Das magische Amulett #4: Ein Dämon kam zur Hochzeit - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #4: Ein Dämon kam zur Hochzeit E-Book

Jan Gardemann

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Beschreibung

Das magische Amulett Band 4 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 94 Taschenbuchseiten. Die hübsche Archäologin Brenda Logan und der sympathische Neurologe Dr. Daniel Connors wollen sich endlich das Jawort geben. Die Hochzeit soll bei seinen Eltern in Whitham, Daniels Heimatdorf, gefeiert werden. Doch schon bei ihrer Anreise geschehen seltsame Dinge: ein unheimlicher Kuttenträger wirft ihnen ein deformiertes Kreuz von den Wagen, der zwielichtige Pastor Jerome Pranga, der aus dem Nichts auftaucht, trägt ein mysteriöses Skapuliers, das magische Kräfte hat, und Brenda wird von einer unheimlichen Gestalt mit einem Dolch durch ein Maisfeld gejagt. Als ihr Retter in der Not erscheint ein gewisser Conrad Daumier. Niemand will Brenda die unheimlichen Vorkommnisse glauben – zumal Conrad Daumier bereits seit vielen Jahren tot ist ...

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Seitenzahl: 99




Jan Gardemann

Das magische Amulett #4: Ein Dämon kam zur Hochzeit

Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Ein Dämon kam zur Hochzeit

Das magische Amulett Band 4

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 94 Taschenbuchseiten.

 

Die hübsche Archäologin Brenda Logan und der sympathische Neurologe Dr. Daniel Connors wollen sich endlich das Jawort geben. Die Hochzeit soll bei seinen Eltern in Whitham, Daniels Heimatdorf, gefeiert werden. Doch schon bei ihrer Anreise geschehen seltsame Dinge: ein unheimlicher Kuttenträger wirft ihnen ein deformiertes Kreuz von den Wagen, der zwielichtige Pastor Jerome Pranga, der aus dem Nichts auftaucht, trägt ein mysteriöses Skapuliers, das magische Kräfte hat, und Brenda wird von einer unheimlichen Gestalt mit einem Dolch durch ein Maisfeld gejagt. Als ihr Retter in der Not erscheint ein gewisser Conrad Daumier. Niemand will Brenda die unheimlichen Vorkommnisse glauben – zumal Conrad Daumier bereits seit vielen Jahren tot ist ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

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Prolog

»Wer ... wer sind Sie?«, stammelte ich und kämpfte gegen den Impuls an, einfach Hals über Kopf davonzurennen. »Du bist für den Besseren bestimmt«, drang eine dumpfe Stimme unter der Kapuze hervor. »Bereite dich vor, denn in drei Tagen wird der Bessere dich zur Frau nehmen.« Unwillkürlich wich ich einen Schritt zurück.

»Warum haben Sie uns das Kruzifix vors Auto geworfen?«

1

Regen peitschte gegen die Windschutzscheibe des eleganten Sportwagens. Die schweren dunklen Gewitterwolken hingen tief und schienen die Hügel, die sich zum düsteren Horizont erstreckten, unter sich begraben zu wollen.

Das Korn auf den Feldern bog sich unter den heftigen Gewitterböen, und es sah so aus, als verwandelten sich die weiten Felder in ein aufgewühltes bronzefarbenes Meer. Daniel Connors schaute angestrengt nach vorn, während aus dem Radio eine sanfte Melodie ertönte. Daniel war ein attraktiver Mann, und ich hatte mich unsterblich in ihn verliebt. In lässiger Haltung saß er hinter dem Steuer und schaute dann und wann zu mir herüber.

»Brenda Logan, ich liebe dich«, flüsterte er, wobei seine weiche, männliche Stimme sich mit der sanften Radiomusik verwob.

Ein wohliger Schauer überflutete meinen Körper.

»Ich liebe dich auch, Daniel«, hauchte ich.

In diesem Moment erreichten wir die Kuppe eines Hügels. Daniel lenkte den Wagen von der regennassen Straße auf einen holprigen Feldweg, der steil bergab führte.

Dann stoppte er und sah mich zärtlich an.

»Ich wünschte, das Wetter wäre ein wenig besser«, sagte er und legte einen Arm um meine Schultern. »Die Gegend um Whitham ist wunderschön. Ich bin ein wenig enttäuscht, dass sich die Gegend ausgerechnet heute, wo ich doch meine zukünftige Braut mitführe, von ihrer ungemütlichen Seite zeigt.«

Ich schmiegte mich an seine Seite und hauchte Daniel einen Kuss auf die Wange.

»Ich finde diesen Landstrich sehr romantisch und wild«, erwiderte ich.

Tief sahen wir uns in die Augen. Ein angenehmes Prickeln breitete sich in mir aus.

Daniel war Arzt im St. Thomas Hospital in London. Obwohl er erst dreißig war, hatte er sich als Neurologe bereits einen Namen gemacht.

Vor wenigen Monaten erst hatten wir uns im Krankenhaus kennengelernt.

Ich litt damals aufgrund eines Unfalls unter totalem Gedächtnisverlust und wurde auf die neurologische Station des St. Thomas Hospitals eingewiesen. Mein behandelnder Arzt hieß Daniel Connors, und er ließ nichts unversucht, mir mein Gedächtnis wieder zurückzugeben.

Doch Daniel merkte schnell, dass sein Interesse an mir weit über die Anteilnahme für seine Patienten hinausging.

Seinen beherzten Bemühungen hatte ich es zu verdanken, dass ich mich Stück für Stück wieder an mein Leben erinnern konnte.

Wir waren füreinander bestimmt, daran bestand für mich und Daniel kein Zweifel.

In diesem Moment beugte sich Daniel über mich und gab mir einen langen, leidenschaftlichen Kuss. Der aufregende Duft seines Aftershave stieg mir zu Kopf. Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und vergrub meine Finger in sein hellbraunes, lockiges Haar.

2

Plötzlich löste sich Daniel von mir und schaute auf seine Armbanduhr.

»Schon zwölf Uhr mittags«, stellte er mit gespieltem Schrecken fest. »Meine Eltern werden sich schon Sorgen machen und glauben, dass wir unterwegs eine Autopanne hatten ...«

Wir wollten Lisa und Peter, Daniels Eltern, nicht länger als nötig warten lassen. Sie freuten sich so sehr auf unser Kommen und waren sicher schon ganz aufgeregt, denn schließlich galt es, eine Hochzeit vorzubereiten.

Whitham war ein kleiner Ort südlich von London, wo die Connors ein großes Anwesen besaßen. Daniel hatte noch eine jüngere Adoptivschwester. Sie lebte noch in dem elterlichen Anwesen in Whitham.

Auf besonderes Wohlgefallen stieß die Nachricht, dass ich mich vermählen würde, bei Professor Salomon Sloane, der das archäologische Museum leitete, in dem ich arbeitete. Er war ein seltsamer Kauz, stets bunt und unkonventionell gekleidet. Er hielt sehr viel von meiner Arbeit als Archäologin und unterstützte mich, wo er nur konnte.

Nicht zuletzt hatte ich es ihm zu verdanken, dass ich mein Wissen über Amulette so sehr vervollkommnen konnte, dass ich in Fachkreisen bereits als Expertin auf diesem Gebiet gehandelt wurde.

Ich lächelte versonnen, als ich an all die Menschen denken musste, die mir nahestanden und die ich eingeladen hatte, zu meiner Hochzeit nach Whitham zu kommen.

Aber auch Lisa und Peter Connors waren mir bereits ans Herz gewachsen.

Whitham und das Anwesen der Connors würde ich nun das erste Mal sehen. Meine Arbeit im Museum hatte es mir bisher nicht erlaubt, mit Daniel einen Ausflug hierher zu unternehmen. Ich war schon ganz gespannt darauf, den Ort kennenzulernen, wo Daniel aufgewachsen war.

Wenn ich geahnt hätte, welche Schrecken in dem kleinen verschlafenen Ort auf mich warteten, wäre meine Freude jäh vergangen ...

3

Das graue Asphaltband der Landstraße schlängelte sich dunkel und feucht schimmernd durch die hügelige Landschaft und verlor sich irgendwo in der Ferne im Dunst des Regens.

Selbstvergessen schaute ich aus dem Fenster und hing meinen romantischen Gedanken nach.

Da tauchte plötzlich einige Meter vor uns eine sonderbare Gestalt am Straßenrand auf. Unvermittelt trat sie zwischen den Büschen hervor und schien uns anzustarren.

Erschrocken hielt ich die Luft an.

Die Gestalt trug eine seltsame graue Kutte mit einer großen Kapuze, deren Ränder zerfranst und zerschlissen aussahen.

Das Gesicht des Unheimlichen war unter der tief herabhängenden Kapuze nicht zu erkennen. Und doch hatte ich das unangenehme Gefühl, als würde mich ein Paar stechender Augen durchdringend anstarren.

»Daniel, schau!«, rief ich mit heiserer Stimme und deutete auf den Straßenrand.

Doch in diesem Augenblick verschwand die Gestalt wieder zwischen dem Gestrüpp, und als Daniel mit den Blicken meinem ausgestreckten Finger folgte, war die Stelle, an der die unheimliche Gestalt gestanden hatte, leer.

Daniel verlangsamte die Fahrt.

»Was hast du?«, erkundigte er sich und sah mich besorgt an.

»Ich habe da eben einen merkwürdigen Kerl am Straßenrand gesehen«, sagte ich mit belegter Stimme.

»Mir ist gar nichts aufgefallen«, murmelte Daniel und fuhr langsam an das Gestrüpp heran.

»Da ist niemand«, stellte er schließlich fest.

Unbehaglich rieb ich mir mit den Händen über die Arme.

Plötzlich trat Daniel hart auf die Bremse, stieß die Wagentür auf und sprang ins Freie. Er umrundete die Kühlerhaube, bückte sich und hob etwas von der Straße auf.

Rasch schlüpfte er wieder ins Trockene und zeigte mir, was er gefunden hatte.

Verwundert starrte ich auf seine Hand, in der er ein seltsam verbogenes Kruzifix hielt. Es war ein christliches Symbol, das auf groteske Weise verfälscht war. Die Enden liefen spitz zu, und die Figur, die in verrenkter Haltung an dem verbogenen Kreuz hing, trug einen Zettel um den Hals, auf dem die Buchstaben D.C. standen.

Daniel ließ die Seitenscheibe herab und wollte das Kruzifix aus dem Fenster in den Straßengraben schleudern.

Doch ich hielt seine Hand fest und nahm ihm das Kreuz ab.

Irgendetwas kam mir sonderbar vor.

War es am Ende die seltsame Gestalt in der zerschlissenen Kutte, die das Kruzifix auf die Straße geworfen hatte?

Daniel schien zu ahnen, in welche Richtung meine Gedanken zielten. Er schüttelte entschieden den Kopf.

»Du glaubst doch nicht, dass irgendeine dunkle Absicht dahintersteckt?«, fragte er.

Ich zuckte vage mit den Schultern und betrachtete das bizarre Kreuz mit Unbehagen.

Er lächelte aufmunternd. »In dieser Gegend sind die Leute sehr gläubig. Fast jeder trägt ein Kreuz um den Hals. Sicher hat jemand dieses Ding auf der Straße verloren. Dann ist ein Traktor darübergefahren und hat es verbogen.«

»Ich finde das Kreuz ein wenig zu groß, um es als Schmuck an einer Kette zu tragen«, wandte ich ein.

Doch das war es nicht, was mich an dem Kruzifix so sehr beunruhigte.

Viel mehr Sorge bereitete mir der Zettel, den die Jesusfigur um den Hals trug.

Was mochte er bedeuten?

Plötzlich war mir, als griffe eine eiskalte Hand nach meinem Herzen.

D.C., das waren auch die Initialen von Daniel Connors, meinem künftigen Ehemann!

Ich bedachte Daniel mit einem scheuen Seitenblick.

Doch er schien die Sache bereits wieder vergessen zu haben und fuhr auf der Landstraße weiter Richtung Whitham.

Kurz entschlossen deponierte ich das seltsame Kruzifix im Handschuhfach des Wagens und schlug die Klappe energisch zu.

4

»Das also ist Whitham«, sagte Daniel mit stolzem Unterton in der Stimme.

Die Häuser und Höfe waren überwiegend im Fachwerkstil erbaut worden. Ihre scheckigen Dachziegel glänzten nass im Regen, und die kleinen Butzenscheiben verliehen den Häusern ein fast prähistorisches Aussehen.

»Ein malerischer Ort«, bemerkte ich und versuchte zu erraten, welches der vielen Häuser das Zuhause von Daniel war.

Doch da fiel mein Blick auf ein düsteres Bauwerk am gegenüberliegenden Ende des Dorfes, wo der dichte Wald begann, der fast den ganzen Hügel im Hintergrund bedeckte.

Es war eine Kirche, wie ich jetzt erkannte. Sie hob sich mit ihren finsteren, reichverzierten Mauern kaum von den Schatten des Waldes ab. Viele der schmalen Fenster, die oben zu einem spitzen Bogen ausliefen, waren zugemauert. Das Dach wirkte schadhaft, und der düstere Glockenturm stach schief und verwittert in den wolkenverhangenen Himmel.

Mich überkam ein Frösteln. Das Gotteshaus hatte eine unheimliche, düstere Ausstrahlung, die so gar nicht zu den hellen, freundlichen Häusern der kleinen Ortschaft passen wollte.

Sollten Daniel und ich etwa in dieser finsteren Kirche getraut werden?

In diesem Moment deutete Daniel auf ein besonders großes und stattlich wirkendes Anwesen.

»Mein Zuhause«, sagte er.

Daniel drosselte die Geschwindigkeit.

Die Straßen und Plätze lagen wie ausgestorben da.

Bei diesem Schmuddelwetter zogen es die Bewohner wohl vor, in ihren Häusern zu bleiben.

Was mich irritierte, war, dass selbst die Bauern nicht draußen waren, um ihrer täglichen Arbeit auf den Feldern nachzugehen.

Dann sahen wir doch noch eine Einwohnerin.

»Die alte Cilham«, sagte Daniel schmunzelnd. »Sie traut sich bei jedem Wetter raus.«

Er winkte, und ich nickte der Alten freundlich zu.

Aber das runzlige Gesicht der Frau blieb versteinert und abweisend. Sie stand an ihrem Vorgartenzaun und starrte uns mit unbewegtem Gesicht nach.

»Sicher hat sie mich nicht erkannt«, meinte Daniel, »und hält uns für Touristen auf der Durchreise.«

Ich schaute mich zu der Alten um und sah, wie sie drohend die Faust reckte und in einer grotesk wirkenden Geste gegen uns schüttelte.

Anscheinend waren Touristen bei ihr nicht sonderlich beliebt.

Oder gab es einen anderen Grund für ihre Reaktion?

Da traf plötzlich ein Stein die Windschutzscheibe des Wagens, und ein haarfeiner langer Riss zog sich augenblicklich quer über das Glas.

Erschrocken schaute ich auf und sah gerade noch, wie eine graue Gestalt hinter einer Hausecke verschwand.

Es war der Kerl in der zerschlissenen Kutte! Ich war mir sicher, dass er den Stein geworfen hatte.

Wie konnte er so rasch von dem weit entfernten Hügel, wo ich ihn das erste Mal gesehen hatte, bis zur Ortschaft gelangen? Wir waren die ganze Zeit über keinem anderen Fahrzeug begegnet.

Daniel stoppte und sah entgeistert auf die gesprungene Scheibe.

»Der Reifen muss den Stein gegen das Fenster geschleudert haben.«

Ich sah Daniel zweifelnd an.

Hatte er die Gestalt in der grauen Kutte wirklich nicht bemerkt? Oder versuchte er, irgendetwas vor mir zu verheimlichen?

Kurz darauf erreichten wir das Anwesen der Connors. Eine Allee aus hohen alten Eichen umgab das Grundstück. Die Einfahrt wurde von zwei Säulen aus Feldsteinen gesäumt, die dem alten schmiedeeisernen Tor als Einfassung dienten.

Das Tor stand weit offen. Man schien uns bereits zu erwarten.

5

Kaum stand der Wagen, als auch schon die Haustür aufflog und Lisa und Peter Connors durch den Regen auf uns zueilten.

Lisa war eine untersetzte Frau von fünfzig Jahren und hatte ihr langes kastanienbraunes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.