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Das magische Amulett #61: Mörderischer Zauber E-Book

Jan Gardemann

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Beschreibung

Das magische Amulett Band 61 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es – doch was ein höchst gefährliches Amulett in der Kunstwelt des Malers Hal Melior anrichtet, spottet jeder Beschreibung. Schon bald macht sich Brenda Logan daran, den bizarren Fall zu klären; gemeinsam mit ihrer Freundin Tatjana Barbican von Scotland Yard versucht sie, die auf schreckliche Weise betrogenen Modelle des Künstlers zu retten – und dann stellt die Amulettforscherin fest, dass etwas ganz anderes hinter diesem Fall steckt …

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MOBI

Seitenzahl: 97




Jan Gardemann

Das magische Amulett #61: Mörderischer Zauber

Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Mörderischer Zauber

Das magische Amulett Band 61

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten.

 

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es – doch was ein höchst gefährliches Amulett in der Kunstwelt des Malers Hal Melior anrichtet, spottet jeder Beschreibung. Schon bald macht sich Brenda Logan daran, den bizarren Fall zu klären; gemeinsam mit ihrer Freundin Tatjana Barbican von Scotland Yard versucht sie, die auf schreckliche Weise betrogenen Modelle des Künstlers zu retten – und dann stellt die Amulettforscherin fest, dass etwas ganz anderes hinter diesem Fall steckt …

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

»Hältst du deine neue Arbeit etwa für misslungen?«, fragte Paula. »Willst du, dass ich gehe, damit du mir das Gemälde nicht zeigen musst?«

»Nein«, hörte Paula Hal sagen. »Das Gemälde ist perfekt wie all die anderen auch, die ich vor diesem Bild malte« Paula presste verbittert die Lippen aufeinander. Tränen traten in ihre Augen. »Warum willst du denn, dass ich verschwinde?«

»Weil ich nicht annehme, dass du mit einem Monster wie mir deine Zeit verbringen möchtest«, entgegnete Hal kalt. Mit diesen Worten kam er hinter der Staffelei hervor. Als hätte Paula einen Stoß vor die Brust erhalten, taumelte sie benommen zurück. Ihre Augen waren weit aufgerissen, und über ihre Lippen gellte ein schriller, durchdringender Schrei, als sie erkannte, dass jedes Wort ihrer Auftraggeber der Wahrheit entsprochen hatte ...

1

»Du bist ausgesprochen hübsch, Paula. Dieses Kompliment hast du sicherlich schon öfter von einem Mann zu hören bekommen, nicht wahr?«

Hal Melior stand vor seiner Staffelei und blickte an der Leinwand vorbei zu der jungen Frau hinüber, die auf einem Podest in der Mitte des Ateliers lag, um sich von dem Künstler malen zu lassen.

Voller Wohlgefallen ließ Hal seinen Blick über den kurvenreichen Körper der Frau schweifen, die nur in ein dünnes lilafarbenes Seidentuch gehüllt war. Sie war auf ein schwarzes Samttuch gebettet, das über das Podest gebreitet war und kunstvoll drapierte Falten aufwies.

»Du kannst versichert sein, dass ich diesen Satz mit Bedacht ausspreche und meine Worte ernst gemeint sind«, fuhr Hal selbstgefällig fort, lächelte gönnerhaft und machte sich dann wieder daran, mit dem Pinsel voller Ölfarbe über die Leinwand zu streichen.

»So eine hübsche Frau wie dich habe ich schon lange nicht mehr gemalt. Es ist eine wahre Freude!«

Paula lachte hellauf und bemühte sich, ihre Pose nicht zu verändern. In ihr luftiges lilafarbenes Seidentuch gehüllt, lag sie auf dem Podest verführerisch hingegossen da, als würde sie auf ihren Liebhaber warten.

Es war Hal gewesen, der sie gebeten hatte, diese Pose einzunehmen. Es hatte etwa fünfzehn Minuten gedauert, bis er mit Paulas Körperhaltung endlich zufrieden gewesen war. »Perfekt!«, hatte er schließlich geschäftsmäßig gesagt und Paula einen Kuss auf die Nasenspitze gedrückt. »Und nun beweg dich nicht!«

Inzwischen waren drei Stunden vergangen, und Paula hatte das dringende Bedürfnis den Arm oder ein Bein auszustrecken. Alles in ihr schrie danach, irgendetwas zu tun, um diese lähmende Starre ihres Körpers aufzuheben.

»Bestimmt hast du all deinen Modellen gesagt, wie ausgesprochen schön du sie findest, Hal«, sagte Paula, damit der Redefluss des Künstlers nicht versiegte. Bisher hatte er nämlich herzlich wenig von sich gegeben und sich stattdessen verbissen auf seine Arbeit konzentriert.

»Da hast du recht«, gestand Hal und mischte Farbe auf der Palette an, die er in der linken Hand hielt.

Er lächelte verklärt, als er nun wieder zu Paula hinüberblickte.

»Es ist aber doch auch nicht gelogen, Paula«, meinte er und deutete mit dem Pinsel in seiner Hand zu einer Wand hinüber, die vollgehängt war mit Porträts und Gemälden junger Frauen.

»Sieh dir die Schönheiten doch nur an, die ich auf meine Leinwände gebannt habe! Jede ist für sich betrachtet eine Prinzessin, eine einzigartige Schönheit, eine Göttin!«

Hal setzte seine Arbeit fort, und da er Paula aufgefordert hatte, seine Gemälde anzusehen, nutzte sie diese Gelegenheit, um ihren Kopf zu drehen und den Blick über die Bilder an der Wand schweifen zu lassen.

Paula musste neidlos eingestehen, dass diese Frauen tatsächlich alle überdurchschnittlich schön aussahen.

Hal hatte beim Malen etwas nachgeholfen und die Darstellung dieser Frauen idealisiert, wie Paula wusste. Schließlich war Hal Melior ja ein Künstler und beschränkte sich nicht bloß darauf, ein Motiv genauso wiederzugeben, wie er es vor Augen hatte.

Hal Melior hatte, wie fast jeder Künstler, eine unverwechselbare Art, Dinge auf der Leinwand darzustellen – das hatte Paula sofort bemerkt, als sie seine Gemälde auf der Ausstellung in einer leerstehenden Fabrikhalle in der Nähe des Londoner Hafens das erste Mal sah. Sein Stil schien zu sein, die Schönheit des weiblichen Geschlechts in einer übersteigerten, überhöhten Art und Weise wiederzugeben. Die dargestellten Frauen auf den Leinwänden glichen in der Tat Göttinnen, wie Paula fand. Ihrer Schönheit haftete etwas Überirdisches, Perfektes, Unvergängliches an.

Dass sie, Paula, eine überaus hübsche und wohlgestaltete Frau war, wusste sie natürlich selber. Zahlreiche Männer hatten ihr mit einem gewissen Leuchten in den Augen beteuert, wie wunderschön und grazil sie aussah, wie geheimnisvoll ihr rabenschwarzes Haar in der Sonne schimmerte und dass sie gerne den Kerzenschein in ihren braunen Augen schimmern sahen.

Umso gespannter war Paula auf das Endprodukt von Hals künstlerischer Anstrengung.

Wie würde er sie mit seinen Augen sehen? Welche ihrer Reize und körperlichen Eigenschaften würde er hervorheben, um, ein perfektes Gemälde zu erschaffen?

»Du sollst dich doch nicht bewegen, Paula«, beschwerte Hal sich in diesem Moment. »Dreh deinen Kopf wieder in meine Richtung. Ich muss deine Augen sehen können.«

Paula seufzte und tat ihm den Gefallen, ihm ihr Gesicht wieder zuzuwenden.

»Das Amulett«, sagte Hal verärgert und spähte mit finsterer Miene zu Paula hinüber. »Es ist verrutscht.«

Paula zupfte an der goldenen Kette, die um ihren Hals hing. Das Amulett kam daraufhin wieder hinter der Falte des Seidentuches zum Vorschein, in der es verschwunden war, als Paula den Kopf gedreht hatte, um Hals Gemälde zu betrachten.

Einen Moment lang sah Paula das Amulett nachdenklich an, hob dann aber rasch wieder den Blick, als sie Hals unwilliges Schnauben vernahm.

»So ist es gut«, beschied er. »Bleib bitte so, Paula das Gemälde wird bald fertig sein.«

»Was hat es mit diesem Amulett eigentlich auf sich?«, wollte Paula wissen. »Alle deine Modelle haben dieses Kleinod getragen, als du sie maltest. Auf jedem deiner Bilder ist das Amulett zu sehen.«

»Dieses Amulett ist so eine Art Signatur von mir, eine Unterschrift«, erläuterte Hal ganz geduldig. Seiner Stimme war allerdings anzumerken, dass er keine Lust verspürte, über dieses Thema zu sprechen.

Paula lächelte dünn: Hal war wirklich ein exzentrischer Bursche. Und außerdem sah er auch noch verdammt gut aus!

Es würde ihr nicht leichtfallen, ihren Auftrag durchzuführen, der sie hierher auf dieses Podest geführt hatte, das wurde ihr an diesem Abend zum wiederholten Mal bewusst.

Aufmerksam betrachtete sie den kräftig gebauten Mann, der von der Leinwand, hinter der er arbeitete, halb verdeckt war. Sein halblanges dunkelblondes Haar, das wild und ungebändigt das markante Gesicht umspielte, war ihr während der Ausstellung in der alten Fabrikhalle sofort aufgefallen. Unter all den blassen, mickrigen Künstlertypen und den aufgeregt durcheinander brabbelnden Besuchern war Hal herausgestochen wie ein ganz stolzer Pfau in einem Schwarm heruntergekommener Stadttauben.

Als Paula dann auch noch in die eisengrauen klaren Augen dieses Künstlers geblickt hatte, die auf eine Art und Weise aus diesem markanten braungebrannten Gesicht hervorschauten, wie Paula es bei einem Mann noch nie zuvor gesehen hatte, wusste sie, dass sie bei diesem Burschen an der richtigen Adresse war.

Genauso war ihr Hal Melior von ihren Auftraggebern beschrieben worden: verdammt gutaussehend, charmant, charismatisch und gefährlich!

Ihre Auftraggeber hatten sie gewarnt, dass es nicht einfach werden würde, dem Charme dieses Künstlers zu widerstehen!

»Es ist schier unmöglich, sich nicht in ihn zu verlieben«, hatte man ihr gesagt. »Du brauchst also nicht nur einen eisernen Willen, Paula, du musst auch deine Gefühle ausschalten!«

Eine Warnung, die durchaus ihre Berechtigung hatte, wie Paula inzwischen gestehen musste!

Der forschende, durchdringende Blick dieses Mannes schien jedes Mal bis in Paulas Seele vorzudringen, wenn er sie betrachtete. Und mit seinem gewinnenden Lächeln vermochte er ein ganzes Konzert von berauschenden Gefühlen in Paula aufklingen zu lassen.

Sie war völlig durcheinander gewesen, als Hal sich plötzlich angeschickt hatte, einen Weg durch die Besucher seiner Ausstellung zu bahnen, um vor sie hinzutreten.

»Gefallen Ihnen meine Bilder?«, hatte er mit tiefer, männlicher Stimme gefragt und deutete dabei mit einer ausladenden Armbewegung auf die Gemälde, die ringsum an den rauen, gänzlich unverputzten Wänden der Fabrikhalle hingen.

»Ja – sie gefallen mir sehr«, hatte Paula mit versagender Stimme geantwortet und erschrak, als ihr bewusst wurde, wie doppeldeutig ihre Worte gewesen waren,

Das charmante Lächeln, das auf den Lippen ihres Gegenübers erschien, verriet, dass ihm diese Zweideutigkeit nicht entgangen war.

Begutachtend ließ er seinen Blick an ihrem schlanken Körper auf und abwandern.

»Sie sind eine bemerkenswerte Frau«, meinte er schließlich. »Hätten Sie nicht Lust, sich von mir malen zu lassen?«

Paula fiel aus allen Wolken. Sie hatte nicht gedacht, dass es so einfach werden würde, Hal Melior auf sich aufmerksam zu machen.

Ihre Auftraggeber hatten ihr zwar versichert, dass Paula mit ihrem äußeren Erscheinungsbild unweigerlich die Neugierde des Künstlers wecken würde. Dennoch war sie skeptisch gewesen und hatte sich einige Tricks ausgedacht, wie sie sich Hal Melior aufdrängen konnte, sollte sie nicht seinen Vorstellungen eines idealen Modells entsprechen.

Doch all diese Überlegungen waren anscheinend umsonst gewesen. Hal Melior schien ganz und gar von Paulas Schönheit gefangen zu sein.

»Sie wollen mich malen?«, tat Paula überrascht. »Das ... das ist doch nicht Ihr Ernst, oder?«

»Doch«, erwiderte Hal lächelnd. »Ich bin überzeugt, dass Sie ein wunderschönes Motiv abgeben werden.«

Er streckte ihr die Hand hin. »Mein Name lautet Hal Melior. Wie Sie an den Gemälden leicht erkennen können, habe ich mich darauf spezialisiert, besonders schöne, einzigartige Frauen auf die Leinwand zu bannen.«

Paula spürte, wie sie errötete. »Ihre Einladung ehrt mich sehr«, sagte sie zurückhaltend, da sie es diesem Burschen nicht zu leichtmachen wollte. »Ich ... ich habe aber noch nie zuvor einem Künstler Modell gestanden.«

»Das macht doch nichts!«, erwiderte Hal in aufgeräumter Stimmung. »Im Gegenteil, so haben Sie sich noch eine gewisse Scheu und Zurückhaltung bewahrt, die sich gewiss positiv auf meine Arbeit auswirken wird.«

Paula tat, als würde sie in sich hineinhorchen. Sie fragte sich aber tatsächlich, was für ein Gefühl es wohl wäre, sich vor diesem wildfremden, aufregenden Mann auszuziehen und vor ihm zu posieren?

Paula hatte schon einige seltsame Aufträge erhalten. Aber dieser hier versprach besondere delikat und heikel zu werden. Auf keinen Fall durfte sie in diesem Mann Misstrauen aufkommen lassen, indem sie zu schnell auf sein Angebot einging, was sie jedoch am liebsten getan hätte.

»Ich, ich weiß nicht, ob ich mir so etwas überhaupt zutraue«, sagte sie zurückhaltend. »Natürlich werde ich gerne von gewissen Männern bewundert ... Ich liebe es, wenn ich die begehrlichen Blicke kraftstrotzender Kerle auf mir spüre. Doch mich Ihnen nackt und ganz allein in Ihrem Atelier zu präsentieren, ist schon etwas anderes.«

»Sie haben von mir doch nichts zu befürchten«, sagte Hal geduldig und sah Paula dabei so tief und intensiv in die Augen, dass sie das Gefühl bekam, plötzlich ganz nackt und schutzlos zu sein.

»Ich weiß nicht recht«, meinte sie unentschlossen. »Ich finde Ihr Angebot schmeichelhaft bitte, verstehen Sie mich nicht falsch. Aber ...«

Paula presste die Lippen aufeinander. Beinahe hätte sie diesem charmanten Burschen vor den versammelten Besuchern ins Gesicht gesagt, was ihre Auftraggeber ihr Schreckliches über ihn berichtet hatten.

»Überlegen Sie es sich in Ruhe«, sagte Hal und mimte den Verständnisvollen. Paula, entging aber das verärgerte Aufblitzen seiner Augen nicht.

Die ausgestreckte Hand des Künstlers schwebte noch immer direkt vor Paulas Bauch, und schien nur darauf zu warten, dass Paula sie endlich ergriff.

»In Ordnung«, meinte Paula erleichtert, da Hal ihr offenbar nicht angemerkt hatte, dass sie beinahe die Beherrschung verloren hätte. »Ich werde über Ihr Angebot nachdenken.«

Sie schlug ein und obwohl sie wusste, was sie erwartete, erschrak sie, als sie spürte, dass in der Innenfläche von Hals Hand ein Gegenstand ruhte.

Scheinbar verwundert zog sie ihre Hand zurück.

Die Schlaufen einer goldenen Halskette hatten sich um Paulas Finger gewickelt, und als sie ihre Hand nun vor das Gesicht hob, sah sie, dass an der Kette ein Anhänger baumelte.

Es handelte sich um eine goldene, miniaturisierte Malpalette, wie sie von Künstlern verwendet wurden, um Ölfarben anzumischen.

Was auf dem ersten Blick jedoch wie Ölfarbenkleckse angemutet hatte, entpuppte sich beim genaueren Hinsehen als mysteriöse Symbole und Zeichen.

Dieses Kleinod war absolut identisch mit dem Amulett, das ihre Auftraggeber ihr gezeigt hatten, und die auch auf den Gemälden ringsum zu sehen waren!

Paula zauberte einen fragenden Ausdruck auf ihr Gesicht und blickte Hal verständnislos an.