Das magische Amulett #27: Der Inselgeist - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #27: Der Inselgeist E-Book

Jan Gardemann

0,0
2,99 €

Beschreibung

Das magische Amulett Band 27 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 105 Taschenbuchseiten. Brenda Logan ist als Gastdozentin der Archäologie zu einem Vortrag über Amulette nach Kreta eingeladen. Noch bevor es überhaupt losgeht, warnt ein geheimnisvoller Kuttenträger sie davor, die Reise überhaupt anzutreten, denn es könnte eine Reise ohne Wiederkehr für sie werden. Doch Brenda will sich nicht einschüchtern lassen. Hat sie die richtige Entscheidung getroffen?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 109




Jan Gardemann

Das magische Amulett #27: Der Inselgeist

Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Der Inselgeist

Das magische Amulett Band 27

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 105 Taschenbuchseiten.

 

Brenda Logan ist als Gastdozentin der Archäologie zu einem Vortrag über Amulette nach Kreta eingeladen. Noch bevor es überhaupt losgeht, warnt ein geheimnisvoller Kuttenträger sie davor, die Reise überhaupt anzutreten, denn es könnte eine Reise ohne Wiederkehr für sie werden. Doch Brenda will sich nicht einschüchtern lassen. Hat sie die richtige Entscheidung getroffen?

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Benommen richtete ich mich in meinem Bett auf und erstarrte. Das Fenster stand sperrangelweit offen. Mattes Sternenlicht drang herein und verbreitete ein kaum wahrnehmbares Licht. Plötzlich war ich mir sicher, dass ich mich nicht mehr allein in dem Zimmer befand. Alarmiert kniff ich die Augen zusammen und durchbohrte die Finsternis mit meinen Blicken. Da bemerkte ich eine nachtschwarze Gestalt, die neben dem Fenster kauerte. Gebannt hielt ich den Atem an. Ich spürte, wie die Angst nach meiner Kehle griff und sie langsam zudrückte. Mein nächtlicher Besucher war niemand anderes als Aghios Agnion! Deutlich konnte ich seine dämonisch leuchtenden Augen unter der Kapuze erkennen. »Ich hatte dich gewarnt, Brenda Logan«, erklang seine hohle, wispernde Stimme. »Doch du hast meine Worte missachtet. Das Unheil wird seinen Lauf nehmen.«

1

Finstere Regenwolken trübten den Himmel über London. Regen prasselte gegen, die großen Scheiben des Flughafen-Terminals. Es war später Nachmittag und die großen Flugzeuge, die draußen auf dem Flugfeld standen, wirkten in dem trüben Zwielicht des verregneten Nachmittags wie urzeitliche Ungetüme.

»Ich beneide dich, Brenda, dass du dem Londoner Schmuddelwetter entfliehen kannst«, sagte der sympathische junge Mann an meiner Seite. Sein Name war Daniel Connors. Er war ein bekannter Arzt und Neurologe, der in dem angesehenen St. Thomas Hospital arbeitete. Ich liebte Daniel über alles. Ein Jahr lang waren wir nun schon verheiratet. Und unsere Liebe war noch immer genauso unverbraucht und prickelnd, wie an dem Tag, als wir uns kennen lernten.

Bei dem Gedanken, dass ich jetzt eine Woche von Daniel getrennt sein würde, wurde mir ganz beklommen im Herzen.

»Auf der Insel Kreta erwarten dich strahlend blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen«, fuhr Daniel unbekümmert fort. »Du wirst knackebraun sein, wenn du zurückkommst.«

»Das bezweifle ich«, entgegnete ich und strich Daniel zärtlich durch sein dichtes lockiges Haar. »Schließlich fahre ich nicht zu meinem Vergnügen nach Kreta. Ich bin von der Universität eingeladen worden, um einen Gastvortrag über Archäologie und Amulette zu halten. Ich glaube kaum, dass die Studenten mir eine ruhige Minute gönnen werden. Es wird bestimmt sehr anstrengend.«

Daniel schloss mich in seine Arme und sah mich zärtlich an. »Der Umgang mit den Studenten wird dir nicht schwerfallen«, meinte er. »Schließlich ist es ja auch noch nicht allzulange her, da warst du selbst noch eine Studentin. Es ist schon erstaunlich, wie schnell du es geschafft hast, dir unter den Archäologen einen Namen zu machen.«

»Das liegt bestimmt an meinem ungewöhnlichen Fachgebiet«, wehrte sie ab. »Es gibt wohl nur sehr wenige Archäologen, die sich auf Amulette spezialisiert haben. Außerdem habe ich Prof. Salomon Sloane sehr viel zu verdanken. Es ist ein unschätzbares Glück, dass ich unter seiner Leitung als Archäologin im British Museum arbeiten darf...«

Daniel verschloss mir mit einem Kuss den Mund. »Du brauchst deine Arbeit gar nicht zu schmälern«, meinte er, nachdem er meine Lippen wieder freigegeben hatte. »Du bist eine großartige Frau. Und ich liebe dich sehr.«

Ich seufzte und schmiegte mich an ihn. »Mir ergeht es genauso. Schade, dass du mich nicht begleiten kannst.«

Daniel lachte, »Unter den vielen Archäologie-Studenten würde ich mir nur überflüssig vorkommen«, meinte er scherzend. »Außerdem würde mir die Klinikleitung keinen Urlaub gewähren.«

Wir schlossen uns fest in die Arme.

»Ich werde dich vermissen«, flüsterte Daniel mir ins Ohr.

Ich schloss die Augen halb und genoss die prickelnde Nähe von Daniel. Da bemerkte ich in einem schlecht beleuchteten Gang, dessen düstere Öffnung unmittelbar vor mir lag, plötzlich eine finstere Gestalt. Mit seiner langen schwarzen Kutte und der Kapuze, die das Gesicht des Fremden verdeckte, wirkte er in der belebten Wandelhalle Fehl am Platze. Doch noch unheimlicher war das Paar dämonisch glühender Augen, das unter der Kapuze hervorleuchtete.

Ich versteifte mich unwillkürlich. Der Fremde starrte mich durchdringend an. Plötzlich hob er mit beschwörender Geste den Arm und bedeutete mir, dass ich zu ihm kommen sollte.

»Brenda, was ist mit dir?«, erkundigte sich Daniel besorgt. Ihm war nicht entgangen, dass mich irgendetwas beunruhigte.

Doch da war die gespenstische Gestalt auch schon im Schatten des düsteren Ganges verschwunden.

»Ich... ich weiß nicht«, sagte ich verunsichert. »Da war eben so ein komischer Kerl...«

Zögernd löste ich mich von Daniel, »Entschuldige mich bitte einen Moment«, murmelte ich. »Ich bin gleich wieder da.«

Mit diesen Worten schritt ich auf den dunklen Gang zu. Daniel schaute mir nur kopfschüttelnd nach und grinste. »Du witterst wohl überall ein Geheimnis!«, rief er scherzend.

Unschlüssig blieb ich vor dem Gang stehen. Die Beleuchtung musste ausgefallen sein. Schwarz und unheimlich verlor sich der gekachelte Gang irgendwo in der Tiefe. Da bemerkte ich plötzlich zwei gespenstisch leuchtende Punkte.

Es waren die Augen des Kuttenträgers!

»Brenda Logan!«, drang es hohl und wispernd aus dem Gang.

»Wer ist da?«, fragte ich und trat unwillkürlich einen Schritt näher. Der Lärm und die Geräusche des Flughafens drangen nur noch wie aus weiter Ferne an mein Ohr. Mir kam die ganze Situation plötzlich unwirklich wie ein Traum vor.

Als ich die Umrisse der Gestalt plötzlich in der Dunkelheit erkennen konnte, blieb ich stehen.

»Mein Name ist Aghios Agnion«, kam es wispernd aus der Dunkelheit. Die Gestalt sprach Griechisch, wie ich verwundert feststellte. »Ich muss dich warnen, Brenda Logan. Wenn du den Boden von Kreta betrittst, wird großes Unheil über dich und die Insel hereinbrechen!«

»Woher kennen Sie meinen Namen? Und was soll Ihre sonderbare Warnung bedeuten?«, entgegnete ich nun ebenfalls auf Griechisch.

Ich trat noch einen weiteren Schritt auf den Unheimlichen zu. Doch der wich vor mir zurück und verschmolz fast mit der Finsternis.

Plötzlich war Daniel an meiner Seite.

»Brenda, was hast du?«, erkundigte er sich.

»Da vorne ist eine unheimliche Gestalt in einer schwarzen Kutte«, flüsterte ich und deutete in den finsteren Gang hinein. Doch die dämonisch leuchtenden Augen waren plötzlich verschwunden.

Daniel trat entschlossen tiefer in den Gang hinein. »Hier ist niemand!«, rief er mir zu. Seine Stimme hallte unheimlich in dem Gang wider. Daniel selbst war in der Dunkelheit nicht mehr zu erkennen.

»Daniel, sei bitte vorsichtig«, mahnte ich. Ich machte mir plötzlich Sorgen um ihn. In der letzten Zeit waren so viele mysteriöse Dinge geschehen. Und nun tauchte plötzlich eine geheimnisvolle Kuttengestalt auf. War dies etwa der Auftakt zu einem neuen, schrecklichen Abenteuer?

Da flammte plötzlich die Deckenbeleuchtung im Gang auf. Verlassen lag der gekachelte Korridor da und wirkte im Schein der Neonröhren eher nüchtern. Daniel war bis zu einer Biegung vorgedrungen. Rasch schloss ich zu ihm auf.

Der Gang mündete nach wenigen Metern wieder in der Wandelhalle. Es war wohl nur als Abkürzung für Reisende gedacht, die nicht den Umweg über die Terminals nehmen wollten.

»Mir ist nichts Verdächtiges aufgefallen«, meinte Daniel nachdenklich, als wir das Ende des Ganges erreicht hatten. Aufmerksam betrachteten wir die Leute in der Wandelhalle. Dort herrschte die übliche hektische Betriebsamkeit. Ein Mann in der schwarzen Kutte war jedoch nirgendwo zu erblicken.

Daniel trat auf einen jungen Mann zu, der nur wenige Schritte entfernt vor einer Anzeigentafel stand und die Ankunftszeiten der Flugzeuge studierte. Er hatte schwarzes glattes Haar, das er streng zurückgekämmt trug, und scharfgeschnittene Gesichtszüge.

»Entschuldigen Sie«, sprach Daniel ihn an. »Ist Ihnen eben ein seltsamer Kerl in einer schwarzen Kutte aufgefallen? Er müsste vor wenigen Sekunden aus diesem Gang gekommen sein.«

Der Mann sah Daniel verständnislos an und schüttelte dann verärgert den Kopf. »Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?«, fragte er genervt.

Daniel kehrte schulterzuckend zu mir zurück. »Vielleicht haben dir deine Sinne einen Streich gespielt«, meinte er. »Du hast in den letzten Wochen sehr hart, gearbeitet. Außerdem nimmt dein Buch über Amulette, an dem du gerade schreibst, dich sehr in Anspruch...«

Daniel verstummte, als er meinen Gesichtsausdruck bemerkte. »Du bist überzeugt, den Kerl wirklich gesehen zu haben«, stellte er nüchtern fest.

»Ja«, erwiderte ich mit rauer Stimme. »Er sprach griechisch und warnte mich davor, Kreta zu betreten. Etwas Schreckliches würde mir und der Insel widerfahren, wenn ich mich nicht daran hielte.«

Daniel runzelte die Stirn. Dann hakte er sich bei mir unter. »Lass uns zu deinem Gepäck zurückkehren«, meinte er, und bemühte sich, seiner Stimme einen unbeschwerten Klang zu verleihen. Aber mein geliebter Mann konnte mir nichts vormachen. Auch ihn hatte der kleine Vorfall beunruhigt.

Kurz darauf hatten wir meinen Gepäckwagen erreicht. Wir hatten den gekachelten Gang genommen und uns noch einmal gründlich umgeschaut. Aber es gab weder eine Tür noch einen Lüftungsschacht, durch den der Unheimliche sich hätte fortstehlen können. Entweder war er also doch unbemerkt in der Menge untergetaucht, oder er hatte sich einfach in Luft aufgelöst.

Zweifelnd sah ich auf meine Koffer herab. Sollte ich die Reise lieber doch nicht antreten? Ich verspürte wenig Lust, wieder in einen Strudel unheimlicher Ereignisse zu geraten. .

»Du überlegst doch wohl nicht ernsthaft, die Reise abzublasen«, machte Daniel sich wieder bemerkbar.

»Hast du denn keine Angst, dass ich wieder in ein gefährliches Abenteuer verstrickt werde?«, fragte ich.

»Natürlich«, gestand Daniel. »Aber du wirst dich deswegen doch nicht von deinen Plänen abhalten lassen. Sonst legst du doch immer so viel Wert auf deine freie Entscheidung.«

Ich sah Daniel zärtlich an. »Du hast Recht«, meinte ich seufzend. »Ich darf mich nicht von meinen Ängsten und Befürchtungen leiten lassen. Aber manchmal ist meine Angst, dass sich unserem Glück etwas entgegenstellen könnte, einfach zu übermächtig. Ich liebe dich so sehr. Und ich ertrage den Gedanken nicht, dass die seltsamen Abenteuer, in die ich alle Nase lang verstrickt werde, einen Keil zwischen uns treiben könnten.«

Daniel strich mir zärtlich über die Wange. »Ich liebe dich so, wie du bist«, sagte er und lächelte milde. »Du kannst deiner Bestimmung eben sowenig entfliehen, wie ich. Wir müssen uns den Gefahren und Problemen, die das Leben für uns bereit hält, jeden Tag aufs neue stellen. Und jeden Tag müssen wir für unsere Liebe kämpfen. So ist das Leben. Niemand kann davor fliehen.«

Ich hauchte Daniel einen Kuss auf die Lippen. »Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, in dir einen so verständnisvollen und starken Liebhaber gefunden zu haben«,, sagte ich gerührt. »Ich werde also trotzdem nach Kreta fliegen. Die Studenten wären sicher auch enttäuscht, wenn ich meinen Vortrag über Archäologie und Amulette so kurzfristig absage. Je mehr Menschen über Amulette Bescheid wissen, desto näher wird der Moment rücken, da diese magischen Kleinode keinen Einfluss mehr auf uns ausüben. Der Mensch muss sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen und darf nicht versuchen, es mit magischen Mittel zu beeinflussen. Dadurch werden nur unschuldige Menschen in Mitleidenschaft gezogen das haben mir die vergangenen Abenteuer mehr als deutlich bewiesen.«

Daniel sah mich stolz an. »Das ist meine Brenda, so wie ich sie kenne«, meinte er glücklich. »Du darfst dich in deinem Kampf gegen die bösen Amulette nicht unterkriegen lassen! Genau so, wie ich den Kampf gegen Krankheit und Wahnsinn nicht aufgeben werde.«

Unsere Lippen fanden sich wie von selbst. Und diesmal fiel unser Kuss noch inniger aus.

Da riss mich die schnarrende Lautsprecherstimme abrupt aus der romantischen Stimmung, in die Daniels leidenschaftlicher Kuss mich versetzt hatte. Der Flug nach Kreta wurde ausgerufen!

Erschrocken löste ich mich von meinem geliebten Mann. »Ich habe noch nicht mal das Gepäck eingecheckt!«, rief ich.

Daniel ergriff rasch den Gepäckkarren und schob ihn zum Abfertigungsschalter. Wir tauschten einen letzten, tiefen Blick. Dann musste ich die Kontrolle passieren und fand mich wenig später in dem kleinen Warteraum für Passagiere wieder.

Meine Mitreisenden hatten vor dem Zugang zur Gangway bereits eine Schlange gebildet. Ich stellte mich hinten an. Dabei fiel mein Blick auf die Fensterfront, die auf ein kleines Vordach hinaus wies. Dahinter zeichneten sich im Regen die Umrisse der Maschine ab, die mich nach Kreta bringen sollte.

Plötzlich trat draußen eine düstere Gestalt vor die Fenster. Es war der Unheimliche in der schwarzen Kutte! Seine leuchtenden Augen starrten mich unter der Kapuze durchdringend an. Mahnend und unheilvoll schüttelte er den Kopf...

»Ist Ihnen nicht gut?«, riss eine Frauenstimme mich aus der Erstarrung.

Neben mir stand eine Stewardess, die mich besorgt musterte.

»Dort draußen steht ein Mann«, sagte ich mit rauer Stimme und deutete zu den Fenstern. Doch als ich nun wieder zu der Stelle blickte, wo eben noch der Unheimliche in der schwarzen Kutte gestanden hatte, musste ich feststellen, dass er fort war.

»Sie müssen sich getäuscht haben«, meinte die Stewardess einfühlsam. »Bitte folgen Sie mir jetzt. Die Maschine wird in wenigen Minuten starten.«

Zögernd betrat ich die Gangway, Während ich die schummerige Röhre durchquerte, überlegte ich, ob es nicht doch ein Fehler gewesen war, die Reise nach Kreta anzutreten.

»Willkommen an Bord«, begrüßte mich eine andere Stewardess, als ich die Maschine betrat. »Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Flug!«

Ich konnte mir nicht helfen. Irgendwie klangen die Worte der freundlich dreinblickenden Stewardess in meinen Ohren höhnisch und unheilverkündend...

2

Während des Fluges versuchte ich mich zu entspannen und die seltsamen Vorfälle mit der gespenstischen Gestalt zu vergessen. Ich dachte an Daniels rührende Worte, und daran, dass ich mich nicht von Geistern oder ähnlichen furchteinflößenden Erscheinungen in meinen Entscheidungen beeinflussen lassen durfte.

Schließlich kramte ich aus meinem Bordgepäck die Archäologie und Notizbücher hervor, die ich mitgenommen hatte. Ich wollte auch während der Reise an dem Manuskript des geplanten Buches über Amulette weiterarbeiten. Von der Stewardess ließ ich mir einen Kopfhörer aushändigen. Ich suchte einen Kanal mit ruhiger Musik aus und vertiefte mich dann in meine Lektüre.

Plötzlich knackte und knisterte es in meinem Kopfhörer. Die Musik verstummte auf einmal. Stattdessen vernahm ich nun eine gespenstische, hohl klingende Stimme, die griechisch sprach.

»Brenda Logan! Du begehst einen folgenschweren Fehler! Lass dir dies von Aghios Agnion sagen.«

Eine Gänsehaut schoss mir den Rücken hinunter. Ich hatte die Stimme sofort wiedererkannt. Sie gehörte dem Unheimlichen mit der schwarzen Kutte!

»Noch kannst du das Unheil abwenden«, fuhr die mysteriöse Stimme in meinem Kopfhörer fort. »Kehre Kreta sofort wieder den Rücken. Es ist nur zu deinem Besten. Du musst mir glauben. Sonst wird das Unheil nicht mehr aufzuhalten sein!«

Wieder knisterte und knackte es. Dann erklangen wieder die meditativen Klänge der spirituellen Musikgruppe.