wispern. »Brenda, komm zu mir ...« Es war der Unheimliche, der diese Worte von sich gegeben hatte. Aber woher kannte er meinen Namen, und was wollte er von mir?

Schaudernd drehte ich mich um. Die Straße lag dunkel und verlassen vor mir, und die schmuddeligen Fassaden der alten mehrstöckigen Häuser wirkten finster und abweisend. Kein einziges Fenster war erleuchtet, und die Straßenlaternen gaben nur einen trüben, milchigen Schimmer von sich. Ich fühlte Panik in mir aufsteigen. »Brenda, du musst zu mir kommen. Es ist deine Bestimmung«, erklang wieder die seltsam hohl und verhalten klingende Stimme des Fremden, die direkt in meinem Kopf zu entstehen schien. Ich erschauderte und drehte mich ängstlich zu der Gestalt um, die sich jetzt anschickte, aus der düsteren Gasse herauszutreten. Aber die Füße, die unter dem Saum des gespenstischen Umhangs verborgen waren, schienen den Boden gar nicht zu berühren! Der Kerl schwebte!

Düster und wolkenverhangen spannte sich der Himmel über die hügelige Landschaft nordöstlich von London. Es regnete in Strömen, und dann und wann flackerten gezackte Blitze auf, deren weitgefächerte Enden wie Irrwische über die Baumwipfel der Wälder geisterten.

Der grollende Donner übertönte den dröhnenden Motor des Landrovers, hinter dessen Steuer ich saß. Der klapprige, alte Wagen gehörte dem British Museum in London, wo ich als Archäologin arbeitete, und wurde nur zu ganz bestimmten Anlässen aus der Garage geholt.

Heute gab es solch einen Anlass!

Neben mir auf dem Beifahrersitz kauerte Professor Salomon Sloane, der Direktor des Museums. Er klammerte sich angespannt am Haltegriff über dem Handschuhfach fest. Sloane schien dem Wagen und meiner Fahrkunst nicht ganz zu trauen. Das lag aber weniger an meinem Fahrstil als daran, dass Sloane eine grundsätzliche Aversion gegen Autos hatte und sich beharrlich weigerte, einen Führerschein zu machen. Den Weg von seiner Wohnung ins Museum legte er jeden Tag mit dem Fahrrad zurück; er ließ sich weder von Regen noch von Schnee abhalten, sich auf seinen alten, aber verkehrstüchtigen Drahtesel zu schwingen.

Sloane war ein untersetzter, stämmiger Mann Mitte fünfzig, der stets auffällig und farbenfroh gekleidet war. Heute trug er einen dunklen lilafarbenen Anzug mit blütenweißem Hemd. Sein Haar war bereits ergraut und stark gelichtet. Diesen Mangel an Haarpracht versuchte er damit wettzumachen, dass er sich einen kurzen Vollbart zugelegt hatte.

Professor Sloane war ein sympathischer, umgänglicher Mann, der seinen Untergebenen das Leben nicht zur Hölle machte, von ihnen aber Eigeninitiative und Fantasie bei der Verrichtung ihrer Arbeit verlangte.

Ich fühlte mich sehr wohl in dem Museum. Was zum großen Teil daran lag, dass Professor Sloane sich dafür einsetzte, dass neben dem eher tristen Museumsalltag für eine Archäologin auch eine Menge interessante Tätigkeiten abfielen, die eine echte Herausforderung darstellten.

Ob der heutige Ausflug auch zu dieser Sorte von Unternehmungen gehörte, bezweifelte ich allerdings.

Wir befanden uns auf dem Weg zu einem alten, verlassenen Schloss, dessen letzter Besitzer, Lord Chelmsie, vor einem Monat verstorben war. Der Lord war der letzte Nachkomme einer alten Familie gewesen. In seinem Testament hatte er verfügt, dass sein Anwesen einem Verein überschrieben werden sollte, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, alte, erhaltenswerte Gebäude zu restaurieren und vor dem Verfall zu bewahren.

Die Bibliothek der Chelmsies sollte jedoch in den Besitz des British Museums übergehen.

Das Museum verfügte über eine der umfangreichsten Büchersammlungen in England. Es befanden sich einzigartige Prunkstücke wie etwa die zwei Originale der Magna Charta unter diesen Büchern. Auch Handschriften von Charles Dickens und anderen berühmten Schriftstellern waren dort zu finden.

Und nun sollte die Büchersammlung der Chelmsies auch in die Bibliothek des Museums aufgenommen werden.

Professor Sloane hatte am Vortag die nötigen Unterlagen vom Notar der Chelmsies erhalten und mich gebeten, ihn zum Schloss zu begleiten, um die Bestände der Bibliothek zu sichten und ins Museum zu schaffen.

Plötzlich zuckte ein Blitz nieder und spaltete eine alte Eiche neben der Fahrbahn. Ich schrak aus meinen Gedanken und wich mit dem Wagen unwillkürlich aus.

Der Landrover geriet ins Schleudern; aber ich brachte den klapprigen Wagen wieder unter meine Kontrolle.

»Das war knapp«, bemerkte ich mit zitternder Stimme und warf Sloane einen raschen Seitenblick zu.

Der Professor war ziemlich blass geworden.

»Wir müssten doch eigentlich gleich da sein?«, ließ er sich verärgert vernehmen.

Wir hatten die kleine Ortschaft mit Namen Fyfield erst vor wenigen Minuten hinter uns gelassen. Jetzt lag nur noch offenes Gelände vor uns. Düster und etwas unheimlich mutete die Landschaft an. Die Hügel verloren sich irgendwo im grauen Dunst, und die Wälder auf den Hängen sahen aus wie urzeitliche Dinosaurier, die sich zum Sterben hingelegt hatten.

Wieder zuckte ein Blitz auf und schlug in einen Hügel ganz in der Nähe ein.

Auf dem Hügel waren plötzlich die Umrisse eines klobigen Gebäudes zu erkennen.

Der Donner ließ den Landrover erzittern.

»Dort ist ein Haus«, sagte ich und deutete auf den Hügel.

»Das muss das Schloss von Lord Chelmsie sein«, bestätigte Sloane, der das Gebäude nun auch entdeckt hatte. »Der Notar erzählte mir, dass das Schloss etwas abseits von Fyfield steht«, bemerkte er trocken. »Aber dass es so einsam und verlassen mitten in der Wildnis liegt, hat er verschwiegen.«

Sloane wandte sich mir zu. »Halten Sie nach einer Zufahrtsstraße Ausschau, Brenda. Gleich haben wir es geschafft.«

Einige Meter weiter zweigte ein schmaler, unbefestigter Pfad von der Landstraße ab. Ich schwenkte ein und fuhr den holprigen Weg entlang.

Die Federung des alten Landrovers ließ zu wünschen übrig, denn Professor Sloane und ich wurden ordentlich durchgerüttelt.

»Jeder auch noch so schäbige Fahrradweg in London ist besser ausgebaut als diese Piste«, schimpfte Sloane. »Lord Chelmsie scheint wenig Wert auf Besucher gelegt zu haben, sonst hätte er die Zufahrtsstraße besser befestigt.«

Ich grinste unwillkürlich. Sloane gab sich wirklich keine Mühe, das Unbehagen, das ihm die Autofahrt einflößte, zu verbergen.

Doch auch mir war nicht ganz wohl zumute. Der Regen hatte die schmale Straße aufgeweicht, die sich in engen Bögen steil den Hügel hinaufschlängelte. Dorniges Gestrüpp und verknorrte Bäume verstellten mir die Sicht. Es war wie auf einer Safari im Regenwald. Die Schlaglöcher waren mit Wasser gefüllt, der schlammige Untergrund ließ die Räder immer wieder durchdrehen.

Dann stand plötzlich das alte Schloss vor uns.

Ich stoppte den Wagen und wischte mir die Schweißperlen von der Stirn. Aber was ich durch die Windschutzscheibe zu sehen bekam, trug nicht dazu bei, dass ich erleichtert war, die Kuppe des unwegsamen Hügels endlich erreicht zu haben.

Düster und unheimlich ragte der kastenförmige, klobige Bau des Schlosses in den gewitterschwarzen Himmel. Die dunkle, regennasse Fassade mit ihren schmalen, bogenförmigen Fenstern wirkte abweisend. Links und rechts des Haupthauses erstreckten sich zwei vorgezogene Seitenflügel, sodass die Vorderfront mit der ausladenden Freitreppe und den Säulen in tiefen Schatten getaucht war.

Das Gebäude verfügte über auffallend viele Balkone. Aber die wulstigen Steinbalustraden waren vom Moos fast vollständig überwuchert. Hier und da hatten sich sogar einige Baumsprösslinge auf den Balkonen angesiedelt, die mit ihren Wurzeln langsam das Gestein sprengten und tiefe Risse hinterließen.

Hinter dem Giebel des verwahrlosten Schlosses ragten alte, verknorrte Eichen empor, deren Kronen von Wind und Regen geschüttelt wurden. Dort befand sich wahrscheinlich der Garten der Schlossanlage, der vermutlich ebenso ungepflegt aussah wie der Vorplatz, der von wildwuchernden Hecken und Unkraut fast völlig bedeckt war.

»Das Schloss sieht nicht gerade wohnlich aus«, kommentierte ich und versuchte, das ungute Gefühl zu verdrängen, das sich langsam in mir auszubreiten begann. Die Aussicht, dieses unheimliche Gebäude betreten zu müssen, erschien mir nicht sonderlich verlockend.

»Es ist kein Wunder, dass das Schloss verwahrlost ist«, entgegnete Professor Sloane. »Schließlich hat Lord Chelmsie in den letzten Jahren seines Lebens ganz allein dort gewohnt. Er muss ein sehr misstrauischer Mensch gewesen sein, denn er duldete nicht einmal eine Haushälterin oder einen Gärtner auf dem Boden seines Anwesens.«

Er schüttelte den Kopf. »Aber sein Herz muss an diesem Schloss gehangen haben, denn er weigerte sich, es zu verkaufen und in die Stadt zu ziehen, wo er unter Menschen gekommen wäre. Doch nun ist er tot ...«

Sloane sah mich aufmunternd an. »Lassen Sie uns mit der Arbeit beginnen«, sagte er. Dann öffnete er die Beifahrertür und schwang sich in den Regen heraus.

Ich seufzte schicksalsergeben, nahm die Ledertasche mit den Arbeitsutensilien vom Rücksitz und folgte dem Beispiel des Professors.

Regen peitschte mir ins Gesicht, und kalter, böiger Wind zauste mein weizenblondes Haar.

Meine Frisur ist nach diesem Abenteuer bestimmt hinüber, dachte ich verärgert und beeilte mich, dem Professor durch den Regen zu folgen.

Als wir in den tiefen Schatten traten, der die Vorderfront des Haupthauses verdüsterte, blieben wir unwillkürlich stehen.

Die Freitreppe führte zu einer hohen Säulenhalle, die den Eingang großzügig überdachte. Efeuranken hatten einige der Säulen überwuchert. Aus den Stufen wuchsen Grasbüschel empor.

Aber es war nicht der verwilderte Anblick, der uns stocken ließ. Vielmehr schockierten uns die hässlichen Graffiti, die jemand mit schwarzer Farbe auf den Portikus des Schlosses gesprüht hatte.

In London waren fast an jeder Ecke irgendwelche Graffiti zu sehen. Über ihre Schönheit ließ sich bekanntlich streiten. Aber hier in der Abgeschiedenheit, weitab von der Metropole, hatte ich nicht damit gerechnet, auf solche Sprühereien zu treffen.

»Wer mag für diese Schmierereien verantwortlich sein?«, murmelte Professor Sloane und schüttelte missbilligend den Kopf.

Anders konnte man die skurrilen Kritzeleien, die entfernt an geheimnisvolle Symbole oder Hieroglyphen erinnerten, auch wirklich nicht bezeichnen. Der Künstler hatte sich nicht damit begnügt, die Wände vollzusprühen, sondern hatte auch die Fenster und sogar die Pflanzen mit schwarzer Farbe besudelt.

Ich hatte nichts gegen Graffiti und fand, dass die bunten Bilder so manch schmuddelige Hauswand in der grauen Stadt eher verschönerten. Aber in diesem Fall konnte ich Professor Sloane nur zustimmen.

Das Graffiti auf dem Portikus wirkte abgrundtief hässlich und abstoßend. Die sonderbaren Schriftzeichen flößten mir auf unerklärliche Weise Furcht und Unbehagen ein.

Ich schüttelte mich und rieb mir fröstelnd über die Oberarme.

Der Professor schien von der düsteren Atmosphäre des Schlosses jedoch nichts zu spüren. Er setzte sich wieder in Bewegung und eilte die Stufen zur Säulenhalle empor.

»Geben Sie mir die Schlüssel, Brenda«, verlangte er und betrachtete die drei schlanken, bogenförmigen Türen, die durch hohe Säulen voneinander getrennt waren. Auch hier hatte der Graffitikünstler seine sonderbaren Zeichen hinterlassen.

Ich holte einen Schlüsselbund aus der Ledertasche hervor und reichte ihn dem Professor, der darauf die mittlere Tür aufsperrte.

Die Angeln quietschten vernehmlich, und muffige, verbrauchte Luft schlug uns aus dem Inneren des Gebäudes entgegen.

Zögernd folgte ich dem Professor in die Vorhalle, die sehr geräumig und ebenfalls mit hohen Säulen gesäumt war. Ein paar wurmzerfressene, antike Möbel standen an den Wänden. Überall lag zentimeterdicker Staub, und von der Decke hingen zerfledderte Spinnweben herab.

»Man könnte meinen, Lord Chelmsie sei schon vor vielen Jahren gestorben, und kein Mensch hätte seitdem dieses Schloss wieder betreten«, bemerkte ich mit belegter Stimme.

»Der Lord wird nur einige wenige Zimmer bewohnt und den Rest vernachlässigt haben«, entgegnete der Professor. »Ich hoffe nur, dass es in der Bibliothek nicht so schlimm aussieht.«

Ein Blitz zuckte nieder. Sein Widerschein geisterte gespenstisch durch die Halle und tauchte den breiten Treppenaufgang am gegenüberliegenden Ende der Halle für Sekunden in grelles Licht.

Ich fröstelte, riss mich dann aber zusammen und holte die Papiere aus der Tasche, auf denen die Grundrisse des Schlosses verzeichnet waren. Nachdem ich die Skizze kurz überflogen hatte, wies ich die Treppe hinauf.

»Die Bibliothek befindet sich im ersten Stock«, erklärte ich.

Sloane hatte sich unterdessen nach einem Lichtschalter umgesehen und auch einen gefunden. Aber der Strom war bereits abgestellt worden, und so mussten wir uns mit dem schwachen Lichtschimmer begnügen, der durch die verstaubten Fenster drang und das Innere des Schlosses in ein dämmriges Halbdunkel tauchte.

Ich hielt mich dicht hinter Sloane, als wir die Stufen emporstiegen. Sie knarrten vernehmlich. Ich ertappte mich dabei, dass ich mich immer wieder verstohlen umsah und die tiefen Schatten um uns herum misstrauisch musterte.

Irgendwie wurde ich das ungute Gefühl nicht los, dass wir beobachtet wurden. Aber das war natürlich Unsinn. Außer mir und dem Professor hielt sich ja niemand in dem verlassenen Schloss auf.

Der Korridor, der sich am Ende der Treppe nach links und rechts erstreckte, stand der Vorhalle an Sauberkeit in nichts nach. Auch hier lag überall Staub herum, und Sloane musste mehrmals mit dem Arm durch die Luft fahren, um Spinnweben zu entfernen, die im Weg hingen.

Dann hatten wir endlich die Tür erreicht, hinter der sich Lord Chelmsies Bibliothek befand.

Professor Sloane zögerte einen Augenblick, ehe er die schwere, handgeschnitzte Eichentür aufschloss. Verwundert stellte ich fest, dass auch diese Tür mit dem skurrilen Graffiti vollgeschmiert war.