Das magische Amulett #65: Brenda und der Wolfsmensch - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #65: Brenda und der Wolfsmensch E-Book

Jan Gardemann

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Beschreibung

Das magische Amulett Band 65 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 96 Taschenbuchseiten. Professor Sloane ist wirklich ungehalten als Brenda Logan ihn bittet, nach Finnland fliegen zu dürfen. Er braucht die Archäologin und Amulettforscherin dringend im Museum. Brenda will aber unbedingt fliegen, um nach ihrem verschwundenen Mann zu suchen. Also gibt der Professor nach, allerdings unter der Bedingung, dass Brenda sich in Finnland bei Professor Borg meldet, um ihm bei der Bestimmung gefundener Relikte zu helfen. Brenda ist nicht begeistert, aber sie nimmt einen Stein mit, den der Professor ihr zeigt. Bald stellt sie jedoch fest, dass der Krallenstein seltsame Eigenschaften hat...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 100




Jan Gardemann

Das magische Amulett #65: Brenda und der Wolfsmensch

Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Brenda und der Wolfsmensch

Das magische Amulett Band 65

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 96 Taschenbuchseiten.

 

Professor Sloane ist wirklich ungehalten als Brenda Logan ihn bittet, nach Finnland fliegen zu dürfen. Er braucht die Archäologin und Amulettforscherin dringend im Museum. Brenda will aber unbedingt fliegen, um nach ihrem verschwundenen Mann zu suchen. Also gibt der Professor nach, allerdings unter der Bedingung, dass Brenda sich in Finnland bei Professor Borg meldet, um ihm bei der Bestimmung gefundener Relikte zu helfen. Brenda ist nicht begeistert, aber sie nimmt einen Stein mit, den der Professor ihr zeigt. Bald stellt sie jedoch fest, dass der Krallenstein seltsame Eigenschaften hat...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Der Tannenwald war finster und undurchdringlich. Es raschelte und knackte im Unterholz und plötzlich vernahm ich das Heulen eines Wolfes. Da spürte ich voller Entsetzen, dass das Krallenamulett wieder Blut absonderte. Starr vor Schreck blieb ich stehen und lauschte in den Wald hinein. Lautes Knacken von Ästen und Zweigen drang links von mir aus dem tiefschwarzen Gebüsch. Ich vernahm das röchelnde Hecheln eines großen Tieres. Da sprang plötzlich ein geduckter schwarzer Schatten aus dem Unterholz und landete direkt auf dem Weg. Es war ein riesiger Wolf, der mich mit seinen schwefelgelben Augen feindselig anstarrte. Die Bestie war sehr stämmig, hatte dunkelgraues zottiges Fell und einen massigen Schädel. Geifer tropfte aus seinem Maul, während er mich hypnotisierend anstarrte. Unwillkürlich wich ich zurück. Doch meine Bewegung schien die Bestie nur gereizt zu haben. Mit einem Satz sprang der riesige Wolf auf mich zu...

1

»Mrs. Brenda Logan?«, sprach mich eine Frau mit kurzem dunklem Haar an, die in einen schlichten Wintermantel gekleidet war. Ihr Gesicht wirkte bleich und bekümmert. Hinter ihr ragte der monumentale Bau des Bahnhofs von Helsinki empor. Die hohen Granitmauern, die vielen Türme und die langgezogenen Sprossenfenster hätten gut zu einer Burg gepasst. Die höchste Erhebung des Bahnhofs bildete ein Glockenturm, der mit einem Kuppeldach gekrönt war, über dem sich ein wolkenverhangener, aufgewühlter Himmel spannte.

Die Frau, die mich angesprochen hatte, stand neben einer der beiden wuchtigen Säulen, die den Haupteingang des Bahnhofs säumten. Zwei überdimensionale Steinfiguren thronten auf diesen Säulen. Jede von ihnen hielt einen Globus in den Händen, die unheilvoll über den Köpfen der Passanten schwebten.

»Ich bin Brenda Logan«, bestätigte ich und reichte der Frau die Hand. Ihr Händedruck war kraftlos, ihre Finger fühlten sich kalt und klamm an.

»Und Sie müssen Mrs. Natali Hawtron sein«, fügte ich mit gedämpfter Stimme hinzu. Meine Worte gingen fast im Lärm des hektischen Getümmels, das um uns herum herrschte, unter.

Aber die Frau hatte mich trotzdem verstanden. »Ich bin die Mutter von Mark Hawtron«, erklärte sie. Ihr Mund zuckte dabei unkontrolliert, so als müsse sie einen Weinkrampf unterdrücken.

»Mr. Ryan ist noch nicht eingetroffen?«, fragte ich und sah mich unter den Passanten vor dem Bahnhof um.

Natali Hawtron schüttelte stumm den Kopf. »Er wird sicherlich gleich kommen«, meinte sie dann. »Es ist ja noch sehr früh. Die Polizei war auch noch nicht hier...«

Sie brach ab und wischte sich verstohlen eine Träne aus den Augenwinkeln.

Ich konnte ihr ihren Schmerz gut nachfühlen. Auch ich war traurig und verzweifelt.

Eisiger Wind wehte über den Bahnhofsplatz. Über der Finnischen Hauptstadt lastete ein eisengrauer, bewegter Himmel, der die tristen grauen Gebäude in meinen Augen noch trostloser erscheinen ließ.

Doch den Finnen schienen weder die frostigen Temperaturen, noch der Anblick des grauen Himmels etwas auszumachen. Geschäftig und voller Hektik eilten sie durch die Straßen und strömten durch die riesigen Eingänge des Bahnhofs.

Ich ertappte mich dabei, wie ich einige der vorüber eilenden Männer besonders intensiv ansah. Jedes mal, wenn ein Mann mit hellbraunem lockigem Haar in Sicht kam, beschleunigte sich mein Pulsschlag. Ich starrte den Mann dann hoffnungsvoll an. Doch jedes mal wurde meine Hoffnung bitter enttäuscht, wenn ich feststellen musste, dass der Passant nicht mein geliebter Mann, Daniel Connors, war.

»Daniel, wo bist du?«, flüsterte ich mit schwankender Stimme und mein Magen krampfte sich vor Sorge zusammen.

Seit ich vor zwei Tagen erfahren hatte, dass Daniel in Helsinki spurlos verschwunden war, konnte ich an nichts anderes mehr denken. Die Nachricht traf mich wie ein Schock. An jenem Abend verließ ich völlig arglos und guter Laune das British Museum in London, wo ich als Archäologin arbeitete. Voller Ungeduld fuhr ich in meine Wohnung in der Lime Street, wo ich zusammen mit Daniel wohnte. Daniel war ein bekannter Arzt und Neurologe. Er arbeitete im St. Thomas Hospital in London. Wegen einer mehrtägigen Fortbildungsveranstaltung für Ärzte war er nach Helsinki gereist. Jeden Abend telefonierten wir miteinander. Denn obwohl wir schon zwei Jahre verheiratet waren, war unsere Liebe doch immer noch genauso prickelnd und aufregend wie am ersten Tag. Jede Stunde, die ich ohne ihn verbringen musste, steigerte meine Sehnsucht nach seiner Nähe und Zuneigung.

Als das Telefon an jenem Abend klingelte, hob ich voller Vorfreude ab.

»Hallo, mein Schatz«, sagte ich glücklich, im festen Glauben, es könnte nur Daniel sein, der um diese Uhrzeit anrief.

Mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung räusperte sich verlegen. »Hier spricht Hans Linna von der finnischen Kripo«, kam es rau aus dem Telefonhörer. »Spreche ich mit Brenda Logan?«

»Ja«, erwiderte ich und spürte, wie ich plötzlich von einer inneren Unruhe ergriffen wurde. Dass sich ein finnischer Polizist bei mir meldete, konnte nur bedeuten, dass Daniel etwas zugestoßen war.

»Ich habe schlechte Nachrichten für Sie, Mrs. Logan«, bestätigte der Polizist meine Befürchtungen. Mein Herzschlag beschleunigte sich. Unwillkürlich berührte ich mit den Fingerspitzen meine Lippen.

»Ist meinem Mann etwas geschehen?«, fragte ich mit zitternder Stimme.

»Das wissen wir noch nicht so genau«, erwiderte Hans Linna. »Ihr Mann, Daniel Connors, wird seit vierundzwanzig Stunden vermisst. Er wurde gestern Abend zuletzt gesehen. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Wir tappen völlig im Dunkeln. Vielleicht haben Sie eine Ahnung, wo Ihr Mann sein könnte?«

Ich schluckte. »Ich... ich habe gestern Abend noch mit ihm telefoniert«, sagte ich. »Zu dieser Zeit befand er sich in seinem Hotelzimmer. Daniel hat mit keinem Wort erwähnt, dass er vorgehabt hätte, sein Zimmer später noch zu verlassen.«

Hans Linna ließ sich von mir die genaue Uhrzeit des Gesprächs nennen. »Ihr Mann muss kurz nach dem Telefonat sein Zimmer verlassen haben«, meinte der Kripobeamte dann. »Der Portier des Hotels beobachtete, wie Ihr Mann das Gebäude eine halbe Stunde später verließ. In seiner Begleitung befanden sich zwei junge Ärzte. Sie nahmen ebenfalls an der Fortbildung teil und wohnten in dem gleichen Hotel wie Ihr Mann. Von diesen beiden Kollegen fehlt auch jede Spur.«

Hans Linna legte eine kurze Pause ein. »Ich habe bereits mit den Angehörigen dieser beiden Ärzte gesprochen«, erklärte er gedehnt. »Aber auch sie konnten mir keinen Anhaltspunkt liefern. Ich hatte daher gehofft, von Ihnen mehr zu erfahren.«

»Was werden Sie denn jetzt unternehmen?«, fragte ich verzagt. Ich kam mir plötzlich so hilflos und schwach vor. Ich saß hier in London, meilenweit von Helsinki entfernt, und konnte nichts für Daniel tun, ein Gefühl, das für mich unerträglich war.

»Wir werden Ihren Mann und die beiden anderen Ärzte natürlich suchen«, meinte Hans Linna lapidar. »Doch bisher weiß ich nicht, wo ich mit der Suche beginnen soll.«

»Vielleicht tauchen die drei ja von allein wieder auf«, sagte ich, in dem verzweifelten Versuch, meine Angst herunterzuspielen. »Es könnte doch sein, dass die drei sich spontan entschlossen, gemeinsam etwas in Helsinki zu unternehmen...«

»Diese Möglichkeit besteht natürlich«, unterbrach mich der Kripobeamte. »Die Angehörigen der beiden anderen Ärzte erklärten zwar, dass Mark Hawtron und Mary Ryan, so heißen die beiden jungen Ärzte, um die es geht, sehr zuverlässig sind und auf keinen Fall die Fortbildungsveranstaltung versäumen würden. Aber niemand kann wissen, was diese drei dazu veranlasste, das Hotel zu so später Stunde zu verlassen...«

»Sie klingen nicht gerade sehr überzeugt von dem, was Sie mir da erzählen«, unterbrach ich nun meinerseits den Polizisten.

Einen Moment lang herrschte Stille am anderen Ende der Leitung.

»Sie haben recht, Mrs. Logan«, sagte Hans Linna dann mit rauer Stimme. »Es ist in den letzten Jahren leider öfter vorgekommen, dass Ärzte in dieser Gegend spurlos verschwanden. Ihr Mann und seine beiden Kollegen sind also nicht die einzigen, denen dieses Schicksal widerfährt.«

»Wurden die anderen Ärzte denn wiedergefunden?«, fragte ich mit bangem Herzen.

»Nein«, erwiderte Hans Linna hart. »Sie sind bis auf den heutigen Tag nicht wieder aufgetaucht. Es haben sich weder Entführer bei den Angehörigen gemeldet, noch wurden die Leichen dieser Leute gefunden. Uns ist völlig schleierhaft, was diesen Menschen widerfahren ist.«

»Das heißt also, dass ich Daniel wahrscheinlich nie mehr Wiedersehen werde?«, stieß ich entsetzt hervor.

»Sie sollten auf jeden Fall mit dem Schlimmsten rechnen, Mrs. Logan«, erwiderte der Polizist zurückhaltend.

»Ich werde nach Helsinki aufbrechen und selbst nach Daniel suchen!«, platzte ich hervor.

»Damit werden Sie auch nichts erreichen«, erwiderte Hans Linna abweisend. »Wir arbeiten rund um die Uhr an diesem Fall, viel mehr als die Polizei können Sie auch nicht ausrichten.«

»Trotzdem«, beharrte ich. »Die Umstände, die Sie mir geschildert haben, weisen darauf hin, dass ein düsteres Geheimnis um das Verschwinden meines Mannes liegt...«

Ich verstummte. Zwar hätte ich dem Polizisten nun erklären können, dass Daniel und ich immer wieder in den Strudel unheimlicher, übersinnlicher Ereignisse gerissen wurden. Ich hätte ihm sagen können, dass es mir unter den gegebenen Umständen ziemlich wahrscheinlich erschien, dass auch diesmal übersinnliche Kräfte im Spiel waren. Aber dann hätte mich Hans Linna sicherlich für übergeschnappt und hysterisch gehalten. Also sagte ich lieber nichts über den Fluch der über mir lag und mich immer wieder in den Bann von magischen Amuletten schlug.

Doch ebenso wenig war ich natürlich gewillt, Daniels Verschwinden einfach so hinzunehmen.

»Ich nehme morgen das erste Flugzeug nach Helsinki«, erklärte ich rau. »Ich bin mir sicher, dass ich der Polizei irgendwie helfen kann. Schließlich bin ich Archäologin, und im Aufspüren von Geheimnissen geübt.«

Hans Linna seufzte. »Also gut«, meinte er dann. »Ich werde auch die anderen Angehörigen informieren. »Schließlich muss ich ihnen dasselbe Recht zugestehen wie Ihnen.«

Mit diesen Worten legte Hans Linna auf...

2

»Woran denken Sie?«, riss mich die zitternde Stimme von Natalie Hawtron aus meinen Gedanken.

Verwirrt schaute ich die Frau an. Ich hatte mich in meinen Erinnerungen verloren und meine Umgebung für einen Moment völlig vergessen. Nun drang der Lärm des Bahnhofs wieder an mein Ohr; spürte ich den eiskalten Wind auf meinem Gesicht.

»Ich musste eben daran denken, wie ich von dem Verschwinden meines Mannes erfuhr«, antwortete ich betrübt.

Natalie Hawtron nickte bekümmert. »Auch für mich war es ein harter Schlag, als Hans Linna bei mir anrief und erzählte, mein Sohn wäre verschwunden.«

Tränen rannen der Frau über das blasse, eingefallene Gesicht. »Mark ist alles, was mir geblieben ist«, meinte sie mit schwankender Stimme. »Mein Mann starb vor fünf Jahren. Es hätte ihn mit Stolz erfüllt, wenn er es erlebt hätte, dass sein Sohn eines Tages Arzt werden würde. Doch dann entschied Mark sich, zu dieser Fortbildung nach Helsinki zu reisen. Und jetzt ist er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt...«

Schluchzend brach Natalie Hawtron ab.

Beruhigend legte ich der Frau eine Hand auf den Unterarm. »Vielleicht finden wir Ihren Sohn ja wieder«, meinte ich zurückhaltend, da ich der armen Frau nicht zu viele Hoffnungen machen wollte.

Natalie Hawtron sah zu mir auf und lächelte dünn.

»Sie sind eine mutige Frau«, sagte sie und blinzelte ihre Tränen fort. »Ich wäre nie von allein auf den Gedanken gekommen, nach Helsinki zu reisen und auf eigene Faust nach meinem Sohn zu suchen.«

»Ich habe es nicht ausgehalten, tatenlos herumzusitzen«, erwiderte ich ausweichend.

Ich hätte es lieber gesehen, mich allein auf die Suche nach den Vermissten zu begeben. Wenn es bei ihrem Verschwinden wirklich nicht mit rechten Dingen zuging, musste ich auf das Schlimmste gefasst sein. Natalie Hawtron und Jerry Ryan würden sich nur unnötig in Gefahr bringen, wenn sie sich an der Suche beteiligten. Doch daran ließ sich momentan leider nichts ändern. Hans Linna hatte veranlasst, dass sich die Angehörigen heute Nachmittag beim Bahnhof von Helsinki trafen.

In diesem Moment trat ein breitschultriger Mann auf uns zu. Er hatte seine Hände tief in den Taschen seiner blauen Daunenjacke vergraben. Sein braunes Haar wirkte ein wenig unordentlich. Ein Eindruck, der durch den buschigen Schnurrbart des Mannes nur noch bestärkt wurde. Die blauen Augen blickten unstet und mürrisch. Ein paar Schritte von uns entfernt blieb er stehen, ohne uns auch nur eines Blickes zu würdigen.

»Ob das der Polizist Hans Linna ist?«, fragte Natalie Hawtron unsicher.

Ich zuckte mit den Achseln. Da näherte sich uns von hinten ein älterer Mann. Er trug einen einfachen Wintermantel, hatte eine auffallend große Nase und tiefe Falten um den Mund. Sein schwarzes glattes Haar war mit einem akkuraten Seitenscheitel versehen, der den Mann irgendwie altmodisch aussehen ließ.

»Mrs. Hawtron? Mrs. Logan?«, sprach er uns an und reichte uns seine breite Hand. »Mein Name ist Hans Linna. Ich heiße Sie in Helsinki willkommen. Auch wenn ich mir wünschte, dass es für Ihre Reise einen angenehmeren Anlass gegeben hätte.«